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Papst mahnt: Im „Hier“ leben
Verfasst: Donnerstag 19. Juni 2008, 17:17
von Gerhard
Gebet und Stille brauchen nach den Worten von Papst Benedikt XVI. einen festen Platz im Leben. “Wer Gott auslässt, der tut nicht mehr das Richtige”, sagte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Wer sich allerdings nur dem Ewigen widmen wolle, der vernachlässige auch die Verantwortung für seine Mitmenschen.
Ich bin überrascht, was ist mit den Menschen die sich für ein Leben im Kloster entscheiden? Vernachlässigen die auch die Verantwortung für Mitmenschen?
Gerade bei den kontemplativen Orden kann das ja jetzt vermutet werden. Oder habe ich da unseren Pontifex falsch verstanden?
Liebe Grüße
Gerhard
Verfasst: Donnerstag 19. Juni 2008, 17:42
von Linus
Die Vernachlässigen nicht, ganz im Gegenteil sie beten das, was wir normalos nicht zu leisten imstande sinds zu beten.
(oder hast du einen 5 Stunden am Tag Gebet-Tag?)
Verfasst: Donnerstag 19. Juni 2008, 19:13
von regina 32
ISt Beten nicht eine Form sich "dem Ewigen" zu widmen?
Verfasst: Donnerstag 19. Juni 2008, 20:24
von Christian
regina 32 hat geschrieben:ISt Beten nicht eine Form sich "dem Ewigen" zu widmen?
Mit Nächstenliebe widmest du dich auch dem Ewigen. Vgl. den Samariter
Gruß,
Christian
Verfasst: Donnerstag 19. Juni 2008, 22:33
von Chrysostomus
Man nehme vielleicht einmal den Originaltext des Papstes:
Er warnt die Menschen davor, „eindimensional“ zu leben und empfiehlt statt dessen einen Mittelweg: nicht nur Betrachtung, Beschauung, Studium, Wissenschaft betreiben, aber auch nicht nur Aktion und Aktivismus, sondern beides in der rechten Weise miteinander verbinden. Wer Gott in seinem Leben ausläßt, weil er so viel zu tun hat, der tut am Schluß auch nicht mehr das richtige. Und wer sich nur dem Ewigen widmen will, der vernachlässigt, daß er ein Mensch ist mit Verantwortung für die Menschen seiner Zeit.
Ich finde, man sieht daran, dass das, was Benedikt XVI. fordert, genau das ist, was zu erfüllen gerade Klöster anstreben... Eine gesunde Mischung aus Gebet, Nächstenliebe, Arbeit, Studium, Betrachtung. Meiner Meinung nach müssen danach nicht einmal kontemplative Orden im Verruf stehen, dem nicht nachzukommen. Immerhin lebt man im Kloster wesentlich enger aufeinander und übernimmt womöglich mehr Verantwortung für die Nächsten als in anderer Umgebung. Und natürlich sollte man den Aspekt nicht unterschätzen, den Linus schon erwähnte, dass auch Gebet Nächstenliebe und Dienst am Nächsten ist... Ich kann mir zumindest schwer vorstellen, dass ein Papst dazu aufruft, sich weniger auf Gott zu konzentrieren. Ich glaube nicht, dass das so beabsichtigt wäre...
Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 08:58
von Gerhard
Christian hat geschrieben:regina 32 hat geschrieben:ISt Beten nicht eine Form sich "dem Ewigen" zu widmen?
Mit Nächstenliebe widmest du dich auch dem Ewigen. Vgl. den Samariter
Gruß,
Christian
Was ist Nächstenliebe? Ich beschränkte das nicht nur auf samaritanisches Tun.
Wie definierst Du das, Christian?
Gruß zurück!
Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 09:02
von Gerhard
Chrysostomus hat geschrieben:Ich kann mir zumindest schwer vorstellen, dass ein Papst dazu aufruft, sich weniger auf Gott zu konzentrieren. Ich glaube nicht, dass das so beabsichtigt wäre...
Für mich ist das die legitime Frage nach der Rolle Gottes in unserem säkularisierten Leben. Leider habe ich hier nur die Fassung von Radio Vatikan, die von einem Redakteur erarbeitet wurde. Hat jemand schon die "Originalquelle" ausfindig machen können?
Liebe Grüße
Gerhard
Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 09:04
von Gerhard
regina 32 hat geschrieben:ISt Beten nicht eine Form sich "dem Ewigen" zu widmen?
Kannst Du nicht Dein ganzes Leben "aus dem Ewigen" leben oder hat Gott keinen Platz in unserem "Alltag"?
Re: Papst mahnt: Im „Hier“ leben
Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 09:22
von Seraph
Gerhard hat geschrieben:
Gerade bei den kontemplativen Orden kann das ja jetzt vermutet werden. Oder habe ich da unseren Pontifex falsch verstanden?
Kontemplatives Gebet und fürbittendes Eintreten
für das Heil der Welt (Herorhebung von mir) ist ja nicht nur auf das Ewige, sondern auch auf die Welt bezogen.
Just my 2 cents,
Seraph
Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 10:37
von Chrysostomus
Gerhard hat geschrieben:Hat jemand schon die "Originalquelle" ausfindig machen können?
Schaust du hier:
http://www.oecumene.radiovaticana.org/t ... p?c=212876
Das, was kursiv geschrieben ist, ist der Originaltext.
Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 14:01
von incarnata
Ich glaube ,der Papst dachte weniger an die kontemplativen Orden,die ja für
"die Welt" beten und damit eben so wie in ihrem Alltag(auch ein kontemplativer
Mönch bzw.Schwester muss schliesslich von etwas körperlich leben) "in der Welt"
sind sondern an theologische Wissenschaftler,die sich nur noch in ihrer
Wissenschaft vergraben,ohne auf die Auswirkungen auf Gläubige und Weltbürger
zu achten und dabei vielleicht auch ihre persönliche Beziehung zu Gott vernachlässigen.Er selbst ist ja das lebende Gegenbeispiel.
Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 14:56
von Lutheraner
Vielleicht dachte der Papst auch an einige Diskutanten hier im Forum

Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 15:08
von ad_hoc
Hier gebe ich dem User Lutheraner sehr gerne Recht.
Der Papst hat damit in besonderer Weise diejenigen angesprochen, die aufgrund ihrer Tätigkeiten natürlicherweise - entweder mehr oder weniger - Einfluß auf andere nehmen.
Prinzipiell sind aber alle angesprochen.
Gruß, ad_hoc
Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 15:09
von Petra
Lutheraner hat geschrieben:Vielleicht dachte der Papst auch an einige Diskutanten hier im Forum

Bestimmt nicht. Es gibt seit Jahren Gebete zu erstklassigen Heiligen, damit der Vatikan nichts von diesem kleinen Forum hier erfährt.

Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 15:11
von ad_hoc
Hallo Petra
Mich interessiert Deine Klassifikation der erst- zweit- dritt- und evtl. viertklassigen Heiligen.
Namen wären hilfreich.
Gruß, ad_hoc
Verfasst: Freitag 20. Juni 2008, 17:17
von Paul Heliosch
These:
Wenn es - wie der Hl. Paulus andeutete - wahr ist, daß es mehrere (sieben ?) Himmel gibt, dann müsste es "mathematisch" betrachtet auch mehrere "Klassen" geben...

Verfasst: Sonntag 22. Juni 2008, 09:34
von Gerhard
incarnata hat geschrieben:sondern an theologische Wissenschaftler,die sich nur noch in ihrer
Wissenschaft vergraben,ohne auf die Auswirkungen auf Gläubige und Weltbürger
zu achten
Du bist anmaßend - es steht uns nicht zu, ein Urteil zu sprechen. Das kann nur der Herr.
Einen gesegneten Sonntag!
Verfasst: Sonntag 22. Juni 2008, 10:16
von Linus
Eine Be-urteilung ist noch lang keine Ver-urteilung

Verfasst: Sonntag 22. Juni 2008, 12:28
von Gerhard
Kann aber zur Verurteilung führen. Das Internet ist demokratisch, Medienkompetenz unerlässlich.
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 00:26
von ad_hoc
Kann aber zur Verurteilung führen. Das Internet ist demokratisch, Medienkompetenz unerlässlich.
???!
Gruß, ad_hoc
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 13:43
von incarnata
Hab`ich jemanden speziellen verurteilt? Ich habe nur ein Negativbild des
theologischen Wissenschaftlers gekennzeichnet in der Annahme,daß der Papst vor solchen Tendenzen warnen wollte.Denn selbst mir als zuweilen in theologischen Schriften quer durch den Gemüsegarten blätterndem Laien fällt doch das weite Spektrum der Geisteshaltungen auf,die sich alle katholisch nennen
Letztlich ist jedwede Wissenschaft nie bloß l´art pour l`art,sondern die Erkenntnisse
sickern irgendwann auch unter das gewöhnliche Volk-und so verändert sich
die Welt.Der Papst ist sozusagen als oberster Wächter dafür da,dafür zu sorgen,daß dem Volk nicht Heilswege verbaut werden.Die Priester sind es
vor Ort(Hirtenamt);und da diese mehr Theologisches lesen dürften als der
Durchschnittslaie ist´s besonders wichtig,was bei diesen und theologischen Laien
im Lehramt oder Gemeindedienst von der Wissenschaft "ankommt".
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 14:06
von Gerhard
Es kommt nicht darauf an, was Du gesagt hast, es kommt darauf an, wie es verstanden wird.
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 14:06
von Raphael
Gerhard hat geschrieben:Kann aber zur Verurteilung führen. Das Internet ist demokratisch, Medienkompetenz unerlässlich.
Falls Deiner gerade zersprungen sein sollte:

Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 14:07
von Gerhard
ad_hoc hat geschrieben:Kann aber zur Verurteilung führen. Das Internet ist demokratisch, Medienkompetenz unerlässlich.
???!
Gruß, ad_hoc
Was verstehst Du nicht, ad_hoc?
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 14:08
von Gerhard
Raphael hat geschrieben:Gerhard hat geschrieben:Kann aber zur Verurteilung führen. Das Internet ist demokratisch, Medienkompetenz unerlässlich.
Falls Deiner gerade zersprungen sein sollte:

????
Mir fällt dabei ein: Spieglein, Spieglein an der Wand ...
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 15:44
von Paul Heliosch
Gerhard hat geschrieben:...
????
...
Gerhard, es handelt sich nicht nur um eine These - es handelt sich vielmehr um Gewissheit, daß jenes ungeschriebene Gesetz aus dem Kommunikationsmanagement wahr ist, das da lautet:
"Der Sender ist für das verantwortlich, was beim Empfänger ankommt."
( Dieser Satz gehört übrigens auch zu jenen, die auf meinem Spiegel stehen. )
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 18:58
von incarnata
Wer Angst davor hat,daß beim Empfänger was Falsches ankommt macht
seinen Schnabel meist nicht auf oder verschwindet in der Anonymität
des mainstreams.Auch der Papst hatte offenbar keine Angst davor,daß die bedeutung seiner Äusserungen diskutiert wird.Die mainstreamler sind aber hier im
Kreuzgang eher in der Minderzahl.Wir gehören mehr zu den Freunden der
offenen Aussprache !
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 19:04
von Paul Heliosch
Aus dem oben Gesagten "Angst" vor klarer Rede abzuleiten ist kühn.
Verantwortlich seine Rede zu platzieren ist edel.
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 19:50
von Gerhard
Paul Heliosch hat geschrieben:"Der Sender ist für das verantwortlich, was beim Empfänger ankommt."
Was hat das mit der katholischen Kirche zu tun?
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 19:57
von Raphaela
Paul Heliosch hat geschrieben:Gerhard hat geschrieben:...
????
...
Gerhard, es handelt sich nicht nur um eine These - es handelt sich vielmehr um Gewissheit, daß jenes ungeschriebene Gesetz aus dem Kommunikationsmanagement wahr ist, das da lautet:
"Der Sender ist für das verantwortlich, was beim Empfänger ankommt."
( Dieser Satz gehört übrigens auch zu jenen, die auf meinem Spiegel stehen. )
Es heißt aber auch: Ein Schelm ist, wer sich Schlechtes denkt.
Wenn also der Sender nichts Böses denkt, ist er auch nicht dafür verantwortlich, dass der Empfänger etwas falsch versteht.
Übrigens gibt es vier Ebene auf denen man eine Botschaft hören kann, drei fallen mir noch ein:
Ich- Botschaft: Was der Sender wirklich aussagen will
Beziehungs-Botschaft: Sagt etwas über die Beziehung zueinander aus und kommt dementsprechenend an
Apell: Es wir etwas als Apell aufgefasst
Man nimmt eigentlich immer nur mit einer der vier Ebenen etwas auf.
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 20:01
von Paul Heliosch
Gerhard hat geschrieben:Paul Heliosch hat geschrieben:"Der Sender ist für das verantwortlich, was beim Empfänger ankommt."
Was hat das mit der katholischen Kirche zu tun?
Ersetze "Sender" durch "katholische Kirche"...
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 20:02
von Gerhard
Raphaela hat geschrieben: Wenn also der Sender nichts Böses denkt, ist er auch nicht dafür verantwortlich, dass der Empfänger etwas falsch versteht.
Woher soll er wissen, ob der Empfänger etwas "falsch" versteht? Vielleicht versteht eres richtig, obgleich es falsch gemeint war.
Nachfragen kostet nichts. Kommunikation erfordert dieselben Codes, wenn diese differieren, muss zunächst die Basis geschaffen werden. Damit spanne ich jetzt gedanklich den Bogen zur römisch-katholischen Kirche.