Zwei Jahre "habemus Papam: Benedict XVI"

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Zwei Jahre Papst Benedict XVI: Immer noch gaudium magnum?

Umfrage endete am Freitag 20. April 2007, 19:55

Ich bin begeistert. Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt
13
37%
Ich bin zufrieden. Es läuft wie es zu erwarten war.
17
49%
Ich bin unzufrieden, weil (Begründung im Diskussionsthread)
5
14%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 35

Raimund J.
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Zwei Jahre "habemus Papam: Benedict XVI"

Beitrag von Raimund J. » Freitag 6. April 2007, 19:55

Zwei Jahre sind es jetzt beinahe, als weißer Rauch aufstieg und Kardinal Joseph Ratzinger zum Nachfolger des Apostels Petrus auserkoren wurde.

<img src=http://www.vatican.va/holy_father/bened ... ezione.jpg>

Persönlich war ich damals sehr überrascht und sofort auch sehr begeistert (und bin es noch).

Wie beurteilen die werten Forumsteilnehmer im Rückblick die ersten zwei Jahre des neuen Ponitfex Maximus der Kirche:

Immer noch gaudium magnum, oder vielleicht sogar noch zunehmende Bestätigung und ausgeräumte Vorurteile? Oder gibts auch kritisches?

Gruss
Raimund

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Pit
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Beitrag von Pit » Freitag 6. April 2007, 20:06

Als ich gesehen und gehört hatte, wer gewählt worden war, empfand ich - Enttäuschung.
Die hatte sich aber verhältnismäßig schnell gelegt und in eine Bewunderung für seien Geradlinigkeit und - auch für seine Offenheit gewandelt. Eine Offenheit, die - so empfinde ich es - keine "Haudrauf-Ökumene" bedeutet, aber auch keine "Rückkehr-Ökumene".
Was ich bis heute nicht verstehen kann, ist die teils vorhandene "Benedetto"-Hysterie.

Gruß, Pit
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Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Freitag 6. April 2007, 20:16

Ich gestehe, ich war so sehr überrascht, dass er Papst wurde - hab mich in der Sakristei vor der Messe auf den Boden setzen müssen, weil es mich so umgehauen hat... und ich bin so sehr begeistert von ihm als Papst... er macht es richtig, wie er es macht und auch was er macht. Meine ganz persönliche und auch demütige Meinung... :ja:
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 6. April 2007, 23:31

Ich halte den (versuchten) Verzicht auf den römischen Patriarchentitel
für einen verhängnisvollen Irrtum.

Das vergällt mir leider die sonstige Freude am Pontifikat.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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ottaviani
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Beitrag von ottaviani » Samstag 7. April 2007, 12:46

ichbin bis jetzt sehr enttäuscht und unzufrieden da sich in der kirche nichts zum besseen gewendet hat in den letzten 2 jahren obwohl der hl. vater die probleme der kirche genau kennt, das weiß man aus seinen Äusserungen vor der Paost wahl als chef des hl. offiziums,
aber er hat nichts getan was ich echt nicht mehr hören kann ist das märchen vom guten hl. vater der nicht kann weil er unter druck steht auch dieser papst hängt an einer pseudo einheit die es schon seit jahrzehnten nicht mehr gibt

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Leguan
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Beitrag von Leguan » Samstag 7. April 2007, 13:13

Bei mir ist es eigentlich eine Mischung aus allen vorangegangenen Meinungen.

Ich bin immer noch der Meinung, daß die Wahl von Kardinal Ratzinger so ziemlich das beste war, was uns passieren konnte.
Und wenn irgendwann noch "das" Motu Proprio kommt, so denke ich, wird dies langfristig gesehen große Auswirkungen haben (am Anfang allerdings kaum).

Auf der anderen Seite finde ich es schade, daß der Heilige Vater scheinbar Angst davor hat, auch nur das kleinste am Kurs seines Vorgängers zu ändern. Als Beispiel sei hier nur das Fließband-Selig- und Heiligsprechungsprozedere genannt. Seltsamerweise wird dies von so ziemlich allen Seiten (außer von denjenigen, die automatisch alles toll finden müssen, was Johannes Paul II. gemacht hat) kritisiert, auf jeden Fall von Liberalen und Traditionalisten gleichermaßen, hier etwas kürzer zu treten würde also niemandem weh tun. Trotzdem gilt: Volldampf voraus. Daß dabei Seligsprechungsverfahren für die vier aufeinanderfolgenden Päpste am laufen oder bereits abgeschlossen sind, die über den größten Zusammenbruch katholischen Lebens seit der Reformation regierten, und das, wo es seit dem Jahr 400 keine vier aufeinanderfolgenden Heiligen Päpste mehr gab, gibt dem ganzen in meinen Augen eine geradezu groteske Note.

Also meine Meinung ist mal so und mal so und mal gemischt und im großen und ganzen eh nicht so wichtig. ;)

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus » Samstag 7. April 2007, 13:13

Meine Eindrücke liegen zwischen Ecce und Ottaviani.

Einerseits war ich sehr bewegt, als ich (mitten in einer Liturgiebesprechung) erfuhr, dass Joseph Kardinal Ratzinger Papst geworden ist. Ich war schon vorher ein eifriger Leser seiner Schriften. Von daher sind mir manche Auswüchse der "Benedetto"-Hysterie eher suspekt.

Ich meine, er hat durch die Hintansetzung seiner Person wieder mehr Raum geschaffen für das Wesentliche: Jesus Christus. Das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, und ich bin schon sehr gespannt auf sein neues Buch.

Außerdem meine ich in der Kirche einen gewissen "Klimawandel" festzustellen, hin zum Wesentlichen und weg von einem Übermaß an Verwaltung. Der Intellekt und die Geradlinigkeit, mit der der Papst sich zu Wort meldet, lassen auch viele Menschen außerhalb der Kirche aufhorchen.

Hier liegt eine große Chance.

Richtig ist allerdings auch, dass ein wirklich großer Wurf bisher nicht erfolgt ist. Ich setze Hoffnungen in den Heiligen Vater, einige Fragwürdigkeiten im Novus Ordo (er hat sich ja als Kardinal) immer für eine "Reform der Reform" ausgesprochen zu korrigieren. Ich hoffe, dass in diesem Pontifikat inhaltlich noch vieles passieren kann, so Gott will!

Möge uns Benedikt XVI. noch lange erhalten bleiben. (Habe die Große Fürbitte gestern besonders inbrünstig gesungen ;D )
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus » Samstag 7. April 2007, 13:16

Leguan hat geschrieben:Als Beispiel sei hier nur das Fließband-Selig- und Heiligsprechungsprozedere genannt. Seltsamerweise wird dies von so ziemlich allen Seiten (außer von denjenigen, die automatisch alles toll finden müssen, was Johannes Paul II. gemacht hat) kritisiert, auf jeden Fall von Liberalen und Traditionalisten gleichermaßen, hier etwas kürzer zu treten würde also niemandem weh tun.
Die inflationäre Heiligsprecherei hat mich beim letzten Papst schon sehr gestört. Wer soll die alle wirklich verehren?!

Allerdings hat Benedikt XVI. auch hier schon ein Zeichen gesetzt, indem er die Seligsprechungen an den zuständigen Präfekten delegiert hat.

Ein wenig mehr auf die Bremse treten, könnte aber wirklich nicht schaden...
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Peregrin
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Beitrag von Peregrin » Samstag 7. April 2007, 13:54

Solange die nicht alle in die Allerheiligenlitanei rein kommen, sehe ich kein direktes praktisches Problem. Was nicht heißen soll, daß ich die Inflationierung der Heiligen gut finde.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Amideus
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Beitrag von Amideus » Samstag 7. April 2007, 14:48

Ich für meinen Teil kann sagen, dass der jetzige Pontifex mein Wunschkandidat gewesen ist. Vor zwei Jahren stand ich gerade am Herd, als das Ergebnis des Konklaves verkündet wurde. Schnellstens drückte ich meiner Frau den Kochlöffel in die Hand und lief ins Wohnzimmer. Als dann letztendlich verkündet wurde, dass Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt wurde, konnte ich mir einen Freudesschrei nicht verkneifen (Die Nachbarn erinnern mich noch heute gerne daran.:mrgreen: ).
Zur "Benedetto-Hysterie": Mir persönlich ist sie fremd und manchmal fühle ich mich an Auswüchse wie zur WM im vergangenen Jahr oder an diese sogenannte "Schumacher-Manie" erinnert, wie sie bei einigen Bevölkerungsvertreter zu erkennen war. Natürlich ist es schön, einen Papst aus dem eigenen Land zu haben, doch ich meine, dass Benedikt XVI. nicht unser persönliches Eigentum ist. Ich frage mich gerade, wie seinerzeit die Reaktionen in Polen ausgefallen sein mögen....

Die vielen Selig- und Heiligsprechungen unter dem vergangenen Pontifikat fand ich schon ziemlich heftig, doch ich kann recht gut damit leben. Gut finde ich, dass der Vorgang der Seligsprechung nun in der Hand des betreffenden Diözesanbischofs liegt.

Meine Erwartungen in das neue Pontifikat waren von Anfang an nicht unbedingt hoch gesteckt - trotz der Wahl meines Wunschkandidaten. Als treuer Mitarbeiter des verstorbenen Papstes hätte man schon davon ausgehen können, dass die Linie nicht unbedingt unterbrochen wird.

Ich bin gespannt, wie sich das Pontifikat Benedikts `XVI. noch entwickeln wird.
Ad multos annos!!

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cooltobecatholic
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Beitrag von cooltobecatholic » Sonntag 8. April 2007, 19:33

Peregrin hat geschrieben:Solange die nicht alle in die Allerheiligenlitanei rein kommen, sehe ich kein direktes praktisches Problem.
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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JuliaVictoria
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Beitrag von JuliaVictoria » Sonntag 8. April 2007, 21:46

Ich bin immer noch sehr glücklich darüber, dass Joseph Ratzinger Papst geworden ist.
Ich bin mehr als zufrieden mit ihm und ich finde es gut, dass er sich durch niemanden beirren lässt!
Ansich finde ich ihn sehr sympathisch und ich denke auch, dass er für die gesamte Katholische Kirche und auch für Deutschland ein großer Sympathieträger ist.
Ich denke, dass es uns nicht hätte besser treffen können und ich hoffe, dass sich meine Meinung auch in den nächsten Jahren nicht verändert.

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patre
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große verwirrung meinerseits

Beitrag von patre » Dienstag 10. April 2007, 11:22

als kardinal ratzinger die wahl zum papst angenommen hatte und ich ihn auf der loggia des petersdomes sah, war ich-um es mal so zu schreiben- guter hoffnung.
die hoffnung auf eine rückbesinnung des papsttums, auf die alten überlieferten werte, und die alten zeromonieen die die mystic des amtes ausdrücken hat sich leider im nachhinein nicht erfüllt.

die lehre der kirche ist seit dem konzil verwässert. es steht nur noch das gedächniss des mahles und nicht mehr das opfer des kreuzes im mittelpunkt der kirche!!
es allen religionen rechtmachen zu wollen ist ein eingestehen der schwäche die die kirche ergriffen hat.
wir sind die kirche, die universale- und durch die verleugnung der alten werte, macht sich die kirche z.b. bei den moslems lächerlich.
die moslems glauben und das fester als wir!! sie brauchen nicht über gott und die kirche zu diskutieren wie die amtskirche es mom so gerne macht. über den glauben und gott muß man nicht und sollte man nicht diskutieren.
missionieren ja--aber nicht diskutieren.
nur durch die mission und das festhalten an den überlieferten werten der kirche und der tradition-- kann die kirche und das pastum gerettet werden.

das war meine hoffnung.

leider wurde sie nicht erfüllt.

oder noch nicht

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JuliaVictoria
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Beitrag von JuliaVictoria » Dienstag 10. April 2007, 16:44

Hm, ja in dem Punkt mit den Moslems muss ich dir leider auch Recht geben... Das stört mich auch ziemlich, dass man versucht es allen Religionen recht zu machen....
Aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt, trotzdem finde ich, dass er sein "Ding" durchzieht" und sich nicht beirren lässt....
"Die Kirche würde die Liebe zu Gott und ihre Treue zum Evangelium verraten, wenn sie aufhörte, die Stimme derer zu sein, die keine Stimme haben."
(Erzbischof Óscar Romero)

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overkott
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Beitrag von overkott » Mittwoch 11. April 2007, 16:06

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Festina lente
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Beitrag von Festina lente » Donnerstag 12. April 2007, 10:27

Ich bin zufrieden. Als er gewählt wurde, habe ich mich schon gefreut, aber ich kannte seinen Namen nur vom Hören. Mich hat dann irritiert, wie viele Ratzinger- und Benediktbücher auf einmal den Markt fluteten.
Aber mit seinem Pontifikat bin ich zufrieden.

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Donnerstag 12. April 2007, 10:36

Festina lente hat geschrieben:Ich bin zufrieden. Als er gewählt wurde, habe ich mich schon gefreut, aber ich kannte seinen Namen nur vom Hören. Mich hat dann irritiert, wie viele Ratzinger- und Benediktbücher auf einmal den Markt fluteten.
Aber mit seinem Pontifikat bin ich zufrieden.
Herzlich willkommen hier im Kreuzgang! :huhu:
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Athanasius2
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Beitrag von Athanasius2 » Donnerstag 12. April 2007, 11:19

Ein Gaudium ist es für mich nicht gewesen, auch bei seiner Wahl nicht wirklich, weil ich Ratzingers Schriften ja teilweise kannte. Und nicht nur seine Aussagen zur Liturgie, sondern auch seine Aussagen zu Mons. Lefebvre und den 'Traditionalisten', die mich recht empörten. Angeblich hat er sich aber geändert, oder ist Diplomate, denn am 29.8.2005 nannte er Erzbischof Lefebvre "Dieser grosse Mann der Gesamtkirche".

Dennoch bleibt für mich bisher dieses Pontifikat ein Status-Quo-Erlebnis. Und Status-Quo heisst heute Rutsch in den tiefen Abgrund, allerdings in den Orden und Diözesen.

Er bleibt offensichtlich, leider, seinen früheren theologischen Irrwegen treu... Will keine Fehler zugeben.
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Das Pontifikat war bisher für mich kein Gaudium (keine Freude). Aber auch koan Gaudi. Warten wir was noch kommt.

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overkott
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Beitrag von overkott » Donnerstag 12. April 2007, 11:20

Gut, seine Enzyklika war schon mal ein guter Anfang, ebenso wie sein nachsynodales eucharistisches Schreiben. Auch seine Mittwochskatechesen haben es in sich: Seine Betrachtung über Psalm 139 zum Beispiel. Benedikt verkündet eben nicht den fernen und theoretischen Büchergott, sondern Jesus Christus durch den, mit dem und in dem wir leben. Darin hat sich Gott als der Logos und die Liebe erwiesen.

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Donnerstag 12. April 2007, 13:53

Athanasius2 hat geschrieben:Ein Gaudium ist es für mich nicht gewesen, auch bei seiner Wahl nicht wirklich, weil ich Ratzingers Schriften ja teilweise kannte. Und nicht nur seine Aussagen zur Liturgie, sondern auch seine Aussagen zu Mons. Lefebvre und den 'Traditionalisten', die mich recht empörten. Angeblich hat er sich aber geändert, oder ist Diplomate, denn am 29.8.2005 nannte er Erzbischof Lefebvre "Dieser grosse Mann der Gesamtkirche".
Hätte es für dich irgendeinen gegeben, der dir als Papst recht gewesen wäre?
Athanasius2 hat geschrieben:Dennoch bleibt für mich bisher dieses Pontifikat ein Status-Quo-Erlebnis. Und Status-Quo heisst heute Rutsch in den tiefen Abgrund, allerdings in den Orden und Diözesen.
Dann müssen ja auch die letzten drei Päpste vor Benedikt dasselbe für dich bedeutet haben... :/
Athanasius2 hat geschrieben:Er bleibt offensichtlich, leider, seinen früheren theologischen Irrwegen treu... Will keine Fehler zugeben.
Und du allein weißt, was der richtige Weg ist? :/
Athanasius2 hat geschrieben:Das Pontifikat war bisher für mich kein Gaudium (keine Freude). Aber auch koan Gaudi. Warten wir was noch kommt.
Das ist eine sehr weise Sicht... warten wir´s ab. Ein Papst ist eben nicht der, der einem persönlich alles Recht macht... das wäre ein "Pontifex ex machina", aber nicht der Stellvertreter Christi auf Erden...
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FranzSales
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Beitrag von FranzSales » Donnerstag 12. April 2007, 14:07

Benedikt verkündet eben nicht den fernen und theoretischen Büchergott, sondern Jesus Christus durch den, mit dem und in dem wir leben. Darin hat sich Gott als der Logos und die Liebe erwiesen.
Das sehe ich ganz genauso. Einer sprach hier davon, dass eine Konzentration auf das Wesentliche erfolgt. Deshalb bewerte ich bis jetzt das Pontifikat als gelungen. Auf sein Buch bin ich ebenfalls gespannt.
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Donnerstag 12. April 2007, 14:41

Und was ich daran wirklich toll finde, ist, dass er diesen Gott, den er verkündigt, nicht nur verkündigt, sondern auch wirklich so lebt.... und das ist einfach toll! :ja:
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Amideus
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Beitrag von Amideus » Donnerstag 12. April 2007, 15:20

Auf das neue Buch bin ich schon sehr gespannt.
Definitiv kann man sagen, dass der Hl. Vater den Glauben lebt, den er verkündet.
Ich denke, dass er es nicht allen Recht machen kann: Die einen wollen eine Neuauflage des Tridentinums, die anderen wollen ein evtl. ein Vaticanum III mit weitergehenden Reformen, andere wiederum sind mit dem status quo zufrieden. Es ist bestimmt nicht einfach, all diese Strömungen unter einem Dach zu halten. Er ist zwar nicht so der Medien-Mensch, doch ich gehe ganz fest davon aus, dass sein ihm eigenes Charisma noch viele Menschen begeistern und in seinen Bann schlagen, um diese dann für die Sache Jesu und seiner Kirche gewinnen wird.

Petra
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Beitrag von Petra » Donnerstag 12. April 2007, 15:34


Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. » Donnerstag 12. April 2007, 15:38

Amideus hat geschrieben:Er ist zwar nicht so der Medien-Mensch, doch ich gehe ganz fest davon aus, dass sein ihm eigenes Charisma noch viele Menschen begeistern und in seinen Bann schlagen, um diese dann für die Sache Jesu und seiner Kirche gewinnen wird.
Vor allem muss man ja auch bedenken, daß er durch seine vorherige langjährige Tätigkeit im Vatikan so gut wie kein anderer zu beurteilen weiss, was machbar ist und wie man es angehen muss, daß etwas machbar und durchsetzbar wird.

Ich bin überzeugt, der Hl. Geist, hat hier genau den richtigen zum Papst berufen.

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JuliaVictoria
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Beitrag von JuliaVictoria » Donnerstag 12. April 2007, 18:04

Als ich die Ostefeierlichkeiten und den Urbi et Orbi Segen von Papst Benedikt vor ein paar Tagen im Fernsehen gesehen habe, habe ich nur wieder gedacht, was für einen wirklich sympathischen Papst wir haben. Ich bin nach wie vor sehr glücklich und finde ihn einfach klasse!

Wann ist sein neues Buch eigentlich erhältlich?
"Die Kirche würde die Liebe zu Gott und ihre Treue zum Evangelium verraten, wenn sie aufhörte, die Stimme derer zu sein, die keine Stimme haben."
(Erzbischof Óscar Romero)

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overkott
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Beitrag von overkott » Donnerstag 12. April 2007, 19:19

Raimund Josef H. hat geschrieben:
Amideus hat geschrieben:Er ist zwar nicht so der Medien-Mensch, doch ich gehe ganz fest davon aus, dass sein ihm eigenes Charisma noch viele Menschen begeistern und in seinen Bann schlagen, um diese dann für die Sache Jesu und seiner Kirche gewinnen wird.
Vor allem muss man ja auch bedenken, daß er durch seine vorherige langjährige Tätigkeit im Vatikan so gut wie kein anderer zu beurteilen weiss, was machbar ist und wie man es angehen muss, daß etwas machbar und durchsetzbar wird.

Ich bin überzeugt, der Hl. Geist, hat hier genau den richtigen zum Papst berufen.
2005 auch zum richtigen Zeitpunkt.

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Leguan
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Beitrag von Leguan » Donnerstag 12. April 2007, 19:29

Also ich muß sagen, gerade das mit dem Buch finde ich sehr problematisch.
Er sagt ja selbst, daß er in dem Buch nicht als Papst spricht, sondern als Privatperson. Leider aber können das 90% der Leute nicht auseinanderhalten, und das kann durchaus zu Problemen führen. Wenn irgendeine neuartige Idee darin vorkommt, wird in den Zeitungen stehen: "Papst sagt...". Und dann werden sich alle Seiten draufstürzen, die einen um das als neue Glaubenswahrheit hochzuhalten, die anderen um zu meckern.
Ich denke es wäre besser gewesen, er hätte solche Werke anderen überlassen, so schwer ihm dies persönlich auch fallen mag. Man kann sich als Papst nicht auseinanderdividieren.

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overkott
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Beitrag von overkott » Donnerstag 12. April 2007, 21:49

Das war ja schon das Problem mit seiner theologischen Vorlesung.

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Donnerstag 12. April 2007, 23:06

Leguan hat geschrieben:Also ich muß sagen, gerade das mit dem Buch finde ich sehr problematisch.
Er sagt ja selbst, daß er in dem Buch nicht als Papst spricht, sondern als Privatperson. Leider aber können das 90% der Leute nicht auseinanderhalten, und das kann durchaus zu Problemen führen. Wenn irgendeine neuartige Idee darin vorkommt, wird in den Zeitungen stehen: "Papst sagt...". Und dann werden sich alle Seiten draufstürzen, die einen um das als neue Glaubenswahrheit hochzuhalten, die anderen um zu meckern.
Ich denke es wäre besser gewesen, er hätte solche Werke anderen überlassen, so schwer ihm dies persönlich auch fallen mag. Man kann sich als Papst nicht auseinanderdividieren.
Dann dürfte er ja überhaupt nichts mehr sagen oder schreiben... wobei es meines Erachtens nicht an ihm, sondern an den Leuten liegt, die es nicht auseinanderhalten können... :/
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Beitrag von overkott » Freitag 13. April 2007, 08:56

Ecce Homo hat geschrieben:
Leguan hat geschrieben:Also ich muß sagen, gerade das mit dem Buch finde ich sehr problematisch.
Er sagt ja selbst, daß er in dem Buch nicht als Papst spricht, sondern als Privatperson. Leider aber können das 90% der Leute nicht auseinanderhalten, und das kann durchaus zu Problemen führen. Wenn irgendeine neuartige Idee darin vorkommt, wird in den Zeitungen stehen: "Papst sagt...". Und dann werden sich alle Seiten draufstürzen, die einen um das als neue Glaubenswahrheit hochzuhalten, die anderen um zu meckern.
Ich denke es wäre besser gewesen, er hätte solche Werke anderen überlassen, so schwer ihm dies persönlich auch fallen mag. Man kann sich als Papst nicht auseinanderdividieren.
Dann dürfte er ja überhaupt nichts mehr sagen oder schreiben... wobei es meines Erachtens nicht an ihm, sondern an den Leuten liegt, die es nicht auseinanderhalten können... :/
Natürlich erwarten die Gläubigen von ihm, dass er etwas sagt und etwas schreibt. Aber es muss eine geistige Einheit haben, bei aller Differenzierung nach Anlass, Status und Form.

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Amideus
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Beitrag von Amideus » Freitag 13. April 2007, 16:47

Muss denn gleich alles, was der Hl. Vater schriftlich von sich gibt, gleich auch hochoffiziell sein? Auch wenn er der Nachfolger des Apostelfürsten Petrus und auch der Stellvertreter Jesu auf Erden ist, ist er in erster Linie Mensch und so finde ich es durchaus begrüßenswert, wenn er auch seinen eigenen (privaten) Gedanken Gestalt verleiht. Mir fällt da ganz spontan das "Giornale dell´anima" Johannes´ XXIII. ein...

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