"Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.
Ecce Homo
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Ecce Homo » Dienstag 27. Januar 2009, 21:38

Meinst Du: "A right to be merry"? Das ist ein total schönes Buch von einer Schwester (der Arme Klarissen), die über die Innenansichten im Kloster schreibt... es ist total schön geschrieben - ich habe das echt verschlungen!
Einfach auch ganz praktische DInge beschrieben, vom ganz einfachen Leben bis zum Gebet...
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Christs Spouse
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Christs Spouse » Dienstag 27. Januar 2009, 22:02

Maja hat geschrieben:Wovon handelt denn das Buch "Das Recht fröhlich zu sein?" (Kurze Inhaltsangabe? - Danke schon mal!)
Das Buch heißt im Orginal " A right to be marry" und wurde von einer Amerikanischen Ordensschwester verfasst. Mutter Mary Francis war Klarissen Colletanerin im Kloster unserer Lieben frau von Guadalupe in Roswell, New Mexico. Ich weis gar nicht ob das Buch in deutscher Sprache erschienen ist, da ich nur die englische ausgabe besitze sie ist wirklich SEHR lesenswert! Meiner ansicht nach das beste Buch über klausuriertes kontemplatives leben.

Mother Mary Francis schrieb das Buch als junge Schwester als sie Teil der Neugründung des Klosters in Roswell sein durfte. Es handelt von der Gründung des Klosters und dem Leben als Klarissin. Es ist wirklich sehr einfühlsam und wunderbar geschrieben und lässt auf herrlischte weise die schönheit dieser Berufung [Punkt] Sie schreibt über die Spiritualität im Kloster, den Tagesablauf, die Ausbildung der Schwestern und das Wachsen und werden als Ordensfrau. Auch über die Gemeinschaft, Bräuche und einzelne Schwestern so wie über das Sterben schreibt sie. Ich schreib hier mal was auf der Rückseite des Buches zu lesen ist (meine Übersetzung aus dem englsichen):

Kann ein leben wirklich fröhlichsein innerhalb eines Klarissen Klosters? Dieses Buch zeigt die Prüfungen, Sorgen und FReuden dieses klausurierten Lebens von innen. Der Ausruf des Poeten "O Welt ich kann dich nicht nah genug halten!" ist der herzens schrei der klausuriert lebenden Kontemplativen, in ihrer sorge um die ganze Welt und alle die in ihr leben. Keiner der jemals klausuriert gelebt hat kann vollkommen verstehen wie ineinader greifend das Leben klausurierter Nonnen mit der Welt ist. Ihre Herzen mögen weit wie das Universum sein und bodenlos wie die Ewigkeit, aber die praktischen Details ihres Lebens sind eingeschlossen in das kleine Gebiet innerhalb der Klausurmauern. Klausurierte Nonnen reiben Seelen und Ellenbogen ihr ganzes leben lang und wenn sie nicht aus sich selbs herrauskommen um eine wahre Perspective zu bekommen, können sie kleine Seelen und engstirnig werden, und bleiben unreife Kinder ihr ganzes leben lang. Aber wie Mutter Mary Fancis aufzeigt haben sie "genauso ein recht darauf föhlich zu sein wie jede Dame in der Welt". Aber Fröhlichkeit ist nicht alles! "Verborgen von der Verblendung und Lärm des weltlichen lebens" schreibt Mutter,"sind wir eingeschlossen im Mutterleib der Heiligen Kirche. Ich gehe den Klausurgang hinunter und mein Herz schwingt nur zu einer Melodie: Herr, es ist gut, so gut hier zu sein!"

(die übersetzung ist nicht der Brüller aber man bekommt eine Ahnung :blinker: )
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Christs Spouse
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Christs Spouse » Dienstag 27. Januar 2009, 22:06

Hier ist noch ein Foto von Mutter Mary Francis P.C.C.:

Bild

Und das ist die Internetseite des Klosters in dem sie gelebt hat:

Poor Clares of Roswell
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cantus planus
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von cantus planus » Dienstag 27. Januar 2009, 23:19

Christs Spouse hat geschrieben:Und das ist die Internetseite des Klosters in dem sie gelebt hat:

Poor Clares of Roswell
"Page Not Found" :D

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Seraph
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Seraph » Mittwoch 28. Januar 2009, 12:12

Ecce Homo hat geschrieben:Meinst Du: "A right to be merry"? Das ist ein total schönes Buch von einer Schwester (der Arme Klarissen), die über die Innenansichten im Kloster schreibt... es ist total schön geschrieben - ich habe das echt verschlungen!
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Ja, das meine ich.Es gibt übrigens ein Nachfolgebuch "Forth und abroad". Das bestelle ich mir glaub ich mal, es scheint mittlerweile bezahlbar zu sein. Die Autorin, Mary Frances Aschmann ist übrigens vor ein paar Jahren gestorben, hier der Nachruf, falls Dich das interessiert http://www.stlouisreview.com/abpcolumn.php?abpid=7730

(Ich überlege ja immer noch, ob es mich nicht doch noch zu den Klarissen (bzw. Karmelitinnen) zieht...)
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Seraph » Mittwoch 28. Januar 2009, 12:18

Christs Spouse hat geschrieben:
Maja hat geschrieben:Wovon handelt denn das Buch "Das Recht fröhlich zu sein?" (Kurze Inhaltsangabe? - Danke schon mal!)
Das Buch heißt im Orginal " A right to be marry" und wurde von einer Amerikanischen Ordensschwester verfasst. Mutter Mary Francis war Klarissen Colletanerin im Kloster unserer Lieben frau von Guadalupe in Roswell, New Mexico. Ich weis gar nicht ob das Buch in deutscher Sprache erschienen ist, da ich nur die englische ausgabe besitze sie ist wirklich SEHR lesenswert! Meiner ansicht nach das beste Buch über klausuriertes kontemplatives leben.
<räusper> "to be merry </räusper.> :pfeif:

Doch, das Buch gibts auf Deutsch, iirc ca. 1956 erschienen. Ich kann aber nochmal nachgucken. Idealerweise wurde es von einer Karmelitin aus Himmelspforten (oder so) übersetzt, das heißt, der Übersetzer hat auch etwas von der Materie verstanden (das vermißt man ja heute oft...). Die deutsche Ausgabe heißt "Das Recht, fröhlich zu sein".
Hier hätten wir es übrigens grade: http://www.amazon.de/Das-Recht-fröhlich ... 511&sr=8-2

Eins meiner absoluten Lieblingsbücher.
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Seraph » Mittwoch 28. Januar 2009, 12:22

cantus planus hat geschrieben:
Christs Spouse hat geschrieben:Und das ist die Internetseite des Klosters in dem sie gelebt hat:

Poor Clares of Roswell
"Page Not Found" :D

Hier isses!
Der Ordenszweig hat übrigens auch in Eindhoven gegründet. Hier: http://web.inter.nl.net/users/clarissenklooster/
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PaceVeritas
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von PaceVeritas » Samstag 6. Juni 2009, 21:10

Und wieder hat eine frühere Ordensschwester ein Buch geschrieben (ist aber anscheinend bisher nur auf Dänisch erschienen). Darin schildert sie traumatische Erlebnisse aus ihrer Zeit im Kloster. Im Internet berichten zahlreiche dänische und schwedische Zeitungen über ihre Geschichte. Helene Hägglund ist inzwischen glücklich verheiratet und hat 2 Kinder. Beten wir für sie...

«Misuse of power and violence».This is the message from the Danish Nun Helene Hägglund. She was in a cloister for 12 years. The former Danish nun did yesterday release a book with the name: «ich nerv mal wieder bisschen: inside and outside».
Helene Hägglund does not disclose name of people who have abused her, places and sites. She claims she does so to protect other nuns in the concerned places.
Catholics in Denmark do not approve of her secrecy. - By doing this, she targets the whole Catholic Church. Only when we come to know about who have abused her, we will be able to correct our ways, says Catholic priest Jesper Fich. He has read the book, and works under the concerned Bishop.
Fich claims he know which cloisters the nun have served in, but refuses to comment on the issues. The Danish Christian daily newspaper «Kristelig Dagblad» claims to know that the concerned cloister is «Marias Heart Cloister at the Sostrup Castle in Grenå». The head sister Theresa Brenninkmeijer gives the following comment to the book.
- What shall I say to science fiction? We have been told to love one another. Para.
(ivarfjeld.wordpress.com)

Bild

http://www.kristeligt-dagblad.dk/artikel/325732
http://www.dagen.se/dagen/article.aspx?id=17521
http://karenmlarsen.kristenblog.dk/mine ... r-post3711
Zuletzt geändert von PaceVeritas am Samstag 6. Juni 2009, 21:26, insgesamt 1-mal geändert.
» Sic enim dilexit Deus mundum ... «
(Joh. 3,16)
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cantus planus
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von cantus planus » Samstag 6. Juni 2009, 21:15

Da lese ich nur diesen kurzen Abschnitt, und mir ist klar, dass ich dieses Schmierwerk nicht lesen muss. Es ist ja nett, dass man nicht erwähnt, um welches Kloster es sich handelt. Bei der enormen Klosterdichte der skandinavischen Diaspora kommt man ja nicht drauf...

Das liest sich wie die billigen Enthüllungsromane "Aishe - eine Frau unterm Kopftuch", "Özgen - eine Frau flieht vor dem Islam" oder oder oder... Während Veronika Peters eigenes Erleben authentisch verarbeitet - und dabei riskiert, dass der Leser sich seinen Teil dazu denkt - klingt mir das nach einer persönlichen Abrechnung, die vor allem eine möglichst hohe Auflage zum Ziele hat.
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anneke6
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von anneke6 » Samstag 6. Juni 2009, 21:58

Meine Nachbarin, die ebenfalls meine beste Freundin war, hat in dieser Abtei gelebt, und ich habe auch von anderen jungen Nonnen einiges gehört. Seit fast 10 Jahren gibt es verschiedene Klagen, und die Äbtissin verweigert sich standhaft einer Visitation des Vorsitzenden des Zisterzienserordens in Rom.
Es tut mir sehr weh, aber als Science Fiction kann man das leider nicht abtun.
???

Raimund J.
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Raimund J. » Samstag 6. Juni 2009, 22:05

Warum ist sie erst Nonne geworden, wenn sie jetzt lieber Ehefrau und Mutter sein will?
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anneke6
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von anneke6 » Samstag 6. Juni 2009, 22:10

Das ist natürlich eine berechtigte Frage…ich habe es damals mitgekriegt, daß einige von meinen Altersgenossinnen dort eingetreten sind — Faszination am Ordensleben. Ich selbst war auch fasziniert, habe mir aber gesagt: Nicht, bevor Du 18 bist.
Habe übrigens gerade mit einer befreundeten Ordensschwester telefoniert, die die Abtei ebenfalls kennt (und sie beinahe aus dem Bett gerissen ;)) und sie hat mir gesagt, sie wird sich die nächsten Tage schlau machen und mir mehr erzählen. Sie hat mir versichert: Sie weiß auch, daß das mehr ist als ein Sturm im Wasserglas.
???

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cantus planus
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von cantus planus » Samstag 6. Juni 2009, 23:07

Wenn dort alles so furchtbar ist, warum bleibt man dann 12 Jahre in diesem Konvent?! 12 Jahre???

Nein, ich habe mich immer gewundert, was Frauen sich alles freiwillig antun. Aber ich bleibe bei meiner Auffassung: das ist eine persönliche Abrechnung, die vor allem Geld ins Portefeuille schiebt. Ich werde das nicht lesen.

Veronika Peters habe ich mir nach langem Zögern aus der Stadtbibliothek entliehen, und habe mein Urteil oben detailliert bestätigt gefunden.
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anneke6
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von anneke6 » Samstag 6. Juni 2009, 23:18

Du hast ja schon mehrmals zugegeben, daß Du nicht der Frauenversteher vom Dienst bist. :)
Was nun genau die Frau bewogen hat, dieses Buch zu schreiben, das weiß ich nicht. Aber ich weiß, daß in Grenå Sachen abgehen, die seit etwa 10 Jahren bekannt sind. Ich bin persönlich befangen, und diese Nachricht hat alte Wunden wieder aufgerissen.
(Die meisten Teenager sind übrigens nach 1-2 Jahren wieder ausgetreten…)
Übrigens hängt meine Abneigung für Medjugorje auch ein bißchen mit Grenå zusammen, denn es gibt gewisse Parallelen.
???

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overkott
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von overkott » Samstag 6. Juni 2009, 23:24

Bad news are good news. Das Buch könnte bei "abuse"-Voyeuren ein Blockbuster werden. Aber wenn es da nur um eine Reifegeschichte geht und eine penetrante Äbtissin, dann trinkt man doch lieber noch 'n Käffchen, um wach zu bleiben.

obsculta
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von obsculta » Sonntag 7. Juni 2009, 00:13

Das Kloster hat doch erst in Düsseldorf einen
Ableger gegründet,auf Initiative des Erzbischofs.

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cantus planus
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von cantus planus » Sonntag 7. Juni 2009, 09:48

Wenn ich lese, dass in diesem Kloster Schwestern aus Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Kolumbien, Österreich, Polen, Ruanda, der Slowakei und Tschechien leben, wird mir vieles klar. Bei den Mentalitätsunterschieden und vor allem der komplett unterschiedlichen Frömmigkeit - das ist mir als Deutscher schon in Österreich sehr deutlich geworden! - sind Konflikte und unterschwellige Spannungen ja wie selbstverständlich vorprogrammiert. Wenn ich dazu bedenke, dass in diesem Frauenkloster lauter Frauen leben...

cantus, Frauen und Multikulti mit Verständnislosigkeit gegenüberstehend

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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 7. Juni 2009, 09:54

Wer von uns ohne Sünde ist, der werfe schon mal...


Ich war erst beichten - war also und dürfte. Werde Dich aber verschonen, denn "auch ich verurteile Dich nicht"... ;)
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Eigentlich schade

Beitrag von sofaklecks » Sonntag 7. Juni 2009, 10:29

Eigentlich ist es schade, dass unter der Überschrift, die sich konkret und nur auf das Buch von Veronka Peters bezieht, andere und offenbar weit weniger sobjektive Erinnerungen diskutiert werden.

Macht doch dafür einen eigenen Strang auf. Es entsteht sonst der Eindruck, dass alle diese Bücher über einen Leisten zu schlagen sind.

Noch ein Hinweis an Raimund:

Der Hauptgrund für das Scheitern von Ehen sind zwei grundsätzliche Missverständnisse:

Sie denkt, er ändert sich im Laufe der Zeit, aber er ändert sich nicht.
Er denkt, sie ändert sich nicht im Laufe der Zeit, aber sie ändert sich.

Und einer für cantus:

Immer wenn ich lese, dass eine Nonne das Kloster verlässt und dann heiratet und Kinder hat, fällt mr Nietzsche ein:

"Alles am Weibe ist ein Rätsel, und alles Rätselhafte am Weibe hat eine Lösung: sie heißt Schwangerschaft."

(Hab ich von meinem Doppelgänger in den Münsteraner Tatorten, Professor Börne)

sofaklecks,
Weiser vom Berge

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Re: Eigentlich schade

Beitrag von Raimund J. » Sonntag 7. Juni 2009, 11:03

sofaklecks hat geschrieben:Noch ein Hinweis an Raimund:

Der Hauptgrund für das Scheitern von Ehen sind zwei grundsätzliche Missverständnisse:

Sie denkt, er ändert sich im Laufe der Zeit, aber er ändert sich nicht.
Er denkt, sie ändert sich nicht im Laufe der Zeit, aber sie ändert sich.

Weiser vom Berge
:hmm:

Dann warte ich also noch so lange mit dem Heiraten bis ich eine gefunden habe, die sich schon geändert hat. ;)
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Oder

Beitrag von sofaklecks » Sonntag 7. Juni 2009, 11:18

Oder

feminae mutantur, nos et mutamur cum illis.

Oder so ähnlich.

sofaklecks

(Wie der Wein, so's Latein).

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Teutonius
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Teutonius » Sonntag 7. Juni 2009, 12:05

so ähnlich
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Inabikari » Sonntag 7. Juni 2009, 13:10

Kennt jemand die Bücher von Silja Walter, einer Benediktinernonne, die auch mindestens einen Roman über das Klosterleben geschrieben hat?

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Seraph
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Seraph » Montag 8. Juni 2009, 14:30

Inabikari hat geschrieben:Kennt jemand die Bücher von Silja Walter, einer Benediktinernonne, die auch mindestens einen Roman über das Klosterleben geschrieben hat?
Ich kenne nicht das Gesamtwerk Walters, vermute aber, Du meinst "Ruf und Regel" - das ist kein Roman, sondern eher vielleicht eine Art Essay mit autobiographischem Bezug. Auf jeden Fall erfährt man mehr über das innere Leben als bei Peters (was an sich kein Kunststück wäre). Falls es nicht mittlerweile neu aufgelegt worden ist, findest Du "Ruf und Regel" allerdings nur in Bibliotheken oder antiquarisch.

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Staubkorn
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Staubkorn » Montag 8. Juni 2009, 19:45

Test! Oha, ich kann hier wieder schreiben.
Nun gut, etwas zum Thema.
Ich habe dieses Buch gelesen und ich kann nicht sagen, dass es mir gefallen hat oder nicht, aber ich fand es doch interessant. Ich habe versucht mich in sie hinein zu versetzen und konnte durch sie vieles im Klosterleben auch verstehen und das Buch hat mir einen Einblick gegeben, der auch nicht immer meinen Vorstellungen entsprach. Aber man ist ja nicht auf dieser Welt, um immer seine Sichtweise bestaetigen zu lassen, sondern um auch etwas neues hinzuzulernen. Man kann immer alles in Frage stellen, aber man kann auch annehmen, was jemand geschrieben bzw. erfahren hat. Von daher, habe ich dieses Buch gerne gelesen.
Ein Altvater wurde gefragt: "Was ist Demut?"
Er antwortete: "Demut ist, wenn du einem Bruder vergibst, der gegen dich gesündigt hat, noch bevor er selbst zu dir kommt und dich um Vergebung bittet."

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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Inabikari » Montag 8. Juni 2009, 20:41

@Seraph:

Ich meinte Die Schleuse oder Abteien aus Glas. Ein Roman. Arche, Zürich 1972

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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Yeti » Montag 8. Juni 2009, 22:01

Ich habe das Buch in den Osterferien gelesen und kann jetzt auch mitreden. Mehrere Aspekte der Erfahrung des gemeinsamen Zusammenlebens in einer klösterlichen Umgebung habe ich darin wiedergefunden, da ich mein Abi in einer Klosterschule gemacht habe. Allerdings natürlich unter ganz anderen Voraussetzungen. Ganz grundsätzlich ist mir aufgefallen, wie wenig die Autorin in sich ruht. Ihre bisherige Biographie vor dem Eintritt in ein Kloster macht ja deutlich, dass sie "auf der Suche" ist und es eigentlich auch nach dem Austritt bleibt, denn die Tatsache, dass ich den Menschen gefunden habe, mit dem ich leben will, macht mich noch nicht zu einem reifen Menschen. In Erinnerung habe ich ihre Kindheit, die sie kurz umreisst (Vater Alkoholiker). Ich denke da liegt der Hund auch begraben. Die ganze Zeit, während ich das Buch las, störte mich ihr etwas nörgelnder Schreibstil. Die Art und Weise, wie sie dann später während ihres Theologie-Studiums dann vom Mainstream abweichende Meinungen abqualifiziert spricht auch Bände. Offenbar hat sie also auch durch das Studium nicht gelernt, unabhängig zu denken (Zugegeben: nicht an allen Fakultäten ist das erwünscht). Schon bevor sie überhaupt den Umfang der Frömmigkeitsübungen im Kloster kennenlernen konnte, nahm sie eine ablehnende Haltung dazu ein, eine Alternative für den Sinn dieser Übungen hat sie nicht parat, es bleibt ein "irgendwie" als Protest zum Gegenwärtigen: der Grund ihrer Konversion ist recht seltsam; irgendwie diffus ist mir auch der im dann bekannten nörgelnden Ton erzählte Seitenstrang mit dem anfänglich zum Priestertum sich berufen fühlenden Freund aufgestoßen. Irgendwie legt sie das Hauptaugenmerk immer auf Nebenkriegsschauplätze, aber die eigentlichen Gründe für die religiöse Erfahrung, Konversion, Klostereintritt, schließlich auch den Austritt und die Heirat (wofür man auch berufen sein sollte) bleiben im Grunde ungeklärt. Irgendwie hat der Inhalt des Buches sicherlich viel mit dem Inneren so mancher Leser gemeinsam und stößt deshalb auf soviel Sympathie.
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Staubkorn » Dienstag 9. Juni 2009, 09:48

Liebe Yeti, ich versuche einmal aus Der Sicht der Wüstenväter, zwei Deiner Kommentare zu beantworten.
Yeti hat geschrieben: Ganz grundsätzlich ist mir aufgefallen, wie wenig die Autorin in sich ruht.
Yeti hat geschrieben: Irgendwie hat der Inhalt des Buches sicherlich viel mit dem Inneren so mancher Leser gemeinsam und stößt deshalb auf soviel Sympathie.
Ein Altvater wurde einmal von einem Bruder gefragt: "Warum urteile ich eigentlich so häufig über meine Brüder?"
Und er antwortete ihm:"Weil Du Dich selbst nicht kennst. Denn wer sich selbst kennt, der sieht die Fehler der Brüder nicht."


Wenn ich mir so die Kommentare zu der Frau hier durchlese kommt mir folgender Gedanke. Eigentlich war sie recht mutig, so ein Buch zu schreiben. Sie hat ihren Text wohl nicht danach ausgewählt um "groß" zu erscheinen oder besonders "religiös", sondern in ihren einfachen Stil berichtet, wie sie das Klosterleben empfunden hat. Sie hat selber ausgewählt, was ihr wichtig und es in ihrem Buch erwähnt. Vielleicht auch besser so, ich persönliche brauche nicht durch einen "Schlüsselloch" zu schauen, was die andere für Geheimnisse hat.
Auch wenn man nicht mit allem einverstanden ist, und es gibt viele, viele Bücher über das Klosterleben und wir können nicht alle danach befragt werden, wie wir gerne den Inhalt gestaltet haben möchten, diese "Größe" haben wir eh nicht. Wir können nur annehmen, was uns die Person von sich preisgeben will. Alles andere ist Spekulation. Und sollte man sich in sowas "verlieren"? Gibt das eigene Leben nicht genug Gründe, es selber in vielen Dingen zu verändern?
Ich versuche mich stets daran zu erinnern, wenn ich in die Gefahr komme, einen mir fremden Menschen zu verurteilen: "Habe ich das Recht einen Stein zu werfen?" Und wenn ich in meinem "Selbst", in Gott ruhe, lasse ich ihn liegen. Ich hebe ihn nur dann auf und werfe auch, wenn etwas in mir und mit mir nicht stimmig ist.
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Seraph » Dienstag 9. Juni 2009, 09:56

Staubkorn hat geschrieben:Auch wenn man nicht mit allem einverstanden ist, und es gibt viele, viele Bücher über das Klosterleben und wir können nicht alle danach befragt werden, wie wir gerne den Inhalt gestaltet haben möchten, diese "Größe" haben wir eh nicht.
Wir können allerdings beurteilen, ob uns dieses Buch vom Stil und Inhalt her anspricht, ob es uns etwas zu geben hat oder uns weiterbringt. Das kann zu verschiedenen Zeiten des Lebens auch unterschiedlich sein. Vor diesem Hintergrund brauche ich Frau Peters nicht zu "verurteilen", ich nehme mir aber die Freiheit, auszusprechen, daß es andere und tiefgründigere Bücher über das Klosterleben gibt, die zumindest mir persönlich mehr zu geben hatten. Ich wage zu behaupten, daß das auch anderen Menschen so gegangen ist - wenn man einmal daran denkt, wieviele Leute in ein Kloster eingetreten sind oder (unbekannterweise) sein mögen, weil sie die Geschichte einer Seele oder den Berg der sieben Stufen gelesen haben.

Just my 2 cents
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Staubkorn » Dienstag 9. Juni 2009, 10:40

Liebe Seraph
Dann ist es halt einmal ein "anderes" Buch. Was ich nicht wirklich schlimm finde. Bücher können nicht jeden Geschmack treffen. Aber ich denke auch dieses Buch kann uns weiterbringen, vielleicht nicht auf den gewünschten und uns erdachten Weg, aber den können wir letztendlich auch selber wählen. Denn das was uns im "außen" am meisten auffällt, tragen wir auch "in" uns oder sind selber noch unbeachtete Anteile, an dennen wir arbeiten können. Ich erlaube es mir einmal in der "wir" Form zu sprechen, weil Du Dich offentsichtlich bei meinem Statement persönlich angesprochen gefühlt hast, obwohl ich diejenige meinte, die ich zitiert habe.
Jetzt zu einem anderen Thema:
Welche kannst Du denn empfehlen? Und welche hast Du gelesen? Welche haben Dich weitergebracht? Und "wohin" haben sie Dich gebracht?
Ich finde es immer interessant persönliche Erfahrungen von Ordenmenschen zu lesen.

Die beiden Bücher die Du benannt hast, kenne ich und finde diese auch lesenwert.
Liebe Grüße und Gottes Segen
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Aletheia » Dienstag 9. Juni 2009, 11:48

cantus planus hat geschrieben:Wenn ich lese, dass in diesem Kloster Schwestern aus Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Kolumbien, Österreich, Polen, Ruanda, der Slowakei und Tschechien leben, wird mir vieles klar. Bei den Mentalitätsunterschieden und vor allem der komplett unterschiedlichen Frömmigkeit - das ist mir als Deutscher schon in Österreich sehr deutlich geworden! - sind Konflikte und unterschwellige Spannungen ja wie selbstverständlich vorprogrammiert. Wenn ich dazu bedenke, dass in diesem Frauenkloster lauter Frauen leben...

cantus, Frauen und Multikulti mit Verständnislosigkeit gegenüberstehend

(P.S.: Jetzt steinigt mich... :breitgrins: )
Gibt es für dich überhaupt passende Steine? Du würdest doch an jedem geworfenen Stein erst mal 'ne weile rum' meckern. :freude:

Grundsätzlich ist es schwierig mit Menschen auf engem Raum zusammen zu leben und wenn man sich etwas von einem Leben im Kloster erhofft, dann wird es wahrscheinlich noch schwieriger, weil diese Hoffnungen enttäuscht werden müssen.
Ich habe mir das Buch nicht gekauft und es auch nicht gelesen. Die Kritiken haben mir ausgereicht und der Titel ebenfalls.
Vielleicht schreibt Frau Peters auch noch ein Buch über ihre Ehe.

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cantus planus
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Re: "Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von cantus planus » Dienstag 9. Juni 2009, 11:53

Aletheia hat geschrieben:Gibt es für dich überhaupt passende Steine? Du würdest doch an jedem geworfenen Stein erst mal 'ne weile rum' meckern. :freude:
:kugel:

Wenn neben dem Stein sechs Leuchter stehen und Richtung Osten geworfen wird, wäre ich zufrieden.
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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