Trappistenabtei Mariawald

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.
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kreuzzeichen
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von kreuzzeichen »

Oh je, selbst ausgenockt... Das war wirklich mißverständlich... Ich wollte eigentlich nicht schreiben, dass gemeinsam gebetet wurde, sondern, dass von hier an wieder laut gebetet wurde. Danke...
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new
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von new »

Du siehst lieber Fridericus was passiert, wenn man sich tiefer mit den altehrwürdigen Riten vertraut macht: Jede kleine Abweichung von den Überlieferungen der Väter fällt auf, auch wenn es nur ein Missgeschick war ;-) Aber ... es ist spannend ein solches Sensorium zu haben; man darf manches verstehen dadurch. Und wenn Du verstanden hast, dass Du die Missa Tridentina nicht verstehen kannst, dann hast Du verstanden ;-)

Germanus
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von Germanus »

Man verzeihe mir den Einspruch. Aber der Satz "Jede kleine Abweichung von den Überlieferungen der Väter fällt auf,..." stößt mir doch sehr sauer auf. Was ich in den vorhergehenden Beiträgen lesen konnte, läßt ein "Sensorium" für die Überlieferungen der Väter doch sehr vermissen. Das Missale cisterciense ist kein "tridentinisches" Missale, sondern ist de facto erst sehr viel später entstanden, wenn auch im Fahrwasser des Trienter Konzils. Außerdem hatte es bis ins ausgehende 19. Jahrhundert hinein zahlreiche Verstümmelungen und Vergewaltigungen zu erleiden, bis römische Dikasterien die Notbremse ziehen mussten, um eine gänzliche Zerstörung zu verhindern (etwa 1871!). Nach 1871 wurde deshalb den "ultramontanen" Zisterziensern (man verzeihe den Ausdruck: ein Synonym für die Gegner des Zisterzienserritus) von Rom der Gebrauch des Missale cisterciense vorgeschrieben!! Die "Überlieferungen der Väter" hingegen waren damals schon so "unmodern" geworden, dass nur noch wenige Klöster sich ihnen verbunden fühlten. Schon nach 1657 hatten viele Mönche bzw. Zisterziensergemeinden mit diesen Überlieferungen nicht mehr viel am Hut. Nur mit Mühe konnte man noch Reste der alten Tradition retten und nannte das dann "nach römischem [Vorbild] reformiert" - und das im gesamten gottesdienstlichen Bereich. Ab 1890 (ungefährt) wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, dem zisterziensischen Ritensynkretismus Einhalt zu gebieten: In der Druckerei des Ordens in Westmalle wurden neue Missalia gedruckt, die alle Veränderungen "einfroren". Das Rituale cisterciense wurde 1892 neu aufgelegt, und zwar mit dem Text des ("tridentinisierten") Rituale von 1688 (und den z.T. großen "romanisierenden" Abweichungen von 1720 lediglich in den Fußnoten). In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden schließlich die älteren Traditionen des Ordens (für das Missale) von Rom offiziell wieder vorgeschrieben. Woran man sich in Mariawald hält, weiß ich nicht - aber ein "Sensorium" für die Überlieferungen der Väter habe ich allein schon auf neueren Photos vermisst, da es scheint, die Tradition wird doch eher mit einer bestimmten Epoche gleichgesetzt.
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Protasius
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von Protasius »

Wenn in Mariawald der Zisterzienserritus gefeiert würde, hätten wir das vermutl. im Blogeintrag bemerkt, denn das Ersetzen von Kniebeugen durch die Venia und ganz besonders die Gabenbereitung während des Gloria wären wohl jedem aufgefallen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

HeGe
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von HeGe »

Es gibt schon Abweichungen des in Mariawald gefeierten Messritus vom normalen römischen Ritus. Ob tatsächlich jede Feinheit des Zisterzienserritus eingehalten wird und welchen zeitlichen Stand dieser Ritus hat, weiß ich aber nicht, dafür fehlt mir das Detailwissen.

Einige Dinge, die mir aufgefallen sind:

1. Der Manipel wird erst während bzw. am Ende des Stufengebets angelegt.
2. Viele Kniebeugen werden tatsächlich durch die Venia ersetzt, einzig zur Wandlung knien sich die Mönche hin, wenn ich mich recht erinnere.
3. Es wird nur zweimal geläutet, einmal am Beginn der Wandlung, einmal am Ende der Wandlung.
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Germanus
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von Germanus »

Das sind hilfreiche Beobachtungen! Allerdings wird in Mariawald wohl die Ausgabe des Missale cisterciense von 1890 verwendet - mit den "Einfrierungen" eines völlig romanisierten - zertrümmerten - Zisterziensermessritus. Bei diesem unterscheiden sich tatsächlich nur Feinheiten - etwa die Festränge, Messformulare und Lesungen u.a. - vom damaligen römischen Messbuch. Beim Stundengottesdienst wurde nicht so viel zerstört, aber trotzdem vieles nach 1657 (?) verändert. Das Problem dieser Ritenvermischung ist vor allem auch: die Gemeinde befolgt andere Riten als ihr Zelebrant! Das ist eine Folge jener Streitigkeiten der "Ultramontanen", da sie als Zelebranten "römisch angehaucht" zelebrierten, während die Gemeinde sich an das Rituale hielt. Und so wurde es dann später auch offiziell übernommen. Wohlgemerkt: Keinem unterstelle ich niedere Absichten, wohl aber ein tieferes Verständnis der eigenen Tradition.
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Fridericus
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von Fridericus »

Germanus hat geschrieben:Man verzeihe mir den Einspruch. Aber der Satz "Jede kleine Abweichung von den Überlieferungen der Väter fällt auf,..." stößt mir doch sehr sauer auf. Was ich in den vorhergehenden Beiträgen lesen konnte, läßt ein "Sensorium" für die Überlieferungen der Väter doch sehr vermissen.
Wieso? Konkret angesprochen wurde ja nur das Vater unser. Soweit ich weiß, wird es ja in keinem Ritus "gemeinsam" gebetet, oder?

Ansonsten vielen Dank für Deine Ausführungen.

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kreuzzeichen
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von kreuzzeichen »

Wegen der zisterziensischen Besonderheiten ... weiß jemand, ob sich die Erlaubnis des Papstes "zur Liturgie und zur Observanz im Alten Usus des Ordens zurückzukehren" auf die außerordentliche Form nach dem Messbuch von 1962 bezieht? So hatte ich das verstanden. Bezüglich der "Venia" ist mir das nicht aufgefallen, aber ich habe auch nicht auf die Mönche geachtet, dazu müßte man in Mariawald einen "langen Hals" machen, was mir völlig fern liegt, wenn ich einen Gottesdienst mitfeiere.
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HeGe
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von HeGe »

Hier im Interview sagt Dom Josef noch einmal deutlich, dass die Abtei "die Liturgie im Ritus nach den Büchern, die 1963 bei den Zisterziensern in Gebrauch waren" pflegt. Darauf bezog sich auch die Erlaubnis des Papstes.
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Germanus
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von Germanus »

Der Unterschied in der Diktion ist sehr wichtig: Bei den Zisterziensern gibt es kein "Missale 1962". Es wurden zu unterschiedlichen Zeiten zwar Änderungen am Missale cisterciense 1890 vorgenommen, doch war die Zelebration nach gerade diesem Missale weit verbreiteter Standard im Orden (für bestimmte, ordenseigene Messen sogar bis weit nach 1969), wenn es auch nachträgliche Beifügungen gab.
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kreuzzeichen
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von kreuzzeichen »

Hier findet sich mehr über dieses Thema: http://www.summorum-pontificum.de/texte/cistello
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Fridericus
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von Fridericus »

Der Usus von Montecistell findet sich auch als Anhang in "Bastionen Gottes" von Geoffrey Moorhouse.

sixtus
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von sixtus »

Mich würde mal interessieren, was die Mönche machen, wenn sie aus ungünstigsten Gründe (verreist, krank, etc.) mal keine Messe besuchen können, da in Mariawald, so weit ich weiß nur 3 Priester im Kloster wohnen.

Ist das schon mal vorgekommen?
Holen sie dann einen externen Priester?

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kreuzzeichen
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von kreuzzeichen »

Das Buch "Bastionen Gottes" habe ich mir schon bestellt. Bin sehr gespannt. Aber für mich ist noch die Frage offen, ob die Rückkehr zur "alten" Zisterzienserliturgie durch "Summorum Pontificum" rechtlich möglich ist.
Oder ob es durch das Motu proprio so sein muss, dass der Konvent die Liturgie im "usus antiquior" nach den Messbüchern von 1962 feiert, evtl. "angereichert" mit einige zisterziensischen Besonderheiten und Bräuche, aber nicht nach dem schon genannten "Missale cisterciense" von 1890. Das ist mir noch nicht so hundertprozentig klar.
Wenn der Abt im Interview schreibt, dass man "die Liturgie im Ritus nach den Büchern, die 1963 bei den Zisterziensern in Gebrauch waren" pflegt" ist mir diese Sache noch nicht ganz klar. Bin einfach etwas neugierig geworden durch den Besuch in Mariawald und möchte es besser verstehen.
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Fridericus
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von Fridericus »

kreuzzeichen hat geschrieben:Das Buch "Bastionen Gottes" habe ich mir schon bestellt. Bin sehr gespannt. Aber für mich ist noch die Frage offen, ob die Rückkehr zur "alten" Zisterzienserliturgie durch "Summorum Pontificum" rechtlich möglich ist.
Ja.
Oder ob es durch das Motu proprio so sein muss, dass der Konvent die Liturgie im "usus antiquior" nach den Messbüchern von 1962 feiert, evtl. "angereichert" mit einige zisterziensischen Besonderheiten und Bräuche, aber nicht nach dem schon genannten "Missale cisterciense" von 1890.
Die Feier der Eigenriten der Orden, wie der Diözesen, die 1962 in Gebrauch waren, sind durch SP gedeckt.
Wenn der Abt im Interview schreibt, dass man "die Liturgie im Ritus nach den Büchern, die 1963 bei den Zisterziensern in Gebrauch waren" pflegt" ist mir diese Sache noch nicht ganz klar.
Dann heißt das, dass in Mariawald eben jene Gebräuche gepflegt werden, die 1963 in Geltung waren, das ist der Usus von Montecistello.

HeGe
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von HeGe »

kreuzzeichen hat geschrieben:Das Buch "Bastionen Gottes" habe ich mir schon bestellt. Bin sehr gespannt. Aber für mich ist noch die Frage offen, ob die Rückkehr zur "alten" Zisterzienserliturgie durch "Summorum Pontificum" rechtlich möglich ist.
Oder ob es durch das Motu proprio so sein muss, dass der Konvent die Liturgie im "usus antiquior" nach den Messbüchern von 1962 feiert, evtl. "angereichert" mit einige zisterziensischen Besonderheiten und Bräuche, aber nicht nach dem schon genannten "Missale cisterciense" von 1890. Das ist mir noch nicht so hundertprozentig klar.
Wenn der Abt im Interview schreibt, dass man "die Liturgie im Ritus nach den Büchern, die 1963 bei den Zisterziensern in Gebrauch waren" pflegt" ist mir diese Sache noch nicht ganz klar. Bin einfach etwas neugierig geworden durch den Besuch in Mariawald und möchte es besser verstehen.
Ob die Diözesan- und Ordensriten durch die Erlaubnis von SP gedeckt waren, war zu Beginn durchaus streitig, wenn ich mich recht erinnere, ist zwischenzeitlich aber geklärt. Für Mariawald war diese Frage aber stets völlig unerheblich, da es dort ja eine eigene Einzelfallerlaubnis des Papstes gab.
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leander12
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Re: Ordens- und Klosternachrichten

Beitrag von leander12 »

In Mariawald war ich auch schon. Die "hervorragende Erbsensuppe" hat aber nur meine Mutter probiert. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Allgemein war ich von dem Besuch dort sehr enttäuscht. Besonders die Kirche sieht (ordenstypisch) schlicht aus. Das Essen der Kafeteria war gerade zu unverschämt.

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Petrus_Damiani
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Re: Ordens- und Klosternachrichten

Beitrag von Petrus_Damiani »

Es geht mir ähnlich. Obschon ich es sehr begrüssenswert finde, daß Mariawald zur alten Messe zurückgekehrt ist, war der Besuch dort irgendwie unbefriedigend. Mir ist die zisterziensische Schlichtheit allerdings auch etwas fremd.
Ich hätte dazu noch eine Frage und zwar lagen vor dem Beichtstuhl in Mariawald Gebetszettelchen aus, unter anderem von der meiner Meinung nach ganz eindeutig wenn übernatürlich, dann dämonisch inspirierten Erscheinung der Muttergottes in Amsterdam. Heißt das, daß die Mariawalder Mönche dieser Erscheinung positiv gegenüberstehen?

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leander12
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Re: Ordens- und Klosternachrichten

Beitrag von leander12 »

Petrus_Damiani hat geschrieben:Es geht mir ähnlich. Obschon ich es sehr begrüssenswert finde, daß Mariawald zur alten Messe zurückgekehrt ist, war der Besuch dort irgendwie unbefriedigend. Mir ist die zisterziensche Schlichtheit allerdings auch etwas fremd.
Ich hätte dazu noch eine Frage und zwar lagen vor dem Beichtstuhl in Mariawald Gebetszettelchen aus, unter anderem von der meiner Meinung nach ganz eindeutig wenn übernatürlich, dann dämonisch inspirierten Erscheinung der Muttergottes in Amsterdam. Heißt das, daß die Mariawalder Mönche dieser Erscheinung positiv gegenüberstehen?
Es gibt auch sehr schöne Zisterzienser- Kirchen. Dass sie den alten Ritus benutzen ist zwar schön, doch allgemein hält einen schon das Gitter im Eingangsbereich der Kirche davon ab, hineinzugehen. Besonders einladend gestaltet ist das Kloster nicht. Aber sicher auch Geschmackssache.

HeGe
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Re: Ordens- und Klosternachrichten

Beitrag von HeGe »

Petrus_Damiani hat geschrieben:Ich hätte dazu noch eine Frage und zwar lagen vor dem Beichtstuhl in Mariawald Gebetszettelchen aus, unter anderem von der meiner Meinung nach ganz eindeutig wenn übernatürlich, dann dämonisch inspirierten Erscheinung der Muttergottes in Amsterdam. Heißt das, daß die Mariawalder Mönche dieser Erscheinung positiv gegenüberstehen?
Es könnte auch sein, dass irgendein Besucher die Zettel dort hingelegt hat. Deine Frage werden dir wohl nur die Mönche selber beantworten können. Mir jedenfalls ist keine positive Äußerung des Abtes oder einer der Mönche über den Grachtendämon bekannt, aber das muss nichts heißen.
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HeGe
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Re: Ordens- und Klosternachrichten

Beitrag von HeGe »

leander12 hat geschrieben:Es gibt auch sehr schöne Zisterzienser- Kirchen. Dass sie den alten Ritus benutzen ist zwar schön, doch allgemein hält einen schon das Gitter im Eingangsbereich der Kirche davon ab, hineinzugehen. Besonders einladend gestaltet ist das Kloster nicht. Aber sicher auch Geschmackssache.
Die Mariawalder Kirche entspricht dem Gründungsideal der Zisterzienser wesentlich mehr, als viele andere Zisterzienserkirchen. Und bei einem Klausurorden ist es nicht Aufgabe des Kirchengebäudes, einladend zu sein. Es gibt Klosterkirchen, die überhaupt keinen Eingang für das Volk hatten, die man also nur über die Klausur betreten konnte. Bei den Kartäusern ist das heute noch so. Mariawald war aufgrund der Wallfahrt nie so streng klausuriert, aber der Teil vor dem Gitter ist immer der eigentliche Teil für das Volk gewesen. Der Bereich hinter dem Gitter war früher der Bereich für die Konversen.
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leander12
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von leander12 »

Da sage ich auch nichts dagegen ;) Ich finde es vollkommen in Ordnung, die Ordensideale so zu leben und auch das Kloster danach auszurichten. Der Sinn eines Klosters ist ja auch nicht, dass Besucher es besonders einladend finden.

Es gibt aber nunmal auch Klöster, die sehr Weltoffen sind. Jedem das Seine :)

HeGe
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von HeGe »

Abtei Mariawald hat geschrieben:Kreuzweg in der Fastenzeit
Samstag, den 16.3.2013


Einladung...

... den Kreuzweg mit den Mönchen mitzugehen und mitzubeten.

Nach der Non, dem Stundengebet der Mönche um 14 Uhr, sammeln sich die Teilnehmer vor der Kirche von Mariawald und gehen um 14.20 Uhr schweigend nach Heimbach.
Dort beginnt ca. um 15.00 beim Gnadenbild der Kreuzweg. Wer will, kann sich natürlich auch jetzt noch anschließen. (Ein Fahrdienst von Mariawald zurück nach Heimbach wird bei Bedarf eingerichtet.)

Nachdem wir den 14 Stationen des Kreuzwegs mit seinen kleinen Kapellen im Ruppental und in der Klostermauer gefolgt sind, findet der Kreuzweg seinen Abschluss mit dem Segen von Vater Abt in der Klosterkirche.

Der Gang von Mariawald nach Heimbach, angeführt vom Vortragekreuz, und der gemeinsame Kreuzweg hat keinen anderen Zweck, als Gott in Dankbarkeit die Ehre zu geben, indem wir die Passion seines Sohnes Jesus Christus mitvollziehen. Deshalb sind alle Teilnehmer gebeten, von Anfang an zu schweigen und auf Störungen durch Photographieren zu verzichten.
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HeGe
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von HeGe »

Ein neueres Interview der Tagespost mit Dom Josef: http://www.kloster-mariawald.de/media/r ... _Josef.pdf
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HeGe
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von HeGe »

Am 12.1. und 13.1. findet wieder ein Büchertisch in der Abtei statt: http://www.kloster-mariawald.de/view.php?nid=179
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HeGe
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von HeGe »

Abtei Mariawald hat geschrieben:Adventsbesinnung in der Abtei Mariawald

3. Adventssonntag, 15.12.2013, 15.00 Uhr
„Freuet euch allezeit im Herrn“


Musikal.Gestaltung: Kirchenchor St. Clemens, Heimbach

Leitung und Orgel: Peter Mellentin


Die Mönche der Abtei und der Verein der Freunde und Förderer der Abtei Mariawald e.V. laden Sie herzlich ein.
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von HeGe »

Wie ich (ausgerechnet ;) ) der Homepage des Bistums Aachen entnehmen konnte, hatte der H.H. Abt von Mariawald, Dom Josef, am 26.1. sein silbernes Professjubiläum: http://startportal.kibac.de/nachrichten ... ode=detail

Ich wünsche ihm viele weitere Jahre erfolgreichen Wirkens unter Gottes Segen!
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von HeGe »

Heute habe ich seit längerer Zeit mal wieder ein wenig die Internetseite der Abtei durchforstet, ob es irgendwelche Neuigkeiten zu entdecken gibt, und dabei folgenden Passus im Bereich "Eintritt in die Gemeinschaft" entdeckt:
[...]Wer zu dieser Nachfolge Christi berufen ist, kann diese in verschieden Formen in Mariawald zu verwirklichen suchen.

Für den Mönch oder Choroblaten vollzieht sich die Berufung wesentlich durch die Feier der Liturgie, also durch die Hl. Messe und das Stundengebet. - Der Brudermönch oder Bruderoblate dient Gott und den Brüdern neben dem Gebet durch größeren Anteil der Handarbeit.[...]
Interessant, danach wird beim Eintritt also offensichtlich wieder in Chormönche und Brudermönche aufgeteilt? Das ist natürlich eine konsequente Entscheidung, wenn man vollständig in den alten Usus zurückkehren möchte. Ob sich das mit den heutigen Eintrittszahlen verwirklichen lässt, wird aber eine spannende Frage.
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kreuzzeichen
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von kreuzzeichen »

Ich bin jetzt bei den Trappisten nicht so bewandert. Aber gab es den "Unterschied" nicht schon immer. Vielleicht auch einfach aus der Situation heraus, dass ein Teil der Mönche auch Priester sind (in Mariawald 2 oder 3?) und die anderen Mönche halt Brüder. Wenn man in Mariawald auch zur "alten" Observanz zurückgekehrt ist (nicht nur zur Liturgie), dann wäre das ja noch mal naheliegender. In vielen Orden ist ja die "Trennung" der Brüder und Patres (wenn vorgesehen) nach dem Konzil "weicher" geworden bzw. fast ganz nivelliert worden. Wie das alles in Mariawald letztlich praktisch ausgestaltet wird... wäre ja eine interessante Frage. Und ob die "Grenzen" auch überschritten werden können (kann ein Bruder irgendwann nach entsprechender Ausbildung doch Priester werden?).
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Germanus
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von Germanus »

Die "Brüder", d.h. die Konversen, sind im zisterziensischen Orden (ord. cist. und strict. oberv.) keine Mönche, anders als bei den Benediktinern z.B. Konkret heißt das, dass sie, wenn sie als Konversen eingetreten sind, keine Mönchsweihe erhalten und eine andere Lebensregel befolgen, als die Mönche. Im Zuge einer Erneuerung des ORdenslebens wollte man römischerseits eine 2-Mönchsklassen-Gesellschaft abschaffen - welche es bei den Zisterziensern eigentlich nie gab: Es gab einerseits die Mönche, ob Priester oder nicht, dann gab es andererseits die Konversen, die eine eigene Gemeinschaft bildeten und aus einer ganz anderen Berufung heraus eingetreten waren. Deshalb erhielten die Konversen nicht das Mönchskleid, sondern eine eher praktischere Arbeitskleidung samt Überwurf, wenn es offiziell wurde. Wenn man die streng geregelten Lebensentwürfe betrachtet, war diese Lösung eigentlich ideal, um verschiedenen Berufungen gerecht werden zu können. Es lohnt sicherlich, diese Tradition aufzugreifen und wiederzubeleben.
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von Athanasius0570 »

Soviel ich weiß war eines der ursprünglichen Bestrebungen der "robertinischen Reform" die Aufhebung des 2-Klassen-Mönchtums. Das hat sich aber wegen der zahlreichen Schenkungen nicht lange aufrecht erhalten lassen, da die Mönche auf den Höfen rund um das Kloster schließlich schon rein praktisch wieder nicht am Chorgebet teilnehmen konnten.
Eine Auswirkung dieser Bestrebung findet sich aber noch in der zisterziensischen Bauweise: die "Trennung" von Chor- und Laienbereich in der Kirche ist meist nur eine einfache Stufe.
Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus. (1 Thess 5, 16-18)

Germanus
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Re: Trappistenabtei Mariawald

Beitrag von Germanus »

Es ist dann schon etwas komplexer. Die Zisterzienserkirchen sind traditionellerweise im Grunde zwei separate Kirchen. Die Trennmauer (denn eine solche bestand oft und sie besaß zwei bzw. eine Tür) hieß "clausura" und trennte das Bauwerk der Kirche in sogar zwei Chöre: den Konversenchor und den Mönchschor. "Laienkirche" war die Konversenkirche nur deshalb, weil in ihr eben "Laienbrüder" den Gottesdienst feierten. Nur wenige Auswärtige hatten Zugang zur Zisterzienserkirche - in Frankreich war das noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts so. Für die Gäste des Klosters gab es eine eigene Kirche außerhalb des Klosterbezirks. Um den Mönchen (Priestern wie Nichtpriestern) die nötige Zeit zum feierlichen Gottesdienst zugestehen zu können, wurde eine zwei Klostergemeinde gegründet, die neben der Mönchsgemeinde lebte, aber ihr geistlich eng verbunden war: die Konversengemeinde, die ein Mönchspriester betreute. Diese Konversengemeinde verstand es als ihre Berufung, ein Ordensleben, nicht aber ein Mönchsleben zu führen, um den Mönchen entsprechend beistehen zu können. Neben Mißbräuchen von Macht und Ansehen gabe es immer die wirklichen Konversenberufungen, die den Wert dieses Lebens sahen. Deshalb gab es eben offiziell zisterziensischerseits kein 2-Klassen-Mönchtum, da es einerseits die Mönche und andererseits die Konversen gab (die bei den Zisterziensern nur den Gehorsam versprachen und keine Mönchsprofess ablegten).
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