Pfarrer Hans Milch

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
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Epiklese
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Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Epiklese » Freitag 6. November 2009, 23:58

Hans Milch: Die Moralpeitsche in frommen Gemeinden:


:daumen-rauf:
Orabo spiritu, orabo et mente; psallam spiritu, psallam et mente.

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Epiklese
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Re: Hans Milch: Die Moralpeitsche in frommen Gemeinden

Beitrag von Epiklese » Samstag 7. November 2009, 22:22

Hans Milch hat übrigens auch ein paar deftige Reden über "die Gemeinsamkeiten von Nationalsozialismus, Bolschewismus und Progressismus" gehalten. :ja:

Edit: Aber leider wissen das viele dieser Neoheiden nicht, die nicht an Gott, sondern an den Glauben glauben, und ihn nur als politisches Schwert gegen den Liberalismus, die Emanzipation usw. mißbrauchen wollen. Gerade bei youtube - wenn man sich manchmal anschaut, was diejenigen, die Milch-Reden hochladen, sonst noch so auf ihren Kanälen anbieten... :nein:
Orabo spiritu, orabo et mente; psallam spiritu, psallam et mente.

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ifugao
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Re: Hans Milch: Die Moralpeitsche in frommen Gemeinden

Beitrag von ifugao » Samstag 7. November 2009, 22:29

Die schönsten Videos bei You Tube sind allerdings verschwunden. :ja:
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Re: Hans Milch: Die Moralpeitsche in frommen Gemeinden

Beitrag von ottaviani » Sonntag 8. November 2009, 14:00

Es ist besser sich hier zu informieren als bei wickipedia hier kann man aich alle Predigten Vorträge und Reden bestellen
http://www.spes-unica.de/

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cantus planus
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Re: Hans Milch: Die Moralpeitsche in frommen Gemeinden

Beitrag von cantus planus » Mittwoch 11. November 2009, 09:27

Die actio spes unica wurde am 8. Februar 1977 als „Kampf- und Sühnegemeinschaft“ von Pfarrer Hans Milch gegründet.

Dem vorangegangen war die Gründung der „Bewegung für Papst und Kirche“ im Jahre 1969, die Hans Milch zusammen mit Professor Walter Hoeres und dem Mannheimer Oberstudienrat Dr. Fritz Feuling ins Leben rief. Ende der sechziger Jahre war Milch der Ansicht, das Zweite Vatikanische Konzil habe „gültige Texte“ verabschiedet, die von so genannten „Modernisten“ absichtlich falsch verstanden und missbraucht würden; diese Sichtweise blieb in der Folgezeit weitgehend auf einige Kleingruppen beschränkt.

In dem Glauben, Gott für die durch den Einbruch des „Modernismus“ in die katholische Kirche zugefügten Beleidigungen stellvertretend Sühne leisten zu müssen, gründete Hans Milch im Jahre 1972 die „Gebets- und Sühnegemeinschaft“ spes unica, deren Mitglieder sich per Gelübde verpflichteten, täglich eine halbe Stunde lang für die „Rettung der Kirche“ zu beten, das Gebet zum hl. Erzengel Michael zu verrichten und jeden Freitag zu fasten.

Doch bereits nach zwei Jahren öffnete Hans Milch die spes unica auch für Menschen, die der katholischen Kirche dienen wollten, ohne sich durch ein so asketisches Gelübde zu verpflichten. Ebenso im Jahre 1974 nahm er Kontakt mit der 1970 in Ecône von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Priesterbruderschaft St. Pius X. auf, und trat für die Ausweitung ihrer Aktivitäten auf Deutschland ein.

Um die Mitte der Siebziger radikalisierte Milch seine Ansichten und betonte, dass das Konzil gegenüber der „progressistischen Katastrophe kein unschuldiges Neutrum ist“, wie er in einem Rundbrief vom März 1977 an die spes-unica-Mitglieder schreibt, sondern dass vielmehr zwischen dem angenommenen Niedergang des „Erscheinungsbildes der [katholischen] Kirche“ und den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils ein enger Zusammenhang bestehe. Mit einem Rundbrief vom 21. Oktober 1976 richtet er daher eine Umfrage an seine „Bewegung für Papst und Kirche“, um herauszufinden, wie viele Mitglieder seine Überzeugung teilen. Nachdem rund 60 % der Mitglieder ihre Zustimmung äußern, vereinigt Hans Milch diese Mitglieder der „Bewegung“ mit der spes unica am 8. Februar 1977 zur actio spes unica.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von ifugao » Mittwoch 11. November 2009, 11:47

Warum so aufgeregt meine Herren?

Wenn Cantus der Wiki-Artikel nicht gefällt, vielleicht sind ihm ja ein paar durchaus sachliche Pressestimmen lieber.

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_h ... ismus.html

http://www.rhein-main.net/sixcms/detail ... 679389.de

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/ ... Blick.html


Pfarrer Milch kannte ich persönlich, da ich ihn jahrelang täglich in der Schule sah. Seine Gemeinde war nur wenige Schritte von meinem Elternhaus und Schule entfernt.
Das damalige Drama habe ich also hautnah miterlebt und ich kenne viele ehemalige Mitglieder dieses Vereines.

Mit netten Grüßen
ifugao
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von ifugao » Mittwoch 11. November 2009, 13:27

Das Einstellen dieses Wikiartikels war durchaus meine Absicht.
Das Thema Pfarrer Milch ist mir seit Jahrzehnten bekannt. Nie aber habe ich diesen Pfarrer mit rechtsextremistischem Gedankengut in Verbindung gebracht. Das war die Gnade meiner späten Geburt, man verzeihe mir diese.
Als ich diesen Wikiartikel vor über einem Jahr zu Gesicht bekam, war ich sehr erstaunt darüber.
Pfarrer Milch hat in seiner Gemeinde zu dieser Zeit eine sehr intensive Jugendarbeit betrieben. Die meisten der damaligen Jugendlichen gehören heute nicht mehr der Gemeinde an. Jahrzehnte später im Gespräch mit ehemaligen Klassenkameraden und Freunden aus dieser Zeit erschütterte mich die eindeutigen Sympathien zum Rechtsradikalismus. Alle waren sie in der Jugendgruppe von Pfarrer Milch. Für mich ein erstaunliches Phänomen das mir nicht erklärlich ist.
So etwas darf man ansprechen finde ich.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von cantus planus » Mittwoch 11. November 2009, 13:34

Ja, so klingt es auch schon anders. :ja:

Dass es in der Jugendarbeit so deutliche rechts-außen-Tendenzen gegeben hat, war mir neu. Aber ich habe Milch natürlich auch nicht mehr kennengelernt und kenne ihn nur durch seine Predigten und Vorträge, die ich alle recht gut finde (man ist ja nicht gezwungen, aus allem die gleichen Schlüsse zu ziehen oder alle Ansichten zu teilen).

Ich bin prinzipiell immer vorsichtig, wenn jemandem Rechtsradikalismus unterstellt wird, weil das oft genug ein inhaltloses Totschlagsargument ist, mit denen linksangehauchte alles verdammen wollen, was nicht in ihr Weltbild passt. Daher meine Reaktion.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Raphael » Mittwoch 11. November 2009, 13:38

ifugao hat geschrieben:Jahrzehnte später im Gespräch mit ehemaligen Klassenkameraden und Freunden aus dieser Zeit erschütterte mich die eindeutigen Sympathien zum Rechtsradikalismus.
Noch einmal: Woraus schließt Du, daß Pfarrer Milch "eindeutige Sympathien zum Rechtsradikalismus" gehabt hat?

Ich hake übrigens deswegen so intensiv nach, weil die gleiche Verleumdungsmethode vor kurzem noch bei Eva Hermann ebenfalls angewandt worden ist.
Nach dem damaligen Auftritt bei Kerner wurde sie zustimmend auf den Seiten der Neonazis zitiert. Sie ist dann mit Unterlassungsverfügungen gerichtlich dagegen vorgegangen.
Pfarrer Hans Milch kann dies aus naheliegenden Gründen nicht mehr selber bewirken ............
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von lifestylekatholik » Freitag 13. November 2009, 11:14

Raphael hat geschrieben:
ifugao hat geschrieben:Jahrzehnte später im Gespräch mit ehemaligen Klassenkameraden und Freunden aus dieser Zeit erschütterte mich die eindeutigen Sympathien zum Rechtsradikalismus.
Noch einmal: Woraus schließt Du, daß Pfarrer Milch "eindeutige Sympathien zum Rechtsradikalismus" gehabt hat?
Auch mich würde eine Antwort auf Raphaels Frage ziemlich interessieren, ifugao.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 13. November 2009, 11:20

(Sprachlich verstehe ich’s eher so, daß sie diese Sympathien nicht bei Pfarrer
Milch selbst, sondern bei den »ehemaligen Klassenkameraden und Freunden
aus dieser Zeit« gefunden habe. Auch da stellte sich natürlich die Frage: wo-
her?)
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von lifestylekatholik » Freitag 13. November 2009, 11:49

Robert Ketelhohn hat geschrieben:(Sprachlich verstehe ich’s eher so, daß sie diese Sympathien nicht bei Pfarrer
Milch selbst, sondern bei den »ehemaligen Klassenkameraden und Freunden
aus dieser Zeit« gefunden habe. Auch da stellte sich natürlich die Frage: wo-
her?)
(Das hatte ich in meinem ursprünglichen Beitrag, den du im Zuge der Generalreinigung gelöscht hast, auch so formuliert.)
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 13. November 2009, 11:51

:streichel:
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von ifugao » Freitag 13. November 2009, 12:50

Robert Ketelhohn hat geschrieben:(Sprachlich verstehe ich’s eher so, daß sie diese Sympathien nicht bei Pfarrer
Milch selbst, sondern bei den »ehemaligen Klassenkameraden und Freunden
aus dieser Zeit« gefunden habe. Auch da stellte sich natürlich die Frage: wo-
her?)
Sorry, ich war zu beschäftigt um gleich zu antworten.

Du hast es richtig verstanden.
Diese Frage stellte ich mir auch und war relativ erschrocken über die weltanschaulichen Ansichten der betroffenen Gläubigen.
Sie entstammen Elternhäusern in denen solches Gedankengut niemals gepflegt wurde. Sie hatten allerdings intensivsten Kontakt mit der damaligen Jugendgruppe die Pfarrer Milch persönlich leitete.
Als ich nach diesen für mich unverständlichen Vorfällen ein wenig recherchierte ich auf die Predigten des Pfarrer Milch gestoßen und habe viele seiner Äußerungen bei den ehemaligen Freunden wiederfinden können. Aufgefallen ist mir ebenfalls eine fast schon fanatisch zu nennende Verehrung zu diesem Mann, der wohl ein relativ charismatischer Prediger war und damals intensive Jugendarbeit betrieben hat. Merkwürdigerweise haben alle eine jemals stattgefundene Beziehung zu Lefebvre
oder der Pius-Bruderschaft heftigst bestritten. :auweia:
Lefebvre habe ich damals höchstpersönlich in Hattersheim gesehen......
Bei diesen Gesprächen hatte ich das Gefühl mich in den größten Nazihochburgen von Deutschland zu befinden, nicht in einem Vorort von Frankfurt.
Für mich und meine demokratische Grundhaltung ist das nicht tolerierbar.
So lange für mich nicht eindeutig die Position der Bruderschaft hinsichtlich der gegen sie gerichteten Vorwürfe geklärt ist, werde ich mich dieser Organisation fernhalten. Als aufrechter Demokrat der ich bin, kann ich mir das in meiner Position nicht erlauben.

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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 13. November 2009, 13:49

Kannst du konkrete Beispiele für die dir damals begegnenden „weltanschaulichen
Ansichten“ nennen? (Unter Begriffe wie „Rechtsradikalismus“ wird heute ja doch
allerhand subsumiert, so daß man mitunter kaum weiß, was – außer pfui! pfui! –
eigentlich gemeint ist.)
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Yeti » Freitag 13. November 2009, 17:02

ifugao hat geschrieben:Als aufrechter Demokrat der ich bin, kann ich mir das in meiner Position nicht erlauben.
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Kannst du konkrete Beispiele für die dir damals begegnenden „weltanschaulichen
Ansichten“ nennen? (Unter Begriffe wie „Rechtsradikalismus“ wird heute ja doch
allerhand subsumiert, so daß man mitunter kaum weiß, was – außer pfui! pfui! –
eigentlich gemeint ist.)
Als aufrechter Demokrat, der du bist, kannst du dir sicher eine sachdienliche Antwort darauf erlauben.
#gottmensch statt #gutmensch

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Niels
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Niels » Freitag 13. November 2009, 17:06

Yeti hat geschrieben:
ifugao hat geschrieben:Als aufrechter Demokrat der ich bin, kann ich mir das in meiner Position nicht erlauben.
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Kannst du konkrete Beispiele für die dir damals begegnenden „weltanschaulichen
Ansichten“ nennen? (Unter Begriffe wie „Rechtsradikalismus“ wird heute ja doch
allerhand subsumiert, so daß man mitunter kaum weiß, was – außer pfui! pfui! –
eigentlich gemeint ist.)
Als aufrechter Demokrat, der du bist, kannst du dir sicher eine sachdienliche Antwort darauf erlauben.
Lieber ifugao,
entweder erlaubst Du Dir als lupenreiner Demokrat konkrete Belege für Deine Behauptungen, oder Du nimmst selbige zurück...ganz einfach! :doktor:
Surrexit Christus spes mea

iustus
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von iustus » Freitag 13. November 2009, 17:12

Wir sind echt gespannt!

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Niels
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Niels » Freitag 13. November 2009, 17:25

iustus hat geschrieben:Wir sind echt gespannt!
:ja:
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civilisation
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von civilisation » Freitag 13. November 2009, 18:27

Ja - ich bin auch gespannt. :ja:

Warum Du Dich nicht konkreter äußerst, weiß ich nicht. - Natürlich kenne ich auch nicht alle Predigten von Pfr. Milch nicht. Und wenn einzelne Aussagen von ihm, der ein hervorragender Prediger war (nach dem, was ich gehört und gelesen habe), von Einzelnen für rechtsextremistische Propaganda mißbraucht werden, dann sind sie aus dem Zusammenhang gerissen.

Was sollte denn falsch sein, an z.B. folgender Aussage:
Die Wahrheit ist ganz oder gar nicht.
Teilwahrheit ist dasselbe wie Irrtum.
Wahrheitsfülle ist ein Pleonasmus.
Zur Wahrheit gehört die unteilbare Fülle.
Wer nur ein bisschen oder einen Teil oder
einen Großteil von der Wahrheit hat,
der hat eben die Wahrheit ganz und gar nicht.
Hier bin ich und hier stehe ich.
...
Darum muss die Welt uns hassen,
weil wir im Angesicht der Welt als anmaßend gelten müssen.
Wehe uns, wenn uns die Welt nicht für anmaßend halten muss!
Wehe uns, wehe dir, wehe mir, wenn dich,
wenn mich die Welt nicht hasst
und wenn wir nicht ungeschützt vor dem
Millionenhaufen der sinnlos Lebenden
als Anmaßende und Hassenswerte verfolgt und gehasst werden.
Aber Pfr. Milch für seine vielleicht etwas "anderen" Sprach- und Wortwahl verurteilen zu wollen, halte ich für vollkommen verkehrt.

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ifugao
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von ifugao » Freitag 13. November 2009, 22:28

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Kannst du konkrete Beispiele für die dir damals begegnenden „weltanschaulichen
Ansichten“ nennen? (Unter Begriffe wie „Rechtsradikalismus“ wird heute ja doch
allerhand subsumiert, so daß man mitunter kaum weiß, was – außer pfui! pfui! –
eigentlich gemeint ist.)

Ihr seid mir heute zu ungeduldig. Gerade habe ich die Hände aus dem Farbeimer gezogen und soll Fragen beantworten.
Na gut.

Äußerungen a la Eva Hermann sind mir nicht aufgefallen. Das wäre zu banal um deshalb überhaupt eine Diskussion zu beginnen.
Durchgängig war aber aller Meinung Juden gehören vergast, immer mit der Nebenbemerkung sie seien schließlich Schuld am Kreuzestod Jesu. Sie haben die Juden in unserer Gegenwart davon nicht ausgenommen. Sie seien deshalb verdammt bis in alle Ewigkeit und das Fegefeuer wäre ihnen gewiß.
Bemerkenswert war auch die ausgeprägte Feindseligkeit gegen ausländische Mitbürger jeglicher religiöser Ausrichtung.
Die Mohammedaner und Buddhisten wurden selbstverständlich noch stärker auf`s Korn genommen....


Nun ja, mir soll es wurscht sein, ich bin keine Katholikin und auch sonst nur ein kleines Kirchenlicht.
Soll da jeder für sich persönlich entscheiden welche Position er in einem solchen Fall vertreten würde.

ifugao
die jetzt wieder Pinsel und Farbe zur Hand nimmt und die Wände streicht.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von ar26 » Samstag 14. November 2009, 08:53

Verzeig ifuago, daß was Du sagst, ist nicht plausibel. Abgesehen davon, daß Du wieder nicht Roß und Reiter nennst, sind da einige logische Brüche drinn. Wer verdammt ist, kommt nicht ins Fegefeuer. Wem das Fegefeuer gewiss ist, der hat quasi schon gewonnen.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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lifestylekatholik
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von lifestylekatholik » Samstag 14. November 2009, 08:55

ifugao hat geschrieben:Durchgängig war aber aller Meinung Juden gehören vergast, immer mit der Nebenbemerkung sie seien schließlich Schuld am Kreuzestod Jesu. Sie haben die Juden in unserer Gegenwart davon nicht ausgenommen. Sie seien deshalb verdammt bis in alle Ewigkeit und das Fegefeuer wäre ihnen gewiß.
:glubsch: So eine Meinung wäre nun allerdings tatsächlich völliger Humbug. :erschrocken:

Mal abgesehen von den kleineren Unstimmigkeiten wie Fegfeuer usw., wie kann man denn von Milch dazu kommen, Juden »vergasen« zu wollen? Das kann ich mir kaum erklären.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Linus » Samstag 14. November 2009, 09:12

Aufrechte Demokraten brauchen ein Feindbild, das Verabscheuungswürdig ist. Die Kirche ist "leider" ganz und gar undemokratisch (abgesehen von den (unkonanonischen) Sowjets in den Pfarren deutscher Zunge). Sie und ihre Glieder eignen sich daher vorzüglich dieses nötige Feinddbild auszufüllen. Damit es aber auch - dem "gesellschaftlichen Konsens" entsprechend - auch kritischen Nachfragern plausibel erscheint, greift man zum braunen Farbtopf, wie Ifugao gerade eben.

Klar gibts manchmal auch berechtigte Kritik - allerdings dann an abgefallenen Gliedern der Kirche - wie Jörg Lanz v. Liebenfels etwa, die dennoch mit Kirche assoziert werden.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von lifestylekatholik » Samstag 14. November 2009, 09:30

Linus hat geschrieben:Damit es aber auch - dem "gesellschaftlichen Konsens" entsprechend - auch kritischen Nachfragern plausibel erscheint, greift man zum braunen Farbtopf, wie Ifugao gerade eben.
Ifugao hat immerhin von persönlichem Erleben erzählt. Sie erzählte von ehemaligen Klassenkameraden, die von Milch begeistert gewesen seien und viele seiner Äußerungen aufgenommen hätten. Diese Leute hätten auch gefordert, alle Juden zu vergasen, und hätten das in einen christlichen Zusammenhang gebracht (der, zumindest so wie geschildert, nicht von Milch stammen kann).

Ich kann nun nicht beurteilen, wo der Fehler liegt, ob besagte Milchschüler wirklich solch einen Blödsinn von sich gegeben haben oder ob ifugao da Dinge missverstanden hat. In jedem Falle würde mich interessieren, wie die Äußerungen zur »Judenvergasung« mit katholischer Lehre und Milch zu vereinbaren sein sollen. Ich sehe dafür keine Möglichkeit.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von cantus planus » Samstag 14. November 2009, 09:32

Es gibt am rechten Rand der Kirche, besonders bei den Tradis, einen ziemlich braunen Sumpf. Die Gemeinschaften wissen das, und sind nicht glücklich darüber. Aber ich würde das schon für plausibel halten, dass sich in Milchs Umfeld so etwas ausgebreitet hat. Ich kannte auch in Bonn solche Fälle.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von ifugao » Samstag 14. November 2009, 09:44

ar26 hat geschrieben:Verzeig ifuago, daß was Du sagst, ist nicht plausibel. Abgesehen davon, daß Du wieder nicht Roß und Reiter nennst, sind da einige logische Brüche drinn. Wer verdammt ist, kommt nicht ins Fegefeuer. Wem das Fegefeuer gewiss ist, der hat quasi schon gewonnen.

Verzeih bitte, so wurde mir das erklärt. Erkläre du es mir besser.

@ all
schön cool bleiben und in dem Thread nicht jedes Wort als Angriff auf die katholische Kirche sehen.
Zuletzt geändert von ifugao am Samstag 14. November 2009, 09:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von lifestylekatholik » Samstag 14. November 2009, 09:46

cantus planus hat geschrieben:Es gibt am rechten Rand der Kirche, besonders bei den Tradis, einen ziemlich braunen Sumpf.
»Brauner Sumpf« ist ja wieder so’n Wischiwaschibegriff. Ich kenne keinen Katholiken, der forderte, alle Juden zu vergasen und das irgendwie mit Schuld an Christi Sühnetod in Verbindung brächte.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von cantus planus » Samstag 14. November 2009, 09:51

Ich aber. Natürlich stehen diese Leute vollkommen außerhalb der kirchlichen Lehre, zumal wegen der hanebüchenden Begründung. Aber sie sind nun mal da. Einzelne nur, aber es gibt sie.
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von lifestylekatholik » Samstag 14. November 2009, 12:42

cantus planus hat geschrieben:Ich aber. Natürlich stehen diese Leute vollkommen außerhalb der kirchlichen Lehre, zumal wegen der hanebüchenden Begründung. Aber sie sind nun mal da. Einzelne nur, aber es gibt sie.
Dass es Irre gibt, ist mir ja klar. Dass Milch sich auch Irrer angenommen hat, weiß jeder, der Milchs Ende kennt.

Weniger klar ist mir, weshalb wir im Milch-Strang über Irre diskutieren, und zwar mit der Unterstellung, Milch hätte deren Irrtum gutgeheißen. Hatte der verlinkte Beitrag von Milch bzw. auch nur irgendeine andere von ihm dokumentierte Äußerung die Möglichkeit gegeben, das so zu interpretieren, als billigte er wenigstens die »Vergasung« auch nur eines Menschen, geschweige denn einer ganzen Gruppe?
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von Marion » Samstag 14. November 2009, 13:01

So wie ich das nach nun ein paar gehörten Vorträgen (mit einer guten Musik hinterlegt, daß sich seine Reden fast wie ne Oper im Takt anhören) abschätze sitzt er politisch schon ziemlich weit rechts. Er hat auch ne Art (die Stimme, die Überzeugung und die Wucht) zu reden die an Hitler und co erinnern.
Multikulti und Religionsfreiheit, Genderzeugs (und was halt sonst so links als gut angesehen ist) predigt er auch nicht, aber Juden soll ein Katholik nicht vergasen sondern bekehren (soweit ich ihn verstanden hab). Weiß nicht wie jemand das mit dem vergasen bei ihm raushören könnte :hae?:
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Re: Pfarrer Hans Milch

Beitrag von ifugao » Samstag 14. November 2009, 13:05

lifestylekatholik hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Ich aber. Natürlich stehen diese Leute vollkommen außerhalb der kirchlichen Lehre, zumal wegen der hanebüchenden Begründung. Aber sie sind nun mal da. Einzelne nur, aber es gibt sie.
Dass es Irre gibt, ist mir ja klar. Dass Milch sich auch Irrer angenommen hat, weiß jeder, der Milchs Ende kennt.

Weniger klar ist mir, weshalb wir im Milch-Strang über Irre diskutieren, und zwar mit der Unterstellung, Milch hätte deren Irrtum gutgeheißen. Hatte der verlinkte Beitrag von Milch bzw. auch nur irgendeine andere von ihm dokumentierte Äußerung die Möglichkeit gegeben, das so zu interpretieren, als billigte er wenigstens die »Vergasung« auch nur eines Menschen, geschweige denn einer ganzen Gruppe?

Der Mord und die Hintergründe sind bis zum heutigen Tage nicht vollständig aufgeklärt.
Wir sollten besser den Mantel des Schweigens darüber legen. Gerüchte gab und gibt es viele.
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