Dialekte und Umgangssprache

Sonstiges und drumherum.

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taddeo
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Re: Die Wochentage in den Mundarten des Forums

Beitrag von taddeo » Mittwoch 20. Juli 2011, 14:51

lifestylekatholik hat geschrieben:Ick will ja nich störn, abba: D'Woch goht mitt'm Sunntig aa. :breitgrins:
In den Dialekten offenbar nicht. ;D

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HeGe
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Re: Die Wochentage in den Mundarten des Forums

Beitrag von HeGe » Mittwoch 20. Juli 2011, 14:53

taddeo hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Mondaach
Dinsdaach
Meddwoch
Dunnersdaach
Friedaach
Samsdaach
Sundaach
Ist das aachener Dialekt? :hmm:
Der Aachener Dialekt heißt "Öcher Platt", da ist nix mit zwei "a". ;) Man kann es sicherlich auch mit einem "a" schreiben, aber da das "a" eher lang ausgesprochen wird, schien mir diese Schreibweise klarer.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Christine100
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christine100 » Mittwoch 20. Juli 2011, 17:24

Fränkisch

Monndouch
Dinnsdouch
Middwoch
Donnerschdouch
Freidouch
Sammsdouch
Sunndouch

Das "ou" wird wie die englischen Wörter "go, so, low" ausgesprochen.
Bekanntlich ist ja das Fränkische mit der englischen Sprache verwandt.
Link
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Es gibt ein Licht, das die Sonne überstrahlt."

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taddeo
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von taddeo » Mittwoch 20. Juli 2011, 17:27

Und dann gibt's auch noch das Bedddouch, nicht wahr? ;D

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Nassos
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Nassos » Mittwoch 20. Juli 2011, 17:44

Das hört sich alles an, als ob es unter Schmerzen ausgesprochen würde.
...ach
...och
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Bernardo
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Bernardo » Mittwoch 20. Juli 2011, 19:08

Christine100 hat geschrieben:

Bekanntlich ist ja das Fränkische mit der englischen Sprache verwandt.

Who isn't? :)
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Raimund J.
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Raimund J. » Mittwoch 20. Juli 2011, 19:25

Kann mir jemand zufällig sagen, was "chönd zonis" (Schweiz, Appenzell) auf Hochdeutsch heisst?
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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lifestylekatholik
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von lifestylekatholik » Mittwoch 20. Juli 2011, 20:01

Ciao! Willkommen! Bienvenues!
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Raimund J. » Mittwoch 20. Juli 2011, 20:17

lifestylekatholik hat geschrieben:Ciao! Willkommen! Bienvenues!
Warum? :achselzuck:

Was heisst "chönd" und was "zonis"?
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

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Christine100
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christine100 » Mittwoch 20. Juli 2011, 20:48

taddeo hat geschrieben:Und dann gibt's auch noch das Bedddouch, nicht wahr? ;D
:neinfreu: Das heißt Beddduch.
Aber es gibt noch die Bidddouch (Bitttage).
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Raimund J.
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Raimund J. » Mittwoch 20. Juli 2011, 20:53

Christine100 hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Und dann gibt's auch noch das Bedddouch, nicht wahr? ;D
:neinfreu: Das heißt Beddduch.
Aber es gibt noch die Bidddouch (Bitttage).
:daumen-rauf:
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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Niels
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Niels » Mittwoch 20. Juli 2011, 21:43

Ich persönlich bin ja so ziemlich genau an der Grenze zwischen niederfränkischem und westfälischem Dialekt aufgewachsen. Bild
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Christine100
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Christine100 » Mittwoch 20. Juli 2011, 21:55

Niels hat geschrieben:Ich persönlich bin ja so ziemlich genau an der Grenze zwischen niederfränkischem und westfälischem Dialekt aufgewachsen. Bild
Ups, was es alles gibt?!
Ich dachte bisher, es gäbe nur ober-, mittel- und unterfränkischen Dialekt. :hmm:
Niels, bist du ein Franke oder ein Westfale? ;D
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Niels
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Niels » Mittwoch 20. Juli 2011, 21:59

55-45... :achselzuck:

Resurrexit, sicut dixit, alleluia

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Nassos
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Nassos » Mittwoch 20. Juli 2011, 23:17

Raimund Josef H. hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:Ciao! Willkommen! Bienvenues!
Warum? :achselzuck:

Was heisst "chönd" und was "zonis"?
Also genau genommen heißt das "Schön, die Zonis (ex-DDRler)". Das war der Willkommensgruß als die Mauer .. und hat nichts mit der Schweiz ... aua aua aua aua.....
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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Niels
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Niels » Mittwoch 20. Juli 2011, 23:32

Nassos hat geschrieben:
Raimund Josef H. hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:Ciao! Willkommen! Bienvenues!
Warum? :achselzuck:

Was heisst "chönd" und was "zonis"?
Also genau genommen heißt das "Schön, die Zonis (ex-DDRler)". Das war der Willkommensgruß als die Mauer .. und hat nichts mit der Schweiz ... aua aua aua aua.....
:kugel: :daumen-rauf:
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Caviteño
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 27. Juli 2011, 19:28

Es entsteht in Deutschlands Großstädten ein neuer Dialekt, die Kanak Sprak:

http://www.dw-world.de/dw/article/,,152859,.html
Doch unabhängig davon herrscht Einigkeit, dass überall im Land neue Formen des Deutschen gesprochen werden. Dies habe Auswirkungen, die in ihrer Tragweite noch gar nicht erkannt würden, glaubt Uwe Hinrichs, Sprachwissenschaftler an der Universität Leipzig. "Die Migration verändert die Sprache massiv", sagt Hinrichs. "Am Ende steht vielleicht eine grammatische Struktur wie im Englischen."

Der Sprachwandel in Deutschland sei vergleichbar mit der Situation auf dem Balkan, wo das jahrhundertelange Nebeneinander grundverschiedener Sprachen zu starken Vereinfachungen geführt habe. Dies geschehe überall, wo Sprachen aufeinandertreffen, sagt Hinrichs: "Man versteht sich einfach besser, wenn Sprachstrukturen einfacher werden."

Hinrichs sagt voraus, dass in den nächsten Jahrzehnten bestimmte grammatische Formen ganz verschwinden werden. So werde es statt "das Haus meines Vaters" nur noch "das Haus von mein Vater" heißen, aus "er ist geeigneter" werde "er ist mehr geeignet". Unter dem Einfluss der mündlichen Umgangssprache werde sich früher oder später auch die Schriftsprache verändern, sagt Hinrichs und verweist darauf, dass die Grenze zwischen Schrift- und Umgangssprache im Internet schon jetzt häufig fließend ist.
Weitere Ausführungen auch hier:
http://www.politik.de/forum/sport/11164-problem.html

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Lioba
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Lioba » Mittwoch 27. Juli 2011, 19:59

Um dem entgegenzuwirken, sollten Migranten grundsätzlich in Gebieten angesiedelt werden, in denen die Einheimischen konsequent Dialekt sprechen.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

Caviteño
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 28. Juli 2011, 11:21

Lioba hat geschrieben:Um dem entgegenzuwirken, sollten Migranten grundsätzlich in Gebieten angesiedelt werden, in denen die Einheimischen konsequent Dialekt sprechen.
:klatsch: :klatsch: :klatsch:
Bayern und Baden-Württemberg, evtl. auch Hessen und Saarland.

:klatsch: :klatsch: :klatsch:

taddeo
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von taddeo » Donnerstag 28. Juli 2011, 11:25

Lioba hat geschrieben:Um dem entgegenzuwirken, sollten Migranten grundsätzlich in Gebieten angesiedelt werden, in denen die Einheimischen konsequent Dialekt sprechen.
Was meinst Du, was wir hier in der tiefen niederbayerischen Provinz für Erfolge damit haben!
Da gibt es Italiener, die sprechen akzentfreier Niederbairisch als die zugezogenen Sachsen ... bloß Hochdeutsch - das kann keiner. ;D

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Linus
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Linus » Donnerstag 28. Juli 2011, 14:15

Caviteño hat geschrieben:
Hinrichs: "Man versteht sich einfach besser, wenn Sprachstrukturen einfacher werden."
Oh Pidgin-Deutsch?

statt "long time no see" also "nixsehen langzeit"
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Lioba
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Lioba » Donnerstag 28. Juli 2011, 15:10

Kanaksprak ist nach meiner Beobachtung tatsächlich ein Phänomen der Großstädte bzw.von Gebieten, in denen sowieso ein besonders hässliches Umgangsdeutsch gesprochen wird. Wie ich an anderer Stelle schon einmal schrieb, kenne ich etliche dialektsprechende Migranten,schwäbelnde Türken, Italo-Pälza usw. Dank der Tatsache,dass Ostfriesland an 2 Standorten Hochschulen besitzt, erlernen Studenten mit Migrationshintergrund nun auch das Friesische und Niederdeutsche und lesten damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der norddeutschen Tradition. :breitgrins:
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 28. Juli 2011, 15:21

Man sollte "Kanaksprak" als das begreifen, was es ist: nämlich bewusste und provozierende Intergrationsverweigerung von Kindern und Jugendlichen aus vorwiegend türkischem oder libanesischem Elternhaus und von beschränkter Bildung.

Die meisten Personen dieser Gruppe könnten in Wirklichkeit ganz gut deutsch, da dass Toleranz hier fehl am Platz ist.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Juergen » Donnerstag 28. Juli 2011, 16:34

cantus planus hat geschrieben:Die meisten Personen dieser Gruppe könnten in Wirklichkeit ganz gut deutsch, da dass Toleranz hier fehl am Platz ist.
...nur bei der Satzbildung hapert's.
Gruß
Jürgen

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Lioba » Donnerstag 28. Juli 2011, 16:48

Ich meine, das die Kanaksprak nicht mit Pidgin oder zu vergleichen ist. Pidgin dient der Verständigung von Menschen verschiedener Herkunft, die nicht die Möglichkeit haben, die Sprache des anderen gründlich zu lernen.
Kanaksprak ist eine Jugendsprache, die ein Gruppengefühl vermitteln soll. Die Sprecher haben Schulunterricht in Deutsch und teilweise sogar ergänzenden muttersprachlichen Unterricht. Das hat auch nichts mit dem natürlichen Wandel von Sprachen zu tun. Ich habe den Eindruck, dass das auch ein recht neues Phänomen ist. Die erste Generation spricht halt verschieden gut Deutsch, mal gebrochen, mal enifach nur mit einem Akzent und kleinen Schnitzern, die nächste Generation spricht meist fließend und akzentfrei. Woher diese Rückentwicklung kommt, verstehe ich nicht ganz- übrigens benutzen die Migrantenkinder, die ich kenne, Kanaksprak höchstens aus Jux- man ist schließlich gut sauerländisch, woll.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Juergen » Donnerstag 28. Juli 2011, 17:07

Lioba hat geschrieben:...man ist schließlich gut sauerländisch, woll.
Die Siuerlänner können ja bekanntermaßen mindestens 3 Sprachen:

- Hochdeutsch (mehr oder weniger...)
- Plattdeutsch (weniger oder mehr...)
- Über-den-Anderen (fließend)
Hinrichs sagt voraus, dass in den nächsten Jahrzehnten bestimmte grammatische Formen ganz verschwinden werden. So werde es statt "das Haus meines Vaters" nur noch "das Haus von mein Vater" heißen...
Das Beispiel eignet sich recht gut, um zu gucken, wie denn Umgangssprachlich gesprochen wird.

"Das Haus meines Vaters" -- Das ist Hochdeutsch und geht auch Umgangssprachlich
"Meines Vaters Haus" -- Das ist auch Hochdeutsch, aber wirkt gesprochen doch recht gekünzelt

Der Rheinländer würde vermutlich eher bevorzugen: "Dem Vater sin Haus" (oder so ähnlich)

De Siuerlänner sächt: "Dat Hius vonne(m) Vatter" – Und da sind wir gleichsam schon beim prognostizierten Zukunftssprech angelangt.
Gruß
Jürgen

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Lioba » Donnerstag 28. Juli 2011, 18:42

Jürgen, das ist genial:
Die Siuerlänner können ja bekanntermaßen mindestens 3 Sprachen:

- Hochdeutsch (mehr oder weniger...)
- Plattdeutsch (weniger oder mehr...)
- Über-den-Anderen (fließend)

:freude: :freude: :freude:
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Juergen » Donnerstag 28. Juli 2011, 19:21

Lioba hat geschrieben:...man ist schließlich gut sauerländisch, woll.
Noch eine Anmerkung zum "woll": Es ist durchaus nicht richtig, daß die Sauerländer hinter fast jeden Satz ein "woll" hängen. Das wäre auch schon doof, woll.

Natürlich unterscheidet der Sauerländer, ob er auf die Aussage eine Zustimmung erwartet oder nicht und ob es eine Zustimmung zu einer positiven oder negativen Aussage ist.
Erwartet er eine Zustimmung zu einer positiven Aussage, kann er "woll" anhängen. Hat er aber eine negative Aussage gemacht und erwartet, daß der andere der negative Aussage zustimmt (also ebenfalls "nein" sagt), hängt er natürlich kein "woll" daran, sondern ein "wonnich".

Beispiel:
Das Wetter ist heute gut, woll.
Das Wetter ist heute nicht gut, wonnich.
8)

Wollte er aber eine positive oder negativen Aussage machen und stellt fest, daß der Andere höchstwahrscheinlich widerspricht, so spricht er erst gar nicht mit dem Anderen. – Manche behaupten daher, die Sauerländer seien stur, während sich der Sauerländer nur innerlich denkt: "Du kanns mir mol oppn Hobel blasen."
:D
Gruß
Jürgen

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Lioba » Donnerstag 28. Juli 2011, 20:45

Im Heimatdorf meines Mannes ist das woll zu wo verkürzt. Ist freundlich gemeint, klingt aber für ungeübte Ohren wie Hund beim Anblick von Briefträger.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von taddeo » Donnerstag 28. Juli 2011, 20:50

Lioba hat geschrieben:Im Heimatdorf meines Mannes ist das woll zu wo verkürzt. Ist freundlich gemeint, klingt aber für ungeübte Ohren wie Hund beim Anblick von Briefträger.
Du hast nen Oberpfälzer als Mann? :hae?:

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Lioba » Donnerstag 28. Juli 2011, 20:57

Nein, der Meine stammt aus dem märkischen Sauerland. :breitgrins:
Soviel ich weiß, sind die Römer nie dort gewesen, haben wohl schon vor der Varusschlacht einen Bogen drum gemacht.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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Re: Dialekte und Umgangssprache

Beitrag von Niels » Donnerstag 28. Juli 2011, 21:01

Zu Kanaksprak - neulich in der U-Bahn - drei 14(?)jährige Mädchen mit "Migrationshintergrund":
"Fährse Altendorf?" - "Nee, fahr'sch nisch, da sind nur Kanaken" - "Ey, und was bis Du, Alder?"
:kugel: :patsch:
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