Rubrizismus unterhaltsam

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Hubertus
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Re: Rubrizismus unterhaltsam

Beitrag von Hubertus »

anneke6 hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben:Hier gibt's das Defectibus zumindest auf Englisch: http://www.dailycatholic.org/defectib.htm.

In deutscher Übersetzung ist es mir noch nicht begegnet.
Danke, Hubertus.
14. If after the words of the Consecration he notices that there was no wine in the chalice, but only water, he is to pour the water into some vessel, put wine and water into the chalice and consecrate, starting again from the words Simili modo, etc.

15. If he notices this after consuming the Body, or after drinking the water in question, he is to set out another host to be consecrated, together with wine and water in the chalice, offer both, consecrate them and consume them, even though he is not fasting.
Damit ergibt sich natürlich eine einfache Möglichkeit, an den deutschen Text zu kommen. Einfach per Übersetzungsdienst von Google:
14. Wenn nach den Worten der Weihe bemerkt er, dass es keinen Wein im Kelch, sondern nur Wasser, ist er um das Wasser in ein Gefäß gießen, legte Wein und Wasser in den Kelch und weihen, wieder ausgehend vom Worte Simili modo, usw.

15. Wenn er dies bemerkt, nach dem Konsum der Körper, oder nach dem Trinken des Wassers in Frage, er darzulegen, um einen anderen Host geweiht werden, zusammen mit Wasser und Wein im Kelch ist, bieten beide, sie weihen und verzehre sie, obwohl er nicht das Fasten.
Alles klar? :freude:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Seraph
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Re: Rubrizismus unterhaltsam

Beitrag von Seraph »

Senensis hat geschrieben:(Das mit der Spinne ist übrigens gar nicht so abwegig. Eine Freundin erzählte mir einmal, daß sie in einer hohen gotischen Hallenkirche zur Hl. Messe gewesen war. Auf einmal bemerkte sie, daß sich eine größere Spinne direkt vor ihr abgeseilt hatte und nun zwischen der Nasenspitze der Freundin und dem Nacken ihrer Vorderfrau hing. Pusten konnte sie also nicht, sonst hätte die Frau vornedran die Spinne im Nacken gehabt, und wäre sicher in Panik verfallen. Zum Glück entschied sich die Spinne nach einigen Augenblicken von selbst, wieder nach oben zu entschwinden.)
Mir ist beim Meßdienen mal bei der Gabenbereitung eines sehr genauen Zelebranten aus dem Weinkännchen eine Mücke entfleucht, sie zog noch ein paar torkelige Kreise über dem Kelch, bis sie mir schließlich ins Gesicht surrte. Der Gesichtsausdruck des Zelebranten war sehenswert.
Ein düsterer Seraph möchte wohl selbst den dreieinigen Gott erschrecken.
(Mother Mary Francis)

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Senensis
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Re: Rubrizismus unterhaltsam

Beitrag von Senensis »

Liebe Freunde, zum Vorwurf der unangemessenen Fröhlichkeit: ich bin mit all diesen Dingen aufgewachsen und gehe so ungezwungen damit um, wie jemand es eben tut, dem es vom frühen Kindesalter an vertraut ist. Den Vorwurf der Ehrfurchtslosigkeit hat mir in der Realität noch niemand gemacht, weder in der Tradi-Sakristei, noch in diversen Klöstern (und da ich Tradi-Sakristei sagte, könnt ihr davon ausgehen, daß die Klöster auch nicht zur liberalen Sorte gehören). Die obige Humorlosigkeit kenne ich allerdings am besten aus einigen Milieus unserer nichtkatholischen Mitchristen.

Ein sehr konservativer junger Pater hat mir mal erzählt, welche alte Vorschrift er am schärfsten fand: Wenn eine Hostie beim Kommunionspenden herunterfällt, so darf sie natürlich nur der Priester aufheben. Es gibt einen Ausnahmefall: nämlich wenn die Hostie einer Dame in den Ausschnitt fällt. (Bei einigen traditionellen Trachten, die sich für den Kirchgang durchaus eignen, ist dieser Fall ohne weiteres denkbar.) Der junge Pater erzählte dann weiter, welche Erfahrungen er beim Kommunionspenden schon gemacht hatte und auf welche Weise er sich auch in komplizierten Fällen noch bemüht hatte, die Rubriken einzuhalten.

Bei Menschen, denen die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten in Fleisch und Blut übergegangen ist, trifft sie sich mitunter mit dem Humor, der ihnen ebenso im Blut liegt. Beobachtungen dieser Art macht man besonders häufig bei frommen Ordensleuten. Sie leben ständig mit heiligen Dingen. Sollen sie zum Lachen in den Keller gehen?

"Vor törichter Frömmigkeit und sauertöpfischen Heiligen - Verschone uns, o Herr!" Teresa von Avila
et nos credidimus caritati

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