Kloster - manche treten ein, andere treten aus...

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

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Marie-Therese
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Ehemalige Ordensleute?

Beitrag von Marie-Therese » Freitag 20. Mai 2005, 11:20

Hallo!

Sind hier auch ehemalige Ordensleute online?
Ich würde mich gerne mal austauschen!

Ich selbst war Novizin (fast bis zur Profess) in einem Kloster der Klarissen-Kapuzinerinnen!
Dies ist zwar mittlerweile schon 8 Jahre her, aber ich habe an meinem Austritt immernoch zu knabbern!

Ich würde mich freuen wenn es zu einem Austausch über die verschiedenen Erfahrungen käme!

Auch hoffe ich daß dies kein Tabuthema ist! :hmm:

Liebe Grüße

Marie-Therese

Stefan
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Beitrag von Stefan » Freitag 20. Mai 2005, 11:36

Hallo Marie-Therese.

willkommen im Kreuzgang. Hier gibt es bestimmt einige "Ehemalige", ein Tabuthema ist es bestimmt nicht - wie so vieles andere auch nicht.

Leider kann ich - mangels Erfahrung - nicht mitreden. Aber warum bist Du denn ausgetreten? Hat es Dir nicht mehr gefallen?

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Marie-Therese
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Beitrag von Marie-Therese » Freitag 20. Mai 2005, 11:48

Hallo!

Naja, ich denke das ist der Grund weshalb ich immernoch daran zu knabbern habe:

Es hat mir gefallen - es war eine wirklich sehr erfüllende Zeit dort! Niemals würde ich das missen wollen!

Mit Sicherheit wäre ich heute nicht der Mensch der ich bin ohne diese Erfahrung!

Ich war noch recht jung als ich eingetreten bin - 21 - hatte gerade eine Ausbildung zur Gärtnerin hinter mir und konnte ENDLICH meinen Wunsch Ordensfrau zu werden verwirklichen!

Die Gemeinschaft ist/war auch wirklich ganz toll! Eine so dichte Zeit habe ich seither und vorher nicht mehr erlebt!

Aber - als ich eintrat fand ein Äbtissinnenwechsel statt. Die alte Äbtissin gab endgültig ihr Amt ab, sie war mit kurzen Unterbrechungen fast 40 Jahre Äbtissin gewesen, und eine neue Äbtissin übernahm das Amt!

Problem an der Geschichte - die Altäbtissin hatte sehr viel Ausstrahlung, sehr viel Kraft - in jeder Hinsicht! Sie hat die Gemeinschaft seit ihrer Neugründung geleitet!

Eine neue Ätissin mit ähnlich starkem ich nenne es mal "Charisma" gab es in der kleinen Schwesterngemeinschaft einfach nicht!

Unter der Neuen brach das ganze System zusammen! Es war grausam!

Selbst wenn es für mich eine sehr gute Zeit war, ich hätte niemals gedacht daß in einer kontemplativen Gemeinschaft so viel Hass und Grausamkeit herrschen kann...

Nach mir sind dann auch viele Schwestern gegangen - und wenn ich in diesem Zusammenhang geblieben wäre, ich wäre heute mit Sicherheit krank. Es war schon der richtige Schritt zu gehen...

Aber mein Problem ist und war - ich habe nach meinem Austritt nicht mehr den Weg in die "Weltkirche" gefunden! Für mich selbst lebe ich Glauben, ich lebe recht eigenbrötlerisch - aber habe mich im Grunde genommen von der Kirche als Instiution abgewandt.

Hm...

Manchmal sehne ich mich einfach nach der Dichte der Glaubensgemeinschaft in meiner Ordensgemeinschaft...

Ich habe auch meinen Ordensnamen beibehalten - Hildegard.

Im Orden hieß ich übrigends Sr. Marie-Theres Hildegard vom Gott der Liebe...

Liebe Grüße

Marie-Theres

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 20. Mai 2005, 12:39

Marie-Therese hat geschrieben:Unter der Neuen brach das ganze System zusammen! Es war grausam!

Selbst wenn es für mich eine sehr gute Zeit war, ich hätte niemals gedacht daß in einer kontemplativen Gemeinschaft so viel Haß und Grausamkeit herrschen kann...
Willkommen erst mal, Marie-Theres! – Weißt du, was ich dir damals gesagt hätte, in jener Situation, als nach deinem Empfinden »alles zusammenbrach«? – Wunderbar! Das muß so sein, eine große Gnade! Denn nun kommt ans Licht, was verborgen war. Ein Schritt auf dem Weg der Reifung im Glauben, ohne welchen du immerfort nur auf der Stelle strampelst. (Das gilt für jegliche Gemeinschaft von Gläubigen, nicht bloß für Orden.)

Das Problem ist: Wenn es an diesem Kairos, in diesem Augenblick keiner da ist, die Zeichen zu deuten, kein geistlicher Leiter, jedem einzelnen aufgescheuchten Huhn auszulegen, was dies in seiner persönlichen Geschichte bedeutet, dann flattern sie auf und davon, verkriechen sich, ziehen keinen Gewinn und kommen kein Stück voran.

An solchen geistlichen Leitern fehlt es heute in der Kirche überall. Das ist das allgemeine Problem. Dein konkretes hast du selbst schon beschrieben, also auch – jedenfalls im Grundsatz – erkannt. Hm. Du hast nun zwar nicht eigentlich um Rat gefragt, darum sag’ ich’s mal nicht als persönlichen Ratschlag, sondern allgemein als meine Meinung ;): Es ist in solch einer Situation ganz wichtig, nicht etwa mit der Geschichte zu hadern, vermeintlich verlorener Zeit nachzutrauern oder dergleichen.

Selbst wenn ich aufgrund schwerer, eigener Sünde auf Irrwegen wandele, ist Gott als Herr der Geschichte dabei. Er kannte meine Irrwege vorher und bleibt auch da der Gute Pädagoge, der sein schwarzes Schäfchen zu lehren und zu leiten versucht.

Um so mehr gilt dann in einem Fall wie deinem (und all der andern weggelaufenen Schwestern), daß ihr euch fragt: Wo war Gott in meinem Leben in diesen acht Jahren? (Er war da!) Was will er von mir? Wo habe ich ihn, wo habe ich seine Stimme (die meist aus den Fakten erklingt, den Ereignissen unserer Geschichte) überhört oder nicht hören wollen?

Eine wichtige Hilfe zum Verständnis der eigenen Geschichte ist, die Geschichte des „Vaters des Glaubens“ zu meditieren. Abrahams Weg offenen Ohrs und Sinnes nachvollziehen – und in betender Meditation auf das eigene Leben beziehen. »Wo stehe ich auf dem Abrahamsweg?«

(Meist sieht man das bei einiger geistlicher Erfahrung bei andern sehr deutlich. Nicht so im Blick aufs eigene Leben. Oft sind wir da blind und bedürfen der Leitung und Weisung. Die kann man sich nicht vom nächsten Baum pflücken – doch wenn sie erscheint, sollen wir sie nicht weiterziehen lassen: »Mein Herr, geh nicht vorüber!«)
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Marie-Therese
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Beitrag von Marie-Therese » Freitag 20. Mai 2005, 19:28

Hallo Robert!!

Ich sehe das letztendlich genauso wie du es gesagt hast!

Es war der schwerste Schritt den ich bisher gegangen bin - auszutreten! Es war ein Gefühl wie zerrissen zu werden - ein ganz fürchterlicher Schmerz! Es war/ist doch meine Berufung!
Ich wollte nicht! Ich wollte bleiben!

Ich bin trotzdem froh daß ich den Schritt nach draußen gemacht habe denn, einen geistlichen Leiter - den hatten wir leider nicht! Bzw. hätten wir haben können - aber wurde mir und meinen anderen Schwestern leider versagt...

Es gab damals eine Menge guter Ideen wie ich finde! Eine Klasse Noviziatsleiterin, die Idee das Noviziat an einen anderen Ort zu verlegen - quasi einen Schnitt zu machen zwischen zwei Welten würde ich mal behaupten... im Grunde genommen neu anzufangen ohne das Alte zu verwerfen!

Aber es sollte so wohl nicht sein! :/

Ich hadere nicht mit meiner Geschichte, trauere auch nicht verlorender Zeit nach! Ach was! Die letzten Acht Jahre waren gut wenn auch schwierig!

Aus einem kontemplativen Kloster als Novizin wieder auszutreten ist hart. Man hat noch keine Anrechte auf irgendwelche Starthilfen. Ich hatte keinen "weltlichen" Boden mehr unter den Füßen - kein Geld, kein Inventar, keine Kleidung - NICHTS!

Und konnte erleben wie sich alles, Schritt für SChritt ergab! Es gab immer irgendjemanden der mir wohl gesonnen war und einen Schritt mit mir gegangen ist...

Und mein Leben im Orden und auch die Jahre danach, haben mich gelehrt im Jetzt zu leben! Im Heute! Und mir keine Sorgen um das Morgen zu machen - was mir ganz oft gelingt... ;D - nicht immer - aber ganz oft...ja...

Was ich oft habe ist Sehnsucht - nach der Intensität die ich im Orden erleben durfte! Eine Lebensintensität die ich hier in der "Welt" noch nicht wieder gespürt und empfunden habe...
Warum?

Und was mich immer wieder - wie soll ich es ausdrücken - verwirrt ist die Tatsache daß es mir nicht möglich ist einen Gottesdienst zu besuchen. Ich kann einfach nicht! Ich weiß nicht weshalb - aber die vielen Anläufe die ich gemacht habe verliefen im Sand.... :ratlos:

Hm....

Ich habe oft mit dem Gedanken gespielt wieder nach einer Gemeinschaft Ausschau zu halten... aber wer würde mich schon nehmen - mit meinen drei Hunden die ich auf keine Fall mehr aufgeben würde.... :nono:

Seid lieb gegrüßt

Marie-Therese

Jojo
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Beitrag von Jojo » Freitag 20. Mai 2005, 20:23

Marie-Therese hat geschrieben: Und was mich immer wieder - wie soll ich es ausdrücken - verwirrt ist die Tatsache daß es mir nicht möglich ist einen Gottesdienst zu besuchen. Ich kann einfach nicht! Ich weiß nicht weshalb - aber die vielen Anläufe die ich gemacht habe verliefen im Sand.... :ratlos:
Hallo, ich bin so ein Ex 8) Der Rest ist leider zur Konkurrenz abgewandert.
Diese Phase der Gottesdienstphobie hatte ich auch. Ich glaube, es hängt damit zusammen, dass man einfach eine viel intensivere Liturgie gewohnt war. Mir kam es so vor, als habe ich das Fünfsterne-Menue mit McDonald getauscht. Es kam mir alles unglaublich flach vor, dazu sprangen mir noch sämtliche nervtötenden Unarten ins Auge (in die Bank flegeln, rascheln, herumtrampeln), die dem Klosterinsassen schon früh ausgetrieben werden. Vielleicht braucht es bei dir eben nur bisschen länger, bis dein Magen sich umstellt. Ich sag mal ganz provokant: lass es so lange einfach sein. Irgendwann kommt der Hunger auch wieder.
Hm....

Ich habe oft mit dem Gedanken gespielt wieder nach einer Gemeinschaft Ausschau zu halten... aber wer würde mich schon nehmen - mit meinen drei Hunden die ich auf keine Fall mehr aufgeben würde.... :nono:
Gut, das wäre vielleicht ernsthaft zu erwägen, wenn es wirklich nur an den äußeren Umständen gelegen hat, die du beschreibst, und wenn die wirklich nur so außergewöhnlich gewesen wären, dass sie in einem neuen Kloster nicht auch vorkommen können. Aber eigentlich ist das eine ganz klassische Situation, mir fallen zumindesten schon mal zwei Klöster ein, bei denen der Prozess ganz ähnlich war, bei einem dritten umgekehrt, da ging es dann aufwärts. Außerdem hast du Prioritäten in Gestalt deine Hunde.

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Alberic-Maria
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Anderes Kloster ?

Beitrag von Alberic-Maria » Freitag 20. Mai 2005, 20:43

Hallo Marie-Therese,

ich bin nun absoluter Laie auf dem Gebiet (verheiratet).

Wenn ich richtig informiert bin, sind die Klarissen-Klöster/Klarissen-Kapuzinerinnen-Klöster doch alle sehr eigenständig.

Hast du schon über die Wahl eines anderen Konventes nachgedacht?
Vielleicht nehmen Sie dich ja auch mit drei Hunden (dabei fällt mir so spontan der Wolf von Gubbio ein).

Ansonsten wünsche ich dir, dass du auch "in der Welt" die Stimme Gottes hörst, der dir sagt, wo es lang geht.

Was mich interessiert: Wie kommt man zu der Haltung der Gottzuversicht, die du im Kloster und anschließend erfahren hast. Hattest du die schon vor deinem Eintritt oder wie wird einem das im Kloster vermittelt?

Pace e bene
Alberic-Maria

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Marie-Therese
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Beitrag von Marie-Therese » Freitag 20. Mai 2005, 23:10

Hallo!!

"Vielleicht nehmen Sie dich ja auch mit drei Hunden (dabei fällt mir so spontan der Wolf von Gubbio ein)."

Eine Klarissengemeinschaft nimmt mich mit Sicherheit nicht mit drei Hunden... :nein:
Dort gilt das Prinzip des "alles lassen - weil ER mich nicht lässt".

Ja - wenn jemand von euch von einer recht kontemplativ lebenden, franziskanischen Gemeinschaft weiß die evtl. einen Gnadenhof für Tiere bewirtschaftet - dann her mit der [Punkt] ;)

Irgendwie scheint es das - zumindest im deutschen Raum nicht zu geben - dabei war Franzl doch so bekannt für seine Tierfreundlichkeit!!

Es hört sich vielleicht bescheuert an - aber meine Hunde haben mich Vieles gelehrt - auch Vertrauen!
Wisst ihr - ich habe drei geschundene Tiere bei mir aufgenommen und sie vertrauen mir zutiefst - obwohl ich auch ein Mensch bin und sie von Menschen so mies behandelt wurden!

Das ist im Moment meine kleine kontemplative Gemeinschaft - 3-5 Strunden täglich durch die Natur zu wandern und einfach nur da zu sein... :kiss:

"Wie kommt man zu der Haltung der Gottzuversicht, die du im Kloster und anschließend erfahren hast. Hattest du die schon vor deinem Eintritt oder wie wird einem das im Kloster vermittelt?"

Ich glaube - ich habe diese Zuversicht seit ich das Jesusgebet übe...
Das einzige Gebet welches mich nie verlassen hat, auch nach meinem Austritt nicht! Kyrie eleison!

Ich weiß nicht ob einem die Gottzuversicht im Kloster "vermittelt" wird - hm, ich denke, sie wird einem von Gott geschenkt und ich hatte bei meinen Schwestern das Gefühl - sie leben sie, diese zuversicht...
Sie IST in der Gemeinschaft bei aller Krise und bei allem Streit dagewesen...

"Mir kam es so vor, als habe ich das Fünfsterne-Menue mit McDonald getauscht."

Boah - danke - du sprichst mir aus der [Punkt]
Und was machst du heute damit? Wie gehst du damit um? Wie ist es für dich? :hmm:

Für mich am eindrücklichsten war die Weihnachtsliturgie - meine Güte - wie ich das vermisse - das könnt ihr euch garnicht vorstellen...
Und Vieles Vieles mehr - angefangen beim Stundengebet....

Liebe Grüße

Marie-Therese

Jojo
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Beitrag von Jojo » Freitag 20. Mai 2005, 23:55

Marie-Therese hat geschrieben:"Mir kam es so vor, als habe ich das Fünfsterne-Menue mit McDonald getauscht."

Boah - danke - du sprichst mir aus der [Punkt]
Und was machst du heute damit? Wie gehst du damit um? Wie ist es für dich? :hmm:
Ganz einfach, ich habe mich eben wieder an die verrohten Sitten gewöhnt :mrgreen:
Für mich am eindrücklichsten war die Weihnachtsliturgie - meine Güte - wie ich das vermisse - das könnt ihr euch garnicht vorstellen...
Und Vieles Vieles mehr - angefangen beim Stundengebet....
Ja, ich vermisse manches natürlich auch, bis heute. Aber zeige mir den Menschen, der nichts vermisst. Im Gegensatz zu denen aber, die sich nur in etwas hineinträumen, weiß ich aber auch, wie es dann real aussieht, und ich weiß, dass ich, wäre ich im Kloster geblieben, vieles mehr vermissen würde. Ich möchte heute nicht mehr tauschen.

Stefan
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Beitrag von Stefan » Sonnabend 21. Mai 2005, 00:01

Jojo hat geschrieben:
Maria-Therese hat geschrieben:Mir kam es so vor, als habe ich das Fünfsterne-Menue mit McDonald getauscht."
....
Ganz einfach, ich habe mich eben wieder an die verrohten Sitten gewöhnt :mrgreen:
Pardon, aber das klingt in den Ohren einer einfachen Gestalt, die nie an einem Fünf-Sterne-Menue teilnehmen durfte ... versnobt.
:roll:

Jojo
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Beitrag von Jojo » Sonnabend 21. Mai 2005, 11:32

Stefan hat geschrieben:
Jojo hat geschrieben:
Maria-Therese hat geschrieben:Mir kam es so vor, als habe ich das Fünfsterne-Menue mit McDonald getauscht."
....
Ganz einfach, ich habe mich eben wieder an die verrohten Sitten gewöhnt :mrgreen:
Pardon, aber das klingt in den Ohren einer einfachen Gestalt, die nie an einem Fünf-Sterne-Menue teilnehmen durfte ... versnobt.
:roll:
:D :D

Ja, das glaube ich dir. Aber dir wäre es vielleicht auch so gegangen. Wenn du lange Zeit gewohnt bist, dass alles sehr geordnet und jede Bewegung harmonisch ins Ganze eingefügt ist, kommt dir der normale Gemeindegottesdienst zunächst mal vor wie Kraut und Rüben. Das empfindet man einfach so, ich hätte damit vorher auch gar nicht gerechnet.

Stefan
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Beitrag von Stefan » Sonnabend 21. Mai 2005, 11:55

Jojo hat geschrieben:Wenn du lange Zeit gewohnt bist, dass alles sehr geordnet und jede Bewegung harmonisch ins Ganze eingefügt ist, kommt dir der normale Gemeindegottesdienst zunächst mal vor wie Kraut und Rüben. Das empfindet man einfach so, ich hätte damit vorher auch gar nicht gerechnet.
Das geht mir leider auch so. Nun würde ich nicht von einem Fünf-Gänge -Menu reden, aber die Gemeindegottesdienste unterscheiden sich ja auch schon so...

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Sven.Garde
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Beitrag von Sven.Garde » Sonnabend 21. Mai 2005, 12:02

Marie-Therese hat geschrieben:Für mich am eindrücklichsten war die Weihnachtsliturgie - meine Güte - wie ich das vermisse - das könnt ihr euch garnicht vorstellen...
Und Vieles Vieles mehr - angefangen beim Stundengebet....
Für die Überbrückung könnte Radio Horeb eine Unterstützung als Soforthilfe sein. Dort wird aus verschiedenen Konventen das Stundengebet live übertragen (Laudes, Sext, Vesper und Komplet), die tägliche Heilige Messe und sonst noch einiges an guten spirituellen Angeboten. Immerhin kann man mitbeten und gehört zu einer Hörerfamilie. Du kannst die Sendungen über Kabel, Satellit und Internet empfangen.

Alles Gute!
Sven
Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner.

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Marie-Therese
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Beitrag von Marie-Therese » Sonnabend 21. Mai 2005, 12:23

Hallo!!

Radio Horeb übers Internet? Das wußte ich ja garnicht! Da werde ich mal reinhören!

Danke! :jump:

Marie-Therese

Jojo
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Beitrag von Jojo » Sonnabend 21. Mai 2005, 13:30

Über Internet kann man auch das komplette Stundengebet von St. Ottilien hören. Zwischen den Gebetszeiten wird jeweils das letzte Stundengebet wiederholt.

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Georg
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Beitrag von Georg » Mittwoch 1. Juni 2005, 21:13

Genau dieses Thema hab ich gesucht.... ich bin nämlich auch so ein "Ex"-Mönch aus einer benediktinischen Gemeinschaft und auch ich kaue noch dran herum, obwohl mein austritt nun schon 17 Jahre zurückliegt und ich mittlerweile 14 Jahre verheiratet und Vater von vier Kindern bin ( einer heißt natürlich Benedikt-eh logo)
Also, allles, was ich da bisher gelesen habe, kann ich sehr gut nachvollziehen.
Die Frage die sich für mich stellt, und sie wird immer drängender für mich: inwie weit kann ich nicht auch in meiner derzeitigen Lebenssituation die wesentlichen Elemente der monastischen, kontemplativen Spiritualität leben.
ermutigend sind für mich die rel neuen aufbrüche im und um den Trappistenorden, die vom derz.Generalabt Dom Bernardo Olivera sehr favorisiert werden. In Frankreich, Amerika, Spanien....entstehen zur Zeit starke Gemeinschaften "kontemplativer Laien", mit einer unterschiedlich intensiven Bindung an konkrete Abteien. Interessant ist, dass diese Aufbrüche weit über die bisherigen "Dritten Orden" hinausgehen und ganz neue Akzente setzen.
Leider finde ich im deutschen Sprachraum da noch wenig Bewegung;
PAX Georg-Johannes
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 1. Juni 2005, 23:37

Hm. Das bringt mich auf eine interessante Frage. Wie stellst du dir mit Frau und vier Kindern komtemplative Spiritualität vor – ganz praktisch, meine ich?
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Beitrag von Jojo » Donnerstag 2. Juni 2005, 16:45

Georg hat geschrieben: In Frankreich, Amerika, Spanien....entstehen zur Zeit starke Gemeinschaften "kontemplativer Laien", mit einer unterschiedlich intensiven Bindung an konkrete Abteien. Interessant ist, dass diese Aufbrüche weit über die bisherigen "Dritten Orden" hinausgehen und ganz neue Akzente setzen.
Erzähl mal! Das hört sich interessant an. Ich kenne das mit der Bindung an Abteien nur in Form von Oblaten (was ich persönlich überhaupt nicht so toll finde) aber das hört sich eher nach eigenständigen Neuaufbrüchen an.

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Georg
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Beitrag von Georg » Donnerstag 2. Juni 2005, 21:41

ich kann heute leider aus Zeitgründen nur ein paar links posten:
bei nächster Gelegenheit poste ich noch ein paar andere sowie die Antwort auf die Frage, wie ich mir das konkret vorstelle usw...
Pax! Georg
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Georg
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Beitrag von Georg » Donnerstag 2. Juni 2005, 21:47

Korrektur zum letzten link, der ist schief gegangen:
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Linus
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Beitrag von Linus » Freitag 3. Juni 2005, 09:16

Hab mir die Seiten(vor allem cistercianfamily.org) mal kurz angeschaut, das "Laienzisterziensertum" sieht mir verdächtig nach "Oblation" aus, oder gibts da unterschiede?
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Beitrag von Jojo » Sonnabend 4. Juni 2005, 12:40

Linus hat geschrieben:Hab mir die Seiten(vor allem cistercianfamily.org) mal kurz angeschaut, das "Laienzisterziensertum" sieht mir verdächtig nach "Oblation" aus, oder gibts da unterschiede?
Es sieht aus, als ob sie mehr das Gemeinschaftselement (untereinander) betonen. Dann würde auch sowas wie die Benediktregel, die ja als Grundlage für Gemeinschaftsleben konzipiert ist, mehr Sinn machen.

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Beitrag von Linus » Sonnabend 4. Juni 2005, 17:35

Jojo hat geschrieben:Es sieht aus, als ob sie mehr das Gemeinschaftselement (untereinander) betonen. Dann würde auch sowas wie die Benediktregel, die ja als Grundlage für Gemeinschaftsleben konzipiert ist, mehr Sinn machen.
zgD: Oblation mit einer bewussten Betonung auf ein Communio-Element?
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Beitrag von Georg » Sonnabend 4. Juni 2005, 20:47

Also in aller Kürze: ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit intensiv mit dieser neu entstehenden Bewegung im Trappistenorden.
Mit Oblaten im traditionell benedikt. Sinn haben sie tatsächlich nichts zu tun, da diese Tradition den trappisten immer fremd geblieben ist. Sie kennen nur die Regularoblation (= die Aufnahme eines Bruders/ einer Schwester in die Gemeinschaft ohne Gelübde, aber mit Habit (ohne Kukulle))
Insofern ist der Wunsch einzelner Laien in einen tieferen geistlichen austausch mit den eizelnen Nonnen bzw- Mönchsabteien zu kommen völlig ungeplant auf den Orden zugekommen, und hat daher auch je nach Entstehungsgeschichte eine sehr eigene Prägung angenommen. Dom Bernardo Olivera , der dztg. Generalabt steht dieser Entwicklung positiv und fördernd gegenüber aber auch mit der den Trappisten eigenen Zurückhaltung.

Als exemplarisch erscheinen mir die Gemeinschaft "La grange de saint Bernard" und die Fraternité Notre Dame de L'Atlas; letztere will den Geist der sieben Märtyrermönche von Tibhirine/Algerien fortleben lassen. bemerkenswert auch die kontempl. Laien der Abtei Aiguebelle, die lt. statuten als vollwertige (wenn auch nicht kirchenrechtl. näher definiert) Mitglieder der Gemeinschaft von Aiguebell in der welt angesehen werden. Eine kleine Gruppe davon gibt es auch in de Slowakai.

Ich kenne den Benediktinerorden gut genug und auch das eher dürftige Oblatenwesen rundherum; damit läßt sich dieser neue Aufbruch nicht vergleichen. Es lohnt sich die einzelnen Statuten vor allem die von Aiguebelle [Punkt]

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Beitrag von HeGe » Sonntag 5. Juni 2005, 14:34

In Mariawald wird z.Zt. ein Oblatenkreis aufgebaut. Der orientiert sich aber glaube ich mehr am benediktinischen Vorbild. (Wobei das da auch von Kloster zu Kloster sehr unterscheidlich gehandhabt wird, oder?)

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Beitrag von Georg » Sonntag 5. Juni 2005, 15:15

die genauen strukturen diesr neuentstehenden laiengemeinschaft in mariawald kenne ich leider noch nicht; kann sein, dass sie sich mehr am beispiel der deutschen benediktinerabteien und ihren oblateninst. orientieren. tatsächlich sind diese gemeinschaften allesamt sehr unterschiedlich je nach ort und entstehungsgeschichte. in österreich gibts derzeit noch nichts
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Beitrag von bremond » Dienstag 14. Juni 2005, 23:01

Hallo!
Hast Du vielleicht die Möglichkeit (deine Wohngegend ist mir nicht vertraut, auch ist der Odenwald m.W. stark evangelisch geprägt) die Möglichkeit, alle paar Wochen das Stundengebet in einem Männer(!)Kloster zu hören?
Als ich Deine Beiträge las, dachte ich unwillkürlich an Edith Stein, die ja von Münster aus zu den Festtagen nach Beuron fuhr, als bewußte Auszeit (im Münster gab es auch würdige Gottesdienste und es gab auch Abteien, die näher lagen).
Ich möchte Dir nichts einreden, es ist nur ein Gedanke.

Und noch ein Gedanke kam mir. Ich kenne die Gemeinschaft zwar nicht näher (bzw. überhaupt nicht), aber:
Es gibt (mindestens) eine Gemeinschaft, die (m.W.) auch nichts gegen (kinderfreundliche) Hunde hat ... :freude:

Nicht weit von Limburg liegt Hünfelden-Gnadenthal, ein altes Zisterzienserkloster (steht aber nicht mehr viel von). Dort hat seit einigen Jahrzehnten die ökumenische Jesus-Bruderschaft ihren Sitz. Es leben dort Ehepaare und Zölibatäre als Gemeinschaft, betont wird das gemeinsame Gebet.

Sieh zum Spaß mal auf die Seite: www.jesus-bruderschaft.de

Ich komme beruflich manchmal auf der Autobahn dort vorbei und habe mir mal bei Gelegenheit das Gelände und die Häuser angesehen. Die Anlage hat durchaus Ausstrahlung.

Viele Grüße und Kraft auf dem Weg,
bremond

Maja
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Beitrag von Maja » Donnerstag 13. September 2007, 18:12

Passt doch auch ganz gut zur angeregten "Zwei Koffer"-Diskussion.
"Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin." 1 Kor 12

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Passt

Beitrag von sofaklecks » Donnerstag 13. September 2007, 18:53

Ja, das passt.

Wobei mir beim Lesen des Beiträge sofort die Frage aufgestossen ist, weshalb man seine Hunde nicht ins Kloster mitnehmen darf. Ich meine, warum heissen die Karthäuserkater so, wenn sie im Kloster nicht erlaubt sind? Von den Bernhardinern mal abgesehen.

Und als nächstes ist mir ein uralter Film von Georg Stefan Troller über Pater Gilbert eingefallen. Ihr wisst schon, der Arbeiterpriester aus Paris, dessen Bild in der Lederjacke mit dem Kreuz der Ehrenlegion bei Johannes Paul II. Linus mal hier eingestellt hat. Der die tolle Predigt bei der Hochzeit des belgischen Prinzen gehalten hat, in der er dem versammelten Hoch- und Geldadel gesagt hat, ohne die Liebe seien sie alle mit ihren Titeln und ihrem Geld ganz einfach gar nichts.

Der hat eine Zelle in einem Bendiktinerkloster, wohin er sich zurückziehen darf, wenn er sich müde und ausgebrannt fühlt. Und zwar mitsamt seinen zwei Hunden, die er auf er Strasse aufgelesen hat. Find ich gut.

Ach übrigens, wen der Film interessiert, PN an mich.

sofaklecks

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Re: Ehemalige Ordensleute?

Beitrag von Marie-Therese » Montag 30. März 2009, 11:21

Hallöchen!!

Ich muss mein uraltes Thema wieder ausgraben! Ich war laaaange nicht mehr hier online, habe nur als Gast mitgelesen - hin und wieder.

Ach ja - ich stehe zu meinem Erschrecken immer noch da wo ich 2005 gepostet habe! Ja, es hat sich nicht viel verändert bis auf die Tatsache dass ich mich halt nun knapp 3 Jahre weitergekämpft habe, in der Welt, ohne "Brüder und Schwestern"...

Der Unterschied, ich bin nun wirklich soweit dass ich sagen kann - ich KANN nicht mehr.

Und ich weiß nicht an wen ich mich wenden könnte weil alleine bekomme ich eine Änderung meines derzeitigen Zustandes nicht gebacken.

Ich weiß nur dass ich das Leben in dieser Leistungsgesellschaft nicht aushalten kann, es macht mich einfach kaputt. Derzeit bin ich als sozialpädagogische Familienhelferin tätig in Familien. Stundenmäßig arbeite ich nicht die Welt - es reicht so graaade zum Leben und ist sehr unsicher.

Aber diese wenigen Stunden am Tag machen mich schon fertig, der ständige Kampf ums überleben macht mich kaputt, und der ständige Druck eigentlich nie Tacheles reden zu können in Familien in denen es zum Teil heftigst zugeht. Aber sogar mein Auftraggeber - das Jugendamt - möchte gewisse Details nicht wissen -also sind sie einfach da und es interessiert keinen.

Es sinkt einfach zu tief in mich ein, und auch mit Supervision schaffe ich es nicht diesen mächtigen Druck los zu werden - der irgendwie dunkel auf mir hängt. Ich fühl mich so hilflos und so furchtbar ausgeliefert an ein System dass, so wie es scheint, mit mir machen kann was es will.

Was ich weiß ist, ich muss hier weg. Es gibt hier nichts was mich hält ausser dieser leidige Job den ich so woanders nicht machen kann.

Was ich suche ist, eine Ordensgemeinschaft an die ich mich "anklemmen" dürfte. An irgendeine nette Gemeinschaft die evtl. jemanden wie mich sucht und auch beschäftigen könnte. Aber wie finde ich so etwas??

Ich brauche garnicht viel, ich bräuchte einen Job um mein Grundeinkommen zu sichern, ich bräuchte eine Art "Klause" mit Garten und etwas abgeschieden (Schrebergarten mit Hüttchen) in dem ich mit meinen Hunden hausen könnte. Ich bräuchte eine Gemeinschaft die mich einfach ein wenig dabei sein lassen würde, bei den Gebeten, vielleicht auch ein wenig mehr?

Und was biete ich dafür? Meine Arbeitskraft - entweder ganz Berufsfremd mache ich gerne irgendetwas oder aber als das was ich gelernt habe, als Jugend- und Heimerzieherin mit einer therapeutischen Ausbildung und nun mittlerweile 13 Jahren Berufserfahrung in allen möglichen Bereichen von der Erwachsenenarbeit bis zu kleinsten Kindern...

Ich suche einfach nur einen Lebensraum an dem ich sein darf was ich bin, an dem ich mich austauschen kann, an dem ich in gewisser Hinsicht meine christlichen, sozialen Ideale ein wenig leben kann - ich wenigstens mit diesen Idealen verstanden werde und jemand meine Trauer teilt dass diverse Ideale eben nicht mehr kompartibel sind mit dieser Welt....

Vielleicht gibt es ja solch einen Ort für mich, ich weiß es nicht - hm... vielleicht weiß jemand von Euch etwas und macht mich darauf aufmerksam - oder macht jemanden auf mich aufmerksam?

Was ich einfach merke ist, dass sich wirklich bald etwas ändern muss, denn auf die Dauer - schaffe ich das alles nicht mehr...

Ich weiß, ein recht trüber und trauriger Post - ein wenig hoffnungslos auch - ja... es ist Karzeit - vielleicht gibt es ja auch eine Auferstehung - wer weiß - ich mag die Hoffnung, auch wenn sie derzeit klitzeklein ist, nicht aufgeben...

Liebe Grüße

Marie-Therese

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Re: Ehemalige Ordensleute?

Beitrag von cantus planus » Montag 30. März 2009, 12:28

Ohne persönlich werden zu wollen, aber: Achtung! Da klingt einiges nach einem bevorstehenden oder schon geschehenen Burn-out. Hatte ich selber vor einigen Jahren, und daher antworte ich nicht mit einer hilfreichen Floskel wie: "Kopf hoch, wird schon wieder...".

Es wäre wohl in der Tat eine gute Idee, dich einer geistlichen Gemeinschaft anzuschließen. Wichtig ist aber, nicht zu viele Erwartungen darein zu setzen. Eine gute Möglichkeit sind die zahlreichen Movimenti. Da wäre die Gemeinschaft Emmanuel, Chemin-Neuf, Neokatechumenat, Fraternités Monastiques de Jérusalem (ab Ostern in Köln), Seligpreisungen etc. etc.

Dann gibt es noch das Opus Dei oder das Regnum Christi, wobei diese Gemeinschaften möglicherweise nicht jeden ansprechen. Aber einfach mal hingehen und angucken schadet nicht.

Viele Gemeinschaften findest du unter: http://www.geistliche-gemeinschaften.de

Auch Kloster auf Zeit kann erstmal "Druck aus dem Topf" nehmen. Aber all das ist kein Allheilmittel. Die Gemeinschaft kann im Normalfall nicht heilen, was in mir selbst nicht in Ordnung ist!
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Re: Ehemalige Ordensleute?

Beitrag von Marie-Therese » Montag 30. März 2009, 12:38

Hallo und danke für deine Antwort!

Den Weg der Heilung bin ich gegangen, ich hab ganz lange gedacht ich sei nicht "normal" - und habe daher bewußt langjährig Therapie gemacht - sehr gute Therapie. Ich habe viel aufgearbeitet - aber geblieben ist ein tiefer Ruf und eine große Sehnsucht die ich jetzt Jahrelang versucht habe einfach zu ignorieren.

Meine Sehnsucht ist geblieben! Und sie frisst mich derzeit wirklich auf. Und Bourn out - du hast völlig recht, ich kann schlichtweg so wie jetzt nicht weitermachen - und will es auch nicht.

Ich habe garkeine sooo großen Erwartungen, ich möchte nur MIT meinen Hunden gesehen werden, die kann ich nicht im Stich lassen bei allem was mich drückt. Sie gehören zu mir, haben zum Teil einfach zu mir gefunden - hach ja, mich gibts halt nicht alleine - sie sind in meiner Verantwortung.

Ich bin auch ganz sicher dass es kein Problem für mich ist Leistung zu bringen wenn ich das rechte Umfeld hätte. Nur, merke ich muss ich mein Leben gewaltig umkrempeln damit ich die Talente die ich habe - nicht auf die Müllkippe werfe.

Ich weiß nur nicht was eine Gemeinschaft denkt wenn ich sie so anfrage - hm...

Es ist ganz schwierig, irgendwie hatte ich in früheren Zeiten IMMER Ideen wie es weitergehen könnte, nur seid einer Weile ist bei mir absolute Leere - nur die Sehnsucht und die Gewissheit dass es SO nicht weitergehen kann - macht mich wirklich kaputt...

Weiß jemand an wen ich mich konkret wenden könnte? Gibt es evtl. etwas im süddeutschen Bereich?

Lg

Marie-Therese

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