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Ökumene - wohin ?
Verfasst: Dienstag 29. Mai 2007, 19:26
von Pit
Hallo !
Auf Grund einer sehr interessanten Podiumsdiskussion unter dem obrigen Titel, die ich gestern miterleben konnte/durfte, stelle ich die Frage an die Forumsuser:
Ökumene - wohin?
Wie sieht es um die Ökumene in Deutschland aus, was wurde erreicht, was nicht, was erwartet und/doer erhofft ihr noch?
Bitte nur ernstgemeinte Beiträge und keine Hetz"predigten" über die jeweils andere christloche Tradition- davon hat nämlich niemand etwas.
Gruß, Pit
Verfasst: Dienstag 29. Mai 2007, 20:04
von Linus
Ökumene -wohin?
frägst du, Pit. Nu: Nachhause. in die Kirche. Ubi Petrus, ibi ecclesia. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.
Verfasst: Dienstag 29. Mai 2007, 20:36
von Ecce Homo
Hatten wir nicht schon einige Threads zur Ökumene?

Verfasst: Dienstag 29. Mai 2007, 21:55
von Walter
Ja, insgesamt etwas mehr als zweihundert. 
Verfasst: Dienstag 29. Mai 2007, 22:05
von ad_hoc
Die Ökumene im bislang verstandenen Sinn bzw. Unsinn, sollte man endlich ruhen lassen, am besten endgültig.
Gruß, ad_hoc
Verfasst: Dienstag 29. Mai 2007, 22:47
von Pit
Das ist möglich, allerdingst dürften das Threads gewesen sein, in denen meistens mehr oder weniger konsequent über aller Ketzer, Häretiker, Linksdemokraten etc. - kurz: alle Nichtrömischkatholischen Christen hergezogen wurde.
Mir geht es hier aber eben um die Diskussion, wie der Stand der Ökumene de facto ist.
Sicher kann man auch argumentieren, nur römischkatholische Christen wäre "richtige", "wahre" Christen und eben dies in Bezug auf alle anderen christlichen Traditionen und Denominationen ablehnen, dann sollte man aber hier im katholischen Kreuzgangforum auch dafür sorgen, daß die "falschen " "Christen" und "Häretiker" (also alle User reformatorischer Tradition) nicht mehr mitschreiben.
Und das fände ich sher schade - schon auf Grund der oft hervorragenden Beiträge.
Gruß, Pit
Ecce Homo hat geschrieben:Hatten wir nicht schon einige Threads zur Ökumene?

Verfasst: Mittwoch 30. Mai 2007, 00:39
von SpaceRat
Pit hat geschrieben:Mir geht es hier aber eben um die Diskussion, wie der Stand der Ökumene de facto ist.
Nun ja, über den Stand der Ökumene kannst Du Dich leichter per Google informieren:
z.B. über die ökumenische Osterfeier in Lohmar:
http://www.rhein-sieg-anzeiger.ksta.de/servlet/...
Meine persönliche Meinung ist:
Es gibt da keine nennenswerte Weiterentwicklung. Die rk Kirche wird ihre geliebten Dogmen wahren oder so langsam hergeben, daß es bei relevanten Fortschritten nur noch ein paar Taufscheinkatholiken in ein paar dörflichen Schützenvereinen geben wird.
Die EKD befindet sich an einem Scheideweg:
Definiert sie "Kirche der Freiheit" als die Freiheit eines Christenmenschen, oder als völlige Beliebigkeit, wo ich alles irgendwie rechtfertigen kann, geschiedene, weibliche Bischöfe, Homosegnungen, Bekenntnisverquirlerei usw.
Als Kirche ohne Profil wird sie auch weiterhin zur Ader gelassen werden. Als Kirche mit Profil würde sie vielleicht ein paar Jute-Shirt-Batiker verschrecken, könnte sich aber dann eher stabilisieren als das Fähnchen im Wind, das sie derzeit ist.
Wenn beide großen Kirchen so weitermachen wie bisher, brauchen wir uns in 40-50 Jahren keine Gedanken mehr über Ökumene machen, dann werden sie nämlich mit ihren letzten Mitgliedern auch sich selbst zu Grabe getragen haben werden.
Ergo: Ein jeder kehre erstmal vor seiner Tür:
Die katholische Kirche sollte aufhören, die Antworten auf Fragen zu geben, die keiner gestellt hat.
Und die ev. Kirche sollte anfangen, überhaupt wieder Antworten zu geben.
Wenn sich alle Seiten wieder auf ihre Kernaufgabe, die Verkündung des Evangeliums und dem Aufzeigen wie uns Christus hilft, konzentrieren, wird sich Ökumene von selber ergeben.
Linktext von der Moderation gekürzt. Bitte lange Links immer via Kurzform einbinden, da sonst das ganze Schriftbild der Seite zerstört wird.
Verfasst: Mittwoch 30. Mai 2007, 06:21
von Linus
Pit hat geschrieben:Sicher kann man auch argumentieren, nur römischkatholische Christen wäre "richtige", "wahre" Christen
Das Christsein hat hier niemand jemand andern abgesprochen. Das Häretiker Häretiker sind und Schismatiker Schismatiker darf man wohl noch sagen.
Verfasst: Mittwoch 26. September 2007, 09:02
von Ecce Homo
Radio Vatikan meldet (25/09/2007 13.49.53): Positive Reaktion auf Lehmann-Referat
Als "ökumenische Wohltat"!hat der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die Äußerungen von Kardinal Karl Lehmann zum Verhältnis von Katholiken und Protestanten begrüßt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz sei gestern in seinem Referat in Fulda über das "Selbstverständnis des Katholischen" der römisch-katholischen Lehre von der Kirche treu geblieben, so der stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Christoph Kähler, in Hannover. Zugleich habe Lehmann Raum für "eine ganz grundlegende Anerkennung der authentischen ekklesialen Realität" der nicht-katholischen Kirchen gelassen. Die Anregungen des Bischofskonferenz-Vorsitzenden würden rasch geprüft, kündigte Kähler an. Die EKD wolle das Gespräch mit der katholischen Seite suchen. Lehmann habe "ein glaubwürdiges Gesprächsangebot" vorgelegt. Es verbinde Fragen an die evangelische Kirche sowie gemeinsame Aufgaben mit Anforderungen an die römisch-katholische Seite. Auf offene Ohren stoße Lehmanns Vorschlag, eine ökumenische Zwischenbilanz zur Vergewisserung zu ziehen. Das gelte auch für den Vorschlag, Fragen zum Verständnis
der Reformation zu stellen.
(kna 24.09.2007 sk)
Verfasst: Mittwoch 26. September 2007, 09:05
von Ecce Homo
Hier das Eröffnungsreferat im Wortlaut:
*klick mich*
Verfasst: Mittwoch 26. September 2007, 20:40
von Ecce Homo
Hier ist er! Ich hatte den Artikel am Tag des Erscheinens woanders gelesen und wollte ihn einstellen, hatte es aber vergessen... jetzt kommt er aber:
Radio Vatikan (23/09/2007 14.03.33): Keine "Rückkehr-Ökumene"
Kurienkardinal Walter Kasper hat einer so genannten "Rückkehr-Ökumene" eine klare Absage erteilt. Man könne weder in der Geschichte noch in der Kirchengeschichte "rückwärts gehen", sagte der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates in einem Interview der "Münchner Kirchenzeitung". Es gehe in der Ökumene um ein - so wörtlich - "Hineinwachsen in die volle Kirchengemeinschaft, wobei es einen Lernprozess von beiden Seiten gibt". Die Katholiken hätten von den evangelischen Christen in den vergangenen Jahrzehnten vieles gelernt, erklärte Kasper. Dies gelte etwa für die Bedeutung des Wortes Gottes, der Bibelauslegung und der Verkündigung. Der Kardinal weiter: "Und sie lernen gegenwärtig von uns, was die Gestaltung und die Bedeutung des Gottesdienstes angeht." In der Amtsfrage gebe es allerdings noch Lernbedarf.
(kna 23.09.2007 sk)
Verfasst: Samstag 13. Oktober 2007, 13:22
von Ecce Homo
(Karstadt)
12. Oktober 2007
Evangelisch - Katholisch?
Gespräch zum Kirchenverständnis und zum Stand der Ökumene
Die Römische Glaubenskongregation hat in zwei am 10. Juli 2007 veröffentlichten Dokumenten die katholische Lehre über das Kirchenverständnis präzisiert und kommentiert. Dies hat in der Evangelischen Kirche teilweise erhebliche Irritationen ausgelöst.
Am Donnerstag, 18. Oktober, 19.00 Uhr, diskutieren in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“, Falkenweg 6, Mülheim an der Ruhr, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, und der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, Mitglied der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, das jeweilige Kirchenverständnis und den augenblicklichen Stand der ökumenischen Beziehungen.
Anmeldungen unter Tel.: 0208/ 999 19-0. (do)
Verfasst: Freitag 19. Oktober 2007, 23:09
von Ecce Homo
Radio Vatikan am 19.10.07:
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D: Bischof Huber, "Werde Papst auf Kirchenpapier ansprechen"
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischof Wolfgang Huber, will den Papst am Sonntag womöglich auf das umstrittene jüngste Kirchenpapier der vatikanischen Glaubenskongregation ansprechen. Das sagte Bischof Huber im Gespräch mit Radio Vatikan. Wenn sich bei einem Treffen mit Benedikt in Neapel die Gelegenheit dazu ergebe, dann wolle er den Papst fragen, ob das Papier "wirklich diesen ökumenischen Fortschritt bewirken soll, den wir doch miteinander wollen".
Wir dokumentieren hier den vollen Text des Gesprächs, in dem Bischof Huber auch auf seine jüngsten Äußerungen zum Moscheebau in Deutschland zurückkommt. Diese Äußerungen hatten auf islamischer Seite für Verstimmung gesorgt.
* Sie werden am Wochenende den Papst in Neapel treffen. Wenn Sie die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch haben sollten, werden Sie ihn dann auch ansprechen auf das umstrittene Kirchenpapier der vatikanischen Glaubenskongregation?
„Wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt, werde ich sehr gerne anknüpfen an das Gespräch, das wir im Mai geführt haben, als ich in Rom war. In diesem Gespräch hat Papst Benedikt XVI. mir mit großem Nachdruck versichert, wie wichtig ihm gute ökumenische Beziehungen zu den Kirchen der Reformation sind. Das war auch ein inhaltlich sehr gefülltes Gespräch, in dem er mir erklärt hat, warum das so eine große Bedeutung hat. Und ich werde dann schon die Frage daran anschließen, ob die einfache Wiederholung der Thesen aus dem Dokument „Dominus Jesus“ wirklich diesen ökumenischen Fortschritt bewirken soll, den wir doch miteinander wollen. Ich bin davon überzeugt, dass unter ökumenischem Gesichtspunkt dieses Dokument die Bedingung ökumenischer Förderung nicht erfüllt.“
* Sind Sie weiterhin verstimmt darüber, dass Sie damals bei der Audienz mit Papst Benedikt nicht schon eine Ahnung von dem Kommen dieses Papiers von der Glaubenskongregation hatten?
„Nein, darüber bin ich nicht verstimmt, denn ich gehe nicht davon aus, dass der Papst das in dem Augenblick wusste, dass dieses Papier bevorsteht. Ich habe mir das im Laufe des Jahres erklären lassen, dass Kongregationen Arbeitsprozesse eigenständig vorbereiten, und dann kommt es an den Papst, wenn die Genehmigung dieses Dokuments ansteht. Ich setze da keine zentrale Planung voraus, obwohl dann faktisch zwei Dokumente sich doch sehr deutlich ergänzt haben, das Moto Proprio über die Liturgiefrage und dieses Dokument. Beide sind sie davon geprägt, dass das Zweite Vatikanische Konzil mit seinen Aussagen in die größtmögliche Kontinuität zur vorkonziliaren Entwicklung gestellt worden ist. Das verbindet beides, aber eine Planung durch den Papst setze ich in dieser Frage nicht voraus.“
*Halten Sie es für eine mögliche Störung des ökumenischen Miteinanders und Weitergehens, dass Sie diese Kontinuität des Konzils auch mit der vorkonziliaren Zeit in neuen Dokumenten so bestätigt und betont finden?
„Ich möchte gerne Kardinal Lehmann dazu zitieren. Der geht auf die Kirchenkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils zurück , Lumen gentium - mit der Aussage, die auch die Wirklichkeit von Kirche außerhalb der römisch-katholischen Kirche anerkennt. Und er sagt, das ist ein Ausgangspunkt, der weitere Schritte nach vorn notwendig macht und nach solchen Schritten ruft. Diese Haltung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, mit dem ich mich in ökumenischer Hinsicht sehr verbunden fühle, diese Haltung wird durch das vatikanische Dokument ganz sicher nicht eingelöst. Und ich wäre froh, wenn stärker in dieser Richtung gearbeitet würde. Übrigens, damit kein Missverständnis aufkommt: Dabei ist mein Problem nicht, dass die evangelische Kirche in ihrem Kirchesein durch den Vatikan anerkannt wird, denn ihr Kirchesein hängt nicht davon ab. Aber sehr wohl gilt: Solange wir als Kirche unterschieden sind, unterschiedliche Kirchentypen darstellen, kann es ökumenische Fortschritte nur geben, wenn wir unser Kirchesein wechselseitig respektieren und gerade in dieser Hinsicht respektvoll miteinander umgehen.“
* Von katholischer Seite wird manchmal mit anklagendem Zeigefinder auf die so genannte "Ökumene der Profile" auf evangelischer Seite gedeutet. Hier sei ein Hemmschuh für die Ökumene, wenn jeder sich nur auf sein Eigenes zurück besinne, dann komme das Gemeinsame aus dem Blick. Sehen Sie auch diese Gefahr?
„Darf ich mal ganz ehrlich zurückfragen? Haben Sie in den letzten Jahren den Eindruck bekommen, dass die römisch-katholische Kirche im Darstellen ihres eigenen Profils besonders zurückhaltend sei? Das Zwei-Päpste-Jahr 2005 hat das doch sehr sehr deutlich gezeigt. Und genau in diesem Jahr habe ich zunächst einmal, und zwar rein beschreibend, übrigens zum allerersten Mal in Anwesenheit des neuen Papstes gesagt: Ganz offensichtlich haben wir uns in eine Phase bewegt, die durch eine Ökumene der Profile gekennzeichnet ist. Ich habe im übrigen nie gesagt, dass dabei die Abgrenzung das Vorrangigste ist, sondern dass jede Kirche gut beraten ist darin, ihre eigene Tradition, das was ihr an Besonderheit anvertraut ist, auch in einer guten Weise so zur Geltung zu bringen, dass dadurch das gemeinsame Zeugnis der Christenheit gestärkt wird. Ich bin erstaunt, das sage ich ganz ehrlich, wenn nun so lebhaft kritisiert wird, dass ich diesen Begriff verwendet habe, dessen Realitätsgehalt eigentlich von niemandem bestritten werden kann.“
* Herr Bischof, ein anderes Thema: Ihre Äußerung zum Moscheebau in Deutschland und Ihre Frage nach möglichen Machtansprüchen des Islams die dahinter stecken. Das Verhältnis EKD-Islam scheint derzeit belastet. Steckt dahinter eine gewisse Strategie des klaren Wortes auf das Sie hinauswollen?
„Klare Worte zu sprechen und Wahrheitsorientiert zu dokumentieren, müsste sich eigentlich für jede Kirche und Religionsgemeinschaft von selber verstehen. Deswegen fehlt uns in der Evangelischen Kirche auch das Verständnis, wenn man meint, in einem Dialog Fortschritte machen zu können, in dem man Wahrheitsfragen und auch schwierigen Fragen, auch markanten Unterschieden auszuweichen versucht. Wir sind davon überzeugt, dass gute Nachbarschaft zwischen Christen und Muslimen, die wir fördern wollen, nur durch die Bereitschaft von Klarheit vorangebracht werden kann.
Was den Moscheebau betrifft, bitte ich sehr darum, nicht nur die zweite Hälfte meiner Aussage zu hören, sondern sie mit der ersten Hälfte zu verbinden. Denn in dieser ersten Hälfte habe ich ganz klar gesagt, für uns als Christen und verfassungsrechtlich betrachtet für das Land, in dem wir leben , in Deutschland also, gilt die Religionsfreiheit ungeteilt. Sie gilt selbstverständlich für Muslime wie auch für Christen; es gilt auch die kooperative, die gemeinschaftliche Religionsfreiheit. Deswegen haben Muslime auch das Recht dazu, sich Gotteshäuser zu bauen, in denen sie miteinander beten können, und es ist besser sie beten in Moscheen als in Hinterhöfen.
Aber auffällig ist und bleibt, dass wir gegenwärtig eine Intensität des Bauens und Planens von Moscheen haben, wie es das in der Geschichte unseres Landes noch nie gegeben hat. 184 Moscheen werden derzeitig gebaut oder geplant, 159 haben wir bisher im Lande. Da muss die Frage erlaubt sein, was ist damit geplant, was bedeutet das, wenn unter diesem Bauvorhaben sich doch eine erhebliche Zahl befindet, wo in Regionen , in denen es keinen einzigen Anhänger der entsprechenden muslimischen Gemeinschaft gibt, große Bauvorhaben ins Auge gefasst werden? Auskunft darüber ist das, was ich gefordert habe - und die Frage habe ich gestellt, ob hier nicht die Quantität auch in eine neue Qualität umschlägt.“
(rv 19.10.2007 sk)
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 00:39
von Robert Ketelhohn
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 07:23
von Ecce Homo
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Stimmt - darum habe ich das auch in den Code gesetzt... immer dasselbe...
Carl Caiser
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 10:55
von Carl Caiser
Wohin eine "Ökumene" "gehen", "wandeln", "sich transformieren", "gelenkt" oder sonstwas solle
ist doch für Katholiken nie eine Frage gewesen...
Die Katholische Kirche ist per se "Ökumene" par excellence.
Wer daran teilnehmen möchte ist herzlich willkommen, vorausgesetzt, er hält sich an die (Initiations-) Regeln.
Ähnliches gilt für das "Gebet um die Einheit":
Die Einheit ist absolut in der Katholischen Kirche gegeben!
Die "Bitte um die Einheit" kann m.E. nur so verstanden werden,
als daß sich ihre Mitglieder nicht voneinander bzw. von der "Einen Kirche" entfernen.
Eine "Einheit" mit Häretikern, Apostaten oder Kirchenfeinden kann es nicht geben, wird es nie geben und kann ergo auch nicht erbeten werden.
Jedoch einer "Bitte um die Um- oder Heimkehr" derselben wird sich demgegenüber kein Katholik verschliessen (auch keine excellenten Kasper oder Leh(ens)männer ).
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 14:51
von Raphaela
Als ich vor einigen Jahren in Bayern Religion unterrichtete, hatte für die erste Klasse die evangelische Religionslehrerin ungefähr den gleichen Lehrplan wie ich. - Daher haben wir zusammen vorbereitet.
In Braunschweig hatte ich mal eine Kirche besucht, die ewiges Licht hatte, wöchentliche "Ohrenbeichte" anbot, fast täglich Messe feierte, nur dass dort Abendmahl stand, täglich Laudes und Vesper gebetet wurde. - Als ich alles so in der Kirche gesehen hatte, habe ich dann gefragt, ob dies denn nun eine evangelische Kirche oder eine katholische Kirche sei. Die Antwort: "Eine evangelische natürlich. Luther hat weder das ewige Licht noch die Beichte abgeschafft."
In einer Synagoge habe ich mal das ewige Licht gesehen. - Wir Christen haben dies von den Juden übernommen.
Kinder im sechsten Schuljahr (Hauptschule) wollten mal von mir wissen, was denn der Unterschied und die Gemeinsamkeiten der Konfessionen sei. - Nachdem ich die ganze Klasse hatte, weil der evangelische Religionslehrer krank war, habe ich versucht, dies zu erarbreiten. In der Klasse war es mucksmäuschen still, als ob gerade eine Klassenarbeit geschrieben wird, das Thema hat die Schüler brennend interessiert und sie haben mitgearbeitet. - An der Ökumene sind viele interessiert und versuchen mitzuarbeiten
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 15:06
von FranzSales
In Braunschweig hatte ich mal eine Kirche besucht, die ewiges Licht hatte, wöchentliche "Ohrenbeichte" anbot, fast täglich Messe feierte, nur dass dort Abendmahl stand, täglich Laudes und Vesper gebetet wurde.
Das war "Brüdern". Diese Gemeinde ist eine nahezu singuläre Erscheinung in der EKD. Es gibt vielleicht noch eine handvoll hochkirchlich geprägter Gemeinden, aber viel sind das nicht.
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 15:30
von Ecce Homo
@ Raphaela
Was zeigt denn in einer evangelischen Kirche das ewige Licht an?

Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 15:32
von SpaceRat
Ecce Homo hat geschrieben:@ Raphaela
Was zeigt denn in einer evangelischen Kirche das ewige Licht an?

Konsekrierte Hostien im Tabernakel?
Nur so eine Vermutung...
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 15:34
von Ecce Homo
SpaceRat hat geschrieben:Ecce Homo hat geschrieben:@ Raphaela
Was zeigt denn in einer evangelischen Kirche das ewige Licht an?

Konsekrierte Hostien im Tabernakel?
Nur so eine Vermutung...
Konsekriert? In der evangelischen Kirche?

Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 15:38
von SpaceRat
Ecce Homo hat geschrieben:SpaceRat hat geschrieben:Ecce Homo hat geschrieben:@ Raphaela
Was zeigt denn in einer evangelischen Kirche das ewige Licht an?

Konsekrierte Hostien im Tabernakel?
Nur so eine Vermutung...
Konsekriert? In der evangelischen Kirche?

Soll vorkommen. Mind. jeden Sonntag.
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 15:59
von FranzSales
Konsekriert? In der evangelischen Kirche?
Bei echten Lutheranern ... ja freilich ...!
Bei denen läuft es ähnlich ab, wie bei uns.
Hier der ausführliche Ablauf eines -leider nicht oft zu findenden- genuinen lutherischen Gottesdienstes.
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 16:07
von Ecce Homo
FranzSales hat geschrieben:Konsekriert? In der evangelischen Kirche?
Bei echten Lutheranern ... ja freilich ...!
Bei denen läuft es ähnlich ab, wie bei uns.
Hier der ausführliche Ablauf eines -leider nicht oft zu findenden- genuinen lutherischen Gottesdienstes.
Aber es meint was anderes - aus deinem Link [Hervorhebung von mir]:
Stehen für die Abendmahlsgäste nicht mehr genügend heilige Gaben, Leib und Blut Christi unter Brot und Wein, bereit, konsekriert (segnet) der Pfarrer unter Rezitation der Einsetzungsworte erneut bereitgestelltes Brot und Wein.
Seitwann ist die katholische Wandlung "nur" das Sprechen vom Segen über das Brot und den Wein?
Außerdem:
Was dem alten Simeon vergönnt war: den Heiland Jesus Christus zu sehen und ihn auf den Armen zu tragen, ist durch den Empfang von Christi wahrem Leib und Blut dem Glaubenden heute geschenkt worden. Darum lobt und dankt die Gemeinde ihren Herrn Jesus Christus für diese Gaben. Der Pfarrer isst währenddessen die nicht verzehrten, aber gesegneten (konsekrierten) Gaben. Sie werden nicht erneut für die Abendmahlsfeier verwandt.
Aha - es gibt also keinen Tabernakel (wird ja alles gegessen) - warum dann ein ewiges Licht? Was soll es anzeigen, wenn nichts aufbewahrt wird?
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 16:16
von SpaceRat
FranzSales hat geschrieben:Konsekriert? In der evangelischen Kirche?
Bei echten Lutheranern ... ja freilich ...!
Bei denen läuft es ähnlich ab, wie bei uns.
Hier der ausführliche Ablauf eines -leider nicht oft zu findenden- genuinen lutherischen Gottesdienstes.
In Würselen, Martin-Luther-Kirche, Pfr. Tappenbeck, entsprechend
http://de.wikipedia.org/wiki/Agende#Der ... _einzelnen, Grundform I, Teil A = Zweite Form, Teil C = Erste Form.
Pfr. Tappenbeck ist allerdings schon alt und im Ruhestand, der hat Pfr. Ido Pizzini nur im Urlaub vertreten. Bei Pfr. Pizzini muß ich mir das noch ansehen.
Pfr. Tappenbeck trägt Talar und lutherisches Beffchen, Einsetzungsworte und Segen spricht er.
Bekenntnisstand der Gemeinde: Lutherisch mit Fragen aus dem Heidelberger Katechismus (Wobei die Gemeinde zu dem Anhang "mit Fragen aus dem Heidelberger Katechismus" gezwungen wurde).
In Köln, Antoniter-Kirche, Pfr. Höcker, immer entsprechend
http://de.wikipedia.org/wiki/Agende#Der ... _einzelnen.
Pfr. Höcker trägt liturgische Gewänder. Einsetzungsworte kantilliert er.
Bekenntnisstand der Gemeinde: Vermutlich uniert, ich weiß es aber nicht.
Beides normale landeskirchliche Gemeinden.
Und daß lutherische Pfarrer den Gottesdienst nach Grundform I abhalten ist eigentlich normal, immerhin basiert Grundform I auf der alten VELKD-Agende und die benutzt die SELK ja auch. Also IMHO macht die SELK da ein bißchen viel Wind um nichts.
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 16:22
von SpaceRat
Ecce Homo hat geschrieben:FranzSales hat geschrieben:Konsekriert? In der evangelischen Kirche?
Bei echten Lutheranern ... ja freilich ...!
Bei denen läuft es ähnlich ab, wie bei uns.
Aber es meint was anderes - aus deinem Link [Hervorhebung von mir]:
Stehen für die Abendmahlsgäste nicht mehr genügend heilige Gaben, Leib und Blut Christi unter Brot und Wein, bereit, konsekriert (segnet) der Pfarrer unter Rezitation der Einsetzungsworte erneut bereitgestelltes Brot und Wein.
Seitwann ist die katholische Wandlung "nur" das Sprechen vom Segen über das Brot und den Wein?
Was heißt "nur"? Die rk. Kirche erkennt sogar Konsekrationen an, bei denen
nicht einmal die Einsetzungsworte gesprochen werden.
Ecce Homo hat geschrieben:Außerdem:
Der Pfarrer isst währenddessen die nicht verzehrten, aber gesegneten (konsekrierten) Gaben. Sie werden nicht erneut für die Abendmahlsfeier verwandt.
Aha - es gibt also keinen Tabernakel (wird ja alles gegessen) - warum dann ein ewiges Licht? Was soll es anzeigen, wenn nichts aufbewahrt wird?
FranzSales hat Dir einen Link zu einer SELK-Gemeinde gegeben. Brüdern ist eine EKD-Gemeinde.
Verfasst: Samstag 20. Oktober 2007, 17:01
von Raphaela
Ecce Homo hat geschrieben:@ Raphaela
Was zeigt denn in einer evangelischen Kirche das ewige Licht an?

Ich sehe, dass schon einige Antwort gegeben haben, ich selber hatte damals nicht nachgefragt, weiß aber bestimmten Diakonissen, dass sie nach der Messe/dem Abendmahl das Brot an einem würdigen Ort aufheben
Verfasst: Sonntag 21. Oktober 2007, 21:29
von FranzSales
Seitwann ist die katholische Wandlung "nur" das Sprechen vom Segen über das Brot und den Wein?
Das mit den Einsetzungsworten ist originär römisch-katholisch. Für die Orthodoxen gehört noch die Epiklese zwingend dazu.
Verfasst: Montag 22. Oktober 2007, 06:24
von Ecce Homo
Raphaela hat geschrieben:...weiß aber bestimmten Diakonissen, dass sie nach der Messe/dem Abendmahl das Brot an einem würdigen Ort aufheben
Das "Brot" - "ist ER drin" oder "ist ER nicht drin"?

Verfasst: Montag 22. Oktober 2007, 06:29
von SpaceRat
Ecce Homo hat geschrieben:Raphaela hat geschrieben:...weiß aber bestimmten Diakonissen, dass sie nach der Messe/dem Abendmahl das Brot an einem würdigen Ort aufheben
Das "Brot" - "ist ER drin" oder "ist ER nicht drin"?

Werden wir jetzt nicht
etwas sehr spitzfindig?
Verfasst: Montag 22. Oktober 2007, 12:04
von Stephen Dedalus
Ecce Homo hat geschrieben:Seitwann ist die katholische Wandlung "nur" das Sprechen vom Segen über das Brot und den Wein?
Auf diese Sichtweise hat sich die RKK spätestens seit Thomas von Aquin festgelegt.
Übrigens hatte das in der Reformation die lustige Auswirkung, daß die Lutheraner komplett das eucharistische Hochgebet entsorgten und den "Abendmahlsteil" der Messe auf die Rezitation der Einsetzungsworte, Vaterunser und Austeilung reduzierten.
Verfasst: Montag 22. Oktober 2007, 12:44
von Ecce Homo
Ich wollte sagen, dass es mehr ist als ein Segen. Unter Segen verstehe ich so was wie am Ende der Messe.
