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"Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Freitag 10. Dezember 2010, 21:18
von ad-fontes
Taddeo einen wirklichen Tagtraum schuldend, bin ich so frei, dieses Thema zu eröffnen.


Ich gehe durch das belebte Zentrum einer bundesdeutschen Großstadt, vorweihnachtlicher Trubel, Menschen gehen hektisch und drängelnd an den Einkaufspassagen entlang. Von ferne höre eine Schelle. "Macht da etwa ein als Weihnachtsmann Verkleideter auf sich aufmerksam?", frage ich mich zuerst. Nein, ich sehe einen Bub mit Chorrock und Schulterkragen. In der Hand tägt er eine Schelle, in der anderen ein Licht. Dahinter erblicke ich einen Priester, angetan mit Soutane, Superpelliz und Stola, in den Händen das verhüllte Allerheiligste tragend. Ich sinke auf die Knie..


..ein Priester auf Versehgang!




Und meine Umgebung? Ich kann dazu nichts sagen, oculi mei ad Dominum!

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Freitag 10. Dezember 2010, 21:21
von Berolinensis
Wann wirst du denn nun eigentlich endlich katholisch?

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Freitag 10. Dezember 2010, 21:22
von cantus planus
Das frage ich mich auch. Aber dem lieben Ad-fontes dürfte dann dieses Gedicht gefallen, falls er es noch nicht kennt: http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=339846#p339846

Bitte noch nicht löschen!

Verfasst: Freitag 10. Dezember 2010, 22:13
von KatholischeTradition2000
Naja, ich denke das ist leider Utopie. So etwas wird man zumindest in Deutschland noch lange Zeit vermissen :traurigtaps:

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Samstag 11. Dezember 2010, 02:08
von ad_hoc
Wer keine Träume hat, hat auch keine Zukunft.

Gruß, ad_hoc

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Samstag 11. Dezember 2010, 09:22
von iustus
Linus hat geschrieben:Wer schwarmgeistige Gedanken als [ZENSIERT, Originalbeitrag versenkt] nutzt, lebt nicht in der Gegenwart.

Als ich in meiner Kindheit davon träumte, dass heilige Messen am Hochaltar zelebriert würden (wie vor wenigen Jahrzehnten in meinem Heimatort), dann hätte man das ebenso bezeichnen können. Inzwischen ist die Zelebration am Hochaltar nur noch für ewiggestrige Modernisten ein rotes Tuch, sonst aber - dank des Vorbilds des Heiligen Vaters - salonfähig.

Ebenso könnte und sollte es mit dem Versehgang mit Ministrant, Glöckchen und Laterne wieder werden.

Wir haben Einfluss darauf, was "Gegenwart" ist - so werden die Alten die Neuen sein und die Neuen die Alten.

MODERATION

Verfasst: Sonntag 12. Dezember 2010, 13:29
von cantus planus
Ich schicke dieses Thema zurück ins Rennen. Möge es diskutiert, kommentiert oder weitergeträumt werden. Ich erwarte aber, dass jene Äußerungen, die zum Versenken des Threads geführt haben, nicht wieder auftauchen. Es möge sich der entsprechende Nutzer bitte selbst angesprochen fühlen.

cantus planus, Mod.

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Sonntag 12. Dezember 2010, 13:40
von cantus planus
Die Kirche ist in ihrer irdischen Ausprägung nur ein Abglanz der himmlischen Kirche. Wer den Traum von einer "besseren" Kirche träumt, ist kein Idealist. Jeder Gottesdienst weist ja auf die himmlische Liturgie hin. Wer die Sehnsucht nach Vervollkommnung aufgibt, muss an der Realität der Kirche unserer Tage verzweifeln.

Re: MODERATION

Verfasst: Sonntag 12. Dezember 2010, 23:41
von lifestylekatholik
cantus planus hat geschrieben:Ich erwarte aber, dass jene Äußerungen, die zum Versenken des Threads geführt haben, nicht wieder auftauchen. Es möge sich der entsprechende Nutzer bitte selbst angesprochen fühlen.
Ich fand »jene Äußerungen« des »entsprechenden Nutzers« auf den Punkt treffend.

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Montag 13. Dezember 2010, 01:33
von ad_hoc
cantus planus hat geschrieben:Die Kirche ist in ihrer irdischen Ausprägung nur ein Abglanz der himmlischen Kirche. Wer den Traum von einer "besseren" Kirche träumt, ist kein Idealist. Jeder Gottesdienst weist ja auf die himmlische Liturgie hin. Wer die Sehnsucht nach Vervollkommnung aufgibt, muss an der Realität der Kirche unserer Tage verzweifeln.
Nicht gegen cantus planus gerichtet, aber besser stelle ich seine richtige Auffassung ein, als eine der Traumverwirrungen weiter oben.
Da leiden einige unter dem Begriff 'Träumen', zumal bei diesem Thema, wohl unter falschen Vorstellungen.

Es ist kein Traum, dass es mal eine Zeit gegeben hat, in der die Hl. Messe nicht nur eine Ausprägung der himmlischen Liturgie war, sie war viel mehr. In dieser Hl. Messe hat sich die himmlische Liturgie mit der irdischen Liturgie der Kirche vereint.
Ist es vielleicht ein Traum, einige verstehen darunter wohl Seifenblasen, dass die eigene Sehnsucht erfüllt werden möge, dass in der Hl. Messe allgemein wieder diejenige Ehrfurcht und diejenige Würde gegeben ist, welche die irdische Liturgie wieder mit der himmlischen Liturgie verbinden?

Auch hat es diese Zeit gegeben, dass der Priester mit dem Allerheiligsten und einem Ministranten, der ein Glöckchen trug, zu einem Versehgang unterwegs war. Sinn war, jedem Menschen, der dieser Szene ansichtig wurde, daran zu erinnern, dass auch er angesichts seines Todes den Priester rufen möge. Darüber hinaus war damit der Gedanke verbunden, dass jeder für den Sterbenden beten möge.

Gruß, ad_hoc

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Montag 13. Dezember 2010, 12:59
von ad-fontes
ad_hoc hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Die Kirche ist in ihrer irdischen Ausprägung nur ein Abglanz der himmlischen Kirche. Wer den Traum von einer "besseren" Kirche träumt, ist kein Idealist. Jeder Gottesdienst weist ja auf die himmlische Liturgie hin. Wer die Sehnsucht nach Vervollkommnung aufgibt, muss an der Realität der Kirche unserer Tage verzweifeln.
Nicht gegen cantus planus gerichtet, aber besser stelle ich seine richtige Auffassung ein, als eine der Traumverwirrungen weiter oben.
Da leiden einige unter dem Begriff 'Träumen', zumal bei diesem Thema, wohl unter falschen Vorstellungen.

Es ist kein Traum, dass es mal eine Zeit gegeben hat, in der die Hl. Messe nicht nur eine Ausprägung der himmlischen Liturgie war, sie war viel mehr. In dieser Hl. Messe hat sich die himmlische Liturgie mit der irdischen Liturgie der Kirche vereint.
Ist es vielleicht ein Traum, einige verstehen darunter wohl Seifenblasen, dass die eigene Sehnsucht erfüllt werden möge, dass in der Hl. Messe allgemein wieder diejenige Ehrfurcht und diejenige Würde gegeben ist, welche die irdische Liturgie wieder mit der himmlischen Liturgie verbinden?

Auch hat es diese Zeit gegeben, dass der Priester mit dem Allerheiligsten und einem Ministranten, der ein Glöckchen trug, zu einem Versehgang unterwegs war. Sinn war, jedem Menschen, der dieser Szene ansichtig wurde, daran zu erinnern, dass auch er angesichts seines Todes den Priester rufen möge. Darüber hinaus war damit der Gedanke verbunden, dass jeder für den Sterbenden beten möge.

Gruß, ad_hoc
:klatsch: :ja: :klatsch:

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Donnerstag 16. Dezember 2010, 11:19
von overkott
Berolinensis hat geschrieben:Wann wirst du denn nun eigentlich endlich katholisch?
Wir wollen nicht so tun, als seien nur Traditionalisten katholisch. Das ist jedenfalls ein sehr eingeschränktes Verständnis von allgemein.

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Donnerstag 16. Dezember 2010, 11:22
von cantus planus
overkott hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:Wann wirst du denn nun eigentlich endlich katholisch?
Wir wollen nicht so tun, als seien nur Traditionalisten katholisch. Das ist jedenfalls ein sehr eingeschränktes Verständnis von allgemein.
Es hat hier auch niemals jemand etwas anderes behauptet.

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Donnerstag 16. Dezember 2010, 11:25
von Florianklaus
Berolinensis hat geschrieben:Wann wirst du denn nun eigentlich endlich katholisch?

Suchende auf dem Weg zur Kirche sollte man nicht drängen, sondern einladen.

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Donnerstag 16. Dezember 2010, 12:05
von overkott
Florianklaus hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:Wann wirst du denn nun eigentlich endlich katholisch?

Suchende auf dem Weg zur Kirche sollte man nicht drängen, sondern einladen.
Es geht auch nicht darum, dass jemand katholisch wird, sondern entdeckt, dass er katholisch ist. Alles andere differenziert sich im Laufe der Zeit.

Re: "Traditionalistische Tagträume"

Verfasst: Donnerstag 16. Dezember 2010, 22:14
von ad-fontes
overkott hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:Wann wirst du denn nun eigentlich endlich katholisch?

Suchende auf dem Weg zur Kirche sollte man nicht drängen, sondern einladen.
Es geht auch nicht darum, dass jemand katholisch wird, sondern entdeckt, dass er katholisch ist. Alles andere differenziert sich im Laufe der Zeit.
Pastores loquebantur ad invicem.