Tridentinische Messe in Berlin

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.

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incarnata
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von incarnata » Montag 12. September 2016, 22:45

Lieber Dieter-Du hast das Wesentliche erfasst,traust Dich nur durch Deine reformatorische Prägung noch nicht,die Konsequenzen zu ziehen,-was menschlich verständlich ist.Wandlung findet statt:konkret in dem Augenblick,in dem die Wandlungsworte gesprochen werden: das Opfer Christi wird Gegenwart-es ist nicht nur ein Bericht über ein vergangenes Geschehen-und alle die geistig oder reell kommunizieren
werden dadurch,dass sie an Ihm Anteil haben verwandelt:"ich in Dir und Du in mir :der unendliche,unbegreifliche Gott-ganz nah":ein Geheimnis
Ja der tradierte Ritus ist "gefährlich",weil er das Wunderbare so intensiv spürbar macht: es ist keine Aktion des Priesters sondern Gott handelt selbst und er sagt zu Dir:Komm,mach Dein Herz auf und lass Dich wandeln !
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

obsculta
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von obsculta » Montag 12. September 2016, 23:22

Lieber Dieter,

das geht mit als Konvertit unter die Haut. Danke für Deinen Bericht!

Amandas und Incarnatas Antworten sprechen mich sehr an.

Leider habe ich berufsbedingt kaum Möglichkeit, ausführlicher auf Deinen Bericht einzugehen,
was ich bedauere!

LG

Obsculta

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Sempre
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Sempre » Montag 12. September 2016, 23:46

Dieter hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Ich habe heute an der Messe in St. Afra teilgenommen.

Es waren ca. 8 - 1 Besucher gekommen, so dass die Kirche gut gefüllt war.

Propst Gösche (der mich irgendwie an einen deutschen Philipp Neri erinnert) war nicht anwesend; die Messe hielt ein Priester mittleren Alters. Der Ablauf und die Predigt waren angenehm.

Sehr gut gefallen hat mir die Schola mit den lateinischen Gesängen. Ich fühlte diesbezüglich eine Nähe zu den Gesängen in einem orthodoxen Gottesdienst.

Einen Schott brauchte man nicht, da zweisprachige Blätter zum Ablauf der Messe auslagen.

Die Predigt handelte u.a. vom Arianismus und von seinen Auswirkungen bis heute. Fehlen durfte natürlich auch nicht ein Hinweis auf das Treffen der Weltreligionen in Assisi.

Für mich war alles gut bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Wandlung stattfand und die Kommunion ausgeteilt wurde. Die reine Transsubstantiationslehre war geradezu fühlbar. Das allerdings war für mich als reformierter Christ zuviel.

Vielleicht werde ich diesen Gottesdienst noch einmal besuchen, aber wohl nur dann, wenn ich katholische Gäste habe.

Katholiken, die diese traditionelle Messe mögen, sind in St. Afra genau richtig.
Und? Wieviele Sterne gibst Du diesem Anbieter?


vier von fünf Sternen

X X X X

http://shipoffools.com/mystery/
Besuchst und bewertest Du nur "christliche" Rituale, oder auch solche von anderen Religionen?
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

maliems
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von maliems » Montag 12. September 2016, 23:50

umusungu hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Ich bin in diesem Punkt also gespalten - einerseits der schöne Gottesdienst, andrerseits die Transsubstantiation. Ich sehe auch keine Lösung für mich, höchstens, dass ich von Zeit zu Zeit die Alte Messe als Gast besuche (ohne Eucharistie).
Die Transsubstantiation ist keine Handlung - ist kein Geschehen, sondern eine philosophische Erklärung des unerklärlichen Geschehens - des Mysteriums.

Ob ich dieses Geschehen mit viel äußerlich Mystischem umgebe oder recht nüchtern als "Abendmalsbericht" verkünde - es bleibt das selbe Geheimnis.
Das "Wie" der eucharistischen Gegenwart des Herrn ist unerklärlich. Ob das Wort "Transsubstantiation" dafür heute hilfreich ist, wage ich zu bezweifeln.
im Gegensatz zu senensis finde ich das nicht als geschwurbel, sondern als sinnen Versuch einer Diskuusion mit einem reformierten. Natürlich glaube ich als Katholik anders, aber wieso nicht so ein gespräch beginnen?

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Niels
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Niels » Dienstag 13. September 2016, 08:37

Amanda hat geschrieben:Lieber Dieter,

danke für die ausführliche Antwort.
Ich persönlich denke, dass die Lösung, welche Du am Ende in Betracht ziehst, für Dich momentan die richtige sein kann:
Ein Besuch der heiligen Messe ohne Teilnahme an der Kommunion.
Letztere ist übrigens auch für Katholiken - wie Du vielleicht weißt - nicht verpflichtend, d.h. nach unserem Verständnis schenkt allein der Besuch der heiligen Messe Gnade, unabhängig davon, ob man die Kommunion empfängt.
Diese Liturgie bewirkt etwas in der Seele.

Ich freue mich über Deinen sehr offenen Bericht! :klatsch: :huhu:
Schließe mich an! :daumen-rauf:
"Übrigens: Wussten Sie schon, dass der Walfisch das kleinste lebende Säugetier sein könnte, wenn er nur nicht so groß wäre?"
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Raphael
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Raphael » Dienstag 13. September 2016, 11:00

Dieter hat geschrieben:Der Gottesdienst in St. Afra beginnt sonntags um 10.30 Uhr.
Wird am nächsten Sonntag, d.h. am 18.9., irgendein Forant des Kreuzganges an nämlichen Gottesdienst in St. Afra teilnehmen? :hmm:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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ad-fontes
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 13. September 2016, 14:19

Raphael hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Der Gottesdienst in St. Afra beginnt sonntags um 10.30 Uhr.
Wird am nächsten Sonntag, d.h. am 18.9., irgendein Forant des Kreuzganges an nämlichen Gottesdienst in St. Afra teilnehmen? :hmm:
Die Institutshomepage wurde kürzlich gehackt und durch eine provisorische ersetzt. Kann man die älteren Inhalte durch die wayback machine abrufen? Mir ist das leider nicht gelungen.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 13. September 2016, 14:23

umusungu hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Ich bin in diesem Punkt also gespalten - einerseits der schöne Gottesdienst, andrerseits die Transsubstantiation. Ich sehe auch keine Lösung für mich, höchstens, dass ich von Zeit zu Zeit die Alte Messe als Gast besuche (ohne Eucharistie).
Die Transsubstantiation ist keine Handlung - ist kein Geschehen, sondern eine philosophische Erklärung des unerklärlichen Geschehens - des Mysteriums.

Ob ich dieses Geschehen mit viel äußerlich Mystischem umgebe oder recht nüchtern als "Abendmalsbericht" verkünde - es bleibt das selbe Geheimnis.
Das "Wie" der eucharistischen Gegenwart des Herrn ist unerklärlich. Ob das Wort "Transsubstantiation" dafür heute hilfreich ist, wage ich zu bezweifeln.
Könnte der Tastatur eines alt-katholischen Priesters entsprungen sein.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Marion » Dienstag 13. September 2016, 14:26

ad-fontes hat geschrieben:Die Institutshomepage wurde kürzlich gehackt und durch eine provisorische ersetzt. Kann man die älteren Inhalte durch die wayback machine abrufen? Mir ist das leider nicht gelungen.
Bei mir funktioniert es:
http://web.archive.org/web/21633251 ... p-neri.de/
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 13. September 2016, 14:36

Marion hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Die Institutshomepage wurde kürzlich gehackt und durch eine provisorische ersetzt. Kann man die älteren Inhalte durch die wayback machine abrufen? Mir ist das leider nicht gelungen.
Bei mir funktioniert es:
http://web.archive.org/web/21633251 ... p-neri.de/
Vergelt's Gott!
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Dieter » Dienstag 13. September 2016, 17:41

Dieter hat geschrieben:Der Gottesdienst in St. Afra beginnt sonntags um 1.3 Uhr.

Zuvor, von 1 - 1.3 Uhr, wird der Rosenkranz gebetet. Die Leitung des Rosenkranzgebetes hat wohl schon seit Jahren eine Nonne, die meines Wissens zum Institut gehört. Sie trägt einen Habit, der mich an Nonnen im 19. Jahrhundert erinnert.

Weiß jemand, ob diese Nonne Mitglied eines Ordens ist oder ob es sich um eine Einzelnonne des Instituts handelt.

Vor einigen Jahren wurde diese Nonne einmal in dem Magazin des Instituts vorgestellt. Ich kann mich aber nicht mehr an Details erinnern.

Jetzt habe ich etwas gefunden:

29
- Der April brachte einen
weiteren Entwicklungsschritt für
das Institut St. Philipp Neri: Die im
Hause lebende „Großstadteremitin“
Schwester Margaretha legte ihr Ver--
sprechen als Oblatin der Familiari-
tas des Instituts ab und erhielt vom
Propst den Schleier als äußeres Zei-
chen des geweihten Lebens.

Meines Wissens ist Schwester Margaretha blind.

http://web.archive.org/web/21641665 ... n_14_3.pdf

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von StefanHRO » Mittwoch 16. November 2016, 02:05

Als nichtgetaufter Nichtkatholik besuche ich seit einiger Zeit, wenn auch unregelmäßig, die Sonntagsmesse in St. Afra. Ich kann sagen, daß dieses Erlebnis etwas mit mir "tut", besser kann ich es nicht beschreiben. Ich habe wieder angefangen, in der Bibel zu lesen und mich mit der christlichen Religion zu beschäftigen. Wer weiß, wo mich das hinführt.

Ich habe auch andere Gottesdienste besucht, aber diese haben mich nicht berührt. Da saß ich drin wie ein ethnologischer Beobachter.

Ich hatte auch ganz und gar nicht den Eindruck von etwas Theatralischem. Im Gegenteil wurde der Priester irgendwie "unwichtiger".

Stefan

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von martin v. tours » Mittwoch 16. November 2016, 20:23

Schöner Beitrag
Ja es tut etwas mit Dir. Ein Grund warum ich auch bei der alten Messe gelandet bin.
Vielleicht erlebt man als "NichtvonGeburt - Katholik" das anders.
Ich glaube, wenn man ernsthaft realisiert hat, das es Gott wirklich gibt und welche Konsequenzen dies auf dein eigenes Leben hat, dann braucht man den "harten Stoff" und nicht mehr den Wellness-Tee des NOM.
Zumindest mir ging es so.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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offertorium
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von offertorium » Donnerstag 17. November 2016, 06:41

martin v. tours hat geschrieben: Ich glaube, wenn man ernsthaft realisiert hat, das es Gott wirklich gibt und welche Konsequenzen dies auf dein eigenes Leben hat, dann braucht man den "harten Stoff" und nicht mehr den Wellness-Tee des NOM.
Ist es nicht eher anders rum? Den harten Stoff in der Äußerlichkeit braucht man doch dann, wenn die Innerlichkeit nicht mehr stark genug ist. Ist der Glaube stark genug, brauche ich keine starke bzw. harte Form. Die wird dann wichtig, wenn ich innerlich schwächele und für mich die Liturgie ein Halt wird.
Dafür spricht auch gerade, dass viele Konvertiten die alte Messe so ansprechend finden. Hier ist junge Glaube noch im Wachsen und sucht seine katholische Form.
Andererseits habe ich auch - unabhängig von der Liturgiefrage - persönlich die Erfahrung gemacht, dass mir in glaubensschwächeren Tagen offenere Gottesdienste mehr gebracht haben, weil sie meiner Form entsprachen und ich besser anknüpfen konnte.

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offertorium
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von offertorium » Donnerstag 17. November 2016, 06:50

StefanHRO hat geschrieben:Als nichtgetaufter Nichtkatholik besuche ich seit einiger Zeit, wenn auch unregelmäßig, die Sonntagsmesse in St. Afra. Ich kann sagen, daß dieses Erlebnis etwas mit mir "tut", besser kann ich es nicht beschreiben. Ich habe wieder angefangen, in der Bibel zu lesen und mich mit der christlichen Religion zu beschäftigen. Wer weiß, wo mich das hinführt. Ich habe auch andere Gottesdienste besucht, aber diese haben mich nicht berührt. Da saß ich drin wie ein ethnologischer Beobachter.
Menschen nehmen die alte Messe oft als viel symbolhafter wahr und viel mehr vom Herzen verstehbar. Zeichen werden deutlicher und gewinnen während der Handlungen des Priesters an Bedeutung. Das ist beim NOM nicht unbedingt sofort möglich. Wenn man einige Zeit im Glauben lebt und sich mit der Liturgie und mit der Messe näher befasst hat, bekommt man aber auch zum NOM einen Zugang. Interessant wäre, inwieweit sich das, was sich da tut, mit der Zeit konkretisiert.

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von HeGe » Donnerstag 17. November 2016, 10:44

offertorium hat geschrieben:Ist es nicht eher anders rum? Den harten Stoff in der Äußerlichkeit braucht man doch dann, wenn die Innerlichkeit nicht mehr stark genug ist. Ist der Glaube stark genug, brauche ich keine starke bzw. harte Form. Die wird dann wichtig, wenn ich innerlich schwächele und für mich die Liturgie ein Halt wird.
Dafür spricht auch gerade, dass viele Konvertiten die alte Messe so ansprechend finden. Hier ist junge Glaube noch im Wachsen und sucht seine katholische Form.
Falls du damit sagen möchtest, dass es Menschen gibt, die ihre inneren Zweifel durch äußere Strenge zu kaschieren versuchen, mag das in Einzelfällen vielleicht zutreffen. Falls du damit aber sagen möchtest, dass alle Menschen, die äußerlich "starke" Formen bevorzugen, in Wirklichkeit nur glaubensschwach sind, ist das, gelinde gesagt, Unsinn.
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Juergen » Donnerstag 17. November 2016, 11:42

offertorium hat geschrieben:…Das ist beim NOM nicht unbedingt sofort möglich. Wenn man einige Zeit im Glauben lebt und sich mit der Liturgie und mit der Messe näher befasst hat, bekommt man aber auch zum NOM einen Zugang…
Mit welcher Messe soll man sich beim NOM denn befassen?
Etwa mit der theoretische Messe, die im Messbuch steht?
Oder mit der konkret gefeierten Messe?

Mit den konkret gefeierten Messen kann man sich doch gar nicht befassen, weil sie jedesmal neu erfunden und zusammengebastelt werden. Man kann sich nicht einmal vor der Messe schon einmal mit den Messtexten befassen, weil der Zelebrant wieder einmal meint, ein Tagesgebet selbst stricken zu müssen oder das Hochgebet an allen möglichen und unmöglichen Stellen abändern zu müssen. Beim NOM kommt man einfach „nicht in Tritt“, weil alle paar Minuten eine „Hallo-Effekt“ eintritt, wenn der Zelebrant etwas Unerwartetes sagt. Ein stilles Mitvollziehen oder Mitbeten von „gleichbleibenden“ Teilen ist unmöglich, da es vielerorts keine gleichbleibenden Teile mehr gibt.

:würg:
Gruß
Jürgen

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von StefanHRO » Donnerstag 17. November 2016, 18:25

Ich kenne mich mit den unterschiedlichen Formen gar nicht so gut sus, muß ich ich gestehen, mir ist nur die Ernsthaftigkeit und Selbstverständlichkeit aufgefallen. Die Predigten sind kurz und verständlich und schweifen nicht ins Moralisieren ab. Aber das sind vielleicht nur Äußerlichkeiten. Ich war auch mal bei den Piusbrüdern, das hat mch nicht berührt.

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von offertorium » Freitag 18. November 2016, 02:52

HeGe hat geschrieben: Falls du damit sagen möchtest, dass es Menschen gibt, die ihre inneren Zweifel durch äußere Strenge zu kaschieren versuchen, mag das in Einzelfällen vielleicht zutreffen.
Kaschieren würde ich gar nicht sagen, das klingt so kalkuliert... eher kann es ein Bedürfnis sein.
Falls du damit aber sagen möchtest, dass alle Menschen, die äußerlich "starke" Formen bevorzugen, in Wirklichkeit nur glaubensschwach sind, ist das, gelinde gesagt, Unsinn.
Das könnte man auch nicht pauschalisieren. Eher geht es darum, dass die Behauptung, jemand mit einem starken Glauben bevorzuge zwangsläufig eine starke Form (wobei die Frage ist, was überhaupt starke Form sein soll) so nicht pauschal haltbar ist.
StefanHRO hat geschrieben:Ich kenne mich mit den unterschiedlichen Formen gar nicht so gut sus, muß ich ich gestehen, mir ist nur die Ernsthaftigkeit und Selbstverständlichkeit aufgefallen.
Ich weiß, was Du meinst. Es gab hier bereits verschiedene Diskussionen dazu. Heutzutage suchen sich Menschen bewusst die Alte Messe aus, deswegen wirkt es ernsthafter. Wenn Du die ordentliche Form der Messe in kleineren Gemeinschaften besuchst, wirst Du ebenfalls diese Ernsthaftigkeit spüren. Man muss aber aufpassen, dass man nicht in die Falle tappt, über die Ernsthaftigkeit der anderen Gläubigen zu urteilen. Das ist immer eine Gefahr bei diesen alte/neue Messe Diskussion.
Die Predigten sind kurz und verständlich und schweifen nicht ins Moralisieren ab. Aber das sind vielleicht nur Äußerlichkeiten.
Ja, St. Afra ist Klasse. Die haben generell einen guten Weg gefunden, ihre Nische in der Kirche zu pflegen.

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Niels » Freitag 18. November 2016, 12:14

Was soll uns dieser Beitrag sagen? :detektiv: :achselzuck:
"Übrigens: Wussten Sie schon, dass der Walfisch das kleinste lebende Säugetier sein könnte, wenn er nur nicht so groß wäre?"
(Loriot)

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Juergen » Freitag 18. November 2016, 12:20

Niels hat geschrieben:Was soll uns dieser Beitrag sagen? :detektiv: :achselzuck:
Vermutlich nix.
Der User redet doch sowieso zu 99% zu Müll.
Gruß
Jürgen

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Niels » Freitag 18. November 2016, 12:22

Juergen hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Was soll uns dieser Beitrag sagen? :detektiv: :achselzuck:
Vermutlich nix.
Der User redet doch sowieso zu 99% zu Müll.
Bitte nicht untertreiben. :motz: :pfeif: :tuete:
"Übrigens: Wussten Sie schon, dass der Walfisch das kleinste lebende Säugetier sein könnte, wenn er nur nicht so groß wäre?"
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von offertorium » Freitag 18. November 2016, 13:06

Juergen hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Was soll uns dieser Beitrag sagen? :detektiv: :achselzuck:
Vermutlich nix.
Der User redet doch sowieso zu 99% zu Müll.
Danke! :) Jede andere Einschätzung von Dir hätte ich als Beleidigung aufgefasst 8)

Und nun Marsch Marsch, such Dir ne Anleitung für den Schott, damit Du nicht wieder die falschen Seiten offen hast, wenn die Texte gelesen werden. :nuckel:

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Niels » Freitag 18. November 2016, 13:08

Das kann jetzt jeder beurteilen, wie er will... Dummes Zeug schreiben und auch noch stolz drauf sein? :hmm:
Merkwürdige "katholische" Welt... :nuckel:
"Übrigens: Wussten Sie schon, dass der Walfisch das kleinste lebende Säugetier sein könnte, wenn er nur nicht so groß wäre?"
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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von offertorium » Freitag 18. November 2016, 13:12

Kein Problem. Wer selbst durch scheinbar dumme Dinge überfordert ist, sollte sich mal Gedanken machen :pfeif:

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Niels » Freitag 18. November 2016, 13:13

Wie meinen? :detektiv:
"Übrigens: Wussten Sie schon, dass der Walfisch das kleinste lebende Säugetier sein könnte, wenn er nur nicht so groß wäre?"
(Loriot)

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von StefanHRO » Freitag 18. November 2016, 22:49

"Ich weiß, was Du meinst. Es gab hier bereits verschiedene Diskussionen dazu. Heutzutage suchen sich Menschen bewusst die Alte Messe aus, deswegen wirkt es ernsthafter. Wenn Du die ordentliche Form der Messe in kleineren Gemeinschaften besuchst, wirst Du ebenfalls diese Ernsthaftigkeit spüren. Man muss aber aufpassen, dass man nicht in die Falle tappt, über die Ernsthaftigkeit der anderen Gläubigen zu urteilen. Das ist immer eine Gefahr bei diesen alte/neue Messe Diskussion."

Also es lag mir völlig fern, die Ernsthaftigkeit der Gläubigen zu beurteilen. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Ich habe nur die Wirkung der Messe auf mich zu beschreiben versucht,

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von ar26 » Freitag 18. November 2016, 23:43

Der Thread und die Diskussion würden gewinnen, wenn man persönliche Animositäten überwinden könnte. Denn das Thema ist spannend und wichtig für eine echte Erneuerung der Kirche.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von offertorium » Sonnabend 19. November 2016, 08:47

StefanHRO hat geschrieben: Also es lag mir völlig fern, die Ernsthaftigkeit der Gläubigen zu beurteilen. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Ich habe nur die Wirkung der Messe auf mich zu beschreiben versucht,
Wollte ich Dir auch nicht unterstellen. War eher ein Hinweis, weil der Grat oft sehr schmal ist.

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von Schwenkelpott » Sonnabend 19. November 2016, 17:00

StefanHRO hat geschrieben:Als nichtgetaufter Nichtkatholik besuche ich seit einiger Zeit, wenn auch unregelmäßig, die Sonntagsmesse in St. Afra. Ich kann sagen, daß dieses Erlebnis etwas mit mir "tut", besser kann ich es nicht beschreiben. Ich habe wieder angefangen, in der Bibel zu lesen und mich mit der christlichen Religion zu beschäftigen. Wer weiß, wo mich das hinführt.
StefanHRO hat geschrieben:[...] muß ich ich gestehen, mir ist nur die Ernsthaftigkeit und Selbstverständlichkeit aufgefallen. Die Predigten sind kurz und verständlich und schweifen nicht ins Moralisieren ab. Aber das sind vielleicht nur Äußerlichkeiten. Ich war auch mal bei den Piusbrüdern, das hat mch nicht berührt.
Was war bei der FSSPX anders als in St. Afra?
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
H. Bone, Cantate! 1847

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von StefanHRO » Sonnabend 19. November 2016, 17:44

Schwer zu sagen. Die Predigten bei St. Pius X fand ich sehr naiv, aber vielleicht hab ichs auch nur nicht verstanden. Die Musik in St. Afra ist viel besser. Auf die Kirchenlieder könnte ich auch dort verzichten.

Alles in allem ist das für mich schwer einzuordnen, ich gehe ja auch nicht als Theaterkritiker hin.

Gruß Stefan

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Re: Tridentinische Messe in Berlin

Beitrag von martin v. tours » Sonnabend 19. November 2016, 18:11

Bei einer alten Messe, sollte der Zelebrant eigentlich keine Rolle spielen. Bei der Predigt merkt man schon öfter, das manche mehr Talent dazu haben manche weniger.
Ob das jetzt bei Pius oder Petrus oder sonst einer Gemeinde ist sehe ich eher als Zufall.
Gute Musik ist sicher ein schönes Erlebnis, aber ich sehe es, so wie Du, ich bin nicht als Theaterkritiker dort.
In unserer Gemeinde ist der Gesang auch eher mittelmässig (höflich ausgedrückt), aber ich denke mir dann immer: Der liebe Gott hört sicher mit dem Herzen, nicht mit den Ohren. ;)
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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