"Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.
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Maria Walburga
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"Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters

Beitrag von Maria Walburga » Sonntag 5. August 2007, 15:58

Hallo!

Habe gerade das Buch "Was in zwei Koffer passt" Klosterjahre von Veronika Peters gelesen. Ich muss leider sagen, ich bin ein wenig enttäuscht. Das Buch beinhaltet so viele Unstimmigkeiten, dass ich mich ernsthaft frage, ob die Autorin wirklich als Benediktinerin im Kloster gelebt hat oder ob das alles nur ein PR-Gag ist...

Hier eine Leseprobe:

http://images.libri.de/shop/magazine-pi ... 1163_0.pdf

Nueva
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Beitrag von Nueva » Sonntag 5. August 2007, 16:27

Die Leseprobe fand ich ganz interessant. Sie tritt mit 21 Jahren ins Kloster und hat bereits Erfahrungen in der Kinder-und Jugendpsychatrie?? In diesemAlter hat sie max. 6 Semester am Bucke, also so viele Erfahrung kann sie nicht haben.
Ein Bericht über die Entwicklung eines Menschen während Postulat und Noviziat würde mich schon interessieren, v. a. nicht so salopp und flappsig geschrieben- Sondern ernsthaft suchend.

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wackererkatholik
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Beitrag von wackererkatholik » Sonntag 5. August 2007, 17:02

...mir war die Leseprobe auch zu flapsig.

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Maria Walburga
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Beitrag von Maria Walburga » Sonntag 5. August 2007, 17:11

Die Dame hatte wohl vorher Erzieherin gelernt. Aber so viele Dinge im Buch sind irgendwie nicht stimmig:

- es ist erst ausdrücklich von Benediktinerinnen (OSB) die Rede, dann wiederum manchmal von Zisterzienserinnen

- das Kloster wird als Kloster Marienau benannt und soll in Bayern liegen. Ein Marienau-Kloser gibt es nicht. Nagut, man könnte aus rechtlichen Gründen den Namen geändert haben. Aber es ist die Rede davon, dass es erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts neu besiedelt wurde und einen klostereigenen Buchladen hat. Welches Kloster sollte das sein, paßt irgendwie alles nicht...?

- Dann soll die Autorin fast unmittelbar nach ihren Übertritt zur kath. Kirche dort eingetreten sein uns zwar sofort als Postulantin. Meines Wissens nach werden gerade Konvertiten streng geprüft und können nicht sofort mit zwei Koffern in der Hand und null Ahnung, bzw. Praxis im Glaubensleben dort einziehen. Gibt doch auch fast überall eine mehrwöchige Kandidatur.

- Ein Priester, der eine Nebenrolle im Buch spielt, wird plötzlich abtrünnig, nimmt sich eine Freundin und will mit ihr nach Israel in einen Kibbutz ziehen, um dort eine Ausbildung zum Tischler zu machen. Ziemlich unrealistisch!

- Die Autorin hat noch niemals gebeichtet und weigert sich auch im Kloster, dieses zu tun. Das Kruzifix nimmt sie von der Wand, da ihr der Anblick eines Leichnams zuwider ist???

- Eine ältere Schwester soll angeblich noch nie den Rosenkranz gebetet haben. Halte ich bei einer Nonne auch für unwarscheinlich!

- Besagte ältere Schwester soll übrigens auch Konvertitin gewesen sein, die nur deshalb übergetreten ist, um Benediktinerin werden zu können. Schlampig recherchiert, würde ich sagen: weltweit gibt es evangelische Klöster, wo man nach der Regel des Hl. Benedikt lebt; in Bayern gibt es sogar ein evangelisches Benediktinerinnen-Kloster!

Naja, das sind so die Sachen, die mir aufgefallen sind. Entweder hat der Verlag sehr viel im Manuskript geändert, oder dieser "authentische" Bericht ist schlicht und einfach ein Phantasie-Roman.

Nueva
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Beitrag von Nueva » Sonntag 5. August 2007, 17:18

Spontan zum Beschreibungsbericht des Klosters viel mir Kloster Schlehdorf oder Benediktbeuren ein.
Aber kurz und gut, wahrscheinlich ist das ganze einfach ein Roman.

sofaklecks
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Schutz

Beitrag von sofaklecks » Sonntag 5. August 2007, 17:19

Ich kenne den Ton.

Er ist ein grosses Tarnnetz. Hinter dem flapsigen Ton versteckt sich eine grosse Angst, verletzt zu werden. Weil Frau so verletzlich ist. Und jeder denkt, na, die ist doch richtig tough. Ist sie aber nicht und manchmal geht das dann richtig schief.

Auch der Versuch, in einer Psychiatrie arbeitend etwas zu finden, von dem man nicht weiss, wo man es suchen soll, ist für mich nicht neu.

Ich hoffe, sie ist und bleibt glücklich.

Ich komme langsam zu dem Schluss, dass man sich auf keinen Wegen so sehr verirren kann wie auf denen, auf denen man die Liebe oder Gott sucht.

sofaklecks

PS: Danke für den Buchtipp

Nueva
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Beitrag von Nueva » Sonntag 5. August 2007, 17:20

Spontan zum Beschreibungsbericht des Klosters viel mir Kloster Schlehdorf oder Benediktbeuren ein.
Aber kurz und gut, wahrscheinlich ist das ganze einfach ein Roman.
Doch Marienau gibt es, habe gerade gegoogelt. ABER
Es wird von MÖNCHEN bewohnt.
Und nu??

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 5. August 2007, 17:33

Hab das Buch nachdem es raus kam gelesen - und noch ein zweites Mal gelesen... mich hat da schon einiges zum Nachdenken gebracht. Ich frage mich bis heute - wenn es wirklich so war - warum sie eingetreten ist. Kein Wort davon, dass sie sich "berufen" fühlt oder so was. Auch nicht, dass sie irgendwie eine Gottesbeziehung hat etc. Nichts - gar nichts. Das stimmt mich echt nachdenktlich--- :/
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wackererkatholik
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Beitrag von wackererkatholik » Sonntag 5. August 2007, 17:39

Was nun? Kaufen oder nicht?

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 5. August 2007, 17:40

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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 5. August 2007, 17:41

Sven hat geschrieben:Was nun? Kaufen oder nicht?
Also, ich habe es sogar schon verschenkt... fand es kurzweilige Lektüre... mach einen Kompromiss: Kauf es gebraucht bei ebay billiger... ;)

Oder kauf es billiger, wenn es als TB rauskommt... :ja:
Zuletzt geändert von Ecce Homo am Sonntag 5. August 2007, 17:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Maria Walburga
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Beitrag von Maria Walburga » Sonntag 5. August 2007, 17:46

Danke für den Link zum Benediktinerinnen-Forum. Der dortigen Vermutung über den richtigen Namen des Klosters kann man wohl zustimmen. ;) Tja, wenn die Autorin dort wirklich 12 Jahre gelebt hat, hat sich im Nachhinein wohl vieles verklärt und Fakten mischten sich im Buch mit Fiktion...

Lesenswert und kurzweilig ist das Buch, aber geistig weitergebracht hat es mich nicht!

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 5. August 2007, 18:20

Soll ein Roman denn "geistig weiterbringen"? :hmm: ;)
Ich würde schon gerne genau wissen, was denn wirklich wahr und was ausgedacht, was wirklich Erfahrung und was erfunden ist... :hmm:
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Maria Walburga
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Beitrag von Maria Walburga » Sonntag 5. August 2007, 18:38

Naja, hätte halt auch gehofft, mir mehr sachliche Informationen aus dem Buch ziehen zu können. Intrigen, Machtkämpfe, Neid, Mißgunst- das alles gibt es in jeder Studenten-WG. :mrgreen: Mehr Einblicke in das religiöse Leben wären in einem Buch, welches den Untertitel "Klosterjahre" trägt, schon ganz nett gewesen... Gott wird hier aber nur sehr am Rande mal erwähnt, das Wort "Berufung" taucht gar nicht auf. :nein:

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Immer

Beitrag von sofaklecks » Sonntag 5. August 2007, 18:40

Wenn man sich an einen vergangenen Lebensabschnitt erinnert, vermischen sich immer Dichtung und Wahrheit. Ganz besonders, wenn man sich an einen Abschnitt erinnert, mit dem man gescheitert ist.

Doch, mich soll ein Roman weiterbringen. Ich will darüber mit einem Ergebnis für mich nachdenken können.

sofaklecks

Petra
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Beitrag von Petra » Sonntag 5. August 2007, 19:40

Maria Walburga hat geschrieben:Naja, hätte halt auch gehofft, mir mehr sachliche Informationen aus dem Buch ziehen zu können. Intrigen, Machtkämpfe, Neid, Mißgunst- das alles gibt es in jeder Studenten-WG. :mrgreen: Mehr Einblicke in das religiöse Leben wären in einem Buch, welches den Untertitel "Klosterjahre" trägt, schon ganz nett gewesen... Gott wird hier aber nur sehr am Rande mal erwähnt, das Wort "Berufung" taucht gar nicht auf. :nein:
Warum soll man über so Randgruppeninteressen wie "Gott" und "Berufung" schreiben? Das Buch soll sich doch verkaufen, dafür müssen Erwartungshaltungen bedient werden. Offensichtlich sind sogar hier Leute an "Intrigen, Machtkämpfe, Neid und Mißgunst" interessiert.

Das Buch scheint ein Kloster-Dallas zu sein.

Ob sich wohl Kohle verdienen lässt mit einem Enthüllungsbuch "Internetjahre"? :hmm:

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus » Montag 6. August 2007, 03:07

Nueva hat geschrieben:Spontan zum Beschreibungsbericht des Klosters viel mir Kloster Schlehdorf oder Benediktbeuren ein.
Aber kurz und gut, wahrscheinlich ist das ganze einfach ein Roman.
Doch Marienau gibt es, habe gerade gegoogelt. ABER
Es wird von MÖNCHEN bewohnt.
Und nu??
Nicht vielleicht sogar eine Kartause?

Dann hätte die Dame aber beim Spurenverwischen arg danebengegriffen.... :mrgreen:

... ich gebe zu, ich habe das Buch nicht gelesen, werde das aber sicher nachholen!
Per Deum omnia fieri possunt.
Benedicamus Domino!
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Nueva
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Beitrag von Nueva » Montag 6. August 2007, 09:49

richtig, Die hat wohl absichtlich weeeeeiiiiiiiiit daneben gegriffen.
Ihr Kloster ist ja, ein paar Postings weiter oben, schon "aufgeflogen".
Ich werde dieses Buch auch lesen. Wenn es mir jemand verkaufen möchte ???

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Montag 6. August 2007, 10:39

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Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

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Linus
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Beitrag von Linus » Montag 6. August 2007, 10:56

Nueva hat geschrieben:Sie tritt mit 21 Jahren ins Kloster und hat bereits Erfahrungen in der Kinder-und Jugendpsychatrie??
Warum nicht? Vielleicht als Patient..... :hmm:
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HeGe
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Beitrag von HeGe » Montag 6. August 2007, 11:11

Ich habe es vor ein paar Monaten auch gelesen. Hat mich einen Nachmittag gekostet, so "umfangreich" wie das war. :roll:

Ich hatte mir aber definitiv mehr versprochen, als ich mir das Buch gekauft hatte. Im Nachhinein war das eigentlich nichts anderes, als eine lange Rechtfertigung, wieso sie dort nicht reinpasste. Kaum ein Wort, was sie ursprünglich mal ins Kloster gebracht hat. Und kaum läuft es nicht nach ihrem Willen, weil sie im Buchladen arbeiten muss, geht sie ohne Verabschiedung nach 12 Jahren einfach weg. Das ist echt armselig.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Mich interessiert

Beitrag von sofaklecks » Montag 6. August 2007, 11:34

Ich hab mir das Buch bestellt. Ich hab schon mehr Geld für Dümmeres ausgegeben.

Mich interessiert auch nicht das Kloster. Mich interessiert der Mensch, der da schreibt. Wie er denkt, was er wie sieht, wie er es verarbeitet.

Skandalgechichten aus dem Kloster lassen mich kalt. Es tät mich sehr wundern, wenn man aus seiner Haut könnte, indem man den Habit überstreift.

Aber wie jemand denkt, der ins Kloster geht, um dann in seiner Zelle als erstes den Crucifixus abzuhängen, weil er den Anblick eines an ein Kreuz genagelten Leichnams nicht erträgt (hab ich aus einer Rezession entnommen), das interessiert mich. Am Rande: Erinnert ihr Euch an die Beschreibung dessen, was in einem Menschen aus anderem Kulturkreis vorgehen mag, der eine Kirche erstmals betritt und dort einen Crucifixus sieht? Stammt von koenigstochter im Dalai Lama Strang und daran hab ich mich sofort erinnert.

Ich freu mich auf das Buch.

sofaklecks

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Johannes XXIII.
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Beitrag von Johannes XXIII. » Montag 6. August 2007, 12:26

Von der Website des vermutlich beschriebenen Klosters Engelthal.

Bild

Was machen die da? :hmm: :shock: :shock: :shock:

Konzelebrieren?
Oder "nur" das Vaterunser in Orantenhaltung mitbeten?
Oder ist "nur" ein Überfall während der Messe?

Hompage des Klosters
"Wenn die Menschen, gerade die Jugend, ungestüm nach dem Sinn des Lebens fragen: Gebt ihr eine überzeugende, verständliche Antwort." (P.P. Johannes Paulus II.)

Petra
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Beitrag von Petra » Montag 6. August 2007, 12:36

HeGe hat geschrieben:Ich habe es vor ein paar Monaten auch gelesen. Hat mich einen Nachmittag gekostet, so "umfangreich" wie das war. :roll:

Ich hatte mir aber definitiv mehr versprochen, als ich mir das Buch gekauft hatte. Im Nachhinein war das eigentlich nichts anderes, als eine lange Rechtfertigung, wieso sie dort nicht reinpasste. Kaum ein Wort, was sie ursprünglich mal ins Kloster gebracht hat. Und kaum läuft es nicht nach ihrem Willen, weil sie im Buchladen arbeiten muss, geht sie ohne Verabschiedung nach 12 Jahren einfach weg. Das ist echt armselig.
Das kann ich sehr gut verstehen. Irgendwann ist es aus, Ende der Fahnenstange, Tropfen-Faß-überlaufen. Es sind oft solche Kleinigkeiten, die Schlusspunkte einleiten.

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polyglotta
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Beitrag von polyglotta » Montag 6. August 2007, 12:46

Johannes XXIII. hat geschrieben:Was machen die da? :hmm: :shock: :shock: :shock:
Konzelebrieren?
Oder "nur" das Vaterunser in Orantenhaltung mitbeten?
Oder ist "nur" ein Überfall während der Messe?
Ich kenne einige Benediktinerinnen-Klöster, die diese Haltung zum Vaterunser einnehmen.
Auf meine Nachfrage wurde mir erklärt, die Intention sei, sich damit immer auch den Moment ihres "suscipe me" - des eigenen Professversprechens, in dem auch die Arme kreuzesgleich ausgebreitet werden - zu vergegenwärtigen und jeden Tag neu zu bestätigen.

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Beitrag von HeGe » Montag 6. August 2007, 16:50

Petra hat geschrieben:Das kann ich sehr gut verstehen. Irgendwann ist es aus, Ende der Fahnenstange, Tropfen-Faß-überlaufen. Es sind oft solche Kleinigkeiten, die Schlusspunkte einleiten.
Ohne Verabschiedung? Während der Rest beim Stundengebet ist? :shock: Das ist doch nur feige. :nein: Und so schlimm können die wohl kaum alle gewesen sein, dass sie das verdient haben.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

sofaklecks
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Nee

Beitrag von sofaklecks » Montag 6. August 2007, 17:36

Nee,

das ist wirklich feige.

Schade. So hätte ich das nicht eingeschätzt.

sofaklecks

Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. » Montag 6. August 2007, 19:05

HeGe hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:Das kann ich sehr gut verstehen. Irgendwann ist es aus, Ende der Fahnenstange, Tropfen-Faß-überlaufen. Es sind oft solche Kleinigkeiten, die Schlusspunkte einleiten.
Ohne Verabschiedung? Während der Rest beim Stundengebet ist? :shock: Das ist doch nur feige. :nein: Und so schlimm können die wohl kaum alle gewesen sein, dass sie das verdient haben.
Auch wenn ich sonst vielleicht doch einige Vorbehalte gegen diese Story habe, das wiederum kann ich irgendwie nachvollziehen. Warum soll man da ein großes Abschiedsgeheule machen. Das Kapitel ist abgeschlossen. Blick nach vorn.

Im übrigen habe ich heute nachmittag mal in einer Buchhandlung das Buch etwas durchgeblättert und ein wenig "quergelesen". Kaufen werde ich es nicht. So interessant scheint es mir dann doch nicht zu sein.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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Benedicta
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Beitrag von Benedicta » Montag 6. August 2007, 21:45

Johannes XXIII. hat geschrieben:Von der Website des vermutlich beschriebenen Klosters Engelthal.

Bild

Was machen die da? :hmm: :shock: :shock: :shock:

Konzelebrieren?
Oder "nur" das Vaterunser in Orantenhaltung mitbeten?
Oder ist "nur" ein Überfall während der Messe?

Hompage des Klosters
Ich kenne das Kloster sehr gut, da ich schon des öfteren ein paar Tage dort war. Die Schwestern beten das Vaterunser in Orantenhaltung und auch während der Präfation halten sie die Hände erhoben. Als Gast hat man leider nur bedingt Einsicht in den Schwesternchor, da das Gästeoratorium im rechten Winkel dazu liegt. Aber soweit ich sehen konnte, halten einige der Schwestern die Hände tatsächlich so, als würden sie gerade überfallen :mrgreen:
Ich habe mir übrigens das Buch bei ebay ersteigert, auch wenn ich die schon genannten Vorbehalte teile. Aber als ich hörte, dass das beschriebene Kloster Engelthal sein könnte, will ich es nun doch lesen. Zumal sie dort vor einigen Jahren tatsächlich den Fall hatten, dass eine Schwester die Gemeinschaft verlassen hat, weil sie bei ihrer Arbeit im Buchladen einen Mann kennengelernt hat...

Maja
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Beitrag von Maja » Freitag 17. August 2007, 16:56

Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gelesen. Einerseits dachte ich mir "Um Gottes Willen!" und hoffe, dass jetzt nicht gar zu viele LeserInnen glauben, dass es in jedem Kloster so zugeht (die Beschreibung wird vielen aktiven Orden und erst recht den Missionsorden nicht gerecht, aber oft ist es für "Außenstehende" ja schwierig, da zu unterscheiden).
Andererseits fand ich das Buch sehr anregend und vieles kommt mir doch auch bekannt vor. Die Auseinandersetzung mit Gehorsam, sich ab und an im Orden zu fühlen wie ein kleines Kind, das von der Noviziatsleitung gesagt bekommt, wo es lang geht und dabei pubertäre Gefühle empfindet (Drang zur Revolte!). Die Frage wie man in der Gemeinschaft leben kann, auch wenn man "draußen" tätig ist. Die Auseinandersetzung mit Schwestern, die in ganz anderen Zeiten aufgewachsen sind, als man selbst, und daher konserativer, progressiver oder sonst wie anders als man selbst sind.
Etwas blauäugig wirkt es schon, wie Veronika ihren Weg ins Kloster schildert. Doch ist die Sehnsucht nach Sinn und die Suche nach Gott nicht genug "Motiv"? Und - wenn wir ehrlich sind - sind unsere Motive immer so lupenrein und heilig?

sofaklecks
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Schwierig

Beitrag von sofaklecks » Samstag 18. August 2007, 16:40

Ich hab das Buch mit Gewinn gelesen.

Zunächst:

Das Buch hat eine Frau geschrieben. Männer schreiben über Dinge, Frauen über Personen. Ich hab also keine Geschichten über ein Kloster erwartet, sondern eine Beschreibung einer Person, die ins Kloster geht und es wieder verlässt.

Ich hab viel daraus gelernt. Weniger über mich, mehr über andere.

Ich hab auch keine Objektivität erwartet. Das kann man schlechterdings nicht, wenn jemand ein Kloster nach den Gelübden wieder verlässt. So tief lässt die Autorin nicht in ihr Inneres blicken.

Ihr Verhalten bleibt für jemanden unverständlich, der diese Persönlichkeit nicht verstehen kann, die nur nach vorne lebt und radikal alle Brücken hinter sich abbricht, wenn sie glaubt, etwas Neues bringe sie weiter. Sie hätte ehrlich zu sich sein müssen, denn für sie sind ewige Gelübde etwas nahezu Unmögliches.

Ein Satz hat mir gefallen und den hab ich mir für mich gemerkt. Sie schreibt von der Nonne, die für sie Anlass war, über ein Klosterleben nachzudenken, man habe mit ihr über Gott reden können, ohne dass es peinlich war. Das sollte eigentlich für jeden Christen zutreffen. Das überzeugt den anderen. Der selbstverständlich und heiter gelebte Glaube.

Ich wünsche ihr Glück in ihrer Ehe und mit ihren Kindern. Und ihrem Mann Geduld. Er wird sie brauchen.

sofaklecks

PS: Für Ennegrammfreunde: Eine lupenreine Vier. Der fleischgewordene Widerspruch, der sich nach einem idealen Leben sehnt. Das Kloster ist eher ein Synonym dafür. Berufung zum geistlichen Stand? Das wird nicht diskutiert. Sie schliddert in die Gelübde wie andere Leute in eine Ehe, permanent zweifelnd. Sicher ist sie eigentlich immer nur, wenn sie ihr bisheriges Leben hinter sich lässt.

Christel
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Beitrag von Christel » Sonntag 19. August 2007, 14:51

Hallo;
mir ging es wohl wie fast allen hier, die das Buch gelesen haben........irgendwas stimmt da nicht. :hmm: .....es beschäftigt mich immer noch und ich bin auch sehr enttäuscht....aber ich bin froh, dass ich mit meiner Meinung über das Buch nicht alleine da stehe
LG Christel

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