Gute Gutenachtgeschichten

Gespräche über ausgewählte litterarische Texte.
Stilus
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Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Stilus » Freitag 17. September 2010, 15:18

Hallo liebe Mitglieder des Geiheimzirkels der letzten Gutennachtgeschichtenvorleser :huhu:


Gestern hab ich Selma Lagerlöff für meine kleine Siebenjährige rausgesucht:

:engel: Die Geschichte vom Rotkehlchen. :engel:


Was lest Ihr Euren Kindern an Gehaltvollem zur Nacht vor?

Fragt Stilus
Uns ist geschenkt sein Heilger Geist
Ein Leben das kein Tod entreißt.


Jesus rettet!
Buddha macht nur inkrementelle Backups…

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ifugao
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von ifugao » Freitag 19. November 2010, 19:25

Ich fange mal an....

Der Weise

Aufgeregt kam jemand zu Sokrates gelaufen.
" Höre Sokrates,das muß ich dir erzählen,wie mein Freund.....
" Halt ein! unterbrach ihn der Weise," hast Du das, was du
mir sagen willst durch die drei Siebe geschüttelt?"
Drei Siebe? fragte der andere voll Verwunderung.
Ja mein Freund, drei Siebe! Laß sehen,0b das, was Du
mir erzählen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht.
Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast Du alles, was du mir
erzählen , geprüft, ob es wahr ist.? Nein ,ich hörte es
erzählen, und... So, so.Aber sicher hast Du es mit dem
zweiten Sieb geprüft, es ist das Sieb der Güte. Ist das
was Du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr
erwiesen, wenistens gut? Nein das nicht, im Gegenteil
.."Dann, unterbrach ihn der Weise," laß uns auch das
dritte Sieb noch anwenden, und laß uns fragen,ob es
notwendig ist.das zu erzählen,was Dich erregt?
Notwendig ist es gerade nicht..." Also", lächelte
Sokrates, wenn das, was Du mir erzählen willst, weder
wahr noch gut, noch notwendig ist, so laß es begraben sein
und belaste Dich und mich nicht damit.
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
Mahatma Gandhi

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Lioba
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Lioba » Freitag 19. November 2010, 20:07

Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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Hubertus
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Hubertus » Freitag 19. November 2010, 20:45

Also, ich lese sehr gern aus einem Buch vor, das wohl noch aus den Kindertagen meines Vaters stammen dürfte und in dem ich als Kind schon sehr gerne las. Es ist nun wieder neu aufgelegt worden und spricht Kinder vor allem durch die, wie ich finde, sehr gelungenen Bilder an. Es ist das große Buch von den heiligen Namenspatronen von Josef Quadflieg. Bei Amazon kann man sogar einen Blick ins Buch werfen. Die Texte haben eine perfekte Länge und sind sowohl sprachlich sehr gut geeignet als auch noch "ungebrochen katholisch", wenn man das mal so nennen darf - die erste Auflage erschien, glaube ich, im Jahre 1954.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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ifugao
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von ifugao » Sonntag 21. November 2010, 07:59

Verborgenes Gutes zu tun. Die Kirche der Liebe.

Sie hat keine Struktur nur Verstehen.
Sie hat keine Mitgliedschaft, außer denen, die wissen das sie dazu gehören.Sie hat keine Rivalen, weil sie nicht sich durchzusetzen trachtet.
Sie hat keine Macht- Anspruch,Ehrgeiz sucht nur zu dienen.
Sie erkennt alle großen Lehrer aller Zeiten an,welche Zeugnis von der Wahrheit
der Liebe gegeben haben.
Diejenigen,die teilnehmen,praktizieren die Wahrheit der Liebe, in allem,was sie sind.
Keine Lebensweise oder Natonalität ist ein Hemmnis. Diejenigen, die drin sind wissen
es.
Sie verkünden sie nicht mit lauter Stimme sonder in den stillen Bereichen der Liebe.
Sie grüßt ehrerbietig all die Wegbereiter der Vergangenheit, die dafür
ihren Preis bezahlt haben.
Sie lässt keine Hierarchie oder Struktur zu, den niemand ist größer als ein anderer.
Ihre Mitglieder werden einander an ihren Taten und an ihren Sein erkennen und an
ihren Augen und an keinem äußeren Merkmal als an dem der brüderlichen
Umarmung.
Jede und jeder von ihnen werden ihr Leben in der stillen Liebe an die Nächsten
die Umwelt und die Erde widmen, während sie ihre Aufgabe ( Tagewerk) nachgehen,
wie bedeutend und gering sie auch sein möge.
Für sie ist der Größte Plan vorrangig, der nur verwirklich werden kann,wenn die
Menschheit in allem, was sie tut, der Liebe Vorang gibt.
Sie verspricht keine Belohnung, weder hier noch in der Nächsten Welt außer der
unverlöchenden Freude des Seins und des Liebens.
Sie hat kein Geheimnis, keine Einweihung,außer dem Verständnis der Kraft
der Liebe und das was wenn wir es wollen- die Welt sich verändern kann,aber nur,
wenn wir uns selbst ändern.
Alle die sich zugerörig fühlen,gehören dazu sie gehören zur Kirche der Liebe.
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
Mahatma Gandhi

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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Hubertus » Sonntag 21. November 2010, 16:22

:schnarch: Na also, geht doch ...
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von ifugao » Sonntag 28. November 2010, 07:31

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann


Der Briefwechsel zwischen der kleinen Virginia O'Hanlon und dem Chefredakteur der Zeitung "The New York Sun", Francis P. Church, erschien erstmals im Jahr 1897. Er wurde "alle Jahre wieder" auf der Titelseite der Sun abgedruckt, bis die Zeitung im Jahre 1950 ihr Erscheinen einstellte. Heute gilt der Artikel als ein amerikanischer Weihnachtsklassiker.

»Lieber Herr Chefredakteur,

ich bin acht Jahre alt. Manche von meinen kleinen Freunden sage, es gebe keinen Weihnachtsmann. Papa sagt: "Wenn's in der Sun steht, dann stimmt's." Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?

Virginia O'Hanlon«

»Liebe Virginia,

deine kleinen Freunde haben Unrecht. Sie zweifeln, weil Zweifeln heutzutage modern ist. Sie glauben nur, was sie sehen. Sie meinen, es kann nichts geben, was sie mit ihrem kleinen Verstand nicht verstehen können.

Liebe Virginia, der Verstand von allen Menschen, von Erwachsenen wie von Kindern, ist klein. In unserem großen Universum sind wir Menschen an Geist nur wie Insekten, wie Ameisen, verglichen mit der unendlichen Welt um uns herum, und gemessen an der Intelligenz, die nötig wäre, die ganze Wahrheit und alles Wissen zu begreifen.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann! Es gibt ihn so sicher, wie es Liebe und Großzügigkeit und Treue gibt, und du weißt ja, die gibt es reichlich. Sie machen dein Leben schön und froh. Ach, wie finster wäre doch die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Sie wäre so traurig, wenn es keine kleinen Mädchen gäbe, die Virginia heißen. Es gäbe keine Poesie, keine Zärtlichkeit, die unser Leben erträglich machen. Wir könnten uns nur über etwas freuen, was man sieht und versteht. Das Licht, das Kinder hinaus in die Welt strahlen, wäre ein für alle Mal weg.

Nicht an den Weihnachtsmann glauben? Dann könntest du ebenso nicht an Feen glauben. Du könntest auch deinen Papa dazu bringen, daß er Leute anstellt, um am Heiligen Abend alle Schornsteine zu überwachen und den Weihnachtsmann einzufangen. Aber selbst wenn du es nicht sähest, wie der Weihnachtsmann durch den Schornstein kommt, was würde das beweisen? Kein Mensch sieht den Weihnachtsmann. Aber das heißt noch lange nicht, daß es den Weihnachtsmann nicht gibt.

Die wahrsten Dinge auf dieser Welt sind Sachen, die weder Kinder noch große Leute sehen können. Hast du je gesehen, wie die Feen auf den Wiesen tanzen? Natürlich nicht. Aber das heißt noch lange nicht, daß sie nicht da sind. Es kann überhaupt niemand begreifen oder sich vorstellen, was es auf dieser Welt alles für Wunder gibt, die man nicht sieht und auch nicht sehen kann. Eine Kinderrassel kann man aufreißen und nachschauen, was da drin rasselt. Aber vor der unsichtbaren Welt hängt ein Schleier, den nicht der stärkste Mann, nicht einmal die allerstärksten Männer, die je gelebt haben, mit vereinten Kräften zerreißen könnten. Nur Glaube, Poesie, Liebe und Zärtlichkeit können den Vorhang wegziehen und die unbeschreibliche Schönheit und Herrlichkeit sehen, die dahinter steckt.

Ist das alles auch wahr? Ach, Virginia, es gibt auf der ganzen Welt sonst nichts, was wahr ist und bleibt. Kein Weihnachtsmann? Gott sei Dank! Er lebt, und er wird ewig leben. In tausend Jahren, liebe Virginia, ja in zehnmal zehntausend Jahren wird er immer noch Kinderherzen froh machen.

Dein Francis P. Church«
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von ifugao » Sonntag 28. November 2010, 08:42

Passend zum 1. Advent....

Ansprache einer Kerze (Hans Albert Höntges)

Ihr habt mich angezündet und schaut – nachdenklich oder versonnen in mein LichtVielleicht freut Ihr Euch ein bisschen dabei.Ich jedenfalls freue mich,dass ich brenne. Wenn ich nicht brennen würde, dann läge ich in einem Karton.In so einem Karton haben wir aber überhaupt keinen Sinn. Da liegen wir nur herum. Einen Sinn habe ich nur, wenn ich brenne. Und jetzt brenne ich.Aber seit ich brenne, bin ich schon ein kleines bisschen kürzer geworden. Das ist schade, denn ich kann mir schon ausrechnen,wann ich so kurz bin,dass ich nur noch ein kleines Stümpchen bin. Aber so ist das: Es gibt nur zwei Möglichkeiten – entweder ich bleibe ganz und unversehrt und im Karton, dann werde ich nicht kürzer, dann geht mir überhaupt nichts ab – aber dann weiß ich nicht, was ich eigentlich soll – oder ich gebe Licht und Wärme, dann weiß ich,wofür ich da bin, dann muß ich aber etwas geben dafür; von mir selbst, mich selber. Das ist schöner als kalt und sinnlos im Karton.So ist das auch bei Euch Menschen, genauso. Entweder Ihr bleibt für Euch, dann passiert Euch nichts, dann geht Euch nichts ab – aber dann wisst Ihr auch eigentlich nicht so recht: Warum. Dann seid Ihr wie Kerzen im Karton. – Oder Ihr gebt Licht und Wärme. Dann gebt Ihr einen Sinn. Dann freuen sich die Menschen, dass es Euch gibt. Dann seid Ihr nicht vergebens da.Aber dafür müsst Ihr etwas geben: Von Euch selber, vor allem,was in Euch lebendig ist: Von Eurer Freude, Eurer Herzlichkeit, von Eurer Treue, Eurem Lachen, Eurer Traurigkeit, von Euren Ängsten, von Euren Sehnsüchten, von allem,was in Euch ist.Ihr braucht keine Angst zu haben,wenn Ihr dabei kürzer werdet. Das ist nur äußerlich. Innen werdet Ihr immer heller. Denkt ruhig daran, wenn Ihr in eine brennende Kerze seht, denn so eine Kerze seid Ihr selber. Ich bin nur eine kleine, einzelne Kerze. Wenn ich allein brenne, ist mein Licht nicht groß und die Wärme,die ich gebe, ist gering. Ich allein – das ist nicht viel. Aber mit anderen zusammen ist das Licht groß und die Wärme stark.Das ist einfach zu begreifen. Und wieder: Bei Euch Menschen ist das genauso. Einzeln, für euch genommen,ist euer Licht nicht gewaltig und die Wärme klein. Aber zusammen mit anderen,da seid Ihr viel. Licht ist ansteckend!

Als der Krieg zu Ende war, fand in Los Angeles eine Feier der Bürger statt.Man feierte den Frieden. Bei seiner Ansprache sagte der Bürgermeister: „ Ich möchte Ihnen etwas zeigen. In wenigen Augenblicken werden die Scheinwerfer im Stadion gelöscht. Es wird hier ganz finster werden. Ich werde dann das winzige Licht eines einzigen brennenden Streichholzes hochhalten. Sie werden es alle sehen. Dann bitte ich Sie alle, auch ein Streichholz anzuzünden und das Licht hochzuhalten.“Das Licht ging aus. Es wurde stockfinster im Stadion. Dann schauten alle auf das kleine flackernde Licht in der Hand des Bürgermeisters: Rührend aber winzig. Und dann hörte man das Rascheln der Streichholzschachteln. Und mehr als 80.000 kleine Lichter gingen an – und das Stadion wurde wieder hell von all dem Licht.„Vergesse Sie dieses Bild nicht“,rief der Bürgermeister:„Ein Licht ist wenig, aber das Licht ist ansteckend, viele Lichter sind hell.“Und noch etwas: Manchmal geschieht es,dass im Haushalt plötzlich das Licht ausgeht. Dann ist es unerwartet finster, und alle rufen nach einer Kerze. Dann werden Schubladen gezogen, ein Streichholz wird angemacht, und mit dem Anzünden der Kerze ist die Dunkelheit überwunden: Mit einem einzigen Licht. So ist es auch wieder unter Euch Menschen. Es ist nicht alles gut in dieser Welt. Vieles ist finster und kalt.Viele klagen und schimpfen darüber. Manche hören überhaupt nicht auf, sich und anderen vorzujammern, wie miserabel es allen und ihnen im Besonderen geht. Aber ein einziges Licht, das brennt, ist mehr als alle Dunkelheit.Lasst Euch deshalb Mut machen und wrtet nicht auf die anderen. Laßt Euch anzünden, brennt und leuchtet und wärmt. Das ist der Sinn Eures Lebens, wie es der Sinn einer einfachen Kerze ist.Und wenn Ihr Zweifel habt, ob das auch stimmt, dann zündet eine Kerze an – und schaut in die lebendige Flamme und begreift das Gleichnis.
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
Mahatma Gandhi

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Irmgard
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Irmgard » Sonntag 5. Dezember 2010, 17:15


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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Nassos » Sonntag 5. Dezember 2010, 20:51

Ich fand "Sofies Welt" damals sehr gut!
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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incarnata
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von incarnata » Montag 6. Dezember 2010, 19:44

Ich habe einen Verwandten,der hat die Erkenntnisse aus "Sophies Welt" zum Anlass genommen
so tiefe Glaubenszweifel zu bekommen,dass er aus der Kirche ausgetreten ist.
Ich kann das nicht nachvollziehen, wir haben die griechischen wie die modernen Philosophen in der Schule durchgenommen und ich habe dadurch keinerlei Glaubenszweifel bekommen.
der Neffe hat aber wohl nicht so ne gute Schulbildung ;da war ihm Sophies Welt so eine Art Geistesblitz und er glaubt jetzt Glauben sei etwas Unvernünftiges.Für mich fängt der Glaube da an wo die Philosophie allein nicht weiterkommt.Also vorsicht mit Sophies Welt in Kinderköpfen ohen Kommentar.
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

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Benedikt
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Benedikt » Montag 6. Dezember 2010, 20:14

incarnata hat geschrieben:Ich habe einen Verwandten,der hat die Erkenntnisse aus "Sophies Welt" zum Anlass genommen
so tiefe Glaubenszweifel zu bekommen,dass er aus der Kirche ausgetreten ist.
Ich kann das nicht nachvollziehen, wir haben die griechischen wie die modernen Philosophen in der Schule durchgenommen und ich habe dadurch keinerlei Glaubenszweifel bekommen.
der Neffe hat aber wohl nicht so ne gute Schulbildung ;da war ihm Sophies Welt so eine Art Geistesblitz und er glaubt jetzt Glauben sei etwas Unvernünftiges.Für mich fängt der Glaube da an wo die Philosophie allein nicht weiterkommt.Also vorsicht mit Sophies Welt in Kinderköpfen ohen Kommentar.
Ich habe Sofies Welt als Jugendlicher gelesen und fand es ziemlich manipulativ. Die Story hingegen fand ich recht schwach.
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Marion » Montag 6. Dezember 2010, 20:16

Hubertus hat geschrieben:Also, ich lese sehr gern aus einem Buch vor, das wohl noch aus den Kindertagen meines Vaters stammen dürfte und in dem ich als Kind schon sehr gerne las. Es ist nun wieder neu aufgelegt worden und spricht Kinder vor allem durch die, wie ich finde, sehr gelungenen Bilder an. Es ist das große Buch von den heiligen Namenspatronen von Josef Quadflieg. Bei Amazon kann man sogar einen Blick ins Buch werfen. Die Texte haben eine perfekte Länge und sind sowohl sprachlich sehr gut geeignet als auch noch "ungebrochen katholisch", wenn man das mal so nennen darf - die erste Auflage erschien, glaube ich, im Jahre 1954.
Das schaut gut aus!
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

Paul Heliosch
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Paul Heliosch » Donnerstag 3. März 2011, 21:23

Eine GuteNacht-Geschichte für fortgeschrittene Kinder


Die Wahrheit der Gazellen

Bild

Der französische Dichter und Pilot (Exupéry) erzählt, daß er und einige Kameraden in einer Oase am Rande der Sahara einmal Gazellen aufgezogen hatten:

“Wir sperrten sie im Freien in ein vergittertes Häuschen ein, denn die Gazellen brauchen den freien Durchzug der Winde, und es gibt nichts empfindlicheres als sie.

Wenn du sie aber jung einfängst, bleiben sie am Leben und fressen dir aus der Hand.
Sie lassen sich streicheln und bohren dir die feuchte Muffel in die Hand.

So hältst du sie für gezähmt.

…Doch es kommt der Tag,
an dem sie ihre kleinen Hörner gegen das Gitter pressen,
zur Wüste hin. Sie werden magnetisch angezogen.

Sie wissen nicht, daß sie dich fliehen;
sie trinken die Milch, die du ihnen bringst,
sie lassen sich weiter streicheln.
Sie bohren noch zärtlicher als bisher ihre Muffel in deine offene Hand…

Doch kaum läßt du sie los, so wirst du gewahr,
daß sie nach einem anscheinend glücklichen Galopp
wieder zum Gitter zurückgekehrt sind.

Und wenn du nicht eingreifst, bleiben sie dort,
…versuchen nicht einmal gegen das Hindernis anzukämpfen,
sondern drücken bloß mit gesenktem Nacken
ihre kleinen Hörner dagegen, solange,
bis sie sterben…

Das, was sie suchen, du weißt es, ist die Weite, die sie vollenden wird.

Sie wollen Gazellen werden und ihren Tanz tanzen.

Mit hundertdreißig Kilometern in der Stunde
wollen sie die gradlinige Flucht kennenlernen,
die von kurzen Sprüngen unterbrochen wird,
als wenn hier und da Flammen aus dem Sand hervorbrächen.

Was kommt es auf die Schakale an,
wenn die Wahrheit der Gazellen darin besteht,
die Angst zu kosten, die sie lediglich dazu zwingt,
über sich hinauszugehen,
und ihnen die höchsten Kapriolen entlockt!

Was kommt es auf den Löwen an,
wenn die Wahrheit der Gazellen darin besteht,
daß sie sich einem Tatzenschlag in der Sonne darbieten!
Du blickst sie an und denkst:
Jetzt hat sie das Heimweh gepackt… “

Anny001
Beiträge: 3
Registriert: Montag 11. April 2011, 14:58

Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Anny001 » Montag 11. April 2011, 15:23

Also ich muss schon sagen, die Geschichten sind einfach wunderschön.
Gibt es denn da auch Geschichtsbände die ihr mir empfehlen könntet in denen mehrer von diesen Geschichten gedruckt sind?

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Lioba
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Lioba » Montag 11. April 2011, 17:02

Herzlich willkommen hier im Forum, Anny001! :huhu: Jetzt haben wir eine Anny und eine Anneke.
Nach Büchern und Quellen kram ich mal, wenn das Wetter wieder schlechter wird. Jetzt sitz ich lieber im Garten und schau meiner Wäsche beim Trocknen zu. :)
Aber bestimmt können dir die Foris, die hier gepostet haben, verraten wo ihre Geschichten herkommen.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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Lioba
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Re: Gute Gutenachtgeschichten

Beitrag von Lioba » Montag 11. April 2011, 20:00

Wäsche trocken, Familie satt- Feierabend. Für wen möchtest du denn die Geschichten?
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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