Die Geistliche Familie “Das Werk”

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

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mensch
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von mensch » Dienstag 9. Dezember 2014, 12:53

Vir Probatus hat geschrieben:http://www.spiegel.de/panorama/kirche-u ... 19186.html
Der Spiegel hat geschrieben:Der Orden, für den sie jahrzehntelang arbeitete, führte nur sehr geringe Rentenbeiträge für sie ab - eine gängige Praxis auch in anderen Orden. Nonne Wesolowski diente erst als Krankenschwester, später als Leiterin einer Station am Berliner St. Marien-Krankenhaus, aber sie bekam weder ein Gehalt noch zahlte ihr Orden für sie nennenswerte Beträge in die Rentenversicherung ein.
Ich wundere mich über Deine Beiträge. Wenn ich mich zum Beispiel entscheide, nur 20 Stunden die Woche arbeiten zu gehen, weil ich in Armut leben kann und keine großen materiellen Wünsche habe und mir die Zeit viel mehr Wert ist, dann zahle ich entsprechend wenig in die Rentenversicherung ein und bekomme eine niedrige Rente. Das ist die Konsequenz.

Trete ich in einen Orden ein und gelobe Armut, dann kann ich nicht erwarten, über eine üppige Rente zu verfügen. Zumal die Gemeinschaften spätestens ab der ewigen Profess davon ausgeht, die Menschen im Alter zu versorgen. Eine Einzahlung in eine Rentenversicherung kann also bestensfalls eine Notreserve für einen Fall sein, der nicht vorgesehen ist. Wenn ich in Armut in einer Gemeinschaft lebe, habe ich nach dem Austritt auch keinen persönlichen Besitz.

Was ich an Deinen Beiträgen merkwürdig finde, ist dass Dir jedes Verständnis für die Tragweite persönlicher Entscheidungen zu fehlen scheint. Und ein Gelübde ist erst einmal eine persönliche Entscheidung mit Konsequenzen bis zum Lebensende.

taddeo
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von taddeo » Dienstag 9. Dezember 2014, 13:34

mensch hat geschrieben:Trete ich in einen Orden ein und gelobe Armut, dann kann ich nicht erwarten, über eine üppige Rente zu verfügen. Zumal die Gemeinschaften spätestens ab der ewigen Profess davon ausgeht, die Menschen im Alter zu versorgen. Eine Einzahlung in eine Rentenversicherung kann also bestensfalls eine Notreserve für einen Fall sein, der nicht vorgesehen ist. Wenn ich in Armut in einer Gemeinschaft lebe, habe ich nach dem Austritt auch keinen persönlichen Besitz.
Du hast anscheinend keine Ahnung von den Regelungen, die in Orden üblich sind.
Natürlich wird ein Ordensangehöriger normalerweise (soweit mir bekannt ist) von seiner Gemeinschaft regulär rentenversichert, denn von seiner Rente muß der Orden dann seinen Unterhalt im Alter mitfinanzieren, wenn er selber keinen nennenswerten Beitrag mehr zum Ordenseinkommen leisten kann. Wenn jemand aus dem Orden austritt, hat er Anspruch auf diese Rentenansprüche, denn die sind m. W. nach dem deutschen Recht an die Person gebunden, die sie erworben hat.

iustus
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von iustus » Dienstag 9. Dezember 2014, 13:48

taddeo hat geschrieben:
mensch hat geschrieben:Trete ich in einen Orden ein und gelobe Armut, dann kann ich nicht erwarten, über eine üppige Rente zu verfügen. Zumal die Gemeinschaften spätestens ab der ewigen Profess davon ausgeht, die Menschen im Alter zu versorgen. Eine Einzahlung in eine Rentenversicherung kann also bestensfalls eine Notreserve für einen Fall sein, der nicht vorgesehen ist. Wenn ich in Armut in einer Gemeinschaft lebe, habe ich nach dem Austritt auch keinen persönlichen Besitz.
Du hast anscheinend keine Ahnung von den Regelungen, die in Orden üblich sind.
Natürlich wird ein Ordensangehöriger normalerweise (soweit mir bekannt ist) von seiner Gemeinschaft regulär rentenversichert, denn von seiner Rente muß der Orden dann seinen Unterhalt im Alter mitfinanzieren, wenn er selber keinen nennenswerten Beitrag mehr zum Ordenseinkommen leisten kann. Wenn jemand aus dem Orden austritt, hat er Anspruch auf diese Rentenansprüche, denn die sind m. W. nach dem deutschen Recht an die Person gebunden, die sie erworben hat.
Das trifft in Deutschland in der Regel nicht zu. Ordensangehörige sind in ihrem Dienst für die Gemeinschaft in Deutschland rentenversicherungsfrei (also auch bei Tätigkeiten im Rahmen von Gestellungsverträgen zwischen dem Orden und anderen Institutionen), nur nicht bei persönlichen Arbeitsverträgen des Ordensmitglieds mit anderen Institutionen. Letztere sind in Deutschland aber die Ausnahme.

Daher werden die Ordensmitglieder für die Zeit des Dienstes für die Gemeinschaft beim Austritt nachversichert.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Gallus
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Gallus » Dienstag 9. Dezember 2014, 13:49

taddeo hat geschrieben:Natürlich wird ein Ordensangehöriger normalerweise (soweit mir bekannt ist) von seiner Gemeinschaft regulär rentenversichert, denn von seiner Rente muß der Orden dann seinen Unterhalt im Alter mitfinanzieren, wenn er selber keinen nennenswerten Beitrag mehr zum Ordenseinkommen leisten kann. Wenn jemand aus dem Orden austritt, hat er Anspruch auf diese Rentenansprüche, denn die sind m. W. nach dem deutschen Recht an die Person gebunden, die sie erworben hat.
Kann, muss aber nicht. Ordensangehörige sind erst einmal von der Rentenversicherungspflicht befreit (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__5.html), sofern mit der Ordensmitgliedschaft eine Anwartschaft auf eine ordensinterne Versorgung im Alter verbunden ist, was der Normalfall ist. Und das ist ja auch völlig in Ordnung, gegen das Pflegerisiko kann man sich schließlich separat mit einer privaten Pflegeversicherung absichern, und ansonsten benötigt ein in persönlicher Armut lebendes altes Ordensmitglied sicher keine staatliche Rente. Wenn irgendwo rentenversichert wird, dann freiwillig, und ich glaube auch nicht in der Regel. Deshalb ja auch die Nachversicherung nach einem eventuellen Austritt.

Nachtrag: Oh, Iustus war schneller.

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von iustus » Dienstag 9. Dezember 2014, 13:52

P.S.: Die Versorgung im Alter finanzieren die Orden in aller Regel durch die Bildung von Rücklagen (die u.a. gebildet werden von dem, was die jüngeren Mitglieder für die Gemeinschaft erwerben).
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von iustus » Dienstag 9. Dezember 2014, 14:02

Darauf, dass genug Rücklagen gebildet werden, achtet das Solidarwerk der katholischen Orden. Hier ganz gut erklärt; http://www.orden.de/ueber-die-dok/aufga ... lidarwerk/
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von taddeo » Dienstag 9. Dezember 2014, 14:07

Daß es für Ordensleute keine Renten- und ArbeitslosenversicherungsPFLICHT gibt, wußte ich. Danke für die Aufklärung, daß offenbar auch die freiwillige Versicherung nicht üblich ist.

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Siard » Dienstag 9. Dezember 2014, 16:23

Ich kenne allerdings einige Klöster, die sicherheitshalber sehr wohl schon in die Rentenversicherung einzahlen – schon um evtl. Nachzahlungen größerer Summen zu vermeiden.

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Vir Probatus » Montag 18. April 2016, 03:41

"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Senensis » Montag 18. April 2016, 14:35

Die Urheber dieses Blogs sind aufgrund der Inhalte nicht schwer zu erraten. Wurden bereits besprochen.
et nos credidimus caritati

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Vir Probatus » Montag 18. April 2016, 18:41

Senensis hat geschrieben:Die Urheber dieses Blogs sind aufgrund der Inhalte nicht schwer zu erraten. Wurden bereits besprochen.
Die Leute entwickeln Sendungsbewusstsein.

Es gibt da auch einen weiteren Erfahrungsbericht. Der liest sich ziemlich schlimm.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Senensis » Montag 18. April 2016, 19:25

Das hatten sie vorher schon. Ich glaube, daß es auch Wichtigtuerei ist.

Bevor Du nicht irgendwas davon aus einer anderen Quelle verifizieren kannst, magst Du's glauben oder nicht. In diesem Blog betätigt sich Doris Wagner als Autorin, insofern kann man ihr Buch und den Blog nicht als getrennte Quellen werten.
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 19. April 2016, 05:31

Senensis hat geschrieben:Das hatten sie vorher schon. Ich glaube, daß es auch Wichtigtuerei ist.

Bevor Du nicht irgendwas davon aus einer anderen Quelle verifizieren kannst, magst Du's glauben oder nicht. In diesem Blog betätigt sich Doris Wagner als Autorin, insofern kann man ihr Buch und den Blog nicht als getrennte Quellen werten.

Ich glaube überhaupt nicht daß das Wichtigtuerei ist. Dieser Missbrauchsfall ist viel schlimmer als alle anderen mir bekannten Missbrauchsfälle aus Heimen, aus der Jugendarbeit etc.
Er zeigt nämlich daß auch unter den selbst ernannten Eliten niemand sicher ist. Ja, daß zumindest geistiger Missbrauch dort ganz offensichtlich Methode ist.

Ich empfinde auch, daß jemand, der in derart laxer Weise wie Du versucht, die Dinge zu vereinfachen, damit nicht unbedingt eine christliche Gesinnung zeigt. Das befremdet mich. Es geht um menschliche Schicksale.
Doris Wagner hat geschrieben:Im „Werk“ wurde nicht nur mein Körper vergewaltigt, sondern auch mein Gefühlsleben, mein Intellekt, mein Glaube, alles, was mich ausmachte und was ich war. Meine Verantwortlichen setzten sich bewusst und andauernd über meine Grenzen hinweg und drangen in mein Denken, mein Fühlen, meine Gottesbeziehung, in die intimsten Schichten meines Selbst ein.
Bei jeder Medizin gibt es die Dosis und die Überdosis.
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Niels » Dienstag 19. April 2016, 05:38

Kennst Du eigentlich irgendwen aus diesen "Werk" persönlich?
Ich nicht.
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 19. April 2016, 06:21

Niels hat geschrieben:Kennst Du eigentlich irgendwen aus diesen "Werk" persönlich?
Ich nicht.
Ich auch nicht.
Warum die Frage ?
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Niels » Dienstag 19. April 2016, 07:21

Weil das vielleicht nicht unhilfreich wäre, um die Sache sinnvoll einzuschätzen. Daher meine Frage.
Resurrexit, sicut dixit, alleluia

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 15. November 2016, 17:39

https://www.youtube.com/watch?v=ztoDyGVhyqY

"Sie sind ein Werkzeug des Teufels" hat der Beichtvater zu mir gesagt!
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 15. November 2016, 18:39

Thomas Felder übernimmt die Leitung der Priestergemeinschaft

http://daswerk-info.blogspot.de/2016/11 ... g-der.html
Damit bleibt die Leitung in der Hand der Familie Felder, die durch Maria Katharina (Mikle) Strolz und ihre Nichten und Neffen seit Jahrzehnten die Führung des Werkes maßgeblich bestimmen. Dass diese "Familienführung" fortgesetzt und von der Religionskongregation genehmigt wird, stimmt wenig hoffnungsvoll für die zukünftige Entwicklung der Gemeinschaft.

Wie kann eine Kirche bei einem derartigen Clangebaren tatenlos zusehen?
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Sascha B. » Dienstag 15. November 2016, 19:05

Vir Probatus hat geschrieben:Thomas Felder übernimmt die Leitung der Priestergemeinschaft

http://daswerk-info.blogspot.de/2016/11 ... g-der.html
Damit bleibt die Leitung in der Hand der Familie Felder, die durch Maria Katharina (Mikle) Strolz und ihre Nichten und Neffen seit Jahrzehnten die Führung des Werkes maßgeblich bestimmen. Dass diese "Familienführung" fortgesetzt und von der Religionskongregation genehmigt wird, stimmt wenig hoffnungsvoll für die zukünftige Entwicklung der Gemeinschaft.

Wie kann eine Kirche bei einem derartigen Clangebaren tatenlos zusehen?
Vermutlich stimmen die monatlichen Überweisungen an Rom :pfeif:
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Raphael » Mittwoch 16. November 2016, 06:54

Vir Probatus hat geschrieben:Wie kann eine Kirche bei einem derartigen Clangebaren tatenlos zusehen?
Warum sollten die Mitglieder der Familie Felder diskriminiert werden? :detektiv:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von HeGe » Montag 4. September 2017, 16:33

kath.net hat geschrieben: 'Das Werk' muss Regeln überarbeiten

Die in zwölf Ländern tätige katholische Gemeinschaft „Das Werk“ muss ihre Regeln überarbeiten und ein Generalkapitel bilden. Das entschied nun die vatikanische Ordenskongregation. [...]
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Eremitin » Dienstag 5. September 2017, 14:29

ich kenne jemanden , der mal im werk war und dies nach einem Jahr verlassen hat.....da ist einiges abgegangen und schön, dass jetzt der Vatikan ein Auge drauf hat

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Senensis » Dienstag 5. September 2017, 15:38

:achselzuck: Das kannst Du heute über fast jede Gemeinschaft schreiben. Vor allem in dieser sehr präzisen, faktenhaltigen Form.
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