Die Zukunft

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
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ottaviani
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Die Zukunft

Beitrag von ottaviani » Sonntag 29. April 2012, 13:41

Ausgehend von diesem Video
http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... LeomOG3bN8
würde ich mich hier gerne über die Zukunfts aussichten unterhalten die Tradis egal welcher <richtung in unserer Gesellschaft haben da die Gesellschaft sich rasend schnell verändert und immer weiter weg von dem was bis vor wenigen Jahrzehnten als das allgemein christliche Ideal galt
es gibt die einen die überall Verschwörungen sehen die annderen die Amishhaft sonder Gemeinschaften bilden die die "kompromisse" machen also jene die man nie in einer traditionellen Messe vermuten würde und die außer dem Sakramebntemempfang auch nix mit der Tradi Szene zu tun haben
und die mit dem burberry Jackerl falln mir noch ein die sich Aristokratisch geben oder sind
Wie schaut eurer Meinung die Zukunft aus für Laien Familien ect ich mach jetzt hier bewußt nicht den Untterschied zwischen FSSPX und den andern sonder ebem allgemein den die sog "weltl. Realität" entfernt sich immer mehr von der "Glaubens Realität"

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Senensis
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Re: Die Zukunft

Beitrag von Senensis » Sonntag 29. April 2012, 14:47

Berechtigte Fragen bzw. Überlegungen. Vermutlich gibt es keine allgemeingültige Antwort... Ich persönlich versuche, sie in der "Mitte" zu suchen. Das heißt, moderner Lebensstil, aber möglichst keine moralischen Kompromisse. Schon moderne Musik, aber mit Maß und Vernunft. Schon moderne Filme, aber keine versauten Sachen. Wer einen wirklich kompromißlosen Weg gehen will, wird vermutlich doch in ein Tradikloster gehen müssen, bzw. seine Kinder auf ein entsprechendes Internat geben... In der Welt ist es immer so eine Sache. Man kann sich gegen die moderne Kultur, so gottlos sie oft scheint, nicht völlig verschließen, und man muß das auch nicht. Es gibt einiges, was Gutes und Wahres in sich trägt. Im Prinzip sind das Fragen, die jeden Christen betreffen, der es ernst meint - nicht nur die Tradis.
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Bernado
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Re: Die Zukunft

Beitrag von Bernado » Sonntag 29. April 2012, 15:10

Senensis hat geschrieben:Berechtigte Fragen bzw. Überlegungen. Vermutlich gibt es keine allgemeingültige Antwort... Ich persönlich versuche, sie in der "Mitte" zu suchen. Das heißt, moderner Lebensstil, aber möglichst keine moralischen Kompromisse. Schon moderne Musik, aber mit Maß und Vernunft. Schon moderne Filme, aber keine versauten Sachen. Wer einen wirklich kompromißlosen Weg gehen will, wird vermutlich doch in ein Tradikloster gehen müssen, bzw. seine Kinder auf ein entsprechendes Internat geben... In der Welt ist es immer so eine Sache. Man kann sich gegen die moderne Kultur, so gottlos sie oft scheint, nicht völlig verschließen, und man muß das auch nicht. Es gibt einiges, was Gutes und Wahres in sich trägt. Im Prinzip sind das Fragen, die jeden Christen betreffen, der es ernst meint - nicht nur die Tradis.
Die Empfehlung eines mittleren Weges ist im Prinzip sicher nicht falsch - die Frage ist, ob die Gesellschaft es hinnehmen wird, daß Teile des Menschenmaterials der Umwandlung in Humankapital widerstehen und sich dem Weg in das leuchtende Morgenrot der aufgeklärten Zukunft nicht aus vollem Herzen anschließen.

Totalitärte Tendenzen machen sich in der Gesellschaft der Bundesrepublik immer stärker geltend - dazu braucht man keine Schlumpfungen. In der FAS von heute forder Hannelore Kraft von NRW erstmals in einer Form, wie ich das aus dem "anständigen" Parteienbereich noch nicht gehört habe, die Enteignung der Kinder im Interesse der Volksgemeinschaft:
FAS hat geschrieben:Kraft sagte der F.A.S., die SPD sei sich mit der CDU bisher darin einig gewesen, dass Bildung in der Kita beginnen müsse. „Dann müssen wir auch sicherstellen, dass alle Kinder da sind.“ Es sei „vollkommen unsinnig“, eine „Prämie“ dafür zu zahlen, dass Kinder öffentliche Betreuung der Kita fernblieben. „Es würde auch keiner auf die Idee kommen, jemandem einen Bonus zu zahlen, der nicht ins Museum geht.“ Überdies würde sich jeder Kitaplatz volkswirtschaftlich lohnen, weil Mütter dann erwerbstätig sein und Steuern und Sozialleistungen zahlen könnten, anstatt Transferleistungen zu beziehen.
Cem Özdedmir setzt einen drauf, wenn er fordert
eine allgemeine „Kitapflicht sachlich zu diskutieren“. Die Herausforderungen an Erziehung seien heutzutage anders als vor vierzig Jahren. Allerdings sei für eine Diskussion über die Kitapflicht noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen. Zunächst müssten Kitaplätze geschaffen werden, zumal da sich bei einer Verpflichtung die Frage der Finanzierung stellen würde. „Eine durchgehend kostenfreie Kita ohne soziale Staffelung der Kosten fände ich falsch“, sagte Özdemir.
D.h.: Wer nach Ansicht der neo-totalitären Sozialisten mehr Geld hat, als ihm zusteht, soll für die zwangsweise Enteignung der Kinder auch noch zahlen.

Die Zukunft, die hier projektiert wird, hat jedenfalls mit Elternrecht, Weitergabe von Idealen und Kompetenzen in der Familie und individueller Lebensgestaltung nichts am Hut. Und mit dem Christentum sowieso nicht. Ein Verbot der Kindertaufe wäre als Ausfluß pervertierter Freiheitsvorstellungen durchaus denkbar; die Abdrängung einer katholischen Restkirche, die entgegen einem zeitgemäßen Gleichstellungsgesetz an der Unmöglichkeit der
Frauenordination festhält, ebenfalls. Das wird ja alles schon diskutiert und arbeitet sich allmählich zur Mehrheitsfähigkeit vor.

Das wird natürlich morgen und übermorgen noch nicht so heiß serviert wie es jetzt gekocht wird - aber die Tendenz ist unverkennbar, und plötzliche Wendungen im Sinne einer Verschärfung sind eher wahrscheinlich als ausgeschlossen.

Man wird sich also darauf einstellen müssen, daß Christen, die es ernst meinen, in eine Ghettosituation gedrängt werden - und ich bin nicht sicher, daß sie dabei von der Mehrheit der deutschen Bischöfe begleitet und getröstet werden. Dann wird es eine große Herausforderung sein, der "Amishisierung" zu widerstehen. Soll heißen: Die scheinbare Fundamentalopposition der Amishe ist in gewisser Weise genauso domestiziert und fremdenvekehrsförderlich wie der Jennerwein-Kult mancher Trachtenvereine.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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ottaviani
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Re: Die Zukunft

Beitrag von ottaviani » Sonntag 29. April 2012, 15:14

Es geht mir nicht um Lösungen sondern einfach um überlegungen

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Senensis
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Re: Die Zukunft

Beitrag von Senensis » Sonntag 29. April 2012, 15:19

Ja, sicher.... Wenn ich heute Prozessionen sehe, die bei uns im großen Stil durch die Innenstadt ziehen, frage ich mich immer: Wie lange wird es das noch geben? Wir werden ja jetzt schon angepöbelt. (Demnächst wird man es vielleicht kirchlicherseits für unpassend erachten und von selbst abschaffen.) Der aufmerksame Beobachter riecht es schon - den Sturm, der anscheinend aufzieht.
Sicher, es wird nicht mehr so wie im Dritten Reich. Die Waffen sind jetzt andere. Aber etwas ist immer gleich. Wenn ich Berichte aus der Zeit des Dritten Reiches lese, denke ich: Puh - das war eine harte Zeit. Und doch, irgendwie ging es. Irgendwie geht es immer weiter. Deswegen überlasse ich die Zukunft Gott und schaue, daß ich in der Gegenwart das tue, was mein Auftrag ist.
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Re: Die Zukunft

Beitrag von ar26 » Sonntag 29. April 2012, 17:56

Ich sitze gerade am Laptop und schau nach links, wo meine kleine Tochter auf ihrem Kissen und Decken liegt, ihre Spielzeuge durch die Mangel nimmt, mich hin und wieder anlächelt und mit ihren Beinchen strampelt. Klar ist mir seit langem, daß dies die größte Herausforderung ist. Ohne familiäre Verantwortung würde ich mir auch als Tradi praktisch kaum Gedanken über die von Ottaviani angesprochenen Aspekte machen, aber ganz zurecht hat Bernado auf den Beitrag auf der heutigen F.A.S. verwiesen.

Das moderne Denken kann Ketzereien nicht ertragen, daher sollten diese am Besten schon bei Kleinkindern ganz subtil ausgemerzt werden, komme was wolle. Als Bolschewik darf man dann auch - was einem "Christ"demokraten noch verwehrt ist - Forderungen nach staatlicher Pflichterziehung erheben, selbst wenn die Eltern (wie wir deo gratias zumindest derzeit) aus ökonomischen Gründen dessen nicht einmal "bedürften".

Wichtig ist daher, Schutzräume zu bauen, in welche die verderbliche Weltanschauung nicht eindringen kann. Den Begriff Amishisierung finde ich hierfür unpassend, weil es nicht darum geht, sich betont unmodern zu geben. Auch und gerade Traditionalisten können in ihren Familien eine intellektuelle ggf. akademische Sphäre schaffen, die vielen vulgären Argumenten der Zeit derzeit problemlos widerstehen kann. Der Verzicht auf moderne Kultur, die zumeist einfach nur dumm ist, kann so gerade auch gegenüber Kindern, denen man die Liebe zu Büchern, klassischer Musik, Fremdsprachen usw. anerzogen hat, mE recht gut gerechtfertigt werden. In der ökonomischen Welt kommt dies teilweise auch nicht schlecht an. Mein Chef findet es durchaus ansprechend, daß wir keinen TV haben, er hat nämlich selbst aus Überzeugung auch keinen.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Bernado
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Re: Die Zukunft

Beitrag von Bernado » Sonntag 29. April 2012, 18:35

ar26 hat geschrieben:Den Begriff Amishisierung finde ich hierfür unpassend, weil es nicht darum geht, sich betont unmodern zu geben.
Nur damit es kein Mißverständnis gibt: Ich bin gegen "Amishisierung", gegen den betont unmodernen Habitus. Auch in dem Übrigen stimme ich weitgehend zu.
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Re: Die Zukunft

Beitrag von lifestylekatholik » Montag 30. April 2012, 09:23

Mein Senf zum Thema:

Wenn ich es richtig sehe, war die Kirche, bis sie im späten Römerreich Staatskirche wurde, immer Minderheit in der Gesellschaft und auch immer Anfeindungen ausgesetzt. Das ist ja heutzutage wieder mehr oder weniger der Fall: Die Mehrheit der Menschen in der (west-)europäischen Gesellschaft, vor allem auch die Meinung setzende Macht, widerspricht den Lehrsätzen der Kirche. Dieses Phänomen wird sich in den kommenden Jahrzehnten wohl noch verstärken, allein schon deshalb, weil die Jüngeren zu großen Teilen bereits entfremdet von der Kirche aufwachsen bzw. schon aufgewachsen sind.

Was heute noch an Kirchlichkeit in der Öffentlichkeit sichtbar ist, ist zum großen Teil nur noch Kulisse, Potemkinsche Dörfer, sinnleer, hohl und morsch, überkommene Hülle und wird wohl in absehbarer Zeit in sich zusammenfallen, zerrieseln. Das betrifft wohl hauptsächlich traditionell katholische Landstriche.

Kirche ist in Europa dadurch zunehmend wieder eine »Gegenkultur«. Nachwachsende Generationen werden sich aber nicht in dieser »Gegenkultur« abkapseln lassen, sonden immer auch in der Mainstreamkultur stehen. Aufgabe der Kirche ist also hierzulande, die Verlogenheit dieser Mainstreamkultur aufzudecken und die Gläubigen gegen deren Verführungen und Verlockungen zu immunisieren (was in vielen Fällen nicht gelingen wird) – auch dadurch, dass sie Freiräume, Rückzugsräume von der Mainstreamkultur schafft, in denen eine kontinuierliche Einübung in das Katholische möglich ist, aber in der die Gläubigen eben nicht auf ewig eingekapselt werden.

Insofern ist eine generelle »Amishisierung« wohl nicht möglich, aber »amishartige« Rückzugsräume, »katholische Oasen«, widerständige Zellen, wird es dennoch geben müssen, an die sich die einzelnen gläubigen Familien und die gläubigen Individuen anbinden können.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Die Zukunft

Beitrag von taddeo » Montag 30. April 2012, 09:30

Eine sehr treffende Analyse! :daumen-rauf:
Es steht nur zu befürchten, daß die derzeitige "Amtskirche" kaum in der Lage sein wird (und vielleicht nicht einmal willens), "katholische Oasen" zu bewässern, die diesen Namen verdienen. Nach Jahrzehnten der Anpassung bis hin zur Anbiederung an Staat und Gesellschaft wird es schwerfallen, sich als "Gegenkultur" zu verstehen und zu positionieren.

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Re: Die Zukunft

Beitrag von Peti » Montag 30. April 2012, 10:00

Zu diesem Thema hab ich mich Anfang der siebziger Jahre öfters mit P.Mederlet OFM unterhalten. Ein Vortrag von ihm hat mich damals sehr beeindruckt:


"Ich habe in den Jahren der Verwirrung nachgedacht und in der Schrift und den Kirchenvätern geforscht und kam zu der Erkenntnis,
dass der Sturm die normale Situation in der Kirche ist.
Was wir vorher erlebt hatten, war nur eine Windstille innerhalb der Kirche.
Und diese Windstille hatten wir der Reformation zu verdanken. Die Kirche war aufgerüttelt worden und hat durch das Konzil von Trient eine umfassende und durchgreifende Erneuerung durchgeführt, die von zahlreichen und bedeutenden Heiligen, Männern und Frauen, in das Volk, in die Klöster, in die Schulen und in das ganze hierarchische Priestertum getragen wurde.
Es war eine Zeit des bewahrenden Wachstums und der Festigung, aber auch der Verfestigung. Im Bestreben, einen erneuten Zerfall unmöglich zu machen, hatten die Verantwortlichen der Kirche immer mehr Vorschriften und Strafen aufgestellt.
Solange diesen gegenüber wenigstens ein äußerer Gehorsam bestand, lebte das gutgewillte, gläubige Volk in vertrauensvoller Ruhe und Sicherheit.
Aber hinter dem äußeren Gehorsam war der innere in vielen Kreisen zerfallen.
Und als das Zweite Vatikanum die äußere Zucht lockerte und auf die vom Heiligen Geist gewirkte Freiheit als Eigenschaft des Glaubensgehorsams neu hinwies, benutzten dies die vorher unterdrückten rebellischen Tendenzen zum Durchbruch innerhalb der Kirche.
Es kam dazu eine weitgestreute, die öffentliche Meinung beschlagnahmende Einschüchterung, jeden autoritären Eingreifens; eine massive Einschüchterung, die unsere Bischöfe noch nicht überwunden haben.
So ging die Zeit der Windstille zu Ende, und die Kirche ist erneut in den Sturm geraten.
Nun wollen die einen sie retten durch Strukturveränderungen; andere erwarten vom Papst und den Bischöfen, das ganze Rad der Entwicklung zurückzudrehen, und viele verkünden die baldige Wiederkunft Christi, da alles in der Kirche und in der Welt zum Untergang reif sei. Wieder andere wollen in einem Optimismus alle Schwierigkeiten nur als einen Durchgang zu einer besseren Zukunft sehen.
Jesus aber hat seine Jünger geschult, sehr klar die Gefahren zu sehen und sie zu bestehen in seiner Kraft.
Denken wir nach über den Sturm auf dem See Genesareth.
Darin ist eine Deutung der Kirche gegeben.
Warum hat eigentlich Jesus sie daraufhin Kleingläubige genannt?
Sie haben ja geglaubt, dass er Wunder wirken kann und haben Ihn deshalb geweckt.
Offenbar hatte Jesus erwartet, dass sie Ihn schlafen lassen, und so bedeutet Seine Rüge: Bleibt doch im Sturm!
Ich bin ja da!
Die Erwartung, dass ich die Ruhe wieder herstelle durch ein Wunder ist ein zu kleiner Glaube.
Ihr sollt glauben, dass, wenn ich mit euch im Schiff bin, dieses nicht untergeht, auch wenn der Sturm es mit Wasser füllt und ihr bis ans Ende der Welt gegen den Wind zu rudern habt.
Zu diesem größeren Glauben müssen wir uns heute durchringen."
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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Bernado
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Re: Die Zukunft

Beitrag von Bernado » Dienstag 1. Mai 2012, 23:14

Ein Blick in die Zukunft in den USA:

Der Bischof von Peoria, Daniel Jenky, hat die Bestrebungen der Obama-Regierung zur Einführung der Pflichtzahlungen für eine Abtreibungsversicherung und andere Maßnahmen zur Untergrabung der Religionsfreiheit mit dem Totalitarismus Hitlers und Stalins verglichen. http://www.lifesitenews.com/news/irs-fa ... ts-pro-lif

Jetzt hat er die Finanzbehörde wegen "unzulässiger Einmischung in den Wahlkampf" am Hals. Der Mechanismus ist der, daß die religiösen Körperschaften in den USA einen prekären "Gemeinnützigkeitsstatus" haben, bei dessen Verlust sie heftig steuerpflichtig werden. Und immer öfter versuchen politische Kräfte auf allen Ebenen, Religionsgemeinschaften zu Wohlverhalten zu zwingen, indem sie versuchen, ihnen diesen Status aberkennen zu lassen. Damit hat der Staat bzw. die Politik in den USA ein ähnliches Machtmittel in der Hand wie hier mit der Kirchensteuer.

Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, daß der Staat sich hier dieses Machtmittels noch zusätzlich zur Kirchensteuer bedient.
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Paul
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Re: Die Zukunft

Beitrag von Paul » Donnerstag 3. Mai 2012, 20:56

Die Frage über die Zukunft ist eine sehr spannende, und eine höchst spekulative noch dazu. Ich denke, nominal wird die kath. Kirche in Deutschland noch deutlich schrumpfen. Es sind aber nur die Taufscheinchristen, die wegfallen. Ein Opus-Dei-Priester sagte einmal, dass es heute in Deutschland nur noch etwa 100.000 Katholiken gibt, die alles glauben, was die Kirche lehrt, regelmäßig die Sakramente empfangen, sonntäglich in den Gottesdienst gehen und das Evangelium leben. Ich halte das für realistisch. Ich denke, weiter wird diese Zahl nicht mehr schrumpfen. Dieser harte Kern sollte bestehen bleiben, zumal dieser harte Kern nach wie vor kinderreiche Familien hervorbringt.

Das macht uns aber bei ca. 90 Mio. Einwohner in der Bundesrepublik zu Diaspora-Christen. Ich könnte mir vorstellen, dass eines Tages es sozusagen Hauskirchen gibt, wo sich ein bis zwei Familien zusammenschließen und der Priester von Hauskirche zu Hauskirche reist, um die Sakramente zu spenden. In diesen Hauskirchen wird der Glaubensunterricht erteilt. Die "Lehrenden" werden Laien sein, die von den wenigen Priestern und Bischöfen, die den Glauben noch bewahrt haben, durch Fernkatechese gebildet werden.

Was die Kirche betrifft, wird es vermutlich wieder so einfach und überschaubar werden, wie in den ersten Zeiten der Urkirche. Machen wir das beste daraus.
Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen (Gal 6,2).

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Re: Die Zukunft

Beitrag von Bernado » Donnerstag 3. Mai 2012, 20:58

Paul hat geschrieben:Was die Kirche betrifft, wird es vermutlich wieder so einfach und überschaubar werden, wie in den ersten Zeiten der Urkirche. Machen wir das beste daraus.
Daß Du Dich da mit Einfachheit und Überschaubarkeit nicht täuschst. Beides war nie der Fall.
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Re: Die Zukunft

Beitrag von Pit » Donnerstag 3. Mai 2012, 21:25

Bernado hat geschrieben:
Paul hat geschrieben:Was die Kirche betrifft, wird es vermutlich wieder so einfach und überschaubar werden, wie in den ersten Zeiten der Urkirche. Machen wir das beste daraus.
Daß Du Dich da mit Einfachheit und Überschaubarkeit nicht täuschst. Beides war nie der Fall.
Da gebe ich Dir Recht,Bernado, denn wäre es einfach gewesen, wäre das Apostelkonzil überflüssig gewesen.
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Re: Die Zukunft

Beitrag von Paul » Donnerstag 3. Mai 2012, 21:49

Mit Einfachheit meinte ich die Lebensweise und mit Überschaubarkeit die Zahl der Christen. Man wird wohl nicht mehr hl. Messen in vollen Basiliken oder schönen Barockkirchen feiern, sondern in einfachen, schlichten Wohnungen und Häusern. Ist ja jetzt vielfach schon der Fall.
Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen (Gal 6,2).

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Re: Die Zukunft

Beitrag von Linus » Freitag 4. Mai 2012, 10:06

Bernado hat geschrieben:
Paul hat geschrieben:Was die Kirche betrifft, wird es vermutlich wieder so einfach und überschaubar werden, wie in den ersten Zeiten der Urkirche. Machen wir das beste daraus.
Daß Du Dich da mit Einfachheit und Überschaubarkeit nicht täuschst. Beides war nie der Fall.
In Wien bereitet man sich darauf vor: in der Ausgabe 1/212 von "geist.voll spirituell orientierend praktisch" Hg. vom Pastoralamt steht das Thema "Minderheit werden" zur Diskussion.

http://www.pastoralamt.info/index.php?id=336
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Re: Die Zukunft

Beitrag von Niels » Freitag 4. Mai 2012, 10:15

Linus hat geschrieben:
Bernado hat geschrieben:
Paul hat geschrieben:Was die Kirche betrifft, wird es vermutlich wieder so einfach und überschaubar werden, wie in den ersten Zeiten der Urkirche. Machen wir das beste daraus.
Daß Du Dich da mit Einfachheit und Überschaubarkeit nicht täuschst. Beides war nie der Fall.
In Wien bereitet man sich darauf vor: in der Ausgabe 1/212 von "geist.voll spirituell orientierend praktisch" Hg. vom Pastoralamt steht das Thema "Minderheit werden" zur Diskussion.

http://www.pastoralamt.info/index.php?id=336
Dann müssen ja die verba testamenti womöglich (schon wieder) geändert werden in: "für wenige"...
:narr:
Surrexit Christus spes mea

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