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Gespräche über ausgewählte litterarische Texte.
Petra
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Beitrag von Petra » Mittwoch 29. August 2007, 22:33

Nachdem es hier kürzlich erwähnt wurde, habe ich mal wieder "Die große Scheidung" gelesen.

Kein einfaches Buch. Einges habe ich nicht verstanden. Aber sehr interessant. Empfehlenswert.

(Da der Autor von "Dienstanweisungen an einen Unterteufel" - ein [Punkt] - noch kein eigenes Thema hat, habe ich das mal nachgeholt. C.S.Lewis hat es verdient. :ja: )

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Niels
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Niels » Montag 25. Oktober 2010, 12:25

Kinofilm über das Leben von C.S. Lewis angekündigt: „Surprised by Joy“ („Überrascht von Freude“)
http://www.kath.net/detail.php?id=28647
Surrexit Christus spes mea

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Clemens
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Beitrag von Clemens » Montag 25. Oktober 2010, 14:32

Und unübertroffene Pflichtlektüre (für wen?, ach, was weiß ich!, am besten für alle!!) ist und bleibt mir:
NARNIA :klatsch:

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Lioba
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Lioba » Montag 25. Oktober 2010, 19:36

Mein Lieblingswerk- Till we have Faces.

Mal was Gutes aus der Tube Mere Christianity
Ist zwar auf Auswärts, aber leicht zu verstehen.
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Beitrag von Lioba » Montag 25. Oktober 2010, 19:42

Es gibt schon einen sehr guten älteren biografischen Film.Ich bin sehr gespannt auf den neuen. :ja:
Shadowlands.
Bild
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Re: Film und Kino

Beitrag von Nassos » Dienstag 28. Dezember 2010, 04:21

Von einem lutherischen Pastor: der orthodoxe C.S. Lewis.
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

Evagrios Pontikos
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Beitrag von Evagrios Pontikos » Dienstag 28. Dezember 2010, 14:34

Zwei Bücher von C.S. Lewis, die vielleicht seine wichtigsten sind: The four loves (dt.: Was man Liebe nennt) und The abolition of man (dt.: Die Abschaffung des Menschen).

Und dann müsste man sicher noch erwähnen: The Problem of Pain , das der große Josef Pieper ins Deutsche übersetzt hat (dt.: Über den Schmerz).

Aber eigentlich sind alle Bücher von C. S. Lewis einfach großartig. Einer meiner absoluten Lieblingsautoren! Schade, dass es von ihm keine deutsche Gesamtausgabe, z.B. seiner christlich-philosophischen Werke gibt.

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Beitrag von Lioba » Dienstag 28. Dezember 2010, 14:44

Gibt es eigentlich zeitgenössische christliche Autoren, die an Chesterton, Pieper oder Lewis herankommen? Ich meine jetzt Laien, nicht Kleriker?
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Beitrag von Evagrios Pontikos » Dienstag 28. Dezember 2010, 14:49

Lioba hat geschrieben:Gibt es eigentlich zeitgenössische christliche Autoren, die an Chesterton, Pieper oder Lewis herankommen? Ich meine jetzt Laien, nicht Kleriker?
Robert Spaemann ist und Josef Pieper war ein großer Bewunderer von C. S. Lewis. Beides sind aber Philosophen und deshalb schwerer zu lesen. Ansonsten sind mir keine Autoren bekannt, die Lewis das Wasser reichen könnten.

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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Pit » Mittwoch 29. Dezember 2010, 17:16

Evagrios Pontikos hat geschrieben: ...
Aber eigentlich sind alle Bücher von C. S. Lewis einfach großartig.
Schade, dass es von ihm keine deutsche Gesamtausgabe, z.B. seiner christlich-philosophischen Werke gibt.
Dem kann ich nur zustimmen! :)
Persönlich habe ich den Eindruck, daß C.S.Lewis hierzulande bei den Evangelikalen weit bekannter ist als bei den Katholiken, leider.
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Beitrag von Pit » Mittwoch 29. Dezember 2010, 17:17

Lioba hat geschrieben:Gibt es eigentlich zeitgenössische christliche Autoren, die an Chesterton, Pieper oder Lewis herankommen? ...
Katholisch oder allgemein christlich?
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Beitrag von Lioba » Mittwoch 29. Dezember 2010, 17:20

Allgemein christlich.
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Beitrag von cantus planus » Mittwoch 29. Dezember 2010, 17:21

Der ist ja in Beaconsfield, Buckingshamshire, begraben. Ich fasse es nicht. Da bin ich ständig dran vorbeigekommen, und habe in den ersten Tagen in England dort sogar im Hotel gewohnt.

Dass mir das keiner gesagt hat! *haare-rauf*
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Beitrag von Pit » Mittwoch 29. Dezember 2010, 17:22

Evagrios Pontikos hat geschrieben: ...
Robert Spaemann ist ... ein großer Bewunderer von C. S. Lewis. ....
Ein Freund hat mir ein Buch von Spaemann über die Moral empfohlen- bei Beck oder bei Reclam erschienen- sozusagen eine kurze Einführung in die Morallehre/-debatte- kennst Du es vieleicht.
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Beitrag von Lioba » Mittwoch 29. Dezember 2010, 17:25

Noch nicht, aber ich suche gleich mal die Internet - Antiquariate ab. :huhu:
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Beitrag von Pit » Mittwoch 29. Dezember 2010, 17:25

Lioba hat geschrieben:Allgemein christlich.
Von den zeitgenössischen, noch lebenden?
Vieleicht noch Richard Foster und Phillip Yancey, beide freikirchlich, ansonsten wird es sehr schwer, einen zeitgenössischen christlichen Autor zu finden, der Lewis das Wasser reichen kann.
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Beitrag von Lioba » Mittwoch 29. Dezember 2010, 18:34

Hast du etwas von ihnen gelesen was du empfehlen könntest?
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Beitrag von Pit » Mittwoch 29. Dezember 2010, 18:52

Lioba hat geschrieben:Hast du etwas von ihnen gelesen was du empfehlen könntest?
Von Richard Foster
"Viele Quellen hat der Strom- aus dem Reichtum der Glaubensgeschichte schöpfen" (warscheinlich nur noch antiquarisch zu bekommen.
Er schreibt in einzelnen Kapiteln über die Traditionen und erklärt sie ausführlich (die Tradition der Kontemplation, die soziale Tradition, die charismatische Tradition usw.) und bringt biographische Erläuterungen zu typischen Vertretern der jeweiligen Tradition und zwar geschichtlich und aus der Bibel.
Beispiel:
Tradition der Kontemplation:
Beispiel aus der Geschichte:Antonius
" " der Bibel : der Lieblingsjünger Johannes

Absolut lesenswert!! :)
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Beitrag von Lioba » Mittwoch 29. Dezember 2010, 19:33

Habe es antiquarisch bestellen können - bin gespannt. :ja:
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Beitrag von Evagrios Pontikos » Donnerstag 30. Dezember 2010, 14:06

Zur Frage, ob es noch andere christliche Philosophen gibt, habe ich ja schon auf Robert Spaemann verwiesen. Allerdings haben seine Texte ein hohes "Abstraktionsniveau", wie man so schön sagt. Deshab sind sie nicht einfach zu lesen. Hier drei Empfehlungen:

Von Robert Spaemann gibt es das Bändchen Einsprüche: Christliche Reden, Johannes Verlag Einsiedeln. Und dann seine beiden relativ jungen Büchlein Das unsterbliche Gerücht und Der letzte Gottesbeweis.

Gerade das erste Bändchen eignet sich hervorragend als erster Einstieg in das Denken von Robert Spaemann. Es versammelt folgende Vorträge:

- Die Frage nach der Bedeutung des Wortes "Gott"
- Mystik und Aufklärung
- Christliche Religion und Ethik
- Wovon handelt die Moraltheologie? Bemerkungen eines Philosophen
- Theologie und Pädagogik
- Über den Sinn des Leidens

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Beitrag von Evagrios Pontikos » Donnerstag 30. Dezember 2010, 14:21

Pit hat geschrieben:
Evagrios Pontikos hat geschrieben: ...
Robert Spaemann ist ... ein großer Bewunderer von C. S. Lewis. ....
Ein Freund hat mir ein Buch von Spaemann über die Moral empfohlen- bei Beck oder bei Reclam erschienen- sozusagen eine kurze Einführung in die Morallehre/-debatte- kennst Du es vieleicht.
Meinst Du das Büchlein Moralische Grundbegriffe (Beck'sche Reihe)? Es ist ein Büchlein, in dem Spaemann eben Grundbegriffe der Moralphilosophie bedenkt. Spaemann geht dort auf grundlegende philosophische Fragen ein, wie z.B. "Sind Gut und Böse relativ?" oder auch "Heiligt der Zweck die Mittel?" Es handelt sich um den Abdruck von Beiträgen, die Spaemann ursprünglich im Bayerischen Rundfunk 1981 gebracht hat. Insofern sind sie auch leichter zu lesen, da sie ursprünglich als Radiovorträge konzipiert waren. Und man kann die Beiträge auch in der Reihenfolge lesen, die einen besonders interessiert.

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Beitrag von Pit » Donnerstag 30. Dezember 2010, 16:10

Evagrios Pontikos hat geschrieben: ...
Meinst Du das Büchlein Moralische Grundbegriffe (Beck'sche Reihe)?
...
Exakt das meinte ich! :)
Ich danke Dir für die Infos, Evagrios!
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Beitrag von HeGe » Montag 3. Januar 2011, 15:56

Evagrios Pontikos hat geschrieben:Von Robert Spaemann gibt es das Bändchen Einsprüche: Christliche Reden, Johannes Verlag Einsiedeln. Und dann seine beiden relativ jungen Büchlein Das unsterbliche Gerücht und Der letzte Gottesbeweis.
Letzteres habe ich gelesen und auch als Laie ohne Hintergrundwissen verstanden. (Bilde ich mir jedenfalls ein.)
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Beitrag von overkott » Montag 3. Januar 2011, 16:57

HeGe hat geschrieben:
Evagrios Pontikos hat geschrieben:Von Robert Spaemann gibt es das Bändchen Einsprüche: Christliche Reden, Johannes Verlag Einsiedeln. Und dann seine beiden relativ jungen Büchlein Das unsterbliche Gerücht und Der letzte Gottesbeweis.
Letzteres habe ich gelesen und auch als Laie ohne Hintergrundwissen verstanden. (Bilde ich mir jedenfalls ein.)
Spaemann betrachtet sich als letzten großen Zweifler, wenn er Gott in Frage stellt und glaubt, eine letzte Antwort auf diese Frage gefunden zu haben.

Zurecht stellt er fest, dass das menschliche Denken sich in Sprache äußert und Sprache einer Grammatik folgt und dass die Gegenwart die Vergangenheit der Zukunft ist.

Aber was beweist das schon?

In der Parabel vom reichen Mann und dem armen Lazarus lässt der heilige Lukas Abraham prophetisch sagen:

Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Es kommt also nicht auf den letzten Beweis an, sondern auf das Prinzip: Gott ist das Wort des Anfangs, das "Fiat", das "So sei es", das "Amen" zur "Schöpfung, das "Ja-Wort" zum Menschen, das "Ja" zum Leben.

Als Prinzip findet sich Gott in der Schöpfung überall. Und wer ihn nicht überall sieht, findet nichts außer vielleicht einen Götzen - und sei es einen Götzen der Vernunft.

Gott ist das Selbstverständnis der Schöpfung, der Geist, der sich die Schöpfung zum Tempel gemacht hat, wie auch der Mensch seinen Leib zum Tempel Gottes machen soll.

Gott ist das Subjekt, das Prädikat und das Objekt der Schöpfung. Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in der vollendeten Zukunft.

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Beitrag von HeGe » Montag 3. Januar 2011, 17:01

Spaemann verstehe ich, aber der Overkott ist mir zu hoch! :nuckel:
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Beitrag von overkott » Montag 3. Januar 2011, 17:03

Spaemann ist auch nicht schlecht.

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Beitrag von Evagrios Pontikos » Montag 3. Januar 2011, 17:48

overkott hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:
Evagrios Pontikos hat geschrieben:Von Robert Spaemann gibt es das Bändchen Einsprüche: Christliche Reden, Johannes Verlag Einsiedeln. Und dann seine beiden relativ jungen Büchlein Das unsterbliche Gerücht und Der letzte Gottesbeweis.
Letzteres habe ich gelesen und auch als Laie ohne Hintergrundwissen verstanden. (Bilde ich mir jedenfalls ein.)
Spaemann betrachtet sich als letzten großen Zweifler, wenn er Gott in Frage stellt und glaubt, eine letzte Antwort auf diese Frage gefunden zu haben.

Zurecht stellt er fest, dass das menschliche Denken sich in Sprache äußert und Sprache einer Grammatik folgt und dass die Gegenwart die Vergangenheit der Zukunft ist.

Aber was beweist das schon?
Das beweist alles! Allerdings muss einem das einleuchten, in dem Sinne, dass Gott einem ein Licht aufgehen lässt.

Auch Spaemanns Gottesbeweis ist kein "Beweis" im Sinne einer mathematischen Beweisführung, dass es Gott "gibt". Denn Gott "gibt" es ja nicht in dem Sinne, wie es Geschaffenes gibt. Mathematische Beweise deduzieren letztlich das zu Beweisende aus Voraussetzungen, den Axiomen. Gott dagegen hat ja gerade keine Voraussetzungen. Er ist der ursprungslose Ursprung. Gott ist kein der Vernunft aufweisbares innerweltliches Objekt. Sondern, und das ist Spaemanns Beweis, Gott ist der Urgrund, die Voraussetzung dessen, dass es überhaupt etwas "geben" kann, nämlich auch Vergangenheit. Es kann nur Vergangenheit geben, wenn es ein absolutes Bewusstsein "gibt", für das die Vergangenheit auch dann einmal gewesen ist, wenn kein geschaffenes Bewusstsein mehr vorhanden ist, das sich an diese Vergangenheit erinnert. Insofern kann das menschliche Bewusstsein nur als Abbild jenes ungeschaffenen, absoluten Bewusstseins verstanden werden, wenn wir die intuitive Voraussetzung bejahen, dass Vergangenes auch dann noch geschehen ist, wenn es kein Bewusstsein mehr gibt, dass sich an es erinnert. Spaemann bringt hier in genialer Weise das zur Sprache, was die Rede vom Menschen als imago Dei meint und was im Siebten Ökumenischen Konzil dogmatisiert worden ist (nämlich dass Gescchaffenes, die Ikonen, Abbild eines Urbildes sind).

Der Zugang zu dieser Wirklichkeit ist ein intuitiver. Deshalb spotten die Szientisten über Spaemann, weil sie zu keiner intuitiven Unmittelbarkeit mehr fähig sind. Sie verkennen, dass selbst ihr objektivierendes Denken einen Betrachtungspunkt außerhalb allem, was ist, voraussetzt. In diesem Sinne wäre Gott die schlechthinnige Objektivität, die nicht wieder als Gedanke subjektiv eingeholt werden kann.

Gott ist der ursprungslose Ursprung, das Sein schlechthin. Das wurde seit den Kirchenvätern, über Anselm von Canterbury und Thomas von Aquin immer wieder in neuen Worten ausgesagt. Spaemann versucht, die Denkformen unserer Zeit, die Subjektivität nur als biologistischen Zustand eines Gehirnes denken können, für diese intuitive Erkenntnis des absoluten Seins Gottes aufzubrechen. Insovern versucht Spaemann das Denken dieser großen Väter in unsere Zeit hinein zu "übersetzen". Mich fasziniert er mehr als jeder andere zeitgenössische Denker.

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Beitrag von overkott » Montag 3. Januar 2011, 18:30

Evagrios Pontikos hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:
Evagrios Pontikos hat geschrieben:Von Robert Spaemann gibt es das Bändchen Einsprüche: Christliche Reden, Johannes Verlag Einsiedeln. Und dann seine beiden relativ jungen Büchlein Das unsterbliche Gerücht und Der letzte Gottesbeweis.
Letzteres habe ich gelesen und auch als Laie ohne Hintergrundwissen verstanden. (Bilde ich mir jedenfalls ein.)
Spaemann betrachtet sich als letzten großen Zweifler, wenn er Gott in Frage stellt und glaubt, eine letzte Antwort auf diese Frage gefunden zu haben.

Zurecht stellt er fest, dass das menschliche Denken sich in Sprache äußert und Sprache einer Grammatik folgt und dass die Gegenwart die Vergangenheit der Zukunft ist.

Aber was beweist das schon?
Gott "gibt" es ja nicht in dem Sinne, wie es Geschaffenes gibt. Mathematische Beweise deduzieren letztlich das zu Beweisende aus Voraussetzungen, den Axiomen. Gott dagegen hat ja gerade keine Voraussetzungen. Er ist der ursprungslose Ursprung. Gott ist kein der Vernunft aufweisbares innerweltliches Objekt.
Richtig. Man kann analog dem ersten Satz der Bibel auf Gott als selbstevidentes Prinzip hinweisen und entsprechend auf das Verhältnis des Ganzen zu seinen Teilen. Denn wenn man von Gott Herr die Welt ableitet, versteht man auch, dass die Welt im Prinzip gut ist und erst in der Abkehr vom Guten schlecht wird. Das ist logisch. Da braucht man keinem Rationalisten etwas vorzumysteln.

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Beitrag von overkott » Montag 3. Januar 2011, 18:39

Aber nicht die Vergangenheit ist die Voraussetzung allen Seins, sondern die Ewigkeit, weil nicht das Teil die Voraussetzung des Ganzen ist, sondern das Ganze Voraussetzung seiner Teile.

Gott ist daher auch das allumfassende Subjekt, an der jede Subjektivität Teil hat. Diese prinzipielle Subjektivität ist das Kennzeichen der Personalität.

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Beitrag von overkott » Mittwoch 5. Januar 2011, 19:05

Wir haben in diesem Jahr zu Weihnachten A Christmas Carrol wieder gesehen. Es war nicht ganz so spektakulär wie 3D im Kino. Aber immerhin. Die Kinder fanden, dass manche Effekthascherei der Geschichte etwas abträglich war.

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Beitrag von Pit » Mittwoch 5. Januar 2011, 22:15

Overkott, ein Freund sagte vor Kurzem zu mir:
"Gott "gibt" es nicht, aber ich bin überzeugt, daß er existiert!" ;)
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Beitrag von Lioba » Mittwoch 5. Januar 2011, 22:39

Wir haben- trotz Bedenken- den aktuellen Narnia-Film gesehen.
Nicht mehr soviel Schlachtengetümmel, dafür noch weiter weg vom Original.
Die Versuchungen, die auf den Inseln lauerten waren psychologisch gut gemacht, ebenso die Entwicklung von Eustace, von daher mit mehr Tiefgang als der Vorgänger, aber der geistliche Aspekt eher flach. Der kam bei der technisch inzwischen veralteten BBC- Serie besser raus.
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