St. Thomas - Mystiker oder Nihilist
St. Thomas - Mystiker oder Nihilist
Am Nikolaustag 1273 stellte Thomas von Aquin nach der Feier der heiligen Messe jegliche Arbeit an seinen Schriften ein. Er wird mit der Erklärung zitiert:
„Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe.“
– Thomas v. Aquin
Meine Frage an Raphael -
„Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe.“
– Thomas v. Aquin
Meine Frage an Raphael -
-
Paul Heliosch
- Beiträge: 1615
- Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 11:52
-
Paul Heliosch
- Beiträge: 1615
- Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 11:52
...das habe ich zuweilen auch manchmal... - mit durchschlagendem Erfolg 
(...dem Vernehmen nach liess mein Vater sel. Anged. das teure Gesamtwerk buchstäblich in Rauch aufgehen, nachdem er begann zu fürchten ver-rückt zu werden: Seine Kommilitonen machten ihn nämlich höflich darauf aufmerksam, daß er immer öfter ins Lateinische verfiel...in und ausserhalb der Kneipe ...leise murmelnd wiederholte er genüsslich mit jedem Einwurf in die Feuertonne das Mantra jenes Heiligen v. Aquin: omnephoenumpadmehummmm...)
Sehr wahrscheinlich würde heute jener Heilige das im Threadtitel erwähnte "Nichts" auf sich selbst anwenden...
(...dem Vernehmen nach liess mein Vater sel. Anged. das teure Gesamtwerk buchstäblich in Rauch aufgehen, nachdem er begann zu fürchten ver-rückt zu werden: Seine Kommilitonen machten ihn nämlich höflich darauf aufmerksam, daß er immer öfter ins Lateinische verfiel...in und ausserhalb der Kneipe ...leise murmelnd wiederholte er genüsslich mit jedem Einwurf in die Feuertonne das Mantra jenes Heiligen v. Aquin: omnephoenumpadmehummmm...)
Sehr wahrscheinlich würde heute jener Heilige das im Threadtitel erwähnte "Nichts" auf sich selbst anwenden...
-
Raphael
Re: St. Thomas - Mystiker oder Nihilist
Die Frage hast Du ja im weiteren Fortgang des Threads bereits selber beantwortet, weshalb sich eine Antwort meinerseits eigentlich erübrigt!overkott hat geschrieben:Am Nikolaustag 1273 stellte Thomas von Aquin nach der Feier der heiligen Messe jegliche Arbeit an seinen Schriften ein. Er wird mit der Erklärung zitiert:
„Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe.“
– Thomas v. Aquin
Meine Frage an Raphael -
Nichtsdestoweniger stellt sich die folgende Frage: Kannst Du/Kann man die weltanschauliche Ausrichtung eines Menschen (Ich formuliere das 'mal bewußt areligiös!) an einem einzigen Zitat festmachen, welches sich darüber hinaus auch noch durch ein knackige Kürze auszeichnet?
Re: St. Thomas - Mystiker oder Nihilist
Eigentlich, ja.Raphael hat geschrieben:Die Frage hast Du ja im weiteren Fortgang des Threads bereits selber beantwortet, weshalb sich eine Antwort meinerseits eigentlich erübrigt!overkott hat geschrieben:Am Nikolaustag 1273 stellte Thomas von Aquin nach der Feier der heiligen Messe jegliche Arbeit an seinen Schriften ein. Er wird mit der Erklärung zitiert:
„Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe.“
– Thomas v. Aquin
Meine Frage an Raphael -![]()
Auch diese Aussage muß richtig verstanden werden. Sie bedeutet nämlich nicht, dass das von Thomas Geschriebene tatsächlich Stroh wäre, sondern gegenüber dem, was er visionär erschauen dürfte, zwar stimmig, aber nur unzureichend erklärbar ist.„Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe.“
Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)
Bemerkenswert ist, dass Bonaventura sich über seine eigenen Werke nie so geäußert hat. Vielleicht gingen seine Visionen dem Schreiben voraus.ad_hoc hat geschrieben:Auch diese Aussage muß richtig verstanden werden. Sie bedeutet nämlich nicht, dass das von Thomas Geschriebene tatsächlich Stroh wäre, sondern gegenüber dem, was er visionär erschauen dürfte, zwar stimmig, aber nur unzureichend erklärbar ist.„Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe.“
Gruß, ad_hoc
Thomas
Theologen sind ein Reichtum, wenn sie mit viel Herz und einer gesunden realistischen Seelsorge, tätig sind. Das unterstrich Papst Benedikt XVI. an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Er setzte die Reihe der Mittwochskatechesen zu bedeutenden Theologen des Mittelalters fort. Diesmal ging es um den heiligen Thomas von Aquin(1225-1274), und zwar mit seinem Leben.
Der Papst würdigte die Verdienste des Heiligen um die „große Harmonie“ zwischen Glauben und Vernunft. Dieser Theologe sei von der Kirche stets als „Meister des Denkens“ und „Modell“ für eine vorbildliche wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Glauben betrachtet worden, hob Benedikt XVI. hervor.
Mit insgesamt 71 Erwähnungen werde außer dem heiligen Augustinus kein Theologe so häufig im Katechismus der Katholischen Kirche zitiert wie der heilige Thomas. Dessen Auseinandersetzung mit den Schriften des Philosophen Aristoteles (384-322 v.Chr.) sei eine große Bereicherung für das theologische Denken gewesen, sagte Benedikt XVI. Er wies zudem darauf hin, dass die Kenntnis von den Werken des Platonschülers, die im lateinischen Mittelalter lange unbekannt waren, durch islamische Gelehrte in Europa vermittelt wurde.
„Zur Zeit des heiligen Thomas stand das Land unter der Herrschaft der Staufer, einem schwäbischen Adelsgeschlecht. Die Klöster und die Orden waren, wie wir heute sagen würden, multikulturell und vermittelten eine enorme Universalität des Wissens. So nimmt es nicht wunder, dass der junge Thomas früh mit den Kirchenvätern vertraut wurde und sogar mit antiken Autoren wie Aristoteles, der damals gerade mittels der arabischen Kommentatoren Avicenna und Averroes wiederentdeckt wurde.“
Thomas studierte in Neapel und trat dort gegen den Widerstand seiner Familie in den Orden der Dominikaner ein.
„Der Orden schickte ihn nach Paris an die damals vielleicht bedeutendste Universität. Hier traf Thomas seinen Lehrer, den heiligen Albertus Magnus, mit dem ihn später eine tiefe geistliche Freundschaft verband. Von ihm übernahm Thomas den Gedanken, die Lehre des Aristoteles auf seine Übereinstimmung mit der christlichen Offenbarung zu prüfen und von dort Anstöße für die Theologie zu empfangen. Er wurde aber auch durch seine tiefen Betrachtungen zur Eucharistie bekannt, besonders durch seine Hymnen für das Fronleichnamsfest. Thomas übte eine reiche Lehr- und Predigttätigkeit aus und starb 1274 auf dem Weg zum Konzil von Lyon in der Zisterzienserabtei Fossanova in Latium.“
Von Herzen hieß der Papst alle deutschsprachigen Pilger und Besucher auf dem Petersplatz willkommen.
„Vom heiligen Thomas von Aquin lernen wir, was an Christus glauben heißt. Glauben bedeutet, sich vom Licht der Wahrheit Gottes umfangen zu lassen, die unserem Leben die volle Bedeutung, den Wert und den Sinn verleiht. Bringen wir auch unseren Mitmenschen dieses Licht des Glaubens. Gottes Geist geleite euch auf allen Wegen!“
Mit Material von RV
Der Papst würdigte die Verdienste des Heiligen um die „große Harmonie“ zwischen Glauben und Vernunft. Dieser Theologe sei von der Kirche stets als „Meister des Denkens“ und „Modell“ für eine vorbildliche wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Glauben betrachtet worden, hob Benedikt XVI. hervor.
Mit insgesamt 71 Erwähnungen werde außer dem heiligen Augustinus kein Theologe so häufig im Katechismus der Katholischen Kirche zitiert wie der heilige Thomas. Dessen Auseinandersetzung mit den Schriften des Philosophen Aristoteles (384-322 v.Chr.) sei eine große Bereicherung für das theologische Denken gewesen, sagte Benedikt XVI. Er wies zudem darauf hin, dass die Kenntnis von den Werken des Platonschülers, die im lateinischen Mittelalter lange unbekannt waren, durch islamische Gelehrte in Europa vermittelt wurde.
„Zur Zeit des heiligen Thomas stand das Land unter der Herrschaft der Staufer, einem schwäbischen Adelsgeschlecht. Die Klöster und die Orden waren, wie wir heute sagen würden, multikulturell und vermittelten eine enorme Universalität des Wissens. So nimmt es nicht wunder, dass der junge Thomas früh mit den Kirchenvätern vertraut wurde und sogar mit antiken Autoren wie Aristoteles, der damals gerade mittels der arabischen Kommentatoren Avicenna und Averroes wiederentdeckt wurde.“
Thomas studierte in Neapel und trat dort gegen den Widerstand seiner Familie in den Orden der Dominikaner ein.
„Der Orden schickte ihn nach Paris an die damals vielleicht bedeutendste Universität. Hier traf Thomas seinen Lehrer, den heiligen Albertus Magnus, mit dem ihn später eine tiefe geistliche Freundschaft verband. Von ihm übernahm Thomas den Gedanken, die Lehre des Aristoteles auf seine Übereinstimmung mit der christlichen Offenbarung zu prüfen und von dort Anstöße für die Theologie zu empfangen. Er wurde aber auch durch seine tiefen Betrachtungen zur Eucharistie bekannt, besonders durch seine Hymnen für das Fronleichnamsfest. Thomas übte eine reiche Lehr- und Predigttätigkeit aus und starb 1274 auf dem Weg zum Konzil von Lyon in der Zisterzienserabtei Fossanova in Latium.“
Von Herzen hieß der Papst alle deutschsprachigen Pilger und Besucher auf dem Petersplatz willkommen.
„Vom heiligen Thomas von Aquin lernen wir, was an Christus glauben heißt. Glauben bedeutet, sich vom Licht der Wahrheit Gottes umfangen zu lassen, die unserem Leben die volle Bedeutung, den Wert und den Sinn verleiht. Bringen wir auch unseren Mitmenschen dieses Licht des Glaubens. Gottes Geist geleite euch auf allen Wegen!“
Mit Material von RV