Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
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Hubertus
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Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Hubertus »

Ich eröffne hiermit einen Strang, der mir schon seit langem am Herzen liegt.

Er soll gewissermaßen eine Erweiterung des Liturgischen Kalenders darstellen, aber mehr die Seite der Volksfrömmigkeit (Gebete, Bräuche, Lieder etc.) beleuchten. Jeder Beitag der Nutzer ist willkommen, insbesondere lokale Traditionen sollen hier Raum finden. Im Idealfall entsteht hier eine wertvolle Sammlung unterschiedlicher Lokaltraditionen katholischer Frömmigkeit.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Hubertus
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Hubertus »

Passend zum Marienmonat Mai:

MGV Raeren • Ave Maria, Franz Abt


Text hat geschrieben: Nun ist der laute Tag verhallt
und Frieden dämmert wieder
der Abend sind durch Feld und Wald
die leisen Schlummerlieder.

Die Luft durchzieht ein weicher Klang,
wie der Natur Gutnachtgesang,

Ave Maria!

Da kommt auf leisem Silberschuh
die fromme Nacht geschritten
und bringet Trost und sanfte Ruh'
den herzen die drum bitten.

Die Stirn ein Diadem umflicht
aus Mondesgold und Sternenlicht.

Ave Maria!

Maria senk' den Palmenzweig,
herab auf meine Lider!
Gib mir in deinem Friedenreich
auch meinen Frieden wieder.

Auf deiner Liebe Mantel trag'
entgegen mich dem jungen Tag!

Ave Maria!
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Hubertus
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Hubertus »

"Maria, Maienkönigin"



Maria Maienkönigin
Maria, Maienkönigin dich will der Mai begrüßen.
O segne ihn mit holdem Sinn und uns zu deinen Füßen!
Maria, wir empfehlen dir, was grünt und blüht auf Erden,
lass uns in dieser Pracht und Zier das Werk des Schöpfers ehren.

Behüte auch, Maria rein, du größte aller Frauen,
das Gottesvolk, die Kinder dein, im Glauben und Vertrauen
zu Jesus Christus, deinem Sohn, dem Retter und Befreier.
Lobpreis durch ihn in Ewigkeit des Vaters Macht und Treue!

O öffne Himmelskönigin, im Lied uns Herz und Stimme,
zu danken Gott im Heilgen Geist, dass wir sein Lob stets singen,
der Christi Kirche ward gesandt in Sturm und Feuersflammen,
zu führen sie mit starker Hand durch alle Zeiten! Amen




Gotteslob Nr. 905
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Petrus
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Petrus »

noja,

mir Franggen sind hald unverbesserliche Marienvereher.

(wobei es hier wohl deutliche regionale Unterschiede geben könnte, die jedoch an dieser dafür sehr unpassenden Stelle, gern auch zur Freude der Mods und Admins, nicht weiter vertiefen möchte.

biddesehr:

https://www.youtube.com/watch?v=bTlZbi6Q8YE

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Libertas Ecclesiae
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Dienstag 31. März 2015, 14:52
Erzbischof Johannes Dyba erweckte lebendige Volksfrömmigkeit:

Lebendige Volksfrömmigkeit. Gute Beispiele verderben schlechten Sitten.
Erzbischof Dr. Dr. Johannes Dyba auf dem Bonifatiusfest am 4. Juni 2000 vor dem Dom zu Fulda - sieben Wochen vor seinem Tod:

Gedenkvideo

Predigt im Wortlaut

Bonifatiuslied aus dem Fuldaer Gesangbuch 1778
O pater fidei specta
miseriam qua vexamur.
Iram dei deleni nunc
si minatur damnare.
Roga eum ut manus nos
et patriam tueatur.

Refrain
Pro nobis, qui studeamus
in mundi saluti nostrae,
roga deum, cui cantamus
ibi in loco magno caeli,
o sancte Bonifatie!
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

Juergen
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Juergen »

  1. Blasi Du Gottesmann / dich rufen wir heut an / sei unser Schutzpatron / vor Gottes Thron. / In diesem Gotteshaus / stellt man verehrend aus / dein teures Heiligtum / zu Preis und Ruhm
  2. Armer und Kranker Leid / heiltest du weit und breit, / rettend aus Leibesnot / und Seelentod. / Lob, Ehr und Herrlichkeit / seit Gott in Ewigkeit, / der dich als Glaubensheld / uns vorgestellt
  3. In harter Prüfungszeit / siegtest du in dem Streit, / lacht' der Tyrannen Wut / dein Heldenmut. / Nichts schreckte dich, Held! / Warst schon entrückt der Welt, / Banden und Folter-Schmerz / beugt' nicht dein Herz.
  4. Viel Leid, o Gottesmann, / hat man dir angetan, / mit Streichen ohne Zahl / und Folterqual. / Tobende Heidenwut / fordert' dein reines Blut, / dein Haupt fiel vor dem Beil / zum ew'gen Heil.
  5. Dein Kampf war ritterlich, / drum schmückte Christus dich / mit unverwelkter Kron', / des Sieges Lohn. / Fleh auch auf uns die Gab' / der Gotteslieb' herab, / daß wir von Süden rein / in Gott uns freu'n.
  6. So wie dein Herz entbrannt', / zu Gott ganz hingewandt, / so steige himmelwärts / auch unser Herz. / Christus allein ich dien' / Sterben ist dann Gewinn. / Jesum lieb' ich allein, / ganz bin ich sein.


8)
Gruß Jürgen

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Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Hi
Jetzt zu Fronleichnam mal sowas hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Torste

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HeGe
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von HeGe »

Fuchsi hat geschrieben:
Donnerstag 13. Juni 2019, 09:37
Hi
Jetzt zu Fronleichnam mal sowas hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Torste
Willkommen im Forum! :huhu: Den Brauch kannte ich noch nicht, hier im Rheinland ist mir das jedenfalls noch nie begegnet. Aber regionale Bräuche sind doch immer wieder was Schönes. :daumen-rauf:
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Danke HeGe für die Willkomensgrüße :huhu:

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Hubertus
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Hubertus »

"Fronleichnam 1971 - Die letzte Seeprozession auf dem Chiemsee / Frauenwörth":






Anm.: Leider - zeitbedingt - ohne Ton. Wer (hoffentlich) passende Hintergrundmusik sucht: https://www.youtube.com/watch?v=OY6z_8HTo4w
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

https://www.youtube.com/watch?v=mOb1PU0TtSk


Letzte Fronleichnamsprozession in Steinstraß-Lich (Braunkohle) Doku LVR 1970er Jahre

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Heute 10 Tage nach Fronleichnam "Hagelprozessionen" im Münsterland.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hagelprozession

Juergen
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Juergen »

Das wurde heute im Anschluß an die Hl. Messe (Äußere Feier des Herz Jesu Festes) gebetet:


http://i66.tinypic.com/mudffl.jpg
Gruß Jürgen

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Lycobates
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Lycobates »

Juergen hat geschrieben:
Sonntag 30. Juni 2019, 14:06
Das wurde heute im Anschluß an die Hl. Messe (Äußere Feier des Herz Jesu Festes) gebetet:


http://i66.tinypic.com/mudffl.jpg
Dies Sühnegebet ist an jedem ersten Freitag vorgeschrieben (seit Papst Pius XI.), wo eine besondere Herz-Jesu-Andacht (morgens) stattfindet.
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Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »


Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

https://www.google.com/search?q=Mari%C3 ... 24&bih=706

Mariä Himmelfahrt in Warendorf (NRW). :klatsch:

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

https://de.wikipedia.org/wiki/Newweling



https://www.fernsehserien.de/der-bayeri ... de/0/20765 "Der Bayerische Kalender Folge 19 Allerheiligen und Allerseelen". Leider gibt es kein Online-Video. Oder doch??

Juergen
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Juergen »

agA hier wiederholt
Juergen hat geschrieben:
Samstag 9. November 2019, 13:14
Fuchsi hat geschrieben:
Samstag 9. November 2019, 10:14
http://www.verkehrsverein-mainz.de/inde ... ler-tusar/

Einmal bitte ganz runterscrollen und das Bild in der Mitte betrachten. Das müsste ein Triangelleuchter für die ostervigil vor 1951 sein... :hmm:
Die­se Ker­zen wur­den u.a. auch beim jähr­li­chen, am Mitt­woch nach Al­ler­see­len ab­ge­hal­te­nen, Bru­der­schafts­mahl der Elen­den­bru­der­schaft in Pa­der­born bei der sog. „Lu­men-Chris­ti-Kol­lek­te“ be­nutzt. Der Küs­t­er ging da­bei mit den bren­nen­den Ker­zen beim Mahl von Tisch zu Tisch. Sang dort je­weils „Lu­men Chris­ti“ und die Brü­d­er ant­wor­te­ten „Deo gra­tias“. Dann gab je­der Bru­der Geld (in den 90er Jah­ren gab man ein 5-Mark­stück) in den Sam­mel­korb. Die­se Kol­lek­te dien­te in früh­er Zeit zur Ver­sor­gung des Küs­t­ers. Von dem ge­sam­mel­ten Geld kauf­te er sich ein Fer­kel. Die Bru­der­schaft gibt es heu­te noch, das Mahl eben­falls. Zu­min­dest bis in die 90er Jah­re gab es die­se Form der Kol­lek­te noch. Wie es heu­te ist, weiß ich nicht.

Gruß Jürgen

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Hubertus
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Hubertus »

Leider kein bild- oder tongestütztes, jedoch ein durch Erzählung überliefertes Glaubenszeugnis:

Gemäß früherer Ablaßbestimmungen konnte am Allerseelentage bei jedem Kirchenbesuch ein vollkommener Ablaß für die Armen Seelen gewonnen werden.

Mein Vater berichtete mir von seiner Großmutter, wie sie am Allerseelentage die Kirche betrat, die vorgesehenen Gebete verrichtete, die Kirche kurz verließ (die Türe schloß) um gleich danach den Vorgang zu wiederholen usf. Und dabei war sie nicht allein.

Was für eine kluge Art, den Himmel zu bestürmen und möglichst viele Ablässe zu erwirken!

Vor diesem Hintergrund wirkt die neue Ablaßregelung ("täglich einmal ein vollkommener Ablaß") geradezu rigide und kleinlich.
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Lycobates
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Lycobates »

Hubertus hat geschrieben:
Samstag 9. November 2019, 21:51
Leider kein bild- oder tongestütztes, jedoch ein durch Erzählung überliefertes Glaubenszeugnis:

Gemäß früherer Ablaßbestimmungen konnte am Allerseelentage bei jedem Kirchenbesuch ein vollkommener Ablaß für die Armen Seelen gewonnen werden.

Mein Vater berichtete mir von seiner Großmutter, wie sie am Allerseelentage die Kirche betrat, die vorgesehenen Gebete verrichtete, die Kirche kurz verließ (die Türe schloß) um gleich danach den Vorgang zu wiederholen usf. Und dabei war sie nicht allein.

Was für eine kluge Art, den Himmel zu bestürmen und möglichst viele Ablässe zu erwirken!
Das ist bei uns die Regel.
Ich mache es selber auch.
Dabei sind allerdings jeweils 6 Pater, Ave und Gloria Patri zu beten nach der Meinung des Hl. Vaters (generell).
Der Ablaß kann an Allerseelen, schon ab der 2. Vesper von Allerheiligen, sowie am Sonntag nach Allerseelen toties quoties gewonnen werden.
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Lycobates
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Lycobates »

Lycobates hat geschrieben:
Samstag 9. November 2019, 22:46
Hubertus hat geschrieben:
Samstag 9. November 2019, 21:51
Leider kein bild- oder tongestütztes, jedoch ein durch Erzählung überliefertes Glaubenszeugnis:

Gemäß früherer Ablaßbestimmungen konnte am Allerseelentage bei jedem Kirchenbesuch ein vollkommener Ablaß für die Armen Seelen gewonnen werden.

Mein Vater berichtete mir von seiner Großmutter, wie sie am Allerseelentage die Kirche betrat, die vorgesehenen Gebete verrichtete, die Kirche kurz verließ (die Türe schloß) um gleich danach den Vorgang zu wiederholen usf. Und dabei war sie nicht allein.

Was für eine kluge Art, den Himmel zu bestürmen und möglichst viele Ablässe zu erwirken!
Das ist bei uns die Regel.
Ich mache es selber auch.
Dabei sind allerdings jeweils 6 Pater, Ave und Gloria Patri zu beten nach der Meinung des Hl. Vaters (generell).
Der Ablaß kann an Allerseelen, schon ab der 2. Vesper von Allerheiligen, sowie am Sonntag nach Allerseelen toties quoties gewonnen werden.
Nachtrag:
Am Allerseelentage sind außerdem alle Altäre privilegiert (seit 1761).

Die „Meinung des Hl. Vaters“ nach der zur Gewinnung vollkommener Ablässe in der Regel gebetet werden muß, ist allgemein zu begreifen, sie betrifft hier weder eine aktuell existierende Meinung des Papstes, noch den jeweils aktuell regierenden Papst, sondern (nach Aertnys-Damen, Theologia moralis II 716) intentio illa solet esse pro Catholicae Ecclesiae prosperitate et exaltatione, pro exstirpatione haeresum omniumque errantium conversione, ac pro totius populi christiani pace et unitate.
Diese Gebetsmeinung kann und soll also auch während einer Sedisvakanz (was ja bisweilen vorkommt :tuete: ) formuliert werden.
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Juergen
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Juergen »

Hubertus hat geschrieben:
Samstag 9. November 2019, 21:51
Leider kein bild- oder tongestütztes, jedoch ein durch Erzählung überliefertes Glaubenszeugnis:

Gemäß früherer Ablaßbestimmungen konnte am Allerseelentage bei jedem Kirchenbesuch ein vollkommener Ablaß für die Armen Seelen gewonnen werden.

Mein Vater berichtete mir von seiner Großmutter, wie sie am Allerseelentage die Kirche betrat, die vorgesehenen Gebete verrichtete, die Kirche kurz verließ (die Türe schloß) um gleich danach den Vorgang zu wiederholen usf. Und dabei war sie nicht allein.
Es soll Kirchen gegeben haben, dort wurde an Allerseelen in den Kirchentüren eine Schaukel installiert. :tuete:
Gruß Jürgen

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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Petrus »

Hubertus hat geschrieben:
Samstag 9. November 2019, 21:51
Gemäß früherer Ablaßbestimmungen
genau gesagt, seit dem 24. Juni 1914.

bittschön:

http://www.kathpedia.com/index.php?titl ... ies-Ablass

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Lycobates
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Lycobates »

Petrus hat geschrieben:
Sonntag 10. November 2019, 11:26
Hubertus hat geschrieben:
Samstag 9. November 2019, 21:51
Gemäß früherer Ablaßbestimmungen
genau gesagt, seit dem 24. Juni 1914.

bittschön:

http://www.kathpedia.com/index.php?titl ... ies-Ablass
Und öfter bestätigt und letztlich erweitert 14.12.1916, 5.7.1930, 2.1.1939.

Vielleicht muß man aber noch bemerken, daß der Ablaß natürlich gilt suetis condicionibus, zu den gewohnten Bedingungen, d.h. verbunden mit Beicht und Kommunion.

Ferner: Die zu besuchende Kirche muß eine Kirche oder ein öffentliches oder (legitime utentibus, für die es rechtmäßig Gebrauchenden) halböffentliches Oratorium sein. Also grundsätzlich kein privates, oder praeter legem in den letzten 60 Jahren in geistlicher Not errichtetes (halb-)öffentliches.
Das mag u.U. bedeuten, daß man für diesen Ablaß auf seine gewohnte Kapelle verzichten muß, und eine seinerzeit von einem Ordinarius kanonisch errichtete Gebetsstätte besuchen muß, auch wenn dort seit Jahrzehnten keine Messen mehr stattfinden. Man kann dort jedenfalls privat beten, wie auf einem Friedhof auch.
Serva ordinem, et ordo te servabit.
Zuletzt geändert von Lycobates am Sonntag 10. November 2019, 22:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Hubertus
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Hubertus »

Für den Dreikönigstag findet sich im "Gottesdienst" (Gebet- und Gesangbuch für das Erzbistum München und Freising, hier: 1950) eine Hausandacht am Fest Erscheinung des Herrn. Im Anhang ein Nachdruck von 2015 (leider mit Tippfehlern):
Dateianhänge
Haussegen.pdf
(17.48 KiB) 22-mal heruntergeladen
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »


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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Fuchsi hat geschrieben:
Sonntag 12. Januar 2020, 11:09
Lüdinghauser Weihnachtslied

https://www.kirchenmusik-felizitas.de/d ... achtslied/


https://www.youtube.com/watch?v=AnqulRHWAlU Seit vorgestern bei Youtube zum anhören


https://www.youtube.com/watch?v=VqZVwWE7dzI Info zur Geschichte des Liedes d. h. diverse Versionen aus Diözesen und Gesangbüchern

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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

17. Januar Antonius Abt

Dieser Heilige wird im Westmünsterland mancherorts besonders verehrt.

In Gemen bei Schöppingen (Kreis Borken) gibt es Festmessen, Aussetzung des Allerheiligsten und eine Antoniusandacht. Wie ich mal hörte/las wird der Vortag in Gemen (16.1.) von den Leuten wie ein Karfreitag begangen und der 17. wie Ostern.
https://www.st-brictius.de/images/Bekan ... 1.2020.pdf

In Nottuln wird am Sonntag nach dem 17. eine "Pestmesse" (nota bene nicht Festmesse - kein Druckfehler) gelesen und danach schliesst sich eine Prozession um die Kirche an. Der Heilige Antonius Abt galt im Münsterland statt Rochus als Patron gegen die Pest. Bei der Prozession werden auch als "Torste" bezeichnete, gedrechselte Kerzenhalter mitgeführt. https://de.wikipedia.org/wiki/Torste#/m ... Torste.JPG
https://st-martin-nottuln.de/cms-files/ ... n-2020.pdf leider ist die diesjährige Pfarrmitteilung nicht ganz so ausführlich...

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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

https://www.augenblickmalonline.de/am/s ... tonius.php

hier die Hintergrund-Info zum Antoniusfest Gemen

Man grüsst allen Ernstes mit "Frohe Ostern" :breitgrins: :) so stehts im verlinkten Text

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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Im nicht weit davon gelegenen Darfeld (Kreis Coesfeld) gibts auch den Antoniustag als Fest.

https://www.fabianundsebastian.de/aktue ... chrichten/ Pfarrnachrichten vom 11. bis 17. 1. 2020

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Lycobates
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Lycobates »

Fuchsi hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 10:32
17. Januar Antonius Abt

Dieser Heilige wird im Westmünsterland mancherorts besonders verehrt.

In Gemen bei Schöppingen (Kreis Borken) gibt es Festmessen, Aussetzung des Allerheiligsten und eine Antoniusandacht. Wie ich mal hörte/las wird der Vortag in Gemen (16.1.) von den Leuten wie ein Karfreitag begangen und der 17. wie Ostern.
https://www.st-brictius.de/images/Bekan ... 1.2020.pdf

In Nottuln wird am Sonntag nach dem 17. eine "Pestmesse" (nota bene nicht Festmesse - kein Druckfehler) gelesen und danach schliesst sich eine Prozession um die Kirche an. Der Heilige Antonius Abt galt im Münsterland statt Rochus als Patron gegen die Pest. Bei der Prozession werden auch als "Torste" bezeichnete, gedrechselte Kerzenhalter mitgeführt. https://de.wikipedia.org/wiki/Torste#/m ... Torste.JPG
https://st-martin-nottuln.de/cms-files/ ... n-2020.pdf leider ist die diesjährige Pfarrmitteilung nicht ganz so ausführlich...
In meiner letzten Heimatpfarre (vor der NOMifizierung, seitdem sind wir in religiöser Hinsicht "heimatvertrieben") ist der Hl. Antonius Abt seit dem 12. Jh. Sekundarpatron.
Dort gab es ein feierliches levitiertes Hochamt (es gab einen Pfarrer und zwei Kapläne, gerade richtig), das Fest wurde als Duplex der II. Klasse in der Pfarre begangen und am darauf folgenden Sonntag nachgefeiert, es gab eine Prozession zur kleinen Antoniuskapelle, und es wurde das Vieh gesegnet.
Heute is nichts mehr von alledem. Es gibt nur noch einen Pfarrverwalter, ohne Weihe, und die Antoniuskapelle, die im Felde stand, steht heute zwischen den Villen. Eine der drei Linden, die sie seit 100 Jahren beschatten, ist tot und wird demnächst abgesägt.
Ich werde morgen, wenn ich mich wie jedes Jahr dorthin begebe, vermutlich wieder der einzige sein, der die Kapelle besucht, von außen, da sie immer abgeschlossen ist, aber man kann hineinschauen, und dort ein Ave bete.
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