Jesuiten

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.
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overkott
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Beitrag von overkott » Samstag 19. Januar 2008, 16:39

Die Wahl war geheim. Er sieht so ein bisschen aus wie der Opus-Dei-Gründer. Gleichwohl wollen die Jesuiten weiterhin modern erscheinen. In Deutschland wird sich durch die Neuwahl wohl nichts ändern. Die Jesuiten werden hier wohl intellektuell und individuell bleiben.

Ecce Homo
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Re: Was lernen wir also?

Beitrag von Ecce Homo » Samstag 19. Januar 2008, 16:42

sofaklecks hat geschrieben:Was lernen wir also?

Ecce hat prophetische Gaben!


sofaklecks
Hey! ich bin Frau, dazu noch blond, und soll eine prophetische Gabe haben? Das wüsste ich aber... :D Worauf beziehst du dich denn? ;)
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

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overkott
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Re: Was lernen wir also?

Beitrag von overkott » Samstag 19. Januar 2008, 16:44

Ecce Homo hat geschrieben:
sofaklecks hat geschrieben:Was lernen wir also?

Ecce hat prophetische Gaben!


sofaklecks
Hey! ich bin Frau, dazu noch blond, und soll eine prophetische Gabe haben? Das wüsste ich aber... :D Worauf beziehst du dich denn? ;)
Auf das spirituelle Werbefoto (mit Rahner im Trainingsanzug?).

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Richig

Beitrag von sofaklecks » Samstag 19. Januar 2008, 17:01

Richtig, overkott.

sofaklecks

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Beitrag von Leguan » Samstag 19. Januar 2008, 19:55

Ich war mir nicht sicher, ob er das ist.
Nachdem das Bild jetzt von der Homepage gelöscht wurde, bin ich es.

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overkott
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Beitrag von overkott » Samstag 19. Januar 2008, 22:48

Die St.-Josémaria-Brille ist wohl jetzt wieder stark im Kommen.

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maliems
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Beitrag von maliems » Samstag 19. Januar 2008, 23:22

mehr noch als die brille: die frisur.

(ich vermute mal, es ist nicht möglich sowohl jesuit als auch opus dei-mitglied zu sein...)

vielleicht sind brille und frisur ja auch nur bei älteren spaniern in. in deutschland sehe ich so etwas eher nicht.

maliems
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Beitrag von maliems » Samstag 19. Januar 2008, 23:29

und jetzt mal vorwärtsgewandt:

Ich kenne eigentlich fast nur Jesuiten, die aus einer intellektuell-modernistischen Ecke kommen. Keine schlechten Leute, aber die Richtung passt mir nicht.

(Ausnahme: Prof. Michael Schneider aus St. Georgen)

Gibt es eigentlich in Deutschland oder Europa weitere Jesuiten, die eher ins Tradi-Lager zu zählen sind?

(nebenbei: was ist aus Rupert Lay geworden? Er ist mal ziemlich angeeckt, hat dann ein Kind gezeugt. dürfte jetzt so 75 sein. Lebt er noch? amtiert er noch? publiziert er noch? Ein Freund von mir und damals St. Georgener Student sagte mir interessanterweise er hätte jeden Morgen um 6.00 Uhr privat tridentinisch zelebriert. unglaublich, aber der Informant ist glaubwürdig.)

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overkott
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Beitrag von overkott » Samstag 19. Januar 2008, 23:30

Die Sache mit dem Scheitel täuscht. Es gibt vom Neuen unterschiedliche Bilder mit unterschiedlichen Scheiteln, mal rechts, mal links. Sind die Bilder nur gespiegelt?

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Julius Cäsar

Beitrag von sofaklecks » Sonntag 20. Januar 2008, 10:15

Maliens meinte:

"Ich kenne eigentlich fast nur Jesuiten, die aus einer intellektuell-modernistischen Ecke kommen. Keine schlechten Leute, aber die Richtung passt mir nicht."

Hat mich an Shakespeare erinnert. Julius Cäsar. Etwa so:

"Lasst dicke Mönche um mich sein,
mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.
Ein Jesuit hat einen freien Blick,
er denkt zuviel, die Leute sind gefährlich."

Sint ut sunt aut non sint!

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Beitrag von Raphaela » Sonntag 20. Januar 2008, 12:39

maliems hat geschrieben: (nebenbei: was ist aus Rupert Lay geworden? Er ist mal ziemlich angeeckt, hat dann ein Kind gezeugt. dürfte jetzt so 75 sein. Lebt er noch? amtiert er noch? publiziert er noch? Ein Freund von mir und damals St. Georgener Student sagte mir interessanterweise er hätte jeden Morgen um 6.00 Uhr privat tridentinisch zelebriert. unglaublich, aber der Informant ist glaubwürdig.)
siehe www.rupert-lay.de

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ad-fontes
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Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von ad-fontes » Sonntag 8. August 2010, 03:24

War die Societas Jesu ("Jesuitenorden") im 18. und 19. Jh. von Aufklärern durchsetzt oder vom Gedankengut der Aufklärung durchdrungen?

viewtopic.php?p=422657#p422657
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Thomas_de_Austria » Sonntag 8. August 2010, 16:06

Für das 18. Jhdt. ist das nicht so einfach zu konstatieren, vor allem der Arbeitsaufwand, um dahingehend irgendetwas zu belegen, scheint mir nicht wenig enorm.

Ich persönlich würde die offene Durchsetzung antichristl. Gedankenguts im Jesuitenorden jetzt einmal - rein intuitiv - auf die Zeit nach der Wiederzulassung des Ordens durch Seine Heiligkeit Papst Pius VII. AD 1814 festlegen (rein psychologisch gesehen, kann, nachdem man von "Aufklärern" und Häretikern angefeindet und dann vom Hl. Stuhl "fallen gelassen" wurde, das durchaus eine inadäquate Reaktion auslösen). Dass in den Orden etwas Falsches, schon relativ früh, eingedrungen ist, scheinen mir diverse Jesuitentheologen des 19. und vor allem des 20. Jhdt. zu beweisen, die Lehren vertraten, die man hart an der Grenze zur Häresie bzw. z. T. auch bereits im häretischen Spektrum ansiedeln muss.

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Robert Ketelhohn
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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 9. August 2010, 01:03

Da muß ich wohl erklären, was ich mit meinem zugegeben polemischen Ausdruck
von »aufklärerisch-jesuitischem Gift des 18. Jht.s« meinte. Nicht etwa die im eigent-
lichen Sinn illuministischen U-Boote innerhalb der Kirche vom Schlage Dalberg &
Co. – die gab es auch, aber eher später, das ist richtig –, sondern ich meinte durch-
aus die entschiedenen Gegner des Illuminismus, aber jene, die – ich sage mal: – die
traditionelle „menschliche Pastoral“ der Kirche, die οἰκονομίαν, im ideologischen
Zug der Zeit zugunsten strikter ἀκριβείας aufgaben, um das ideologisch-geschlos-
sene System ihres Denkens und ihrer Vorstellung von der Kirche nicht zu verletzen.
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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Maurus » Montag 9. August 2010, 13:28

Also in Mainz wurde der Jesuitenorden von "aufgeklärten" Erzbischöfen aus der Stadt geworfen. Im geschlossenen Planwagen.

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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von ad-fontes » Montag 9. August 2010, 14:35

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Da muß ich wohl erklären, was ich mit meinem zugegeben polemischen Ausdruck
von »aufklärerisch-jesuitischem Gift des 18. Jht.s« meinte. Nicht etwa die im eigent-
lichen Sinn illuministischen U-Boote innerhalb der Kirche vom Schlage Dalberg &
Co. – die gab es auch, aber eher später, das ist richtig –, sondern ich meinte durch-
aus die entschiedenen Gegner des Illuminismus, aber jene, die – ich sage mal: – die
traditionelle „menschliche Pastoral“ der Kirche, die οἰκονομίαν, im ideologischen
Zug der Zeit zugunsten strikter ἀκριβείας aufgaben, um das ideologisch-geschlos-
sene System ihres Denkens und ihrer Vorstellung von der Kirche nicht zu verletzen.
Das klingt sehr interessant, aber leider sehr verdichtet. Kannst du diesbzgl. einen Hinweis auf gute Litteratur geben?
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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 9. August 2010, 17:48

Maurus hat geschrieben:Also in Mainz wurde der Jesuitenorden von "aufgeklärten" Erzbischöfen aus der Stadt geworfen. Im geschlossenen Planwagen.
Was an meinem vorigen Beitrag hast du nicht verstanden?
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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 9. August 2010, 17:49

ad-fontes hat geschrieben:Das klingt sehr interessant, aber leider sehr verdichtet. Kannst du diesbzgl. einen Hinweis auf gute Litteratur geben?
Gib mir einen Vorschuß von 50.000,- €, dann schreibe ich sie.
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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Maurus » Montag 9. August 2010, 18:55

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:Also in Mainz wurde der Jesuitenorden von "aufgeklärten" Erzbischöfen aus der Stadt geworfen. Im geschlossenen Planwagen.
Was an meinem vorigen Beitrag hast du nicht verstanden?
Ich erinnere mich nicht, deinen Beitrag kommentiert zu haben.

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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 10. August 2010, 11:13

Du meinst, du seist versehentlich in den falschen Strang gerutscht?
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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Maurus » Dienstag 10. August 2010, 11:43

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Du meinst, du seist versehentlich in den falschen Strang gerutscht?
Ich habe schlichtweg etwas zum Strangthema gesagt. Andernfalls hätte ich deinen Beitrag als Zitat eingebaut. Das scheint hier so Sitte zu sein :zirkusdirektor:.

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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 10. August 2010, 12:42

Maurus hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Du meinst, du seist versehentlich in den falschen Strang gerutscht?
Ich habe schlichtweg etwas zum Strangthema gesagt. Andernfalls hätte ich deinen Beitrag als Zitat eingebaut. Das scheint hier so Sitte zu sein :zirkusdirektor:.
Ah so. Nun knüpft ja aber der ganze Strang ausdrücklich an einen meiner Beiträge an. Das ganze wird nur in die Irre führen, wenn Antworten auf einem Mißverständnis meiner referenzierten Aussage aufbauen. Ob das nun dein Mißverständnis war oder das von dir übernommene Mißverständnis des Strangeröffners, ist dabei von durchaus nachrangiger Bedeutung.
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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Maurus » Dienstag 10. August 2010, 17:04

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Du meinst, du seist versehentlich in den falschen Strang gerutscht?
Ich habe schlichtweg etwas zum Strangthema gesagt. Andernfalls hätte ich deinen Beitrag als Zitat eingebaut. Das scheint hier so Sitte zu sein :zirkusdirektor:.
Ah so. Nun knüpft ja aber der ganze Strang ausdrücklich an einen meiner Beiträge an. Das ganze wird nur in die Irre führen, wenn Antworten auf einem Mißverständnis meiner referenzierten Aussage aufbauen. Ob das nun dein Mißverständnis war oder das von dir übernommene Mißverständnis des Strangeröffners, ist dabei von durchaus nachrangiger Bedeutung.
Für's Protokoll: Meines. Den Link in ad-fontes' Eröffnungsbeitrag sehe ich jetzt erst :patsch:.

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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 10. August 2010, 17:27

Robert Ketelhohn hat geschrieben:die
traditionelle „menschliche Pastoral“ der Kirche, die οἰκονομίαν, im ideologischen
Zug der Zeit zugunsten strikter ἀκριβείας aufgaben.
Wie kam es dann zum Ausdruck "Jesuitenmoral", suggeriert er doch das Gegenteil?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Gesellschaft Jesu - von Aufklärern durchsetzt?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 10. August 2010, 23:32

Vielleicht durch die gerade im 18. Jht. stark zunehmende Kasuistik in der Moraltheologie?
– Das scheint übrigens durchaus zu bestätigen, was ich oben sagte. Man theologisierte ge-
wissermaßen das ganze kirchliche Leben, man wollte alles rational fassen und vor allem re-
geln und zu einem geschlossenen System ausbauen. Die Verurteilung Quesnels durch Cle-
mentens XI. Bulle Unigenitus Dei ist auch bereits ein Beispiel dafür.
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Stilus
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Si cum Jesuītis, non cum Jesu itis???

Beitrag von Stilus » Montag 13. September 2010, 15:37

Si cum Jesuītis, non cum Jesu itis...

...eine Lästerei der "Hunde des Herren" oder ist etwas daran? Wie bewertet ihr heute die Gesellschaft Jesu in der deutschsprachige Region?

Wenn ich hier meinen Besuch von Sonntag schildere, so was das mein erster Besuch dort. Zuvor hatte ich Gottesdienste in der Jesuitenkirche in Leoben erlebt, die waren viel viel traditioneller. Mir kam das Hochamt im St. Canisius/Berlin also recht liberal vor und es wurde z.B. kein Lied gesungen dessen Melodie vor 1945 komponiert war. Mag sein, mag sein, mag sein... Der Kinder- und Familiengottesdienst war wohl voll gewesen (das Hochamt fand danach statt) und füllte danch auch den Gemeindesaal anläßlich des 6. Geburtstages des Pfarrers. Die Gemeindemitglieder waren offen und kamen herzlich auf mich zu.

Das Gebäude ist hell und einladend - der Bau ist ja Teil des Berliner Forums der Jesuiten und also von ihnen und für sie in Auftrag gegeben - also Spiegel ihrer Glaubensauffassung. In der Kirche es gibt eine viertelkreisförmige Bestuhlung (nur vor dem Tabernakel kein halbes Dutzend Bänke mit Kniebank an der Kopfseite des Viertelkreises). Mich überraschten irgendwie die fehlenden Kreuzwegstationen. Die Gläubigen machen irritierdender Art&Weise ihre Kniebeuge zum Altar nicht zum Tabernakel hin, der/das deutlich seitlich steht (...es mag Gewohnheit sein, da früher ja Hochaltar und Tabanekel eins waren). Aber feiert man ein Hochamt heute immer ohne Weihrauch?

Aber am meisten irritierte mich, daß das "durch ihn und mit ihm..." nach Aufforderung durch den Pater von der Gemeinde geschlossen laut mitgesprochen wurde - ist das itzo üblich? Die Patres tragen "Straßentarn" wenn sie die Kirche verlassen und sind nur durch das IHS am Revers zu erkennen - so es getragen wird. ...keine Soutane oder wenigstens ein Römerkragen weit&breit. Die grüne Stola im Hochamt wurde über der Dalmatik getragen - das war mir auch neu.

Irgendwie laufen hier die Zipfel Kirchenarchitektur und mglw. auch daraus folgende Lithurgische Mißbräuche mit hinein - aber der Schwerpunkt liegt auf der Situation der Gesellschaft Jesu...


Ist das typisch für eine Gemeinde der Gesellschaft Jesu ? ...die sich ja einer besonderen Papstreue erfreuen durch ein additives Gelübte.

Sagt & fragt irritiert,
Stilus

Link:
http://www.st.canisius-berlin.de/
Zuletzt geändert von Stilus am Montag 13. September 2010, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Si cum Jesuītis, non cum Jesu itis???

Beitrag von Kilianus » Montag 13. September 2010, 15:44

Es ist typisch, zumindest für die Generation, die im Moment am Ruder ist. Bei dem, was nachkommt, schaut's schon wieder etwas anders aus.

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Re: Si cum Jesuītis, non cum Jesu itis???

Beitrag von Kilianus » Montag 13. September 2010, 15:45

Übrigens: Ein Strang über die Gesellschaft Jesu in ihrem jetzigen Zustand hat in der Sakramentskapelle nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts verloren. :pfeif:

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Re: Si cum Jesuītis, non cum Jesu itis???

Beitrag von Stilus » Montag 13. September 2010, 16:00

Kilianus hat geschrieben:Übrigens: Ein Strang über die Gesellschaft Jesu in ihrem jetzigen Zustand hat in der Sakramentskapelle nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts verloren. :pfeif:
Da steht im Untertitel:
"Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge. "
Die Gesellschaft Jesu ist eine regularklerikale Ordensgemeinschaft mit besonderem Gehorsam gegenüber dem Papst... :neinfreu:
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Re: Si cum Jesuītis, non cum Jesu itis???

Beitrag von Kilianus » Montag 13. September 2010, 16:40

Das steht im Untertitel des Oratoriums. Der Strang allerdings stand ursprünglich in der Sakramentskapelle.

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Re: Si cum Jesuītis, non cum Jesu itis???

Beitrag von Stilus » Montag 13. September 2010, 16:53

Kilianus hat geschrieben:Das steht im Untertitel des Oratoriums. Der Strang allerdings stand ursprünglich in der Sakramentskapelle.
:umkuck: Na dann muß irgendein Moderator her, der das Ganze verschiebt... :erschrocken:
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Re: Si cum Jesuītis, non cum Jesu itis???

Beitrag von Maurus » Montag 13. September 2010, 16:54

Stilus hat geschrieben:
Kilianus hat geschrieben:Das steht im Untertitel des Oratoriums. Der Strang allerdings stand ursprünglich in der Sakramentskapelle.
:umkuck: Na dann muß irgendein Moderator her, der das Ganze verschiebt... :erschrocken:
Ist ja augenscheinlich schon geschehen ;).

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