Neue Propsteikirche in Leipzig

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Dottore Cusamano
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Neue Propsteikirche in Leipzig

Beitrag von Dottore Cusamano » Samstag 29. August 2009, 10:26

Die kath. Pfarrgemeinde St. Trinitatis in Leipzig soll ein neues Kirchengebäude (neue Propsteikirche) mitten in der Innenstadt erhalten. Die Kommunisten hatten die Reste der im Krieg schwer beschädigten alten Propstei 1954 gesprengt und einen Kirchenneubau untersagt. Jetzt könnte endlich wieder im Herzen Leipzigs (direkt gegenüber dem Neuen Rathaus) ein katholisches Gotteshaus entstehen. Hierfür benötigt die Gemeinde 7 Mio Euro aus Spendenmitteln (ein Drittel ist bereits beschafft). Das Bonifatiuswerk bittet um Unterstützung für dieses Projekt.

Helft bitte mit, dass wieder eine kath. Kirche im Zentrum Leipzigs steht und die Vorhersage der damaligen gottlosen Machthaber („Hier wird nie wieder eine Kirche stehen“) widerlegt wird – zu Ehren unseres Herrn Jesus Christus.

Weitere Informationen und ein Spendenkonto sind auf der Internetseite http://www.bonifatiuswerk.de (dort unter “Aktivitäten“) zu finden.

Vergelt’s Gott an alle, die mithelfen!
Zuletzt geändert von Dottore Cusamano am Samstag 29. August 2009, 12:10, insgesamt 1-mal geändert.
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)

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lifestylekatholik
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Re: Neue Propsteikirche in Leipzig

Beitrag von lifestylekatholik » Samstag 29. August 2009, 10:44

Dottore Cusamano hat geschrieben:Helft bitte mit, dass wieder eine kath. Kirche im Zentrum Leipzigs steht
Nö. Nicht bevor ich weiß, was die tatsächlich bauen wollen. Bisher liegen ja noch nicht mal die Entwürfe im Architektenwettbewerb öffentlich vor. Am Ende bauen die sowas wie in Canisius in Berlin.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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cantus planus
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von cantus planus » Samstag 29. August 2009, 11:12

Sofern es sich nicht um eine bloße Rekonstruktion handelt, wie erst geplant, ist das eine gute Sache. Ich halte diese Millionengräber nämlich für blanken Wahnsinn. Ich halte den Wiederaufbau der Frauenkirche für ebenso überflüssig wie die geforderte Rekonstruktion dieser Propsteikirche. Ich bin der letzte, der keinen Sinn für schöne, historische Kirchenbauten hat. Aber muss jetzt jede Konfession ihren Prestige-Prachtbau erhalten? Noch dazu in einer Zeit, wo wir in wenigen Jahren einen nie dagewesenen Rückbau erleben werden? Wir leben doch nicht in Legoland.

(Und bevor nun jemand die Orgelkeule schwingt: Ja, ich halte es für ebenso überflüssig, dass bei jedem Organistenwechsel an großen Kirchen erstmal die komplette Orgel umgebaut werden muss.)
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overkott
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von overkott » Samstag 29. August 2009, 11:24

Warum nicht in Leipizig eine geistliche Arche bauen? Die Polen haben übrigens viel rekonstruiert. Das hat was mit dem eigenen Land, der eigenen Geschichte und der eigenen Kultur zu tun. Das werden die Leipziger vermutlich nicht machen...

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julius echter
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von julius echter » Samstag 29. August 2009, 12:05

Viel ist nicht zu rekonstruieren in Leipzig, denn die von der Propstei mitgenutzte Paulinerkirche ist restlos von den Roten zerstört worden und dann war sie ja auch evangelisch.
Ich hoffe die neue Probsteikirche wird nicht so eine "Autowerkstatt" - vom aussehen her meine ich dass.
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julius echter
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von julius echter » Samstag 29. August 2009, 12:11

cantus planus hat geschrieben:Sofern es sich nicht um eine bloße Rekonstruktion handelt, wie erst geplant, ist das eine gute Sache. Ich halte diese Millionengräber nämlich für blanken Wahnsinn. Ich halte den Wiederaufbau der Frauenkirche für ebenso überflüssig wie die geforderte Rekonstruktion dieser Propsteikirche. Ich bin der letzte, der keinen Sinn für schöne, historische Kirchenbauten hat. Aber muss jetzt jede Konfession ihren Prestige-Prachtbau erhalten? Noch dazu in einer Zeit, wo wir in wenigen Jahren einen nie dagewesenen Rückbau erleben werden? Wir leben doch nicht in Legoland.

(Und bevor nun jemand die Orgelkeule schwingt: Ja, ich halte es für ebenso überflüssig, dass bei jedem Organistenwechsel an großen Kirchen erstmal die komplette Orgel umgebaut werden muss.)
Rekonstruktion der Frauenkirche - blanker Wahnsinn???????????????????????

Nein - es war das einzig richtige was man hat machen können, denn dadurch wurde ein Teil der Geschichte geheilt und die Dresdner waren voll und ganz dafür und von daher war die Rekonstruktion auch völlig gerechtfertigt.
Bei der Paulinerkirche in Leipzig sieht das ganze etwas anders aus - denn da ist ja eine Art von Rekonstruktion ja gebaut worden in den letzten Jahren und von daher wäre es recht fraglich die Paulinerkirche völlig neu zu rekonstruieren - denn der alte Bauplatz ist ja belegt.
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incarnata
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von incarnata » Samstag 29. August 2009, 14:46

julius echter hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Sofern es sich nicht um eine bloße Rekonstruktion handelt, wie erst geplant, ist das eine gute Sache. Ich halte diese Millionengräber nämlich für blanken Wahnsinn. Ich halte den Wiederaufbau der Frauenkirche für ebenso überflüssig wie die geforderte Rekonstruktion dieser Propsteikirche. Ich bin der letzte, der keinen Sinn für schöne, historische Kirchenbauten hat. Aber muss jetzt jede Konfession ihren Prestige-Prachtbau erhalten? Noch dazu in einer Zeit, wo wir in wenigen Jahren einen nie dagewesenen Rückbau erleben werden? Wir leben doch nicht in Legoland.

(Und bevor nun jemand die Orgelkeule schwingt: Ja, ich halte es für ebenso überflüssig, dass bei jedem Organistenwechsel an großen Kirchen erstmal die komplette Orgel umgebaut werden muss.)
Rekonstruktion der Frauenkirche - blanker Wahnsinn???????????????????????

Nein - es war das einzig richtige was man hat machen können, denn dadurch wurde ein Teil der Geschichte geheilt und die Dresdner waren voll und ganz dafür und von daher war die Rekonstruktion auch völlig gerechtfertigt.
Bei der Paulinerkirche in Leipzig sieht das ganze etwas anders aus - denn da ist ja eine Art von Rekonstruktion ja gebaut worden in den letzten Jahren und von daher wäre es recht fraglich die Paulinerkirche völlig neu zu rekonstruieren - denn der alte Bauplatz ist ja belegt.
Da kann ich mich nur anschliessen.Dresden ohne Frauenkirchensilhouette ist einfach traurig-und die Orgel in der Frauenkirche klingt auch sehr gut !Es war auch fascinierend zu verfolgen,wie diese Rekonstruktion aus den noch vorhandenen und den neuen Steinen vonstatten ging !
Die Paulinerkirche hätte man wohl nie exakt rekonstruieren können;schade ist´s auch um die-sie war ein Opfer der Ideologie-nicht des Krieges;insofern stellt der Neubau mit der angedeuteten alten Form ein Mahnmal gegen ideologisches Banausentum dar.Beim Berliner Schloss mit Inhalt:Humboldt-Forum und Fassadenrekonstruktion,damit das Stadtbild zur Museumsinsel hin und die Linden hoch zum Brandenburger Tor,das ja ein Tor unter Bezug zum Schloss ist wieder ein ganzes wird handelt es sich um eine Antwort auf beides: das Schloss war im Krieg schwer beschädigt,wäre aber aufbaubar gewesen; es wurden schon nach dem Krieg von den Franzosen im Weissen Saal Ausstellungen gemacht-dann wurde es aber aus ideologischen Gründen gesprecngt und durch erichs Lampenladen ersetzt.Ich bin für Schönheit und Grosszügigkeit sowie Traditionserhalt-nicht nur in der Liturgei sondern auch beim Städtebau.
Spenden für das Berliner Schloss werden noch angenommen:www.berliner-schloss.de !
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

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cantus planus
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von cantus planus » Samstag 29. August 2009, 14:50

Es ist wohl ein Kennzeichen unserer postmodernen Gesellschaft, dass man glaubt, mit dem Wiederaufbau eines Gebäudes "Geschichte heilen" zu können - wie auch immer das funktioniert, und was auch immer es bringt. Mir kommt es also eher wie eine millionenschwere Selbstbefriedigung vor.

Natürlich ist die Frauenkirche gelungen. Dennoch stellt sich die Frage, warum man sie genau so aufbauen musste, wie sie war. Und der Orgelbau war ein einziger Witz, wie man in Internetforen und damaligen Zeitungsartikeln nachlesen konnte. Wenn schon genau Kopie, dann nicht nur das Gehäuse, sondern auch die damalige Disposition. Und dann möchte der Orgelbauer bitte auch mit der Kutsche anreisen.

Nein, ich halte es für gut, dass man die Kirche wieder aufgebaut hat. Ob es in genau dieser Form sein musste, und für dieses Vermögen, sei dahingestellt. Ich unterstütze es sehr, wenn man nun andernorts an markanter Stelle wieder eine Kirche errichten will. Aber bitte nicht wieder eine simple Stilkopie. Und keine Garage, wie jemand anderer treffend formulierte.
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Jacinta
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von Jacinta » Samstag 29. August 2009, 21:15

cantus planus hat geschrieben:Ich halte diese Millionengräber nämlich für blanken Wahnsinn. Ich halte den Wiederaufbau der Frauenkirche für ebenso überflüssig wie die geforderte Rekonstruktion dieser Propsteikirche.
Der Wiederaufbau der Frauenkirche ist doch in erster Linie ein politisches Symbol gewesen und wurde zudem weitgehend aus privaten Spendenmitteln finanziert. Da haben gerade auch Vertreter der Lände fleißig gespendet, die damals für die Zerstörung der Stadt verantwortlich waren. Es ist immer besser, übriges Geld für solch sinnvolle Projekte wie Kirchenbauten zu spenden, als für den privaten Luxus"bedarf".

Bei modernen Bauten besteht halt das Problem, dass die dann in aller Regel auch wirklich "modern" sind, d. h. sehr Marke Betonklotz. Also ist es im Zweifel immer besser, sich für einen Wiederaufbau des Originals einzusetzen.
Noch dazu in einer Zeit, wo wir in wenigen Jahren einen nie dagewesenen Rückbau erleben werden? Wir leben doch nicht in Legoland.

Also auf die 60er/70er-Jahre Wohnghettos kann man durchaus verzichten... Im Grunde kann man den Ruhrpott zu mindestens 80 Prozent abreißen, ohne eine Verlust an kulturhistorisch bedeutsamer und ansehnlicher Bausubstanz zu erleiden. Im Osten sind alle Plattenbauten und manche Nachwende-Billigbau ebenso verzichtbar.[/quote]
"In necessariis unitas, in non-necessariis libertas, in utrisque caritas."
"Man muss sich aber klarmachen, dass Krisenzeiten des Zölibats auch immer Krisenzeiten der Ehe sind." BXVI.

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Lioba
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von Lioba » Samstag 29. August 2009, 22:11

[Im Grunde kann man den Ruhrpott zu mindestens 80 Prozent abreißen, ohne eine Verlust an kulturhistorisch bedeutsamer und ansehnlicher Bausubstanz zu erleiden.
Einspruch- die alten Bergmannssiedlungen mit ihren kleinen Häuschen, Gemüsegärten und Taubenschlägen waren auf ihre Art schön.Ebenso die kleinen Nebenerwerbslandwirtschaften mit ihren Kotten. Menschlich und gemütlich. Bis in die Achtziger teilweise noch mit Plumpsklo, na und?
Für mich durchaus ein Teil unserer Kulturgeschichte. Echter und ästhetisch überzeugender als so manch anderes Bauwerk.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

sofaklecks
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Mensch, cantus

Beitrag von sofaklecks » Sonntag 30. August 2009, 11:01

Mensch, cantus.

Nehmen wir an, der Dom zu Köln wäre zerbombt worden. Wäre er nicht als erstes aufgebaut worden?

Das Münster in Freiburg. Als die Menschen nach dem Angriff aus den Kellern kamen, galt ihr erster Blick dem Münster. Es stand noch.

Ich hab die Diskussionen miterlebt. Mein Freund Klaus, Gott hab ihn selig, war vehement dagegen. Besser das Geld für die Wohnungssanierung einsetzen, meinte er. Er hat seine Auffassung revidiert, wie viele andere auch. Als die Glocken zu Pfingsten 2003 hochgezogen wurden und erstmals wieder läuteten, da konnte man viele ältere Leute weinen sehen. Sie hätten nicht gedacht, dass sie das nochmal erleben.

Und diese Kirche ist schön. Und eine evangelische Kirche, die unserer lieben Frau gewidmet ist. Und die Dresdner hatten schon seit jeher eine innige Beziehung zu dieser Kirche. Man lese mal in Goethes Dichtung und Wahrheit den Bericht über seinen Besuch und die Bemerkungen seines Begleiters, der stolz darauf war, dass die Kanoniere des Alten Fritzen es nicht geschafft hätten, die Kuppel zu beschädigen, die auch die Bombennächte überstand und erst Tage später durch das Ausglühen des Mauerwerks einstürzte.

Also, mein Bester. Zur heilsamen Übung hörst du dir jetzt von Richard Mauersberger die Motette an "Wie liegt die Stadt so wüst". Und denkst nochmal nach. Über Schönheit und Freude im Leben. Denn daran wirst du dich erinnern, wenn du mal auf dem Schragen liegst, was dir noch lange erspart bleiben möge.

Und bitte: Eine Silbermannorgel baut man nicht einfach nach. Ähnliches ist nicht dasselbe.

Und ja, ob die jetzige Nutzung der Kirche das Nonplusultra ist, darüber kann man trefflich streiten.

Aber über die Schönheit dieser Kirche nicht.

sofaklecks

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dei_iudex
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Re: Neue Propsteikirche in Leipzig

Beitrag von dei_iudex » Freitag 9. Oktober 2015, 10:14

Da steht sie nun :)

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„Tradition ist nicht das Aufbewahren der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“
Thomas Morus

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Niels
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Re: Neue Propsteikirche in Leipzig

Beitrag von Niels » Freitag 9. Oktober 2015, 11:05

Jo, da steht sie nun. Kann man nicht ändern. Mir gefällt sie trotzdem immer noch nicht. Schade um das verbratene Geld.

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