Ritualmordlegende

Sonstiges und drumherum.
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Pit
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Ritualmordlegende

Beitrag von Pit »

Hallo "Kreuzgangler",

in einem anderen katholischen (?) Internetforum habe ich gelesen, wie sich einige User geradezu beschwerten, daß die "V2-Sekte" die "Ritualmord-Seligen" ("Anderl von Rinn" etc.) seinerzeit aus dem Heiligen( oder Seligen)kalender entfernt hat.
Weiterhin gehen dort einige User konkret davon aus, daß es doch jüdisch-satanistische Gruppen gab oder geben könnte, die Blut von christlichen Kindern zu rituellen Zwecken benötigen.
Wie seht ihr das?
Ich finde es erschreckend, daß es noch Christen (?) gibt, die so einen antisemitischen bzw. antijudaistischen Unsinn glauben oder für möglich halten.

Gruß,Pit

P.S:
Ich habe recherchiert und nichts gefunden.
Sollte es schon einen Thread geben, zu dem der Beitrag passt, bitte anpassen.
Danke !
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sofaklecks
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Doch

Beitrag von sofaklecks »

Doch, das hatten wir schon einmal.

Auslöser war das Buch eines Italieners, Sohn eines ( m. W. einflussreichen) Rabiners, der über eine jüdische Sekte ein Buch schrieb, die aus Rache für die ersten Pogrome in Europa Christen umgebracht habe.

http://flatworld.blogg.de/eintrag.php?id=350

sofaklecks

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Leguan
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Beitrag von Leguan »

Wenn es satanische Sekten in christlicher Tradition gibt, wieso soll es dann nicht auch satanische Sekten in jüdischer Tradition geben? Weil Juden per se bessere Menschen sind?

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ottaviani
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Beitrag von ottaviani »

nun ich denke nicht das die Bulle von Papst Benedikt den XIV Beatus Andreas auf Legenden beruht daß der gute Mgr Stexcher sich dann dafür von der Bnai Brit an einem Frohnleichnamstag hat auszeichnen lassen an statt die Prozession zu halten sagt viel aus über die Verkommenheit des Österreichischen Episkopattes

sofaklecks
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Damals

Beitrag von sofaklecks »

Na ja,

SD hat die Beiträge damals brevi manu gelöscht, weil Rachehandlungen einzelner nicht alle Angehörigen einer Gruppe unter Generalverdacht stellen würden, die Diskussion aber antisemitsche Ausfälle provoziere (wenn ich mich Recht entsinne, das noch im alten Moeratorenprotokoll).

Ob man das hier im Sinne der Kontinuität der Rechtsprechung nicht ebenso halten sollte?

sofaklecks

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Peregrin
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Beitrag von Peregrin »

Sicher besser. Belassen wir es bei einer kurzen Bejahung der gelegentlich aufkommenden Frage, ob bei gewissen Themen Rede- und Denkverbot herrscht.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ich empfehle die Lektüre eines Beitrags von Israel Schamir zum Thema.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
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kephas
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Beitrag von kephas »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ich empfehle die Lektüre eines Beitrags von Israel Schamir zum Thema.
Es spricht für Israel, dass I. Shamir dort offenbar unbehelligt wohnen und seine Gedanken verbreiten kann.

Das wäre in den meisten arabischen Staaten nicht möglich.

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Pit
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Beitrag von Pit »

Kleine "Korrektur" Deines Beitrages:
"Es spricht für Israel, dass I.Shamir dort offenbar unbehelligt wohnen und seine abstrusen (!) Gedanken verbreiten kann."

Meintest Du es in dem Sinne, dann stimme ich Dir zu.

Ich habe schom mehrfach Personen gesprochen, die daran glaubten, daß Andreas von Rinn und andere "Ritualmordselige" von Juden ermordet und ihe Blut für Rituale benutzt wurde.
Die einzigen Argument für die Annahme, daß das so war, waren:
"Da wird schon etwas dran sein." oder
"Man sagte es doch immer, daß die Täter Juden waren."

Interessant ist, daß es offenbar sicher war, daß Juden die Täter waren, wenn lediglich der Tote gefunden wurde ohne Hinweiß auf einen Täter und die "schuldigen" Juden nur unter massiver Folter "gestanden" hatten.
Ob da wohl andere Motive als die wirkliche Tätersuche eine Rolle spielten?

Gruß,Pit
kephas hat geschrieben: ...
Es spricht für Israel, dass I. Shamir dort offenbar unbehelligt wohnen und seine Gedanken verbreiten kann.

Das wäre in den meisten arabischen Staaten nicht möglich.
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Pit hat geschrieben:seine abstrusen (!) Gedanken verbreiten
Wer andern solches vorwirft, sollte das begründen können. Schamir
argumentiert stringent, du gar nicht, was auch pathologischer Ge-
brauch von Ausrufezeichen nicht zu übertünchen vermag. Nun mag
es zwar sein, daß du generell nicht zu argumentieren imstand bist.
Dann solltest aber auch generell stille schweigen.
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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Schamir referiert vernünftig und unaufgeregt; die Wahrheit ist manchmal etwas anrüchig und peinlich - gerade auch für ein sehr altes Volk mit einer mittlerweile primitiv und anachronistisch gewordenen Stammesreligion.

Und: Philosemiten sind auch nicht frei von Vorurteilen.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
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Pit
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Beitrag von Pit »

Was ist Deiner Meinung nach am jüdischen Glauben (und ich beziehe es nicht ! auf die Haltung Jesus gegenüber und nicht auf das Thema Beschneidung) primitiv?

Gruß,Pit
Ewald Mrnka hat geschrieben: ...
mit einer mittlerweile primitiv und anachronistisch gewordenen Stammesreligion.

Und: Philosemiten sind auch nicht frei von Vorurteilen.
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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Pit hat geschrieben:Was ist Deiner Meinung nach am jüdischen Glauben (und ich beziehe es nicht ! auf die Haltung Jesus gegenüber und nicht auf das Thema Beschneidung) primitiv?

Gruß,Pit
Ewald Mrnka hat geschrieben: ...
mit einer mittlerweile primitiv und anachronistisch gewordenen Stammesreligion.

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Pit
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Beitrag von Pit »

Ich würde mich über eine etwas präzisiere Antwort freuen.

Gruß,Pit
Ewald Mrnka hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Was ist Deiner Meinung nach am jüdischen Glauben (und ich beziehe es nicht ! auf die Haltung Jesus gegenüber und nicht auf das Thema Beschneidung) primitiv?

Gruß,Pit
Ewald Mrnka hat geschrieben: ...
mit einer mittlerweile primitiv und anachronistisch gewordenen Stammesreligion.

Und: Philosemiten sind auch nicht frei von Vorurteilen.
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Edi
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Beitrag von Edi »

Pit hat geschrieben:Ich würde mich über eine etwas präzisiere Antwort freuen.
Dann sage ich mal meine Meinung dazu, wobei ich nicht weiß, was Ewald aufzählen würde.

Der heutige und frühere, gemeint ist hier die Zeit Jesu, jüdische Glaube ist voll von Gesetzlichlichkeiten, die seit der Zeit Jesu noch mehr auf die Spitze getrieben wurden und ins Absurde gehen.

Erinnere nur an das Melken der Kühe, das am Sabbat verboten oder nur unter gewissen Umständen erlaubt ist, nämlich wenn man die Milch in den Boden rinnen lässt. Diese Umstände werden dann so manipuliert, dass man die Milch doch als Nahrung nehmen kann, obwohl das streng genommen, nicht zulässig ist. (habe mal die Details berichtet hier im Forum)
Da muss einem normalen Menschen doch der Hut hochgehen, wenn er so etwas mitkriegt. Wenn man der Meinung ist, Gott habe das Melken am Sabbat nicht erlaubt, dann muss man das auch konsequent unterlassen oder die Milch eben in den Boden fliessen lassen, sie also nicht als Nahrung nehmen. Da den Juden die Milch als Nahrung aber doch wichtig ist, umgehen sie das mit einem Roßtäuschertrick und meinen damit "Gottes Gebote" eingehalten zu haben.
So gibt es bei den orthodoxen Juden noch manch andere Dinge, wo man mit Tricks meint, Gott zufrieden zu stellen. Nur Leute, die glauben sich selber und ihren vermeintlichen Gott anlügen und täuschen zu können, können so etwas tun, normale Leute bestimmt nicht.
Wenn diese Vorgehensweisen kein Trauerspiel sind, was ist dann eines?

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Pit
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Beitrag von Pit »

Was Du beschrieben hast, sind - zugegeben übertriebene und ins Extrem überspitzte - Auffassungen der streng orthodoxen Juden. Sie machen in Israel etwa 1 % der Bevölkerung aus, hierzulande geht die Zahl der "Ultras" innerhalb der jüdischen Bevölkerung gegen 0.
Natürlich hat so ein Gehabe nichts mehr mit dem jüdischen Glauben und auch nichts mehr mit den Ansichten zu tun, wie sie in der Bibel erwähnt werden, denn dort steht zwar, daß Arbeit am Shabbat nicht erlaubt ist aber es gibt nicht wenige Stellen, aus denen hervorgeht, daß z.B.das Retten eines Verunglückten selbstverständlich erlaubt ist und sogar das Shabbatgebot aufhebt.
Wenn man das Shabbatgebot nämlich so auffasst, wie es biblisch gemeint ist, dann heißt es nichts "Einfacheres", als Gott einen Tag in der Woche "die Schöpfung" zurückzugeben, einen Tag in der Woche nicht selber alles Mögliche bewerkstelligen zu müssen.
Eben einen Ruhetag für Menschen, Tiere und die gesamte Schöpfung zu haben.

Ich habe es in Israel erlebt, daß im sonst recht unruhigen Jerusalem mit Samstag Abend Sonnenuntergang - also mit Shabbatbeginn - die Hektik aussetzte und die Stadt ein wenig zur Ruhe kam.
Man konnte ruhig durch die Altstadt gehen, ohne permanent von Souvenirhändlern angesprochen zu werden oder saß, wie wir es taten, im Hotel, aß in aller Ruhe zu Abend und unterhielt sich anschließend bei einem guten Glas Golanwein über Gott und die Welt.

Gruß,Pit


Edi hat geschrieben: ...
So gibt es bei den orthodoxen Juden noch manch andere Dinge, wo man mit Tricks meint, Gott zufrieden zu stellen. Nur Leute, die glauben sich selber und ihren vermeintlichen Gott anlügen und täuschen zu können, können so etwas tun, normale Leute bestimmt nicht.
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Edi
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Beitrag von Edi »

Pit hat geschrieben:Was Du beschrieben hast, sind - zugegeben übertriebene und ins Extrem überspitzte - Auffassungen der streng orthodoxen Juden. Sie machen in Israel etwa 1 % der Bevölkerung aus, hierzulande geht die Zahl der "Ultras" innerhalb der jüdischen Bevölkerung gegen 0.
Offenbar aber haben diese Ultras einen nicht geringen Einfluss auf die Regierung (und auch auf das Militär). Sonst würde nicht alle sieben Jahre das Land "verkauft" und nach einem Jahr wieder "rückgekauft", nur damit die Anweisungen Gottes aus dem AT alle sieben Jahre das Land brach liegen zu lassen "erfüllt" sind, die dadurch umgangen werden, dass man das Land an einen Nichtjuden proforma verkauft und nach einem Jahr rückkauft.

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Clemens
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Beitrag von Clemens »

Ich habe den Beitrag von Shamir gelesen und bin (gelinde gesagt) verwundert:

Gibt es irgendeinen Beleg für die Behauptung, Juden würden Blut trinken? Das Blut-Tabu ist doch eines der zentralen Motive der jüdischen Theologie!

Outing: Ich glaube übrigens auch, dass Palästinenser sich von Terrororganisationen Kopfprämien bezahlen lassen für ihre toten Kinder und dass diese mit Absicht in die erste Reihe gewalttätiger Demonstrationen gestellt werden in der Hoffnung, dass die Israelis sie treffen und die sympathisierenden Medien die Bilder wirksam in die Welt verbreiten.

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Pit
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Beitrag von Pit »

Den Beleg dafür, daß Juden Blut trinken oder das Blut christlicher Kinder bei Gottesdiensten benutzen würden, findest Du nirgends, außer in den Aussagen Gefolterter.
Und welche Beweißkraft eine Aussage hat, die unter dem Einsatz von Daumenschrauben, der Streckbank, der "Eisernen Jungfrau" und anderer "Hilfsmittel" zur Erlangung von "Geständnissen" hat, dürfte bekannt sein.

Gruß,Pit

P.S: Ich habe eher den Eindruck, daß hier wieder alte antisemitische Vorurteile zu Tage treten, leider!

Clemens hat geschrieben:Ich habe den Beitrag von Shamir gelesen und bin (gelinde gesagt) verwundert:

Gibt es irgendeinen Beleg für die Behauptung, Juden würden Blut trinken? Das Blut-Tabu ist doch eines der zentralen Motive der jüdischen Theologie!
...
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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Pit hat geschrieben:Ich würde mich über eine etwas präzisiere Antwort freuen.

Gruß,Pit
Stammesreligionen in Verbindung mit einem Auserwähltheitsdünkel sind schon lange unzeitgemäß und primitiv.

Wenn die Götter die Tempel verlassen, siedeln sich in den verwaisten Stätten Dämonen an.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
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Pit
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Beitrag von Pit »

Dann wäre es doch eine Idee, direkt einmal die Schriften des ersten Bundes aus der Bibel zu entfernen, warum sollten denn Christen so primitives Zeugs wie die Psalmen, das Buch Jesaja oder andere "alt"testamentarische Schriften lesen?

Und das Neue Testament könnte man dann auch gleich "bereinigen", oder?

Gruß,Pit
Ewald Mrnka hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Ich würde mich über eine etwas präzisiere Antwort freuen.

Gruß,Pit
Stammesreligionen in Verbindung mit einem Auserwähltheitsdünkel sind schon lange unzeitgemäß und primitiv.

Wenn die Götter die Tempel verlassen, siedeln sich in den verwaisten Stätten Dämonen an.
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Linus
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Beitrag von Linus »

Pit hat geschrieben:Dann wäre es doch eine Idee, direkt einmal die Schriften des ersten Bundes aus der Bibel zu entfernen, warum sollten denn Christen so primitives Zeugs wie die Psalmen, das Buch Jesaja oder andere "alt"testamentarische Schriften lesen?

Und das Neue Testament könnte man dann auch gleich "bereinigen", oder?
1. Man muß es dem Erzketzer Marcion nicht gleich machen. Lies die Verurteilung dazu.

2. Gott ist aus dem Tempel ausgezogen. Die Synagoge schlägt sich derweil die Köpfe an den Überresten des Tempels wund.

3. Bitte (!) hör (!) mit (!) deinen (!) TOFU (!) Quotes (!) auf (!)
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

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Pit
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Beitrag von Pit »

zu 3.
Ok, ich habe es ein Wenig übertrieben ausgedrückt, aber das war Absicht.
zu 3.
Aus welchem Tempel ist Gott denn ausgezogen?
Aus dem jüdischen Tempel in Jerusalem?
Den Tempel gibt es nicht mehr seit der Zerstörung durch die Römer und wenn der Gottesdienst nicht auf die Synagoge "umverlegt" worden wäre, also der synagogale Gottesdienst entsprechende Bedeutung bekommen hätte, gäbe es heute warscheinlich keine Juden mehr.
Wobei es mir letztlich in diesem Thread aber immer noch geht, ist, daß diejenigen User, die die Meinung vertreten, Juden würden aus welchen Gründen auch immer Blut für rituelle Zwecke benutzen oder Menschen wie Andreas von Rinn wären von Juden ermordet worden, es endlich beweisen sollten, da ich solche Aussagen - besonders die über den "Ritualmord" ansonsten als das betrachte, was solche Beiträge sind: Stumpfer unbewiesener Antijudaismus!

Gruß,Pit

Linus hat geschrieben: ...
1. Man muß es dem Erzketzer Marcion nicht gleich machen. Lies die Verurteilung dazu.

2. Gott ist aus dem Tempel ausgezogen. Die Synagoge schlägt sich derweil die Köpfe an den Überresten des Tempels wund.

3. Bitte (!) hör (!) mit (!) deinen (!) TOFU (!) Quotes (!) auf (!)
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Peregrin
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Beitrag von Peregrin »

Pit hat geschrieben:Den Beleg dafür, daß Juden Blut trinken oder das Blut christlicher Kinder bei Gottesdiensten benutzen würden, findest Du nirgends, außer in den Aussagen Gefolterter.
Bist Du neuerdings auch Experte für okkulte Praktiken im mittelalterlichen Judentum, oder wie kommst Du zu dieser sicheren Aussage?

Bevor man sich mit den Belegen befasst, sollte man sich einmal die Frage stellen, warum anscheinend weder das Buch von Yuval noch das Buch von Toaff auf Deutsch oder Englisch erschienen sind, denn am mangelnden Interesse kann es wohl nicht liegen. Die Suche nach "Belegen" für Nacherzählungen aus zweiter Hand hat wenig Sinn.
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Linus
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Beitrag von Linus »

Pit hat geschrieben:zu 3.
Aus welchem Tempel ist Gott denn ausgezogen?
Aus dem jüdischen Tempel in Jerusalem?
Ich darf Michelle Tanner aus der Serie Full House zitieren: Du hast es erfasst!
Den Tempel gibt es nicht mehr seit der Zerstörung durch die Römer und wenn der Gottesdienst nicht auf die Synagoge "umverlegt" worden wäre, also der synagogale Gottesdienst entsprechende Bedeutung bekommen hätte, gäbe es heute warscheinlich keine Juden mehr.
Die Juden gab es immer, und wird es immer geben, man findet sie in der Kirche. Die Römer haben leider nur den Tempel zerstört. Den Dienst in den Synagogen konnten die Talmudschüler weiterhin dort verrichten. Leider.
Andreas von Rinn
Mit dem hab ich mich nicht beschäftigt, obwohl in der Klosterkirche meiner ehemaligen Schule am Hauptaltar eine schöne Darstellung davon zu finden ist. (Für die Wiener: Friesgasse)


Linus

PS. Bitte (!) hör (!) mit (!) deinen (!) TOFU (!) Quotes (!) auf (!)
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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Pit hat geschrieben:Dann wäre es doch eine Idee, direkt einmal die Schriften des ersten Bundes aus der Bibel zu entfernen, warum sollten denn Christen so primitives Zeugs wie die Psalmen, das Buch Jesaja oder andere "alt"testamentarische Schriften lesen?

Und das Neue Testament könnte man dann auch gleich "bereinigen", oder?

Gruß,Pit
Du hast Dich mit dem Thema wieder einmal völlig übernommen. Du weißt nicht, worum es geht.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Tofu? Was hat denn das jetzt mit Tofu zu tun?

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Peregrin
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Beitrag von Peregrin »

"Text Oben Fullquote Unten"
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Esperanto
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Beitrag von Esperanto »

Edi hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Ich würde mich über eine etwas präzisiere Antwort freuen.
Dann sage ich mal meine Meinung dazu, wobei ich nicht weiß, was Ewald aufzählen würde.

Der heutige und frühere, gemeint ist hier die Zeit Jesu, jüdische Glaube ist voll von Gesetzlichlichkeiten, die seit der Zeit Jesu noch mehr auf die Spitze getrieben wurden und ins Absurde gehen.

Erinnere nur an das Melken der Kühe, das am Sabbat verboten oder nur unter gewissen Umständen erlaubt ist, nämlich wenn man die Milch in den Boden rinnen lässt. Diese Umstände werden dann so manipuliert, dass man die Milch doch als Nahrung nehmen kann, obwohl das streng genommen, nicht zulässig ist. (habe mal die Details berichtet hier im Forum)
Da muss einem normalen Menschen doch der Hut hochgehen, wenn er so etwas mitkriegt. Wenn man der Meinung ist, Gott habe das Melken am Sabbat nicht erlaubt, dann muss man das auch konsequent unterlassen oder die Milch eben in den Boden fliessen lassen, sie also nicht als Nahrung nehmen. Da den Juden die Milch als Nahrung aber doch wichtig ist, umgehen sie das mit einem Roßtäuschertrick und meinen damit "Gottes Gebote" eingehalten zu haben.
So gibt es bei den orthodoxen Juden noch manch andere Dinge, wo man mit Tricks meint, Gott zufrieden zu stellen. Nur Leute, die glauben sich selber und ihren vermeintlichen Gott anlügen und täuschen zu können, können so etwas tun, normale Leute bestimmt nicht.
Wenn diese Vorgehensweisen kein Trauerspiel sind, was ist dann eines?

Ja, das ist allgemein der pharisäische Geist des Talmud: purer Legalismus, der auf angeblich göttliche Gesetze angewendet wird. Ähnlich wie unsere Juristen, die nicht auf die Moral schauen, sondern allein auf den Wortlaut der Gesetze. Aber das ist der semitische Geist im Judentum und im Islam, dass angeblich göttliche Gesetze äußerlich bis zum äußersten angewendet werden, der moralische Geist oder Sinn dahinter aber gar nicht erfasst wird, wie es bei den griechischen Philosophen der Fall war.
Auf die Weise kam wahnsinnig viel Unmoral ins Judentum, das vor den Pharisäern doch so moralisch vorbildlich war. Heute mag es bei den Juden anders sein, da sie doch meistens heute alle hochgebildet sind und den moralischen Geist oder Sinn hinter dem Buchstaben im Stande sind zu erkennen! Im 1.-5.Jh, als der Talmud entstand, waren die Menschen und auch die Rabbiner ja noch nicht so gebildet. Man merkt das, wenn man mal den Talmud liest - haarsträubend! Aber das liegt hauptsächlich an der Unbildung der Rabbiner damals, denke ich. Es ist ja auch ein infantiles Vergalten, sich äußerlich an Vorgaben zu halten, aber den höheren Sinn gar nicht zu bejahen oder auch nur zu erfassen.

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Edi
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Beitrag von Edi »

Esperanto hat geschrieben:Heute mag es bei den Juden anders sein, da sie doch meistens heute alle hochgebildet sind und den moralischen Geist oder Sinn hinter dem Buchstaben im Stande sind zu erkennen!
Bei gewissen orthodoxen Juden hat sich hier rein gar nichts geändert. Die unterscheiden immer noch zwischen Juden und Nichtjuden und lassen den nichtjüdischen Verletzten am Sabbat liegen. Obwohl Jesus damals schon anhand des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter denen das austreiben wollte. Ist also schon rund 2000 Jahre her und nichts dazugelernt. In den 60 er Jahren war so ein Fall in Israel, wo sich am Sabbat ein orthodoxer Jude geweigert hat, sein Telefon für einen Anruf bei der Ambulanz zur Verfügung zu stellen, nachdem ein Nichtjude einen Herzanfall erlitten hatte. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass die Rabbiner das aus Sicht der jüdischen Orthodoxie für richtig hielten, wobei sie aber betonten, dass, wenn es sich um einen Juden gehandelt hätte, man selbstverständlich das Telefonat nicht hätte verweigern dürfen.

Wir Christen verstehen das AT auch ganz anders als die jüdische Orthodoxie, wo Nächstenliebe für Juden untereinander gilt, dem Nichtjuden gilt diese nur eingeschränkt oder- je nach Fall - gar nicht.
Zuletzt geändert von Edi am Samstag 26. Januar 2008, 22:54, insgesamt 1-mal geändert.

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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Ich habe letztes Jahr einen Film mit dem Titel "Kadosh" gesehen, wo das orthodoxe Judentum im heutigen Israel scharf kritisiert wird. Der Film löste einen Skandal aus, und einige amerikanische Juden schienen Amok zu laufen.
Es ist tatsächlich unfair, daß die Praktiken des Judentums nicht kritisiert werden dürfen, während die Medienwelt auf dem Christentum unerbitterlich rumhackt -- und niemanden störts. Oder fast niemanden.

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Pit
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Beitrag von Pit »

Hallo Esperanto!

In welchen Traktaten des Talmud hast Du denn gelesen?
War es der Jerusalemer oder der Babylonische Talmud oder war es eine "Zusammenfassung" des Talmud wie z.B. der Schulchan Aruch?

Gruß,Pit
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