Power auf Dauer? Energie für morgen

Sonstiges und drumherum.
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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Donnerstag 18. Februar 2016, 12:36

PascalBlaise hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Nun wollen wir die Kreditkosten aber auch nicht zweimal rechnen. Wenn diese schon in den 14 Cent Produktionskosten für die Kilowattstunde gemäß Berechnungen des Fraunhofer Instituts enthalten sind, bricht schon wieder die Sonne durch die Wolken.
Was ist mit den Leuten, die gerne mal ein Gläschen Wein nach Feierabend trinken?
Die gönnen sich von ihrem Solareinkommen künftig auch mal zwei.

Statt Autobatterien können die Solarwinzer natürlich auch noch eine Menge andere Sachen mit ihren zu Strom gekelterten Sonnenstrahlen machen.

Zum Beispiel statt Ethanol Methanol erzeugen. Bei der Methanolproduktion wird mit Überschussstrom aus dem Rohstoff CO2 Treibstoff. Dieser wird der Luft entnommen. In Island werden derzeit schon 4. Tonnen Methanol auf diese Art hergestellt.

Der Chemiekonzern Bayer will in diesem Jahr mit der Produktion von CO2-Kunststoff beginnen:

http://www.presse.bayer.de/baynews/bayn ... rent=&ccm=

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Donnerstag 18. Februar 2016, 13:53

Papa, mach mal Strom

Nicht nur Klosterbrüder, auch andere Fitnessfreunde können sich jetzt schon Strom mit der Hand kurbeln, um einen Radio-Weltempfänger zu betreiben, der gleichzeitig Taschenlampe, Alarmanlage und USB-Ladegerät ist:

http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_1 ... +generator

Rund 25 Euro für den selbst mit der Hand gekurbelten Strom sind nicht teurer als für das Fahrradladegerät und beinhalten doch mehr Funktionen.

Der 22 Euro teure Generator mit Fahrradpedalen und 1 Watt-Ausgang fürs Notebook ist jedoch eher ein lautes und wackeliges Spielzeug.

In diesem Jahr soll allerdings etwas auf den Markt kommen, für das sich auch der Papst begeistern kann:

Ein Generator, der richtig Power macht. Wenn Papa eine Stunde strampelt, brennt einen Tag das Licht im Haus.

Kosten sollen die Hometrainer je nach Modell zwischen 22 und 1.4 Euro und in diesem Jahr auf den Markt kommen:

http://de.ubergizmo.com/215/12/19/das- ... ender.html

In der Muckibude können 3 Kunden dann am Abend für einen Monat Strom generieren.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Donnerstag 18. Februar 2016, 15:19

Auf dieser Seite findet sich einmal ein subtiler Vorschlag zur Energiegewinnung im Kraftwerk "Muckibude" und darüber hinaus eine kritische Auseinandersetzung mit der Wirtschaftlichkeit des Generators: https://www.quora.com/Mechanical-Engine ... e-business Subtil an dem Vorschlag zur Energiegewinnung durch Fitness-Kunden ist, sie einerseits am Gewinn der Energiegewinnung zu beteiligen, ihnen andererseits über ein Restaurant noch mehr Service zu verkaufen.

Was ist nun von der kritischen Einschätzung zu halten? Vermutlich kennt der kühle Rechner die Situation in Indien weniger als der Hersteller. Auch in Afrika könnte das Gerät als Notstromaggregator gegen den häufigen Stromausfall dienen. Es käme für kleine Firmen auf dem Land in Frage, für Familien, die sich auf dem Land leichter Lebensmittel als Benzin oder Diesel besorgen können. In Amerika oder Europa wäre das Gerät ein ideales Freizeitgerät, die Amortisation über Stromkosten wäre überhaupt kein Thema, beim Fitnesstraining wäre Strom ein Nebenprodukt.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Freitag 19. Februar 2016, 17:33

Lohnt sich Solarstrom für den Selbstverbrauch?

Solarstrom steht meist zur Verfügung, wenn Privatleute nicht zu Hause sind: über Mittag und im Sommer. Das gilt gerade für moderne Familien mit Müttererwerbstätigkeit und Übermittagsbetreuung.

Solche Familien könnten Solarstrom per Akku den tagsüber produzierten Strom abends nutzen. Sinnvoll ist dafür, dass Laden und Entladen gleich schnell von statten gingen. Denn wer möchte 3 Tage warten, um einen Abend Solarstrom genießen zu können?

Längere Zeiten per Akku zu überbrücken ist zu teuer. Zu diesem Zweck wäre es sinnvoller, die Anlage um den Faktor sieben größer zu dimensionieren. Aber gerade in Monaten, wo der Verbrauch doppelt so hoch ist, liefert die Sonne nur ein knappes Drittel an Strom.

Selbstversorger bleibt, wer von sieben Anteilen Strom ein Teil verbraucht und sechs Teile verkauft. Da die Einspeisevergütung die Produktionskosten nicht deckt, ist Solarstrom ein teurer Spaß mit einem Minimum-Preis von 36 Cent pro Kilowattstunde.

Und wer hat schon ein 280 Quadratmeter großes Dach nach Süden?

Bei Supermärkten kann sich eine partielle Selbstversorgung lohnen, schließen brennt dort tagsüber das Licht und laufen die Kühltruhen, wenn es draußen warm ist. Stromerzeugung und Stromverbrauch laufen dort weitgehend parallel. Versorgungslücken können aus dem Netz gedeckt werden.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Samstag 20. Februar 2016, 17:10

Die Kraft der Wüsten nutzen

Kraftwerke sind meist Wärmetauscher. Dabei werden sie meist als Druckerzeuger genutzt. Der Druck entsteht durch Verdampfen einer Flüssigkeit.

Neuere Versuche kehren Wirkungskreisläufe um. Schließlich kann man nicht nur schieben, sondern auch ziehen. Man kann Atome nicht nur spalten, sondern auch fusionieren. Daher kann man nicht nur Druck nutzen, sondern auch Unterdruck. Dabei würde eine Turbine nicht durch Dampfdruck, sondern durch Dampfzug betrieben. Die Zugluft könnte in einem Kältekraftwerk erzeugt werden. In einem geschlossenen Kreislauf würde ein Gas verflüssigt und der entstehende Unterdruck zum Betreiben einer Turbine genutzt.

Was hat das nun mit einer Wüste zu tun? In der Wüste gibt es extreme Temperaturunterschiede. Tagsüber gibt es starke Hitze, nachts starke Kälte. In einem Kombikraftwerk könnte die Hitze tagsüber Druck erzeugen, die Kälte nachtsüber Unterdruck. Dabei hätte man einen Schaukel- oder Wippeneffekt wie bei einem Pumpspeicherkraftwerk. Es gäbe täglich zwei Aktiv- und zwei Ruhephasen. Dieser Effekt ließe sich ideal zum Erzeugen gleichmäßiger Bedingungen nutzen, etwa dem Betreiben von Klimaanlagen. Tagsüber würde gekühlt, nachtsüber geheizt. Die Wüste ließe sich damit als Fläche erschließen. Bionisch wäre es eventuell sinnvoll, dem Erdmännchen gleich in der Wüste Produktionsanlagen unter die Erde zu verlagern statt Hochhäuser zu bauen. Eventuell sind die klimatischen Bedingungen unter der Erde in der Wüste sogar bereits einigermaßen konstant.

Inwieweit könnte man jetzt die Solarenergie umkehren und auch Dunkelheit in Strom verwandeln?

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Samstag 20. Februar 2016, 17:29

Ein Dunkelheitkraftwerk müsste den Elektronenfluss im unterschiedlich dotierten Silizium quasi umkehren.

Anders als bei einer Batterie, die Licht unabhängig Strom abgeben kann, wäre bei der Dunkelzelle Dunkelheit geradezu die Voraussetzung zur Stromerzeugung.

Bei der Stromerzeugung hätte man eine Tag- und eine Nachtschicht. Auch jahreszeitlich würden sich beide Methoden ideal ergänzen.

Je nach Bedarf könnte man die Licht- und Dunkelheitkraftwerke gewichten, dass heißt in überwiegend benötigter Anzahl installieren.

Bisher wird bei der Solarenergie kritisiert, dass sie Strom nicht just-in-time liefert, sondern ihre Spitzen zur falschen Zeit erzeugt.

Das gilt bei herkömmlicher Energieerzeugung übrigens auch für ein Übermaß an Nachtstrom.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Samstag 20. Februar 2016, 18:00

Für ein Kältekraftwerk wäre zu prüfen, inwieweit überkritisches CO2 in Frage kommt. Mit dieser Technik ließe sich ein Kältekraftwerk eventuell auch als Dampfdruckkraftwerk betreiben. Viskoses überkritisches CO2 würde also durch geringes Herunterkühlen schon bei 30 Grad Celsius verdampft zum Turbinenantrieb. Das geeignete überkritische Medium hängt von den optimalen Temperaturbedingungen der Umgebung zum Herunterkühlen ab.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Sonntag 21. Februar 2016, 00:06

Um den Zusammenhang von Licht und Dunkelheit bei der Stromerzeugung zu verstehen, geht es zunächst um den Einfluss von Licht und Dunkelheit auf die Strömung von Elektronen durch Ladung und Entladung. Bei Gleichstrom muss also die Strömungsrichtung umgekehrt werden. Licht und Dunkelheit können über einen lichtempfindlichen Widerstand als Schalter wirken. Bei einem umgekehrt konstruierten Solarmodul würde Licht den Ausgleich des Elektronenmangels des positiv geladenen Pols behindern. Auf der Suche nach dem Dunkelheitkraftwerk ist die Auswertung der Herstellung von permanent geladenem Schichtmaterial wegweisend:

http://www.patent-de.com/1987423/DE333383C2.html

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Sonntag 21. Februar 2016, 01:24

Im Grunde kann man sich jetzt über die Bezeichnung streiten, ob man so ein Kraftwerk Batterie, Motor, Generator, Aggregat oder Reaktor nennen möchte.

Und natürlich wird der Hinweis auf das Energieerhaltungsgesetz, den Weihnachtsmann und den Osterhasen kommen. Aber die Nörgler werden physikalisch erklären müssen, welches Kraftwerk man denn nicht mit Energieträgern beschicken muss, wenn sie denn nicht simpel fließende Energie umwandeln.

Eins ist sicher gewiss: Ein Zustand selbst ist noch keine Energie und ein Spannungszustand zweier Gegensätze ebenfalls noch nicht; das Kraftfeld eines Magneten ist daher auch noch kein Generator.

Aber Spannungszustände sind eine wichtige Voraussetzung. Je größer die Spannung, desto größer das Potenzial.

Je größer die Chance, desto größer auch die Gefahr. Die Forscher eines Auftriebkraftwerks stehen vor denselben Problemen wie die Forscher eines Fusionskraftwerks: Wie halten sie die Startenergie einer Abreaktion klein, so dass viel in anderer Form gespeicherte oder fließende Energie umgewandelt wird? Die Chancen eines Auftriebkraftwerks werden kleiner sein als die Chancen eines Fusionskraftwerks. Aber der Auftriebkraftwerker muss auch keine Neutronen und Millionen Grad heißes Plasma zähmen.

Im Niedertemperaturbereich scheint die Ergänzung der ORC-Anlagen durch Nutzung von Abkühlvorgängen ein vielversprechender Ansatz.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Sonntag 21. Februar 2016, 10:40

"Solarraffinerie"

Niedertemperaturanlagen könnten außer zur Nutzung von Abwärme in Gebieten mit starker Sonneneinstrahlung sowie starker Nachtabkühlung in Frage kommen.

Solarthermie wäre eine wichtige Kombinationsmöglichkeit.

Mit Heliostaten genannten Spiegeln können selbst in Jülich bereits extrem hohe Temperaturen erzielt werden.

Die Kombination mit einer Niedertemperaturanlage könnte die Nutzungsdauer über den Tag und über das Jahr verbreitern.

Niedertemperaturanlagen könnten je nach Leistungsspektrum des Mediums wie in einer Raffinerie den Temperaturabfall möglichst breit nutzen. Nach einer Hochtemperaturturbine könnte eine Niedertemperatur- und dahinter eine Tieftemperaturturbine geschaltet werden.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Sonntag 21. Februar 2016, 13:42

Im Kältekraftwerk würde tagsüber CO2 flüssig gespeichert, durch Kompression ab 31 Grad mit 1 bar in einen überkritischen Zustand versetzt, durch Druck- und Temperaturabfall expandiert, zum Turbinenantrieb genutzt und nach Kondensation wieder flüssig gespeichert.

Gegenüber dem Verfahren der überkritischen Hochdruckextraktion würden Extraktionsbehälter und Abscheider durch die Turbine ersetzt.

Bei gleichem Dampfdruck wäre die erforderliche Temperatur bei CO2 zehn Mal geringer als bei Wasser. Durch die Kompression würde ungenutzte Energie gespeichert, die etwa durch Solarthermie entsteht.

Vermutlich wäre die Speicherung durch zwei komplementär funktionierende Hybridkraftwerke günstiger als die von der EU geförderten 3 Meter hohen Powertower-Hochhausreihen an der Küste:

http://www.powertower.eu/PT3.html

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Sonntag 21. Februar 2016, 16:27

Die Kombination aus komplementären Kraftwerken ist ja nicht neu: Neben Kohle- und Pumpspeicherkraftwerken werden Windkraftwerke mit Powertowern bedacht.

Die Kombination komplementärer Niedertemperaturkraftwerke wäre eine analoge Umsetzung mit den gleichen Randbedingungen im Hinblick auf Wirkungsgrad und Wirtschaftlichkeit.

Dabei müssen Wirkungsgrad und Wirtschaftlichkeit nicht immer deckungsgleich sein. Ein Kraftwerk mit hohem Wirkungsgrad kann sich als unwirtschaftlich teuer erweisen.

In die Wirtschaftlichkeit einer Technik sind auch die externen Entwicklungskosten einzubeziehen.

In Fusionsenergie sind bereits 15 Milliarden Euro investiert worden, ohne dass durch Fusion auch nur ein Watt Energie erzeugt worden wäre. Dabei ist die Zähmung der Wasserstoffbombe ein Unterfangen, dass die Bürger wohl mit der gleichen Skepsis betrachten wie die bisherige Kernkraft als Vorläufertechnik. Vermutlich wird sich herausstellen, dass zum Starten des Fusionsreaktors doch eine Kernzündung erforderlich ist und Mikrowellen einfach zu schwach sind. Das ist allerdings kein behaglicher Gedanke.

Niedertemperaturkraftwerke sind im Vergleich zur Fusionsenergie low tech, haben vermutlich allein dadurch schon geringere Entwicklungskosten, was bei gleichem Wirkungsgrad von bis zu 40 Prozent die Wirtschaftlichkeit erhöht.

Wenn man in Afrika zum Beispiel Niedertemperaturkraftwerke nutzt, ohne überschüssigen Strom zu speichern, sondern zum Wasserpumpen einsetzt, solange die Sonne scheint, und die Pumpen nachts schlafen lässt, dürfte das für den Kontinent einen Fortschritt bringen.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Sonntag 21. Februar 2016, 17:08

Tatsächlich ist bei der Fusionsenergie noch nicht viel explodiert außer den Kosten.

"Meine Damen und Herren, ich muss ihnen die bedauerliche Mitteilung machen, dass die Kosten voraussichtlich um 10 Prozent steigen werden, äh, um 100 Prozent steigen werden. Ich bitte um ihr Verständnis."

"Meine Damen und Herren, aufgrund von Problemen im Management sind die Kosten inzwischen von 5 auf 15 Milliarden Euro gestiegen. Dieser Anstieg um 300 Prozentpunkte war, äh, nun ja, ursprünglich nicht vorgesehen. Aber sie wollten anfangs einfach nicht wahr haben, dass Fusionsenergie doch eine teure Angelegenheit sein kann. Dass sich jetzt die abgespeckte Version als knapp kalkuliert erwiesen hat, dürfte bei Großprojekten im Rahmen des Üblichen liegen. Sie kennen das ja vom Berliner Flughafen."

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Sonntag 21. Februar 2016, 19:56

Licht in die Wellblechhütte?
Olivgrüne rechnen vor, was ORC-Energie kostet

Wenn alles rund läuft mit der Turbine, hat sich das Ding nach fünf Jahren amortisiert und wirft dann zehn lang Jahre Gewinn ab - nicht nur für die Umwelt.

https://dokumente.unibw.de/pub/bscw.cgi ... ebraun.pdf

Das läuft nicht so schnell, wie sich Industriekapitäne das erträumen. Die möchten am liebsten schon nach 18 bis 36 Monaten schwarze Zahlen sehen.

Die Industrie wünscht sich schnellere Abschreibungsmöglichkeiten.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Sonntag 21. Februar 2016, 22:45

In Afrika wurde jetzt das Fenster für Wellblechhütten erfunden. Dazu wird ein Loch ins Dach geschnitten, eine Flasche mit klarer Flüssigkeit eingesetzt und das Dach wieder abgedichtet. Das Flaschenfenster liefert so viel Licht wie eine 5,5 Watt LED-Glühbirne, ist also schon ordentlich hell.

Aber in Afrika wird nicht nur getrommelt. Da gibt es auch Städte mit Häusern und Straßen und Autos und Motorrädern und Handys und Computer. In Afrika gibt es auch Bodenschätze. Und vor allem gibt es in Afrika Energie.

Sonne satt zum Beispiel. Nicht nur fossile Brennstoffe wie Öl. Wie kann man nun die Energie der Sonne anbohren? Das wäre doch ein echter Reichtum, eine riesige ungenutzte Ressource.

Wie wäre es denn ich nerv mal wieder bisschen: für 3 Millionen Euro so einen kleinen ORC-Generator zu kaufen, der nicht so viel Hitze braucht?

Gerd Müller mit seinem Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit müsste doch eine Idee haben, wie man an so was dran kommt.

Wenn man jetzt mit dem Solartower über Spiegel die Sonnenstrahlen zu Garben bündelt, könnte man mit dem Warmwasser nicht nur duschen.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Sonntag 21. Februar 2016, 22:49

Angenommen, man verkauft den Afrikanern nicht nur Know How, sondern auch die nötige Energietechnik, ihre Wirtschaft in Schwung zu bringen - da müsste sich doch so mancher Afrikaner überlegen, dass es zu Hause eine Zukunft gibt.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Montag 22. Februar 2016, 09:59

Was tut sich am Automarkt?

2,2 Liter Benzin auf 1 Kilometer mit einem anderthalb Tonnen schweren Mittelklassewagen? Wahnsinn. Aber nur bei konstanten 8 km/h. Immerhin. Wie ist das bei einem Benziner möglich? Ein amerikanisches Startup in Kalifornien forscht seit zehn Jahren an einem neuen Einspritzmotor. Mit Hochdruck wird in einen überkritischen Zustand versetztes Benzin in die Kolben eingespritzt und entzündet sich selbst. Genau wie beim Diesel. Mit Diesel soll das Einspritzsystem übrigens auch funktionieren. Selbst im Stadtverkehr dürfte der neue Einspritzer mit seinem Verbrauch noch unter den Testsiegern bleiben. Allerdings ist die Internetseite von Transonic Combustion derzeit nicht erreichbar. Und auch Mitarbeiter schreiben dem Unternehmen kein gutes Zeugnis:

https://www.glassdoor.co.in/Reviews/Emp ... 399852.htm

Unter den Hybriden ( halb Benziner, halb E-Auto ) überzeugt der Opel Ampera mit 1,2 Litern auf 1 Kilometer.

Brandneu soll nächstes Jahr der Ampera E auf den Markt kommen. Der Kompakte ähnelt dem Chevi Bolt auf der anderen Seite des Atlantiks: nicht nur in der Optik, auch von der Reichweite 32 Kilometer. 33. Euro wird der Neuwagen voraussichtlich kosten.

Wer einen kleinen Flitzer sucht und nicht mehr als 11. Euro für einen Neuen beim Autohändler lassen will, ist mit einem VW Up gut beraten, einem Peugeot 18 oder einem Seat Mii. Bei gleicher Leistung noch ein Schnapsglas weniger auf 1 Kilometer verbraucht der Skoda Citigo. Mit gut vier Litern Super ist der Einkaufswagen ein Sparschwein auf Rädern.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Montag 22. Februar 2016, 14:49

Die vermutliche Entdeckung so genannter Gravitationswellen hat zur kritischen Auseinandersetzung mit dem so genannten Gravitationskraftwerk geführt sowie zum grundsätzlichen Verständnis eines Kraftwerks.

Dabei wird ein Kraftwerk als Energiewandler verstanden und formal vielfach als Wärmetauscher. Aufgrund des begrenzten Wirkungsgrades ist jedes Kraftwerk tatsächlich ein Energieverbraucher. Am Ende des Wandlungsprozesses steht also nie mehr Energie, sondern stets weniger Energie. Wirtschaftlich wird die Wandlung als Veredelungsprozess gerechtfertigt. Vergleichbar ist das mit der Metallindustrie, die kein Metall produziert, sondern aus viel Metall weniger Metall in höher wertiger Form herstellt. Die höher wertige Form der Energie heißt Strom.

Organische Brennstoffe sind sehr dichte Energiespeicher. Nutzt man diese Energiespeicher durch Verbrennen, kann man sie wieder herstellen. Weil aber jede Wandlung von Energie Energieverbrauch darstellt, ist auch die Herstellung von Energiespeichern ein Energieverbrauch. Zur Herstellung sehr dichter Energiespeicher benötigt man sehr viel Energie. Deshalb ist die Synthese von organischen Brennstoffen sehr Energie aufwendig.

Die Energie zur Erstellung von Energiespeichern kann primär von der Sonne und sekundär von der Erde kommen. Dabei ist es theoretisch nebensächlich, ob oder dass es sich bei diesen Energieformen prinzipiell um Energie aus dem Verhältnis der Massen von Sonne und Erde handelt, die im energetischen Spannungsfeld zwei Pole darstellen.

Schon heute wird Energie transportiert. Dazu werden überwiegend chemische Energiespeicher in Form organischer Brennstoffe verlagert. Schließlich werden sie nur noch zum kleineren Teil am Ort der Förderung zur Produktion eingesetzt.

Künftig stellt sich die Frage, wie wir die Sonnen- und Erdenergieformen transportfähig machen. Günstig sind Standorte, die sowohl über Sonne, als auch über Wasser verfügen. Das Dredner Startup Sunfire strebt die alternative Produktion fossiler Energiespeicher an: http://www.sunfire.de/produkte/fuel/power-to-liquids
http://www.sunfire.de/produkte/fuel/pow ... anisierung

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Montag 22. Februar 2016, 20:12

E-Auto vs. Diesel
Wirkungsgrade und ihre Vergleichbarkeit sind ein spannendes Thema

Niemand sagt so genau, nach welchem objektiven Maßstab der Energiegehalt eines Energieträgers bestimmt wird und wodurch der Wirkungsgrad vergleichbar wird.

Das dürfen wir weithin gläubig zur Kenntnis nehmen.

Wie ist die Auswirkung auf den Vergleich des Mitsubishi i-MIEV ( E-Auto ) mit einem VW Polo Blue Motion ( vermutlich Diesel ) durch das Karlsruhe Institut of Technology ( siehe vor allem S. 1 und 11 )?

http://web3.karlsruhe.de/Wirtschaft/img ... wn773a.pdf

In seinem Vergleich hat der Autor das E-Auto im Gesamtwirkungsgrad leicht schlechter bewertet als einen Benziner und deutlich schlechter als ein Dieselfahrzeug.

Gleichzeitig hat er angegeben, wie sich die Wirkungsgrade auf dem Weg vom Kraftwerk zum Rad beim E-Auto multiplizieren. Den Verlust durch Stromtransport hat er mit 1 Prozent relativ hoch bewertet. Andere Quellen sprechen von 6 Prozent. Insgesamt stellt sich die Schlechterstellung des E-Autos beim Wirkungsgrad zunächst als falsch heraus. Rechnet man mit den Zahlen des Autors nach, kommt man auf einen Wirkungsgrad von 34,6 Prozent statt auf 31 Prozent beim Elektromotor. Der Elektromotor ist damit dem Ottomotor beim Wirkungsgrad überlegen, jedoch einem Dieselmotor mit 42 Prozent Wirkungsgrad unterlegen.

Darüber hat der Autor für das E-Auto Testwerte einer Autozeitschrift mit VW-Laborwerten verglichen. Tester einer Autozeitschrift haben aber gerade die VW-Laborwerte im Hinblick auf den Verbrauch in Frage gestellt.

Rechnen wir einmal mit den vorgegebenen Zahlen.

Das E-Auto verbraucht laut Test 21,9 kw/h auf 1 Kilometer, der VW Polo 3,3 Liter ( laut Test: 4,8 Liter ).

Wie lässt sich das umrechnen? Die Stadtwerke Emmendingen geben für den Liter Diesel 9,84 kw/h an.

Der VW Polo verbraucht also 32,4 kw/h ( 47 kw/h ). Das E-Auto verbraucht umgerechnet 2,2 Liter auf 1 Kilometer.

Aber stimmt das wirklich für das E-Auto?

Wie beim Auto auch, wird der Tester keine Betrachtung vom Kraftwerk zum Rad angestellt haben. Vom Kraftwerk zum Rad verbraucht das E-Auto auf 1 Kilometer durch die Wirkungsgradverluste 6,4 Liter ( 63,1 kw/h ) auf 1 Kilometer, wenn man die Wirkungsgradkette des Autors zugrunde legt.

Rechnet man mit einem Wirkungsgrad von 42 Prozent beim Dieselmotor, kommt man auf einen Verbrauch von 7,8 Litern ( 77,4 kw/h ) auf 1 Kilometer ( 11,4 Litern / 112,7 kw/h ).

Es scheint, als könnte das E-Auto von der Quelle bis zum Rad beim Energieverbrauch tatsächlich im Vorteil sein.

Dieser Vorteil wird wahrscheinlich wieder relativiert, wenn Opel beim Ampera E ähnlich dem Chevrolet Bolt auf Fahrspaß wert legt.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Montag 22. Februar 2016, 22:27

Was ist vom Ampera E zu erwarten?

Von seiner 60 kw/h Batterie werden 87 Prozent nutzbar sein, also 52 kw/h. Bei einer Reichweite von 320 Kilometern entspricht das einem Verbrauch von 16,3 kw/h, vergleichbar 1,65 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Bei einem Preis von 0,28 Euro pro kw/h ist das E-Auto beim Energieverbrauch 3 Mal teurer als der Diesel.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Dienstag 23. Februar 2016, 09:58

Warum ist eigentlich das E-Auto beim Verbrauch 3 Mal teurer als ein Diesel?

Antwort:

http://www.tz.de/welt/die-grossen-strom ... 9821.html

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Dienstag 23. Februar 2016, 11:21

Wirkungsgrad ist nicht gleich Wirkungsgrad

Der theoretische Wirkungsgrad misst den Restbetrag nach der Umwandlung von Energie. Idealerweise bleiben nach der Umwandlung 1 Prozent übrig. Daher kann der theoretische Wirkungsgrad nie höher als 1 Prozent liegen.

Der praktische Wirkungsgrad kann jedoch höher sein, wenn man etwa die Herkunft der Energie in Betracht zieht. Demnach haben Wandler freier Energie Wirkungsgrade über 1 Prozent, während Wandler gespeicherter Energie Wirkungsgrade unter 1 Prozent haben.

Beispiel: 1954 konnte eine Solarzelle einen theoretischen Wirkungsgrad von 6 Prozent erzielen. Das heißt: Aus 1 Prozent Sonne wurden 6 Prozent Strom. Praktisch bedeutete das: 6 Prozent Gewinn kostenloser Energie. Zur selben Zeit konnten Kohlekraftwerke einen theoretischen Wirkungsgrad von 3 Prozent erzielen. Das heißt: Aus 1 Prozent Kohle wurden 3 Prozent Strom. Praktisch bedeutete das einen Verlust von 7 Prozent gekaufter Energie.

Für eine genauere Energiebilanz wird auch die Energie bei Produktion einer Anlage mitberechnet. Heute liefert eine Photovoltaikanlage während ihrer Betriebsdauer mindestens 6 Mal mehr an kostenlosem Strom, als für die Produktion erforderlich waren, während bei einem Wärmekraftwerk die Energie für die Produktion der Anlage den praktischen Wirkungsgrad weiter verringert.

Für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung ist jedoch nicht nur der Wirkungsgrad relevant. Schließlich gibt es außer Energie noch weitere Produktionskosten einer Anlage. Diese stehen zur Laufzeit in Relation.

Für die Solarindustrie war Photovoltaik ein einträgliches Geschäft:

http://www.solarserver.de/news/news-5678.html

Sichtbares Zeichen dafür ist der Bonner Sonnenkönig Frank Asbeck:

https://www.youtube.com/watch?v=WOkunFlWbDU

Verbrauchern blieb vom Gewinn der kostenlosen Energie vor allem die Hoffnung, dass die Wette auf steigende Strompreise aufgeht. Schließlich hatten sie ihr Geld mindestens 1 Jahre zinslos angelegt in der Hoffnung, danach ein Stückchen vom Kuchen abzubekommen. Die Solarindustrie hatte also das Unternehmerrisiko weitgehend auf die Verbraucher abgewälzt. Sie bekam ihr Geld nämlich sofort und konnte es sofort wieder mit Amortisationszeiten von 18 bis 36 Monaten anlegen.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Dienstag 23. Februar 2016, 13:38

Wie frei ist Freie Energie wirklich?

Der Ausdruck Freie Energie kommt im engeren Sinn aus dem esoterischen Bereich. Bezeichnet wird damit eine unbekannte, hypothetische Raumenergie. Hier geht es jedoch um freie Energie in Form von bekannten und genutzten fließenden Energien wie Sonne, Wind und Wasser.

Diese Energieformen sind nicht absolut, sondern nur relativ frei, weil Sonnenenergie durch Verschattung gestoppt wird, Windenergie durch Windräder gebremst wird und auch Bäche und Flüsse nach der Nutzung langsamer fließen, bis sie durch Gefälle wieder an Energie aufnehmen.

Auch in rechtlicher Hinsicht sind Sonne, Wind und Wasser nur relativ frei. Schließlich gibt es gesetzliche Regelungen zur Verschattung von Grundstücken etwa oder im Hinblick auf die Wassernutzung.

In wirtschaftlicher Hinsicht sind sie an Grund- und Anlagenvermögen gebunden. Ähnlich wie bei Lagerstätten chemischer Energieträger gibt es Grundstücke mit unterschiedlichen Mengen an Sonnen-, Wind- und Wasserenergie. Man kann also Grundstücke mit Kohlevorkommen erwerben ebenso wie Grundstücke mit Sonnenstunden, durchschnittlichen Windaufkommen und Vorkommen an potentiell oder tatsächlich fließendem Wasser.

Was man aber bereits nutzen kann, muss man nicht mehr eigens erwerben. Sonnen-, Wind- und Wasserenergie - soweit auf dem eigenen Grundstück vorhanden - muss man nicht mehr zusätzlich kaufen - insofern ist sie frei. Allerdings muss man noch in die Anlagen investieren.

Soweit man bisher scheinbar wertlose Ländereien und Grundstücke besitzt mit viel natürlich fließender Energie als ungenutzter und insofern freier Energie, verfügt man über eine beachtliche Ressource.

Beim Theme Freie Energie kommt auch der Bedini-Motor ins Gespräch. Es handelt sich dabei um einen Permanentmagnetmotor. Solche Elektromotoren haben einen sehr hohen Wirkungsgrad von 99 Prozent. Das lässt sie zunächst als Perpetuum Mobile erscheinen. Und doch verbrauchen sie mehr Energie, als sie aufnehmen.

Im engeren Sinn wird als Motor eine Maschine bezeichnet, die Energie in kinetische Bewegungsenergie umsetzt. Wandelt man damit umgekehrt Bewegungsenergie in elektrische Energie um, wird sie im engeren Sinn als Generator bezeichnet. Jeder Motor ist also ein potentieller Generator. Im weiteren Sinn kann man die Bezeichnungen Motor und Generator auch synonym verwenden.

Das Umfunktionieren eines Bedini-Motors zum Generator bedeutet jedoch nicht, dass man statt 99 Prozent plötzlich 101 Prozent Wirkungsgrad hätte. Vor allem verliert der Bedini-Motor an Wirkungsgrad, wenn man ihn belastet, um beispielsweise Strom abzuführen.

Anders ausgedrückt verliert eigentlich kein Motor an Wirkungsgrad. Denn auch der Wirkungsgrad ist eine relative Betrachtung. Beim Wirkungsgrad beschränkt man seine Beobachtung auf die genutzte Energie. Ein Kohlestromgenerator von 1950 mit 30 Prozent Wirkungsgrad, lieferte 30 Prozent Strom und 70 Prozent ungenutzte Energie in Form von Licht, Wärme, Reibung. In Summe kam am Ende also genauso viel Energie heraus, wie am Anfang reingesteckt wurde.

Nutzt man durch einen Turboeffekt oder eine sonstige nachgeschaltete Technik die ungenutzte Energie erhöht man den Wirkungsgrad der Gesamtanlage. Macht man also heute aus 100 Prozent Kohle 40 Prozent Strom und verstromt die 60 Prozent Abwärme mit einem Wirkungsgrad von 40 Prozent, erzielt man einen Gesamtwirkungsgrad der Anlage von 64 Prozent. Durch jede weitere nachgeschaltete Anlage mit Wirkungsgrad von 40 Prozent sinkt jedoch der gewonnene Zusatznutzen um mehr als die Hälfte, bis sich eine weitere Nachschaltung nicht mehr rentiert.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Dienstag 23. Februar 2016, 23:18

Das größte Hindernis für die Rentabilität des E-Autos ist die Energiewende.

Zwar sagt uns das Sandmännchen: "Der Strompreis für Ökostrom liegt im Schnitt weniger als 2 Prozent über dem für konventionellen Strom. Sparen beim Strompreis und etwas für die Umwelt tun muss sich also nicht ausschließen."

http://www.strompreise.de/strompreis/

Tatsache hingegen ist, dass der Staat neben der Umsatzsteuer zusätzlich 36 Prozent auf den Strompreis für die Energiewende aufschlägt. Denn, liebe Kinder, im Stromsee schwimmt schon ganz schön viel Ökostrom rum. Ohne die Aufschläge nach EEG würde der Strom derzeit durchschnittlich 18 Cent kosten.

Damit wäre das E-Auto im Verbrauch allerdings immer noch doppelt so teuer wie ein Diesel und 4 Mal so teuer wie ein Erdgasauto.

Auch der Rheinischen Post darf man nicht alles ungeprüft glauben: "Dass die Gewinne der Konzerne in den letzten Jahren gestiegen sind, zeigen nun auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach kassierten die Versorgungsunternehmen im Jahr 29 im Durchschnitt 17,75 Cent je Kilowattstunde, das waren 7,3% mehr als 28."

http://www.rp-online.de/wirtschaft/unte ... -1.232366

Wo immer die Rheinische Post ihre Zahler her hatte: Zumindest schreibt das Statististische Bundesamt jetzt andere.

https://www.destatis.de/DE/Publikatione ... cationFile

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Mittwoch 24. Februar 2016, 00:51

Wieviel die Stromkonzerne an der Kilowattstunde verdienen, ist nicht ganz leicht abzuschätzen. Zwar gibt es einen Bericht über die Stromwirtschaft in Österreich für das Jahr 29 mit einer Angabe von 2 Cent:

http://diepresse.com/home/wirtschaft/ec ... wattstunde

Für die RWE lässt sich aus diesem Bericht errechnen, dass der Konzern 212 an der Kilowattstunde Strom aus herkömmlicher Produktion 1 Cent verdient hat:

http://www.stromtip.de/News/29534/RWE-m ... Minus.html

Inzwischen kommuniziert RWE die herkömmliche Energie als Verlustgeschäft.

Vermutlich verdienen die Stromerzeuger am Ökostrom 3,1 Cent. Denn zieht man vom Preis für die Kilowattstunde die Umsatzsteuer ab sowie die Ökoaufschläge und gesetzlich vorgeschriebene Einspeisevergütung, bleiben 3,1 Cent. Das wären als Marge 12,86 Prozent Gewinn vom Nettopreis. Bei dieser Berechnung träte der Stromkonzern nicht mehr als Produzent, sondern nur noch als Stromhändler auf. Durch Verkauf ins Ausland könnte er zusätzlichen Gewinn erwirtschaften, wenn er den Strom wegen Spitzen zur falschen Zeit nicht verschenkt.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Mittwoch 24. Februar 2016, 08:50

Nur in Dänemark kostet es mehr, das Licht anzuknipsen

Deutschland ist Vizeeuropameister bei den Strompreisen. Das Statistische Bundesamt legt Zahlen von Eurostat bis 2015 vor:

Deutschland: 29,51 Cent pro kw/h
Niederlande: 19,57
Schweden: 18,51
Frankreich: 16,24
Österreich: 20,09
Belgien: 21,26
Polen: 14,4
Tschechien: 12,73

Die Liberalisierung des Strommarktes von 1998 blieb für die Verbraucher ein Scherz. Statt durch mehr Wettbewerb zu sinken, stieg der Strompreis in den letzten 15 Jahren um knapp 63 Prozent, jedes Jahr mehr als 4 Prozent. Von gesunkenen Einfuhrpreisen sah der Verbraucher nichts. Und auch die Betreiber von Solaranlagen, die mit 7 Prozent jährlicher Steigerung gerechnet haben, stellen Geld und Flächen verlustig zur Verfügung. Lange ging es der Solarbranche Gold. Und auch die Stromkonzerne schwimmen im Geld. Es gibt also Wähler, für die sich der politische Strompreis lohnt. Die Strompolitik hat den Wohlstand der Wohlhabenden vergrößert.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Mittwoch 24. Februar 2016, 17:09

Die Industrie bekommt den Strom preiswerter. Die Württembergische Energie nimmt 16,65 Cent pro kw/h. Zieht man die Steuern und Umlagen vom durchschnittlichen Verbraucherpreis 28,69 Cent ab, ergibt sich ein Unterschied zwischen diesem Nettopreis und dem Industriepreis von 1,73 Cent.

Das Ökopreispaket und der Ökostrom ist also nur etwas für Verbraucher: extra umweltbewusst, extra teuer. So wundert es auch nicht, dass der Anteil der Verbraucher am Energieverbrauch dem Anteil des Ökostroms am Energieangebot entspricht: 25 Prozent.

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Re: 3Sat: Des Einsteins neue Kleider

Beitrag von overkott » Donnerstag 25. Februar 2016, 09:47

Strompreis um 3 Cent senken

Eigentlich ist reiner Ökostrom ist gar nicht so teuer. Klima neutral könnten wir einen Strompreis 14,9 Cent pro kw/h haben. Davon sahnt der Stromkonzern 2,6 Cent Gewinn ab. Eine staatlich garantierte Rendite von knapp 18 Prozent.

Aber damit ist der Strom noch nicht beim Kunden. Deshalb kommen auf den Strompreis noch Netznutzungsentgelte. Das ist so eine Art Wegezoll. Der liegt bei 6,9 Cent. Wieviel sich die Netzbetreiber davon wegstecken, ist schwer zu sagen. Die Bonner Bundesnetzagentur und will in diesem Jahr eine deutliche Senkung der garantierten Kapitalrendite prüfen. Bisher lag diese zwischen 7 und 9 Prozent. Zum Vergleich: Mit Bundeswertpapieren kann man staatlich garantiert 0,3 Prozent verdienen.

Strom kann man speichern oder transportieren. Gerade Speicher sind für das schwankende Stromaufkommen von Ökostrom wichtig. Was man speichert, muss man nicht durchs Land transportieren. Die Transportstrecken könnten kürzer werden. Die Transportkosten könnten sinken.

Zur Zeit bezahlt der Verbraucher für Ökostrom und Netzentgelt 21,8 Cent. 6,9 Cent bezahlt er für die Bereitstellung von herkömmlichem Strom zur Lösung des Speicherproblems. Angemessen wäre eine Kostenerstattung für den Stromkonzern. Statt dessen bringen die 6,9 Cent dem Stromkonzern noch einmal 1 Cent Gewinn und damit eine Sonderrendite von 9 Prozent.

So kommt allein der Stromkonzern auf eine Gesamtrendite von 26,4 Prozent durch Ökostrom.

Rechnet man noch die fetten Renditen der Netzbetreiber hinzu, zahlt der Verbraucher gut 33 Prozent Renditen für den Strom, während er selbst bei Geldanlagen mit 0,3 Prozent abgezockt wird. Staatlich garantiert.

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Lebenshaltungskosten und Sozialhilfe senken

Beitrag von overkott » Donnerstag 25. Februar 2016, 10:15

Bei einer Absenkung der Strompreise um 3 Cent pro kw/h könnte bei der Kostenerstattung natürlich auch die Sozialhilfe um den selben Betrag gesenkt werden.

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Re: Lebenshaltungskosten und Sozialhilfe senken

Beitrag von RomanesEuntDomus » Donnerstag 25. Februar 2016, 10:33

overkott hat geschrieben:... kw/h ...
kWh

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Re: Lebenshaltungskosten und Sozialhilfe senken

Beitrag von overkott » Donnerstag 25. Februar 2016, 10:45

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:... kw/h ...
kWh
Eine sinnvolle Kürzung. Aber keine Offenbarung.

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Re: Lebenshaltungskosten und Sozialhilfe senken

Beitrag von RomanesEuntDomus » Donnerstag 25. Februar 2016, 11:50

overkott hat geschrieben:Eine sinnvolle Kürzung. ...
:hae?: Da wird nichts gekürzt. Die bei der Stromabrechnung übliche (Energie-)Einheit heißt nun mal Kilowattstunde (kWh) und nicht Kilowatt pro Stunde.
overkott hat geschrieben:... Aber keine Offenbarung.
Nein, natürlich nicht. Es sollte allgemein bekannt sein.

Falls du dich einmal entschließen könntest, nur mal für fünf Stunden deinen Computer auszuschalten, würdest du erstens ungefähr 1 kWh sparen, zweitens könntest du während dieser Zeit noch einmal heimlich das Sachkundebuch aus der 4. Klasse zur Hand nehmen, da stehen nämlich solche Sachen drin, und dir werden beim Lesen garantiert noch zahlreiche weitere Offenbarungen zuteil, die du dann geschickt nutzen könntest, um die Qualität deiner Beiträge hier sprunghaft und signifikant zu erhöhen, und drittens könntest du dann möglicherweise selbst mit gutem Beispiel vorangehen und dem Sozialamt das Ersparte zurücküberweisen.

Bei Wikipedia wirst du auch schon erwähnt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wattstunde
Angelehnt an die Schreibweise von Stundenkilometer wird vereinzelt die Einheit kWh falsch als kW/h angegeben.

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