Was tun?

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ad_hoc
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Re: Was tun?

Beitrag von ad_hoc » Sonntag 29. Dezember 2013, 13:58

Jetzt nimmt er sich eine Auszeit, weil er erst mal erwachsen werden muss und sich fragt, was wirklich sein Weg ist. Er kennt ja nichts anderes als Gemeinschaft...
Vielleicht erkennt er gerade, dass seine Berufung woanders liegt. Gott ruft nicht zur Unzeit.

Gruß, ad_hoc
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Raphael
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Re: Was tun?

Beitrag von Raphael » Sonntag 29. Dezember 2013, 13:59

Raphaela hat geschrieben:So weiß ich z. B. von einem 23- jährigen Ordensbruder, der sofort nach dem Abitur in eine Gemeinschaft gegangen ist - vom Elternhaus weg.... Jetzt nimmt er sich eine Auszeit, weil er erst mal erwachsen werden muss und sich fragt, was wirklich sein Weg ist. Er kennt ja nichts anderes als Gemeinschaft...
Das ist doch gar nicht weiter tragisch, wenn auch etwas ungewöhnlich, daß er sich diese - nachträgliche und ungeplante - Auszeit, vermutlich mit Zustimmung des Ordens, nimmt.

Das Gelingen liegt immer in der Hand Gottes, das Mißlingen liegt fast immer in unserer eigenen Hand!
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Sperling
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Re: Was tun?

Beitrag von Sperling » Sonntag 29. Dezember 2013, 15:21

In den Frauenorden ist es normalerweise üblich, dass man nur mit abgeschlossener Berufsausbildung eintreten darf...und das ist sehr vernünftig...

Ja, man macht gar nicht so selten Ausnahmen "weil die Berufung doch in diesem Fall so eindeutig ist..." - aber leider erweist sich dann später oft, dass man doch besser hätte warten sollen... :/

NiklasB.
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Re: Was tun?

Beitrag von NiklasB. » Sonntag 29. Dezember 2013, 15:34

Ich möchte mich erst einmal für die vielen Antworten bedanken und die Hinweise und Vorschläge, was jetzt für mich dran sein könnte.
Leider muss ich auch sagen, dass ich doch auch etwas enttäuscht bin über Antworten a la San Marco. Ich mag mich irren, aber ich glaube dir ist nicht bewusst, wie ernst es mir mit meiner Frage ist und allem, was damit zusammenhängt.
Aber das nur nebenbei, ebenso wie die liturgischen Fragen, in denen ich mit Sicherheit einen sehr extremen Standpunkt einnehme, der mit Sicherheit auch eine Reaktion auf viele Erfahrungen mit der NOM und auf das Staunen über die Forma Extraordinaria ist, bei der ich so viele Parallelen -teils bis in den Wortlaut- zur Chrysotomus-Liturgie entdecken kann. Natürlich bin ich kein Experte für Liturgie und wie gesagt unterstelle ich mich der Autorität der Kirche, von daher behandelt meine Aussagen bitte wirklich nur als Privatmeinung, die ich aber so ohne Weiteres auch nicht revidieren werde!

Ich habe mir einige Gedanken gemacht und denke, dass mir das etwas Klarheit verschaffen sollte. Das Jahr mit der Bibelkunde werde ich nach diesem Semester abbrechen, eine Zeit im Priesterseminar St.Petrus der FSSP verbringen und dort mal einige dogmatische Fragen intensiver für mich klären. Dann werde ich nochmal 2-3 Monate im orthodoxen Dreifaltigkeitskloster mitleben und hoffe, dass Gott mir dann schon -abseits von Schreibtischtheologie- zeigen wird, in welcher Kirche ich dienen soll.

Zur Klarstellung: Ich habe diesen Thread gestartet (vielleicht war das nicht die beste Idee), weil es mir wirklich keine Ruhe gelassen hat, was denn nun ist, wenn ich z.B. das Filioque vertrete, obwohl es nicht der Realität entspricht. Sicher gibt es gute Gründe für und gegen das Filioque und ich habe auch den Thread dazu etwas verfolgt, aber es wird so denke ich zumindest entweder stimmen, oder aber nicht. Dazwischen gibt es glaube ich nichts. Ich möchte wirklich nicht nach meinem Tod vor Jesus stehen und mich für eine Lüge über Gott rechtfertigen müssen. Für mich ist deshalb auch die Kirchenfrage keine Kleinigkeit. Wenn ich so hochtrabend davon spreche, dass ich dem Protestantismus abgeschworen habe, heisst das eben auch, dass ich mich nach der Lehre der Kirche richte und nicht das Umgekehrte erwarte. Dabei bleibt aber für mich die Frage, welches die wahre Kirche ist, nach der ich mich richten soll. Jetzt, da ich mehr darüber nachdenke, war es wirklich keine in dem Sinne fruchtbare Idee, diesen Thread zu starten. Die Aussicht, dass hier diese Frage abschliessen geklärt würde, war zu keiner Zeit gegeben. Dieser Thread ist aus Verzweiflung entstanden und Ergebnis einer Kurzschlussreaktion - das bitte ich zu entschuldigen. Ich hoffe nur, dass es nicht so erscheint, als würde ich mich nur auf einer Selbstfindungsfahrt befinden.
Die Fragen, die mich hier bewegen, bewegen mich wirklich im Innersten und ich danke jedem, der bereit war das zu sehen und mir zu helfen versucht hat.
Wenn man nicht einmal mehr glauben kann, dass Menschen Heilige sein können, die ja Ebenbilder Gottes sind, wie soll man dann noch glauben, dass Orte, Gegenstände und Handlungen heilig sind und Ehrfurcht gebieten?

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Reinhard
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Re: Was tun?

Beitrag von Reinhard » Sonntag 29. Dezember 2013, 16:24

NiklasB. hat geschrieben: Sicher gibt es gute Gründe für und gegen das Filioque und ich habe auch den Thread dazu etwas verfolgt, aber es wird so denke ich zumindest entweder stimmen, oder aber nicht. Dazwischen gibt es glaube ich nichts. Ich möchte wirklich nicht nach meinem Tod vor Jesus stehen und mich für eine Lüge über Gott rechtfertigen müssen. ...
Genau dieser ängstliche Skrupel ist es, weshalb wir Dir - jeder mit seinen persönlichen Schwerpunkten - so dringlich zugerufen haben: "nun wag doch mal etwas, und stürz Dich ins Leben !" - - und nein, das Leben ist nicht einfach schwarz / weiß !
Ich sagte oben ja schon, dass auch ich von den "Brüdern" geprägt (und übel geschädigt !) bin, und wie unheimlich wichtig es deshalb ist, aus dieser geistlichen und seelischen Gefangenschaft heraus zu kommen.

Das gelingt Dir ganz sicher nicht, wenn Du jetzt zur "Abwechslung" wieder in ein genau so enges katholisches oder orthodoxes Seminar gehst !

Du muss wirklich einmal ganz hinein in das Leben - völlig abseits von frommen Zwängen - und dort die Liebe Christ entdecken (ja: richtig erleben, fühlen, schmecken, eintauchen, drin baden !!) ... und da ist es schnurzegal, ob Du vielleicht einer falschen Erkenntnis zum "Filioque" gefolgt bist.
Denn Christus liebt Dich ! - diese Liebe zählt, der Rest wiegt nicht so schwer. Bitte lies einmal ganz sorgfältig 1.Kor. 13:9-13:
9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden;
10 wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. (...)
13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.
Alle Erkenntnis ist "provisorisch" und wird mit dem Tod untergehen. Nur Glaube, Hoffnung, Liebe haben darüber hinaus Bestand, für die Ewigkeit.

Lass Dir diese Worte des Apostels auf der Zunge zergehen, wiederhole sie Dir heute Abend so lange, bis Du sie wirklich glauben kannst, denn das ist das einzig echte, die Wirklichkeit Gottes !

Alle Erkenntnis und Theologie ist nur "diesseits" und wiegt nicht wirklich vor Gott.
Er will uns das Ewige Leben (Leben ! - Leben !) schenken, nur annehmen müssen wir's.

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Maria Magdalena
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Re: Was tun?

Beitrag von Maria Magdalena » Sonntag 29. Dezember 2013, 16:39

Moin, Moin NiklasB.,

ich habe nur still mitgelesen und kann Dein Durcheinander gut verstehen, weil auch ich der ev.- luth. Kirche vor Jahren den Rücken zugekehrt habe. Denn wo Gott zu gunsten des Zeitgeistes vor die Tür gesetzt wird, kann keine Frucht des Glaubens herauskommen.
Und auch ein Ja, wenn man dies gerade miterlebt hat, ist man schon erschreckt , was in der Kirche Jesu Christi ( welches nun einmal die römisch- katholische ist ) los ist. Doch hier bleibt Dir letztendlich kein anderer Weg als Dich selbst zu finden. Nicht im Sinne, wie es heute gebraucht wird, sonderm im Sinne " wo Herr stellst Du mich hin, welchen Weg soll ich gehen um zu Dir zugelangen ?" Dies mag auf dem ersten Blick schwierig zu sein, aber wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, hast Du doch im Grunde den Weg schon beschritten. Gut, vielleicht bist Du noch etwas unsicher oder denkst auch etwas an die Menschen, die auf Deinen Lebensweg, Dir zur Seite stehen. Ich weiß es nicht, ob es so sein könnte. Aber ich weiß, wie es bei mir war. Ein sehr lieber Mensch hat mich zu der Zeit begleitet, der von der NOM usw. sehr überzeugt war und für vieles was aus der Zeit vor dem II Vatikanum stammte keinen Sinn hatte. Also folgt ich diesem Menschen aus Höflichkeit und um ihn nicht zu verletzen, aber in der NOM hatte ich von Anfang an das Gefühl wieder in einen ev.-luth. Gottesdienst geraten zu sein, was ich aber nicht wollte; und so gab es einige Dinge, die nicht mein Weg waren, aber ich aus Rücksicht auf diesen lieben Menschen tat. Bis zu dem Zeitpunkt als ich nach sehr vielen Gebeten erkannte, dass es viel wichtiger ist den Weg zugehen, der in mich gelegt wurde. Auch wenn es bedeutet von vielen ausgelacht und für dumm gehalten zu werden oder sie sich von einen abwenden. Heute bin ich eine Mantilla tragende, nur in die Tridentinische Messe ( außerordentliche Form (forma extraordinaria) des Römischen Ritus) gehende Katholikin, die den Herrn täglich dafür dankt ihren Weg zu Ihn gefunden zu haben.
Verzeih, wenn ich es Dir so beschreibe. Doch ist es nicht in Wahrheit so, dass jeder seinen Weg selbst finden muß ? Und wir genau so wenig gleich sind wie die Apostel, die ja deshalb vom Herrn noch einen Beinamen bekommen haben ?
- Herr, erweise mir Deine Gnade, - Dich täglich etwas mehr erkennen zu dürfen und so zu handeln, wie es vor Dir wohlgefällig ist.

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Re: Was tun?

Beitrag von Raphaela » Sonntag 29. Dezember 2013, 16:45

Sperling hat geschrieben:In den Frauenorden ist es normalerweise üblich, dass man nur mit abgeschlossener Berufsausbildung eintreten darf...und das ist sehr vernünftig...
Es heißt normalerweise Berufsausbildung oder Abitur, auch bei Frauenorden.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Was tun?

Beitrag von azs » Sonntag 29. Dezember 2013, 18:43

@MariaMagadalena:

Sehr richtig. Es heißt genau des geistliche Begleitung, weil man den Selbststand (selbst-ständig!) lernen muss. Den Weg zu erkennen und zu gehen, den Gott in mich gelegt hat - egal wie die Umstände sind. Die Lebensbeispiele der Heiligen sind dafür wunderbare Zeugnisse!
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Re: Was tun?

Beitrag von PaceVeritas » Sonntag 29. Dezember 2013, 21:15

@NiklasB
Das weißt du vermutlich schon: Bitte im Gebet um die Gaben des hl. Geistes, besonders auch um die Gabe der Wissenschaft zur Unterscheidung der Geister und um ein hörendes Herz.
Eine deinen Begabungen entsprechende Ausbildung/Studium wäre überlegenswert. In Zeiten innerer Aufgewühltheit und Zerrissenheit ist es nicht sehr ratsam, Lebensentscheidungen zu treffen.
Alles Gute und Gottes Geleit auf deinem Weg.
» Sic enim dilexit Deus mundum ... «
(Joh. 3,16)
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Mary
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Re: Was tun?

Beitrag von Mary » Sonntag 29. Dezember 2013, 23:21

NiklasB. hat geschrieben: Ich möchte wirklich nicht nach meinem Tod vor Jesus stehen und mich für eine Lüge über Gott rechtfertigen müssen.
Ich stelle mir das grad so plastisch vor:
Niklas steht vor dem Herrn...
Jesus: Ich freue mich, dass Du hier bist, Niklas. Du hast mich geliebt, und du hast die Menschen, meine Brüder und Schwestern geliebt. Du bist mir nachgefolgt, so gut du konntest... du hast dabei unserem Vater vertraut und seinem Willen.........
.... aber halt: Das darf doch nicht wahr sein! Du hast echt das Filioque geglaubt/oder auch nicht geglaubt! Tut mir leid... aber Rechtfertigung gibt es da keine... dort hinten ist die Tür zum Fegefeuer...oder zur Hölle.

Nicht wirklich, oder?

Liebevolle Grüsse :ja:
Mary
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Re: Was tun?

Beitrag von umusungu » Sonntag 29. Dezember 2013, 23:52

NiklasB. hat geschrieben:Zur Klarstellung: Ich habe diesen Thread gestartet (vielleicht war das nicht die beste Idee), weil es mir wirklich keine Ruhe gelassen hat, was denn nun ist, wenn ich z.B. das Filioque vertrete, obwohl es nicht der Realität entspricht.
Hi Niklas, diese dogmatische Spitzfindigkeit sollte Dir heute überhaupt keine Sorgen machen.
Glaube bitte nicht den dogmatischen Hardlinern, die immer wieder behaupten: wer ein Dogma leugnet, leugnet die ganze Kirche.
Zwischen Leugnen und Bejahen liegt das breite Gebiet des Interessiert-Mich-Nicht.
Die meisten Dogmen sind Entscheidungen zwischen unterschiedlichen theologischen Lehrmeinungen. Die meisten sind für die Mehrzahl der Katholiken nicht präsent.

Sorry, noch einmal: wen das "filioque" mit 20 Jahren umtreibt, sollte noch einmal gut in sein Leben schauen. Geh in die Welt - und sinne in zwei Jahren noch einmal über Deine Berufung nach!

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Re: Was tun?

Beitrag von Sarandanon » Montag 30. Dezember 2013, 00:01

Mary hat geschrieben:.... aber halt: Das darf doch nicht wahr sein! Du hast echt das Filioque geglaubt/oder auch nicht geglaubt! Tut mir leid... aber Rechtfertigung gibt es da keine... dort hinten ist die Tür zum Fegefeuer...oder zur Hölle.

Nicht wirklich, oder?
Es gibt hier einige, die glauben das in genau dieser Art und Weise.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
(Augustinus Aurelius)

Piusderdritte
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Re: Was tun?

Beitrag von Piusderdritte » Montag 30. Dezember 2013, 00:19

NiklasB.,
höre auf das was dein Herz dir sagt.
Ich besuche zur Zeit beide Messen.
Je öfter ich die alte Messe besuche, deso mehr kommt die Überzeugung das die alte Messe die Richtige ist.

Das zweite vatikanische Konzil ist ein kompleter Flop für die kath. Kirche, in meinen Augen.
Aus diesem Grunde müssen sich auch immer die rechtfertigen, die das II. vat. Konzil vertreten wollen.

Die jenigen an den vorkonzilen Rituen und Gebräuche festhalten, können tatsächlich erhobenden Hauptes auf eine fast 2.000 jährige Geschichte verweisen.
Die Zeiten ändern sich, der ganze moderne Krams wird eines Tages wieder über Board geworfen.

;)
P.S. meine Freundin ist evangelisch, sie geht sehr gerne mit mir in den Gottesdienst der FSSPX und trägt sogar eine Mantilla.
Das kommt auch alles aus freien Willen weil sie wohl erkannt hat welcher der wahre Glauben ist.
"Katholische Haus- und Schulbibel" (aus1928) von Paul Bergmann, ist eine sehr gute Zusammenfassung der Bibel! Sollte jeder Katholik mal gelesen haben. Verständlich geschrieben und schnell durchgelesen!

San Marco
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Re: Was tun?

Beitrag von San Marco » Montag 30. Dezember 2013, 08:41

Piusderdritte hat geschrieben:P.S. meine Freundin .....trägt sogar eine Mantilla.
Das kommt auch alles aus freien Willen weil sie wohl erkannt hat welcher der wahre Glauben ist.

Bekanntlich tragen viele muslimische junge Mädchen und Frauen "aus freiem Willen" auch Kopftücher.

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Peti
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Re: Was tun?

Beitrag von Peti » Montag 30. Dezember 2013, 09:17

Hallo NiklasB,
vor über vierzig Jahren war ich als Abiturient ähnlich auf der Suche wie du.
Einen Tipp möchte ich dir schreiben:
Vermeide Extrempositionen, Gruppen in der Kirche die glauben, wir sind die eigentliche Kirche.

Beschäftige dich mit guter Theologie.
(Mit den Büchern Papst Benedikts hast du z.B. eine gesunde Basis.)
Auch große Exerzitien könnten sehr hilfreich sein.
Diese Ratschläge eines Seelsorgers haben mir damals viel geholfen.

Ob du dann eher auf Wegen landest, wie Raphael es vorgeschlagen hat,
oder in der Richtung umusungus, finde ich zunächst zweitrangig.

Ich wünsch dir Gottes Segen und bete für dich. :huhu:
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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Re: Was tun?

Beitrag von San Marco » Montag 30. Dezember 2013, 09:47

Ich empfehle dir das Buch:

"Einfach katholisch" von Christian Wessely


http://www.tyrolia.at/list?back=c53f33 ... xid=274926

ad_hoc
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Re: Was tun?

Beitrag von ad_hoc » Montag 30. Dezember 2013, 14:05

Einmal kommt der Tipp von San Marco,
und zum anderen ist Wessely auch auf Computerspiele und audiovisuelle Medien spezialisiert.
Was mich zu der Frage führt, für welche Disziplin dieser mehr Zeit aufwendet. 100% auf beide?

Gruß, ad_hoc, der die Gedanken von asz und Raphael noch am Sachdienlichsten findet. Der Spagat ist zu machen.
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azs
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Re: Was tun?

Beitrag von azs » Montag 30. Dezember 2013, 14:12

Mary hat geschrieben:
NiklasB. hat geschrieben: Ich möchte wirklich nicht nach meinem Tod vor Jesus stehen und mich für eine Lüge über Gott rechtfertigen müssen.
Ich stelle mir das grad so plastisch vor:
Niklas steht vor dem Herrn...
Jesus: Ich freue mich, dass Du hier bist, Niklas. Du hast mich geliebt, und du hast die Menschen, meine Brüder und Schwestern geliebt. Du bist mir nachgefolgt, so gut du konntest... du hast dabei unserem Vater vertraut und seinem Willen.........
.... aber halt: Das darf doch nicht wahr sein! Du hast echt das Filioque geglaubt/oder auch nicht geglaubt! Tut mir leid... aber Rechtfertigung gibt es da keine... dort hinten ist die Tür zum Fegefeuer...oder zur Hölle.

Nicht wirklich, oder?

Liebevolle Grüsse :ja:
Mary
Genau das habe ich mich auch mal gefragt: inwieweit hat die "richtige" Lehre denn eigentlich überhaupt eine Bedeutung für mein persönliches religiöses Leben? Das Filioque oder die Immaculata ist bspw. so ein Punkt. Ob ich das nun glaube oder nicht - warum ist es eigentlich wichtig der richtigen Position anzuhängen? Natürlich kann nur einer von beiden Recht haben, das ist schon klar, aber ob es wirklich sooo eine Tragweite hat? Wie seht ihr das?
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NiklasB.
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Re: Was tun?

Beitrag von NiklasB. » Montag 30. Dezember 2013, 18:19

azs hat geschrieben:
Mary hat geschrieben:
NiklasB. hat geschrieben: Ich möchte wirklich nicht nach meinem Tod vor Jesus stehen und mich für eine Lüge über Gott rechtfertigen müssen.
Ich stelle mir das grad so plastisch vor:
Niklas steht vor dem Herrn...
Jesus: Ich freue mich, dass Du hier bist, Niklas. Du hast mich geliebt, und du hast die Menschen, meine Brüder und Schwestern geliebt. Du bist mir nachgefolgt, so gut du konntest... du hast dabei unserem Vater vertraut und seinem Willen.........
.... aber halt: Das darf doch nicht wahr sein! Du hast echt das Filioque geglaubt/oder auch nicht geglaubt! Tut mir leid... aber Rechtfertigung gibt es da keine... dort hinten ist die Tür zum Fegefeuer...oder zur Hölle.

Nicht wirklich, oder?

Liebevolle Grüsse :ja:
Mary
Genau das habe ich mich auch mal gefragt: inwieweit hat die "richtige" Lehre denn eigentlich überhaupt eine Bedeutung für mein persönliches religiöses Leben? Das Filioque oder die Immaculata ist bspw. so ein Punkt. Ob ich das nun glaube oder nicht - warum ist es eigentlich wichtig der richtigen Position anzuhängen? Natürlich kann nur einer von beiden Recht haben, das ist schon klar, aber ob es wirklich sooo eine Tragweite hat? Wie seht ihr das?

Um meine Aussage erst nochmals zu erklären: Es geht mir hier nicht primär um Rechtfertigung. Ich glaube nicht an einen Gott, der mich nur in den Himmel lässt, wenn ich niemals auch nur irgendetwas falsch gemacht habe. Tatsächlich glaube ich, dass Christus mir alle meine Irrtümer und eventuelle Falschaussagen über ihn, um nicht zu sagen Lügen, verzeihen würde. Es geht mir um etwas ganz anderes: Ich will mich nicht in dem Sinne auf dieses Verzeihen, auf Christi Barmherzigkeit, verlassen, dass ich letzenendes bei billiger Gnade lande; Getreu dem Motto: Ich sag mal dies und das und wenn es falsch ist, macht ja nix, Gott wird mir das schon nachsehen. Ich will wie gesagt nicht in Frage stellen, dass er das tut, aber er hat mir und allen so hoffe ich doch einen Verstand gegeben mit dem wir wenigstens versuchen können Irrtümer zu vermeiden, wo es uns möglich ist. Das ist der Punkt: Ich will nicht aus Nachlässigkeit falsche Wege beschreiten und dabei vielleicht noch andere mitnehmen. Von daher ist meine Suche nach der richtigen Lehre keine Beschäftigungstherapie, keine Besserwisserei, kein Dogmatismus, auch kein Zeichen von Höllen-Angst, sondern schlicht und einfach Ausdruck meiner Ehrfurcht vor und meiner Liebe zu Gott.
Wenn man nicht einmal mehr glauben kann, dass Menschen Heilige sein können, die ja Ebenbilder Gottes sind, wie soll man dann noch glauben, dass Orte, Gegenstände und Handlungen heilig sind und Ehrfurcht gebieten?

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Re: Was tun?

Beitrag von Mary » Montag 30. Dezember 2013, 19:46

NiklasB. hat geschrieben: Um meine Aussage erst nochmals zu erklären: Es geht mir hier nicht primär um Rechtfertigung. Ich glaube nicht an einen Gott, der mich nur in den Himmel lässt, wenn ich niemals auch nur irgendetwas falsch gemacht habe.
Das ist gut!
Was glaubst Du denn, braucht ein Mensch, um "himmelfähig" zu werden?
NiklasB. hat geschrieben:Tatsächlich glaube ich, dass Christus mir alle meine Irrtümer und eventuelle Falschaussagen über ihn, um nicht zu sagen Lügen, verzeihen würde.
Ja. Unter der Voraussetzung, dass Du ihn um diese Vergebung bittest.
NiklasB. hat geschrieben:Es geht mir um etwas ganz anderes: Ich will mich nicht in dem Sinne auf dieses Verzeihen, auf Christi Barmherzigkeit, verlassen, dass ich letzenendes bei billiger Gnade lande; Getreu dem Motto: Ich sag mal dies und das und wenn es falsch ist, macht ja nix, Gott wird mir das schon nachsehen.
Das wäre in der Tat eine Herabminderung und Lächerlichmachung Gottes. Er wird Dir das vermutlich schon nachsehen... vorausgesetzt, Du bittest, wie gesagt, aber Du hast niemals ein Recht, mit Gott zu richten.
NiklasB. hat geschrieben:... doch einen Verstand gegeben mit dem wir wenigstens versuchen können Irrtümer zu vermeiden, wo es uns möglich ist. Das ist der Punkt: Ich will nicht aus Nachlässigkeit falsche Wege beschreiten und dabei vielleicht noch andere mitnehmen.
Ja.... ok...
bedenke aber auch:
Gott geht es nicht darum, dass wir alles wissen. Gott ganz verstehen oder beschreiben können wir sowieso nicht. Gott geht es um Beziehung, um Kommunion, um Gemeinschaft. Deshalb hat Er unser Fleisch angenommen. Hier liegt für mich auch der Schlüssel zur Himmelsfähigkeit.

Ein kleines Beispiel: Ein Priester sagte mal bei einer Tagung: Im Himmel werden wir uns über jeden freuen, der auch dort ist. Eine Teilnehmerin fand, dass der Himmel aber nur halb so gut wäre für sie, falls X oder Y auch dort wäre. Ok, meinte der Priester... versuch zu lernen, alle so zu lieben, dass Du dich dort über sie freuen wirst.

Lg Mary
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Raphael
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Re: Was tun?

Beitrag von Raphael » Dienstag 31. Dezember 2013, 04:08

Mary hat geschrieben:Was glaubst Du denn, braucht ein Mensch, um "himmelfähig" zu werden?
Den Beistand von Jesus Christus! :)
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Was tun?

Beitrag von azs » Dienstag 31. Dezember 2013, 09:40

Ich möchte nochmals die Frage aufwerfen, nicht an Niklas sondern an alle, worin denn die Beziehung zwischen theologischer Wahrheit (die ja nun die Konfessionsunterschiede ausmachen) und dem persönlichen Glaubensleben besteht? Darauf baut sich die ganze Frage nach dem recht-haben allermöglichen kirchlichen Gemeinschaften und Gruppierungen auf! Das ist doch für jeden eine große Frage. Ist es wichtig, der "richtigen" Gemeinschaft / Konfession / Gruppierung anzuhängen (im Sinne der Theologie) und wenn ja - warum?

Von einem orthodoxen Priester habe ich mal einen Vortrag gehört, worin er sagte: der heilige Geist ist an die Wahrheit gebunden, es gibt keinen heiligen Geist ohne Wahrheit. Dort wo der Mensch nicht in der Wahrheit ist, dort kann der heilige Geist nicht recht wirken.
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Re: Was tun?

Beitrag von Reinhard » Dienstag 31. Dezember 2013, 11:16

azs hat geschrieben:... theologischer Wahrheit ...
Dieser Ausdruck ist schon ein Widerspruch in sich selbst !
Es gibt nur eine Wahrheit, und die liegt in Christus selber. Und dann gibt es diverse theologische Erkenntnisse darüber, und die sind in jedem Fall "Stückwerk" (-> cf. Paulus in 1. Kor. 13 !)
azs hat geschrieben:Der heilige Geist ist an die Wahrheit gebunden, es gibt keinen heiligen Geist ohne Wahrheit. Dort wo der Mensch nicht in der Wahrheit ist, dort kann der heilige Geist nicht recht wirken.
Absolut richtig.
Allerdings darf man niemals den Fehler machen und irgendwelche theologischen oder sonstige Erkenntnisse mit "der Wahrheit" gleich setzen oder verwechseln.

So etwas hat Christus niemals gelehrt, - es führt allenfalls zu Hochmut und Religionskriegen.

Was die Nachfolge angeht, so wird jeder Christ versuchen, Christus so gut kennen zu lernen wie er kann, schließlich liebt er Ihn ja !
Daraus ergibt sich natürlich auch, dass er dann dem was er von Christus verstanden hat, auch treu nachfolgen möchte. An dieser Stelle erst kommt dann die Frage der Erkenntnis und Konfession ins Spiel. ... ja, erst an dieser Stelle !
Zuletzt geändert von Reinhard am Dienstag 31. Dezember 2013, 11:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Was tun?

Beitrag von overkott » Dienstag 31. Dezember 2013, 11:18

Reinhard hat geschrieben:
azs hat geschrieben:... theologischer Wahrheit ...
Dieser Ausdruck ist schon ein Widerspruch in sich selbst !
Es gibt nur eine Wahrheit, und die liegt in Christus selber. Und dann gibt es diverse theologische Erkenntnisse darüber, und die sind in jedem Fall "Stückwerk" (-> cf. Paulus in 1. Kor. 13 !)
azs hat geschrieben:Der heilige Geist ist an die Wahrheit gebunden, es gibt keinen heiligen Geist ohne Wahrheit. Dort wo der Mensch nicht in der Wahrheit ist, dort kann der heilige Geist nicht recht wirken.
Absolut richtig.
Allerdings darf man niemals den Fehler machen und irgendwelche theologischen oder sonstige Erkenntnisse mit "der Wahrheit" gleich setzen oder verwechseln.

So etwas hat Christus niemals gelehrt, - es führt allenfalls zu Hochmut und Religionskriegen.
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Re: Was tun?

Beitrag von taddeo » Dienstag 31. Dezember 2013, 12:25

Reinhard hat geschrieben:Allerdings darf man niemals den Fehler machen und irgendwelche theologischen oder sonstige Erkenntnisse mit "der Wahrheit" gleich setzen oder verwechseln.
Doch, muß man sogar, sonst ist man nicht katholisch, sondern ein Häretiker.
Es gibt eine bestimmte, genau definierte Anzahl theologischer Erkenntnisse, die die Wahrheit aussprechen. "Dogmen" nennt man die gemeinhin.
Und wie Dir vermutlich bekannt ist, ist das NICHT eine Erfindung der bösen Katholiban, sondern Gemeingut fast aller, die sich Christen nennen.
nemini parcetur

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Re: Was tun?

Beitrag von ad_hoc » Dienstag 31. Dezember 2013, 12:28

Meines Wissens ist er ein guter Katholik, allerdings mit etwas hinterfragungswürdigen christlichen Kontakten abseits des Hauptwegs. Vielleicht daher ab und zu die etwas seltsamen Ansichten. ;)

Gruß, ad_hoc (zugegeben: ist O.T.)
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Re: Was tun?

Beitrag von San Marco » Dienstag 31. Dezember 2013, 12:59

taddeo hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben:Allerdings darf man niemals den Fehler machen und irgendwelche theologischen oder sonstige Erkenntnisse mit "der Wahrheit" gleich setzen oder verwechseln.
Doch, muß man sogar, sonst ist man nicht katholisch, sondern ein Häretiker.
Es gibt eine bestimmte, genau definierte Anzahl theologischer Erkenntnisse, die die Wahrheit aussprechen. "Dogmen" nennt man die gemeinhin.
Und wie Dir vermutlich bekannt ist, ist das NICHT eine Erfindung der bösen Katholiban, sondern Gemeingut fast aller, die sich Christen nennen.
Völlig richtig.

Als Lektüre gibt es nichts Besseres als "den Ott":

http://www.sarto.de/product_info.php?in ... matik.html

http://www.novaetvetera.de/nova/nova_25.html

Es muss auch nicht die neueste Ausgabe sein.

Mary
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Re: Was tun?

Beitrag von Mary » Dienstag 31. Dezember 2013, 13:41

azs hat geschrieben:Ich möchte nochmals die Frage aufwerfen, nicht an Niklas sondern an alle, worin denn die Beziehung zwischen theologischer Wahrheit (die ja nun die Konfessionsunterschiede ausmachen) und dem persönlichen Glaubensleben besteht? Darauf baut sich die ganze Frage nach dem recht-haben allermöglichen kirchlichen Gemeinschaften und Gruppierungen auf! Das ist doch für jeden eine große Frage. Ist es wichtig, der "richtigen" Gemeinschaft / Konfession / Gruppierung anzuhängen (im Sinne der Theologie) und wenn ja - warum?
Das ist eine gute und sehr wichtige Frage!

Ich behaupte: Eine Wahrheit zu glauben ist nur dann rettend... wenn die geglaubte Wahrheit das Leben eines Menschen und seinen Glauben, sein Vertrauen in Gott, so verändert, dass er demütiger, vertrauender, liebender, christusähnlicher wird.

Ich erlebe, dass es schon einen Unterschied macht, welches Gottesbild ein Mensch hat, welches Bild von Kirche und von Gemeinschaft, was er über Sünde und Vergebung glaubt undsoweiter.

Soviel erstmal
Mary
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Reinhard
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Re: Was tun?

Beitrag von Reinhard » Dienstag 31. Dezember 2013, 14:09

taddeo hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben:Allerdings darf man niemals den Fehler machen und irgendwelche theologischen oder sonstige Erkenntnisse mit "der Wahrheit" gleich setzen oder verwechseln.
Doch, muß man sogar, sonst ist man nicht katholisch, sondern ein Häretiker. ...
Sind Dogmen "de fide" = "die Wahrheit" ?

Sie sind wahr, ja, ohne Zweifel, aber "die Wahrheit" ?? - warum besteht Jesus dann so hartnäckig darauf, dass nur Er "der Weg und die Wahrheit und das Leben" ist ?
"Die Wahrheit" ist doch letztlich viel mehr als nur ein paar Dogmen, sie ist - dank Christus und dem Heiligen Geist - eine sehr lebendige Angelegenheit !

Vielleicht kann man es so sagen: ebensowenig wie die Gesetze schon "das Leben" sind, sind die Dogmen schon "die Wahrheit".

Und dass ich an dieser Stelle auf diesem Punkt so hartnäckig herumharfe, hat etwas damit zu tun, dass man bei der "Versammlung", die sowohl Niklas als auch mich, negativ geprägt hat, typischerweise die "Richtigkeit der Lehre" mit der ganzen Wahrheit in Christus verwechselt ! - und dann fokussiert sich das Glaubensleben einseitig auf den Kampf für lehrmäßige Richtigkeiten, und nicht darauf, heiligmäßig zu werden und zu leben.

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Re: Was tun?

Beitrag von taddeo » Dienstag 31. Dezember 2013, 14:29

Reinhard hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben:Allerdings darf man niemals den Fehler machen und irgendwelche theologischen oder sonstige Erkenntnisse mit "der Wahrheit" gleich setzen oder verwechseln.
Doch, muß man sogar, sonst ist man nicht katholisch, sondern ein Häretiker. ...
Sind Dogmen "de fide" = "die Wahrheit" ?

Sie sind wahr, ja, ohne Zweifel, aber "die Wahrheit" ?? - warum besteht Jesus dann so hartnäckig darauf, dass nur Er "der Weg und die Wahrheit und das Leben" ist ?
"Die Wahrheit" ist doch letztlich viel mehr als nur ein paar Dogmen, sie ist - dank Christus und dem Heiligen Geist - eine sehr lebendige Angelegenheit !

Vielleicht kann man es so sagen: ebensowenig wie die Gesetze schon "das Leben" sind, sind die Dogmen schon "die Wahrheit".

Und dass ich an dieser Stelle auf diesem Punkt so hartnäckig herumharfe, hat etwas damit zu tun, dass man bei der "Versammlung", die sowohl Niklas als auch mich, negativ geprägt hat, typischerweise die "Richtigkeit der Lehre" mit der ganzen Wahrheit in Christus verwechselt ! - und dann fokussiert sich das Glaubensleben einseitig auf den Kampf für lehrmäßige Richtigkeiten, und nicht darauf, heiligmäßig zu werden und zu leben.
Ja sicher, Dogmen (und nur sie) sind auf Erden "de fide". Nicht, weil sich Menschen das ausgedacht hätten, sondern weil Christus durch den Heiligen Geist seiner Kirche verbürgt, daß die so formulierten Sätze die Wahrheit sind, indem sie Anteil an der einen Wahrheit haben, die Christus selber ist. Wer diese Überzeugung aufgibt, hört auf, Christ zu sein. Oder denkst Du im Ernst, die Aussagen des Glaubensbekenntnisses seien nur so ungefähr dahingesagt, aber nicht die Wahrheit selbst?
nemini parcetur

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Re: Was tun?

Beitrag von Protasius » Dienstag 31. Dezember 2013, 14:30

Reinhard hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben:Allerdings darf man niemals den Fehler machen und irgendwelche theologischen oder sonstige Erkenntnisse mit "der Wahrheit" gleich setzen oder verwechseln.
Doch, muß man sogar, sonst ist man nicht katholisch, sondern ein Häretiker. ...
Sind Dogmen "de fide" = "die Wahrheit" ?

Sie sind wahr, ja, ohne Zweifel, aber "die Wahrheit" ?? - warum besteht Jesus dann so hartnäckig darauf, dass nur Er "der Weg und die Wahrheit und das Leben" ist ?
"Die Wahrheit" ist doch letztlich viel mehr als nur ein paar Dogmen, sie ist - dank Christus und dem Heiligen Geist - eine sehr lebendige Angelegenheit !

Vielleicht kann man es so sagen: ebensowenig wie die Gesetze schon "das Leben" sind, sind die Dogmen schon "die Wahrheit".

Und dass ich an dieser Stelle auf diesem Punkt so hartnäckig herumharfe, hat etwas damit zu tun, dass man bei der "Versammlung", die sowohl Niklas als auch mich, negativ geprägt hat, typischerweise die "Richtigkeit der Lehre" mit der ganzen Wahrheit in Christus verwechselt ! - und dann fokussiert sich das Glaubensleben einseitig auf den Kampf für lehrmäßige Richtigkeiten, und nicht darauf, heiligmäßig zu werden und zu leben.
Ich fürchte, ich kann dir nicht ganz folgen: willst du auf einen Unterschied zwischen Wahrheit und wahren Aussagen hinaus? Wenn ja, worin soll der bestehen?
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Was tun?

Beitrag von Reinhard » Dienstag 31. Dezember 2013, 15:45

taddeo hat geschrieben:.... Oder denkst Du im Ernst, die Aussagen des Glaubensbekenntnisses seien nur so ungefähr dahingesagt, aber nicht die Wahrheit selbst?
Natürlich nicht nur so dahingesagt, aber "die (ganze) Wahrheit" geht noch darüber hinaus.
Protasius hat geschrieben:Ich fürchte, ich kann dir nicht ganz folgen: willst du auf einen Unterschied zwischen Wahrheit und wahren Aussagen hinaus? Wenn ja, worin soll der bestehen?
"Die (ganze) Wahrheit" geht über die Summe aller wahren Aussagen noch weit hinaus, genau wie das Leben über die Summe aller Gesetze hinaus geht.

Den Schlüsselsatz Christi "Ich bin die Wahrheit" hatte ich oben schon genannt, ein weiterer Hinweis liegt in dem biblischen Wortgebrauch "erkennen" zwischen Mann und Frau, das auch über "Erkenntnisse" weit hinaus geht.
In genau diesem Vollsinne des "Erkennens" (hier gilt dann wohl: "Erkennen" = "ganze Wahrheit") sagt Paulus in 1.Kor. 13:12:
... Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Das erst ist "die (ganze) Wahrheit" !

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