Eintrittsalter Kloster

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.
EhredemBluteChristi
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Eintrittsalter Kloster

Beitrag von EhredemBluteChristi »

Hi Leute :)

Mein Name ist Marleen und ich bin 16 Jahre alt.
Ich spüre einen Drang nach einem Leben im Kloster. Es würde ewig dauern euch von meiner Geschichte mit Gott zu schreiben... deswegen möchte ich einfach nur sagen, dass ich in meinem Herzen weiß, dass dies mein Weg ist. Ich fühle mich gerufen und bereit ins Kloster zu gehen.
Ist es kirchenrechtlich möglich mit 17 ins Kloster einzutreten? Ich möchte in ein kontemplatives Kloster.
Kann mir jemand sagen, ob ich mit 17 in ein Kloster eintreten kann und wer entscheidet darüber?


Vielen Dank im Vorraus,
Marleen :breitgrins:

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Juergen
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Juergen »

Hallo Marleen,
herzlich willkommen im Forum

Rein kirchenrechtlich gilt
Codex Iuris Canonici hat geschrieben:Can. 643 — § 1. Nicht gültig wird zum Noviziat zugelassen:

1° wer das siebzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat;
Letztlich entscheidet das allerdings der Ordensobere des jeweiligen Ordens/Klosters.
Bei vielen oder den meisten Orden gibt es vor dem Novitiat noch eine Vorbereitungszeit, das Postulat.

Beachte auch, daß Du je nach Bundesland teilweise bis zum 18. Lebensjahr schulpflichtig bist.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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EhredemBluteChristi
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von EhredemBluteChristi »

Vielen Dank Jürgen:)

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Reinhard
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Reinhard »

Hi Marleen,

herzlich willkommen im Kreuzgang !

Einen anderen Aspekt möchte ich Dir sehr ans Herz legen: den der geistlichen Begleitung.

Gerade wenn Du so früh schon Deiner Berufung ziemlich sicher, aber rein menschlich natürlich noch recht "unfertig" bist (ich meine jetzt im Sinne von "noch nicht ganz erwachsen"), dann wäre es um so wichtiger für Dich, dass Du jemanden hast, der Dich auf dem Wege begleitet, ohne dass Du gleich festgelegt bist !
Und ja, ich weiß, wovon ich rede. Schließlich habe ich selber einen langen Berufungsweg durchlaufen, und seid einigen Jahren selber Geistliche Begleitung.

Hast Du schon mal nachgeschaut, was Dein Bistum da so anbietet ?
(dabei meine ich grundsätzlich Einzelbegleitung, was anderes wäre für Dich jetzt Quatsch)

EhredemBluteChristi
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von EhredemBluteChristi »

Hi

Ja danke für den Tipp. Du hast vollkommen recht mit deiner Aussage.
Ich habe schon seit einem Jahr eine geistliche Begleitung. Sie meint ich solle die Schule fertig machen.

Liebe Grüße an Euch und herzlichen Dank,
Marleen

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Juergen
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Juergen »

Reinhard hat geschrieben:…ohne dass Du gleich festgelegt bist !
Ja, dieses Nichtfestlegen ist heute total „in“. Priesteramtskandidaten wird 6 Jahre lang bis kurz vor die Diakonenweihe gesagt, sie sollen sich nicht schon festlegen, sondern alles offen halten. Und nach der Diakonenweihe sollen sie sich noch nicht auf das Priesteramt festlegen… — Das führt 6 oder 7 Jahre lang zu einer Verunsicherung.
Eine Wertschätzung für die subjektiv empfundene Berufung gibt es nicht.

Ich halte das für einen grundfalschen Ansatz!

Menschen müssen erstmal ernst genommen werden. Wenn sie sagen, daß sich sich berufen fühlen, dann soll man ihnen das glauben und es ihnen nicht ausreden oder sie verunsichern.
Berufungen müßen gehegt und gepflegt werden.
Gruß Jürgen

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Reinhard
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Reinhard »

EhredemBluteChristi hat geschrieben:Ich habe schon seit einem Jahr eine geistliche Begleitung. Sie meint ich solle die Schule fertig machen.
Das ist ganz prima, dass Du da schon jemanden hast ! - und ja, mit der Schule hat sie sicherlich Recht.

Schließlich fängt das geistliche Leben nicht erst an der Klosterpforte an, sondern jetzt in unserem Alltag.
Im Rückblick wirst Du dann sehen, was so ein vermeintlicher "Umweg" gebracht hat. Gottes Schulungen sind da ziemlich kreativ, das kann ich Dir sagen ! ;D

EhredemBluteChristi
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von EhredemBluteChristi »

Ich sehe das genauso!
Du bist der erste der mich zu verstehen scheint und meine Meinung teilt.
Ich bin schon verunsichert weil jeder mir sagt ich solle die Schule fertigmachen aber Jesus ruft. Und wenn er ruft geht man. Egal wie alt man ist. Ich glaube an diese romantische Berufungsgeschichte die meine ist. Wenn ich Gott vertraue und es ihm in die Hand gebe dann wird er mich nicht ins offene Messer laufen lassen. Da bin ich mir sicher.
Aber vllt ist es auch ein "Umweg" wie Du Reinhard es sagst.
Mal sehen was Gott will. Ich werde mir jetzt in den Ferien mal ein Kloster ansehen und mit leben.

EhredemBluteChristi
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von EhredemBluteChristi »

Ich meine nicht einen Umweg sondern eine Zeit der Reifung

Dieter
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Dieter »

Der Hl. Therese von Lisieux erging es ähnlich:
Mit der Durchhaltekraft der Liebenden kämpft sie darum, mit fünfzehn Jahren in dem Karmel eintreten zu können: sie hat die Einwände ihres Vaters, (der schnell überzeugt wird), ihres Onkels Guérin, des Superiors des Karmels und des Bischofs von Bayeux, Mgr. Hugonin, zu überwinden... sie entscheidet sich, ihre Bitte an Leo XIII. zu richten, da sie mit ihrem Vater und Céline zu einer Pilgerfahrt nach Italien angemeldet ist. (...) Das Ziel ihrer Pilgerfahrt bleibt jedoch das gleiche: den Papst zu bitten, mit fünfzehn Jahren ins Kloster eintreten zu können. Die Audienz vom Sonntag, den 2. November 1887 ist nach Célines Angaben ein "Fiasko". Leo XIII. antwortet auf die flehentlichen Bitten von Thérèse ausweichend. In Tränen aufgelöst wird das Mädchen von der päpstlichen Garde weggeführt. Ihr bleibt nur noch Jesus. Zurück in Lisieux erhält sie nach einer quälenden Wartezeit endlich die Erlaubnis von Mgr. Hugonin. Noch ein wenig Geduld. Am Montag, den 9. April 1888 verabschiedet sich eine sehr gerührte, aber entschlossene Thérèse Martin von Les Buissonnets und den in Tränen aufgelösten Angehörigen. "Für immer, immer" wird sie in dieser Wüste mit Jesus und vierundzwanzig Gefährtinnen im Kloster leben: sie ist fünfzehn Jahre und drei Monate alt.
http://www.theresevonlisieux.de/index.p ... view&id=14

EhredemBluteChristi
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von EhredemBluteChristi »

Hallo Dieter

Mit der Hl Therese von Lisieux verbindet mich eine Freundschaft. Ich lese die Biografie von ihr und sie ist mir eine Stütze geworden.
Ich muss sagen... Sie ist mir so ähnlich. Ihre Art, ihre Spiritualität...einfach alles! Dies ist manchmal erschreckend und doch so schön. Ich fühle mich mit ihr sehr verbunden und bin froh sie an meiner Seite zu haben. Auch Ihre Ziele sind die gleichen die ich anstrebe.
Vielleicht -so Gott will- erfüllt sich auch mein Wunsch bald eintreten zu dürfen.
Danke Dir für die schönen Worte:)

Liebe Grüße,
Marleen

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taddeo
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von taddeo »

Jürgen hat oben schon auf den can. 643 hingewiesen, der allgemeinrechtlich ein Mindestalter von 17 Jahren für die Zulassung zum Noviziat als Gültigkeitsvoraussetzung vorschreibt. Wichtig ist dabei aber nicht nur die zitierte Nr. 1°, sondern auch Nr. 5°, nach der das Eigenrecht des jeweiligen Instituts weitere Hindernisse und Bedingungen vorsehen kann. Gerade im Ordensrecht kommt man nicht daran vorbei, daß praktisch jedes Institut seine eigenen Statuten hat, die im Zweifelsfall dem allgemeinen Kirchenrecht vorgehen. Es kann sogar sein, daß verschiedene Untergliederungen eines Ordens unterschiedliche Regelungen haben, zB die verschiedenen Benediktinerkongregationen.

Man muß also tatsächlich bei jedem Haus, in das man eventuell eintreten möchte, direkt nach den dort geltenden Regelungen fragen.

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Juergen
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Juergen »

taddeo hat geschrieben:Jürgen hat oben schon auf den can. 643 hingewiesen, der allgemeinrechtlich ein Mindestalter von 17 Jahren für die Zulassung zum Noviziat als Gültigkeitsvoraussetzung vorschreibt. Wichtig ist dabei aber nicht nur die zitierte Nr. 1°, sondern auch Nr. 5°, nach der das Eigenrecht des jeweiligen Instituts weitere Hindernisse und Bedingungen vorsehen kann…
Das ist nicht Nr. 5°, sondern §2. :regel:

Das dort gesagte wollte ich damit ausdrücken, als ich schrieb: »Letztlich entscheidet das allerdings der Ordensobere des jeweiligen Ordens/Klosters.«

Um eine Aufnahme kann jemand bitten, ob er/sie allerdings aufgenommen wird, liegt in der Entscheidung des Ordens. Es gibt kein Recht auf Aufnahme und man kann sich auch nicht in eine Kloster „reinklagen“. Das wäre ja auch ein selten dämlicher Einstieg.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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taddeo
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von taddeo »

Juergen hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Jürgen hat oben schon auf den can. 643 hingewiesen, der allgemeinrechtlich ein Mindestalter von 17 Jahren für die Zulassung zum Noviziat als Gültigkeitsvoraussetzung vorschreibt. Wichtig ist dabei aber nicht nur die zitierte Nr. 1°, sondern auch Nr. 5°, nach der das Eigenrecht des jeweiligen Instituts weitere Hindernisse und Bedingungen vorsehen kann…
Das ist nicht Nr. 5°, sondern §2. :regel:
Sorry, natürlich. Hab mich vertippt. :tuete:

EhredemBluteChristi
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von EhredemBluteChristi »

Vielen Dank an alle die sich die Zeit genommen haben mir zu antworten.
Gottes Segen euch alle:)
Marleen :daumen-rauf:

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umusungu
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von umusungu »

Hallo Marleen,

es ist toll, wenn Du in Deinem jungen Alter schon einen solchen Entschluss meinst treffen zu können.

Aus eigenem Erleben möchte ich Dir allerdings raten: beende zunächst einmal Deine Schulausbildung - wird Dir jede Gemeinschaft auch sagen.

Ich rate Dir danach zu einer Berufsausbildung. Sie bringt Dich in neue Lebensfelder, die Dir bisher verschlossen waren. Sie lässt Dich neue Erfahrungen machen, die Dir später im klösterlichen Leben hilfreich sein werden.
Durch eine Ausbildung oder ein Studium wirst Du das berufliche Leben vieler anderer Menschen viel mehr achten lernen.
Auch ein Leben in einer klösterlichen Gemeinschaft ist ein Leben mitten in unserer Welt - und diese Welt solltest Du ein wenig mehr kennengelernt haben; aber anders.
Während Deiner Ausbildung oder Deines Studiums kannst Du noch viele andere an Deiner Art der Berufung Anteil nehmen lassen - wenn Du Dich einbringst in Deiner Pfarrgemeinde.

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mensch
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von mensch »

Vielleicht bietet auch das Kloster, das in Frage kommt, eine Berufsausbildung an.

Raphaela
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Raphaela »

Die meisten (wenn nicht alle) Gemeinschaften in Deutschland wollen, dass man Abitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, wenn man eintreten will. Damit müsste man fast 18 Jahre alt sein, denn wer mit 15 Jahren die Schule verlässt und dann noch eine Lehre macht, ist 18 Jahre alt.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

Raphaela
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Raphaela »

umusungu hat geschrieben: Während Deiner Ausbildung oder Deines Studiums kannst Du noch viele andere an Deiner Art der Berufung Anteil nehmen lassen - wenn Du Dich einbringst in Deiner Pfarrgemeinde.
Ein schöner Gedanke, vor allem, weil andere vielleicht dann auch zum überlegen kommen und ihre Berufung erkennen.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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mensch
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von mensch »

Raphaela hat geschrieben:Ein schöner Gedanke, vor allem, weil andere vielleicht dann auch zum überlegen kommen und ihre Berufung erkennen.
Ob man seine Berufung dadurch bewerben kann, indem man ihr nicht folgt?
Das halte ich für einen schwierigen Vorschlag: "Du möchtest ins Kloster?"."Engagier Dich doch erstmal als Laie in Deiner Pfarrgemeinde". Heutzutage löst sich das Ordensleben generell auf, was sicher auch zum Teil damit tu tun haben kann, dass sich die Laien überall einbringen können oder es auch Laiengemeinschaften gibt.
Ein guter Gedanke des Konzils, aber ob er langfristig nicht kontraproduktiv ist? Jedenfalls möchte ich ermuntern, der Berufung zu folgen. Und wenn es eine Berufung zur Ordensfrau ist, wird ihr ein Laienengagement nicht helfen. U.U. bleibt sie dann im Laienengagement, weil auch hier eine Gewohnheit entstehen kann. Die Kirche tritt sich hier selbst vor's Bein, indem sie zu viele Angebote für Laien schafft und die Leute quasi nicht mehr vor eine Entscheidung stellt, sich zwischen dem Orden- und den Laienstand entscheiden zu müssen.

gottsucherin
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von gottsucherin »

Hallo Marleen,
du wirst viel Beharrlichkeit brauchen auf deinem Weg.
Geistliche Begleitung hast du schon. Das ist gut.
Weißt du auch schon, welche Spiritualität dich anspricht? Karmel, franziskanisch (Klarissen), dominikanisch, benediktinisch, eine der neueren geistlichen Gemeinschaften ...
Bei deinem Benutzernamen fielen mir die Dienerinnen vom Heiligen Blut (SAS) ein, allerdings sind die m.E. nicht kontemplativ.
Kontemplative Gemeinschaften gibt es viele.
Mach bitte nicht den Fehler und suche dir eine Gemeinschaft nach dem möglichst niedrigen Eintrittsalter aus. Hör auf dein Herz, wo Gott dich haben will.
Die meisten Gemeinschaften, die ich kenne, setzen vor einem Eintritt eine längere gegenseitige Kennenlernzeit voraus (manchmal auch Kandidatur genannt, die Begrifflichkeiten sind da durchaus unterschiedlich). Von daher relativiert sich das Alter wieder.

Auf allzuviel Verständnis wirst du in deiner Umgebung in dieser Zeit eher nicht hoffen dürfen, auch nicht bei Priestern. Viele werden dir Gründe nennen können (gute und weniger gute), warum du (noch) NICHT eintreten sollst.
Aber auch von mir die ernst gemeinte Bitte: beende deine Schulausbildung.
Engagement in der Pfarrgemeinde hat übrigens auch nichts mit einer Berufung zum kontemplativen Leben zu tun. Ich setze mal voraus, dass du bereits täglich die Heilige Messe besuchst, den Herrn in der Eucharistie anbetest und das Gebetsleben pflegst (evtl. sogar Stundengebet?)
Auch wenn du das jetzt nicht hören willst, und davon ausgehst, dass DU im Kloster bleiben wirst: es bleibt nur gut die Hälfte derer, die eintreten.
Und der Klosteralltag kann, wenn die erste "Verliebtheit" nachlässt, hart sein, da leben einige Frauen auf engem Raum beieinander - vielleicht mit dem gleichen Ziel aber mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. (Ist in einer Beziehung auch nicht grundsätzlich anders.)
Ich wünsche dir jedenfalls den Beistand des Heiligen Geistes und ein hörendes Herz.
ER wird dich leiten. Wenn ER dich berufen hat, wird ER dich führen. Aber ein leichter Weg wird es nicht werden.

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Reinhard
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Reinhard »

Das was Du, Gottsucherin, sagst, kann ich nur unterstützen ! (Nur Du drückst es viel besser aus als ich !)
mensch hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Ein schöner Gedanke, vor allem, weil andere vielleicht dann auch zum überlegen kommen und ihre Berufung erkennen.
Ob man seine Berufung dadurch bewerben kann, indem man ihr nicht folgt?...
Von "nicht folgen" ist hier ja gar keine Rede !

Aber ich kann aus meiner eigenen Geschichte bestätigen, dass ich "auf dem Wege" zu / in meiner eigenen Berufung sehr wohl andere Menschen "anstecke" und mitnehme, so ganz am Wegesrand meiner eigenen Christusnachfolge und Ausbildung !
Also, von daher sehe ich das auch so, dass die Nachfolge auf dem vermeintlichen "Umweg" sehr wohl fruchtbar ist, auch für Andere.

Der entscheidende Punkt ist, dass wir auf diesem Weg (wie auch immer er verläuft) in der persönlichen Christusbeziehung bleiben. Dann ist alles gut. :ja:

iustus
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von iustus »

Bei deinem Benutzernamen fielen mir die Dienerinnen vom Heiligen Blut (SAS) ein
Mir auch. :ja:


Die sind auch in Deutschland:

Dienerinnen vom Heiligen Blut
D-9349 Regensburg
Wittelsbacherstr. 7
Tel. + 49 () 941/448 1 78

Hier deren Homepage: http://www.dienerinnen.org.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Juergen
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Juergen »

Umusungu hat recht.
Wende Dich erstmal der Welt zu. Mach eine Ausbildung (z.B. ein Jodlerdiplom) damit Du was eigenes hast.
Berufung wird total überbewertet. – Das geht schon irgendwann vorbei, wenn man nur feste genug was anderes tut.
Gruß Jürgen

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Sperling
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Sperling »

Soweit ich weiß, gehen viele kontemplative Klöster davon ab, junge Mädchen gleich nach der Matura/Abitur aufzunehmen, sondern verlangen eine Berufsausbildung...

Ist einerseits eine Frage der menschlichen Reifung und Erweiterung des Horizontes (bitte, versteht es so, wie es gemeint ist, ich kann es nicht so gut ausdrücken), anderseits auch eine "Rückversicherung" für die Betreffende im Falle eines Austritts...

Es wäre aber z.B. möglich, eine Ausbildung zu wählen, die im Kloster gebraucht wird, diplomierte Krankenschwestern braucht jede Gemeinschaft, ev. eine künstlerische Ausbildung, wie das Sticken oder Restaurieren von Paramenten...auch Gartenbau ist nützlich, um was ganz anderes zu nennen...

Da könntest du dich bei Klöstern, deren Spiritualität dir liegt, auch erkundigen...

Ich bete für dich, dass du den Weg findest, den Gott dich führen möchte - und Gott hat viel Phantasie, seine Wege sind oft ziemlich "überraschend"...aber sie führen alle zu IHM. :)

iustus
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von iustus »

Juergen hat geschrieben:Umusungu hat recht.
Wende Dich erstmal der Welt zu. Mach eine Ausbildung (z.B. ein Jodlerdiplom) damit Du was eigenes hast.
Berufung wird total überbewertet. – Das geht schon irgendwann vorbei, wenn man nur feste genug was anderes tut.
:daumen-rauf:

Zur Vermeidung von Missverständnissen sollte man allerdings die Ironie kenntlich machen.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Juergen
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Juergen »

[Da Beiträge entfernt wurden, war es nötig, auch hier einiges - Zitate etc... - rauszunehmen. Ecce als Mod]

Wer ins Kloster will, der soll es ausprobieren. Er merkt schon früh genug ob es der richtige Weg ist. Innerhalb des Klosters gibt es Anleitung im geistlichen Leben und Begleitung. Es geht letztlich auch nicht nur um das eigene subjektive Gefühl, sondern auch um die Annahme durch die Kirche, die die Berufung prüft. Im Kloster ist die Kirche durch den Ordensoberen vertreten wird, vor dem die Profess abgelegt wird. Bis dahin ist es ein langer Weg in der Zeit des Postulats und Noviziats.
Gruß Jürgen

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Maurus
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Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Maurus »

LThK 2 (1958) zum Thema Berufung:
1) Priester- bzw. Ordensberufung besteht aus zwei Elementen: der äußeren B. zur Weihe durch den Bischof bzw. Zulassung zu en Gelübden durch den Ordensoberen (...) und ihrer notwendigen Voraussetzung: der inneren B. des Kandidaten. (...)

2) Zur inneren B. gehört nicht notwendig eine stärker fühlbare, spontane Sehnsucht nach dem Priestertum bzw. Ordensstand; sosehr diese Neigung, wo vorhanden, Aufmerksamkeit verdient, wäre sie doch für sich allein noch kein genügender Beeis für eine echte B. Wesentlich für die innere B. sind objektive Berufseignung und subjektive Berufsabsicht. -
a) Berufseignung umfaßt: gesundheitliche Eignung (bes. auch psychische), intellektuelle Eignung (=Fühigkeit, die für das Priestertum heute allgemein erforderten Studien (...) mit Erfolg zu bewältigen), religiös-charakterliche Eignung (bes. Wahrhaftigkeit, gediegene Frömmigkeit, kirchl. Gesinnung, Gehorsam, Seeleneifer, Befähigung zum zölibatären Leben u. zu ausdauernder Pflichtarbeit; beim Ordensberuf auch zum dauernden Gemeinschaftsleben im Sinn der evangel. Räte u. für die dem betr. Orden etwa eigentümlichen Aufgaben). Diese Eigenschaften müssen beim Kandidaten im Lauf einer genügenden Prüfungszeit positiv erwiesen sein; (...)
b) Die Berufsabsicht besteht in dem wohlüberlegten, festen Entschluß, Priester zu werden (sofern man von der Kirche angenommen wird) bzw. lebenslänglich in einem bestimmten Orden Gott zu dienen. Der endgültige Entschluss muß ganz frei sein (...). Er muß sich stützen auf rel. Motive; andere dürfen keine wesentliche Rolle spielen. (...)
Wozu sich der Einzelne also für berufen hält, ist in einem Berufungsprozess relativ irrelevant. Entscheidend ist die von den zuständigen Autoritäten festgestellte Eignung des Kandidaten. Daher kann es uU sinnvoll sein, seine (religiösen, sozialen, kognitiven) Fähigkeiten zu entwickeln, bevor man sich dem Urteil eines Regenten oder Novizenmeisters aussetzt. Es kommt letztlich darauf an, welche Anforderungen das jeweilige Seminer bzw Ordensinstitut an einen Kandidaten stellt.

Dschungelboy

Re: Eintrittsalter Kloster

Beitrag von Dschungelboy »

EhredemBluteChristi hat geschrieben: Ich spüre einen Drang nach einem Leben im Kloster. Es würde ewig dauern euch von meiner Geschichte mit Gott zu schreiben... deswegen möchte ich einfach nur sagen, dass ich in meinem Herzen weiß, dass dies mein Weg ist. Ich fühle mich gerufen und bereit ins Kloster zu gehen.
:daumen-rauf:

Alles Gute für Dich! Er wird's wohl machen! :klatsch:

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