Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Sonstiges und drumherum.
Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Heute möchte ich eine kleine "Serie" beginnen, bei der mit dem D-Ticket die kunsthistorisch interessanten romanischen Dorfkirchen im Dortmunder Umland, besser gesagt im heutigen urbanen Stadtgebiet, besucht werden. Gelegentlich findet sich um die bzw auch in der Nähe der Kirche ein bischen vorindustrielle Bebauung; i. d. R. einfache schwarz weisse Fachwerkhäuser wie sie in der Hellwegregion üblich sind. Also einfach ohne Knaggen und Schnitzereien, kaum Inschriften. Aber dennoch reizvoll... Inzwischen ist aber auch industrielle Architektur interessant. Also aus dem Industriezeitalter, ergo auch Wohn- und Geschäftshäuser. Auch diese werden gelegentlich erwähnt, wenn sie ein pittoreskes Eck oder was auch immer bilden...

Kurze Einleitung im Sinne des Forums hier:

Die Mehrheit der Dorfkirchen ist evangelisch. das heisst: eingeschränkte Öffnungszeiten. "Evangelische Kirchen sind immer zu". Da bin ich nicht auf dem aktuellen Stand. Manche haben "Offene Kirche", vielleicht auch nicht, oder nur im Sommer. Hardcorekunsthistoriker versuchen halt, vor oder nach Gottesdiensten "mal ehmt reinzuschauen". Aber auch die vier katholischen Kirchen sind gelegentlich ausserhalb von Messzeiten verschlossen. Vielleicht grundsätzlich, vielleicht "nur Montags". Immerhin steht man in einer Metropolregion inklusive erhöhtem Vandalismusrisiko.

Aber auch Aussenansichten sind wertvoll und reizvoll. Besonders, wenn ein paar Fachwerkhäuser unter Zurhilfenahme des richtigen Kamerawinkels mit dem uralten Kirchbau zu einer ländlichen Idylle verschmelzen.

Warum es im "Evangelischen Dortmund" überhaupt alte katholische Kirchen gibt, hängt mit der Konversion eines Haus-Neuburg-Pfalz-Angehörigen Grafensohnes zum Katholizismus im frühen 17. Jahrhundert zusammen. Auf Grund dessen Bemühungen sind vier der zur evangelischen Grafschaft Mark bzw. der evangelischen Grafschaft Dortmund gehörigen Dörfer katholisch geblieben. Bei einem soll das Stift Essen bei der Konfessionsfestlegung zusätzlich mit im Spiel gewesens ein. Genaueres über dieses Kuriosum lässt sich nur sehr schwer herausfinden... Die konfessionell katholische Prägung ist aber dort schon seit Ende des 19. Jahrhunderts Geschichte, wohingegen sie in den nach wie vor ländlichen hildesheimer Stiftsdörfern bis heute besteht, genauer gesagt wie im kath. Münsterland oder kath. Oberbayern katholisch-konfessionell gen Bedeutungslosigkeit vor sich hin serbelt... Ab der das ist ein anderes Thema, für das dieses Forum genügend andere Stränge bereithält :doktor:

Den Anfang machen zwei der vier katholischen Dörfer mit romanischen Kirchen. Die sind allerdings historistisch erweitert worden, ohne den Altbau völlig niederzulegen und nach Möglichkeit "sinnvoll in den Neubau zu integrieren". Wenn man die Emschertalbahn R43 von Dorsten nach Dortmund nimmt, so fährt man auf einer aussichtreichen Strecke durchs Ruhrgebiet und seine industriellen Reminiszenzen. Bei Dortmund wird es sogar ländlich, hügelig und waldreich. Und immer oben auf dem Bahndamm bieten sich schöne Blicke. O.K. im Sommer mag Begleitgrün die im Winter möglichen Aussichten verringern.

Die erste Station ist der Bahnhof Castrop-Süd. Von dort ist es ein Katzensprung zur alten Lambertuskirche in Alt-Castrop. Neuromanisch mit gut erhaltener historistischer Ausstattung. Die Krippe und die Tannenbäume in St. Lambertus standen 2023/24 übrigens offensichtich bis Lichtmess. :klatsch: Das noch oben drauf! Die alte Kirche als nordöstlicher Teil der neuen erhalten. Chor (Südseite durchbrochen), Mittel- und nördliches Seitenschiff stehen noch. Turm und Südschiff also nicht mehr. Oben drauf ein barocker Dachreiter. Innen ein gotisches Sakramentshaus und ein ungewöhnliches barockes Altargemälde mit reliefartigen Schnitzereien kombiniert. Dürfte meines Erachtens einen Evangelisten darstellen, folglich zu einer Kanzel gehörend, aber die Form ist eindeutig Altargemälde. Zumal sich darunter ein Altarantependium befindet. Am Kirchplatz ein Fachwerkhaus in oben beschriebener Bauweise. Daneben "was verschiefertes" möglicherweise auch altes. In der Nähe nördlich ein drittes Fachwerk-Haus, "plastikverschiefert" :erschrocken: aber auch wahrscheinlich alt. Östlich bildet ein bonbonrosa gestrichenes Gründerzeithaus mit der Kirche ein verblüffendes Fotomotiv. Am Castroper Markt großzügige Jugendstilfassaden aus Sandstein.

Weiter nach Huckarde-Nord. Huckarde selbst bietet dem Besucher das Ortsbild einer kleinerdimensionierten Industriestadt des sehr späten 19. Jahrhunderts. Unter Berücksichtigung von Um- und Neubauten der vielen seither vergangenen Jahrzehnte. Hinter dem Bahnhof ein Förderturm und Haldenlandschaft. Man laufe aber in die gegensätzliche Richtung und wurschtel sich zum Kirchplatz durch. Übrigens braucht man eigentlich keinen Stadtplan, einfach vom Bahnhof weg Ri. "City" gehen, wenn man ein Fachwerkhaus sieht dahin gehen und dann sieht man auch schon nach insgesamt kurzem Fussweg den Kirchplatz. Dort und in unmittelbarer Umgebung das gerade erst erwähnte Fachwerk der Hellweg-Art. Dazu Turm und Langhaus der romanischen Urbanus-Kirche mit östlicher Erweiterung. Montag oder auch sonst geschlossen... Öffnungszeiten leider unbekannt. Daher kann ich nur theoretisch über den gotischen Kanzelkorb schreiben auf welchem sich ein Relief Christus darstellend in selbigem stehend und lehrend befindet. Desweiteren soll sich auch noch ein Hochaltar in dieser Kirche befinden.

Huckarde ist auch vom HBF mit der Strassenbahn Linie 47 "Ri. Westerfilde" erreichbar. Rückweg Ri. Aplerbeck. Haltestelle "Huckarde Abzweig". Am Hafen, wo die Strassenbahn vorbeifährt ein kurioses Gebäude aus der Gründerzeit. Wohl so eine Art Zahlmeisterhaus, Hafenbüro. Etwas Leuchtturmzitierendes daran lässt keinen anderen Rückschluss zu. Bezugnehmend auf den Dortmund-Ems-Kanal dürfte das der südlichste Vorposten Ostfrieslands sein. Die Sprache der Architektur wird auch 4 Generationen später noch verstanden.

Weiter geht es in einem neuen Edit...

Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Ein Überbleibsel aus konfessionell-katholischer Prägung in Huckarde ist die Pfingstprozession. Eine Statue des Hl. Urbanus als auch das Allerheiligste werden auf diesem gang mitgeführt... Auf online auffindbaren Bildern gibbet sogar Prozessionsfähnchen am Wegesrand, wenn auch nur in recht geringer Anzahl.

Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Heute: Dortmund-Mengede:

Dortmund-Mengede ist ein sehenswerter Stadtteil mit einem schönen Ortskern. Gleich am Bahnhof steht auf der anderen Seite ein Zechengebäude in geradezu charakteristischen Formen. Auf dem Weg Richtung Innenstadt großstädtische als auch kleinerdimensionierte Gründerzeitbauten. An einer Seite des MArktplatzes dann auch ein bisschen graumelierte Ruhrpottarchitektur, wie sie die Grautöne der 50er und 60er Jahre auf schmucklosen Putzfasssaden widerspiegelt. Aber im Ortskern dominieren die Zuckergussfassaden und Fachwerk. Die Kirche leider sogar doppelt verschlossen, das nicht zu öffnende Tor im umgebenden Zaun machte bereits ein vorsichtiges Ziehen an der Kirchentür unmöglich. Aber was steht weiter oben "Evangelisch - sowieso immer zu! Aber auch die kath. neugotische Remigiuskirche war nicht zugänglich. Aber wie schrieb ich weiter oben: Metropolregion, Vandalismusrisiko halt...

Übrigens, Mengede, Huckarde und auch Alt-Castrop waren auffallend wenig migrantisch geprägt. Es gab dort noch den alteingesessenen Handwerksbetrieb mit seine Waschmaschinen im Schaufenster...

In der ev Kirche aus dem 13. Jahrhundert soll sich ein barocker Altar befinden und eine aus diversen älteren Baustilen bestehende Ausstattung. Sicherlich sehenswert. Aber wohl ausser nach Gottesdiensten kein Zugang und Gottesdienst ist laut Aushang nicht mal jeden Sonntag dort... Drumherum ein Ring aus Fachwerkhäusern.

Mengede soll in vorindustrieller Zeit sogar eine Befestigung und folglich Tore besessen haben. Also schon was größeres...

Ansonsten fand ich die Kirche von aussen bei weitem nicht so altertümlich wie die in Huckarde. Nu nu, als ob das was zur Sache tut... sie ist zwar keineswegs unbedeutender deswegen, aber wer für Feinheiten ein Auge hat, der findet die alte Kirche in Huckarde ein Tacken pittoresker... Ehre wem Ehre gebührt...

Vom Bahnhof fahren Busse Ri. Kirchlinde, aber heute keinerlei Ambitionen... Übrigens Kirchlinde hat auch eine Bahnstation - wenn auch 1,4 km Fussweg bis zum Objekt der Begierde. Also, wenn ich auch noch Buslinien verstehen soll, das ist zu viel, Strassenbahn und dann "Halt! Stopp!" Genug!

Bin halt ein Landei...

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Lycobates
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Lycobates »

Fuchsi hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2024, 18:49
Heute: Dortmund-Mengede:

Dortmund-Mengede ist ein sehenswerter Stadtteil mit einem schönen Ortskern. Gleich am Bahnhof steht auf der anderen Seite ein Zechengebäude in geradezu charakteristischen Formen.
wird dort noch charakteristisch gezecht ?

:tuete:
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Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 8. Februar 2024, 16:03
Fuchsi hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2024, 18:49
Heute: Dortmund-Mengede:

Dortmund-Mengede ist ein sehenswerter Stadtteil mit einem schönen Ortskern. Gleich am Bahnhof steht auf der anderen Seite ein Zechengebäude in geradezu charakteristischen Formen.
wird dort noch charakteristisch gezecht ?

:tuete:
Da nimmer, aaaber...
...man glaubt es kaum, aber es wird! Was ich so nebenbei herausfinden konnte (per Google) befindet sich ein paar S-Bahn-Stationen weiter in Essen-Kray in der zeche Bonifacius inzwischen eine Weinzeche... :) Was die dort verkaufen in puncto Qualität... so im Currywurstland :achselzuck: :hmm:

Im platten Münsterland gibbet eine Weinhandlung, deren Betreiber in einem Zeitungs/Fernsebeitrag offen zugab, bei bestimmter, per Erfahrungswert als unwürdig whatever eingestufter Kundschaft gewisse Weine ab einer gewissen Qualitätsstufe gar nicht erst aus dem Keller zu holen... na, wenn er sich so ein Theater leisten kann :breitgrins: in "Downtown Cosmopolitain"... :breitgrins: Also ich würds jedem verkaufen der Geld hinblättert, wer zuerst kommt mahlt zuerst...

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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Caviteño »

Fuchsi hat geschrieben:
Freitag 9. Februar 2024, 10:52
Da nimmer, aaaber...
...man glaubt es kaum, aber es wird! Was ich so nebenbei herausfinden konnte (per Google) befindet sich ein paar S-Bahn-Stationen weiter in Essen-Kray in der zeche Bonifacius inzwischen eine Weinzeche... :) Was die dort verkaufen in puncto Qualität... so im Currywurstland :achselzuck: :hmm:
Wenn man noch ein paar S-Bahn-Stationen nach Essen-Borbeck weiterfährt, kann man in die Dampfbier-Brauerei gehen. Liegt direkt gegenüber vom Bahnhof und dort wird nicht "richtig gezecht."

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Lioba
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Lioba »

Dortmund Mengede kennen wir noch gar nicht ob wohl es nicht so weit ist. Ich habe in der Zeit meines aktiven Gemeindedienstes erlebt wie immer mehr Kirchen zuschließen mussten, erst nachts dann auch am Tag. Das wollte keiner aber der Vandalismus und die Diebstähle nahmen immer mehr zu. :(
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
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Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Caviteño hat geschrieben:
Freitag 9. Februar 2024, 15:25
Fuchsi hat geschrieben:
Freitag 9. Februar 2024, 10:52
Da nimmer, aaaber...
...man glaubt es kaum, aber es wird! Was ich so nebenbei herausfinden konnte (per Google) befindet sich ein paar S-Bahn-Stationen weiter in Essen-Kray in der zeche Bonifacius inzwischen eine Weinzeche... :) Was die dort verkaufen in puncto Qualität... so im Currywurstland :achselzuck: :hmm:
Wenn man noch ein paar S-Bahn-Stationen nach Essen-Borbeck weiterfährt, kann man in die Dampfbier-Brauerei gehen. Liegt direkt gegenüber vom Bahnhof und dort wird nicht "richtig gezecht."
Hmmm ich glaub gesehen habe ich die Location schon vom Zug aus... :)

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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Lioba hat geschrieben:
Freitag 9. Februar 2024, 17:54
Dortmund Mengede kennen wir noch gar nicht ob wohl es nicht so weit ist. Ich habe in der Zeit meines aktiven Gemeindedienstes erlebt wie immer mehr Kirchen zuschließen mussten, erst nachts dann auch am Tag. Das wollte keiner aber der Vandalismus und die Diebstähle nahmen immer mehr zu. :(
Ist ein schöner Ort, flächenmässig-historisch der umfangreichste der "Dortmunde Dörfer"; aus früheren, nicht D-Ticket-gebundenen Ruhrpott-Exkursionen kenne ich noch ein paar mehr unerwartet sehenswerte Orte.

*Herten-Westerholt
*Horneburg bei Datteln

Aber auch da waren die Kirchen zu... wohl unvermeidlich...

Grüße :huhu:

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Lioba
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Lioba »

Die beiden Orte kenne ich gar nicht , in Datteln war ich vor Jahrzehnten zuletzt- ich habe mal in Hamm- Herringne gearbeitet. :)
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Lioba hat geschrieben:
Montag 12. Februar 2024, 19:02
Die beiden Orte kenne ich gar nicht , in Datteln war ich vor Jahrzehnten zuletzt- ich habe mal in Hamm- Herringne gearbeitet. :)
Wenn Du denn mal in Mengede, Horneburg und Westerholt gewesen sein wirst, berichte doch gerne mal darüber... :)

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Lioba
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Lioba »

Werde ich, wird aber erst im Sommer sein.
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Lioba hat geschrieben:
Freitag 16. Februar 2024, 14:06
Werde ich, wird aber erst im Sommer sein.
Okaaaay...
Aber da fällt mir ein Hinweis ein, der zwar irgendwie "seltsam" daherkommen mag, aber von Profis so gehandhabt wurde. Und nu halt Dich gut fest: :breitgrins:

Die Kirche in Mengede, aber vermutlich auch andere, ist im Winter deutlich besser fotografierbar, wer hätte das gedacht ;) ja da stehen Bäume drum herum *staun* 8)

Aber der Kunstführer "Westfälische Kunststätten", den es WIMRE von der Mengeder Kirche gibt, zeigt ein Winterbild mit ohne Blätter, was ich bemerkenswert finde, da ein Verlag tatsächlich auf eine bestmögliche Sichtbarkeit Wert gelegt hat statt wie viele/die meisten auf "schönes Umgebungsgrün"

Aber das nur völlig am Rande ... ich bin gespannt was Du im Sommer zu den Tipps sagen wirst...

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Lioba
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Lioba »

So seltsam scheint mir der Tipp nicht. Wobei ja nicht nur die Bäume eine Rolle spielen sondern auch die Lichtverhältnisse allgemein. Da vermisse ich manchmal die alten Fotoapparate, bei denen man noch mehr selbst eingestellt hat. Ich weiß noch wie die Minolta x300 für meinen der Riesenfortschritt war, ich aber noch an Schwarz- Weiß zum selber entwickeln hing. Jetzt machen Smartphones tolle Bilder und man kann am Rechner dran arbeiten. Gar nicht mein Ding. Abschweifender Exkurs zu Ende. Noch ein Vorschlag zum Besuch - evangelische Kirche St Viktor in Hamm-Herringen. Gotisch mit älterem romanischem Westturm aus Vorgängergebäude. Sie war früher tagsüber offen aber nachdem die Bergkristalle aus dem Kruzifix geklaut wurden, war das nicht mehr möglich. https://de.wikipedia.org/wiki/St._Victor_(Herringen)
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

seltsam scheint mir der Tipp nicht. Wobei ja nicht nur die Bäume eine Rolle spielen sondern auch die Lichtverhältnisse allgemein. Da vermisse ich manchmal die alten Fotoapparate, bei denen man noch mehr selbst eingestellt hat. Ich weiß noch wie die Minolta x300 für meinen der Riesenfortschritt war, ich aber noch an Schwarz- Weiß zum selber entwickeln hing. Jetzt machen Smartphones tolle Bilder und man kann am Rechner dran arbeiten. Gar nicht mein Ding. Abschweifender Exkurs zu Ende. Noch ein Vorschlag zum Besuch - evangelische Kirche St Viktor in Hamm-Herringen. Gotisch mit älterem romanischem Westturm aus Vorgängergebäude. Sie war früher tagsüber offen aber nachdem die Bergkristalle aus dem Kruzifix geklaut wurden, war das nicht mehr möglich. https://de.wikipedia.org/wiki/St._Victor_(Herringen)

Danke für den Tipp - dafür ist der Strang gedacht! :) Es bleibt ja immer noch die Möglichkeit, nach Gottesdiensten einen Blick in die Kirche zu werfen, was aber die Anreise per D-Ticket erschwert, da eher zeitraubend aber für Sparfüchse nun mal DAS Mittel erster Wahl...

BTW habe ich schon oft erlebt, dass Zeitgenossen es nicht hinbekommen, einen Brief oder Zeitungsartikel lesbar per Whatsapp zu verschicken. Der "Autofocus" allein kriegt das nicht hin, aber "Blitz eingeschaltet" "Fingertip auf Display" zum fokussieren und ein Bild in nahezu perfekter Schärfe ist bereit versendet zu werden... ich wundere mich deshalb, weil ich persönlicheher alles andere als "21.-Jahrhundert-tauglich" bin... aber das krieg ich hin... und warum "so manche studierte Leute" nicht? :achselzuck: Wie sollten die es schaffen, einen analogen Fotoapparat einstellen? :breitgrins:

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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Kurzer Bericht über zwei weitere "Dortmunder Dörfer" und deren romanische Kirchen inklusive Dorfarchitektur-Reminiszenzen...

Brechten:

Tour durch den Dortmunder Norden inkl. Halt an ehemaliger Zeche mit Förderturm. Ein nicht anders zu erwartender Mix an Ruhrpott-Häusern. Regelmässig erscheint nach wie vor leicht verrußte Gründerzeit am Fenster der Strassenbahn abwechselnd mit Nachkriegsarchitektur. Prunkvolle Fassaden sinds aber nicht... Brechten selbst ist dann schon kleinstädtisch geprägt. Aber viel wirklich historische Bausubstanz gibts dort nicht. West- und Nordseite des Kirchplatzes sind sehenswert. Die Kirche selbst hat ihren uralten Charakter aber nicht so stark offensichtlich wie die Kirche in Huckarde. Zugänglich nur von Aussen, aber immerhin nicht umzäunt wie in Mengede. Der Kirchplatz selbst ist parkähnlich und schön. Z. Zt. blühen an einer Ecke ein paar Krokusse... an der Chorraum-Seite ein einsamer Busch Schneeglöckchen ;D Kann sich ja in den Folgejahren ausbreiten...

Brackel:

Die Tour nach Brackel führt an deutlich mehr Vorkriegsbebauung vorbei. Aber auch hier fehlt der übermässige Fassadenstuck. Es jungendstilte bereits sehr zur Zeit der Hellwegbebauung... Brackel hat dann am Kirchplatz nur ein einziges Fachwerkhaus, und das dazu noch transloziert... dafür steht auf der anderen Strassenseite die "Alte Post" ein länglicher Fachwerkbau und hübsche Ortsbildergänzung zur alten Kirche, deren altertümliches Erscheinen in etwa zwischen "Brechten" und "Huckarde" anzusiedeln ist. Die übrige Bebauung schon etwas niedriger als im Zentrum von Dortmund. Vergleichbar mit Huckarde... Der Kirchplatz selbst ist in großen Teilen gepflastert und dazu noch leicht "nicht stilgerecht", was natürlich den pittoresk-dörflichen Charakter zum Teil zerplatzen lässt... Vor allem ist die Kirche nicht zu umrunden. Die Nordseite ist eine Art umzäunter Betriebshof des Gärtners...

Abschliessend sei unbedingt noch angemerkt, dass es bei dieser Dortmunder Dörfertour nicht besonders viel an einem Ort zu sehen gibt. Wenn man mit einer Viertelstunde Kirchplatz und Kirche ansehen und fotografieren auf seine Kosten gekommen ist, dann ist es das Richtige, sollte man dazu tendieren zu sagen "Wie? das war jetzt alles?" dann sollte man diese Art des Tourismus dann betreiben, wenn man noch mehr bzw. noch was anderes in der Gegend zu tun hat. So im Vorbeifahren kurz anhalten... Für mich wars das Richtige ich wusste ja im Vorfeld was mich erwartet...

Ansonsten kann man zwecks eines erfüllenderen Aufenthalts zwischen Fachwerk und alter Kirche "im Pott" besser Orte wie Mengede(!), Westerholt, Kettwig, Horneburg oder auch Essen-Werden(?) ansteuern... Essen-Werden als auch Kettwig kenne ich nur theoretisch, die Abteikirche Werden ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Kettwig scheint auch vielversprechend zu sein

Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Hallo an die D-Ticket-Begeisterten,

gestern war ich mal wie schon öftrs wieder im Kreuzgang "auf einer Sperrliste" genauer gesagt die IP. Das passiert regelmässig auch anderen wie ich hörte. Das bedeutet nun, dass Beiträge oder Antworten gelegentlich ausfallen müssen bzw. danach nicht mehr getätigt werden, weil an den Tagen danach bereits möglicherweise "veraltet" d. h. ausreichend beantwortet z. B.. Das gilt aber vor allem für Beiträge in anderen Unterforen und Strängen.

Vielen Dank für das Verständnis und Alles Gute

Bis die Tage dann :)

Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Kleine Ergänzung zu Dortmund-Brackel:

*In Brackel gibt es noch eine historische ehem. Deutschordens-Niederlassung. Das Tor und eine Mauer sind wohl erhalten, aber das (Haupt-)Gebäude ist offensichtlich mehr oder weniger bis zur Unkenntlichkeit restauriert bzw. gänzlich erneuert... Bei meinem Brackel-Exkurs habe ich es leider verbaselt, die ehem. Niederlassung aufzusuchen...
*Verwunderlich: In der Kirche Brackel steht (laut Googel Bildersuche) ein Barockaltar, der im Ludorff Baudenkmäler Dortmund-Land bzw. wars "Kreis Hörde" (Bilder von 1890-1900 etwa) nicht vorhanden war... wo kommt der denn auf einmal her? Obwohl... es naht des Rätsels Lösung: Ende des 19- Jhdts. war wohl hinter dem Altar die Orgelbühne und wegen einer "nur halb schrägen Foto-Aufnahme der Innenraumdisposition" ist der Altar nicht besonders gut zu identifizeren - stand aber doch schon damals in der Kirche v. Brackel...
*die Kirchen in Brechten als auch in Mengede sind "seit Ludorffs Zeiten" ausstattungsmässig nur wenig verändert worden...

Edit: Rätsel-Lösung nachgetragen
Edit: Johanniterkommende war Deutscher Orden...korrigiert

Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Kurzzusammenfassung Essen-Werden:

*Erscheint vom S-Bahnhof wie eine gewöhnliche Stadt - aber die Stiftskirche überragt die Umgebung. Fußläufig gut erreichbar - nur wenige 100m
*die Altstadt beschränkt sich auf das Karree Werdener Markt zur Ruhr ´runter einseitig nördlich der Hauptstrasse. In Etwa die Strassen "Haus Fuhr", Grafenstrasse, Hufergasse.
*Attraktion die Abtei und die Stiftskirche.

Auf dem Weg von Essen HBF fährt man am Baldeneysee lang und kann den Krupps in den Garten schauen.

Nächste Station hinter Werden ist dann Kettwig - die Altstadt liegt aber etwas weiter weg vom S-Bahnhof. Daher nehme man behufs Bequemlichkeit den Bus Ri. Kettwiger Markt. Aber bis dahin war ich noch nicht. Falls jemand schon was berichten kann - nur zu!

Gut erreichbar von Essen HBF ist Hattingen mit anscheinend schöner Altstadt.

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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Neuss - ein kurzer Gang durch die Innenstadt vom HBF zum Quirinusmünster und zurück:

Wenn man auf Details achtet, die für sich aussagekräftig genannt werden können, so wird man am Neusser HBF feststellen, dass er zu den noch nicht all zu stark sanierten gehört. Es gibt dort nach wie vor die Bahnsteigdächer inkl. Holzabdeckung auf genieteten Stahlträgern, die mit sicherlich noch originalen Kacheln verblendeten Treppenabgänge und zugehörige Geländer. Wenn man jedoch wenig eisenbahnarchitekturaffin veranlagt ist, so kann man gleich die Location Ri Innenstdt verlassen. Direkt am HBF steht die nur halbherzig wiederaufgebaute Marienkirche, sie ist jetzt ein Mix aus Neugotik und Fuffziger-Jahre-Bau. Davor eine Miniatur-Parkanlage mit Marienstatue.

Die ersten paar hundert Meter Fussgängerzone führen durch die ganz charakteristische Wiederaufbauarchitektur. Dann die letzten paar führen bereits durch die das Quirinusmünster umgebenden deutlich mehr von älteren Häusern geprägten Strassenzüge. Das Quirinusmünster selbst ist trotz seiner kunsthistorischen Bedeutung lediglich im Turmbereich geöffnet. Man kann den Quirinusschrein aus der Ferne erspähen, man kann anhand der Silhouette ein paar barocke Kirchenbänke erahnen wohingegen die übrigen historistisch sind.

Auf dem Rückweg blickt man noch gen Obertor, ein mittelalterliches Stadttor. Man überlegt, wie sich eine Verlängerung der Marschroute auf die Rückreise auswirken mag. Immerhin ist man mit dem D-Ticket relativ lange unterwegs. Für 1h 40 min Neuss etwa 8 Stunden auf Achse. Lohnend wäre der Gang dorthin sicherlich.

Irgendwo linkerhand sieht man weiter hinten eine ganz nette Aneinanderreihung von Gründerzeitbauten - vermutlich ein ganzes Viertel? Parallel zur Hauptgeschäftsstrasse verläuft ein von grossen, imposanten alten Bäumen flankierter Bachlauf. So ein "bürgerlicher Park" a la 1900 ist für Plattlandbewohner neben den kontinuierlich bei den Berichten hier erwähnten Gründerzeitbauten immer etwas besonders schön anzusehendes. Ebenso die Tatsache, dass die Strassenbahn mitten durch die Einkaufszone fährt. Wer aus dem zwischen Bremen, Hannover, Bielefeld und Düsseldorf liegenden völlig strassenbahnfreien Gebiet kommt, der kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus...

Für Kreuzgangster interessant ist die diiiiireeekt an der Einkaufsstrasse liegende Sebastianskirche. Im Inneren mit Flachdecke nach WW2 notverarztet prägt ein kleiner Barockaltar den Chorraum.

Allgemeingültig für diese Art von D-Ticket-Reisen ergo auch für "Neuss" ist, dass derjenige, der für kleinere zusammenhängende historische Bauensembles, Architekturdetails, ein kleines bisschen verbliebene Altstadt und kunstgeschichtlich interessante Kirchen so rein gar nichts übrig hat, besser seine Zeit mit anderen Dingen verbringen sollte. Wer abseits ausgetretener Touripfade jedoch vermeintlich bedeutungslose Städte für sich entdecken und erkunden möchte und sich an überraschend vorgefundenen echt fotogenen Locations erfreuen kann, der mach mal solche Touren öfters. Jetzt im März besonders nett: rosa blühende Bäume kombiniert mit dem Quirinusmünster hinterlegt vom strahlend blauen Vorfrühlingshimmel. Wer weiss, was in den kleinen Parks im Jahreslauf noch erblüht.

Na ja, ich versuche einmal, irgendwie irgendwo ein Bild davon im Internet zu positionieren (Wikipedia vielleicht?) und dieses dann hier zu verlinken...

Voila:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... Chling.jpg
Ein original Fuchsi-Bild für D-Ticket-Tour-Berichte! :doktor:

Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Heute: Mülheim an der Ruhr - die Verkannte unter den Reisezielen:

Wer käme schon auf die Idee in Mülheim überhaupt nach Gründen für einen längeren Aufenthalt zu suchen? Aber es gibt diese Gründe- in der Tat. Und Mülheim hat einzigartige Seiten. Es gilt auch hier: Shopping in New York ist ne andere Liga. Es geht eher um beschauliche Dinge, entschleunigt, ganz nett...

Mülheim ist eine Stadt, in der zumindest Spuren noch die Entwicklung des Industriegebietes an der Ruhr aufzeigen. Dort "fing auch alles an". Am Ufer der Ruhr war schon im 18. Jahrhundert ein Umschlagplatz für Kohle, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam der Stahl dazu in dieses beschauliche Landstädtchen. Die Eisenbahnbrücke von ca. 1847 quert immer noch zum Radweg umbebaut den Fluss. Dort gelangt man in eine imposante und gepflegte Parkanlage mit riesigem Baumbestand. Dieser Bereich besitzt zu beiden Ufern eine gelungene Melange aus Monumentalität, Industriellenstolz und mediterraner Leichtigkeit. Stadthalle in Broich und ein Pendant auf Mülheimer Seite dazu das Rathaus mit dem Turm. Eine Strassenbahnfahrt in diesem Bereich verspricht auf wenigen hundert Metern städtebaulich etwas ganz besonderes zu sein. Für Provinzbewohner bietet Mülheim dort bereits das Gefühl ultimativer Urbanität, für Metropolregionbewohner trotzdem etwas architektonisch nicht alltägliches. Man steigt an pastellfarbenen Gründerzeithäusern ein und wird am monumentalen neobarock angehauchten Rathaus vorbeiflaniert und steigt dann aus um zu Fuss die monumental-mediterrane Stadthalle im Blick die Ruhr zu queren.. Auch findet man im Bereich an der Ruhr noch frühindustriell-spätklassizistische Reminiszenzen (das "Casino" von ca. 1844). Wenn man denn zunächst die verbliebene Altstadt südlich der reformierten Petrikirche aufsucht, so gelangt man zwischen Fachwerk und Zuckergussfassaden zum ehemaligen Friedhof, einer weiteren tollen Parkanlage. In der katholischen Kirche unweit der reformierten ist der Saarner Schrein zu sehen, eine farbig bemalte mittelalterliche Reliquientruhe. Auf jedenfall besuchspflichtig ist das Schloss Broich, hinter der Stadthalle. Mit einem kostenlos zugänglichen, mit zahlreichen Exponaten ausgestatteten Museum (Öffnungszeit nur Sonntags?). Der übrige Innenstadtbereich von Mülheim ist typische 50er-Jahre Architektur, der Bahnhof ist älter und hat seine eigenen Besonderheiten, wie die rundfassadige Eingangshalle.

Fortsetzung folgt
Zuletzt geändert von Fuchsi am Montag 15. April 2024, 18:12, insgesamt 2-mal geändert.

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Marion
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Marion »

Fuchsi hat geschrieben:
Freitag 8. März 2024, 20:57

Na ja, ich versuche einmal, irgendwie irgendwo ein Bild davon im Internet zu positionieren (Wikipedia vielleicht?) und dieses dann hier zu verlinken...

Voila:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... Chling.jpg
Ein original Fuchsi-Bild für D-Ticket-Tour-Berichte! :doktor:
Nicht schlecht!
Ein wunderschönes Foto!
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Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Marion hat geschrieben:
Montag 15. April 2024, 16:50
Fuchsi hat geschrieben:
Freitag 8. März 2024, 20:57

Na ja, ich versuche einmal, irgendwie irgendwo ein Bild davon im Internet zu positionieren (Wikipedia vielleicht?) und dieses dann hier zu verlinken...

Voila:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... Chling.jpg
Ein original Fuchsi-Bild für D-Ticket-Tour-Berichte! :doktor:
Nicht schlecht!
Ein wunderschönes Foto!
Danke... :huhu:

Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

...und nu: Mülheim (Ruhr) Ergänzungen:

Essen gehen und Kulinarik: Das verbreitete Angebot besteht aus den üblichen Pizza-Döner-Imbissen und preiswert-frühstücken-Gebäck-Bäckereiketten. Die Öffnungszeiten scheinen ansonsten grob und oberflächlich betrachtet nicht besonders mittagstischaffin zu sein. In der Altstadt ein gut-deutsches Restaurant bietet nur noch Hotelbetrieb. Um die Ecke soll in Kürze ein Grieche eröffnen. Wohl das gewohnte Moussaka-Massaker plus Souvlakigedöns demnächst auf der Karte. Ich persönlich wäre dort mit derartigem bestens bedient - aber sowas ist nunmal an jeder Ecke in ganz D erhältlich, daher die schreibstilistischen Auswüchse... Etwas anderes bietet erstens so ein "Baguette-Start-up-Cafe" wo es Baguette mit Forelle oder Ziegenkäse gibt, dazu "so Fritz-Cola und Co..." zweitens unweit der Petrikirche ein gehobenes Restaurant für das etwas dickere und anspruchsvollere Portemonnaie...

Am Ufer der Ruhr noch eine alte Schleusenanlage aus der frühen Industrialisierung. Wer aus dem 21. Jahrhundert betrachtend und nur Europaschiffe plus verbreiterte Dortmund-Ems-Kanäle kennend diese sieht, derjenige wundert sich, wie mit possierlichen, proportional passenden Pünten, mit denen die Steinkohle seinerzeit an den Endverbraucher gebracht wurde, überhaupt irgendwas zustande gebracht worden ist.

Im Schloss Broich noch der Hinweis auf das Königin-Louise-Zimmer und auf den kleinen Raum mit einer "Kölner Decke". https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lner_Decke

Erwähnenswert noch die Tretboote auf der Ruhr, deren Verleih wohl in der kleinen Hafenanlage in Rathausnähe sich befinden dürfte. Mit einer Bootspartie dürfte ein klassischer Sonntagsausflug sein charakteristisches Ende einleiten...

Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Bilder vom Ausflug:

*Die pastellfarbenen Häuser an der Haltestelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... imRuhr.jpg

*Das Rathaus mit der Unterführung, die Fotos spiegeln leider nicht in voller Gänze den weiter oben beschriebenen Eindruck wider: https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... athaus.jpg

*Der Park: https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... Broich.jpg

*Schloss Broich im Grünen https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... roich1.jpg

*Schloss Broich https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... roich2.jpg

Ich habe auch nicht überall und ständig Bilder geknippst, sondern nur nach Lust und Laune. Auch wird der Farbeindruck durch schlechte Belichtung stark verfälscht... vor allem bei den Pastellhäusern und ausserdem fehlen einige... so dass ein Gesamteindruck leider nicht gewährt werden kann :tuete:

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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Lioba »

Danke fuer den Bericht. Wir kennen Muehlheim nur wochentags mit PKW aus Notwendigkeit- Stress pur.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

Fuchsi
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Fuchsi »

Lioba hat geschrieben:
Dienstag 16. April 2024, 12:44
Danke fuer den Bericht.
Bitte, gerne :)
Lioba hat geschrieben:
Dienstag 16. April 2024, 12:44
Wir kennen Muehlheim nur wochentags mit PKW aus Notwendigkeit- Stress pur.
Vielleicht ein, oder "DER" Grund, warum niemand in Mülheim nach Gründen für einen längeren Aufenthalt sucht :unbeteiligttu:

...aber das habe ich ja soweit ich konnte relativiert :huhu:

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Lioba
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Re: Deutschland-Ticket: Reiseberichte und Vorschläge

Beitrag von Lioba »

Ausflug mit der Bahn koennnte also lohnen, danke noch mal.
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M. v. Ebner- Eschenbach

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