Was tun?

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

Moderator: Ecce Homo

NiklasB.
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Was tun?

Beitrag von NiklasB. » Freitag 27. Dezember 2013, 13:30

Moin,

Ich stehe im Moment an einem Scheidepunkt in meinem noch sehr jungen Leben und weiss nicht, was ich tun soll. Ich weiss auch nicht, wen ich um Rat fragen kann, deshalb möchte ich die Anonymität dieses Forums nutzen und hier einfach einmal meine Situation schilden. Vielleicht hat ja jemand einen guten Rat?
Also: Ich bin 20 Jahre alt, ursprünglich Brüdergemeindler, momentan Lutherischer Landeskirchler. Ich habe dem Protestantismus mit all seinen Irrungen und Wirrungen gänzlich abgeschworen und habe seit etwa einem Jahr den Entschluss gefasst aus der Landeskirche in die Katholische Kirche zu konvertieren. Ich befinde mich allerdings seit etwa 1,5 Jahren in theologischer Ausbildung in einem pietistisch-landeskirchlichem Studienbetrieb. (Graecum und Hebraicum abgelegt, nun Bibelkunde). Seit 7-8 Jahren weiss ich, dass ich Pfarrer werden will. Auch jetzt, da ich Katholik werden will, hat sich daran nichts geändert: Ich will Priester werden. Ich liebe die Katholische Kirche. Gerade deswegen schmerzt es mich so die Katholische Kirche zu betrachten. Ich kenne die Kirchengeschichte, die weltliche Päpste und Bischöfe und generell alle Weltlichkeit in der Kirche. Aber das erschreckt mich nicht. Wenn ich mir aber heute die Situation in der Kirche anschaue, muss ich verzweifeln. Die Gottesdienste sind in der Regel grauenhaft. Die Liturgie wird eigenmächtig von der Gemeinde angepasst, der Priester wendet Christus den Rücken zu und, was mir immer fast körperlichen Schmerz bereitet: Die Handkommunion. Moderne Gottesdienste mit modernen, meist inhaltslosen Liedern, dafür aber umso mehr Pop-Musik mit E-Gitarren und Schlagzeug und was weiss ich nicht allem. Die Gottesmutter ist fast völlig aus dem Gottesdienst verschwunden. Ich habe eigentlich keine Lust mehr in eine Messe zu gehen; Es tut mir meistens einfach zu sehr weh. Nun kenne ich natürlich auch die Petrusbruderschaft. Tatsächlich habe ich mit Konversionsunterricht bei der FSSP in Hannover angefangen und gehe dort zum Gottesdienst, wenn es sich einrichten lässt, was aber eher selten ist. Ich liebe die Forma Extraordinaria und habe inzwischen kein Verständnis mehr für die Ordinaria, selbst, wenn sie ausnahmsweise mal getreu dem Messbuch gefeiert wird. Tolerieren kann ich sie nur, weil ich es aus Gehorsam zur Kirche eben muss. Wenn ich mir diese Form anschaue kann ich nicht anders als mit einer Hermeneutik des Bruchs, es tut mit leid. Wie kann ich mit dieser Einstellung denn noch überzeugter Katholik sein, wenn ich schon im Bereich des Gottesdienstes gegen mein Gewissen (und wie ich finde im Einklang mit der fast 2000jährigen Tradition der Kirche bis zur Liturgiereform) handeln und denken muss? Außerdem habe ich nur selten die Möglichkeit eine EF-Messe zu besuchen. Ich weiss aber auch nicht, was ich tun sollte, wenn ich nicht Priester werde. Das ist alles, was ich will und was ich mir vorstellen kann. Ich habe auch schon den Entschluss gefasst bei der FSSP Priester zu werden und dort ins Seminar zu gehen. Allerdings muss ich dann nach meiner Konversion noch 3 Jahre warten, bis ich eintreten kann. Das hieße, dass ich 2 Jahre in diesem pietistischen Studienbetrieb im Großen und Ganzen vergeudet hätte und dann auch nochmal 3 Jahre im Grunde ebenso vergeuden würde. Natürlich auf Kosten meiner Eltern. Ich würde meinen Eltern also noch 10 Jahre (3 + 7 im Seminar) auf der Tasche liegen, was ich nicht wirklich verantworten kann. Ich habe schon über eine Ausbildung nachgedacht, was ja aber im Grunde auch mehr Zeitvertreib wäre. Mal davon ganz abgesehen, tue ich meiner Mutter unglaublich weh mit meiner Konversion, was es für mich auch nicht leichter macht. Ich bin aber im Grunde bereit das alles auf mich zu nehmen (ohne jetzt zu melodramatisch klingen zu wollen). Jetzt kommt mein allergrößtes Problem: Ich beschäftige mich seit einiger Zeit sehr intensiv mit den Unterschieden von Katholizismus und Orthodoxie, besonders in der Theologie, was mich auch dazu bewegt hat, meine grundsätzliche Gehorsamspflicht gegenüber dem Papst und der Katholischen Kirche anzuzweifeln. Gerade, wenn ich mir die jüngeren Früchte der Katholischen Kirche, eben besonders was den Gottesdienst angeht (über Filioque, Fegefeuer, Ablasshandel etc. lässt sich wie ich inzwischen glaube, nicht so diskutieren, dass man am Ende eine klare Bestätigung oder Verwerfung der jeweiligen Lehre hat) muss ich aus meiner Warte eben sagen, dass diese Früchte faul sind und die Kirche vergiften, ebenso die Aufnahme der charismatischen Bewegung in die Kirche. Von daher weiss ich auch nicht, ob ich als Priester einem Orthodoxen raten könnte in die Katholische Kirche zu konvertieren, wenn er zu mir käme. Aber ich kann mir bei aller Hingezogenheit zur Klarheit und Unveränderlichkeit der Orthodoxen Kirche nicht wirklich vorstellen orthodox zu werden. Natürlich würde ich auch da Priester, oder sogar Mönch werden wollen (Ich war auch für eine Woche schon in einem Orthodoxen Kloster und habe mich viel mit den Mönchen unterhalten), aber die Sache ist eben, dass ich die Katholische Kirche liebe. Auch da habe ich mich aber schon gefragt, ob ich aus der Kirche einen Götzen mache und, ob mich das davon abhält die wahre Kirche zu finden und dort Christus absolut zu begegnen. (wenn denn die Katholische Kirche nicht die wahre Kirche ist) Was ist andererseits mit den eucharistischen Wundern, wie z.B. in Lanciano? Mit den Marienerscheinungen (auch, wenn ich kein Freund eines charismatischen Erscheinungsglaubens bin) und den Heiligen, die die Katholische Kirche seit jeher und auch jetzt noch hervorbringt? Ich fühle mich hin-und hergerissen und weiss nicht, was ich jetzt tun soll, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Ich habe schon gedacht, wenn ich nicht katholisch sein kann, will ich lieber Atheist sein, aber das kann ich nicht. Und meine Priesterberufung, dich ich glaube ich habe, verkompliziert alles noch tausenmal mehr, sodass ich mir fast wünsche ich hätte keine.
Ich weiss, das war ein unglaublicher Redeschwall und viele wild, ungeordnete Gedanken und Fragen, aber ich weiss nicht, an wen ich mich wenden sollte und habe das Gefühl meiner Familie weh zu tun und dabei noch nicht einmal Christus in der Kirche zu dienen, die sein Leib ist.
Wenn man nicht einmal mehr glauben kann, dass Menschen Heilige sein können, die ja Ebenbilder Gottes sind, wie soll man dann noch glauben, dass Orte, Gegenstände und Handlungen heilig sind und Ehrfurcht gebieten?

gottsucherin
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Re: Was tun?

Beitrag von gottsucherin » Freitag 27. Dezember 2013, 14:28

1. Beten
2. Bete zum Heiligen Geist, dass ER dir zeigt, was das Richtige ist.
3. Andere um ihr fürbittendes Gebet bitten.
4. Wallfahrt (???)

Ansonsten:
wenn du kein Verständnis mehr hast für die Ordinaria, warum willst du dann in die römisch-katolische Kirche eintreten und dort Priester werden?
Konversionen gehen nicht von heute auf morgen, das muss dir klar sein. Und eine Vorbereitungszeit ist unbedingt nötig und keine vergeudete Zeit. Die Saat braucht Zeit zum Wachsen.
Was genau liebst du an der katholischen Kirche?
Die Gottesdienste sind in der Regel grauenhaft. Die Liturgie wird eigenmächtig von der Gemeinde angepasst, der Priester wendet Christus den Rücken zu und, was mir immer fast körperlichen Schmerz bereitet: Die Handkommunion. Moderne Gottesdienste mit modernen, meist inhaltslosen Liedern, dafür aber umso mehr Pop-Musik mit E-Gitarren und Schlagzeug und was weiss ich nicht allem. Die Gottesmutter ist fast völlig aus dem Gottesdienst verschwunden.
Was spricht dagegen, in der Zeit, in der du auf den Eintritt ins Seminar warten musst, erst eine Ausbildung zu machen (z.B. als Kranken- oder Altenpfleger, um den Menschen zu dienen)? Dein Hochmut?
Und meine Priesterberufung, dich ich glaube ich habe, verkompliziert alles noch tausenmal mehr, sodass ich mir fast wünsche ich hätte keine.
Vielleicht hast du ja gar keine. Das mit der Berufung ist so eine Sache. Ich dachte auch mal, ich hätte eine, und habe heute drei Kinder. :)
An wen kannst du dich wenden? Was willst du da hören? Jemand, der dir sagt: "Tu dies!"
Tja, dann würde ich dir mal zu Exerzitien raten. Suche dir einen geistlichen Begleiter.
Seit anderthalb Jahren bist du in der Ausbildung, seit einem Jahr weißt du, dass du konvertieren willst. Hm, aber die Konsequenzen ziehst du nicht daraus. Mir kommst du im Moment wie ein Sektierer vor, der sich überall die Rosinen herauspickt. Nachfolge Jesu heißt aber immer auch Kreuzesnachfolge, vergiss das nicht. Die zentrale Frage ist nicht, was DU willst, sondern was ER von dir will. Das Problem ist aber, das weiß ich auch aus Erfahrung, zu erkennen, was er von dir will. Da kommst du um das Gebet nicht drumherum.

Sehr persönliche Äußerung: ich habe auch manchmal nahezu körperliche Schmerzen im Gottesdienst, aber deswegen sind doch die Gottesdienste nicht grauenhaft, moderne Lieder sind nicht inhaltslos. Und wieso wendet der Priester Christus den Rücken zu? Vielleicht steht ja einfach Christus hinter ihm? Schon mal darüber nachgedacht? Alles ist eine Frage der Einstellung. Und was ist wirklich wichtig in der Ewigkeit? Vor vielen Jahren war ich einmal (zufällig) in Gerzen bei dem hier im Forum schon mehrfach lobend erwähnten Pfarrer Franz Speckbacher, der wäre vielleicht eine Anlaufstelle für dich. Dort empfand ICH körperliche Schmerzen, als das Kommuniongitter geschlossen wurde. Auf mich wirkte das wie: "so, ihr seid draußen!". Ich konnte dann auch nicht zur Mundkommunion gehen. Es tat mir weh und ich habe geweint. DU wärest wahrscheinlich glücklich gewesen. Ich habe diese Kirche NIE wieder betreten.

Lando II
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Re: Was tun?

Beitrag von Lando II » Freitag 27. Dezember 2013, 14:51

Ich bin kein Experte für diese Fragen, beschäftige mich aber seit einiger Zeit auch mit meiner Berufung und hoffe, Priester werden zu dürfen (Spätberufen).

Vielleicht kann ich dir trotzdem ein paar Ratschläge geben, sozusagen "aus dem Leben"!

An deiner Stelle würden ich zwei Antworten noch einmal ganz neu suchen:
1) Dein Glauben
2) Deine Berufung
Fang noch einmal ganz neu an, vergiss alles, was du bisher gedacht und erlebt hast und prüfe noch einmal jedes Detail. Und lass dir Zeit dabei!

Vielleicht solltest du folgendermaßen vorgehen:
Zuerst einmal eine Zeit lang etwas ganz anderes machen als bisher. Wenn ich dich richtig verstehe, hast du dich dein bisheriges Leben lang auf den Priesterberuf vorbereitet, bisher nichts wirklich anderes getan. Du schreibst sogar "ich wüsste nicht, was ich sonst machen soll"
Ob du nun eine Ausbildung machst (möglichst nicht im kirchlichen Bereich), oder ein Jahr lang Vollzeit jobbst (auch da gibt es diverse Möglichkeiten), etwas in der Art solltest du unbedingt tun. Du wirst unabhängig und gewinnst einen ganz anderen Blick auf die Welt! Ganz nebenbei liegst du deinen Eltern in der Zeit nicht auf der Tasche...

Danach, ganz bewusst danach, solltest du für ein paar Wochen in einem Orden leben, ich finde, das ist dann eine gute Idee, um wieder zurück zum kirchlichen Leben zu finden, um dort deine Berufung ganz neu unter die Lupe zu nehmen.
Und mach nicht den Fehler, dir einen Orden zu suchen, der genau deine Lieblingsvorstellungen verkörpert, geh bewusst woanders hin.
Als Priester in der katholischen Kirche musst du diese Kirche verkörpern, diesen Glauben vorleben und freudig unter die Menschen tragen. Wenn du wesentliche Dinge ablehnst, wird es damit sehr schwer.

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Sarandanon
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Re: Was tun?

Beitrag von Sarandanon » Freitag 27. Dezember 2013, 15:45

NiklasB. hat geschrieben:Ich habe schon gedacht, wenn ich nicht katholisch sein kann, will ich lieber Atheist sein, aber das kann ich nicht.
Dieser Satz macht mich sehr stutzig und ich formuliere mal eine provokante Frage: Du hast darüber nachgedacht, Christus zu verraten, weil Du evt. nicht katholisch sein kannst? Grundsätzlich solltest Du Dich mMn nochmals in Deinem Glauben prüfen.

Und außerdem: Die von Dir genannten Auswüchse in der Liturgie in einzelnen Gemeinden mag es geben aber diese sind sicherlich nicht die Regel. Die neue Liturgie hat mMn absolut ihre Stärken. Ich kann trotzdem verstehen, dass Dir diese Form nicht sonderlich gefällt. Die Liturgie ist allerdings nur ein Aspekt des Priesterberufes, wenn auch ein bedeutender.

Wenn Du wirklich vorhast in eine der Bruderschaften einzutreten (die Petrusbruderschaft gibts ja auch noch) und Du Dich noch mit der Konversion 3 Jahre gedulden musst, wäre eine Ausbildung im sozialen Bereich wohl eine gute Zwischenlösung. Damit kannst Du schon mal seelsorgerische Qualitäten aufbauen, um Dich dabei zu prüfen, ob Dir das liegt.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
(Augustinus Aurelius)

NiklasB.
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Re: Was tun?

Beitrag von NiklasB. » Freitag 27. Dezember 2013, 23:12

@Gottsucherin: Ich habe die Hoffnung, dass sich die Katholische Kirche wieder vom Zeitgeist abwendet und die Klarheit der Kirche wiederkehrt mit der Hilfe verschiedener konservativer Gemeinschaften, wie z.B. der FSSP, oder auch der FSSPX. Wenn die Katholische Kirche die wahre Kirche ist, dann ist das der Grund, weshalb ich in die Kirche eintreten will und Priester bei der FSSP werden möchte.
Was ich an der Kirche liebe? Vielleicht nur mein Bild von ihr....aber daran liebe ich die Katholische Weite und die Katholische Klarheit (wobei ersteres vielleicht auch problematisch sein kann und zweiteres -so habe ich den Eindruck- seit V II zunehmens leidet)
Gegen eine Ausbildung spricht ja prinzipiell nichts, aber ich habe doch das Gefühl, dass ich damit im Grunde doch nur Zeit absitze, selbst wenn ich damit anderen dienen kann. Es verschiebt einfach den Zeitpunkt an dem ich mit dem Studium fertig bin extrem. Was ist, wenn ich drei Jahre eine Ausbildung mache, dann ins Priesterseminar eintrete und dann im ersten Jahr schon merke; "so geht das nicht, das ist nicht richtig! Ich sollte orthodox werden. (wobei ich dann wieder ein ich schätze mal langes Katechumenat hinter mich bringen müsste, um dann wieder anzufangen orthodoxe Theologie zu studieren)" Irgendwann bin ich dann dreißig und alles, was ich bis dahin erreicht habe, um auf eigenen Beinen zu stehen und meine Eltern nicht zu belasten, ist eine Ausbildung. Meine Mutter meint jetzt schon, dass ich dabei bin mein Abitur, das wirklich sehr gut war, wegzuschmeissen.
Schade, dass ich ein Sektierer zu sein scheine. Eigentlich versuche ich genau das Gegenteil zu sein. Ich versuche mich voll und ganz der Kirche unterzuordnen. Es geht mir gerade darum, dass ich mir nicht eine Gemeinschaft suche, die zu meinen Gedanken und Glaubensgrundsätzen passt, sondern, dass ich die wahre Kirche finde, deren Glauben meinem Glauben als Mutter vorangeht. Ich kann mir auch vorstellen, dass ich sowohl in der Katholischen, als orthodoxen Kirche die ein oder andere bittere Pille werde schlucken müssen. Beide haben Glaubensgrundsätze, die für mich schwer zu akzeptieren sind, die ich aber aus Gehorsam -nicht zuletzt Christus gegenüber- schlucken würde. Mit Sicherheit geht es mir nicht darum Kreuzesnachfolge zu vermeiden. Dann könnte ich genauso gut meine eigene kleine Sekte gründen. Was Gottesdienste generell anbelangt habe ich inzwischen eine sehr strikte Position. Keine Pop-Lieder, keine Instrumente (höchstens Orgel), keine Gestaltungsfreiheiten! Der Priester ist Diener der Liturgie und nicht ihr Macher. Alles andere wiederspricht der Tradition beider Kirchen. Vom Gegenteil lasse ich mich gerne überzeugen.
Aber ich danke dir für deine kritischen Nachfragen und deine Ratschläge. An dieser Stelle: Bitte betet für mich, wenn ihr dies lest. Bei Gott, Maria und allen Heiligen.

@Lando: Auch dir danke für deine Ratschläge und ich wünsche dir alle Gewissheit und Führung für deinen Weg! Ich weiss allerdings nicht, ob ich wirklich alles nochmals ganz unvoreingenommen prüfen kann. Und ich fühle einfach, dass mir die Zeit fehlt.

@Sarandanon: Ich habe nicht darüber nachgedacht, "aktiv" Christus zu verraten, wie gesagt, kann ich das gar nicht. Ich glaube nun einmal. Lediglich wäre es mein Wunsch, dass mir das alles völlig egal ist und ich einfach ein Ungläubiger bin. Aber ich weiss einfach, dass Gott lebt und, dass ich mich einmal vor Christus für mein Leben verantworten muss. Das führt mich ja gerade so ins Zweifeln. Was, wenn das Filioque nicht richtig ist? Wenn es kein Fegefeuer gibt und Ablässe nicht existieren? Und was dann, wenn ich all das verkünde und damit falsch Zeugnis, nicht gegen Menschen, sondern gegen Gott ablege? Obwohl ich es vielleicht besser hätte wissen können! Keine Strafe wäre angemessener als die Hölle. Andersrum, was, wenn das alles wirklich göttlich offenbart ist und ich es ablehne und nicht verkündige? Auch das wäre doch nicht die Wahrheit. Ich fühle mich aber eben gebunden durch meine Liebe zur Katholischen Kirche und weiss nicht, ob das etwas gutes oder etwas schlechtes ist.

Nochmals was die Liturgie betrifft: Wäre ich nicht durch das Lehramt der Kirche gebunden, dem ich mich aber unterordne, wenn es die wahre Kirche repräsentiert, so würde ich die NOM gänzlich als Häresie und als unvereinbar mit der Katholischen Tradition bezeichnen. Diese Messform ist gemacht, nicht überliefert. So wie es auch Papst Benedikt gesagt hat. Leider hat er daraus nicht die nötigen Konsequenzen gezogen, vielleicht konnte er es nicht. Denn ja, ich glaube, dass die Tridentinische Messe nicht am Schreibtisch entstanden ist, sondern, dass sie vom Heiligen Geist eingegeben ist. Papst Paul VI wollte aber lediglich eine Liturgie, die für Protestanten weniger Anstoßmöglichkeiten bietet, da weniger traditionell und weniger katholisch. Ich weiss, das ist hart gesagt und ich kann nicht für alles, was ich sage wunderbar klare Argumente nennen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Liturgie, so umgehen darf, wie es im letzten Jahrhundert geschehen ist und noch geschieht.

Meinem Problem liegt zu Grunde, dass ich Angst habe falsche Lehren zu verkünden, die nicht der Lehre der Apostel entsprechen, obwohl ich es besser hätte wissen können. Und diese Angst stellt im Moment praktisch alles in meinem Leben in Frage. Deshalb, bitte betet für mich
Wenn man nicht einmal mehr glauben kann, dass Menschen Heilige sein können, die ja Ebenbilder Gottes sind, wie soll man dann noch glauben, dass Orte, Gegenstände und Handlungen heilig sind und Ehrfurcht gebieten?

San Marco
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Re: Was tun?

Beitrag von San Marco » Sonnabend 28. Dezember 2013, 09:23

NiklasB. hat geschrieben: Wenn ich mir aber heute die Situation in der Kirche anschaue, muss ich verzweifeln. Die Gottesdienste sind in der Regel grauenhaft. Die Liturgie wird eigenmächtig von der Gemeinde angepasst, der Priester wendet Christus den Rücken zu und, was mir immer fast körperlichen Schmerz bereitet: Die Handkommunion.
Das ist doch Satire. Ich glaube dem angeblich 20jährigen, der seit er volljährig ist eine pietistisch-landeskirchliche Ausbildung macht, seine religiöse Entwicklung innerhalb einiger Monate nicht.
Und 7+3 Jahre muss er seinen Eltern nicht "auf der Tasche liegen". In den nächsten drei Jahren würde ich einfach mal arbeiten und Geld zurücklegen.

Nicht mal in der Katholischen Kirche, aber schwerste Kritik an "faulen Früchten" und allen möglichen schlimmen Dingen. Warum will er da eintreten ? Weil er liebt....
Dann diese wirren Aussagen zur Orthodoxie.

Ein Tipp:
Einen seriösen, normalen Beruf erlernen, der einem das tägliche Brot bringt und dann überlegen, was religiös laufen soll.

San Marco
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Re: Was tun?

Beitrag von San Marco » Sonnabend 28. Dezember 2013, 09:47

NiklasB. hat geschrieben:Meinem Problem liegt zu Grunde, dass ich Angst habe falsche Lehren zu verkünden, die nicht der Lehre der Apostel entsprechen, obwohl ich es besser hätte wissen können. Und diese Angst stellt im Moment praktisch alles in meinem Leben in Frage. Deshalb, bitte betet für mich
Eine Therapie ist unter diesen Umständen angeraten.

azs
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Re: Was tun?

Beitrag von azs » Sonnabend 28. Dezember 2013, 10:05

Hallo Niklas,

schön zu sehen, wie aufrichtig du auf der Suche nach Gott und seinem Willen bist :). Mit den vielen Problemen und Fragestellungen die du ansprichst bist du nicht allein, du hast schon Recht dass es innerhalb des Christentums - und momentan auch innerhalb der katholischen Kirche - nicht immer ganz einfach und durchschaubar zugeht. Ich glaube du solltest folgende Punkte ins Auge fassen, um dich nicht im Chaos zu verlieren:

1) Ruhig werden. Angst, Aufgewühltheit, Verzweiflung usw. kommen nicht vom Heiligen Geist. Du bist jung, du hast Zeit, du musst nicht morgen alle theologischen Probleme gelöst haben. Wie andere User schon sagten: Bete, werd still und lass dir deinen inneren Frieden nicht nehmen. Das ist eine Aufforderung, die wir von vielen heiligen Lehrern des geistlichen Lebens lesen, wie Johannes vom Kreuz, Benedikt von Nursia usw. Lass dir deinen Frieden nicht nehmen!

2) Nach deinen Ausführungen über die neue Messe gibt es für dich folgende Optionen:

- altrituelle römisch-katholische Gemeinschaft,
- unierte (also katholische) Ostkirche oder
- orthodoxe Kirche.

Um das rauszufinden solltest du dich mit den theologischen Unterschieden befassen und auf die Führung des Herrn hören, bis dir Klarheit kommt.

3) Ich kann nur vom römisch-katholischen Teil reden, aber soweit ich weiß kann dir die Ausbildung + Seminarleben vom Bischof bezahlt werden, insofern du dich entscheidest Priester zu werden. Manchmal muss man ein wenig dazugeben, das ist dann aber nicht "auf der Tasche liegen" bei den Eltern. Und die Bischöfe lassen sicher auch mit sich reden, wenn du so eine Situation schilderst.

Gottes Segen dir!
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songul
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Re: Was tun?

Beitrag von songul » Sonnabend 28. Dezember 2013, 10:44

Also wenn einer schon so verbogen ist von was katholisch sein soll und was nicht; oder orthodox oder was nicht, oder was sonst noch..... Dann ist es sicherlich besser er lässt die Finger weg von allem. Das muss doch schief gehen. Oder er landet bei den Schismatikern in allen Gruppen...
Was mit all denen ist, die mit extremen Ansichten gegen alles dann ins konservative Christentum konvertieren kann man ja immer wieder mal sehen.
Der Glaube wird letztendlich immer von den normalen, ruhigen, treuen und beständigen Gläubigen getragen.
Nicht von denen die ganz offensichtlich vor lauter Problemen nicht wirklich lebensfähig sind in unserer Gesellschaft...
Und Priester sollten die schon gar nicht werden....höchstens noch Mönch.

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Re: Was tun?

Beitrag von San Marco » Sonnabend 28. Dezember 2013, 12:21

songul hat geschrieben:Also wenn einer schon so verbogen ist von was katholisch sein soll und was nicht; oder orthodox oder was nicht, oder was sonst noch..... Dann ist es sicherlich besser er lässt die Finger weg von allem. Das muss doch schief gehen. Oder er landet bei den Schismatikern in allen Gruppen...
Was mit all denen ist, die mit extremen Ansichten gegen alles dann ins konservative Christentum konvertieren kann man ja immer wieder mal sehen.
Der Glaube wird letztendlich immer von den normalen, ruhigen, treuen und beständigen Gläubigen getragen.
Nicht von denen die ganz offensichtlich vor lauter Problemen nicht wirklich lebensfähig sind in unserer Gesellschaft...
Und Priester sollten die schon gar nicht werden....höchstens noch Mönch.

Perfekte Formulierung.

Ralf
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Re: Was tun?

Beitrag von Ralf » Sonnabend 28. Dezember 2013, 12:22

NiklasB. hat geschrieben:Ich weiss, das war ein unglaublicher Redeschwall und viele wild, ungeordnete Gedanken und Fragen, aber ich weiss nicht, an wen ich mich wenden sollte und habe das Gefühl meiner Familie weh zu tun und dabei noch nicht einmal Christus in der Kirche zu dienen, die sein Leib ist.
Als Folge der Inkarnation und Fortsetzung derselben in Seinem Leib, der Kirche, entscheidet letztlich die Kirche über die Befähigung und Berufung zu einem Amt. Da vorher die Konversion nötig wäre, wäre der erste Schritt die entsprechende Anlaufstelle des Bistums (hier im EB Köln gibt es diverse sog. Stellen der "fides"). Alles andere folgt später.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Was tun?

Beitrag von Reinhard » Sonnabend 28. Dezember 2013, 13:06

NiklasB. hat geschrieben:Moin,

Ich stehe im Moment an einem Scheidepunkt in meinem noch sehr jungen Leben und weiss nicht, was ich tun soll. Ich weiss auch nicht, wen ich um Rat fragen kann, deshalb möchte ich die Anonymität dieses Forums nutzen und hier einfach einmal meine Situation schilden. Vielleicht hat ja jemand einen guten Rat?
...
Hi Niklas,

auch ich entstamme ursprünglich dem freikirchlichen Milieu, und habe wichtige Jahre meiner Jugend bei den "Brüdern" verbracht, mit allem Guten und Schlechten, das sowas hat. ... Von daher kenne ich Dein Milieu recht gut, denke ich.

Allerdings, wenn Du jetzt auf einer Bibelschule bist, und die fertig machen willst, dann wird es dort ziemlich schwierig sein, als Katholik leben zu können. Und als "U-Boot" dort zu leben, das wäre nicht wirklich ehrlich, und von daher allein schon unter dem Aspekt des Geistlichen Wachsens nicht gut.
Ich habe dem Protestantismus mit all seinen Irrungen und Wirrungen gänzlich abgeschworen und habe seit etwa einem Jahr den Entschluss gefasst aus der Landeskirche in die Katholische Kirche zu konvertieren.
Vorsicht ! - hier stehst Du in der akuten Gefahr, die eine extreme, pharisäische Haltung nur durch ein neues Äußeres zu ersetzen, die eine gesetzliche Haltung durch eine neue, mindestens genau so gesetzliche Haltung !

Wirkliches, Geistliches Leben wäre etwas ganz anderes, das geht nicht durch den Kopf, sondern durch das Herz. Da brauchst Du Glaubensgeschwister, die Dich tragen, wo Du Dein Herz hingeben lernst, statt "theologisch Rechthaben" !
Für mich haben die Geschwister bei der SMD diesen Dienst geleistet, mich aus der Enge der "Brüder" heraus zu führen, zu einem Glaubensleben - das mich letztlich, über viele Jahre hinweg, in die Katholische Kirche geführt hat.

Vergiss nicht: ein "Pfarrer" darf den Leuten nicht seine "Wahrheiten" um die Ohren hauen, sondern er kann ihnen nur den Glauben vorleben. MaW: Du kannst die Leute nichts lehren, was Du nicht selber "erfasst" hast (-> nicht nur mit dem Kopf, sondern mit Deinem Herzen und Deinem Leben !!)

Da musst Du auf jeden Fall noch sehr viel lernen, nicht mit dem Kopf, sondern im Leben, bevor Du auch nur Ansatzweise irgendjemanden wirklich lehren kannst. Gerade wenn Du von den "Brüdern" kommst, ist Deine Seele wahrscheinlich ziemlich verkümmert, und da musst Du zuerst etwas dran tun.
Das beste was Du für Dich tun könntest, wäre in einem Kloster oder einer Geistlichen Gemeinschaft erstmal eine Zeit (ruhig einige Jahre) lang mitleben ! - dort wird sich Entscheidendes für Dich klären.

Halte Dich aus dieser bescheuerten Diskussion um Alte Messe vs. Neue Messe unbedingt heraus: was Du brauchst, ist Geistliches Leben, und nicht ein neues Feld um Dich in der "Reinen Lehre" auszutoben !

Lass uns ggf. per PN ausführlicher "sprechen", denn solche persönlichen Fragen sind doch ausgesprochen sensibel und taugen nicht für die Öffentlichkeit. Du siehst ja an der Reaktion von "San Marco", wie Du bei Leuten 'rüberkommst, die die Szene nicht kennen ...

azs
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Re: Was tun?

Beitrag von azs » Sonnabend 28. Dezember 2013, 13:31

Ich würde bei allen - zum Teil auch rechten - Mahnungen zu bedenken geben, dass diese Gelassenheit und die Weitsicht mit der Zeit kommt. Das lernt ein Konvertit meist erst wenn er sich jahrelang in "extremen" Haltungen beheimatet gefühlt hat und das erste Ausgelaugtsein kommt, wo man merkt dass man sich ein etwas entspannteres Fundament suchen muss. Aber ich glaube nicht, dass man dies momentan einfordern kann.
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Re: Was tun?

Beitrag von ad_hoc » Sonnabend 28. Dezember 2013, 13:55

Du siehst, NiklasB., unterschiedliche Ratschläge bekommst Du hier umsonst. Den für Dich richtigen Rat auszuwählen, sofern einer dabei ist, bleibt Dir überlassen. Und damit bist Du nicht weiter als zuvor.
Wenn Dir der Protestantismus aller Destinationen nichts mehr zu geben vermag, und die katholische Kirche Dir als einzig mögliche Alternative verbleibt, dann solltest Du zumindest diese Entscheidung treffen und konvertieren.
Alles braucht seine Zeit, überstürzen hilft nicht weiter.
Verlasse Dein Bibelstudium, oder wie sich das nennt und wende Dich der katholischen Lehre zu. Der Vorschlag ist tatsächlich nicht schlecht: Beginne ein Studium in einem Bereich, welcher Dir ansonsten noch liegt, bzw. mache eine Berufsausbildung und entwickle Dich im katholischen Glauben weiter. Wenn es Deine Berufung ist, katholischer Priester zu werden, wird Dir Gott schon dabei behilflich sein. So viel Vertrauen muss einfach sein. Irgendwann wirst Du wissen, ob Deine Berufung echt ist.

Ach ja: in der katholischen Kirche gibt es leider unterschiedliche Richtungen und Wahrnehmungen. Auch hier solltest Du Gott vertrauen, dass er Dich schon richtig führen wird (wenn Du Dich dagegen nicht sperrst).

Beachte auch den letzten Beitrag von azs.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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Re: Was tun?

Beitrag von HeGe » Sonnabend 28. Dezember 2013, 16:39

Reinhard hat geschrieben:Vergiss nicht: ein "Pfarrer" darf den Leuten nicht seine "Wahrheiten" um die Ohren hauen, sondern er kann ihnen nur den Glauben vorleben. MaW: Du kannst die Leute nichts lehren, was Du nicht selber "erfasst" hast (-> nicht nur mit dem Kopf, sondern mit Deinem Herzen und Deinem Leben !!)
Dem möchte ich, wenn es auch am Thema vorbeigeht, widersprechen. Natürlich benötigen wir glaubwürdige Zeugen, wichtig ist aber die Botschaft, nicht der Botschafter. Ein Pfarrer ist genauso auf dem Weg zur Heiligkeit, wie jeder Gläubige, und er kann das Ziel erreichen oder auch nicht. Er sollte sich aber nicht scheuen, auch dann die Botschaft Jesu zu verkünden, wenn er ihr selbst nicht in allem gerecht wird.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Was tun?

Beitrag von taddeo » Sonnabend 28. Dezember 2013, 17:04

HeGe hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben:Vergiss nicht: ein "Pfarrer" darf den Leuten nicht seine "Wahrheiten" um die Ohren hauen, sondern er kann ihnen nur den Glauben vorleben. MaW: Du kannst die Leute nichts lehren, was Du nicht selber "erfasst" hast (-> nicht nur mit dem Kopf, sondern mit Deinem Herzen und Deinem Leben !!)
Dem möchte ich, wenn es auch am Thema vorbeigeht, widersprechen. Natürlich benötigen wir glaubwürdige Zeugen, wichtig ist aber die Botschaft, nicht der Botschafter. Ein Pfarrer ist genauso auf dem Weg zur Heiligkeit, wie jeder Gläubige, und er kann das Ziel erreichen oder auch nicht. Er sollte sich aber nicht scheuen, auch dann die Botschaft Jesu zu verkünden, wenn er ihr selbst nicht in allem gerecht wird.
:daumen-rauf:
Das ist ja gerade der Unterschied zwischen der protestantischen Amtsauffassung und der katholischen: Es kommt gerade NICHT auf die "Heiligkeit" des Amtsträgers an, ob die Sakramente und die Botschaft richtig sind, die er spendet bzw. verkündet. Natürlich leidet die persönliche Glaubwürdigkeit - also das "Zeugnis" - unter dem Fehlverhalten eines Amtsträgers, aber sein Wert als "Botschafter" bzw. Mittler der Botschaft keineswegs.
Sobald ein Pfarrer den Leuten seine "Wahrheiten" um die Ohren haut, sind es sowieso keine Wahrheiten mehr. Wenn er hingegen DIE Wahrheit verkündigt, tut er das mit aller geistlichen Vollmacht, auch wenn er selber nicht in allem dem Anspruch dieser Wahrheit entspricht.
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Reinhard
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Re: Was tun?

Beitrag von Reinhard » Sonnabend 28. Dezember 2013, 17:27

Kleiner Hinweis: ich hatte hier keine dogmatische Aussage losgelassen, sondern einen ganz persönlichen, eher seelsorgerlichen Hinweis, konkret an Niklas mit seiner Geschichte und seinem Verlangen, Pfarrer (!) zu werden.

Da es hier um seine persönliche Frage geht, wäre eine fundamental-dogmatische Debatte hier ein Abweg.
An solcher Debatte, die an seinen persönlichen Fragen vorbei gehen, werde ich mich deshalb hier nicht beteiligen !

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Re: Was tun?

Beitrag von taddeo » Sonnabend 28. Dezember 2013, 17:34

Reinhard hat geschrieben:Kleiner Hinweis: ich hatte hier keine dogmatische Aussage losgelassen, sondern einen ganz persönlichen, eher seelsorgerlichen Hinweis, konkret an Niklas mit seiner Geschichte und seinem Verlangen, Pfarrer (!) zu werden.

Da es hier um seine persönliche Frage geht, wäre eine fundamental-dogmatische Debatte hier ein Abweg.
An solcher Debatte, die an seinen persönlichen Fragen vorbei gehen, werde ich mich deshalb hier nicht beteiligen !
Reg Dich ab.
Wenn jemand den Wunsch verspürt, Pfarrer zu werden, sollte er sich klar darüber sein, daß er bei Katholens dazu Priester werden muß, und daß es dafür ein Amtsverständnis braucht, das auch katholisch ist. HeGes und mein Posting sind daher ebenso persönlich an Niklas gerichtet und durchaus konkret.
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Re: Was tun?

Beitrag von umusungu » Sonnabend 28. Dezember 2013, 19:45

NiklasB. hat geschrieben:Nochmals was die Liturgie betrifft: Wäre ich nicht durch das Lehramt der Kirche gebunden, dem ich mich aber unterordne, wenn es die wahre Kirche repräsentiert, so würde ich die NOM gänzlich als Häresie und als unvereinbar mit der Katholischen Tradition bezeichnen. Diese Messform ist gemacht, nicht überliefert. So wie es auch Papst Benedikt gesagt hat. Leider hat er daraus nicht die nötigen Konsequenzen gezogen, vielleicht konnte er es nicht. Denn ja, ich glaube, dass die Tridentinische Messe nicht am Schreibtisch entstanden ist, sondern, dass sie vom Heiligen Geist eingegeben ist. Papst Paul VI wollte aber lediglich eine Liturgie, die für Protestanten weniger Anstoßmöglichkeiten bietet, da weniger traditionell und weniger katholisch. Ich weiss, das ist hart gesagt und ich kann nicht für alles, was ich sage wunderbar klare Argumente nennen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Liturgie, so umgehen darf, wie es im letzten Jahrhundert geschehen ist und noch geschieht.
Hast Du das aus Dir - oder haben es Dir andere gesagt?

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Re: Was tun?

Beitrag von Raphael » Sonnabend 28. Dezember 2013, 20:03

umusungu hat geschrieben:Hast Du das aus Dir - oder haben es Dir andere gesagt?
Wer bist Du, daß Du Dich anmaßt, derartig inquisitorische Fragen zu stellen? :detektiv:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Was tun?

Beitrag von Reinhard » Sonnabend 28. Dezember 2013, 20:08

Raphael hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:Hast Du das aus Dir - oder haben es Dir andere gesagt?
Wer bist Du, daß Du Dich anmaßt, derartig inquisitorische Fragen zu stellen? :detektiv:
... denn es gibt hier nur eine Inquisition, und die benennt sich ursupatorisch nach einem Erzengel ! :pfeif: .

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Re: Was tun?

Beitrag von Pius PP » Sonnabend 28. Dezember 2013, 20:11

Reinhard hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:Hast Du das aus Dir - oder haben es Dir andere gesagt?
Wer bist Du, daß Du Dich anmaßt, derartig inquisitorische Fragen zu stellen? :detektiv:
... denn es gibt hier nur eine Inquisition, und die benennt sich ursupatorisch nach einem Erzengel ! :pfeif: .
Mmmmmmh, mein Chef heißt Michael, da ist was dran...... :pfeif:
Ich glaube an Gott, liebe die Kirche, leide wegen ihres Schicksals, will ihr dienen, jedoch nicht um den Preis der Anpassung, um diesen schrecklichen Preis, den die Kirchenleitung bezahlt und den zu bezahlen man auch mir anbietet.
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Re: Was tun?

Beitrag von taddeo » Sonnabend 28. Dezember 2013, 20:15

umusungu hat geschrieben:
NiklasB. hat geschrieben:Nochmals was die Liturgie betrifft: Wäre ich nicht durch das Lehramt der Kirche gebunden, dem ich mich aber unterordne, wenn es die wahre Kirche repräsentiert, so würde ich die NOM gänzlich als Häresie und als unvereinbar mit der Katholischen Tradition bezeichnen. Diese Messform ist gemacht, nicht überliefert. So wie es auch Papst Benedikt gesagt hat. Leider hat er daraus nicht die nötigen Konsequenzen gezogen, vielleicht konnte er es nicht. Denn ja, ich glaube, dass die Tridentinische Messe nicht am Schreibtisch entstanden ist, sondern, dass sie vom Heiligen Geist eingegeben ist. Papst Paul VI wollte aber lediglich eine Liturgie, die für Protestanten weniger Anstoßmöglichkeiten bietet, da weniger traditionell und weniger katholisch. Ich weiss, das ist hart gesagt und ich kann nicht für alles, was ich sage wunderbar klare Argumente nennen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Liturgie, so umgehen darf, wie es im letzten Jahrhundert geschehen ist und noch geschieht.
Hast Du das aus Dir - oder haben es Dir andere gesagt?
:hmm:
Ich denke, man müßte nicht allzu lange suchen, um jeden einzelnen Satz als Zitat irgendwo nachzuweisen.

Lieber Niklas, das so zu sagen, mag Dir als Vorrecht der Jugend durchgehen, im ungestümen Eifer über das Ziel hinauszuschießen. Bevor Du überhaupt dran denken kannst, selbst Priester zu werden, wird Dir jedoch das geistliche und intellektuelle Hineinwachsen in den Glauben nicht erspart bleiben, aufgrund dessen Du dann die kirchengeschichtliche und theologische Unhaltbarkeit jeder einzelnen dieser Aussagen erkennen wirst.
Nur ein kleines Beispiel als Denk- und Lernanstoß: Die "Tridentinische Messe" wurde sowohl in der ursprünglichen als auch in der heute vorliegenden Form keineswegs vom Heiligen Geist diktiert; daß ausgerechnet dieses Meßformular der Päpstlichen Privatkapelle damals zum Muster erhoben wurde, war nicht weniger eine pragmatische Entscheidung am Grünen Tisch als vieles, was im Zuge der 1970er Meßreform veranstaltet wurde. Es hätte genügend andere, mindestens genauso rechtgläubige und liturgisch hochwertige Liturgieformulare gegeben, die man stattdessen hätte nehmen können.
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Re: Was tun?

Beitrag von umusungu » Sonnabend 28. Dezember 2013, 20:47

NiklasB. hat geschrieben:Meinem Problem liegt zu Grunde, dass ich Angst habe falsche Lehren zu verkünden, die nicht der Lehre der Apostel entsprechen, obwohl ich es besser hätte wissen können. Und diese Angst stellt im Moment praktisch alles in meinem Leben in Frage. Deshalb, bitte betet für mich
Als 2jähriger ist Deine Aufgabe nicht, zu verkünden – sondern einen erwachsenen Stand im Glauben zu erringen.
Und diesen Stand findest du nicht im ängstlichen Abtasten – sondern im freien Versuch – in der freimütigen Entdeckungstour – in vielen vielen Gesprächen. „Try and error“ ist auch im Glauben nicht verwerflich. „Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, bringt es keine Frucht.“ Vieles an Kinderglauben, an Angelesenem, an Anerzogenem etc muss Sterben, damit MEIN Glaube ein wirkliches Fundament bekommt, dass trägt. Dabei darf es auch viele Irrungen geben.
Dabei musst Du keine Angst haben: am Ende „bekommt Dich Jesus doch – wenn er will!“
2 Jahre – sehr gutes Abitur – wahrscheinlich recht behütetes Elternhaus – Enge in einer kleinen Glaubensgemeinschaft – Bibelschule: meine Formulierung dazu lautet immer: von Mutters Rockzipfel nicht frei gekommen – und es gibt viele Rockzipfel!
Mein Ratschlag: mach dich frei von den engen Bindungen – und erkunde die Welt!
Es gibt das „Weltwärts-Programm“ der Bundesregierung für junge Leute, die sich in Entwicklungsprojekten engagieren wollen.
Google mal nach „Karoline Mayer“ in Chile – in ihrem riesigen Sozialwerk in den Slums von Santiago de Chile oder in Peru oder Bolivien könnte es für dich vielleicht eine Aufgabe geben – oder lies vorher mal ihre Bücher!
http://www.amazon.de/Das-Geheimnis-ist- ... line+mayer
http://www.amazon.de/Liebevolle-Gebote- ... line+mayer

Viehstall – Futtertrog – Flucht: das sind die ersten Fakten der Menschwerdung Gottes in Jesus von Nazareth ...... die Fragen von Liturgie sind absolut zweit- oder drittrangig.
Heute muss für dich nicht wichtig sein: was werde ich einmal? Frage Dich – wer bin ich? Was glaube ich? Was trägt mich? Wie sieht die Welt aus, in der ich lebe? Und wo ist darin mein Platz?
Leiste dir diese Zeit – um das Chaos in Deinem Kopf zu entwirren. Das wird Dir aber nicht gelingen im reinen Diskutieren oder Nachdenken oder Studieren – sei bereit, dir die Finger schmutzig zu machen – oder biblisch: den anderen die Füße zu waschen!
Suche deinen Weg! Mach jetzt mal einen Cut .... geh ein Risiko ein ..
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Wen Jesus haben will, den bekommt er auch ...... es kann aber dauern!

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Re: Was tun?

Beitrag von taddeo » Sonnabend 28. Dezember 2013, 21:30

Besser kann man es kaum sagen, umusungu. :klatsch: :daumen-rauf:
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Re: Was tun?

Beitrag von Sperling » Sonnabend 28. Dezember 2013, 21:36

und ich schließe mich Taddeo an, gut ausgedrückt Umusungu :daumen-rauf: :ja:

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Re: Was tun?

Beitrag von maliems » Sonnabend 28. Dezember 2013, 22:18

:anton: Schließe mich an.
Mir gehn da viele Dinge durch den Kopf, v.a. bzgl. meiner eigenen Vergangenheit. Aber ich hab s auch jetzt noch nicht so durchdacht u verarbeitet, dass es druckreif wäre.
Das try and error-Prinzip hat in der Frühphase der nachschulischen Ausbildung tatsächlich viel für sich.
Ich für meinen Teil hatte auch gewisse Vorstellungen und Ängste. Im Nachhinein muss ich sagen: Ich habe zu viel vor mich hin gegrübelt und bin zu wenig in die Welt (wegen mir auch: katholische Welt) gegangen.
Mir fehlte auch ein geistlicher Vater. Das war wohl der größte Mangel.

Bin mit dem Heute nicht unzufrieden, aber die Beruf(ung)sfindung, war echt ein dämliches rumgeeiere.
-----
kurzum: Schließe mich Umu voll an.

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Raphael
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Re: Was tun?

Beitrag von Raphael » Sonnabend 28. Dezember 2013, 22:44

umusungu hat geschrieben:
NiklasB. hat geschrieben:Meinem Problem liegt zu Grunde, dass ich Angst habe falsche Lehren zu verkünden, die nicht der Lehre der Apostel entsprechen, obwohl ich es besser hätte wissen können. Und diese Angst stellt im Moment praktisch alles in meinem Leben in Frage. Deshalb, bitte betet für mich
Als 2jähriger ist Deine Aufgabe nicht, zu verkünden – sondern einen erwachsenen Stand im Glauben zu erringen.
Und diesen Stand findest du nicht im ängstlichen Abtasten – sondern im freien Versuch – in der freimütigen Entdeckungstour – in vielen vielen Gesprächen. „Try and error“ ist auch im Glauben nicht verwerflich. „Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, bringt es keine Frucht.“ Vieles an Kinderglauben, an Angelesenem, an Anerzogenem etc muss Sterben, damit MEIN Glaube ein wirkliches Fundament bekommt, dass trägt. Dabei darf es auch viele Irrungen geben.
Dabei musst Du keine Angst haben: am Ende „bekommt Dich Jesus doch – wenn er will!“
2 Jahre – sehr gutes Abitur – wahrscheinlich recht behütetes Elternhaus – Enge in einer kleinen Glaubensgemeinschaft – Bibelschule: meine Formulierung dazu lautet immer: von Mutters Rockzipfel nicht frei gekommen – und es gibt viele Rockzipfel!
Mein Ratschlag: mach dich frei von den engen Bindungen – und erkunde die Welt!
Es gibt das „Weltwärts-Programm“ der Bundesregierung für junge Leute, die sich in Entwicklungsprojekten engagieren wollen.
Google mal nach „Karoline Mayer“ in Chile – in ihrem riesigen Sozialwerk in den Slums von Santiago de Chile oder in Peru oder Bolivien könnte es für dich vielleicht eine Aufgabe geben – oder lies vorher mal ihre Bücher!
http://www.amazon.de/Das-Geheimnis-ist- ... line+mayer
http://www.amazon.de/Liebevolle-Gebote- ... line+mayer

Viehstall – Futtertrog – Flucht: das sind die ersten Fakten der Menschwerdung Gottes in Jesus von Nazareth ...... die Fragen von Liturgie sind absolut zweit- oder drittrangig.
Heute muss für dich nicht wichtig sein: was werde ich einmal? Frage Dich – wer bin ich? Was glaube ich? Was trägt mich? Wie sieht die Welt aus, in der ich lebe? Und wo ist darin mein Platz?
Leiste dir diese Zeit – um das Chaos in Deinem Kopf zu entwirren. Das wird Dir aber nicht gelingen im reinen Diskutieren oder Nachdenken oder Studieren – sei bereit, dir die Finger schmutzig zu machen – oder biblisch: den anderen die Füße zu waschen!
Suche deinen Weg! Mach jetzt mal einen Cut .... geh ein Risiko ein ..
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Wen Jesus haben will, den bekommt er auch ...... es kann aber dauern!
Oder in kurz:
Löse Deine Bindungen, aber gehe auf keinen Fall den Weg der katholischen Tradis! :roll:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Raphael
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Re: Was tun?

Beitrag von Raphael » Sonnabend 28. Dezember 2013, 22:49

Reinhard hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:Hast Du das aus Dir - oder haben es Dir andere gesagt?
Wer bist Du, daß Du Dich anmaßt, derartig inquisitorische Fragen zu stellen? :detektiv:
... denn es gibt hier nur eine Inquisition, und die benennt sich ursupatorisch nach einem Erzengel ! :pfeif: .
Du guckst zu oft Highlander, Reinhard! 8)
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Was tun?

Beitrag von umusungu » Sonntag 29. Dezember 2013, 01:37

Raphael hat geschrieben: Oder in kurz:
Löse Deine Bindungen, aber gehe auf keinen Fall den Weg der katholischen Tradis! :roll:
Das Textverständnis wird nicht in die Wiege gelegt..........

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Re: Was tun?

Beitrag von Raphael » Sonntag 29. Dezember 2013, 04:52

umusungu hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben: Oder in kurz:
Löse Deine Bindungen, aber gehe auf keinen Fall den Weg der katholischen Tradis! :roll:
Das Textverständnis wird nicht in die Wiege gelegt..........
Dort liegt ja auch Wichtigeres als das Textverständnis, Hochwürden!
Sie erinnern sich sicherlich noch, was wir vor einigen Tagen gefeiert haben ................

Aber um zum Anliegen des NiklasB zurückzukommen:
Seine Stellungnahmen und Fragen lassen eine gewisse Ernsthaftigkeit in Glaubensdingen erkennen. Deshalb war der Weg zur Petrusbruderschaft schon ganz richtig! Aber auch Opus Dei oder die Legionäre Christi könnten noch in Erwägung gezogen werden. Dort sollten weitere Gespräche geführt werden, um eine Klarheit zu erlangen, die durch anonyme Ratschläge im Internet nicht erreicht werden kann.

Eine weitere Alternative ist der Eintritt in einen Orden, bspw. ein benediktinischer Missionsorden, denn die bisherigen biographischen Angaben von NiklasB lassen eine positive Affinität hin zu einem gemeinsamen Glaubensleben erkennen.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

Raphaela
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Re: Was tun?

Beitrag von Raphaela » Sonntag 29. Dezember 2013, 07:36

Raphael hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
NiklasB. hat geschrieben:Meinem Problem liegt zu Grunde, dass ich Angst habe falsche Lehren zu verkünden, die nicht der Lehre der Apostel entsprechen, obwohl ich es besser hätte wissen können. Und diese Angst stellt im Moment praktisch alles in meinem Leben in Frage. Deshalb, bitte betet für mich
Als 2jähriger ist Deine Aufgabe nicht, zu verkünden – sondern einen erwachsenen Stand im Glauben zu erringen.
Und diesen Stand findest du nicht im ängstlichen Abtasten – sondern im freien Versuch – in der freimütigen Entdeckungstour – in vielen vielen Gesprächen. „Try and error“ ist auch im Glauben nicht verwerflich. „Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, bringt es keine Frucht.“ Vieles an Kinderglauben, an Angelesenem, an Anerzogenem etc muss Sterben, damit MEIN Glaube ein wirkliches Fundament bekommt, dass trägt. Dabei darf es auch viele Irrungen geben.
Dabei musst Du keine Angst haben: am Ende „bekommt Dich Jesus doch – wenn er will!“
2 Jahre – sehr gutes Abitur – wahrscheinlich recht behütetes Elternhaus – Enge in einer kleinen Glaubensgemeinschaft – Bibelschule: meine Formulierung dazu lautet immer: von Mutters Rockzipfel nicht frei gekommen – und es gibt viele Rockzipfel!
Mein Ratschlag: mach dich frei von den engen Bindungen – und erkunde die Welt!
Es gibt das „Weltwärts-Programm“ der Bundesregierung für junge Leute, die sich in Entwicklungsprojekten engagieren wollen.
Google mal nach „Karoline Mayer“ in Chile – in ihrem riesigen Sozialwerk in den Slums von Santiago de Chile oder in Peru oder Bolivien könnte es für dich vielleicht eine Aufgabe geben – oder lies vorher mal ihre Bücher!
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Viehstall – Futtertrog – Flucht: das sind die ersten Fakten der Menschwerdung Gottes in Jesus von Nazareth ...... die Fragen von Liturgie sind absolut zweit- oder drittrangig.
Heute muss für dich nicht wichtig sein: was werde ich einmal? Frage Dich – wer bin ich? Was glaube ich? Was trägt mich? Wie sieht die Welt aus, in der ich lebe? Und wo ist darin mein Platz?
Leiste dir diese Zeit – um das Chaos in Deinem Kopf zu entwirren. Das wird Dir aber nicht gelingen im reinen Diskutieren oder Nachdenken oder Studieren – sei bereit, dir die Finger schmutzig zu machen – oder biblisch: den anderen die Füße zu waschen!
Suche deinen Weg! Mach jetzt mal einen Cut .... geh ein Risiko ein ..
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Wen Jesus haben will, den bekommt er auch ...... es kann aber dauern!
Oder in kurz:
Löse Deine Bindungen, aber gehe auf keinen Fall den Weg der katholischen Tradis! :roll:
Raphael, dass liest du vielleicht daraus, aber ich auf keinen Fall.
Ich gebe Recht, dass es nicht gut ist, von eine Bindung gleich in die nächste zu gehen! Frage mich, ob dies gut geht. Kann gut gehen, aber ich kenne genug andere Beispiele. So weiß ich z. B. von einem 23- jährigen Ordensbruder, der sofort nach dem Abitur in eine Gemeinschaft gegangen ist - vom Elternhaus weg.... Jetzt nimmt er sich eine Auszeit, weil er erst mal erwachsen werden muss und sich fragt, was wirklich sein Weg ist. Er kennt ja nichts anderes als Gemeinschaft...
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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