Dialekte und Umgangssprache

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Christ86
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Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christ86 » Freitag 22. Januar 2010, 09:15

Hallo

Wir hatten hier ja schon ein paar mal einige OT's zu den Dialekten, die man spricht. Das Thema finde ich interessant :)

Wer spricht einen vom Hochdeutschen abweichenden Dialekt, wie nennt man den Dialekt und wann wird der benutzt? Nur zu Hause privat, oder im Alltag allgemein auf mündlicher Basis, z.B. auch im Umgang mit Behörden etc.?

Bei uns spricht man eigentlich ausschliesslich Schweizerdeutsch (ausser in der Schule und im eidg. Parlament), Hochdeutsch ist eine reine Schriftsprache. Wie ist das bei euch?
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Linus » Freitag 22. Januar 2010, 18:02

Industrieviertlerisch* :D ist dem Wienerischen sehr ähnlich, gehört zu den österreichischen (Ost)Mittelbairischen Dialekten, relativ kleine Varietäten zum österreichischen Hochdeutsch. Das spreche ich die meiste Zeit. Daheim inzwischen teilweise Mundart, bei den Schwiegerleuten deutlicher - sonst bin ich als der "gescheate Weana, dea maant, ea warat was bessas" verschrieen. ;D Der mM große Unterschied zwischen Wien und Umland ist, daß die im Wienerischen häufig unmarkierten Ironien schon nicht mehr undbedingt verstanden werden (Wenn man von "Ich war a Kaffeetscherl trinken" redet, meint man gewöhnlich "Ich bin im kaffeehaus 6 Stunden beim Frühstück versumpert".)

*Das Industrieviertel, eins der vier Viertel Niedeösterreichs, allerdings würde ein Insustrieviertler, anders als in den restlichen drei Viertel, niemand sagen, man sei "Industrieviertler" man hewbt hier eher die Bezirkszugehörigkeit heraus (Mödling, Baden, Bruck, Schwechat, Wiener Neustadt, Neunkirchen)
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Marion » Freitag 22. Januar 2010, 18:41

Bis 1975-1980 rum war in Reutlingen alles Schwäbisch. Schule, Ämter, Kneipen, Essen überall und alles. Dann kamen Hochdeutsche und andere Fremde zugereist und arbeiteten sogar an Schulen als Lehrer. Ab da fing dann sogar der Bürgermeister an so zu sprechen, daß es auch Fremde verstehen. Zwischenzeitlich redet sogar mein Vater am Telefon mit mir nicht mehr richtig schwäbisch :boese:
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christ86 » Freitag 22. Januar 2010, 18:51

Marion hat geschrieben:Dann kamen Hochdeutsche und andere Fremde zugereist und arbeiteten sogar an Schulen als Lehrer.
:kugel: Du redest wie meine Verwandten in Südbaden, die beschweren sich auch über die Fremden, die zugewandert sind und ihre Sprache (Hochdeutsch) mitgebracht haben. Noch krasser ist, dass sie den Evangelischen dort noch immer "Flüchtlinge" sagen, weil die nach dem 2. Weltkrieg gekommen sind :D
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christ86 » Freitag 22. Januar 2010, 19:03

Noch eine andere Frage: haben die Dialektsprecher in Deutschland und Österreich auch solche Hemmungen bzw. eine Abneigung dagegen Hochdeutsch zu sprechen wie so viele Schweizer?
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Marion » Freitag 22. Januar 2010, 19:57

Christ86 hat geschrieben: :kugel: Du redest wie meine Verwandten in Südbaden, die beschweren sich auch über die Fremden, die zugewandert sind und ihre Sprache (Hochdeutsch) mitgebracht haben.
Mitgebracht hört sich an wie ein Geschenk, also ne Bereicherung. Für mich als Schwabe ist das keine Bereicherung. Meine Muttersprache kann ich nur noch mit ein paar Hobbyschwaben schwätzen oder von Mundartkünstlern hören. Das find ich traurig. Bald ist die Sprache ganz tot *schnief*
Christ86 hat geschrieben: Noch eine andere Frage: haben die Dialektsprecher in Deutschland und Österreich auch solche Hemmungen bzw. eine Abneigung dagegen Hochdeutsch zu sprechen wie so viele Schweizer?
Hochdeutsch empfinde ich als kalt, Abneigung hab ich aber keine. Und ich find es klasse, daß ihr Schweizer euren Dialekt pflegt und euch nicht überrumpeln lasst. Ihr sprecht das ja sogar noch im Fernsehen :blinker:
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von obsculta » Freitag 22. Januar 2010, 20:11

Du bist doch auch eine Fremde und Zugereiste,da wo Du jetzt lebst.

Das Rheinland war immer Durchmarschgebiet von allen möglichen
Völkerschaften....heute sind es die Autobahnen,die ganz Europa
hier durchdüsen lassen.
Jeder Jeck ist anders und wenn Du schwäbisch schwätzen willst,dann
sei so frei und tue es...und freue Dich,das Deine Heimat anderen
so gut gefällt,daß sie dort leben möchten.
Statt darüber zu jammern,das sie nicht dazugehören,weil sie anders sprechen,
wäre es doch schön,ihnen das heimatliche Idiom näherzubringen....unter der
Berücksichtigung,das sie eben keine Schwaben sind.

Außerdem ist Sprache etwas sehr wandelbares in den Zeitläuften.

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Marion » Freitag 22. Januar 2010, 20:23

obsculta hat geschrieben:Du bist doch auch eine Fremde und Zugereiste,da wo Du jetzt lebst.
Aber ich drück ihnen nicht meine Sprache auf :blinker:
geschweige denn daß ich ihnen ihre Sprache plattmachen möchte. Ich liebe übrigens auch hier die Dialekte mehr als das Fernsehportugiesisch. Die Sprachen die kleine Gemeinden selber entwickeln haben Charme - sie fühlen sich viel menschlicher und wärmer an.
obsculta hat geschrieben:Jeder Jeck ist anders und wenn Du schwäbisch schwätzen willst,dann
sei so frei und tue es...
Mit wem denn? Die Kinder lernen sie ja nichtmal mehr und der eigene Vater hochdeutschelt schon rum :aergerlich:
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von obsculta » Freitag 22. Januar 2010, 20:44

Jaul nicht rum und sprich so,wie Dir der Schnabel
gewachsen ist.
Außerdem sind in der ganzen Geschichte der Menschheit
immer irgendwelche Völker nach irgendwohin unterwegs gewesen.
(Sch..höre mich schon an wie ein Mitglied der Grünen...)
Wenn Deine Kinder nicht wollen,vielleicht Deine Enkel?
Weil sie irgendwann wissen wollen,warum Oma so merkwürdig gesprochen hat?
Warte mal ab,das ergibt sich schon.

Ich mag Dialekte,ich habe richtig Spaß daran,meine Patienten ihren
Herkunftsgebieten zuzuordnen.
Hochdeutsch ist dennoch meine Umgangssprache,weil ich möchte,daß ein Ostpreuße,
Bayer,Hesse,Pfälzer,Niederdeutscher mich verstehen kann.
Spaß kommt auf,wenn man aneinander vorbeiredet und versuchen muß,
sich zu verstehen.Und wenn das dann klappt,dann ist Verbrüderung angesagt!

Sag mal,was machst Du durchgezüchtete Schwäbin eigentlich in Brasilien?
Ein Land.das ich mit Dir nicht verbinden würde,so auf den ersten Denker....

Was kochen die da eigentlich?

Liebe Grüße

Obsculta

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Marion » Freitag 22. Januar 2010, 20:59

obsculta hat geschrieben:Jaul nicht rum und sprich so,wie Dir der Schnabel
gewachsen ist.
Ich red nicht nur wie es mir passt, und was mir passt sondern jaul auch so :P
obsculta hat geschrieben:Sag mal,was machst Du durchgezüchtete Schwäbin eigentlich in Brasilien?
Ein Land.das ich mit Dir nicht verbinden würde,so auf den ersten Denker....
Das ist zu privat und zu unkatholisch um das hier auszubreiten :D
obsculta hat geschrieben:Was kochen die da eigentlich?
Zwischenzeitlich hab ich Gott sei Dank wieder nen Kässpätzlehobel Bild

Sehr lecker wird hier gekocht - viel Fleisch - viel Reis und viele Bohnen.
Obst, Gemüse und Fleisch sehen nicht nur aus wie solches sondern schmeckt auch so. Es ist alles frischer und reifer als es in meim schwäbischen Heimatsstädtle war und auch im restlichen Deutschland.
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Linus » Freitag 22. Januar 2010, 21:01

Christ86 hat geschrieben:Noch eine andere Frage: haben die Dialektsprecher in Deutschland und Österreich auch solche Hemmungen bzw. eine Abneigung dagegen Hochdeutsch zu sprechen wie so viele Schweizer?
Meine Erfahrung: Echte Dialektsprecher (vor allem im alpinen Bereich zu finden, andernorts ist das Wienerische und seine Derivate inm Vormarsch )können gar kein echtes Hochdeutsch. Bei einigen Sendungen gibts hochdeutsche Untertitelungen
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Nassos » Freitag 22. Januar 2010, 21:15

Ich spreche mehrere Dialekte, muhaha. Schwäbisch und samothrakisch.

Die Schwere hängt ab vom:

a) geographischen Abstand zum Kerngebiet
b) eingebildetem Zutraufaktor (wie gut könnte mich mein Gegenüber noch verstehen)
c) momentanem Verulkungs- und Angeberlevel :breitgrins:

Es wird ärgerlich, wenn mir mein Gegenüber überlegen ist.

Speziell bei samothrakischem Dialekt, der übrigens tiefe Wurzeln im Altgriechischen hat aber auch sehr viel vom Italienischem und natürlich auch vom Türkischen übernommen hat, meint meine Frau (während sich die Fähre der Insel nähert und gemäß a) die Schwere zunimmt): "Dein Dialekt ist ein Beil".

Ich fasse dies als Kompliment auf.

(Gestern las ich bei Sick: bei den Berlinern gibt es den Akkudativ).

Tschökes,
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von holzi » Freitag 22. Januar 2010, 21:19

Christ86 hat geschrieben:Noch eine andere Frage: haben die Dialektsprecher in Deutschland und Österreich auch solche Hemmungen bzw. eine Abneigung dagegen Hochdeutsch zu sprechen wie so viele Schweizer?
Ja, ich! Aufzeig! Hochdeutsch ist Schriftdeutsch, zum Schreiben ist das ganz gut aber sprechen tu' ich das nur recht widerwillig. Cantus, HeGe, Niels und Heike (wo steckt da Mädel eigentlich?) merkten ja, daß ich auch im Ausland (=Köln) meine Herkunft sprachlich nie verleugnet habe.
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von holzi » Freitag 22. Januar 2010, 21:23

obsculta hat geschrieben:Spaß kommt auf,wenn man aneinander vorbeiredet und versuchen muß, sich zu verstehen.
Ja, das erinnert mich an die Begebenheit bei der Bundeswehr, :ikb_tank: als ich einen Kameraden zu mir her rief "Jetz geh weiter, geh her!" und er dann fassungslos zurückfragte "Ja was denn? Soll ich jetzt kommen oder gehen?" :patsch: :freude:
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christ86 » Freitag 22. Januar 2010, 21:24

Linus hat geschrieben:
Christ86 hat geschrieben:Noch eine andere Frage: haben die Dialektsprecher in Deutschland und Österreich auch solche Hemmungen bzw. eine Abneigung dagegen Hochdeutsch zu sprechen wie so viele Schweizer?
Meine Erfahrung: Echte Dialektsprecher (vor allem im alpinen Bereich zu finden, andernorts ist das Wienerische und seine Derivate inm Vormarsch )können gar kein echtes Hochdeutsch. Bei einigen Sendungen gibts hochdeutsche Untertitelungen
:D So ist's recht, jeder spreche, wie ihm der Schnabel gewachsen ist :breitgrins:

Da fällt mir ein, hatte kürzlich ein langes Gespräch mit einem Voralberger an einem Anlass, der Gute sprach so schnell seinen Dialekt, dass ich ihn nicht verstanden habe. Musste ihn ständig bitten, seine Sätze zu wiederholen. Bisher dachte ich eigentlich, dass Voralbergisch dem Schweizerdeutschen so ähnlich ist wie der Dialekt der Bademer - war aber nicht so :nein:

Ich mag übrigens den Akzent der Österreicher, wenn sie Hochdeutsch sprechen, sehr gerne :ja: Klingt ganz eigen und nicht so kalt, wie wenn die Norddeutschen oder Ossis sprechen und nicht so scheusslich, wie wenn die Schweizer versuchen, Hochdeutsch zu sprechen :blinker:
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von holzi » Freitag 22. Januar 2010, 21:28

Linus hat geschrieben:[...] andernorts ist das Wienerische und seine Derivate inm Vormarsch [...]
Ja, und bei uns das Münchnerische Pseudobayerisch :kotz: @HeGe & Niels: der Rudi, der im Oktober in Bensberg war, ist übrigens einer der ganz ganz wenigen Münchner, die ich kenne, die wirkliches Bayrisch sprechen und nicht das greisliche Komödienstadlbairisch oder gleich das noch viel schlimmere MTV-"Hoch"deutsch!
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christ86 » Freitag 22. Januar 2010, 21:30

holzi hat geschrieben:
Christ86 hat geschrieben:Noch eine andere Frage: haben die Dialektsprecher in Deutschland und Österreich auch solche Hemmungen bzw. eine Abneigung dagegen Hochdeutsch zu sprechen wie so viele Schweizer?
Ja, ich! Aufzeig! Hochdeutsch ist Schriftdeutsch, zum Schreiben ist das ganz gut aber sprechen tu' ich das nur recht widerwillig. Cantus, HeGe, Niels und Heike (wo steckt da Mädel eigentlich?) merkten ja, daß ich auch im Ausland (=Köln) meine Herkunft sprachlich nie verleugnet habe.
So geht's mir auch, ich spreche immer noch den Züritütschen Dialekt meiner Heimat, obwohl ich seit langem in einem anderen Kanton lebe.

Und wenn ich auf Deutsche in der Schweiz treffe ist die erste Frage immer: "Verschtönd Sie Schwyzertütsch?" :D Ich habe ja nichts dagegen, wenn die Ostdeutschen ihre Sprache nicht ablegen können, auch wenn sie schon Jahrzente hier sind, solange ich nicht Schriftsprache sprechen muss.

Am meisten mag ich übrigens den südbadischen Dialekt, obwohl, das sind ja eigentlich sowieso Auslandschweizer, die von Deutschland annektiert wurden :breitgrins:

Bayrisch ist aber auch nicht schlecht. :blinker:
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Nassos » Freitag 22. Januar 2010, 21:36

Ein Schweizer, ein Ossi und ein Schwabe sitzen im Zug nach Zürich.

Der Schweizer zum Ossi: "San se scho mol sZürich gsiiiii?"
Der Ossi: "Wie bitte?"
Der Schweizer (etwas ungehalten) zum Ossi: "San se scho mol sZürich gsiiiii?"
Der Ossi verzweifelt zum Schwaben: " 'Gsiiii'?"
Der Schwabe entnervt zum Ossi: "Gwäe!"
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Raimund J. » Freitag 22. Januar 2010, 21:37

holzi hat geschrieben:
obsculta hat geschrieben:Spaß kommt auf,wenn man aneinander vorbeiredet und versuchen muß, sich zu verstehen.
Ja, das erinnert mich an die Begebenheit bei der Bundeswehr, :ikb_tank: als ich einen Kameraden zu mir her rief "Jetz geh weiter, geh her!" und er dann fassungslos zurückfragte "Ja was denn? Soll ich jetzt kommen oder gehen?" :patsch: :freude:
:D

Der Uffz (ein Waldler) der uns im niederbayerischen Bogen den Streifenweg der Wache erklärte, musste auch erst mal in etliche verständnislose Gesichter blicken: "Do gehts fieri, wanns hinten seit ummi, zruck, rechts obi und wieder hindri, hobts mi?"
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christ86 » Freitag 22. Januar 2010, 21:41

Nassos hat geschrieben:Ein Schweizer, ein Ossi und ein Schwabe sitzen im Zug nach Zürich.

Der Schweizer zum Ossi: "San se scho mol sZürich gsiiiii?"
Der Ossi: "Wie bitte?"
Der Schweizer (etwas ungehalten) zum Ossi: "San se scho mol sZürich gsiiiii?"
Der Ossi verzweifelt zum Schwaben: " 'Gsiiii'?"
Der Schwabe entnervt zum Ossi: "Gwäe!"
:hmm: Der Schweizer ist aber kein Zürcher :nein: Züritütsch: Sind Si scho mal ts'Züri gsii? 8)

San se habe ich noch nie gehört :achselzuck:
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Sempre » Freitag 22. Januar 2010, 21:43

Zeit, mir ein Bier einzuleeren.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christ86 » Freitag 22. Januar 2010, 21:44

Sempre hat geschrieben:Zeit, mir ein Bier einzuleeren.
Leert ihr ein Bier ein? :kugel: Mir löschet s'Liecht aa (= das Licht anlöschen) :D
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Sempre » Freitag 22. Januar 2010, 21:47

Raimund Josef H. hat geschrieben:"Do gehts fieri, wanns hinten seit ummi, zruck, rechts obi und wieder hindri, hobts mi?"
Am Bodensee hieße das kurz "numme".
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Sempre » Freitag 22. Januar 2010, 21:48

Christ86 hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Zeit, mir ein Bier einzuleeren.
Leert ihr ein Bier ein? :kugel: Mir löschet s'Liecht aa (= das Licht anlöschen) :D
Ich nicht, aber meine Frau.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christ86 » Freitag 22. Januar 2010, 21:49

Sempre hat geschrieben:
Christ86 hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Zeit, mir ein Bier einzuleeren.
Leert ihr ein Bier ein? :kugel: Mir löschet s'Liecht aa (= das Licht anlöschen) :D
Ich nicht, aber meine Frau.
Köstlich, das merk ich mir :daumen-rauf:
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Nassos » Freitag 22. Januar 2010, 21:52

Christ86 hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben:Ein Schweizer, ein Ossi und ein Schwabe sitzen im Zug nach Zürich.

Der Schweizer zum Ossi: "San se scho mol sZürich gsiiiii?"
Der Ossi: "Wie bitte?"
Der Schweizer (etwas ungehalten) zum Ossi: "San se scho mol sZürich gsiiiii?"
Der Ossi verzweifelt zum Schwaben: " 'Gsiiii'?"
Der Schwabe entnervt zum Ossi: "Gwäe!"
:hmm: Der Schweizer ist aber kein Zürcher :nein: Züritütsch: Sind Si scho mal ts'Züri gsii? 8)

San se habe ich noch nie gehört :achselzuck:
Was beweist, dass Du in Wirklichkeit nicht den Züricher Dialekt kennst.
Ups, jetzt ist der Blutdruck aber hoch...
Spaß, Mann. Und ja: belehre mich! Wie würde es richtig heißen (aber mach mir den Witz nicht kaputt).
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christ86 » Freitag 22. Januar 2010, 21:57

Nassos hat geschrieben:
Christ86 hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben:Ein Schweizer, ein Ossi und ein Schwabe sitzen im Zug nach Zürich.

Der Schweizer zum Ossi: "San se scho mol sZürich gsiiiii?"
Der Ossi: "Wie bitte?"
Der Schweizer (etwas ungehalten) zum Ossi: "San se scho mol sZürich gsiiiii?"
Der Ossi verzweifelt zum Schwaben: " 'Gsiiii'?"
Der Schwabe entnervt zum Ossi: "Gwäe!"
:hmm: Der Schweizer ist aber kein Zürcher :nein: Züritütsch: Sind Si scho mal ts'Züri gsii? 8)

San se habe ich noch nie gehört :achselzuck:
Was beweist, dass Du in Wirklichkeit nicht den Züricher Dialekt kennst.
:panisch: Züricher? Züricher? Ein No Go, na warte :ikb_gunsmilie: :ikb_tomcat: :ikb_rifle:

Es heisst Zürcher :kuschelchristen:
Nassos hat geschrieben:Ups, jetzt ist der Blutdruck aber hoch...
Spaß, Mann. Und ja: belehre mich! Wie würde es richtig heißen (aber mach mir den Witz nicht kaputt).
Der Witz ist ja ansonsten gut :)
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Nassos » Freitag 22. Januar 2010, 22:01

Ja, ich weiß, dass er gut ist. :panisch:

Wie würde es richtig heißen? Oder: wie wärs richtig gwäe?


Gruß aus St. Uttgart,
Nassos
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christ86 » Freitag 22. Januar 2010, 22:04

Nassos hat geschrieben:Ja, ich weiß, dass er gut ist. :panisch:

Wie würde es richtig heißen? Oder: wie wärs richtig gwäe?


Gruß aus St. Uttgart,
Nassos
En Schwiizer zum Ossi: "Sind Si scho mal ts'Züri gsiiiii?"
Dä Ossi: "Wie bitte?"
Dä Schwiizer (ä chli unghalte) zum Ossi: "Sind Si scho mal ts'Züri gsiiiii?"
Dä Ossi verzwiiflet zum Schwaab: " 'Gsiiii'?"
Dä Schwaab entnervt zum Ossi: "Gwäe!"

:breitgrins:

Obwohl: Schwabe ist vor allem bei älteren Leuten eine pauschale Bezeichnung für alle Deutschen. Bei jüngeren wird das eher unterschieden, mit Schwaben sind dann wirklich Schwaben gemeint, mit "Gummihäls" die Ossis :tuete:
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Nassos » Freitag 22. Januar 2010, 22:15

Christ86 hat geschrieben:mit "Gummihäls" die Ossis
Brüll.
Die spinnen, die Schweizer.
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von holzi » Freitag 22. Januar 2010, 22:22

Raimund Josef H. hat geschrieben:Der Uffz (ein Waldler) der uns im niederbayerischen Bogen den Streifenweg der Wache erklärte, musste auch erst mal in etliche verständnislose Gesichter blicken: "Do gehts fieri, wanns hinten seit ummi, zruck, rechts obi und wieder hindri, hobts mi?"
Bei uns hat in der Uffzenstube der Spieß zum GvD (Preiß) gesagt: "Göll, wannst a weng Zeid host, nacha schwoabst aa no d'Kafääkanna õ!" - Reaktion: :hae?: "Wie bitte?" _ Antwort "AB-SCHWAL-BEN!!", hat er natürlich immer noch nicht verstanden, dann hat ihn der Spieß zu uns Natives geschickt, damit wir ihm übersetzen! :breitgrins:
Tja, damals gab's noch kaum Ostgoten bei der Bundeswehr, da mussten die Preißn für solche Spielchen herhalten.
Da hatten wir aber auch einen aus der nordöstlichen Oberpfalz, bei dem hatte sogar ich Probleme, ihn zu verstehen. Der redete - ungelogen! - wie der Ignaz vom "Wilden Kaiser".
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von asderrix » Freitag 22. Januar 2010, 22:33

Christ86 hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben:Ja, ich weiß, dass er gut ist. :panisch:

Wie würde es richtig heißen? Oder: wie wärs richtig gwäe?


Gruß aus St. Uttgart,
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En Schwiizer zum Ossi: "Sind Si scho mal ts'Züri gsiiiii?"
Dä Ossi: "Wie bitte?"
Dä Schwiizer (ä chli unghalte) zum Ossi: "Sind Si scho mal ts'Züri gsiiiii?"
Dä Ossi verzwiiflet zum Schwaab: " 'Gsiiii'?"
Dä Schwaab entnervt zum Ossi: "Gwäe!"

:breitgrins:

Obwohl: Schwabe ist vor allem bei älteren Leuten eine pauschale Bezeichnung für alle Deutschen. Bei jüngeren wird das eher unterschieden, mit Schwaben sind dann wirklich Schwaben gemeint, mit "Gummihäls" die Ossis :tuete:
Su e Quatsch, dor ossi hätt "hä" gesocht net "wie bütte"
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!

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