Dominikus und Dominikaner

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

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florian3
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Dominikus und Dominikaner

Beitrag von florian3 » Dienstag 30. März 2004, 13:35

Dominikus war eine faszinierende Person. Die dominikanische Verbindung des Armutsideals mit der universitären Lehre, also dem Wissensideal übt eine starke Faszination aus. Überhaupt die ganze dominikanische Spiritualität finde ich sehr ansprechend.

und sehr ansprechend sind übrigens auch dominikanische webseiten, so etwa

http://www.dominikaner.org/ - eine schön gestaltete Seite, wie ich finde.

sehr gut ist auch http://www.christl-spiritualitaet.de/ mit vielen Texten zum nachdenken und meditieren.

Ralf
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Re: Dominikus und Dominikaner

Beitrag von Ralf » Dienstag 30. März 2004, 14:39

florian3 hat geschrieben:Überhaupt die ganze dominikanische Spiritualität finde ich sehr ansprechend.
Was ist denn das genau?
Die Seite dominikaner.org gibt dazu ja nicht allzuviel her.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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HeGe
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Beitrag von HeGe » Dienstag 30. März 2004, 16:48

Hallo,

also Dominikaner finde ich in der Tat auch sehr interessant. In Köln sind die Dominikaner ja noch recht gut vertreten. Ich muss allerdings sagen, dass mich die Entwicklung, die der Orden mitgemacht hat, schon etwas wundert. Nach der eher unrühmlichen Geschichte, die der Orden im Bereich der Hexenprozesse gemacht hat (wobei man natürlich nie vergessen sollte, dass nicht alles, was der Orden im Mittelalter und danach gemacht hat schlecht war, um nur Albertus Magnus und Thomas v. Aquin zu nennen), scheint er mir heute eher in die umgekehrte Richtung abzuwandern. Also wenn ich manches lese, was auf deren Internetseite steht... Die scheinen heute eher durch vermeintliche Modernität glänzen zu wollen, als sich auf dem Boden des 2. Vat. Konzils zu bewegen. Wie sieht denn der Nachwuchs bei denen aus? Wenigstens schlecht oder gar nicht vorhanden?

HeGe

Ralf
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Beitrag von Ralf » Dienstag 30. März 2004, 16:59

Wieso fragst Du? Gönnst Du ihnen keinen? Keine Sorge, die neue Generation an Ordensleuten geht tendenziell wieder viel mehr zurück zu den eigenen Quellen und hat auch ein unverkrampftes Verhältnis zur Kirche.

Timothy Radcliffe OP ,der ehemalige Ordensmeister, ist einer meiner Lieblingsschriftsteller über das Ordensleben. Englischer Humor gepaart mit Weisheit und Gelassenheit....

Sein Buch "Gemeinschaft im Dialog - Ermutigungen zum Ordensleben" kann ich nur empfehlen. Er schreibt da u.a., dass die Gründe, die die alte Generation zum Ausziehen des Habits veranlasst haben, die Jüngeren dazu bringt, ihn anzuziehen (bei den Domis aber echt ein Schlabberteil ;) ). Und er bewertet das gar nicht, das finde ich schön.
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Beitrag von HeGe » Dienstag 30. März 2004, 17:16

Na, da hast du mich falsch verstanden. Ich konnte mich nur nicht dazu durchringen, etwas von viel Nachwuchs zu schreiben, denn das hat wohl kaum ein Orden in Deutschland. :cry: Das sollte mehr eine zynische Abstufung auf unterem Niveau sein. Ich hoffe sehr, dass auch die Dominikaner wieder Nachwuchs bekommen!

Und vielleicht relativiert sich meine andere Beobachtung ja tatsächlich, wenn die Generation des 2.VK langsam verschwindet.

Den Habit finde ich übrigens sehr schön.

HeGe

Edith
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Beitrag von Edith » Mittwoch 31. März 2004, 08:04

HeGe hat geschrieben: Wie sieht denn der Nachwuchs bei denen aus? Wenigstens schlecht oder gar nicht vorhanden?

HeGe
Ich war kürzlich bei Dominikanerinnen zu Gast.
Die klagten... daß sie zwar 5 junge Schwestern haben... die sind aber alle aus Vietnam.
Nachwuchs aus dem eigenen Land haben die seit Jahren nicht mehr.

Ich kenne deren Spiritualität und Leben aber zu wenig, um eine Meinung zu haben, woran das liegen könnte.

Sr. Franziska OP
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Beitrag von Sr. Franziska OP » Mittwoch 14. April 2004, 15:56

Hallo, Ihr Lieben!

Als das "Orden online"-Forum geschlossen wurde, hab ich mich für einige Zeit von den Internet-Diskussionen zurückgezogen. Ich bin ja mit meinen Studien eigentlich genug ausgelastet - aber inzwischen habe ich bemerkt, dass mir die vielseitigen Kontakte doch fehlen. Und voilà, hier bin ich wieder!

Für alle, die mich nicht (mehr) kennen: Ich bin Sr. Franziska Jeremia, 24 Jahre alt, Dominikanerin in Wien (hab im September Zeitliche Profess gemacht) und studiere Theologie im x-ten Semester und seit zwei Semestern nun auch Latein.

Es gibt dominikanischen Nachwuchs :mrgreen: ! Hier in Wien sind wir 31 Schwestern, davon 4 unter 35 Jahren (das klingt wenig, ist aber für ein altes, österreichisches Kloster immens)! Im Jahr 2003 hatten wir vier Professen (drei Ewige und meine Zeitliche) und den Eintritt einer Postulantin, die im Sommer eingekleidet wird.
Die dominikanische Spiritualität ist (gerade auch für Frauen) etwas ganz Besonderes! Dominikus hat ja zuerst das Frauenkloster in Prouilhe gegründet, bevor in Toulouse der Männerorden gegründet wurde. Im Wesentlichen ist unsere Spiritualität eine Mischung von aktivem und kontemplativem Leben (vita mixta), die auf Studium und Glaubensverkündigung ausgerichtet ist.

@Edith: Du warst in Niederviehbach, gell? Ich war da im Februar eine Woche zu Besuch: Die beiden vietnamesischen Novizinnen sind echt ein Hit - wir hatten eine Menge Spaß zusammen! Auch wenn die Jungen nicht aus Deutschland sind, scheint das Gemeinschsftsleben (soweit ich halt in einer Woche mitkriegen konnte) ganz gut zu funktionieren. Die Vietnamesinnen sind sicher eine Herausforderung und Bereicherung zugleich! Hier in Wien sind in den letzten Jahren nur Österreicherinnen eingetreten; eine Rumänin interessiert sich im Moment, mal sehen, was draus wird.

Grüße von Franziska (die sich freut, wieder in einem Forum zu sein)!

Jojo
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Beitrag von Jojo » Mittwoch 14. April 2004, 19:22

Sr. Franziska OP hat geschrieben: Grüße von Franziska (die sich freut, wieder in einem Forum zu sein)!
Schön, dass du wieder da bist! :)

Ralf
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Beitrag von Ralf » Mittwoch 14. April 2004, 23:55

Jojo hat geschrieben:
Sr. Franziska OP hat geschrieben: Grüße von Franziska (die sich freut, wieder in einem Forum zu sein)!
Schön, dass du wieder da bist! :)
:ja:
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Sr. Franziska OP
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Beitrag von Sr. Franziska OP » Donnerstag 15. April 2004, 13:51

Danke! :freude:

Ich hab echt lang überlegt, ob ich mir das mit einem Forum noch mal antun soll... Ein paar "alte Hasen" vom ehemaligen "Orden online"-Forum haben mir zu Ostern geschrieben, da hab ich gedacht, ich versuch's halt nochmal. Der Kreuzgang scheint ganz gut moderiert zu sein...
Mal sehen... :kratz:

Langsam bekomm ich ja auch immer mehr Alltagserfahrung mit dem Ordensleben - ich bin jetzt fast drei Jahre hier ;D ! Hab viel gesehen, gehört und erlebt (nicht nur bei uns, sondern auch anderswo).
Inzwischen ist auch unsere überarbeitete Homepage online: www.dominikanerinnen.at Der Inhalt stammt zum größten Teil von mir. Was allerdings die optische Aufmachung betrifft, ist leider nicht alles so geworden, wie ich persönlich es mir vorgestellt hatte - das ist in einem Kloster halt so eine Sache mit dem Gehorsam ;) . Gestern hab ch gesehen, dass auch ein paar tote Links drauf sind. Ich hoffe, das wird bald behoben, dann ist die Seite auch herzeigbar.

Alles Liebe
Sr. Franziska

Stefan
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Beitrag von Stefan » Donnerstag 15. April 2004, 14:19

Sr. Franziska OP hat geschrieben:Gestern hab ch gesehen, dass auch ein paar tote Links drauf sind.
Räusper, willst Du nicht noch einen lebendigen hinzufügen? ;D

Sr. Franziska OP
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Beitrag von Sr. Franziska OP » Donnerstag 15. April 2004, 14:29

Stefan hat geschrieben:
Sr. Franziska OP hat geschrieben:Gestern hab ich gesehen, dass auch ein paar tote Links drauf sind.
Räusper, willst Du nicht noch einen lebendigen hinzufügen? ;D
Nein, aber die toten könnten wir doch auferstehen lassen, oder? :kratz: Immerhin ist noch Osterzeit...

Edgar
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Beitrag von Edgar » Mittwoch 21. April 2004, 17:46

Sr. Franziska OP hat geschrieben:Inzwischen ist auch unsere überarbeitete Homepage online: www.dominikanerinnen.at Der Inhalt stammt zum größten Teil von mir.
Alles Liebe
Sr. Franziska
wo finden wir Dich hier:

Bild

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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 21. April 2004, 18:11

Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Cicero
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Beitrag von Cicero » Donnerstag 22. April 2004, 09:43


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Beitrag von Sr. Franziska OP » Dienstag 27. April 2004, 14:31

Mein Gott, ich hab mich fast zu Tode erschreckt, als ich das Bild gesehen hab :shock: !

Das Gruppenfoto gefällt mir nicht besonders und ist auch nicht mehr aktuell (ich bin die in Schwarz in der letzten Reihe - da war ich noch Postulantin). Inzwischen sind drei Schwestern verstorben :( und eine Postulantin dazugekommen :freude: .
Das andere ist ein Foto von meiner Einkleidung (deshalb der weiße Schleier), links neben mir mein Großvater. Seit der Profess trag ich einen schwarzen Schleier wie die anderen Schwestern.

lg
Franziska

Edith
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Beitrag von Edith » Freitag 11. Juni 2004, 09:23

Sr. Franziska OP hat geschrieben:@Edith: Du warst in Niederviehbach, gell?
Seh ich jetzt erst... *schäm*

ja war ich! War gut [Punkt]

Sag mal Sr Franziska, erzähl doch mal etwas mehr über die Dominikaner... was die so machen.... Spiritualität etc pp...
:ja: :ja:

Edith
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Beitrag von Edith » Freitag 18. Juni 2004, 20:29

Edith hat geschrieben:Sag mal Sr Franziska, erzähl doch mal etwas mehr über die Dominikaner... was die so machen.... Spiritualität etc pp...
:ja: :ja:
Sr Franziska??? Bist Du noch da....?

Sr. Franziska OP
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Beitrag von Sr. Franziska OP » Sonntag 20. Juni 2004, 19:27

Ich bin zwar noch da, hab aber grad totalen Lern- und Prüfungsstress auf der Uni :shock:! Ich verspreche, dass ich hier was schreibe, wenn ich die Prüfungen alle hinter mir hab (nach dem 30. Juni)! Hoch und heilig! *handhebundehrlichdreinschau* ;)

Sr. Franziska, :kratz:
die im Moment nicht weiß, wo ihr der Kopf steht

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Juergen
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Beitrag von Juergen » Sonntag 20. Juni 2004, 19:29

Die Dominikaner sind cool 8)

Jedenfalls waren es die, bei denen ich ein Jahr auf Malta gewohnt habe. Die hatten sogar eine eigene Radiostation 8)
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Juergen » Sonntag 27. Juni 2004, 18:15

Die Maltesischen Dominikakaner haben eine neue Internetseite. - Nett gemacht, finde ich.

Hier die alte Seite.
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Ralf » Sonntag 27. Juni 2004, 19:58

Übrigens interessant, dass es bei den Domis im Gegensatz zu den Franziskanern und Benediktinern nie große Auf- bzw. Abspaltungen oder Reformbewegungen gegeben hat. Woran mag das liegen?
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Beitrag von Juergen » Sonntag 27. Juni 2004, 20:13

Vielleicht liegt es daran (aber das ist bei den Franziskaner soweit ich weiß nicht anders), daß es eine gewisse "Dynamik" in der Ämterverteilung gibt. Da sitzt niemand lange auf seinem Posten, sondern es sind immer nur Ämter auf Zeit.

Bei den Benediktinern z.B. gab es immer wieder "Reformen", die zu einem Auf- und Ab geführt haben.
Also ein Kloster wurde zu "lasch", dann kamen Reformbewegungen, die von einigen großen Klöstern ausgingen und die Strenge einforderten oder auch mal das umgekehrte (man denke an die Reformen die seinerzeit von Cluny oder auch von Hirsau oder Melk ausgingen), manche Klöster wollten nicht mitmachen, es kam zu Streit; teils griffen Ortsbischöfe in das Geschehen ein (etwa in Corvey) usw.
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Ralf » Sonntag 27. Juni 2004, 20:33

Ich denke nicht, dass das ein Grund ist - denn dann hätte es die massenhaften Reformen im franzisk. Bereich auch nicht geben dürfen.

Ich vermute eher, dass es, ein vielleicht mitlesender Dominikaner möge mir das verzeihen, das fehlende "lebendige Ideal" ist. Es gibt über und vor allem von Dominikus selbst nur relativ (vgl. mit Franziskus) wenig Aufzeichnungen. Bei den Franziskanern war schon immer und ist Franz selbst das leuchtende Vorbild (nach dem Herrn selbst, aber das setze ich mal alles als glasklar voraus!), dem man auch nach dem Reinigen von legendenhafter Verklärung noch nacheifern kann und nahezu stets dahinter zurückbleibt.

Bei den Benediktinern ist es die Regel, die das Maß der Dinge und Anlass der Reformorden war und ist (bei Franziskanern vordergründig auch, aber Franz selbst war immer der eigentliche Antrieb).
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HeGe
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Beitrag von HeGe » Mittwoch 29. November 2006, 13:54

Gibt es eigentlich bei den Dominikanerinnen noch die Aufteilung in den aktiven Zweig und den kontemplativen Zweig? Weil ich eigentlich nur aktive Klöster kenne, keine kontemplativen.

Und gibt es da auch einen Laienorden?
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Beitrag von Maria Magdalena » Mittwoch 29. November 2006, 15:12

Hey HeGe,

schau doch mal unter www.ordens.de oder unter www.dominkaner.og
dort findest Du etwas unter Dominikanische Familie.
hoffe es hilft Dir etwas.

LG Maria Magdalena

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Fingalo
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Beitrag von Fingalo » Mittwoch 29. November 2006, 15:15

Im Mittelalter waren die Dominikaner ja in gewissen Bereichen bildungsfeindlich. Es war ihnen verboten, sich mit weltlichen Wissenschaften zu befassen. Das führte zu einem schweren Konflikt in der Universität von Oxford, als diese im 14. Jh. auf ein Statut von 1252 zurückgriff, womit der Sonderstatus der Bettelorden aufgehoben wurde, wonach sie nicht verpflichtet waren, wie andere Studenten vor dem Theologiestudium den Magister an der universitären Artes-Fakultät erworben zu haben. Sie konnten ihre Vorausbildung in ihren eigenen Ordenshäusern absolvieren. Den Dominikanern war aber der Abschluss an der philosophischen Fakultät untersagt. Das führte dann dazu, dass sie nicht zum Theologiestudium zugelassen wurden, wogegen sie (erfolglos) 1311 beim Papst appellierten. Für die Zulassung zum Studium ohne den magister artium mussten alle Professoren der Universität zustimmen, war also ein Vetorecht für jeden Professor installiert, was zu entscheidender Benachteiligung führte.

Wie ist das heute?

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Fingalo
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Beitrag von Fingalo » Mittwoch 29. November 2006, 15:21

Fingalo hat geschrieben:Im Mittelalter waren die Dominikaner ja in gewissen Bereichen bildungsfeindlich. Es war ihnen verboten, sich mit weltlichen Wissenschaften zu befassen. Das führte zu einem schweren Konflikt in der Universität von Oxford, als diese im 14. Jh. auf ein Statut von 1252 zurückgriff, womit der Sonderstatus der Bettelorden aufgehoben wurde, wonach sie nicht verpflichtet waren, wie andere Studenten vor dem Theologiestudium den Magister an der universitären Artes-Fakultät erworben zu haben. Sie konnten ihre Vorausbildung in ihren eigenen Ordenshäusern absolvieren. Den Dominikanern war aber der Abschluss an der philosophischen Fakultät untersagt. Das führte dann dazu, dass sie nicht zum Theologiestudium zugelassen wurden, wogegen sie (erfolglos) 1311 beim Papst appellierten. Für die Zulassung zum Studium ohne den magister artium mussten alle Professoren der Universität zustimmen, war also ein Vetorecht für jeden Professor installiert, was zu entscheidender Benachteiligung führte.

Wie ist das heute?
Ich sehe gerade auf dominikaner.org:
Je nach Eignung des Bruders können Ergänzungsstudien, eine akademische Qualifikation oder spezielle Ausbildungsgänge in nicht theologischen Fachgebieten folgen. Als Ausbildungsorte kommen dafür weitere Brüderkonvente und -häuser innerhalb oder außerhalb des Provinzgebiets in Betracht.
Seit wann hat sich das geändert?

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Beitrag von melina » Sonnabend 30. Dezember 2006, 15:12

Hallo,

die DOminikaner sind von ihrem Ursprung und auch heute alles andere als bildungsfeindlich! Im Gegenteil ist das STudium einer der Grundpfeiler, auf denen Dominikus seinen Orden gestellt hat (neben Gemeinschaftsleben, Kontemplation, Sendung...). ER hat ihn als ANtwort auf die große Spirituelle Not seiner Zeit gegründet, auf die der herkömmliche klerus, der oft sehr schlecht ausgebildet war, keine ANtwort finden konnte. SO bildeten sich zahlreiche Sekten, die großen Zulauf fanden. Er ist mit ihnen in Dialog getreten, und dazu war natürlich ein profundes Schriftstudium und Studium der Lehre der anderen nötig.

SIcher gab es im Lauf der Geschichte einige sehr unrühmliche Kapitel, aber von der Grundintention ist es ein sehr offener, Bildung im positiven SInne fördernder Orden.

Ein anderer Grundsatz des Ordens, der zwar erst nach DOminikus, ich meine von THomas von Aquin geprägt wurde, war: "COntemplari et contemplata aliis tradere", also selbst Kontemplation üben und das in der Kontemplation empfangene an andere weitergeben. Hier war der Orden in der Tat nach dem zweiten Vatikanum in Gefahr, den Grundsatz zu vergessen, verkopftes Studium oder "reine Aktion" zu betreiben.

Mittlerweile ist die Gefahr jedoch im Blick, einen tollen Artikel dazu "Drinking the wine of the gospel" gibt's auf der internationalen WEbsite der Dominikaner. (op.org)

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Beitrag von HeGe » Freitag 10. Oktober 2008, 17:06

Leguan hat diese Gemeinschaft schon mal kurz in der Sakramentskapelle erwähnt. Aber da gestern bei kreuz.net ein Artikel zum alten Ritus der Dominikaner stand, mit einigen netten Fotos von dieser Gemeinschaft, wollte ich mal nachfragen, ob jemand irgendetwas näheres über diese weiß:

Fraternité St. Vincent Ferrier
http://www.chemere.org/

Mein Französisch bewegt sich irgendwo zwischen schlecht und gar nicht vorhanden, daher hilft mir deren Internetseite nur bedingt weiter.

Sind die kirchenrechtlich anerkannt? Wie siehts mit Rom und den Dominikanern aus, wie sind da die Verbindungen?

In einigen von deren Videos meine ich Kard. Hoyos und Erzbischof Haas entdeckt zu haben, also scheinen die ja nichts mit den Piusbrüdern zu tun zu haben, oder?
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Beitrag von Leguan » Freitag 10. Oktober 2008, 19:53

Die Bruderschaft vom hl. Vincent Ferrer ist kirchlich anerkannt, wenn mich nicht alles täuscht, waren sie die zweiten nach den Petrusbrüdern die anerkannt wurden. Der Gründer wurde von Erzbischof Lefebvre geweiht, allerdings war schon Ende der 70er/Anfang 80er Eiszeit zur Piusbruderschaft, deswegen gab es weitere Priesterweihen auch erst nach der Anerkennung durch Rom.

Die Kontakte zum Dominikanerorden sind wohl nicht so gut, zu einzelnen Dominikanern aber sehr wohl. Die Bruderschaft hat versucht in die "dominikanische Familie" aufgenommen zu werden (wie die Gemeinschaft vom Lamm, z.B.), das wurde aber abgehlehnt. Auch hat der Dominikanerorden nach der Aussöhnung mit Rom eine Veränderung des Habit erzwungen, damit keine "Verwechslungsgefahr" besteht.

Ich weiß nicht, ob Du das Gespräch mitbekommen hast, aber das sind die, die jeden zweiten Dienstag das Café-Caté für 18-35-jährige im Quartier Latin betreiben. Seit neuestem gibt es wohl noch einen "Thomistischen Zirkel" für die gleiche Altersgruppe. Ansonsten machen sie einige Wallfahrten für Kinder, sind jedes Jahr auf der Chartres-Wallfahrt, und waren 2005 auf dem Weltjugendtag.
Es sind auch mal zwei der Brüder zu Fuß und ohne Geld bis zum Grab des Hl. Vincent Ferrer gepilgert, und ab und an ziehen welche mit der gleichen Methode durch die Gegend um zu missionieren. Mindestens eines der Mitglieder ist Deutscher.

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Beitrag von maliems » Freitag 10. Oktober 2008, 21:35

Ich kriege von denen eine deutsche zusendung. kann man vermutlich über die homepage kostenlos bestellen.

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