Power auf Dauer? Energie für morgen

Sonstiges und drumherum.
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overkott
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Re: Lebenshaltungskosten und Sozialhilfe senken

Beitrag von overkott » Donnerstag 25. Februar 2016, 12:11

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Eine sinnvolle Kürzung. ...
:hae?: Da wird nichts gekürzt. Die bei der Stromabrechnung übliche (Energie-)Einheit heißt nun mal Kilowattstunde (kWh) und nicht Kilowatt pro Stunde.
overkott hat geschrieben:... Aber keine Offenbarung.
Nein, natürlich nicht. Es sollte allgemein bekannt sein.

Falls du dich einmal entschließen könntest, nur mal für fünf Stunden deinen Computer auszuschalten, würdest du erstens ungefähr 1 kWh sparen, zweitens könntest du während dieser Zeit noch einmal heimlich das Sachkundebuch aus der 4. Klasse zur Hand nehmen, da stehen nämlich solche Sachen drin, und dir werden beim Lesen garantiert noch zahlreiche weitere Offenbarungen zuteil, die du dann geschickt nutzen könntest, um die Qualität deiner Beiträge hier sprunghaft und signifikant zu erhöhen, und drittens könntest du dann möglicherweise selbst mit gutem Beispiel vorangehen und dem Sozialamt das Ersparte zurücküberweisen.

Bei Wikipedia wirst du auch schon erwähnt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wattstunde
Angelehnt an die Schreibweise von Stundenkilometer wird vereinzelt die Einheit kWh falsch als kW/h angegeben.
Das ist doch Korintenkackerei und keine inhaltliche Weiterführung.

Inhaltlich weiterführend wäre ein Hinweis auf Sterner aus Regensburg:

http://www.energieverein-leipzig.de/wp- ... eipzig.pdf

Dann hätte man mal einen Rahmen dafür, was an Jetstream und Golfstrom zur Energiegewinnung angedacht ist und ein paar banale Überlegungen zum Thema Energiespeicher.

Energiepreise und damit verbunden Lebenshaltungskosten ( etwa mit Energiepreissteigerungen begründete Lebensmittelpreise ) sind eine Frage der Renditenverteilung.

Der Anteil an Steuern und Umlagen an den Preisen zeigt, wie stark der Energiemarkt staatlich gelenkt ist.

Das gilt nicht nur für die Anbieter-, sondern auch für die Nachfragerseite, was man am Beispiel der Besteuerung von verschieden motorisierten Kraftfahrzeugen sieht. 212 waren die Betriebskosten für Otto- und Dieselmotoren nach Steuer ausgeglichen.

Der Energiemarkt wirkt sich nicht nur auf das wirtschaftliche Wachstum aus, sondern auch auf die Lebenshaltungskosten und die damit verbundenen Sozialleistungen.

Künstlich gepuschte Lebenshaltungskosten und damit verbundene Sozialleistungen erzeugen eine Magnetwirkung auf Migranten in Europa und von außerhalb.

Wenn die Kanzlerin jetzt den Kindergeldexport drosseln will, ist das eine Anpassung an unterschiedliche Lebenshaltungskosten.

Doch auch das Kindergeld bei uns müsste die künstlich erzeugten Lebenshaltungskosten zur Einkommensumverteilung von unten nach oben nicht überschreiten.

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Re: Lebenshaltungskosten und Sozialhilfe senken

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 25. Februar 2016, 13:46

overkott hat geschrieben:Bei einer Absenkung der Strompreise um 3 Cent pro kw/h könnte bei der Kostenerstattung natürlich auch die Sozialhilfe um den selben Betrag gesenkt werden.
Der Betrag von ,3 € entspricht dem Doppelten der EEG-Umlage.

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Er ... blick.html
overkott hat geschrieben: Der Energiemarkt wirkt sich nicht nur auf das wirtschaftliche Wachstum aus, sondern auch auf die Lebenshaltungskosten und die damit verbundenen Sozialleistungen.
Er wirkt sich auch auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Hohe Strompreise sind in einigen Branchen Gift und könnten zur Abwanderung führen. Damit das nicht geschieht, zahlen die Verbraucher.

Aber man gönnt sich ja sonst nix......

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Re: Lebenshaltungskosten und Sozialhilfe senken

Beitrag von RomanesEuntDomus » Donnerstag 25. Februar 2016, 14:34

Caviteño hat geschrieben:Der Betrag von 0,03 € entspricht dem Doppelten der EEG-Umlage.
Der Betrag von 0,03€/kWh entspricht knapp der Hälfte der EEG-Umlage.

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Re: Lebenshaltungskosten und Sozialhilfe senken

Beitrag von overkott » Donnerstag 25. Februar 2016, 14:51

Caviteño hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Bei einer Absenkung der Strompreise um 3 Cent pro kw/h könnte bei der Kostenerstattung natürlich auch die Sozialhilfe um den selben Betrag gesenkt werden.
Der Betrag von ,3 € entspricht dem Doppelten der EEG-Umlage.

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Er ... blick.html
Wichtig ist, dass der Staat die garantierten Renditen für Stromerzeuger und Netzbetreiber senkt.

Was tun mit dem Ökostrom? Jede Umwandlung von Energie geht zu Lasten des Wirkungsgrads. Die Börse zeigt allerdings, dass verschenkter Strom auch nicht besonders wirkungsvoll ist. Deshalb scheint die Umwandlung von Ökostrom in fossilen Treibstoff die sinnvollste Variante. So werden alle Stromspitzen zu Treibstoff. Und wertvolles CO2 wird in Energie umgewandelt. Die Anlage muss zur Rentabilität nur groß genug sein.

Alle sonstigen Ideen zum primären Sektor ( Energielandwirtschaft inklusive Energiewinzer, Energiefischerei und Energiebergbau durch Geothermie ) sind zu überprüfen. Ob die Wasserstoffschiffe nach drei Monaten noch was im Tank haben, ist allerdings fraglich. Eventuell sollte man für die Energiefischer prüfen, ob sie auf See flüssiges Methan produzieren oder von Tanks an den Windfeldern abpumpen können. Bei der Verlagerung von EU-Subventionen ist zu prüfen, ob es sinnvoller ist, durch subventionierte Lebensmittel die heimischen Märkte in anderen Kontinenten kaputt zu machen oder Energie zu produzieren. Für den einzelnen Bauern könnte es sich lohnen, statt Kartoffeln Photovoltaik anzubauen, wenn die Energieausbeute größer ist.
overkott hat geschrieben: Der Energiemarkt wirkt sich nicht nur auf das wirtschaftliche Wachstum aus, sondern auch auf die Lebenshaltungskosten und die damit verbundenen Sozialleistungen.
Er wirkt sich auch auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Hohe Strompreise sind in einigen Branchen Gift und könnten zur Abwanderung führen. Damit das nicht geschieht, zahlen die Verbraucher.

Aber man gönnt sich ja sonst nix......
Ein Energiepreis über dem europäischen Marktniveau kostet natürlich Wachstum. Es sei denn, die Einkommensschere öffnet sich:

"In Deutschland verdienen die obersten zehn Prozent der Einkommensbezieher 6,6-mal so viel wie die untersten zehn Prozent. Der OECD-Schnitt betrage 9,6 zu 1. Damit liegt Deutschland unter den OECD-Ländern im Mittelfeld auf Platz 14. Allerdings lag der deutsche Wert in den Achtzigerjahren noch bei 5 zu 1, in den Neunzigern bei 6 zu 1." ( Spiegel, Donnerstag, 21.5.215 ).
Zuletzt geändert von overkott am Donnerstag 25. Februar 2016, 14:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Lebenshaltungskosten und Sozialhilfe senken

Beitrag von RomanesEuntDomus » Donnerstag 25. Februar 2016, 14:53

Nicht gerade die allerneueste Graphik, aber dennoch aussagekräftig:

Bild

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Re: Lebenshaltungskosten und Sozialhilfe senken

Beitrag von overkott » Donnerstag 25. Februar 2016, 15:28

Natürlich lassen gesunkene Lebenshaltungskosten die Wirtschaft wachsen. Der private Konsum steigt ( nicht nur in den Nachrichten ). Mehr Güter werden nachgefragt. Es wird wieder investiert. Der Bedarf an Energie aus heimischem CO2 wächst. Eine private Altersvorsorge wird wieder glaubwürdig. Statt Rente ab 53 für den Bundespräsidenten gäbe es Rente ab 65 für alle.

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Re: EU am Scheideweg - wie geht es weiter?

Beitrag von overkott » Donnerstag 25. Februar 2016, 16:23

Der EU-Emissionshandel könnte durch die Treibstoffproduktion aus CO2 und Ökostrom in Europa an Fahrt aufnehmen, wenn über den Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung Unternehmen Zertifikate erwerben können, die mit einer Investition in diese Treibstoffproduktion verbunden ist. Energiekonzerne könnten durch diesen Mix sowohl herkömmliche Kraftwerke für die Grundlast betreiben, als auch wirtschaftlich Ökokraftwerke zur Produktion von CO2-Treibstoff etwa für den Straßenverkehr.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Donnerstag 25. Februar 2016, 21:06

Forscher sind nach meiner unmaßgeblichen Meinung zu ehrgeizig. Deshalb sind sie so sehr an Wasserstoff interessiert. Schließlich hat Wasserstoff den höchsten Brennwert, im überkritischen Zustand allzumal. Aber große Chancen bergen auch große Probleme und wie gesagt große Gefahren. Deshalb ist es sinnvoll, eine Etage tiefer zu forschen.

Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan. Und Methan kann man künstlich herstellen aus Strom, Wasser und - wertvollem CO2. Weithin gilt CO2 zwar als Klimakiller. Doch auch Pflanzen atmen CO2 ein und gewinnen daraus Energie. Die künstliche Treibstoffherstellung macht es den Pflanzen nach. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hat man das in einer Testanlage schon erfolgreich ausprobiert.

Wo aber bekommt man das wertvolle CO2 her? Man könnte es quasi aus der Atemluft gewinnen. Doch zehn Mal billiger bekommt man es aus dem Kraftwerk. Die Japaner wollten es schon flüssig tief im Meer versenken. Warum aber nicht in Tanker packen?

Die Grundidee von Sterner aus Regensburg mit seinen Energieschiffen ist schon nicht schlecht. Aber Wasserstoff entweicht sogar durch Stahl. Deshalb wäre Methan der bessere Speicher.

Auch Overkott will Energiefischer aufs Meer schicken. Aber mit einem Tanker voller CO2. Wenn der wieder in den Heimathafen einläuft, ist mit Windstrom auf dem Meer aus dem flüssigen CO2 Methan geworden. Dabei muss der Tanker keine großen Strecken zurücklegen, sondern nur in die günstigsten Windfanggebiete fahren.

Mit dem Ökoerdgas im Heimathafen kann man energetisch alles machen, was das Herz begehrt. Denn Ökoerdgas ist Klima neutral.

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Rülpsen und Pupsen für den Klimaschutz

Beitrag von overkott » Freitag 26. Februar 2016, 09:47

Die Vegg-Ideologie hat auch etwas mit Energie zu tun. Denn Kühe haben einen schlechten Wirkungsgrad. Der liegt gerade mal bei 1 Prozent. Von 1 Prozent verfutterter Energie verdauen sie 9. Nur 1 Prozent landet auf dem Teller.

Außerdem rülpsen und pupsen Kühe enorm viel. Vegg-Ideologen finden das schlecht fürs Klima. Denn Klimakiller CO2 hat noch einen Komplizen: Methan. Davon rülpst eine Kuh 3 Liter in den weiß-blauen Äther. Tag für Tag. Dabei ist Methan 25 Mal schlimmer als CO2 fürs Klima:

https://www.diw.de/documents/publikatio ... 9-39-1.pdf

Wir müssen umdenken!

Denn mit Ökostrom können wir aus wertvollem CO2 wertvolles Methan machen. Denn was wir selbst produzieren, brauchen wir nicht mehr extra zu kaufen. Schließlich bezahlen wir für Methan in Form von Erdgas jede Menge Kohle.

Warum nicht neben Milch auch noch Methan melken? Schließlich kann man mit 3 Litern Methan am Tag genauso lange einen Kühlschrank laufen lassen:

http://www.welt.de/wissenschaft/article ... apfen.html

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Freitag 26. Februar 2016, 15:39

Bundesregierung soll Methan-Recycling vorantreiben und Strompreise senken

Die Stromgase sollten als Speichermedium für Ökostrom eingesetzt, die EEG-Umlage entsprechend reduziert und der Strompreis gesenkt werden.

Die Methanproduktion sollte unmittelbar neben Industriebetrieben und Kraftwerken mit CO2-Emissionen betrieben werden. Das dort anfallende CO2 sollte mit Netzstrom unmittelbar methanisiert werden. Die Methan-Produktion sollte mit der Produktion von Ökostrom und dem CO2-Emissionshandel verrechnet werden. Im Methan-Recycling sollte der Ausgleich der Stromspitzen durch Ökostrom Vorrang haben. Das recycelte Methan kann im Industriebetrieb oder Kraftwerk direkt verwertet oder ins Gasnetz eingespeist werden. Die Bayerische Landesregierung sollte prüfen, inwieweit dies für das Gaskraftwerk Irsching bei Ingolstadt in Frage kommt. Die Nutzung von Recycling-Methan in Irsching wäre auch eine Frage der Verrechnung. Audi hat im Methan-Recycling bereits einschlägige Erfahrungen.

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 02:22

Im vergangenen Jahr exportierte Deutschland per Saldo 5 Terawattstunden Strom. Mit einer Jahresproduktion von 3 Terawattstunden exportierte Deutschland den ganzen über den Strompreis hoch subventionierten Ökostrom und 2 Terawattstunden Kohlestrom dazu.

Während Verbraucher hier für den Strom 28 Cent zahlen, bekamen die Nachbarn den Strom für 5,2 Cent. Dabei machten die Stromhändler durch den Exportüberschuss ,3 Cent Gewinn pro Kilowattstunde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Energiema ... delsbilanz

Gleichzeitig produzierte Deutschland 9 Millionen Tonnen CO2. Bei 5 Euro pro Tonne entspricht das einem Emissionshandelswert von 4,5 Milliarden Euro.

Aus diesen 9 Millionen Tonnen CO2 gewänne man mit 7,5 Gigawattstunden Strom bei einem Wirkungsgrad von 5 Prozent ,45 Milliarden Kubikmeter Methan. Bei einem Wert von 275 Euro pro 1. Kubikmeter Erdgas entspräche das 123,7 Millionen Euro. Die Produktionskosten beliefen sich bei 15 Cent pro Kubikmeter Methan auf 67,5 Millionen Euro. Der Gewinn beliefe sich auf 56,2 Millionen Euro. Aus den ,45 Milliarden Kubikmeter Methan gewänne man Klima neutral wieder 27 Megawattstunden Strom zu einem Marktwert von 75,6 Millionen Euro ( was vom Strompreis für die Verbraucher abhängt ), so dass man mit der kompletten CO2-Beseitigung 131,8 Millionen Euro Gewinn machen würde.

Der Stromexport bliebe weitgehend unberührt und Deutschland könnte weiterhin Klima neutral CO2 ausstoßen. Der Strompreis für die Verbraucher könnte allerdings durch Gewinnbeteiligung gesenkt werden.

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 03:08

Bei der CO2-Beseitigung ging es noch nicht um den Abbau des hoch subventionierten Exports von Ökostrom. Diese 30 Terawattstunden sollten ebenfalls methanisiert werden, weil wir 22,8 Cent lieber selber verheizen, statt für lausige 0,3 Cent Gewinn ins Ausland zu verschenken.

Diese 30 Terawattstunden entsprächen 1,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas im Wert von 412,5 Milliarden Euro für Strom, Heizung, Straßenverkehr.

Klima neutral könnten sie über Erdgaskraftwerke innerhalb von 40 Minuten als Strom zur Verfügung stehen.

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von Sempre » Samstag 27. Februar 2016, 03:19

overkott hat geschrieben:Bei der CO2-Beseitigung ging es noch nicht um den Abbau des hoch subventionierten Exports von Ökostrom. Diese 30 Terawattstunden sollten ebenfalls methanisiert werden, weil wir 22,8 Cent lieber selber verheizen, statt für lausige 0,3 Cent Gewinn ins Ausland zu verschenken.

Diese 30 Terawattstunden entsprächen 1,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas im Wert von 412,5 Milliarden Euro für Strom, Heizung, Straßenverkehr.

Klima neutral könnten sie über Erdgaskraftwerke innerhalb von 40 Minuten als Strom zur Verfügung stehen.
Was sagst Du zu Ferkelpupsenergie? Ist die CO2-mäßig ok? Stimmen da die Kilowatt pro Stunde ;-) ?

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 07:33

Sempre hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Bei der CO2-Beseitigung ging es noch nicht um den Abbau des hoch subventionierten Exports von Ökostrom. Diese 30 Terawattstunden sollten ebenfalls methanisiert werden, weil wir 22,8 Cent lieber selber verheizen, statt für lausige 0,3 Cent Gewinn ins Ausland zu verschenken.

Diese 30 Terawattstunden entsprächen 1,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas im Wert von 412,5 Milliarden Euro für Strom, Heizung, Straßenverkehr.

Klima neutral könnten sie über Erdgaskraftwerke innerhalb von 40 Minuten als Strom zur Verfügung stehen.
Was sagst Du zu Ferkelpupsenergie? Ist die CO2-mäßig ok? Stimmen da die Kilowatt pro Stunde ;-) ?
Wenn das Ferkel dem Bauern in die Dunstabzugshaube pupst, offenbar.

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 09:06

Überschlagsrechnung
Methanisierung von Ökostrom bringt 1,2 Mrd. Euro Gewinn

Wie kann ich schnell überprüfen, ob das stimmt?

Jährlich verschenken wir 50 twh Strom. 30 twh Stunden davon sind Ökostrom. Der Ökostromanteil auf der Angebotsseite entspricht dem Verbraucheranteil auf der Nachfrageseite. Bei einem Strompreis von 28 Cent für die Kilowattstunde entsprechen 30 twh 8,4 Milliarden Euro. Die Stromhändler holen sich selbst von den 30 twh zu 5 Cent für die Kilowattstunde 1,5 Milliarden Euro zurück. Also gehen jedes Jahr von 30 twh zu 23 Cent je Kilowattstunde insgesamt 6,9 Milliarden Euro futsch.

Bei einem Wirkungsgrad von 50 Prozent hätte man die Hälfte des Stroms verbraucht, blieben also von 30 twh nur noch 15 twh. Bei 15 Cent Produktionskosten für die Methanisierung blieben 1,2 Mrd. Euro Gewinn. Das wäre eine Kapitalverzinsung von 14 Prozent.

Bisher ist argumentiert worden: Wir haben keine Stromspeicher, speichern lohnt nicht. Rechnet man die Methanisierung von Ökostrom hat man statt 6,9 Mrd. Euro Verlust, 1,2 Mrd. Euro Gewinn.

Wie sieht das aus mit den übrigen 20 twh herkömmlichen Industriestroms? Da ergeben sich bei 16 Cent pro Kilowattstunde Industriestrom und 15 Cent Produktionskosten für die Methanisierung statt 3,2 Mrd. Euro Verlust nur noch 400 Mio. Euro Gewinn. Das wäre immerhin noch eine Kapitalverzinsung von 12,5 Prozent.

Insgesamt wären das statt 10,1 Mrd. Euro Verlust 1,6 Mrd. Euro Gewinn.

Außerdem wäre Klimagas gebunden. 1 kwh Strom entsprechen 177 Gramm CO2 wären immerhin das 2,6 Millionen Tonnen CO2.

Es wäre also sinnvoller, Strom in Methan zu speichern, als über Stromtrassen zu verschenken.

Man darf wie beim E-Auto nicht nur auf den technischen Wirkungsgrad schauen, sondern muss auch die volkswirtschaftliche Rentabilität im Auge haben.
Zuletzt geändert von overkott am Samstag 27. Februar 2016, 09:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von Caviteño » Samstag 27. Februar 2016, 09:30

overkott hat geschrieben:sondern muss auch die volkswirtschaftliche Rentabilität im Auge haben.
und die Forderung in Zusammenhang mit der "Energiewende"

:D :kugel: :freude: :breitgrins:

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 09:40

Caviteño hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:sondern muss auch die volkswirtschaftliche Rentabilität im Auge haben.
und die Forderung in Zusammenhang mit der "Energiewende"

:D :kugel: :freude: :breitgrins:
Die Gesamtkapitalrendite läge bei 15,8 Prozent durch Methanisierung / Recycling.

Die Stoffkreisläufe müssen sich schließen, damit sich die Energiewende lohnt.

Statt dessen herrscht der Wahnsinn: Die Verbraucher werden ausgepresst wie eine Zitrone

http://www.spiegel.de/wirtschaft/servic ... 5666.html

Denn wie kommt der Ökostrom von Nord nach Süd, Herr Wirtschaftsminister? Über das bestehende Netz der Erdgasleitungen.

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 11:14

Tatsächlich machen die Stromhändler durch den Exportüberschuss von Ökostrom 14,28 Prozent Rendite mit dem Geld der Verbraucher. Denn von den 8,4 Mrd. Euro verdienen sie 1,2 Mrd. Euro.

Natürlich könnten die Verbraucher auf den Ökostrom verzichten und 8,4 Mrd. Euro sparen. Denn schließlich gibt es immer noch einen Exportüberschuss von Strom.

Das Recycling würde also nur den Verlust um 1,2 Mrd. vermindern auf immerhin noch 7,2 Mrd. Euro. Damit würden die Verbraucher eine Reduktion von CO2 um ,28 Prozent erreichen und durch "Zinseszinseffekt" um ,3 Prozent nach 3 Jahren.

7,2 Mrd. Euro für ,3 Prozent weniger CO2 - ein stolzer Preis.

Nach 3 Jahren hätte man damit die Emissionen um knapp 33 Mio. Tonnen gesenkt.

Da sagt der Stromhändler: Warum dieser Aufwand, wenn ich das Geld auch ohne Umwandlung in die Tasche stecken kann, Herr Wirtschaftsminister?

Also beschert der Wirtschaftsminister den Genossen in den Stromkonzernen 14,28 Prozent Rendite auf Kosten der Verbraucher und verlegt noch ein paar Meter Kabel durch Deutschland auf Kosten der Verbraucher - Prösterchen.

Bei wem hat er das wohl gelernt?

https://www.youtube.com/watch?v=ppyMiblHSVc

Loite, jez reeecht euch doch ma nich so auf. Was sind schon 7,2 Mrd. Euro? Ihr habt doch eh mehr auf dem Konto, alle zusammen. Also, Tach zusammen.

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von Juergen » Samstag 27. Februar 2016, 14:06

Sempre hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Bei der CO2-Beseitigung ging es noch nicht um den Abbau des hoch subventionierten Exports von Ökostrom. Diese 30 Terawattstunden sollten ebenfalls methanisiert werden, weil wir 22,8 Cent lieber selber verheizen, statt für lausige 0,3 Cent Gewinn ins Ausland zu verschenken.

Diese 30 Terawattstunden entsprächen 1,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas im Wert von 412,5 Milliarden Euro für Strom, Heizung, Straßenverkehr.

Klima neutral könnten sie über Erdgaskraftwerke innerhalb von 40 Minuten als Strom zur Verfügung stehen.
Was sagst Du zu Ferkelpupsenergie? Ist die CO2-mäßig ok? Stimmen da die Kilowatt pro Stunde ;-) ?
Durch eine neue Züchtung (sog. KAT-IV-Schweine) entstehen die Probleme nicht mehr, da die alle eine Art Katalysator im Verdauungstrakt haben. Da kommt hinten als Gas Sauerstoff raus. Die Gülle ist allerdings dunkler, weil dort der ganze Kohlenstoff drin ist.
Gruß
Jürgen
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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 15:20

Wenn 8,4 Mrd. Euro schon mal 0,3 Prozent CO2-Reduktion durch Methanisierung bringen -

Sterner aus Regensburg wird sagen: Da haben wir's. Das ist doch ein Wirkungsgrad wie bei Biodiesel.

( Wobei der Wirkungsgrad noch ein Stellschräubchen ist. ) -

Wieviel bringen dann weitere 4,5 Mrd. Euro aus dem CO2-Emissionshandel als Investition in die Methanisierung?

Und wieviel könnte man noch reduzieren, wenn man auch den restlichen Exportüberschuss aus Strom noch methanisiert?

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 15:31

Bei einer Einspeisevergütung von 8,91 Cent pro kwh könnte man mit den 4,5 Mrd. Euro aus dem Emissionshandel 16 Mio. Tonnen pro Jahr durch Methansierung reduzieren.
Zuletzt geändert von overkott am Samstag 27. Februar 2016, 15:35, insgesamt 1-mal geändert.

Juergen
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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von Juergen » Samstag 27. Februar 2016, 15:33

Bei der Reihe „Strom → Methan → Strom“ hat man einen Wirkungsgrad von gut 30%.
Aus drei Kilowattstunden Strom werden beim Umweg über die Speicherung als Methan am Ende dann wieder eine Kilowattstunde Strom. Das Kohlendioxid, das man bei der Methanisierung im Methan gebunden hat, wird bei der nachfolgenden Stromerzeugung wieder freigesetzt. Das ist eine Null-Rechnung. Nebenbei: Methan ist für die Atmosphäre auch nicht gut.

Bei einer Speicherung der Energie in einem Pumpspeicherkraftwerk und nachfolgender Rückgewinnung in Strom liegt der Wirkungsgrad über 75%.
Gruß
Jürgen
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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 15:37

Juergen hat geschrieben:Bei der Reihe „Strom → Methan → Strom“ hat man einen Wirkungsgrad von gut 30%.
Aus drei Kilowattstunden Strom werden beim Umweg über die Speicherung als Methan am Ende dann wieder eine Kilowattstunde Strom. Das Kohlendioxid, das man bei der Methanisierung im Methan gebunden hat, wird bei der nachfolgenden Stromerzeugung wieder freigesetzt. Das ist eine Null-Rechnung. Nebenbei: Methan ist für die Atmosphäre auch nicht gut.

Bei einer Speicherung der Energie in einem Pumpspeicherkraftwerk und nachfolgender Rückgewinnung in Strom liegt der Wirkungsgrad über 75%.
Das ist die Kurzeit-, Langzeitgeschichte.

Pumpspeicherkraftwerke sind zu teuer. Lieber Großproduktion Methan.

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Re: Strom und Nachhaltigkeit

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 18:01

1 kwh Solarenergie produzieren 1 kg CO2 ( wenn man die Herstellungskosten für polykristalline Photovoltaikanlagen umrechnet ). Dabei scheint die Sonne in Deutschland 4,5 Stunden am Tag und beschenkt uns in dieser Zeit mit 513 Watt pro Quadratmeter. Die können wir uns für abends aufsparen. Allerdings kostet sparen Geld.

Deshalb verrottet Geld im Sparstrumpf. Also bringt man es zur Sparkasse. Und die verdient dann damit richtig, zahlt ihrem Chef ein Gehalt wie dem König der Fernsehanstalten und spendiert der Stadt auch mal eine Parkbank. Die Europäische Zentralbank sorgt dafür, dass möglichst alle Zinsen der Sparkasse bleiben.

Aber wie ist das nun mit dem Licht? Macht man aus 5 Watt Sonne Strom, behält man 1 Watt. 4 Watt gehen wie Späne verloren. Aber wie ist das nun mit dem Stromsparstrumpf? Jürgen hat Recht. Wenn man mit dem Strom tagsüber Wasser den bergrauf pumpt und abends wieder durch die Turbine laufen lässt, hat man von den 1 Watt nur noch 9 pro Quadratmeter. Und die Kilowattstunde kostet 38 bis 24 Cent. Also mehr als die 15 Cent aus der Methanisierung.

http://www.hubspeicher.de/kostenbeispiele.htm

Aber die Methanisierung hat - zugegeben - einen geringeren Wirkungsgrad. Den schätzen wir mal auf 5 Prozent. Natürlich gibt es auch Ethusiasten, die gerade den neuesten Weltrekord gehört haben. Aber wir sind da vorsichtig. Von den 1 Watt pro Quadratmeter bleiben 5. Das ist für Beleuchtung immer noch eine ganze Menge. Für einen schön ausgeleuchteten Wohnraum benötigen wir mit Halogen nur ein Drittel davon und mit LED nur ein Neuntel. Statt 15 Watt sind das 2,5 pro Quadratmeter. Bleiben also von den 47,5 Watt noch genug für Computer, Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine.

Wie wäre das jetzt mit einer Batterie? Die Wirtschaftswoche schlägt sich vor Freude auf die Schenkel:

http://green.wiwo.de/akku-revolution-te ... mspeicher/

1 Kilowattstunden kann man in der neuesten Batterie schon für 31. Euro speichern. Wenn die doch nur 3 Jahre halten würde! Aber leider halten solche Batterien nur 8. Und das sind dann leider 44 Cent pro Kilowattstunde.

Da ist man mit 15 Cent für die Methanisierung doch schon ganz schön billig dabei.

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Samstag 27. Februar 2016, 22:18

Die Chancen der Methanisierung von Ökostrom sind von der Bundesnetzagentur bereits erkannt. Vor allem gewährleistet das bestehende Gasnetz hohe Speicherkapazität für schnelles Reagieren auf Schwankungen.

http://www.stoffstrom.org/fileadmin/use ... EST/7.pdf

Hierdurch sind Stromtrassen und Erdleitungen ökonomisch weitgehend vom Tisch.

Beim derzeitigen Erdgaspreis von 27 Cent pro Kubikmeter ist Ökomethan allerdings 6 bis 7 Mal teurer.

Der Kubikmeter Methan würde statt 27 Cent 1,8 Euro kosten. In Strom umgewandelt würde er bei 28 Cent pro kwh jedoch einen Verkaufspreis von 2,8 Euro erzielen. Die Gewinne würden sich natürlich anders verteilen.

Den gegenwärtigen Erdgasimport könnte man durch Ökogas substituieren und damit auch die Kohlendioxidmenge komplett neutralisieren.

Man erhielte die dreifache Menge Erdgas allerdings zu einem sehr viel höheren Einkaufspreis.

Erforderlich wären Investitionskosten in die Windkraft von 55 Mrd. Euro pro Jahr in realen Preisen in den nächsten 3 Jahren.

Die aktuellen Zahlen sind kalkuliert mit 3 Cent pro kwh Investitionskosten bei der Windkraft und 15 Cent für die Methanisierung.

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overkott
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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Sonntag 28. Februar 2016, 18:02

Warum lassen sich eigentlich Kohle, Öl und Erdgas nicht so leicht ersetzen? Der liebe Gott hat sich mit diesen Stromspeichern viel Zeit gelassen. Und wir können weder schlauer, noch schneller sein als der liebe Gott.

Geologen können sehr klar abschätzen, wie lange es gedauert hat, bis der viele Kohlenstoff unter der Erde oder unter dem Meer gebunden wurde; einige Millionen Jahre.

Zum Beispiel ist der Kohlenstoff in Methan versteckt. Da ist ein Kohlenstoffatom mit 4 Wasserstoffatomen eingepackt. Und zwar richtig feste. Deshalb steckt da so viel Energie drin. Wenn wir dem Methan mal ein bisschen Feuer unterm Hintern machen, dann kommen die Atome in Schwung. Und dabei tun sie sich gerne mit Sauerstoff zusammen. Der Kohlenstoff hängt sich an zwei Sauerstoffatome und bildet das Team CO2, also das berühmte Kohlendioxid. Der Wasserstoff hängt sich ebenfalls an ein Sauerstoffatom und bildet das Team H2O, das ganz normale Wasser.

Jetzt kostet es ziemlich viel Energie, die ganze Sache rückgängig zu machen, so dass Kohlenstoff und Wasserstoff dem Sauerstoff den Laufpass geben und sich wieder miteinander versöhnen. Das ist der Wirkungsgrad. Der ist um so kleiner, je mehr Energie es kostet.

Ohne Energie funktioniert das auf keinen Fall. Deshalb ist es leichter, Methan zu verbrennen, als den Kohlenstoff wieder fest in Wasserstoff zu verpacken.

Aber wenn wir aus einem Glas Apfelsaft trinken wollen, bringt es wenig, wenn wir ein volles Glas Apfelsaft in ein leeres Glas umfüllen und immer hin und her schütten.

Genau so ist es mit der Energie. Die Energie, die über Millionen Jahre unter der Erde gespeichert wurde und die wir nutzen wollen, lässt sich nicht in ein paar Jahren nachhaltig ersetzen.

Es bleibt uns also nichts anderes übrig. Als Sonne und Wind zu nutzen, mehr Fahrrad zu fahren und zu Fuß zu gehen und mit dem restlichen Energievermögen der Erde sparsam umzugehen.

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overkott
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Re: Die Grünen

Beitrag von overkott » Sonntag 28. Februar 2016, 18:58

Was können wir eigentlich aus der Bibel für den Energieverbrauch lernen?

Da gibt es zwei Geschichten. Die erste Geschichte ist die von der Arche Noah. Die zweite Geschichte ist eigentlich keine Geschichte, sondern eine gute Idee.

Die erste Geschichte handelt von einem Schiff, das Arche hieß. Der Held dieser Geschichte war Noah. Am Anfang galt er als Spinner. Der baute nämlich in der Wüste ein Schiff. Alle fanden Noah verrückt. Aber Noah sagte: Bald wird es regnen. Die Leute glaubten ihm nicht. Er aber investierte in seine Arche. Und tatsächlich fing es irgendwann an zu regnen. Nicht so ein bisschen, sondern richtig heftig. Es war die reinste Umweltkatastrophe. Das Wasser stieg und stieg. Und viele Leute ertranken. Nur Noah und seine Frau nicht. Denn Noah hatte ja seine Arche gebaut. Jetzt zahlte sich die Investition aus. Gott segnete Noah und die Arche und Noah und seine Frau waren Gott dankbar für ihre Rettung.

Was hat das jetzt mit dem Energieverbrauch zu tun? Genau. Die Arche ist wie der Bau von Solaranlagen und Windrädern. Am Anfang kostet das viel Geld. Aber wenn es irgendwann mal anfängt zu regnen, das heißt, wenn es wie bei der Zeche Zollverein keine Kohle mehr gibt und kein Öl mehr wie in Tulsa, Oklahoma, oder in der Nordsee und kein Erdgas mehr wie in Hamburg-Neuengamme, dann fängt der Bau an, sich auszuzahlen.

Der zweite Gedanke lautet: Alles hat seine Zeit. Eine Zeit, Energie zu speichern, und eine Zeit, Energie zu gebrauchen.

Als Gott am Anfang Himmel und Erde schuf, machte er den Tag und die Nacht. Am Tag ließ er die Sonne scheinen und in der Nacht den Mond leuchten. Da wussten die Menschen, wenn die Sonne scheint, können wir arbeiten, und wenn der Mond scheint, können wir uns erholen. Auch die Sonne arbeitet am Tag. Und wir dürfen ihre Arbeit nutzen. Wenn wir uns ein bisschen davon aufsparen, können wir sie auch abends nutzen. Mit dem Wind ist es so eine Sache. Der Wind weht, wann er will. Aber auch bei ihm hat alles seine Zeit. Eine Zeit, Strom zu erzeugen, und eine Zeit, Strom zu verbrauchen. Ein bisschen so ist es auch mit der Wirtschaft. Die läuft nicht immer volle Pulle auf gleichem Niveau. Da gibt es auch ein Auf und Ab. Wie gut, wenn wir Strom speichern können, wenn er nicht gebraucht wird.

Wenn wir aus Kohlendioxid und Wasser mit Strom wieder Methan machen, können wir ihn drei Monate aufbewahren.

Aber eins muss man auch sagen: Noah spielte ein riskantes Spiel. Was wäre eigentlich passiert, wenn es nicht geregnet hätte? Alles auf eine Karte zu setzen, könnte auch daneben gehen. Deshalb sollte man sich auch mit seinen Nachbarn gut stellen. Denn wenn die einem Methan preiswert verkaufen wollen, warum sollte man es dann teuer selber machen? Andersrum: Angenommen der Nachbar ist mal gar nicht nett und will sein Methan für sich behalten, wenn wir es dringend brauchen. Denn auch hier gilt: Alles hat seine Zeit.

Schließlich gibt es noch eine biblische Weisheit: Du sollst das eine tun und das andere nicht lassen. Das gilt auch für die Energiepolitik.

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Re: Die Grünen

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonntag 28. Februar 2016, 19:06

Ja. Und was hat das alles mit den Grünen zu tun?

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Re: Die Grünen

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 28. Februar 2016, 19:49

Gar nichts.
Klein Ovi ist nur wie ein nerviges Kind.
Weil in seinem Energie -Extra -Strang offensichtlich niemand spielen will, geht er in andere Stränge und wirft den anderen Kindern die Türmchen mit Bauklötzen um.
Aber so ist er nun mal, unser Eulenspiegel.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Montag 29. Februar 2016, 11:25

Achtung: Satire

Herr Wirtschaftsminister, warum klappt das mit der Energiewende nicht?

Ich meine: Die Energiewende ist ein gutes Stück Arbeit.

https://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/energiewende.html

Herr Minister, wie wächst denn eine Wirtschaft?

Wenn wir Rohstoffe importieren und höher wertige Fertigwaren exportieren.

Herr Minister, und wie funktioniert die Energiewende?

Wir produzieren mehr Strom, als wir brauchen, und verramschen den Ökostrom unter den Produktionskosten ins Ausland.

In welcher Größenordnung?

Im letzten Jahr hatte allein die Windenergie einen Rekordzuwachs von 4,9 Gigawatt - das entspricht der Leistung von fünf großen konventionellen Kraftwerken.

Glauben sie, dass so eine Wirtschaft wächst?

Wir schaffen damit Arbeitsplätze. 96 im Jahr.

Und wieviele Arbeitsplätze gefährden sie denn mit ihrer Energiewende?

Da muss ich meinen Referenten fragen.

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Montag 29. Februar 2016, 15:09

Hier die aktuellen Preise für Industriestrom ( Stand 29.2.216 ):

http://www.bafa.de/bafa/de/energie/beso ... _2_29.pdf

Die fallenden Gaspreise ab 215 waren schon vor fünf Jahren erwartet worden und werden schätzungsweise in den nächsten vier Jahren anhalten. Das Manager Magazin sah eine Gasblase steigen:

http://www.manager-magazin.de/unternehm ... 563-2.html

Der Preis für Erdgas heute:

http://www.toptarif.de/gas/gaspreis-entwicklung/

http://www.verivox.de/verbraucherpreisindex-gas/

Für die erneuerbaren Energien sind das ungünstige Rahmenbedingungen.

Selbst mit Erdgas läßt sich preiswert Strom erzeugen bei einem Preis von 2 Cent pro Kilowattstunde und einem Wirkungsgrad von 57 Prozent eines Gaskraftwerkes liegt der Strompreis bei 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Das dürfte sich auch an der Strombörse auswirken und die Verluste durch erneuerbare Energien vergrößern.

Aber da gibt es ja die Subventionen aus der EEG-Umlage.

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Re: Power auf Dauer? Energie für morgen

Beitrag von overkott » Dienstag 1. März 2016, 10:27

Wer den Energiemarkt verstehen möchte, findet hier eine unzureichende Einführung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Stromb%C3%B6rse

Ein Hinweis auf den maßgeblichen Zusammenhang mit den erneuerbaren Energien fehlt. Schließlich entsteht vor allem durch die Erneuerbaren ein Stromüberschuss durch starke Schwankungen ( Volatilität ).

Tatsächlich hatte die Angebotsseite vorher nicht so stark geschwankt, weil sich die Fördermengen und die Zwischenlagerung von Energie leichter steuern ließen. Gleichwohl gab es auch vor 5 Jahren schon Überkapazitäten:

http://www.zeit.de/1965/17/schreckgespenst-an-der-ruhr

Für eine optimale Allokation von Ressourcen, also die preiswerteste Energieerzeugung in diesem Fall, stellt der Energieversorger genau so viel Strom her, wie gerade gebraucht wird. Im Idealfall ist die Energieversorgung also an der Nachfrage orientiert.

Die Nachfrage unterliegt jedoch Schwankungen: Im Tagesverlauf gibt es Spitzenverbräuche morgens, mittags und abends. Dazwischen wird weniger gebraucht, nachts besonders wenig. Darüber hinaus bestimmen die Jahreszeiten den Stromverbrauch und die Auslastung ( Konjunktur ) der Wirtschaft.

Nun kann man auf diese Schwankungen besonders gut reagieren, wenn man für die Grundlast billige Kraftwerke ständig laufen lassen kann und für die Spitzenlast teure Kraftwerke zuschaltet: zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke ).

Je stärker die Schwankungen, desto stärker die Koordination. Und wenn nicht nur die Nachfrageseite schwankt, sondern auch die Angebotsseite, dann erhöhen sich noch einmal die Probleme und damit die Produktionskosten. Denn effizient muss für die Grundlast immer ein konstantes Angebot vorhanden sein. Kehrt man die Relation von Grundlastkraftwerken und Spitzenangebot um, lohnen sich die bisherigen behäbigen Grundlastkraftwerke nicht mehr. Denn Kohlekraftwerke kann man nicht wie das Licht an- und ausschalten, weil sie langsam angefahren werden müssen und auch langsam wieder runterfahren. Mit Erdgaskraftwerken geht das schon deutlich schneller.

Wohin also mit dem Stromüberschuss? Aus technischen Gründen muss dieser auf jeden Fall verbraucht werden und sei es auch dadurch, dass man Maschinen oder Pumpen sinnlos laufen lässt. Weil das zu teuer ist, verkauft man besser den Strom. Was also nicht im Inland gebraucht wird, verkauft man ins Ausland. Und dafür ist die Strombörse ideal.

Für das Ausland besteht eine Chance, wenn es über die Börse Strom billiger einkaufen kann, als es selbst Strom produziert, weil es keine Rohstoffe oder keinen Platz hat. Allerdings schwankt auch im Ausland die Nachfrage. Das erleichtert nicht die Probleme mit starken Schwankungen des Angebots und einem hohen Stromüberschuss.

Ein hoher Stromüberschuss lässt die Preise fallen. Das kann man an der Strombörse über die Jahre gut beobachten. Der Ökostrom lässt also die Preise fallen. Je mehr Kapazitäten an Ökostrom zur Verfügung stehen, desto mehr Überschuss entsteht und desto billiger wird mittelfristig auch die konkurrierende Energie, die eigentlich durch Ökostrom substitutiert werden soll.

Das ist wirtschaftlich ein Riesenproblem, weil die Investitoren in Ökostrom auf die Knappheit der konkurrierenden Energie spekulieren und mit stark steigenden Energiepreisen zur Investition angelockt wurden.

Während also der Ökostrom tatsächlich die Preise fallen lässt, produziert der Staat steigende Preise für die Industrie und vor allem für die Verbraucher.

Vor allem bedient sich der Staat dabei über Steuern kräftig selbst. Und aus dem Füllhorn seiner Großzügigkeit verteilt er aus den Löhnen und Einkommen der Verbraucher auch reichlich Gewinne an die Strombranche.

Tatsächlich aber geht eine ineffiziente Energiepolitik über Jahrzehnte zu Lasten des Wachstums.

Die Strombörse ist für die Ineffizienz ein Indikator.

Wie wird das weitergehen? Wikipedia schreibt zum Thema Prognose:

"Ein wichtiges Forschungsgebiet in Zusammenhang mit Strombörsen sind Prognoseverfahren. Diese sollen wichtige Informationen wie die Preisentwicklung generieren, um sinnvolle Kraftwerkslaufzeiten und Preissicherung zu ermöglichen. Lastgänge werden prognostiziert, um optimale Einkaufsmengen festzulegen. Um Preissicherung zu ermöglichen, müssen die Erlöse mindestens die Grenzkosten je Kraftwerkstyp decken. Wasserkraftwerke weisen in der Regel niedrige, kalorische Kraftwerke (Wärmekraftwerke) mittlere und Pumpspeicherkraftwerke hohe Grenzkosten auf. Langfristig müssen am Markt natürlich die Vollkosten gedeckt werden."

Sinnvolle Kraftwerkslaufzeiten lassen sich bei Ökostrom nicht ermöglichen, allenfalls eine Kapazitätsausweitung bis zur Grundlast bei einem extremen Überschuss mit entsprechenden Folgen für die "Preissicherung". Denn die Grenzkosten, also die variablen Betriebskosten fressen durch die starken Schwankungen die Gewinne auf. Die Vollkosten werden am Markt nur dadurch gedeckt, dass den Verbrauchern extreme Rechnungen präsentiert werden.

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