Zukunft der Franziskaner

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.
Ralf

Beitrag von Ralf »

Ein männlicher Orden ist generell ein Priester- oder Brüderorden, das hängt nich von dem Verhältnis Priester:Brüder ab, sondern wird von Rom festgelegt. Eine dritte Möglichkeit gibt es derzeit nicht.

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overkott
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Beitrag von overkott »

Tatsächlich ist für manchen eine Berufungsfrage, ob er als Priester oder als Bruder berufen ist.

Diese Frage ist für Franziskaner sekundär, da ein Franziskaner primär als Franziskaner berufen ist.

Ralf

Beitrag von Ralf »

Hmm, ich kenne rund 50 Franziskaner persönlich - und für fast keinen war das "sekundär".

Das eine hat mit dem anderen nämlich wenig bis nichts zu tun.

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overkott
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Zukunft der Franziskaner

Beitrag von overkott »

Der heilige Franziskus wollte weder einen Orden gründen, noch wollte er einen Orden besitzen. Als er in den Orden eintrat, wurden es nicht einfach immer weniger. Es gab keinen einzigen Franziskaner. Franziskus war allein. Er war der erste. Was also ist ein Franziskaner? Ein Franziskaner ist jemand, der sich von Gott ansprechen lässt, der im Geist neu geboren wird und Bruder Jesus wird: der mit den Lachenden lacht, mit den Trauernden trauert, mit den Armen arm ist, der Frieden stiftet. Gottes- und Nächstenliebe werden ihm zur Regel. Mehr Regel gibt es nicht. Auch bullierte und nicht bullierte Regeln besagen nicht mehr. Jesus ist kein Esoteriker. Und Franziskus ist sein Schüler. Seine Lehre von Gott ist vernünftig. Gott ist der Gute. Tu Gutes und lebe danach. Für immer. Die Welt ist dein Kloster. Tritt ein.

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cantus planus
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Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von cantus planus »

Aha. Das ist ja alles nicht verkehrt, auch wenn es reichlich schwärmerisch ausgedrückt ist.
Dennoch wäre Franziskus nie auf die Idee gekommen, sich außerhalb der Kirche zu stellen. Große Teile des Ordens sind da aber auf dem besten Weg und machen nicht einmal einen Hehl daraus.

Der seraphische Vater dürfte sehr betrübt sein, wenn er heute auf seinen Orden schaut.
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Linus
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Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Linus »

overkott hat geschrieben:Es gab keinen einzigen Franziskaner. Franziskus war allein.

Ist doch klar. heißt der Orden ja "Franz is kaner".

:breitgrins:
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overkott
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Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von overkott »

cantus planus hat geschrieben:Aha. Das ist ja alles nicht verkehrt, auch wenn es reichlich schwärmerisch ausgedrückt ist.
Dennoch wäre Franziskus nie auf die Idee gekommen, sich außerhalb der Kirche zu stellen. Große Teile des Ordens sind da aber auf dem besten Weg und machen nicht einmal einen Hehl daraus.

Der seraphische Vater dürfte sehr betrübt sein, wenn er heute auf seinen Orden schaut.
Franziskus war der Meinung wie Bonaventura auch, dass Christus das Zentrum der Kirche ist. Wer sich an Christus hält, ist mitten in der Kirche. Das kann für jeden einzelnen eine etwas andere Berufung bedeuten. Für den einen bedeutet das, beten und Brot brechen, für einen anderen Krankenpflege, für einen dritten Lehrtätigkeit, für einen vierten alles zu seiner Zeit. Wichtig ist, dass die Franziskaner immer einen guten Papst, zumindest aber einen Kardinal wie Hugo an ihrer Seite haben.

Ralf

Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Ralf »

overkott hat geschrieben:Es gab keinen einzigen Franziskaner. Franziskus war allein. Er war der erste.
Für einen Gründer nicht ungewöhnlich.

(Auch danach gab es erstmal keine Franziskaner, sondern Minderbrüder.)

Ralf

Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Ralf »

cantus planus hat geschrieben:Dennoch wäre Franziskus nie auf die Idee gekommen, sich außerhalb der Kirche zu stellen. Große Teile des Ordens sind da aber auf dem besten Weg und machen nicht einmal einen Hehl daraus.

Der seraphische Vater dürfte sehr betrübt sein, wenn er heute auf seinen Orden schaut.
Auch das liegt an jedem Bruder selbst. Wer eine heile katholische Welt sucht - findet sich nicht nur im Orden nicht ;) .

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Sempre
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Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Sempre »

@Ralf

Verletzt denn die Ordensleitung ihre Pflichten nicht, wenn sie das zulässt?
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Quomodo facta est meretrix civitas fidelis (Is 1:21)

Ralf

Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Ralf »

Das mag sein, aber ich bin nicht der Richter meines Bruders (Jakobusbrief). Außerdem hat Franziskus in seinem "Brief an einen Minister" diesen dazu aufgefordert nicht zu wollen, daß seine Brüder bessere Christen seien. Vielmehr solle der Minister (Oberer bei den Minderbrüdern) jegliche Art von Ärger, die ihn von der Beschauung Gottes fernhält, als Gnadenakt Gottes sehen.

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Niels
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Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Niels »

Einen Mißstand festzustellen ist etwas völlig anderes als über jemanden zu richten. (Richter ist der Herr und niemand sonst.)
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Sascha B.
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Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Sascha B. »

Ralf hat geschrieben:Vielmehr solle der Minister (Oberer bei den Minderbrüdern) jegliche Art von Ärger, die ihn von der Beschauung Gottes fernhält, als Gnadenakt Gottes sehen.
:hae?:

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Edi
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Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Edi »

Deo iuvante hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:Vielmehr solle der Minister (Oberer bei den Minderbrüdern) jegliche Art von Ärger, die ihn von der Beschauung Gottes fernhält, als Gnadenakt Gottes sehen.
:hae?:
Das ist nichts anderes als ein besondereres Wort, das einer bestimmten Person in einer bestimmten Situation gegeben wird, hat also keine allgemeine Bedeutung und ist gleich gar nicht gegen das Feststellen bestimmer Mißstände und deren Abstellung gemeint. Der heilige Franz hat doch selber manche Mißstände in seinem Orden gerügt.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Ralf

Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Ralf »

Edi hat geschrieben:
Deo iuvante hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:Vielmehr solle der Minister (Oberer bei den Minderbrüdern) jegliche Art von Ärger, die ihn von der Beschauung Gottes fernhält, als Gnadenakt Gottes sehen.
:hae?:
Das ist nichts anderes als ein besondereres Wort, das einer bestimmten Person in einer bestimmten Situation gegeben wird, hat also keine allgemeine Bedeutung und ist gleich gar nicht gegen das Feststellen bestimmer Mißstände und deren Abstellung gemeint. Der heilige Franz hat doch selber manche Mißstände in seinem Orden gerügt.
Stimmt, genau deswegen wurde dieser Brief an einen Minister auch immer wieder kopiert und unter den Minderbrüdern weitergegeben. Die hatten eben alle keine Ahnung.

Edi, wenn Du Franz nicht verstehst ist das okay so. Aber versuch Dich dann nicht als sein Exeget.

Ralf

Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Ralf »

Deo iuvante hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:Vielmehr solle der Minister (Oberer bei den Minderbrüdern) jegliche Art von Ärger, die ihn von der Beschauung Gottes fernhält, als Gnadenakt Gottes sehen.
:hae?:
Krass, 'ne?


Gott ist laut Franz vielleicht auch gerade da zu finden, wo man ihn nicht nur nicht sucht, sondern wo man meint, von ihm getrennter zu sein.

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overkott
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Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von overkott »


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Edi
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Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Edi »

Das passt ja zu meinem Einwand. Der heilige Franz hat die Verantwortung abgegeben, weil sich andere nicht mehr nach seinen Richtlinien gerichtet haben.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Ralf

Re: Zukunft der Franziskaner

Beitrag von Ralf »

Das sagt aber nichts über die Zukunft der Franziskaner heute aus.

Wie die gesamte Kirche betreffend spielt der Norden des Planeten da allerdings keine Hauptrolle mehr.

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