Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
heiliger_raphael
Beiträge: 775
Registriert: Dienstag 18. März 2014, 22:16
Wohnort: Urlaub

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von heiliger_raphael »

Ohne Menschen, die in Hoffnung so eine Sache vorantreiben, könnte die Bank auf ihrem Geld Blumen pflanzen :)

CIC_Fan

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von CIC_Fan »

das ist schon klar ich sagte das ja auch nur weil ich die fromm naiven zur genüge kenne ;D

Benutzeravatar
Alte Messe im Norden
Beiträge: 32
Registriert: Freitag 26. April 2013, 10:17
Kontaktdaten:

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von Alte Messe im Norden »

P. Dr. Jatzkowski scheint (nach meinen Informationen) das Institut verlassen zu haben.
Er wird auch nicht mehr als Rektor des Hausstudiums geführt.
Wer hat nähere Informationen?

Wie schade! Es hatte doch zuletzt den Eindruck, daß es mit dem Institut vorangeht ... :(

CIC_Fan

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von CIC_Fan »

Warum wundert mich das nicht?

Benutzeravatar
Alte Messe im Norden
Beiträge: 32
Registriert: Freitag 26. April 2013, 10:17
Kontaktdaten:

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von Alte Messe im Norden »

Ja - es soll wohl Unstimmigkeiten zwischen Propst G. und P. Dr. J. gegeben haben ...
Das überrascht (leider) wirklich nicht ...

Ich schätze P. Jatzkowski.
Für ihn wäre es nun nicht einfach.
Welcher Ordinarius nimmt ihn nun auf (ich gehe mal davon aus, daß P. J. im Institut bislang inkardiniert ist)?

CIC_Fan

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von CIC_Fan »

wie ich soeben erfahren habe ist die Sache etwas komplizierter in Rom ist ein Rekurs anhängig in zeiten wie diesen könnte das noch sehr problematisch werden

SabasMarSaba
Beiträge: 5
Registriert: Mittwoch 20. Juni 2012, 15:43

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von SabasMarSaba »

Ist schon etwas her.
Wer will sich da noch wundern?
Pro. Gö. ist ein schwieriger Char. Keiner darf schlauer sein als er.
Und dann noch das undurchsichtige Finanzgebahren.

Dr. J. lebt jetzt in Bayern. Und er hat schon einen tollen Job in Aussicht, der ihm und anderen noch viel Kopfzerbrechen bereiten wird. - Das mit einem Ordinarius bzw. einer von einem Bischof od. v. Rom anerkannten Gemeinschaft ist liegt noch völlig brach.

Benutzeravatar
mensch
Beiträge: 480
Registriert: Montag 20. Oktober 2014, 13:20

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von mensch »

Das ist sehr schade. Pater J. und den Probst durfte ich Anfang des Jahres kennenlernen und fand beide sehr schätzenswert. Warten wir auf offizielle Erklärungen, schmutzige Wäsche sollten wir vorher nicht waschen.

Robert Weemeyer
Beiträge: 282
Registriert: Dienstag 26. Februar 2013, 22:38

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von Robert Weemeyer »

CIC-Fan, was für ein Rekurs soll das sein?

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von cantus planus »

Mü. w. jetzt jed. Beitr. abkürz.? :motz:
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 19103
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von taddeo »

cantus planus hat geschrieben:Mü. w. jetzt jed. Beitr. abkürz.? :motz:
Neg.

Salmantizenser
Beiträge: 452
Registriert: Sonntag 14. Oktober 2012, 19:17
Wohnort: Exil-Limburger
Kontaktdaten:

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von Salmantizenser »

SabasMarSaba hat geschrieben:Dr. J. lebt jetzt in Bayern. Und er hat schon einen tollen Job in Aussicht, der ihm und anderen noch viel Kopfzerbrechen bereiten wird. - Das mit einem Ordinarius bzw. einer von einem Bischof od. v. Rom anerkannten Gemeinschaft ist liegt noch völlig brach.
Aus diesen Sätzen werde ich nicht so recht schlau. Er hat einen "Job in Aussicht", den Du wohl näher kennen musst, wenn Du schreibst, dass er Kopfzerbrechen bereiten wird? Aber dann muss doch auch bekannt sein, ob diese Gemeinschaft von der Kirche anerkannt ist?

CIC_Fan

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von CIC_Fan »

Robert Weemeyer hat geschrieben:CIC-Fan, was für ein Rekurs soll das sein?
der gute Pater hat gegen seine Abberufung als Rektor des Hausstudiums bei der Kleruskongregation Rekus eingelegt und es wird auch Beschwerde gegen Hw Goesche bei der Kommission ED geführt

Fragesteller
Beiträge: 1691
Registriert: Freitag 18. Mai 2012, 10:41

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von Fragesteller »

Salmantizenser hat geschrieben:
SabasMarSaba hat geschrieben:Dr. J. lebt jetzt in Bayern. Und er hat schon einen tollen Job in Aussicht, der ihm und anderen noch viel Kopfzerbrechen bereiten wird. - Das mit einem Ordinarius bzw. einer von einem Bischof od. v. Rom anerkannten Gemeinschaft ist liegt noch völlig brach.
Aus diesen Sätzen werde ich nicht so recht schlau. Er hat einen "Job in Aussicht", den Du wohl näher kennen musst, wenn Du schreibst, dass er Kopfzerbrechen bereiten wird? Aber dann muss doch auch bekannt sein, ob diese Gemeinschaft von der Kirche anerkannt ist?
Job und Inkardination müssen nicht notwendig beim selben Chef sein, oder? -- Aber im Grunde gehören diese ganzen Interna nicht hierher, und vllt. sollte mal ein Moderator hier löschend eingreifen.

CIC_Fan

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von CIC_Fan »

ich finde durchaus das man die Problematik hier thematisieren kann

azs
Beiträge: 516
Registriert: Mittwoch 2. Juli 2008, 18:16

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von azs »

Es ist wirklich zum Heulen dass so eine katholische Oase mitten in Berlin, mit so einer wunderbaren Lage und - ohne Frage - wunderbarer Liturgie und Mut zur Hauptstadt immer und immer und immer wieder durch diese persönlichen Querelen am Wachstum gehindert wird. Wie viele Kandidaten sind in den letzten Jahren schon gekommen und gegangen? An die 15? 20? Das Institut könnte sich längst in einer fruchtbaren Blüte befinden. Und immer wieder wird dann verkündet: "der und der hat das Institut verlassen", "der und der hat sich entschieden zu gehen". Fast schon eine Selbstverständlichkeit, über die kaum mehr jemand wundert. Und immer wieder fällt ein und derselbe Name. Schade und Traurig!
ad te suspiramus in hac lacrimarum valle

gc-148
Beiträge: 903
Registriert: Montag 24. März 2014, 22:10

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von gc-148 »

Wenn Institute zur Selbstdarstellung und eitlen Selbstverwirklichung gegründet werden, kein Wunder!

http://www.cyclopaedia.de/wiki/Gerald-Goesche

Dieses Institut hat keinerlei Zukunft ... aber sehr vielen gutmeinenden Menschen sehr viel Geld gekostet.

Benutzeravatar
mensch
Beiträge: 480
Registriert: Montag 20. Oktober 2014, 13:20

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von mensch »

gc-148 hat geschrieben: Dieses Institut hat keinerlei Zukunft ... aber sehr vielen gutmeinenden Menschen sehr viel Geld gekostet.
Statt solchen Prognosen empfehle ich dafür zu beten, dass es in jeder Hinsicht eine Zukunft bekommt.

gc-148
Beiträge: 903
Registriert: Montag 24. März 2014, 22:10

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von gc-148 »

Ich wüßte nicht warum........

Benutzeravatar
lifestylekatholik
Beiträge: 8702
Registriert: Montag 6. Oktober 2008, 23:29

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von lifestylekatholik »

azs hat geschrieben:Es ist wirklich zum Heulen dass so eine katholische Oase mitten in Berlin, mit so einer wunderbaren Lage und - ohne Frage - wunderbarer Liturgie und Mut zur Hauptstadt immer und immer und immer wieder durch diese persönlichen Querelen am Wachstum gehindert wird. Wie viele Kandidaten sind in den letzten Jahren schon gekommen und gegangen? An die 15? 20? Das Institut könnte sich längst in einer fruchtbaren Blüte befinden. Und immer wieder wird dann verkündet: "der und der hat das Institut verlassen", "der und der hat sich entschieden zu gehen". Fast schon eine Selbstverständlichkeit, über die kaum mehr jemand wundert. Und immer wieder fällt ein und derselbe Name. Schade und Traurig!
Na ja, ich kenne das Institut nun ja schon seit fast zehn Jahren und auch so ziemlich alle, die irgendwann mal beteiligt waren und die heute beteiligt sind, manche mehr, manche weniger. In den allermeisten Fällen bin ich eher froh darüber, dass es zu einer Trennung kam, wenn klar war, dass jemand ein anderes Institut wollte als das, was das Ziel des Propstes ist. Denn es ist nun einmal genau dieses Ziel, was es für diese Stadt und für die "Neuevangelisierung" in dieser Gesellschaft so wundervoll passend macht - jedenfalls meiner Meinung nach.

Das Problem sehe ich eher andersherum: Der Propst hofft meist zu lange, dass die Leutchen doch noch seine Vision zumindest verstehen und kein 50er-Jahre-Reenactment oder einen katholischen Bunker oder sonstwas wollen. Wenn das Institut größer wäre, könnte man auch ein oder zwei "faule Eier" mitnehmen, aber so klein, wie es ist, müssen eben alle Beteiligten an einem Strang ziehen, sonst geht es nicht.

Kurz: Es hat mich immer wieder überrascht, wie wenige der Leutchen, die sich hier vorstellen, zum Charisma des Instituts passen. Alte Messe allein ist eben noch nicht alles.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 19103
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von taddeo »

lifestylekatholik hat geschrieben:Alte Messe allein ist eben noch nicht alles.
Das ist ein sehr richtiger und wichtiger Satz, der aber vermutlich auf alle Leute zutreffen dürfte, die heutzutage meinen, allein mit dem regelmäßigen oder ausschließlichen Besuch der "alten Messe" ihre traditionelle bis traditionalistische Gläubigkeit begründen zu können. Daß zur Liturgie ein geschlossenes Gesamtsystem von Theologie, Spiritualität, Kirchenrecht, und auch hierarchischer Einordnung gehört, wird meist ignoriert. Und dieses System fehlt der "alten Messe" heute völlig, da kann man sagen, was man will. Daran konnte auch Summorum Pontificum nichts ändern, und das ist der Hauptgrund für seine weitgehende Wirkungslosigkeit.

Benutzeravatar
Gallus
Beiträge: 3424
Registriert: Montag 27. Dezember 2010, 11:13
Wohnort: Erzbistum Köln

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von Gallus »

gc-148 hat geschrieben:Ich wüßte nicht warum........
Erstaunlich, dass Sie [...] Ihr eigenes Spiegelbild noch ertragen.
Zuletzt geändert von Hubertus am Montag 1. Dezember 2014, 20:42, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beleidigung nach Beanstandung entfernt.

Benutzeravatar
ar26
Beiträge: 3108
Registriert: Sonntag 19. November 2006, 10:46
Wohnort: Kurfürstentum Sachsen

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von ar26 »

taddeo hat geschrieben:Das ist ein sehr richtiger und wichtiger Satz, der aber vermutlich auf alle Leute zutreffen dürfte, die heutzutage meinen, allein mit dem regelmäßigen oder ausschließlichen Besuch der "alten Messe" ihre traditionelle bis traditionalistische Gläubigkeit begründen zu können. Daß zur Liturgie ein geschlossenes Gesamtsystem von Theologie, Spiritualität, Kirchenrecht, und auch hierarchischer Einordnung gehört, wird meist ignoriert. Und dieses System fehlt der "alten Messe" heute völlig, da kann man sagen, was man will. Daran konnte auch Summorum Pontificum nichts ändern, und das ist der Hauptgrund für seine weitgehende Wirkungslosigkeit.
Alles richtig! Aber, wo bitte - alte Liturgie hin oder her - kann man als in der Welt stehender Katholik, beruflich und familiär stark gefordert, in ein solches Gesamtsystem hinein finden? In der örtlichen Pfarrgemeinde in aller Regel nicht, bzw. nicht in ein Gesamtsystem über welches wir hier sprechen. Bei mir war das Auffinden der alten Liturgie zumindest der Beginn der Findung, die freilich längst nicht abgeschlossen ist. Im Prinzip ist ein solches Institut genau das Richtige, um in ein solches Gesamtsystem hinein zu finden, eben weil es neben der Liturgie zahlreiche zusätzliche Angebote gibt. Zumal es hier bei uns in Mittel- und Ostdeutschland ohnehin wenige Angebote in diese Richtung gibt.
lifestylekatholik hat geschrieben:Das Problem sehe ich eher andersherum: Der Propst hofft meist zu lange, dass die Leutchen doch noch seine Vision zumindest verstehen und kein 50er-Jahre-Reenactment oder einen katholischen Bunker oder sonstwas wollen. Wenn das Institut größer wäre, könnte man auch ein oder zwei "faule Eier" mitnehmen, aber so klein, wie es ist, müssen eben alle Beteiligten an einem Strang ziehen, sonst geht es nicht.
Sorry, but I'm not convinced. Wenn Pater Jatzkowski nicht zum Charisma des Institutes gepasst hat, hätte man ihn nicht mit der Leitung des Hausstudiums beauftragen sollen, alles andere wirkt irgendwie "konzilskirchlich". Schließlich kann man doch niemanden mit einer derartigen Position beauftragen, wenn seine Eignung zumindest zweifelhaft ist. Mich beschleicht vielmehr der Eindruck, daß die Zielvorstellung bei Pater Goesche eher im Ungefähren liegt, was im Grunde genommen noch nicht einmal schlimm ist, da man Gottes Willen im eigenen Leben und Wirken häufig nur über längere Zeiträume erkennt. Gleichwohl sollte man dann davon absehen, andere als ungeeignet abzuqualifizieren. Denn an sich seelsorgerisch ungeeinget dürften die Priester, die bisher am Institut waren, doch nicht gewesen sein.

PS: lifestylekatholik, bist Du eigentlich noch dabei oder schreibst Du absolut neutral?
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Benutzeravatar
lifestylekatholik
Beiträge: 8702
Registriert: Montag 6. Oktober 2008, 23:29

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von lifestylekatholik »

ar26 hat geschrieben:Im Prinzip ist ein solches Institut genau das Richtige, um in ein solches Gesamtsystem hinein zu finden, eben weil es neben der Liturgie zahlreiche zusätzliche Angebote gibt.
Jepp! Und weil eben immer (na ja, meist) jemand da ist. Der Pfarrer wohnt halt im Pfarrhaus und ist immer erreichbar. Da ist kein vorgeschaltetes Pfarrbüro mit einer Angestellten, das an zwei Tagen die Woche für drei Stunden besetzt ist.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Benutzeravatar
mensch
Beiträge: 480
Registriert: Montag 20. Oktober 2014, 13:20

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von mensch »

gc-148 hat geschrieben:Ich wüßte nicht warum........
Traurig.

Benutzeravatar
mensch
Beiträge: 480
Registriert: Montag 20. Oktober 2014, 13:20

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von mensch »

lifestylekatholik hat geschrieben: Das Problem sehe ich eher andersherum: Der Propst hofft meist zu lange, dass die Leutchen doch noch seine Vision zumindest verstehen und kein 50er-Jahre-Reenactment oder einen katholischen Bunker oder sonstwas wollen. Wenn das Institut größer wäre, könnte man auch ein oder zwei "faule Eier" mitnehmen, aber so klein, wie es ist, müssen eben alle Beteiligten an einem Strang ziehen, sonst geht es nicht.
Das ist mir als Kostbarkeit des Instituts aufgefallen. Die alte Messe feiern und das Institut entsprechend strukturieren, gleichzeitig vollkommen offen für die gewandelte, moderne Welt sein, für die Multikulturalität der Umgebung und die Neuevangelisierung im Blick haben.
lifestylekatholik hat geschrieben:Jepp! Und weil eben immer (na ja, meist) jemand da ist. Der Pfarrer wohnt halt im Pfarrhaus und ist immer erreichbar. Da ist kein vorgeschaltetes Pfarrbüro mit einer Angestellten, das an zwei Tagen die Woche für drei Stunden besetzt ist.
Das halte ich für ein zweifelhaftes Argument, denn es ist dem Umstand geschuldet, dass sich der Propst und die Mitglieder des Instituts nicht der Ortskirche zur Verfügung stellen. Würde sie sich z.b. anbieten, in Krankheitsfällen in anderen Gemeinden auszuhelfen, wäre sie auch nicht mehr dauerhaft vor Ort. Wenn ich mich aus der Ortskirche raushalte und nur mein Süppchen koche, bin ich natürlich permanent verfügbar.

Benutzeravatar
holzi
Beiträge: 7226
Registriert: Montag 28. November 2005, 15:00
Wohnort: Regensburg

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von holzi »

Gallus hat geschrieben:
gc-148 hat geschrieben:Ich wüßte nicht warum........
Erstaunlich, dass Sie [...] Ihr eigenes Spiegelbild noch ertragen.
Ruhig bleiben! Lächeln und Winken! ;D

Bild
Zuletzt geändert von Hubertus am Montag 1. Dezember 2014, 21:35, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beleidigung entfernt.
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 19103
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von taddeo »

ar26 hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Das ist ein sehr richtiger und wichtiger Satz, der aber vermutlich auf alle Leute zutreffen dürfte, die heutzutage meinen, allein mit dem regelmäßigen oder ausschließlichen Besuch der "alten Messe" ihre traditionelle bis traditionalistische Gläubigkeit begründen zu können. Daß zur Liturgie ein geschlossenes Gesamtsystem von Theologie, Spiritualität, Kirchenrecht, und auch hierarchischer Einordnung gehört, wird meist ignoriert. Und dieses System fehlt der "alten Messe" heute völlig, da kann man sagen, was man will. Daran konnte auch Summorum Pontificum nichts ändern, und das ist der Hauptgrund für seine weitgehende Wirkungslosigkeit.
Alles richtig! Aber, wo bitte - alte Liturgie hin oder her - kann man als in der Welt stehender Katholik, beruflich und familiär stark gefordert, in ein solches Gesamtsystem hinein finden?
Das kann man überhaupt nicht, weil es dieses System nicht (mehr) gibt. Spätestens seit 1970, wohl aber schon eher, ging dieses zur "alten Messe" zwingend dazugehörige (tridentinische) Gesamtsystem unwiederbringlich verloren, auch weil es schon jahrzehntelang nicht mehr den Anforderungen entsprochen hatte und über weite Strecken zur reinen Theorie degeneriert war.
Allerdings hat es das nachfolgende System bis heute nicht geschafft, einen wirksamen Ersatz dafür zu bieten, wie seine Wirkungslosigkeit zumindest hierzulande vermuten läßt. Die "neue Messe" ist nicht "neu" genug, darum wird sie allerorten gegen die bestehenden Vorschriften "modernisiert"; die "alte Messe" ist nicht mehr schlüssig in ein Gesamtsystem integriert, darum kann sie auch nicht mehr wirklich fruchtbar sein. Bevor nicht wieder ein schlüssiges Gesamtkonzept vorliegt, das auch eine wirklich integrierte Liturgie umfaßt, wird sich am kirchlichen Schlamassel wohl nichts grundlegend ändern. Ob das nun wieder eine einzige, für die ganze Weltkirche einheitliche Liturgie bedeutet (wie es der Gedanke von Trient beinhaltet) oder eine wirkliche Vielfalt von lokalen Riten, die nur noch im Kern auf einem einheitlichen "lateinischen" Formular beruhen (wie es vor Trient 1500 Jahre lang der Normalfall war), ist dabei letztlich nebensächlich.
Der gegenwärtige Status legt eher nahe, daß es auf letzteres hinauslaufen dürfte. Das könnte aber bedeuten, daß auch andere Bereiche des kirchlichen Lebens unterschiedlich geordnet werden: zB auch das Kirchenrecht. Die Vollmachten der Bischofskonferenzen, die Problematik der Kirchenmitgliedschaft (Kirchensteuersystem mit Exkommunikation bei Zahlungsverweigerung), die eherechtlichen Fragen (siehe deutsche Forderungen bei der Bischofssynode 2014/15) deuten darauf hin, daß diese Entwicklung längst im Gang ist. Die Frage wird nur noch sein, ob bzw. wann ein Papst dieser "Verteilkirchlichung" seinen Segen gibt und sie institutionalisiert. Das stünde nicht zwingend im Widerspruch zur Ekklesiologie, das war die längste Zeit der Kirchengeschichte der Normalfall; ob es allerdings ein großer Gewinn wäre, wage ich persönlich zu bezweifeln.

Benutzeravatar
ar26
Beiträge: 3108
Registriert: Sonntag 19. November 2006, 10:46
Wohnort: Kurfürstentum Sachsen

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von ar26 »

@ taddeo
Ich kann Dir da vollständig zustimmen. Die Konsequenz hieraus ist aber, das ein solches Institut als Umsetzung dieser Verteilkirchlichung umso mehr seine Berechtigung hätte, weil es eben mehr bietet, als nur die alte Liturgie. Anders wäre dies nur, wenn man diese Verteilkirchlichung als Anglikanisierung entlarvt, die nur dazu dient, in einem bestimmten Teil der Welt, Glaube und Lehre der Gesamtkirche zu zerstören. Dann müsste ein solches Institut das Schicksal der englischen Rekusanten teilen...
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 19103
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von taddeo »

ar26 hat geschrieben:@ taddeo
Ich kann Dir da vollständig zustimmen. Die Konsequenz hieraus ist aber, das ein solches Institut als Umsetzung dieser Verteilkirchlichung umso mehr seine Berechtigung hätte, weil es eben mehr bietet, als nur die alte Liturgie.
Das ist die Frage. Nachdem das gesamte kirchliche System nicht mehr existiert, auf dem ein liturgisches, spirituelles und theologisches Leben wie in diesem Institut beruht, ist das eigentlich mehr eine "Musealisierung" als eine "Verteilkirchlichung". Es funktioniert einfach nicht (und hat es nie), in einer Oase den Status eines gewissen Stichjahres aufrechterhalten zu wollen, wenn einem rundherum das Wasser abgegraben worden ist.

Im übrigen noch ein kleiner Nachtrag zu oben:
Diese "Verteilkirchlichung" hat letztlich schon mit dem Konzil von Trient eingesetzt, bzw. wurde durch dieses weiterhin ermöglicht. Eigentlich war die weltweite Uniformierung der lateinischen Liturgie das erklärte Ziel des Konzils. Daß Riten, die älter als 200 Jahre waren, weiterhin erlaubt sein sollten, war keineswegs ein Akt der Ehrfurcht vor geschichtlich gewachsenen Formen, sondern ausschließlich dem kirchenpolitischen Ziel geschuldet, die durch den Religionsfrieden halbwegs geordneten, aber noch immer labilen Verhältnisse in Deutschland nicht unnötig zu belasten. Nichts anderes liegt diesem Zugeständnis zugrunde, wenn man die Entstehung des entsprechenden Konzilsdokuments betrachtet; man hat es nur so allgemein formuliert, um keine dezidiert politische Entscheidung für eine Seite vorzulegen, sondern im "liturgischen Rahmen" zu bleiben. Die Vereinheitlichungsbestrebungen von Trient haben also schon zur Zeit ihrer Festlegung nicht funktioniert.

azs
Beiträge: 516
Registriert: Mittwoch 2. Juli 2008, 18:16

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von azs »

lifestylekatholik hat geschrieben:
azs hat geschrieben:Es ist wirklich zum Heulen dass so eine katholische Oase mitten in Berlin, mit so einer wunderbaren Lage und - ohne Frage - wunderbarer Liturgie und Mut zur Hauptstadt immer und immer und immer wieder durch diese persönlichen Querelen am Wachstum gehindert wird. Wie viele Kandidaten sind in den letzten Jahren schon gekommen und gegangen? An die 15? 20? Das Institut könnte sich längst in einer fruchtbaren Blüte befinden. Und immer wieder wird dann verkündet: "der und der hat das Institut verlassen", "der und der hat sich entschieden zu gehen". Fast schon eine Selbstverständlichkeit, über die kaum mehr jemand wundert. Und immer wieder fällt ein und derselbe Name. Schade und Traurig!
Der Propst hofft meist zu lange, dass die Leutchen doch noch seine Vision zumindest verstehen
Wie würdest Du die beschreiben?
ad te suspiramus in hac lacrimarum valle

Benutzeravatar
Firmian
Beiträge: 971
Registriert: Dienstag 16. September 2008, 14:08
Wohnort: Wien

Re: Institut Sankt Philipp Neri, Berlin

Beitrag von Firmian »

Ich kenne die Interna in St. Phlipp Neri nicht. Ein guter Freund von mir hat früher in Berlin gelebt und konnte mir nur Gutes von Probst Gösche berichten, er fand ihn sehr umgänglich. Scheint wohl eher eine Mindermeinung zu sein.

Aber der eigentliche Anlaß meines Postings: Ich verstehe, wenn eine Gemeinschaft ein Charisma hat, daß sich nicht nur auf die Verwendung eines bestimmten Meßbuchs beschränkt.

Andererseits streite ich ab, daß die Liebe zur alten Liturgie zwingend in ein "Gesamtbild" gehört. Zwischen Trient und Vatikan II hat sich vieles in der Theologie verändert, wann sollte denn da das "Normaljahr" gewesen sein?

Auch auf die Gefahr hin, hier im Forum geprügelt zu werden: Ich mag die alte Liturgie und stehe der FSSP sehr nahe, aber ich lehne nicht alles ab, was nach 1962 in der Kirche passiert ist. Um mal ein Beispiel zu nennen: Daß die Offenbarung im NT tatsächlich vom Apostel Johannes geschrieben sein soll, ist zwar "Tradition", wird aber wohl von den allermeisten Exegeten ausgeschlosssen. (Steht ja im Text auch nirgends, daß der Autor der Apostel wäre). Da finde ich's zB unnötig, sich da so an die Autorenschaft zu klammern. Wenn ich sage, das war wohl ein anderer Johannes, wird das Buch für mich nicht weniger kanonisch. Aber das ist in Tradi-Kreisen wohl eine Mindermeinung.

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema