Pfarrer Hans Milch

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
Benutzeravatar
lifestylekatholik
Beiträge: 8702
Registriert: Montag 6. Oktober 2008, 23:29

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von lifestylekatholik » Samstag 14. November 2009, 13:22

ifugao hat geschrieben:Wir sollten besser den Mantel des Schweigens darüber legen. Gerüchte gab und gibt es viele.
Meine Liebe, wer von uns beiden setzte denn hier Gerüchte in die Welt! :angewidert:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Benutzeravatar
Sempre
Beiträge: 8452
Registriert: Sonntag 19. Juli 2009, 19:07

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Sempre » Samstag 14. November 2009, 13:34

Pfarrer Milch lehnt den Nationalsozialismus explizit ab, wie man aus den Predigten und Vorträgen auf youtube erfahren kann. Er nennt die Völker in gut katholischer Manier 'Gedanken Gottes' und predigt, dass sie aufgerufen sind, einander zu schätzen.

Das ist nach heute üblichen Maßstäben natürlich immer noch rechtsextrem.

Gruß
Sempre
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

Benutzeravatar
ifugao
Beiträge: 1489
Registriert: Freitag 13. April 2007, 09:55

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von ifugao » Samstag 14. November 2009, 13:42

Sempre hat geschrieben:Pfarrer Milch lehnt den Nationalsozialismus explizit ab, wie man aus den Predigten und Vorträgen auf youtube erfahren kann. Er nennt die Völker in gut katholischer Manier 'Gedanken Gottes' und predigt, dass sie aufgerufen sind, einander zu schätzen.

Das ist nach heute üblichen Maßstäben natürlich immer noch rechtsextrem.

Gruß
Sempre

Das ist sehr interessant. Kannst du uns einmal eine Kostprobe liefern?
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
Mahatma Gandhi

Benutzeravatar
Leguan
Altmoderator
Beiträge: 1924
Registriert: Samstag 4. März 2006, 14:30

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Leguan » Samstag 14. November 2009, 14:13

Marion hat geschrieben:So wie ich das nach nun ein paar gehörten Vorträgen (mit einer guten Musik hinterlegt, daß sich seine Reden fast wie ne Oper im Takt anhören) abschätze sitzt er politisch schon ziemlich weit rechts. Er hat auch ne Art (die Stimme, die Überzeugung und die Wucht) zu reden die an Hitler und co erinnern.
Das hat aber mit der Ausbildung zu tun. Leute, die reden oder predigen gelernt haben, bevor es überall Mikros und Lautsprecher gab, klingen oft so. Es gab hier mal einen Link auf eine Predigt eines Predigers vom Wiener Stephansdom, der klang genauso. Ich habe auch mal eine Tonaufnahme von David Hilbert (der nun wirklich alles andere als ein Nazifreund war), der genauso klang. Ich nehme an, daß beim Predigen und beim Vorlesung halten vor großem Hörsaal ähnliche Voraussetzungen existierten.

Ich muß allerdings sagen, daß für mich z.B. diese Predigt nicht nach authentischer Theologie klingt. Volk ist Geist und bleibt ewig? Unsere Zugehörigkeit zum Volk gibt unserem dasein priesterliche Würde?
If any stupid priest or bishop in Nigeria feels he wants to copy the American model, then there is something wrong with his head. --Olubunmi Anthony Kardinal Okogie

Benutzeravatar
Sempre
Beiträge: 8452
Registriert: Sonntag 19. Juli 2009, 19:07

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Sempre » Samstag 14. November 2009, 14:14

ifugao hat geschrieben:Das ist sehr interessant. Kannst du uns einmal eine Kostprobe liefern?
z.B. hier:

Das Volk ~ Ein Gedanke Gottes

P. Milch (ab 2:26) hat geschrieben: Volk aber kann nur verstanden werden, wenn man es im umgekehrten Sinne versteht, als es die Nazis etwa verstehen wollten. Denn sie sagten das Umgekehrte von dem, was stimmt: Du bist nichts, das Volk ist alles. Genau umgekehrt: Das Volk das bist Du. Du bist alles. Du bist eben nicht nur 40, 50, 70 Jahre alt, sondern Du bist Jahrhunderte und Jahrtausende alt, weil in Deiner Person auf eine spezielle Weise zusammenfließen ...
mehr Videos

Gruß
Sempre
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

Benutzeravatar
lifestylekatholik
Beiträge: 8702
Registriert: Montag 6. Oktober 2008, 23:29

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von lifestylekatholik » Samstag 14. November 2009, 16:22

Leguan hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Er hat auch ne Art (die Stimme, die Überzeugung und die Wucht) zu reden die an Hitler und co erinnern.
Oder an den Fleischersohn Joseph Martin Fischer.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 24558
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Robert Ketelhohn » Samstag 14. November 2009, 23:11

Ich denke, man kann Pfarrer Milch und seine Lehren nicht guten Gewissens
empfehlen. Es mischt sich Richtiges mit sehr Bedenklichem. Lassen wir ihn
ruhen.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Benutzeravatar
Dottore Cusamano
Beiträge: 1129
Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 15:19

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Dottore Cusamano » Samstag 14. November 2009, 23:30

Pfarrer Milch - heißt Hw. wirklich so, oder ist das ein "Künstlername"? Seine Stimme lässt eine - zumindest zeitweise genossene - Schauspielausbildung vermuten,

Der Name "Pfarrer Milch" hat mich beeindruckt! Das muss ich zugeben. Nachnamen wie "Rindfleisch", "Kotelett" und auch "Pipi" sind mir schon begegnet und ich habe diesbezügliche Namensträger sogar persönlich kennengelernt - aber "Milch" ist für mich (bisher) einmalig. Der Name gefällt mir! Er hat etwa Mütterliches.
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)

Benutzeravatar
Christiane
Moderator
Beiträge: 1708
Registriert: Montag 11. Mai 2009, 13:07
Wohnort: Berlin (Tegel)

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Christiane » Sonntag 15. November 2009, 00:30

Dottore Cusamano hat geschrieben:Nachnamen wie "Rindfleisch", "Kotelett" und auch "Pipi" sind mir schon begegnet
:auweia: :auweia:
"Die Demokratie feiert den Kult der Menschheit auf einer Pyramide von Schädeln." - Nicolás Gómez Dávila

"Gott kann machen, dass eine Communio entsteht zwischen dem Idiot und dem Arschloch." (Ausspruch auf einem NK-Gemeinschaftstag)

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 24558
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonntag 15. November 2009, 01:58

Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Benutzeravatar
Esperanto
Beiträge: 735
Registriert: Dienstag 20. März 2007, 01:18

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Esperanto » Sonntag 15. November 2009, 02:09

Dottore Cusamano hat geschrieben:Pfarrer Milch - heißt Hw. wirklich so, oder ist das ein "Künstlername"? Seine Stimme lässt eine - zumindest zeitweise genossene - Schauspielausbildung vermuten,

Der Name "Pfarrer Milch" hat mich beeindruckt! Das muss ich zugeben. Nachnamen wie "Rindfleisch", "Kotelett" und auch "Pipi" sind mir schon begegnet und ich habe diesbezügliche Namensträger sogar persönlich kennengelernt - aber "Milch" ist für mich (bisher) einmalig. Der Name gefällt mir! Er hat etwa Mütterliches.

Doch, der Nachname Milch steht im Gottschald:"Dt. Namenkunde".

Benutzeravatar
Sempre
Beiträge: 8452
Registriert: Sonntag 19. Juli 2009, 19:07

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Sempre » Sonntag 15. November 2009, 02:10

Hier ein weiteres Beispiel, dass Pfarrer Johannes Milch klipp und klar den Nationalsozialismus ablehnt:

Pfarrer Hans Milch - Europas Untergang - Wo ist die Hoffnung?

Pfarrer Milch (ab 3:43) hat geschrieben:Nicht etwa, dass der Niederbruch des Nationalsozialismus ein Unglück gewesen wäre. Aber was ist an die Stelle getreten? Denken wir jetzt an Deutschland. Die Völker spüren, dass das deutsche Volk eine höchste Bedeutsamkeit hat für das Schicksal der Welt. Darüber wäre viel zu sagen, aber jetzt ist nicht der Raum. Man hat nun in törichter Naivität gewähnt, je linker etwas vom Nationalsozialismus sei, desto sicherer sei es antitotalitär und antinationalsozialistisch. Darum ist gerade in unserem Volk, aber auch weithin in Europa an die Schalthebel der Meinungsformung der Meinungsbildung das linke, das kommunistische Element getreten, das ständig an der inneren Aushöhlung unserer Gesellschaft arbeitet und den Totalitarismus vorbereitet.
Gruß
Sempre
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

Benutzeravatar
Sempre
Beiträge: 8452
Registriert: Sonntag 19. Juli 2009, 19:07

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Sempre » Sonntag 15. November 2009, 02:12

Leguan hat geschrieben:Ich muß allerdings sagen, daß für mich z.B. diese Predigt nicht nach authentischer Theologie klingt. Volk ist Geist und bleibt ewig? Unsere Zugehörigkeit zum Volk gibt unserem dasein priesterliche Würde?
Die Aussage "Volk ist Geist und bleibt ewig" begründet Pfarrer Milch mit dem vierten Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren. Gemäß der Ordnung Gottes sind sie über uns gesetzt und wir sollen sie in Ehren halten, ihnen dienen, ihnen gehorchen, sie lieb haben. Das gilt wohl selbstverständlich auch für die weiteren Ahnen (sowie daneben auch allgemein für all jene Personen, die nach Gottes Ordnung unsere Oberen sind).

Die Völker sind jeweils im Fleisch verbunden, ebenso, wie die Familien. Die Kirche betont heute die Wichtigkeit der Familien. Der Papst beklagt auch das Drama der Migration und ihrer Folgen. Pfarrer Milch betont das Volk in Analogie der Familie, als fleischlicher Zusammenhang, der mit einem geistigen Zusammenhang einhergeht. Eine m.E. ganz natürliche Sache.

Was meinst Du genau mit "nicht nach authentischer Theologie klingt"? Was lehrt die Kirche im Gegensatz zu Pfarrer Milch? Leider gibt Pfarrer Milch nur sporadisch Hinweise auf Quellen. Er benennt gelegentlich explizite Lehre der Kirche als solche und verweist ansonsten auf die Tradition. Es ist allgemein üblich, die Ahnen als Zuschauer zu betrachten, sowie sie zu ehren. Ebenso hat das Gedenken an diverse Volksobere Tradition.

Nun spielt der fleischliche Zusammenhang von Ehe und Familie im Reich Gottes keine Rolle mehr. Ebenso der Volkszusammenhang. Der geistige Zusammenhang wird aber doch nicht ausgelöscht!?

Gruß
Sempre
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

Benutzeravatar
Sempre
Beiträge: 8452
Registriert: Sonntag 19. Juli 2009, 19:07

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Sempre » Sonntag 15. November 2009, 02:16

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ich denke, man kann Pfarrer Milch und seine Lehren nicht guten Gewissens
empfehlen. Es mischt sich Richtiges mit sehr Bedenklichem. Lassen wir ihn ruhen.
Du hattest auf Seite 1 an ifugao geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Kannst du konkrete Beispiele für die dir damals begegnenden „weltanschaulichen Ansichten“ nennen? (Unter Begriffe wie „Rechtsradikalismus“ wird heute ja doch allerhand subsumiert, so daß man mitunter kaum weiß, was – außer pfui! pfui! – eigentlich gemeint ist.)
So ist es. Wir wollen wissen, was der Beitragende konkret meint.

Bleibt also die Frage: Kannst du konkrete Beispiele nennen? (Als „bedenklich“ wird heute ja doch allerlei bezeichnet, so daß man mitunter kaum weiß, was – außer pfui! pfui! – eigentlich gemeint ist.) :blinker:

Gruß
Sempre
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

Benutzeravatar
Leguan
Altmoderator
Beiträge: 1924
Registriert: Samstag 4. März 2006, 14:30

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Leguan » Sonntag 15. November 2009, 12:15

Sempre hat geschrieben: Was meinst Du genau mit "nicht nach authentischer Theologie klingt"? Was lehrt die Kirche im Gegensatz zu Pfarrer Milch?
Ich formuliere deshalb so vorsichtig, weil ich kein Theologe bin und nicht ausschließe, daß ich die Aussagen Pfarrer Milchs falsch einordne.
Aber die priesterliche Würde des Menschen kommt von Jesus Christus aus der Taufe und nicht aus der Volkszugehörigkeit. Es besteht vor Gott kein Unterschied zwischen jemandem, der in seiner Familie aufgewachsen ist und jemandem der als Baby aus seinem Volk geraubt wird und nicht weiß wer seine Ahnen, seine Eltern sind. Da Pfarrer Milch das Volk auch über die Blutsverwandtschaft definiert hätte ein solcher bei ihm keine "priesterliche Würde".
If any stupid priest or bishop in Nigeria feels he wants to copy the American model, then there is something wrong with his head. --Olubunmi Anthony Kardinal Okogie

Benutzeravatar
Sempre
Beiträge: 8452
Registriert: Sonntag 19. Juli 2009, 19:07

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Sempre » Sonntag 15. November 2009, 14:50

Leguan hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben: Was meinst Du genau mit "nicht nach authentischer Theologie klingt"? Was lehrt die Kirche im Gegensatz zu Pfarrer Milch?
Ich formuliere deshalb so vorsichtig, weil ich kein Theologe bin und nicht ausschließe, daß ich die Aussagen Pfarrer Milchs falsch einordne.
Aber die priesterliche Würde des Menschen kommt von Jesus Christus aus der Taufe und nicht aus der Volkszugehörigkeit. Es besteht vor Gott kein Unterschied zwischen jemandem, der in seiner Familie aufgewachsen ist und jemandem der als Baby aus seinem Volk geraubt wird und nicht weiß wer seine Ahnen, seine Eltern sind. Da Pfarrer Milch das Volk auch über die Blutsverwandtschaft definiert hätte ein solcher bei ihm keine "priesterliche Würde".
Das würde ich auch als problematisch ansehen.

Ich verstehe Pfarrer Milch aber anders. Er sagt nicht unsere Zugehörigkeit zum Volk gibt unserem Dasein priesterliche Würde, sondern damit verbunden zu sein gibt unserem Dasein priesterliche Würde. (16:50) Mit damit verbunden zu sein meint er die Ahnenverehrung. Das Volk sind die Ahnen und deren Nachkommen. Auch die Ahnen sind Teil des Leibes Christi. Wenn wir auch die geistige Verbundenheit mit denen pflegen, mit denen wir fleischlich verbunden sind, dann gibt das "priesterliche" Würde. Wer z.B. ein Grab pflegt oder besucht, vollzieht Handlungen, die das Diesseits und die sakrale Sphäre verbinden.

Gruß
Sempre
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

Benutzeravatar
ifugao
Beiträge: 1489
Registriert: Freitag 13. April 2007, 09:55

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von ifugao » Donnerstag 19. November 2009, 18:09

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ich denke, man kann Pfarrer Milch und seine Lehren nicht guten Gewissens
empfehlen. Es mischt sich Richtiges mit sehr Bedenklichem. Lassen wir ihn
ruhen.

Das ist eine sinnvolle Entscheidung.
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
Mahatma Gandhi

Benutzeravatar
Sempre
Beiträge: 8452
Registriert: Sonntag 19. Juli 2009, 19:07

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Sempre » Donnerstag 19. November 2009, 21:35

Schön, dass hier wieder auf ist. Nachdem keine begründeten Vorwürfe gegen Pfarrer Milch verbleiben, kann man gelegentlich einen Vortrag oder eine Predigt von ihm posten. :daumen-rauf:
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

Benutzeravatar
Epiklese
Beiträge: 158
Registriert: Donnerstag 15. Oktober 2009, 20:21
Wohnort: Bistum Limburg

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Epiklese » Donnerstag 19. November 2009, 21:37

Sempre hat geschrieben:Schön, dass hier wieder auf ist. Nachdem keine begründeten Vorwürfe gegen Pfarrer Milch verbleiben, kann man gelegentlich einen Vortrag oder eine Predigt von ihm posten. :daumen-rauf:
Ich lade die Tage mal paar seiner Predigten hoch, in denen er sich auch mit dem Nationalsozialismus, Hitler und dem Rassismus beschäftigt. Bin jetzt nur zu faul, mich durch diese etwas unübersichtlich gestalteten DVDs zu wühlen.

Edit: War der Strang geschlossen? Oha.
Orabo spiritu, orabo et mente; psallam spiritu, psallam et mente.

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Miserere Nobis Domine » Donnerstag 19. November 2009, 21:42

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ich denke, man kann Pfarrer Milch und seine Lehren nicht guten Gewissens
empfehlen. Es mischt sich Richtiges mit sehr Bedenklichem.
Kannst du das konkretisieren?

crucisalus
Beiträge: 110
Registriert: Donnerstag 15. Oktober 2009, 20:49

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von crucisalus » Donnerstag 19. November 2009, 23:44

Man muss dazu sagen, dass die Predigten von Pfarrer Milch sehr gerne von romantisierten Nazis benutzt und in Lieder verwurstelt werden.

Gewisse Bands aus der Neo Folk Szene sind dafür berühmt und bekannt, dass sie Vertonungen von Menschen mit imposanter Aussprache (sei es nun aus alten Filmen oder eben Predigten) für ihre trübe-heroische Klangkulisse gebrauchen. Es sind dabei meistens nur Ausschnitte (Samples), die für ihre Zwecke gut passen. Ob diese Leute, die gerne Pfarrer Milch in ihren "Liedern" sprechen lassen, wirklich Nazis sind, sei dahingestellt. Das weiß niemand. Ihre Symbolik vermischt das Christliche mit dem Neuheidentum und den daraus adaptierten Nazi-Symbolen. Nicht zuletzt ist Pfarrer Milch durch solche Bands massiv in die rechte Nazi-Ecke geschoben worden.

Trotzdem gibt es irgend ein Geheimnis um diesen Pfarrer.

Das Wort "Ahnenverehrung" ist für mich zweifelhaft. Wie er (Milch) darauf gekommen ist, dieses in einer ohnehin schon neuheidnisierten Zeit zu verwenden, verstehe ich nicht recht. Aber vielleicht war es gerade deswegen erforderlich?

Benutzeravatar
Peregrin
Moderator
Beiträge: 5422
Registriert: Donnerstag 12. Oktober 2006, 16:49

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Peregrin » Freitag 20. November 2009, 00:02

crucisalus hat geschrieben: Gewisse Bands aus der Neo Folk Szene sind dafür berühmt und bekannt, dass sie Vertonungen von Menschen mit imposanter Aussprache (sei es nun aus alten Filmen oder eben Predigten) für ihre trübe-heroische Klangkulisse gebrauchen. Es sind dabei meistens nur Ausschnitte (Samples), die für ihre Zwecke gut passen. Ob diese Leute, die gerne Pfarrer Milch in ihren "Liedern" sprechen lassen, wirklich Nazis sind, sei dahingestellt. Das weiß niemand. Ihre Symbolik vermischt das Christliche mit dem Neuheidentum und den daraus adaptierten Nazi-Symbolen. Nicht zuletzt ist Pfarrer Milch durch solche Bands massiv in die rechte Nazi-Ecke geschoben worden.
Meinst Du Von Thronstahl?
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

crucisalus
Beiträge: 110
Registriert: Donnerstag 15. Oktober 2009, 20:49

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von crucisalus » Freitag 20. November 2009, 00:21

Meinst Du Von Thronstahl?
Unter anderem auch diese Gruppe. Es gibt aber noch viele mehr, die ein ähnliches Profil aufweisen.

Meine Vermutung ist, dass man in solchen Gruppen diese Reden und Predigten nicht etwa deswegen verwendet, weil sie theologischen Inhalt haben, sondern weil sie einfach besser wirken als das seichte und allzeit gewohnte Gerde der heutigen Zeit. Ich nehme an, es wird viel auf diese Wirkung gesetzt um zu provozieren. Aber wie gesagt, das ist nur eine Vermutung.

Leguan hat schon darauf hingewiesen, als hier jemand meinte Pfarrer Milchs Akustik sei ähnlich wie bei Hitler - das man damals eben so reden musste, weil die Technik nicht so weit war wie heute. Klar sicher, man wird auch das irgendwie verzerren und einen Kult daraus machen können, aber das ein Pfarrer dies getan hat, glaube ich nicht. Hitler schon eher.

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 24558
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 20. November 2009, 09:38

crucisalus hat geschrieben: als hier jemand meinte Pfarrer Milchs Akustik sei ähnlich wie bei Hitler
Wer immer das gesagt hat, das war völliger Unfug. :vogel:
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von cantus planus » Freitag 20. November 2009, 09:44

Stimmt tatsächlich nicht. Was man bei ihm hervorragend hört, ist die deutliche Aussprache, die man früher noch geübt hat. Das Genuschel heutiger Redner ist damit nicht zu vergleichen.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 24558
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 20. November 2009, 09:44

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ich denke, man kann Pfarrer Milch und
seine Lehren nicht guten Gewissens emp-
fehlen. Es mischt sich Richtiges mit sehr
Bedenklichem.
Kannst du das konkretisieren?
Ich meine seine Ideen über Volk und Ahnen.

(Ich habe mir nicht viel angehört. Eine Minute hier, eine da.
Er sagt hervorragende Sachen. Und er sagt es hervorragend.
Dann merkwürdige Volksgeschichten, aber nicht so zweifel-
haft, wie sie sind, vorgetragen, sondern im ICH-aber-sage-
euch-Stil, und obendrein ganz abwegige Ahnenmythologie.)
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 24558
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 20. November 2009, 09:45

cantus planus hat geschrieben:Stimmt tatsächlich nicht. Was man bei ihm
hervorragend hört, ist die deutliche Ausspra-
che, die man früher noch geübt hat. Das Ge-
nuschel heutiger Redner ist damit nicht zu
vergleichen.
Erinnert mich sehr an meinen alten Griechisch-
und Lateinlehrer Werner Klink.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

crucisalus
Beiträge: 110
Registriert: Donnerstag 15. Oktober 2009, 20:49

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von crucisalus » Freitag 20. November 2009, 16:57

@Robert Ketelhohn

Eben dieser Abschnitt über Ahnenverehrung ect. hat mich stutzig gemacht... aber weiterhin fand ich in seinen Predigten sehr gute Inhalte.

Ich denke mal man kann Pfarrer Hans Milch getrost so stehen lassen. Eine gewisse Ecke benötigt man für ihn sicher nicht.

civilisation
Beiträge: 10481
Registriert: Montag 17. November 2008, 20:15

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von civilisation » Freitag 20. November 2009, 17:27

Was kann eigentlich der verstorbene Pfr. Milch dafür, daß Teile seiner Predigten oder Reden aus dem Zusammenhang genommen von diversen rechtsextremistisch angehauchten Bands für ihre Zwecke in Anspruch genommen werden?

Das sollte man bedenken, wenn man heute auf Pfr. Milch stößt.

Ein Korn läßt sich immer finden.

Eines hat mich jedoch immer wieder beim Umgang mit Atheisten gelehrt. Christen werden gehasst. Der Hass wird dabei jedoch von den Atheisten geschürt. - Mit Pfr. Milch jedoch läßt sich der Hass der Atheisten erklären:

Darum muss die Welt uns hassen,
weil wir im Angesicht der Welt als anmaßend gelten müssen.
Wehe uns, wenn uns die Welt nicht für anmaßend halten muss!
Wehe uns, wehe dir, wehe mir, wenn dich,
wenn mich die Welt nicht hasst
und wenn wir nicht ungeschützt vor dem
Millionenhaufen der sinnlos Lebenden
als Anmaßende und Hassenswerte verfolgt und gehasst werden.


Die Wahrheit ist ganz oder gar nicht.
Teilwahrheit ist dasselbe wie Irrtum.
Wahrheitsfülle ist ein Pleonasmus.
Zur Wahrheit gehört die unteilbare Fülle.
Wer nur ein bisschen oder einen Teil oder
einen Großteil von der Wahrheit hat,
der hat eben die Wahrheit ganz und gar nicht.
Hier bin ich und hier stehe ich.

Benutzeravatar
lifestylekatholik
Beiträge: 8702
Registriert: Montag 6. Oktober 2008, 23:29

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von lifestylekatholik » Freitag 20. November 2009, 18:06

civilisation hat geschrieben:Was kann eigentlich der verstorbene Pfr. Milch dafür, daß Teile seiner Predigten oder Reden aus dem Zusammenhang genommen von diversen rechtsextremistisch angehauchten Bands für ihre Zwecke in Anspruch genommen werden?
Was heißt denn »rechtsextremistisch angehaucht«?

Aber egal: Der Milch macht’s! :daumen-rauf:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

crucisalus
Beiträge: 110
Registriert: Donnerstag 15. Oktober 2009, 20:49

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von crucisalus » Freitag 20. November 2009, 18:28

Was heißt denn »rechtsextremistisch angehaucht«?
Die Frage is zwar nicht an mich gerichtet, aber sowas zum Beispiel ist eindeutig »rechtsextremistisch angehaucht«:

http://lh4.ggpht.com/xiaoyemaoflm/R4DLP ... 717346.jpg

Das hier gezeigte Sonnenrad ist halt nun mal genau jenes, welches man in der Wewelsburg vorfindet - ehemalige Burg für die okkulten Treffen der Nazis im dritten Reich.

Benutzeravatar
lifestylekatholik
Beiträge: 8702
Registriert: Montag 6. Oktober 2008, 23:29

Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von lifestylekatholik » Freitag 20. November 2009, 21:39

crucisalus hat geschrieben:Das hier gezeigte Sonnenrad ist halt nun mal genau jenes, welches man in der Wewelsburg vorfindet - ehemalige Burg für die okkulten Treffen der Nazis im dritten Reich.
Ähm, ich weiß, was die Schwarze Sonne ist und von wem die benutzt wird. Ich habe selbst noch irgendwo welche rumliegen. Was Thronstahl da verwendet ist übrigens gar nicht »genau jenes, welches man in der Wewelsburg vorfindet«.

Ich bezweifle auch gar nicht, dass das alles Rechte (aller möglicher Richtungen) sind. Aber die Formulierung »rechtsextremistisch angehaucht« fand ich etwas blumig und wenig konkret. »Rechtsextremistisch« im Sinne, wie sie die Verfassungsschutzbehörden verwenden? Und was genau meinte »angehaucht«? Sollte das relativierend sein oder war vielleicht doch »durchtränkt« gemeint? Oder hätte man das einfach weglassen können?
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema