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Siard
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Re: Facebook

Beitrag von Siard » Mittwoch 20. Januar 2016, 17:21

Caviteño hat geschrieben:Die Abnahme, Speicherung und Nutzung von Fingerabdrücken, insbesondere bei einreisenden Personen ohne gültige Papiere, fällt auch unter den Begriff "Überwachungsstaat".
Hälst Du das in solchen Fällen nicht für notwendig?
Die Fingerabdrücke im Personalausweis fallen selbstverständlich unter diesen Begriff. Dein weiteres Beispiel ›Personen ohne gültige Papiere‹ entspricht den rechtstaatlichen Gepflogenheiten und ist hier absolut fehl am Platz damit erübrigt sich eine Antwort auf den zweiten Satz.
Caviteño hat geschrieben:Meinst Du nicht, daß es Aufgabe der Sicherheitsbehörden ist, soziale Netzwerke, twitter & Co zu beobachten bzw. zu scannen, ob sich hier bestimmte Gruppen zu Aktionen verabreden? Wäre auch ein "Überwachungsstaat", oder?

Scannen alleine wäre entsprechend der Regeln eines Rechtsstaates kein Problem. Es geht aber auch um des Scannen und Speichern jeder Äußerung und Information aller Bürger – und die Speicherung all dieser Daten auf Jahre hinaus. Das ist dann natürlich ein Überwachungsstaat.
Caviteño hat geschrieben:Ich habe auch Zweifel, ob die Datenflut aufgearbeitet werden kann und dadurch Anschläge oä verhindert werden. Aber andererseits kann es nach solchen Ereignissen hilfreich sein, die Verbindungen der Täter zurückzuverfolgen. Dafür müssen sie dann gespeichert sein - also wieder "Überwachungsstaat"?
Weg mit Demokratie und Rechtsstaat – Hauptsache Ruhe und Sicherheit.
Allen Bürgern einen Microchip einzupflanzen, damit man ggf. hinterher alle Verbrechen klären kann, ist dann wohl auch kein Überwachungsstaat?
Schwarzgeld, ungestraftes bei rot über die Ampel gehen, Kritik an Zuständen im Internet äußern u.s.w. wäre dann natürlich nicht mehr ungestraft möglich – und Du würdest in den Knast wandern (oder gleich auf dem Entsorgungshof). Vielleicht noch nicht hier – aber denk daran auch Usa bekommt die Daten.
Ein solches System kann – und wird – sich verselbständigen.

Siard
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Re: Facebook

Beitrag von Siard » Mittwoch 20. Januar 2016, 17:24

Gleich kommt bestimmt der Standardspruch: Wer nichts zu verbergen hat …
Sowas kann sich schnell ändern. Am 29. Januar 1933 hatten viele Menschen nichts zu verbergen – zwölf Jahre später waren Millionen davon tot.

Caviteño
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Re: Facebook

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 21. Januar 2016, 01:47

Siard hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:Ich habe auch Zweifel, ob die Datenflut aufgearbeitet werden kann und dadurch Anschläge oä verhindert werden. Aber andererseits kann es nach solchen Ereignissen hilfreich sein, die Verbindungen der Täter zurückzuverfolgen. Dafür müssen sie dann gespeichert sein - also wieder "Überwachungsstaat"?
Weg mit Demokratie und Rechtsstaat – Hauptsache Ruhe und Sicherheit.
Wieso?
Warum wird die Demokratie und der Rechtsstaat ausgehebelt, wenn - aufgrund eines demokratisch beschlossenen Gesetzes - Daten gespeichert werden?
Siard hat geschrieben: Allen Bürgern einen Microchip einzupflanzen, damit man ggf. hinterher alle Verbrechen klären kann, ist dann wohl auch kein Überwachungsstaat?
Habe ich das gefordert? :D
Siard hat geschrieben: Schwarzgeld, ungestraftes bei rot über die Ampel gehen, Kritik an Zuständen im Internet äußern u.s.w. wäre dann natürlich nicht mehr ungestraft möglich – und Du würdest in den Knast wandern (oder gleich auf dem Entsorgungshof). Vielleicht noch nicht hier – aber denk daran auch Usa bekommt die Daten.
Ein solches System kann – und wird – sich verselbständigen.
In den hier immer wieder gescholtenen USA hat die freie Meinungsäußerung einen weitaus höheren Stellenwert und ist viel besser staatlich geschützt als in Europa. So wird z.B. in den USA die in Europa strafbewehrte Holocaustleugnung dort als freie Meinungsäußerung gewertet.
In den USA gehört die Meinungsfreiheit (englisch freedom of speech) als 1. Zusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika zu den Bill of Rights der Verfassung der Vereinigten Staaten. Dieses Recht wird dort traditionell sehr weit ausgelegt und schützt teilweise auch Äußerungen, die in anderen Ländern als Volksverhetzung, Angriff auf die Verfassung oder Anstiftung zu Straftaten gelten würden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Meinungsfreiheit#USA

Man sollte sich schon Gedanken machen, wo die Knackpunkte liegen: In einer engen Auslegung der Meinungsfreiheit wie in Europa oder in einer Datenspeicherung.
Um zum Ausgangspunkt zu kommen:
Die Suche nach sog. "Hasskommentaren" in den sozialen Medien durch eine staatlich beauftragte, aber private Gesellschaft und die Löschung ist mE weitaus bedrohlicher für Demokratie und Rechtsstaat als die Speicherung der Daten. Mir ist noch nicht klar, ob es für die Handlungen des Bundesjustizministers eine Rechtsgrundlage gibt bzw. ob eine solche vom Parlament geschaffen wurde. Kann eine private Gesellschaft Aufgaben der Strafverfolgung übernehmen? :achselzuck: :hmm:

Siard
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Re: Facebook

Beitrag von Siard » Donnerstag 21. Januar 2016, 09:38

Manches, was Du sagst ist natürlich richtig und ich glaube am Ende sind wir gar nicht so unterschiedlicher Meinung, wie es auf den ersten Blick aussieht.
Aber die Methoden sind doch sehr unterschiedlich.
Und bitte bedenke: nur für US-Bürger gilt der Schutz der US-Gesetze und eine Tolerierung durch die Behörden der Usa.
Und in einem demokratischen Rechtsstaat wird der Bürger auch vor dem Staat geschützt. Über die Stasi haben sie gejammert – jetzt machen sie es ebenso.
(Bitte an Fr. Merkel und Hr.n Gauck weiterleiten)

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Re: Facebook

Beitrag von Isidor_von_Sevilla » Donnerstag 21. Januar 2016, 09:48

Caviteño hat geschrieben:Kann eine private Gesellschaft Aufgaben der Strafverfolgung übernehmen? :achselzuck: :hmm:
Ohne da jetzt groß Paragraphenrecherche zu betreiben, sage ich 'mal: Nein! :unbeteiligttu:

Strafverfolgung ist ein Teil des staatlichen Gewaltmonopols und insoweit eine hoheitliche Aufgabe, die gar nicht privatisiert werden kann.
Es gibt auch solche, die wohl die Sprache verehren, nicht aber DAS WORT anbeten!

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Re: Facebook

Beitrag von Siard » Donnerstag 21. Januar 2016, 10:16

Isidor_von_Sevilla hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:Kann eine private Gesellschaft Aufgaben der Strafverfolgung übernehmen? :achselzuck: :hmm:
Ohne da jetzt groß Paragraphenrecherche zu betreiben, sage ich 'mal: Nein! :unbeteiligttu:

Strafverfolgung ist ein Teil des staatlichen Gewaltmonopols und insoweit eine hoheitliche Aufgabe, die gar nicht privatisiert werden kann.
Was in Usa geht, kann man auch in der BanRep einführen.

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Re: Facebook

Beitrag von Isidor_von_Sevilla » Donnerstag 21. Januar 2016, 11:04

Siard hat geschrieben:Was in Usa geht, kann man auch in der BanRep einführen.
Wie kommst Du denn auf diesen dürren Ast? :hmm:
Es gibt auch solche, die wohl die Sprache verehren, nicht aber DAS WORT anbeten!

Caviteño
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Re: Facebook

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 21. Januar 2016, 12:38

Siard hat geschrieben: Und bitte bedenke: nur für US-Bürger gilt der Schutz der US-Gesetze und eine Tolerierung durch die Behörden der Usa.
Und in einem demokratischen Rechtsstaat wird der Bürger auch vor dem Staat geschützt. Über die Stasi haben sie gejammert – jetzt machen sie es ebenso.
Das stimmt schon, daß die USA den Schutz für ihre eigenen Staatsbürger höher gewichten als für Ausländer. Man konnte das bei der Diskussion um das SWIFT-Abkommen gut beobachten, wo die EU auf einen gleichwertigen Schutz drängte.
Andererseits befinden sich insbesondere die hoster von "rechten" Seiten in den USA, weil die dortigen Behörden sich aufgrund der Verfassungslage weigern, hiergegen vorzugehen.

Bzgl. der Thematik "Überwachungsstaat" ist man in einer Zwickmühle. Wohl jeder wird zustimmen, daß die Strafverfolgungsbehörden im Zuge der vorbeugenden Verbrechensbekämpfung auch das Internet auf etwaige Hinweise von Straftaten "durchscannen" müssen. Dabei tun sie aber mE genau das, was man mit dem Begriff "Überwachungsstaat" verknüpft - die anlaßlose Überprüfung des Internetverkehrs von Jedermann.
Isidor_von_Sevilla hat geschrieben: Ohne da jetzt groß Paragraphenrecherche zu betreiben, sage ich 'mal: Nein! :unbeteiligttu:

Strafverfolgung ist ein Teil des staatlichen Gewaltmonopols und insoweit eine hoheitliche Aufgabe, die gar nicht privatisiert werden kann.
Der Auffassung bin ich auch - aber ich habe den Verdacht, daß die "Ermittlungsarbeit" an Bertelsmann outgesourct wird und die Gesellschaft leitet dann die Erkenntnisse an die Staatsanwaltschaft weiter. Damit wäre zumindest der Schein gewahrt.

Die Tendenz immer weitere Aufgaben durch private Dienste erledigen zu lassen, ist beunruhigend. Man denke nur an die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen, die Sicherheitsdienste bei Großveranstaltungen, bei Bahn oder im ÖPNV oder die Haftung von Fluggesellschaften, die Reisende ohne gültige Papiere transportieren. Zwischen Dänemark und Schweden wurden die Angestellten der Bahn zur Ausweiskontrolle der Reisenden verpflichtet, die hoheitliche Aufgabe der Grenzkontrolle erfolgte durch "Private".

Wie will der Staat gegen Bürgerwehren argumentieren, wenn er selbst einen Teil seiner Hoheitsaufgaben "outsourct"? Wo hört das auf? Wird demnächst auch der Strafvollzug "privatisiert" oder soll der Einzug säumiger Steuern durch Inkasso-Unternehmen erfolgen? Soll die Prüfung von Bauunterlagen durch beauftragte Ingenieurbüros vorgenommen werden?

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Re: Facebook

Beitrag von Niels » Donnerstag 4. Februar 2016, 16:23

"Mann wegen Facebook-Kommentar verurteilt": http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... teilt.html
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Re: Facebook

Beitrag von Juergen » Montag 25. Juli 2016, 12:20

Nach langer Abwesenheit habe ich mich heute mal wieder bei Facebook angemeldet.
Leider kann man nämlich viele FB-Seiten, die außerhalb von FB verlinkt sind, nur aufrufen, wenn man angemeldet ist. :/
Gruß
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Re: Facebook

Beitrag von guatuso » Dienstag 26. Juli 2016, 23:50

Juergen hat geschrieben:Nach langer Abwesenheit habe ich mich heute mal wieder bei Facebook angemeldet.
Leider kann man nämlich viele FB-Seiten, die außerhalb von FB verlinkt sind, nur aufrufen, wenn man angemeldet ist. :/
Am besten, wie ich, falschen Namen und getuerkte Mailadresse verwenden,. Den Kontrolleuren binden wir den Baeren auf.

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Re: Facebook

Beitrag von Juergen » Dienstag 26. Juli 2016, 23:51

guatuso hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Nach langer Abwesenheit habe ich mich heute mal wieder bei Facebook angemeldet.
Leider kann man nämlich viele FB-Seiten, die außerhalb von FB verlinkt sind, nur aufrufen, wenn man angemeldet ist. :/
Am besten, wie ich, falschen Namen und getuerkte Mailadresse verwenden,. Den Kontrolleuren binden wir den Baeren auf.
Ich spiele im Internet nicht mit gezinkten Karten. — OK, manchmal schon… :pfeif:
Gruß
Jürgen

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Re: Facebook

Beitrag von guatuso » Mittwoch 27. Juli 2016, 15:25

Juergen hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Nach langer Abwesenheit habe ich mich heute mal wieder bei Facebook angemeldet.
Leider kann man nämlich viele FB-Seiten, die außerhalb von FB verlinkt sind, nur aufrufen, wenn man angemeldet ist. :/
Am besten, wie ich, falschen Namen und getuerkte Mailadresse verwenden,. Den Kontrolleuren binden wir den Baeren auf.
Ich spiele im Internet nicht mit gezinkten Karten. — OK, manchmal schon… :pfeif:
Im Grunde hast du Recht, Ehrlichkeit ist eine Tugend. Doch die wird ausgenutzt. Und - es gibt immer wieder Gestoerte, die deinen Echtnamen nutzen um dich zu Mobben, deine Existenz fertig zu machen, nur weil du bist wer du bist.
Darum grundsaetzlich keine Echtnamen.
Darf man sich bei Facebook Schorsch Merkel nennen?

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Re: Facebook

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 27. Juli 2016, 18:49

Ich habe heute auf Facebook mit "Bistum Münster" diskutiert.

Es ging um den gestrigen Anschlag in der Kirche in Westfrankreich. Eine Angestellte des GV warf mir daraufhin vor, ich kriminalisiere "alle Flüchtlinge".

DIe Herleitung nimmt sie wie folgt vor:
So, wie Sie Ihren Beitrag formuliert haben, kann sehr wohl eine Generalisierung herausgelesen werden.
Ich kann mir vorstellen, dass Sie mit Ihrer Aussage meinten, dass wenn man im Zug sitzt, und ein Amokläufer oder Terrorist hereinkommt und mit Waffen droht, die Barmherzigkeit Christi nicht nutzt.
Mit dem Begriff „die jungen Facharbeiter“ – damit spielen Sie in ironischer, wenn nicht sarkastischer Art und Weise auf die Äußerungen der Politik an, dass unter den Flüchtlingen zahlreiche Facharbeiter seien, die den Facharbeitermangel in Deutschland beheben könnten - werfen Sie allerdings unschuldige Menschen in einen Topf mit denen, die Straftaten verüben.
Auf meine Bitte per Mail, das zu löschen, lehnte sie das ab. Darauf schrieb ich an den Generalvikar.
Der lehnte es auch ab.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Facebook

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 27. Juli 2016, 19:27

Dann paß nur auf, daß Dein facebook account nicht gesperrt wird.

Das ist Anabel Schunke passiert:

Facebook-Sperre – wenn Journalismus stumm gestellt wird
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mir nie etwas davon habe zu schulden kommen lassen. Dennoch wurde ich gesperrt, wie so viele andere Islam- und Asylkritiker zuvor auch schon. Als Warnschuss quasi, dass ich künftig aufpassen sollte, was ich so von mir gebe, wenn ich nicht noch einmal gesperrt werden möchte. Der Grund war ein Screenshot eines Posts einer Erdogan-Anhängerin aus Deutschland, die den Amoklauf von München guthieß.
Man hat mir meine Stimme genommen. Zumindest auf Facebook. Nicht dafür, dass ich etwas Falsches, Rassistisches oder sonst etwas gesagt hätte, sondern für das Aufmerksammachen auf einen Missstand, den man lieber verdrängen will, von dem die Leute nicht zu viel mitkriegen sollen. Und plötzlich erscheint nicht nur die eigene Sicherheit in Anebtracht von Anschlägen und Attentaten als fragiles Konstrukt, sondern auch die eigene Meinungsfreiheit. Plötzlich kommt das Gefühl auf, dass es nicht mehr nur darum geht, Hass und rassistische Hetze im Internet zu ahnden, sondern jeden, der es wagt, Kritik an den hiesigen Zuständen zu üben.
Frau Schunk dürfte wohl auf die "Integrationserfolg" bei der postenden Person hingewiesen haben.

Das ist aber kein Einzelfall - Heiko hat wohl ganze Arbeit geleistet und erreicht, daß schon andere Journalisten auf facebook gesperrt wurden:

Heiko im Wirrwarr
Dabei hatte Maas es so gut eingefädelt: Im vergangenen September lud er die Vertreter von Facebook, Twitter und Google zu einer Arbeitsgruppe Hetze – und nahm den Unternehmen eine Selbstverpflichtung ab: Sie sollten Beiträge, die Nutzer wegen des Verdachts auf Volksverhetzung melden, binnen 24 Stunden auf Grundlage des deutschen Rechts prüfen.
Facebook nahm daraufhin Flüchtlinge als zu schützende Kategorie in die Richtlinien auf und gelobte, Gegenrede gegen Hass zu fördern. Während Google seinen Dienst in China schon mal aufgab, weil er zensiert werden sollte, ist das bei Facebook nicht so zu erwarten: Facebook geriet bereits in den USA unter Beschuss, weil es einseitig Anti-Trump-Berichten Vorfahrt einräumte. Das mag der eine oder andere ja richtig finden – aber ist ein tiefer Eingriff in die Meinungsfreiheit: Facebook als Plattform soll Meinungen transportieren, nicht zensieren.
Aber offensichtlich funktionierte das Ganze so nicht.
Nach den bundesweiten Razzien gegen Verfasser von Hasskommentaren erhöht die Bundesregierung nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen den Druck auf Facebook. Justizminister Heiko Maas hat sich in einem Brief an Konzernmanager über den mangelnden Fortschritt beim Kampf gegen Hetze im Netz beschwert.
In einem Schreiben, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, wirft der SPD-Politiker Facebooks Cheflobbyisten in Berlin und London vor, die in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe gemachten Zusagen zu brechen. “Das Ergebnis Ihrer Anstrengungen bleibt aber bisher hinter dem zurück, was wir in der Task Force gemeinsam verabredet haben”, schreibt Maas. “Es wird noch immer zu wenig, zu langsam und zu oft auch das Falsche gelöscht.”
Die öffentl.-rechtl. Medien und auch die Printmedien üben sich in vorauseilendem Gehorsam und jetzt versucht man, auch das Netz unter Kontrolle zu bringen. Mit einschüchternden Ermittlungsverfahren sollen alle mundtot gemacht werden, die der "Flüchtlings"politik der Kanzlerin nicht zustimmen und "hate speech" verbreiten.

Deutschland 2016 - im 11. Jahr der Regierungszeit von Frau Merkel.

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Re: Facebook

Beitrag von martin v. tours » Mittwoch 27. Juli 2016, 20:39

Heiko? Meinst Du den hier?
https://volksbetrugpunktnet.files.wordp ... .jpg?w=593
Schicke Uniform. Passt zu seiner Geisteshaltung.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Re: Facebook

Beitrag von umusungu » Mittwoch 27. Juli 2016, 21:25

Caviteño hat geschrieben:Die öffentl.-rechtl. Medien und auch die Printmedien üben sich in vorauseilendem Gehorsam und jetzt versucht man, auch das Netz unter Kontrolle zu bringen. Mit einschüchternden Ermittlungsverfahren sollen alle mundtot gemacht werden, die der "Flüchtlings"politik der Kanzlerin nicht zustimmen und "hate speech" verbreiten.
Deutschland 2016 - im 11. Jahr der Regierungszeit von Frau Merkel.
Ich weiß nicht, welche Sicht auf Deutschland Du aus Ost-Asien haben kannst.
Deine obige Beschreibung ist die der Türkei - aber wirklich nicht die von Deutschland.
Vieles mag Deiner Meinung zuwiderlaufen - damit musst du allerdings selber klar kommen.

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Re: Facebook

Beitrag von Juergen » Donnerstag 28. Juli 2016, 01:07

Ich habe mich beim Fratzenbuch angemeldet, weil einige anderswo verlinkte Seite ohne Anmeldung nicht einzusehen sind.
Posten werde ich dort recht wenig.

Zudem wollte ich das System nutzen, um auf die alte Messe in PB hinzuweisen:
https://www.facebook.com/Die-Alte-Messe ... 3822181/
Gruß
Jürgen

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Re: Facebook

Beitrag von Niels » Dienstag 23. August 2016, 01:19

"Wohin sich Nazis und Islam-Hasser zum Hetzen verkriechen": http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... echen.html
Kennt das jemand? Bis gerade habe ich noch nie etwas davon gehört oder gelesen.
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Re: Facebook

Beitrag von TeDeum » Dienstag 23. August 2016, 07:09

Dann schau's dir mal an. vkontakte (vk) ist mittlerweile auch hierzulande relativ bekannt, in Russland führend neben odnoklassniki.ru. Und mittlerweile auch multilingual. Nur ohne Zensoren.

Letztlich muss halt jeder für sich selbst entscheiden, ob er seine Daten lieber der NSA oder dem russischen FSB geben will. 8)

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Re: Facebook

Beitrag von Juergen » Dienstag 23. August 2016, 09:43

TeDeum hat geschrieben:Dann schau's dir mal an. vkontakte (vk) ist mittlerweile auch hierzulande relativ bekannt, in Russland führend neben odnoklassniki.ru. Und mittlerweile auch multilingual. Nur ohne Zensoren.

Letztlich muss halt jeder für sich selbst entscheiden, ob er seine Daten lieber der NSA oder dem russischen FSB geben will. 8)
Es gibt auch noch das Schweizer Netzwerk fumano.com.
Gruß
Jürgen

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Re: Facebook

Beitrag von Juergen » Dienstag 6. September 2016, 00:52

Vom 25. Juli bis heute habe ich es dort ausgehalten.
Facebook ist total gruselig.
Schnell raus dort!
Gruß
Jürgen

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Re: Facebook

Beitrag von Raphael » Dienstag 6. September 2016, 07:05

Juergen hat geschrieben:Vom 25. Juli bis heute habe ich es dort ausgehalten.
Facebook ist total gruselig.
Schnell raus dort!
Was ist denn daran so gruselig? :achselzuck:

Meiner Einschätzung nach ist die Kommunikation über Facebook einer der Gründe, die den Ketelhohn davon abhalten, hier im Forum öfters 'mal aufzutauchen. :hmm:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Facebook

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 6. September 2016, 22:50

Raphael hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Vom 25. Juli bis heute habe ich es dort ausgehalten.
Facebook ist total gruselig.
Schnell raus dort!
Was ist denn daran so gruselig? :achselzuck:

Meiner Einschätzung nach ist die Kommunikation über Facebook einer der Gründe, die den Ketelhohn davon abhalten, hier im Forum öfters 'mal aufzutauchen. :hmm:
:daumen-rauf:
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Facebook

Beitrag von Niels » Dienstag 6. September 2016, 23:55

Ach. Du bist da auch aktiv? Dann bitte ich um eine "Freundschaftsanfrage."
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Re: Facebook

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 7. September 2016, 13:18

Niels hat geschrieben:Ach. Du bist da auch aktiv? Dann bitte ich um eine "Freundschaftsanfrage."
Soweit bin ich noch nicht...obwohl es ja schon so einen gewissen sozialen Druck gibt...wollte bloß Raphaelis Vermutung mit Daumen rauf beipflichten..
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Facebook

Beitrag von Juergen » Mittwoch 7. September 2016, 14:03

Raphael hat geschrieben:Was ist denn daran so gruselig? :achselzuck:
Gruselig ist/sind
- Werbeanzeigen in der Timeline
- Das-könnte-sie-auch-interessieren Vermutungen von Facebook in der Timeline
- Hinweise auf weitere geteilte Inhalte in der Timeline
- Da es weder kein vernünftiges Baum-System, das Gesprächsfäden strukturiert, sind „Gespräche“ oder „Diskussionen“ in den Kommentarspalten unübersichtlich
- Ausgefeilte Argumentationen gibt es dort nicht, sondern die Argumente bestehen oft nur aus einer einzelnen Parataxe.
- etc.
Raphael hat geschrieben:Meiner Einschätzung nach ist die Kommunikation über Facebook einer der Gründe, die den Ketelhohn davon abhalten, hier im Forum öfters 'mal aufzutauchen. :hmm:
Wieviel „Kommunikation“ Robert dort betreibt, weiß ich nicht. Mir jedenfalls scheint es so, daß dort seine „Kommunikation“ sehr einseitig ist. Sie besteht, soweit ich sehe, daraus Pressemeldungen weiterzuverbreiten. Reaktionen und Kommentare auf seine Postings bekommt er kaum.
Vielleicht sollte er eine Online-Zeitung gründen oder ähnliches…
Gruß
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Re: Facebook

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 10. September 2016, 09:34

Juergen hat geschrieben:Vom 25. Juli bis heute habe ich es dort ausgehalten.
Facebook ist total gruselig.
Schnell raus dort!
Wieso vom 25. Juli ab? Hattest du dein Konto immer wieder mal gelöscht, oder einfach nur deaktiviert? Jedenfalls warst du früher auch schon bei FB
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

Vir Probatus
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Re: Alles rund um Faϲebook

Beitrag von Vir Probatus » Montag 19. September 2016, 21:09

Generalvikar echauffiert sich über Politiker:

https://www.facebook.com/gv.michael.fuchs?fref=ts
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Alles rund um Faϲebook

Beitrag von HeGe » Montag 31. Oktober 2016, 15:16

Sehr lustige Sammlung: 8)

"Things Jesus never said"

Beispiel:

Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Hubertus
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Re: Alles rund um Faϲebook

Beitrag von Hubertus » Montag 31. Oktober 2016, 16:35

:D :daumen-rauf:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Alles rund um Faϲebook

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 2. November 2016, 06:17

https://www.facebook.com/www.mattenhof.de

Man sollte sich immer gut überlegen, wen man an Tastaturen aller Art lässt.

Hier hat eine ältere Frau wohl mit 2 sehr ungeschickten Sätzen den Supergau ausgelöst.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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