Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

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Yeti
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Yeti » Montag 9. Februar 2015, 22:14

Juergen hat geschrieben:
Christine1 hat geschrieben:Sieger Köder
Endlich hatte der Herr ein Einsehen.

https://www.youtube.com/watch?v=tXVt5ScQSqA
Bisch du aber beeees. :breitgrins:
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taddeo
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Re: Der Nekrolog

Beitrag von taddeo » Dienstag 10. Februar 2015, 13:04

CIC_Fan hat geschrieben:Kardinal Becker
http://www.kath.net/news/49417/action/addComment
damit ist der letzte Theologe in Rom tot der verstanden hat worum es der FSSPX geht
Als ich an der Gregoriana studierte, war er der Ansprech-Professor für die deutschsprachigen Studenten dort. Ein kluger, feiner Mann, so hab ich ihn in Erinnerung, ein Jesuit von bestem Schrot und Korn. Requiescat in pace!

Siard
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Siard » Dienstag 10. Februar 2015, 13:30

Yeti hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Christine100 hat geschrieben:Sieger Köder
Endlich hatte der Herr ein Einsehen.
Bisch du aber beeees. :breitgrins:
Ich nehme doch an, das war auf seine Krankheit in der letzten Zeit bezogen. 8)
Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
Sägten weiter.

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Re: Der Nekrolog

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 10. Februar 2015, 13:41

ja ein feiner Mann das ist der richtige Ausdruck

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Athanasius0570 » Dienstag 10. Februar 2015, 13:51

Yeti hat geschrieben:
Christine100 hat geschrieben:Sieger Köder
Er ruhe in Frieden. Ich kann sagen, dass ich mit seinen Bildern in meiner Gemeinde kirchlich sozialisiert wurde.
Das tut mir leid für dich!
In una fide nil officit ecclesiae consuetudo diversa. Gregorius Magnus Papa.

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Re: Der Nekrolog

Beitrag von taddeo » Dienstag 10. Februar 2015, 14:39

Er hatte übrigens um Dispens von der Pflicht zur Bischofsweihe als Kardinal gebeten.
Auch ein Zeichen seines Charakters. Bescheidenheit, wie sie sein sollte.

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Raphael
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Re: Der Nekrolog

Beitrag von Raphael » Dienstag 10. Februar 2015, 14:44

taddeo hat geschrieben:Er hatte übrigens um Dispens von der Pflicht zur Bischofsweihe als Kardinal gebeten.
Auch ein Zeichen seines Charakters. Bescheidenheit, wie sie sein sollte.
Meines Erachtens hat er charakterlich sehr viel Ähnlichkeit mit Leo Kardinal Scheffczyk ...........
Mit Weisheit wird der Umgang mit der Klugheit bezeichnet!

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Re: Der Nekrolog

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 10. Februar 2015, 15:34

um den haben in den letzten jahren alle Kardinäle gebeten die bei der Ernennung noch nicht Priester waren mit 2 Ausnahmen
Em Brandmüller und Cottier
in der deutschen BK ist es üblich den über 80 jährigen gleich das Gesuch um dispens bei zulegen man war irritierrt als Em Brandmüller nicht um dispens ersuchte

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Re: Der Nekrolog

Beitrag von taddeo » Dienstag 10. Februar 2015, 16:54

CIC_Fan hat geschrieben:um den haben in den letzten jahren alle Kardinäle gebeten die bei der Ernennung noch nicht Priester waren mit 2 Ausnahmen
Em Brandmüller und Cottier
in der deutschen BK ist es üblich den über 80 jährigen gleich das Gesuch um dispens bei zulegen man war irritierrt als Em Brandmüller nicht um dispens ersuchte
Brandmüller ist kein Jesuit ... Jesuiten legen ein Gelübde ab, nicht nach der Bischofswürde zu streben. Es ehrt sie, wenn sie das auch als Kardinal ernstnehmen.

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Yeti » Dienstag 10. Februar 2015, 18:37

Athanasius0570 hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
Christine100 hat geschrieben:Sieger Köder
Er ruhe in Frieden. Ich kann sagen, dass ich mit seinen Bildern in meiner Gemeinde kirchlich sozialisiert wurde.
Das tut mir leid für dich!
Ich tu mir auch leid. Man kann sich in einem kleinen Dorf als nach Anschluss suchender Jugendlicher in der Pubertät nicht immer aussuchen, von welcher Cursillo-singenden Dritte-Welt-Jugendgruppe man aufgenommen wird. Die damaligen sozial gerechten Schokoladenriegel schmeckten sowas von sch..., man hätte allein davon Diabetiker werden können. Tja und dann hingen da halt überall diese Bilder von Sieger Köder. Ok, es war nicht alles schlecht. Ohne die Busse der Jugendgruppe hätte ich meine ersten Rockkonzerte wohl erst viel später erlebt. :)
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Re: Der Nekrolog

Beitrag von Yeti » Dienstag 10. Februar 2015, 18:40

taddeo hat geschrieben:
CIC_Fan hat geschrieben:Kardinal Becker
http://www.kath.net/news/49417/action/addComment
damit ist der letzte Theologe in Rom tot der verstanden hat worum es der FSSPX geht
Als ich an der Gregoriana studierte, war er der Ansprech-Professor für die deutschsprachigen Studenten dort. Ein kluger, feiner Mann, so hab ich ihn in Erinnerung, ein Jesuit von bestem Schrot und Korn. Requiescat in pace!
Als ich noch an der Gregoriana studierte, hieß es, er sei ein Konvertit. Ist da was dran?
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Juergen
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Re: Der Nekrolog

Beitrag von Juergen » Dienstag 10. Februar 2015, 19:16

Yeti hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
CIC_Fan hat geschrieben:Kardinal Becker
http://www.kath.net/news/49417/action/addComment
damit ist der letzte Theologe in Rom tot der verstanden hat worum es der FSSPX geht
Als ich an der Gregoriana studierte, war er der Ansprech-Professor für die deutschsprachigen Studenten dort. Ein kluger, feiner Mann, so hab ich ihn in Erinnerung, ein Jesuit von bestem Schrot und Korn. Requiescat in pace!
Als ich noch an der Gregoriana studierte, hieß es, er sei ein Konvertit. Ist da was dran?
Vielleicht haben Dogmatiker alle diesen „Makel“. Von meinem Dogmatikprofessor wurde sowas auch erzählt. Irgendwann haben wir ihn im ganz kleinen Kreis (zwei, drei Studenten) mal darauf angesprochen und er erklärte, daß er tatsächlich Konvertit sei, aber eben nicht von evangelisch nach katholisch, sondern von wissenschaftsgläubig nach rechtgläubig (er benutzte andere Begriffe). Er selbst hatte in dem Zusammenhang mal irgendwann den Begriff „Konvertit“ benutzt und so entstand das Gerücht.
Man muß immer vorsichtig sein, was Studenten so erzählen. :pfeif:

Wenn man sich den Lebenslauf vom verstorbenen Kardinal anguckt, dann ist er mit 19 Jahren (5 Tage vor seinem 2. Geburtstag) in die Gesellschaft Jesu eingetreten. — Er war da noch nicht einmal volljährig, was man damals erst mit 21 wurde. Er hatte, als er eintrat, schon drei Semester studiert (also seit WS 1946/47).

Wenn er ein Konvertit wäre, wann hätte dann die Konversion stattfinden sollen?
1929 geboren; als er 1 Jahre alt war, brach der Krieg aus… Im Krieg haben die Familien und Kinder meist andere Sorgen…
Gruß
Jürgen

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Re: Kurzmeldungen/Nachrichten IV

Beitrag von JosefBordat » Mittwoch 11. Februar 2015, 09:08

Karl Josef Kardinal Becker in Rom verstorben: https://jobo72.wordpress.com/215/2/1 ... erstorben/

JoBo
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Juergen
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Juergen » Mittwoch 11. Februar 2015, 18:33

Thomas Pröpper ist gestorben, Dogmatiker em. in Münster.
http://www.welt.de/kultur/history/artic ... uende.html

Ein katholischer Theologe entsorgt die Erbsünde

Nicht über die Erbsünde, sondern über die Freiheit führt der Weg der Menschen zu Gott. Damit löst der Theologe Thomas Pröpper einen jahrhundertealten Streit.


All dies begründet Pröpper sehr ausführlich – auf 1534 Seiten! Manche Sätze und Kapitel könnten kürzer sein, manche Wiederholungen wegfallen, auch die alte Rechtschreibung befremdet. Aber wer sich wissenschaftlich mit "Gott und Mensch" beschäftigen will, kommt um dieses Werk kaum herum.
(Hervorhebung von mir)

Sind wir schon so weit gekommen, daß die alte Rechtschreibung befremdet? :auweia:
Gruß
Jürgen

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Yeti » Mittwoch 11. Februar 2015, 18:37

Yeti hat geschrieben:Thomas Pröpper ist gestorben, Dogmatiker em. in Münster.
Ob er auch früher evangelisch war? :hmm:
MFThK: Theologiestudenten im ersten Semester müssen Sie drei Ratschläge erteilen – welche wären das?

Pröpper: Der erste würde lauten: "Vertrauen Sie stets Ihren eigenen Fragen und trauen Sie sich auch, sie – notfalls hartnäckig – zu stellen".
Das kann ich aus eigener Erfahrung nicht unterschreiben, zumindest nicht durchgehend. Das kommt ganz auf die Verbohrtheit des Dozenten an - möglicherweise mit schlimmen Folgen bei einer mündlichen Prüfung oder auch nur, wenn man einen Seminarschein mit einer guten Note haben möchte.
Und der zweite: "Behalten Sie bei der Ausbildung Ihres theologischen Denkens und der entsprechenden Lebenspraxis immer im Blick, dass es zwischen dem Menschsein (bzw. Menschwerden) und dem Christsein (bzw. Christwerden) keinen Widerspruch geben kann".
Er empfahl also die Teilnahme am kirchlichen Leben: Sonntäglicher Messbesuch mit Eucharistie, davor natürlich öfter die Beichte, bestimmte Sakramente sowieso vorausgesetzt (Taufe, Firmung). Sehr löblich.
Schließlich der dritte: "Suchen Sie von Beginn an aufrichtige und verlässliche Freundschaften zu schließen und sprechen Sie auch über Ihren Glauben, damit dieser die Irritationen, die das Studium mit Sicherheit bringen wird, besser bewältigt und vor Vereinsamung – auch der kirchlichen – bewahrt bleibt".
Aha, er empfiehlt besonders das Sakrament der Buße. Wunderbar. Aber warum sagte er das nicht einfach so klar? Gelegenheit verpasst, würde ich sagen...vielleicht doch ein Konvertit, aber wohl leider zur politisch-korrekten Zivilreligion. :(
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Yeti » Mittwoch 11. Februar 2015, 18:39

Juergen hat geschrieben:
Thomas Pröpper ist gestorben, Dogmatiker em. in Münster.
http://www.welt.de/kultur/history/artic ... uende.html

Ein katholischer Theologe entsorgt die Erbsünde

Nicht über die Erbsünde, sondern über die Freiheit führt der Weg der Menschen zu Gott. Damit löst der Theologe Thomas Pröpper einen jahrhundertealten Streit.


All dies begründet Pröpper sehr ausführlich – auf 1534 Seiten! Manche Sätze und Kapitel könnten kürzer sein, manche Wiederholungen wegfallen, auch die alte Rechtschreibung befremdet. Aber wer sich wissenschaftlich mit "Gott und Mensch" beschäftigen will, kommt um dieses Werk kaum herum.
(Hervorhebung von mir)

Sind wir schon so weit gekommen, daß die alte Rechtschreibung befremdet? :auweia:
O ja, da steckt sicher faschistoides oder intolerantes Gedankengut dahinter. Womöglich dachte er sogar in alter Rechtschreibung. Das ist sicher fast so faschistoid, wie die alte Messe zu feiern. :breitgrins:
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Juergen
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Juergen » Mittwoch 11. Februar 2015, 18:40

Yeti hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Thomas Pröpper ist gestorben, Dogmatiker em. in Münster.
Ob er auch früher evangelisch war? :hmm:
Nein,
der kommt aus der gleichen Gemeinde wir ich. Sein Vater war der (bekannte) Kirchenmusiker Theodor Pröpper.
Gruß
Jürgen

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Yeti » Mittwoch 11. Februar 2015, 18:45

Juergen hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Thomas Pröpper ist gestorben, Dogmatiker em. in Münster.
Ob er auch früher evangelisch war? :hmm:
Nein,
der kommt aus der gleichen Gemeinde wir ich. Sein Vater war der (bekannte) Kirchenmusiker Theodor Pröpper.
Mönsch Jürgen, das war ironisch gemeint. Aber danke für den Artikel über die Abschaffung der Erbsünde. Er hat ja wirklich viel dafür getan, damit's ihm jetzt nicht kalt wird... :ikb_devil2:
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Granuaile
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Granuaile » Montag 23. Februar 2015, 13:49

Yeti hat geschrieben:...
Ja, ich finde eigentlich gerade diese Rede schwierig. Man kann nicht per ordre de Mufti sagen, dass die Kapitulation für alle eine Befreiung war bzw. zu sein hat und dass das deutsche Volk einfach die Folgen der Niederlage klaglos zu ertragen hat. Was für eine Arroganz, ja absolute Vaterlandslosigkeit. Ja, er war ein widerlicher Opportunist. Wie sein Vater, wie seine Vorfahren.
Ich denke, dass Yeti die Rede Weizsäckers zu wenig aus der Sicht ihrer Zeit interpretiert.
Weizsäcker hielt diese Rede nicht 1945/50, sondern 1985, also vierzig Jahre nach dem Waffenstillstand. Selbstverständlich habe viele Menschen, ich vermute die Mehrheit der deutschen Bevölkerung, 1945 die Eroberung ihres Landes durch die Siegermächte als eine Niederlage und als eine Schmach empfunden. Das war es auch. Klagen war selbstverständlich erlaubt: über die Toten, Verletzten und Vermissten, über die ausgebombten Häuser, über die Demütigung der von siegreichen Soldaten vergewaltigten Frauen, über die Schwierigkeiten des Wiederaufbaus usw. usw.
Aber aus der Distanz von 40 Jahren, beim Anblick von einer bis zwei neuen, freiheitlich aufgewachsenen Nachkriegsgenerationen scheint es mir legitim zu sein, festzustellen, dass die Kapitulation sich letztlich als Befreiung und als Grundlage neuer staatlicher, deutscher Würde erwiesen hat. "Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt" war zwar der Anfang der Hymne der DDR, doch umschreibt dieser Halbsatz recht gut den Zustand der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1985, deren Bundespräsident Richard von Weizsäcker war. Und auch die vierte Zeile dieser Hymne "Deutschland einig Vaterland" hat sich noch während der Präsidentschaft Weizsäckers verwirklicht.
Ich verstehe, dass es damals noch viele Menschen in Deutschland gab und auch heute noch solche leben, welche Heimweh nach Pommern, Schlesien, Königsberg, nach den Landschaften und Städten ihrer Jugend empfinden. Doch ist auch hier zu beachten, dass inzwischen sowohl im Osten wie auch im Westen Menschen deutscher, polnischer, sowjetischer Herkunft leben, welche die "alten Zeiten" nie selbst erlebt haben. Eine Wiederherstellung von Deutschland in den Grenzen von 1937 wäre bereits 1985 mit neuem Leid verbunden gewesen. Abgesehen davon bezweifle ich, dass eine Mehrheit der Bürger, welche in der Bundesrepublik oder in der DDR geboren und aufgewachsen sind oder sich in vierzig Jahren ein neues Leben aufbaut haben, wirklich den Willen gehabt hätten, wieder nach Breslau, Stettin, in die Danziger Bucht , nach Preussisch Allenstein in die Masuren oder nach Königsberg zu ziehen, nur weil der Opa und die Oma früher einmal dort lebten.

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Maurus
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Maurus » Montag 9. März 2015, 19:37

Yeti hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Thomas Pröpper ist gestorben, Dogmatiker em. in Münster.
Ob er auch früher evangelisch war? :hmm:
Nein,
der kommt aus der gleichen Gemeinde wir ich. Sein Vater war der (bekannte) Kirchenmusiker Theodor Pröpper.
Mönsch Jürgen, das war ironisch gemeint. Aber danke für den Artikel über die Abschaffung der Erbsünde. Er hat ja wirklich viel dafür getan, damit's ihm jetzt nicht kalt wird... :ikb_devil2:
Der Autor schreibt "die Erbsünde", meint aber die augustinische Fassung der Erbsündenlehre. Gegen die schreibt Pröpper in der Tat an, aber die wurde schon von den Scholastikern uminterpretiert und abgeschwächt. Das ist also nichts wirklich Neues. Das Kapitel über die neueren Ansätze in der Erbsündenlehre in diesem Buch hat Pröpper krankheitsbedingt nicht mal selbst geschrieben, sondern stammt von Georg Essen.

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von HeGe » Donnerstag 12. März 2015, 17:48

CIC_Fan hat geschrieben:er konnte mich immer aufheitern wenn dieses ganze modernisten gesindel wieder mal unerträglich war jetzt ist er tot der beste Autor nach loriot
http://www.tagesspiegel.de/kultur/fanta ... 96798.html
:( :( :(
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Siard » Donnerstag 12. März 2015, 19:01

CIC_Fan hat geschrieben:er konnte mich immer aufheitern wenn dieses ganze modernisten gesindel wieder mal unerträglich war jetzt ist er tot der beste Autor nach loriot
http://www.tagesspiegel.de/kultur/fanta ... 96798.html
:( :bedrippelt: :(
Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Niels » Donnerstag 12. März 2015, 19:56

:( :( :(

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von HeGe » Freitag 13. März 2015, 08:46

Trotz des traurigen Anlasses stelle ich mir irgendwie vor, wie Pratchett an diesem Morgen aufgewacht ist und begrüßt wurde mit: "GUTEN MORGEN, TERRY." :traurigtaps:
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Yeti » Montag 30. März 2015, 20:45

CIC_Fan hat geschrieben:Vielleicht hat sie ja jemand hier gekannt die langjährige Sekretärin des Engelwerks in Wien Frau Ingeborg M Karger ist am 19.03. heim gegangen das feierliche Requiem ist am 30.03. um 11 Uhr im Stift Heiligenkreuz
Sie war einer der lustigsten Menschen die ich gekannt habe trotz einem extrem schweren Schicksal privat wie kirchlich ich habe durch ihr Leben auch gelernt wie brutal und unmenschlich kirchliche Oberen sein können
Könntest du, lieber CIC_Fan, bitte erläutern, inwiefern sie ein schweres Leben hatte oder einen Link dazu liefern? Ich habe einmal im Studium ein Referat über das "Opus Angelorum" gehalten und erinnere mich dunkel an verschiedene Namen, mit denen ich bei der Recherche in Kontakt kam. Ich wäre dir sehr dankbar.
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 7. April 2015, 17:13

einer der letzten Priester Persönlichkeiten der Erzdiözese Wien ist tot
http://www.erzdioezese-wien.at/site/hom ... 42366.html
solche Priester waren für mich immer der Grund zu sagen nein es gibt außerhalb der traditionalisten noch die katholische Kirche in der Erzdiözese Wien seh ich jetzt keinen solchen Grund mehr :traurigtaps:

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Siard » Dienstag 7. April 2015, 17:41

Wie stehst Du in dem Zusammenhang zu Msgr. Schlegel? Ordenspriester fallen mir auch noch ein, die dort ihren Dienst tun.
Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 7. April 2015, 18:01

ein Dampfplauderer nicht mehr

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Juergen » Donnerstag 30. April 2015, 11:37

Meine Oma ist ganz ohne Weight-Watchers älter geworden :pfeif:
Gruß
Jürgen

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Niels » Donnerstag 30. April 2015, 13:39

Hat der Verstorbene das nur erfunden oder auch selbst praktiziert?

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Juergen » Donnerstag 30. April 2015, 13:50

Niels hat geschrieben:Hat der Verstorbene das nur erfunden oder auch selbst praktiziert?
Er hätte in Frankreich Jean geheißen,
aber Sie hieß in den USA Jean.
;D


Wikipedia: »Jean ist ein englischer weiblicher [dʒiːn] und ein französischer männlicher [ʒɑ̃] Vorname sowie ein Familienname.«
Gruß
Jürgen

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Re: Diskussionen und Kommentare zum Nekrolog

Beitrag von Niels » Donnerstag 30. April 2015, 13:53

Da bin ich ja beruhigt, dass das eine Frau war. Ich dachte vorhin schon: Welcher halbwegs vernünftige Mann erfindet sowas... :D

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