Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

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Niels
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Niels » Dienstag 19. Februar 2019, 16:57

Ich lese gerade ein Buch von Egon von Petersdorff.
Attende Domine, et miserere, quia peccavimus tibi.

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Lupus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Lupus » Dienstag 19. Februar 2019, 17:05

Paderborner Priesterausbilder: „Sexualität soll nicht verteufelt werden"
Interview mit Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Paderborner Priesterseminars

[/quote]
........................................................................................

Ist nicht Sexualität eine Mitgift Gottes für seine Geschöpfe? Woher kommen denn sonst die Kinder? :pfeif: ;)

+L.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

Juergen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen » Dienstag 19. Februar 2019, 18:47

Lupus hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 17:05
Paderborner Priesterausbilder: „Sexualität soll nicht verteufelt werden"Interview mit Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Paderborner Priesterseminars

Ist nicht Sexualität eine Mitgift Gottes für seine Geschöpfe? Woher kommen denn sonst die Kinder? :pfeif: ;)
+L.
Mich verstören eher andere Aussagen, wie z.B.
Menke-Peitzmeyer: Ein wich­ti­ger Punkt ist gleich am An­fang im Rah­men des Be­wer­bungs­ver­fah­rens die Eig­nungs­dia­gno­s­tik der Kan­di­da­ten un­ter Lei­tung ei­nes Psych­ia­ters…
Man stel­le sich das mal vor: Ein (jun­ger) Mann be­wirbt sich im Pries­ter­se­mi­nar und noch be­vor er auf­ge­nom­men wird, schickt man ihn erst ein­mal zu ei­nem Psych­ia­ter, al­so zu ei­nem Arzt mit psych­ia­tri­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Fach­arz­t­aus­bil­dung.

Hallo‽ Geht's noch‽
Gruß
Jürgen
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Maternus87
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Maternus87 » Dienstag 19. Februar 2019, 19:06

Juergen hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 18:47
Mich verstören eher andere Aussagen, wie z.B.
Menke-Peitzmeyer: Ein wich­ti­ger Punkt ist gleich am An­fang im Rah­men des Be­wer­bungs­ver­fah­rens die Eig­nungs­dia­gno­s­tik der Kan­di­da­ten un­ter Lei­tung ei­nes Psych­ia­ters…
Man stel­le sich das mal vor: Ein (jun­ger) Mann be­wirbt sich im Pries­ter­se­mi­nar und noch be­vor er auf­ge­nom­men wird, schickt man ihn erst ein­mal zu ei­nem Psych­ia­ter, al­so zu ei­nem Arzt mit psych­ia­tri­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Fach­arz­t­aus­bil­dung.

Hallo‽ Geht's noch‽
[/font]


Früher hätte ich Dir rundweg zugestimmt.

Wenn man gewisse Einblicke gewonnen hat, sieht man das ggf. differenzierter. Psychotests, die über wohl und Wehe entscheiden, wie in den USA teilweise praktiziert, sind abzulehen, gegen eine psychologische Assistenz und ggf. Psychoanalyse bei einem gut katholischen, verheirateten, reifen - und unabhängigen - Psychiater ist aber nichts einzuwenden, wenn die Gutachten im Forum internum verbleiben. Neben der physischen gesundheitlichen Eignung sollte auch die Psychische miteinbezogen werden - das gilt aber noch mehr für die Ernennung von Bischöfen und Bestellungen von Verantwortungsträgern wie Seminarvorständen, wo doch vieles weniger optimal gelagert ist, als man bisweilen den Anschein erwecken möchte. :pfeif:

Die aus den USA bekannten Studien zum Missbrauchsskandal wie dessen Vertuschung geben Aufschluss darüber, dass es ein massives Problem mit psychologischen Anomalien gibt, vor allem narzistische Neigungen, die natürlich durch das klerikale Setting ins maßlose gesteigert werden. Wenn die Kirche ihre Kleruskrise bewältigen möchte, sollte sie sich vor der Psychologie nicht fürchten, die ihr und ihren Kandidaten für das Weiheamt aber auch für Bischöfe und Kleriker, die in die Auswahl für das Bischofsamt kommen, nur helfen kann.

Juergen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen » Mittwoch 20. Februar 2019, 17:52

Maternus87 hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 19:06
Juergen hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 18:47
Mich verstören eher andere Aussagen, wie z.B.
Menke-Peitzmeyer: Ein wich­ti­ger Punkt ist gleich am An­fang im Rah­men des Be­wer­bungs­ver­fah­rens die Eig­nungs­dia­gno­s­tik der Kan­di­da­ten un­ter Lei­tung ei­nes Psych­ia­ters…
Man stel­le sich das mal vor: Ein (jun­ger) Mann be­wirbt sich im Pries­ter­se­mi­nar und noch be­vor er auf­ge­nom­men wird, schickt man ihn erst ein­mal zu ei­nem Psych­ia­ter, al­so zu ei­nem Arzt mit psych­ia­tri­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Fach­arz­t­aus­bil­dung.

Hallo‽ Geht's noch‽
Früher hätte ich Dir rundweg zugestimmt.

Wenn man gewisse Einblicke gewonnen hat, sieht man das ggf. differenzierter. Psychotests, die über wohl und Wehe entscheiden, wie in den USA teilweise praktiziert, sind abzulehen, gegen eine psychologische Assistenz und ggf. Psychoanalyse bei einem gut katholischen, verheirateten, reifen - und unabhängigen - Psychiater ist aber nichts einzuwenden, wenn die Gutachten im Forum internum verbleiben. Neben der physischen gesundheitlichen Eignung sollte auch die Psychische miteinbezogen werden - das gilt aber noch mehr für die Ernennung von Bischöfen und Bestellungen von Verantwortungsträgern wie Seminarvorständen, wo doch vieles weniger optimal gelagert ist, als man bisweilen den Anschein erwecken möchte. :pfeif:

Die aus den USA bekannten Studien zum Missbrauchsskandal wie dessen Vertuschung geben Aufschluss darüber, dass es ein massives Problem mit psychologischen Anomalien gibt, vor allem narzistische Neigungen, die natürlich durch das klerikale Setting ins maßlose gesteigert werden. Wenn die Kirche ihre Kleruskrise bewältigen möchte, sollte sie sich vor der Psychologie nicht fürchten, die ihr und ihren Kandidaten für das Weiheamt aber auch für Bischöfe und Kleriker, die in die Auswahl für das Bischofsamt kommen, nur helfen kann.
Es sich zwei Paar Schu­he, ob ich ei­nen Kan­di­da­ten vor der Auf­nah­me ins Se­mi­nar zu ei­nem Arzt (Psych­ia­ter) schi­cke, der ein Gut­ach­ten er­stellt (was na­tür­lich im­mer im fo­rum ex­ter­num pas­siert) und dann ent­schei­de, ob er auf­ge­nom­men wird oder nicht; oder ob er ggf. währ­end der Se­mi­nar­zeit von ei­nem Psy­cho­lo­gen be­glei­tet wird oder auch ob Sor­ge da­für ge­tra­gen wird, daß er ei­ne psy­cho­lo­gisch ge­schul­ten Beicht­va­ter hat.
Die Se­mi­nar­zeit dau­ert heut­zu­ta­ge in­kl. sog. Pro­pä­d­eu­ti­kum mind. 7 Jah­re bis zur Dia­ko­nen­wei­he bzw. 8 Jah­re bis zur Pries­ter­wei­he. In die­ser Zeit än­d­er sich aus psy­cho­lo­gi­scher Sicht sehr viel. Ein 19 jäh­ri­ger Ab­i­tu­ri­ent ist eben psy­cho­lo­gisch ge­se­hen et­was ganz an­de­res als ein 25 jäh­ri­ger Di­plo­mant.

Hier liest es sich so als wür­de in Pa­der­born die ers­te Va­ri­an­te be­vor­zugt: psych­ia­tri­sches Gut­ach­ten vor Auf­nah­men ins Se­mi­nar.
Gruß
Jürgen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 20. Februar 2019, 18:22

Juergen hat geschrieben:
Mittwoch 20. Februar 2019, 17:52
Maternus87 hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 19:06
Juergen hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 18:47
Mich verstören eher andere Aussagen, wie z.B.
Menke-Peitzmeyer: Ein wich­ti­ger Punkt ist gleich am An­fang im Rah­men des Be­wer­bungs­ver­fah­rens die Eig­nungs­dia­gno­s­tik der Kan­di­da­ten un­ter Lei­tung ei­nes Psych­ia­ters…
Man stel­le sich das mal vor: Ein (jun­ger) Mann be­wirbt sich im Pries­ter­se­mi­nar und noch be­vor er auf­ge­nom­men wird, schickt man ihn erst ein­mal zu ei­nem Psych­ia­ter, al­so zu ei­nem Arzt mit psych­ia­tri­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Fach­arz­t­aus­bil­dung.

Hallo‽ Geht's noch‽
Früher hätte ich Dir rundweg zugestimmt.

Wenn man gewisse Einblicke gewonnen hat, sieht man das ggf. differenzierter. Psychotests, die über wohl und Wehe entscheiden, wie in den USA teilweise praktiziert, sind abzulehen, gegen eine psychologische Assistenz und ggf. Psychoanalyse bei einem gut katholischen, verheirateten, reifen - und unabhängigen - Psychiater ist aber nichts einzuwenden, wenn die Gutachten im Forum internum verbleiben. Neben der physischen gesundheitlichen Eignung sollte auch die Psychische miteinbezogen werden - das gilt aber noch mehr für die Ernennung von Bischöfen und Bestellungen von Verantwortungsträgern wie Seminarvorständen, wo doch vieles weniger optimal gelagert ist, als man bisweilen den Anschein erwecken möchte. :pfeif:

Die aus den USA bekannten Studien zum Missbrauchsskandal wie dessen Vertuschung geben Aufschluss darüber, dass es ein massives Problem mit psychologischen Anomalien gibt, vor allem narzistische Neigungen, die natürlich durch das klerikale Setting ins maßlose gesteigert werden. Wenn die Kirche ihre Kleruskrise bewältigen möchte, sollte sie sich vor der Psychologie nicht fürchten, die ihr und ihren Kandidaten für das Weiheamt aber auch für Bischöfe und Kleriker, die in die Auswahl für das Bischofsamt kommen, nur helfen kann.
Es sich zwei Paar Schu­he, ob ich ei­nen Kan­di­da­ten vor der Auf­nah­me ins Se­mi­nar zu ei­nem Arzt (Psych­ia­ter) schi­cke, der ein Gut­ach­ten er­stellt (was na­tür­lich im­mer im fo­rum ex­ter­num pas­siert) und dann ent­schei­de, ob er auf­ge­nom­men wird oder nicht; oder ob er ggf. währ­end der Se­mi­nar­zeit von ei­nem Psy­cho­lo­gen be­glei­tet wird oder auch ob Sor­ge da­für ge­tra­gen wird, daß er ei­ne psy­cho­lo­gisch ge­schul­ten Beicht­va­ter hat.
Die Se­mi­nar­zeit dau­ert heut­zu­ta­ge in­kl. sog. Pro­pä­d­eu­ti­kum mind. 7 Jah­re bis zur Dia­ko­nen­wei­he bzw. 8 Jah­re bis zur Pries­ter­wei­he. In die­ser Zeit än­d­er sich aus psy­cho­lo­gi­scher Sicht sehr viel. Ein 19 jäh­ri­ger Ab­i­tu­ri­ent ist eben psy­cho­lo­gisch ge­se­hen et­was ganz an­de­res als ein 25 jäh­ri­ger Di­plo­mant.

Hier liest es sich so als wür­de in Pa­der­born die ers­te Va­ri­an­te be­vor­zugt: psych­ia­tri­sches Gut­ach­ten vor Auf­nah­men ins Se­mi­nar.
Wer heute noch Priester werden will, der muss ja bekloppt sein und deshalb gehört er doch auch in Behandlung [Ironie:off]
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

Petrus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Petrus » Mittwoch 20. Februar 2019, 20:22

Alles kein Problem.

Wird ein Kandidat abgewiesen, findet er immer noch einen Bischof, der ihn aufnimmt (Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit: Eichstätt, St. Pölten).

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Lupus » Donnerstag 21. Februar 2019, 08:54

[/quote]
Wer heute noch Priester werden will, der muss ja bekloppt sein und deshalb gehört er doch auch in Behandlung [Ironie:off]
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Nun denn; da bekenne ich mich dazu, vor fast 50 Jahren bekloppt gewesen zu sein und in so manchen widrigen Umständen trotzdem ausgehalten zu haben. "Ich bin nicht Priester geworden um meine Gesundheit zu pflegen." Don Bosco!
+L.
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen » Samstag 2. März 2019, 10:49

Lupus hat geschrieben:
Donnerstag 21. Februar 2019, 08:54
…Nun denn; da bekenne ich mich dazu, vor fast 50 Jahren bekloppt gewesen zu sein…
Und wann hat sich das Problem dann gelegt?

:narr:
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von HeGe » Mittwoch 6. März 2019, 14:14

Pfarrermangel bei Protestanten

Liegt bestimmt am Zölibat.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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