Weihrauch

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Niels
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Re: Weihrauch

Beitrag von Niels » Freitag 2. September 2016, 13:46

Eine Art "Deutscher Gru?" mit Weihrauch? :panisch:
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
in dir uns all verbinden,
dass Hand und Mund zu jeder Stund'
dein' Freundlichkeit verkünden,
bis nach der Zeit den Platz bereit'
an deinem Tisch wir finden.

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Lupus
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Re: Weihrauch

Beitrag von Lupus » Freitag 2. September 2016, 17:15

Juergen hat geschrieben:
Lupus hat geschrieben:…, warum dann nicht bei der "Anbetung"?
Ich habe manchmal den Eindruck, daß die Ministranten deswegen nicht knien, weil sie nicht wissen, wie sie dann das Weihrauchfass halten sollen. Da habe ich schon die dollsten Dinge gesehen bis dahin, daß sie knieten und den Arm nach oben ausgestreckt haben… :roll:
Entweder haben die Buben bei der Ministrantenunterweisung geschlafen, ( wenn es denn überhaupt eine gegeben hat), oder sie haben bei der hl. Wandlung nicht inzensiert, da nämlich wird die Kette am Rauchfass in der Mitte gefasst und so machen sie es auch beim Knieen mit dem Rauchfass.
+L.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

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ad-fontes
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Re: Weihrauch

Beitrag von ad-fontes » Freitag 2. September 2016, 17:34

iustus hat geschrieben:Soll der Thuriferar während der Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten knien oder stehen?
Während der Anbetung wird nicht inzensiert, sondern wie der Name schon sagt angebetet (= gekniet).

Dort wo es üblich ist, während des eucharistischen Segens zu inzensieren, wird dies wie während der Wandlung selbstverständlich kniend vollzogen.

Ob beim Inzens zur Exposition und vor dem Segen Thuriferar, nachdem Zelebrant stehend Weihrauch eingelegt hat und dann kniend das Rauchfaß entgegennimmt, ebenfalls kniet, liegt nahe, ist aber wohl nicht vorgeschrieben.

Während der eigentlichen Anbetung/Andacht verhält sich Thuriferar wie alle übrigen, nachdem er das Rauchfaß in die Sakristei zurückgebracht hat.

Ob das im aktuellen Ritus anders geregelt ist, weiß ich nicht.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

iustus
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Re: Weihrauch

Beitrag von iustus » Sonntag 4. September 2016, 12:46

ad-fontes hat geschrieben: Während der eigentlichen Anbetung/Andacht verhält sich Thuriferar wie alle übrigen, nachdem er das Rauchfaß in die Sakristei zurückgebracht hat.

Ob das im aktuellen Ritus anders geregelt ist, weiß ich nicht.
Das ist hier im Moment umstritten. Es fiel vom Zelebranten wohl die Aussage, es sei "liturgisch falsch", wenn der Thuriferar mit dem Rauchfass während der Anbetung kniet (es also nicht rausgebracht hat).

Dass er zur Inzens durch den Priester zu Beginn der Anbetung und zum Inzesieren während des Segens kniet, das ist wohl unumstritten.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Juergen
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Re: Weihrauch

Beitrag von Juergen » Sonntag 4. September 2016, 13:06

iustus hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben: Während der eigentlichen Anbetung/Andacht verhält sich Thuriferar wie alle übrigen, nachdem er das Rauchfaß in die Sakristei zurückgebracht hat.

Ob das im aktuellen Ritus anders geregelt ist, weiß ich nicht.
Das ist hier im Moment umstritten. Es fiel vom Zelebranten wohl die Aussage, es sei "liturgisch falsch", wenn der Thuriferar mit dem Rauchfass während der Anbetung kniet (es also nicht rausgebracht hat).

Dass er zur Inzens durch den Priester zu Beginn der Anbetung und zum Inzesieren während des Segens kniet, das ist wohl unumstritten.
Eine offizielle Vorschrift, wie es zu handhaben ist, gibt es meines Wissens nicht. Vieles wird bei solchen Dingen aus Gewohnheit gemacht. Teilweise orientieren sich die Verantwortlichen an alten Vorschriften.

Ich würde sagen: Es kommt wohl auf die Länge der Anbetung an:
Handelt es sich um eine Sakramentsandacht, die vielleicht 30, 40 Minuten und mehr dauert,
oder ist es eine kurze Aussetzung und Anbetung z.B. im Anschluß an eine Messe.

Im ersten Fall ist es sinnvoll, das Weihrauchfass in die Sakristei zu bringen oder sich auf andere Weise dessen zu entledigen, in dem der T. es z.B. an einen entsprechenden Ständer hängt;
im zweiten Fall ist es wenig sinnvoll, es in die Sakristei zu bringen. Das wäre unnötiges Hin- und Hergeschreite.
Gruß
Jürgen

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ad-fontes
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Re: Weihrauch

Beitrag von ad-fontes » Sonntag 4. September 2016, 13:34

Juergen hat geschrieben:
iustus hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben: Während der eigentlichen Anbetung/Andacht verhält sich Thuriferar wie alle übrigen, nachdem er das Rauchfaß in die Sakristei zurückgebracht hat.

Ob das im aktuellen Ritus anders geregelt ist, weiß ich nicht.
Das ist hier im Moment umstritten. Es fiel vom Zelebranten wohl die Aussage, es sei "liturgisch falsch", wenn der Thuriferar mit dem Rauchfass während der Anbetung kniet (es also nicht rausgebracht hat).

Dass er zur Inzens durch den Priester zu Beginn der Anbetung und zum Inzesieren während des Segens kniet, das ist wohl unumstritten.
Eine offizielle Vorschrift, wie es zu handhaben ist, gibt es meines Wissens nicht. Vieles wird bei solchen Dingen aus Gewohnheit gemacht. Teilweise orientieren sich die Verantwortlichen an alten Vorschriften.

Ich würde sagen: Es kommt wohl auf die Länge der Anbetung an:
Handelt es sich um eine Sakramentsandacht, die vielleicht 30, 40 Minuten und mehr dauert,
oder ist es eine kurze Aussetzung und Anbetung z.B. im Anschluß an eine Messe.

Im ersten Fall ist es sinnvoll, das Weihrauchfass in die Sakristei zu bringen oder sich auf andere Weise dessen zu entledigen, in dem der T. es z.B. an einen entsprechenden Ständer hängt;
im zweiten Fall ist es wenig sinnvoll, es in die Sakristei zu bringen. Das wäre unnötiges Hin- und Hergeschreite.
Klingt vernünftig! Es spricht wohl auch nichts dagegen, daß Rauchfaß im zweiten Fall kurzfristig auf dem Boden abzustellen!?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Weihrauch

Beitrag von Juergen » Sonntag 4. September 2016, 13:36

ad-fontes hat geschrieben:Klingt vernünftig! Es spricht wohl auch nichts dagegen, daß Rauchfaß im letzeren Fall kurzfristig auf dem Boden abzustellen!?
Ja und Nein.
Teilweise werden die unten doch recht heiß. Auf Steinfußboden ist das keine Problem, auf Teppich(boden) hingegen schon.

Zudem muß man höllisch aufpassen, wie die Ketten dann auf dem Fass liegen. Bei der Inzens zu Segen habe ich schonmal erlebt, wie sich der T gehörig die Finger verbrannt hat.
Gruß
Jürgen

iustus
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Re: Weihrauch

Beitrag von iustus » Sonntag 4. September 2016, 13:37

ad-fontes hat geschrieben:
Klingt vernünftig!
Finde ich auch. Es handelte sich um eine verhältnismäßig kurze Aussetzung und Anbetung (Andachtsabschnitt aus dem Gotteslob) nach einer Messe. Der Zelebrant war aber wohl der Ansicht, es sei "liturgisch falsch", wenn sich der Thuriferar da knie. Er musste stehen.
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iustus
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Re: Weihrauch

Beitrag von iustus » Sonntag 4. September 2016, 13:37

Juergen hat geschrieben: Zudem muß man höllisch aufpassen, wie die Ketten dann auf dem Fass liegen. Bei der Inzens zu Segen habe ich schonmal erlebt, wie sich der T gehörig die Finger verbrannt hat.
:D Das stimmt. Das ging mir als Thuriferar auch schon mal so.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Radulf Thoringi
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Re: Weihrauch

Beitrag von Radulf Thoringi » Sonntag 4. September 2016, 17:25

Eine etwas abschweifende Frage zu diesem Komplex:

Hat jemand eine geniale Idee, wie die teerigen Beläge vom Fäßchen abzubekommen sind? Die Sache mit der alten Margarine ist allgemein bekannt aber nach m.M. nicht sehr hilfreich.

PS: Solche Erkenntnisse wie mit Geduld meinte ich nicht. ;-)
"Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."
Werner Heisenberg

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holzi
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Re: Weihrauch

Beitrag von holzi » Sonntag 4. September 2016, 18:41

Radulf Thoringi hat geschrieben:Eine etwas abschweifende Frage zu diesem Komplex:

Hat jemand eine geniale Idee, wie die teerigen Beläge vom Fäßchen abzubekommen sind? Die Sache mit der alten Margarine ist allgemein bekannt aber nach m.M. nicht sehr hilfreich.

PS: Solche Erkenntnisse wie mit Geduld meinte ich nicht. ;-)
Geduld spielt auch eine Rolle, aber ich habe ein Rezept gefunden, das befriedigend funktioniert:
1:5 Lösung Wasser-Spiritus und etwas einwirken lassen. Besonders hartnäckige Verkrustungen immer wieder mit reinem Spiritus abpinseln.
Aber vorher an einer unauffälligen Stelle prüfen, ob der Spiritus nicht etwa die Vergoldung oder Versilberung angreift.
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

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Juergen
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Re: Weihrauch

Beitrag von Juergen » Sonntag 4. September 2016, 20:02

Radulf Thoringi hat geschrieben:Eine etwas abschweifende Frage zu diesem Komplex:

Hat jemand eine geniale Idee, wie die teerigen Beläge vom Fäßchen abzubekommen sind? Die Sache mit der alten Margarine ist allgemein bekannt aber nach m.M. nicht sehr hilfreich.

PS: Solche Erkenntnisse wie mit Geduld meinte ich nicht. ;-)
Kochen!
Ja, wirklich: Das ganze Fass, genauer die relevanten Teile (s.u,) in einen Topf stellen, Wasser und Soda hineingeben und das Fass auskochen.

Oder alternativ mehrere Tage lang in eine Petroleumbad stellen.


Wichtig:
Das Fass vorher zerlegen und nur die dreckigen Teile des Fasses so behandeln, nicht aber die Ketten etc.
Gruß
Jürgen

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Petrus
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Re: Weihrauch

Beitrag von Petrus » Sonntag 4. September 2016, 23:59

um auf ältere Beiträge zurückzukommen: Dieser Pontifikalweihrauch oder auch dieser Dreikönigsweihrauch (blaurote Schachtel), die gern von Kirchenlieferanten verkauft werden, sind vor allem deshalb so hustenreizend, weil sie mit gefärbten Holzstückchen gestreckt sind.

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Amigo
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Amigo » Donnerstag 20. Dezember 2018, 10:45

Diese Diskussion wurde aus den Mißbrauchsanschuldigungen abgetrennt.
Protasius als Mod.


Naja, eine _Predigt_ auf Latein würde ich auch für verfehlt halten - die verstünde bei uns niemand. Hingegen tut das eine oder andere lateinische Sanctus und Agnus Dei oder sogar mal ein Pater Noster hoffentlich niemandem weh...

Und Weihrauch ist auch ein Thema: Wir haben inzwischen in der Pfarre einige Leute, die wegen Asthma tatsächlich ein gesundheitliches Problem mit weihrauchhaltiger Liturgie haben. Da gabs dann zB zu einem Hochfest mal keinen, weil eine während der Liturgie Neuzutaufende - die kann ja schlecht im hinteren Teil der Kirche bleiben, um dem heiligen Qualm zu entgehen - ebendieses Problem hat. Da ist dann Nachsicht aller Beteiligten gefragt.

Aber darum gings ja hier offenbar nicht, sondern um die generelle Ablehnung von gewissen liturgischen Handlungen und Sprachgebräuchen.

Marcus, der mit dem C
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Marcus, der mit dem C » Donnerstag 20. Dezember 2018, 10:56

https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... 8/uid-4291
Weihrauch jetzt auch gegen Asthma bronchiale
Es gibt durchaus den einen oder anderen, der tatsächlich damit Probleme hat. Aber in meiner 15-jährigen Tätigkeit als Ministrant und 9 Jahre als Küster, haben sich die meisten Beschwerden gegen den Weihrauch in Luft aufgelöst bzw. als hochgradige Traditionsallergie entpuppt.

Beim Weihrauch kommt es auch auf die verwendete Qualität an. Es gibt billigen "stark rauchenden Rachenputzer" und etwas teureren, dem man anmerkt, warum von altersher Weihrauch mit Wohlgeruch und reinigender und heilender Wirkung in Verbindung gebracht wird. Besonders witzig fand ich, als ich in einem Wallfahrtsort herausfand, daß sie dort guten Weihrauch verwendeten, aber eine langsam anglühende Kohle, die nicht auf einem Stövchen angeglüht wurde (wie vorgesehen), sondern so in Schnellanzünder getränkt wurde, daß man den Weihrauch kaum mehr roch.
"Das katholische Modell ist ja seit 2000 Jahren am Scheitern und daher dringend ablösungsbedürftig"

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Protasius
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Protasius » Donnerstag 20. Dezember 2018, 20:25

Amigo hat geschrieben:
Donnerstag 20. Dezember 2018, 10:45
Naja, eine _Predigt_ auf Latein würde ich auch für verfehlt halten - die verstünde bei uns niemand. Hingegen tut das eine oder andere lateinische Sanctus und Agnus Dei oder sogar mal ein Pater Noster hoffentlich niemandem weh...

Und Weihrauch ist auch ein Thema: Wir haben inzwischen in der Pfarre einige Leute, die wegen Asthma tatsächlich ein gesundheitliches Problem mit weihrauchhaltiger Liturgie haben. Da gabs dann zB zu einem Hochfest mal keinen, weil eine während der Liturgie Neuzutaufende - die kann ja schlecht im hinteren Teil der Kirche bleiben, um dem heiligen Qualm zu entgehen - ebendieses Problem hat. Da ist dann Nachsicht aller Beteiligten gefragt.

Aber darum gings ja hier offenbar nicht, sondern um die generelle Ablehnung von gewissen liturgischen Handlungen und Sprachgebräuchen.
Ein gewisser Teil der Hustenprobleme sind auch psychologisch; es gibt einen Priester in Kevelaer, der mal ein Hochamt mit Weihrauch feierte ohne die Kohle anzuzünden: gehustet wurde trotzdem.
Marcus, der mit dem C hat geschrieben:
Donnerstag 20. Dezember 2018, 10:56
Beim Weihrauch kommt es auch auf die verwendete Qualität an. Es gibt billigen "stark rauchenden Rachenputzer" und etwas teureren, dem man anmerkt, warum von altersher Weihrauch mit Wohlgeruch und reinigender und heilender Wirkung in Verbindung gebracht wird. Besonders witzig fand ich, als ich in einem Wallfahrtsort herausfand, daß sie dort guten Weihrauch verwendeten, aber eine langsam anglühende Kohle, die nicht auf einem Stövchen angeglüht wurde (wie vorgesehen), sondern so in Schnellanzünder getränkt wurde, daß man den Weihrauch kaum mehr roch.
Ich habe hier im Forum mal von einem orthodoxen Mitforanten gelesen: „Das kommt davon, daß ihr immer den letzten Kehricht als Weihrauch verwendet.“ Ein Problem ist auch das Zeug, das gar kein Weihrauch ist, aber mit in der Verpackung steckt: die komischen knallroten Kügelchen, die in dem Weihrauch drin sind, den wir als Sternsinger früher hatten, werden kaum Weihrauchharz gewesen sein. Aus den USA habe ich sogar von Weihrauch gehört, der mit Zedernholzspänen gestreckt ist; für Allergiker bestimmt wenig angenehm. Und wenn ich daran denke, wie mal ein auswärtiger Priester eigenen Weihrauch mitbrachte und auch ausgiebig verwendete (Herz-Jesu-Freitag): der Maiglöckchen(!)-Duft hat sich ziemlich lange aufdringlich bemerkbar gemacht.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Weihrauch

Beitrag von Juergen » Donnerstag 27. Dezember 2018, 10:29

Wenn ich manchen „Weihrauch“ rieche, dann denke ich immer: Oh! Schwarzwald, Südhang. :D
Gruß
Jürgen

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