Sehet, daß er Arbeiter aussendet....

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Petra
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Beitrag von Petra » Freitag 11. Februar 2005, 20:39

Abbé Pierre - der Kapuziner und die Obdachlosen

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>>Wenn es um seinen Kampf für die Armen, Ausgeschlossenen und Erniedrigten geht, findet der hochbetagte und gebrechliche Kapuziner Abbé Pierre immer wieder die Kraft, um seinen Landsleuten ins Gewissen zu reden. Nichts ärgert ihn aber mehr, als wenn Journalisten ihn als "Idol" bezeichnen.

Mit seinem Hilferuf zu Gunsten der Obdachlosen löste Abbé Pierre im äusserst harten Winter 1954 eine moralische Revolution aus. Er selber nannte diese Volksbewegung der Nächstenliebe einen "Aufstand der Güte": Tausende von anonymen Bürgern, die seinen Aufruf am Radio gehört hatten, brachten spontan Geld, Nahrungsmittel und Decken ins Pariser Hotel Rochester, das der Gründer der Emmaus-Gemeinschaft zu diesem Zweck requiriert hatte. Die Regierung hatte die Botschaft verstanden und beschloss in Rekordzeit den Bau von 12.000 Sozialwohnungen.

Mit seinem Appell hatte Abbé Pierre die Nation an einem empfindlichen Nerv getroffen. Knapp zehn Jahre nach dem Krieg begann für viele der Wohlstand, am Stadtrand aber hausten Tausende in den Zelten und Hütten der "Bidonvilles". Ein dreijähriges Kind war vor dem 1. Februar 1954 in einem solchen Slumviertel erfroren. Mitten in Paris hatte man in dieser Nacht auch eine obdachlose Frau tot aufgefunden, sie hielt in der Hand noch den Ausweisungsbefehl wie eine stumme Anklage.

Noch oder wieder leben mehr als drei Millionen Menschen in Frankreich in Armut. Gestern richtete sich darum Abbé Pierre zusammen mit anderen Hilfsorganisationen erneut direkt an die Nation: "Fühlt euch nicht länger ohnmächtig vor so viel Leiden! Es ist zu einfach und gefährlich, zu warten und auf die anderen oder den Staat zu zählen. Wir rufen euch auf zu handeln. Damit unsere Untätigkeit nicht ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit wird. Geringe Dinge zu tun, ist nie lächerlich. Lieber eine kleine Geste und eine bescheidene Aktion als ein grosser Traum, der nie verwirklicht wird."

Als Henri Grouès kam Abbé Pierre am 5. August 1912 in Lyon auf die Welt. Nach seinem Theologiestudium wählte er den Kapuzinerorden als seine Familie. Seit vielen Jahren wird kein anderer Franzose von seinen Landsleute so hoch geachtet und respektiert wie Abbé Pierre.<< Artikel (gekürzt) von Rudolf Balmer, Paris, 1.2.2004

Quelle und ganzer Artikel: http://perso.wanadoo.fr/balmer/abbe-pierre.html

Emmaus-Gemeinschaft Köln:
http://www.emmaus-koeln.de/index1.html

Petra
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Beitrag von Petra » Freitag 11. Februar 2005, 20:55

Männer! Nächsten Montag ist Valentinstag.....mit Zaunpfahl wink

Gabriel Calvo und die Liebe in der Ehe

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1927 wurde Gabriel Calvo in Barcelona geboren, studierte Theologie und erhielt 1957 die Priesterweihe. Sein Einsatzgebiet war die Familienseelsorge. Dabei wurde ihm bewusst, dass die Beziehung im Elternpaar einen grundlegenden Einfluss auf die Kinder und auf das Gemeinschaftsleben in der Familie hat. Um an dieser Beziehung zu arbeiten und sie zu vertiefen, lud er erstmalig im Jahre 1962 spanische Ehepaare zu einem Wochenende ein.

Die Idee gelangte von Spanien nach Venezuela, Mexiko und in die USA. Die Bewegung entstand in ihrer heutigen Form und erhielt den englischen Namen "Marriage Encounter". Der englische Name "encounter" kommt aus dem spanischen Wort "encuentro", was soviel wie "treffen, begegnen, erneuern, wieder entdecken" bedeutet. Auch in anderen Ländern wurde die englische Bezeichnung beibehalten.

Seit 1975 lebt Pater Calvo in den USA. Er arbeitet weiter für ME, daneben schreibt er Bücher mit Hilfen für Eheleute, Verlobte und Familien.

Das ME-Wochenende beginnt am Freitag um 18.00 Uhr mit einem Abendessen und endet am Sonntag gegen 18.00 Uhr.

Ein Team, bestehend aus einem Priester und zwei bis drei Ehepaaren, führt und begleitet durch das Wochenende und gibt Anregungen aus den eigenen persönlichen Erfahrungen mit folgenden Schwerpunkten:
° Wer bin ich ? Wo stehe ich ?
° Wie erleben wir unser Miteinander in den verschiedenen Lebensbereichen?
° Was will Gott von uns für unser Leben in Gesellschaft
und Kirche?
Nach jeder Einführung ist Zeit für persönliche Besinnung und für den Dialog im Paar. Auf Gespräche in Gruppen wird bewusst verzichtet. Die persönliche, private Sphäre im Paar bleibt gewahrt.

Quellen:
Nachtrag August 2007: Da fast alle der angegebenen Links nicht mehr verfügbar sind, habe ich sie rausgenommen.


Marriage Encounter-Veranstaltungen werden angeboten von:
fires-deutschland

wwme

Für jeden, der am Montag zu wenig bekommt, bitte bedient euch und fühlt euch herzlich Bild oder schultergeklopft ;)

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Zuletzt geändert von Petra am Montag 20. August 2007, 10:58, insgesamt 3-mal geändert.

Petra
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Beitrag von Petra » Sonntag 13. Februar 2005, 00:13

Peter Benenson – der Anwalt und die Gefangenen

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Peter Benenson wurde 1921 geboren, er ist der Enkel des russisch-jüdischen Bankier Grigori Benenson und Sohn von Flora Solomon, die ihn nach dem frühen Tod ihres Mannes alleine erzog. In Oxford studierte er Geschichte. Arthur Koestlers Spanisches Testament, das den Horror der Gefangenschaft und der angedrohten Hinrichtungen durch die Faschisten Spaniens beschrieb, war Grund seines Engagements für politische Gefangene. Während des 2. Weltkrieges sorgte er dafür, dass Flüchtlingskinder, die nach London kamen, Aufnahme fanden. Er studierte Jura und wurde Rechtsanwalt. Nach Studienabschluss arbeitete er in Spanien, Zypern, Südamerika und 1956 in Ungarn bei Gerichtsverhandlungen mit.

1960 las er, dass in Lissabon zwei Studenten gefangen genommen wurden, die in einem Restaurant einen Trinkspruch auf die Freiheit ausgerufen hatten. 1961 war die Veröffentlichung des Artikels „Der vergessene Gefangene“ im New Observer die Geburtsstunde der von ihm gegründeten Organisation Amnesty International. 1966 konvertierte er zur katholischen Kirche.

U.a ist Peter Benenson Leiter der Organisation Christen gegen Folter (Christians against torture). Nachdem er 20 Jahre seine Mitgliedschaft ruhen ließ, nahm er Mitte der achtziger Jahre wieder eine aktive Rolle bei ai an.

Folter wird heute weltweit von zwei Dritteln der Staaten abgelehnt, aber im Verborgenen weiterhin ausgeübt. In vielen Ländern kommt zu gesetzwidrigen Gefangennahmen, Mord oder „Verschwinden“, wofür Staatsbeamte verantwortlich sind, die deswegen nicht belangt werden.

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Das Logo von ai ist eine Kerze um die Stacheldraht gewickelt ist. Peter Benenson: „Die Kerze brennt nicht für uns, sondern für alle, denen wir nicht aus der Gefangenschaft helfen, diejenigen, die auf dem Weg ins Gefängnis erschossen werden, die gefoltert werden, die entführt werden, die „verschwinden“. Dafür brennt die Kerze.“

Artikel mit der ausführlichen Biografie in engl. Sprache:
http://www.amnesty.org.uk/action/events/biography.shtml

Homepage von amnesty international Deutschland
http://www.amnesty.de/

Nachtrag: Peter Benenson starb am 25.2.2005 in Oxford
Zuletzt geändert von Petra am Samstag 26. Februar 2005, 22:40, insgesamt 1-mal geändert.

Petra
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Beitrag von Petra » Sonntag 13. Februar 2005, 22:47

Liebe Kreuzgänger,

vielleicht hat sich der ein oder andere beim Lesen dieses Threads schon gefragt, was treibt die Frau da eigentlich?

Alsoooo, die Idee stammt vom Dezember 2003 [sic!]. Damals bat ich um Unterstützung, um an Personen zu zeigen, wen Gott in seinen Dienst ruft und welche Aufgaben Er vergibt, um Sein Reich schon auf Erden beginnen zu lassen. Seien es: ein Ihm geweihtes Leben, soziale Dienste, Einsatz für die Vergessenen oder für den Glauben und die Gemeinschaft Seiner Nachfolger, Ausübung der geschenkten Gaben oder Gebet und lebenslanges Zeugnis Seiner Wirklichkeit. Und das auf allen Kontinenten und im Heute.

Die Resonanz hielt sich in Grenzen, bis auf Ausnahmen (Margarete :huhu: ). Weil für mich Menschen und ihr Zeugnis überzeugender sind als klug formulierte theologische Ausführungen, und weil ich meine, dass auch andere ähnlich gepolt sind, habe ich im letzten Jahr gesammelt, einen kleinen „Vorrat“ angelegt und in der Hoffnung auf rege Beteiligung zu Jahresbeginn mal losgelegt.

Wichtig ist mir, dass die „Arbeiter für den Weinberg des Herrn“ noch nicht gar zu lange verstorben sind, sie „ein Gesicht“ oder „Gesichter“ bekommen und etwas über ihren Weg erfahrbar wird, im Internet mehr als eine Quelle in vernünftigen Sprachen über sie ist, sie nicht ausschließlich bekannt sind durch „meine christliche Gemeinschaft ist aber besser als deine“, ihr Engagement nicht nach Werbung für die eigene Peron riecht, und dass sie nicht auf Veranstaltungen reden, in denen die Abschaffung der Kirche gefordert wird.

Leider sind hier hauptsächlich die berühmteren Arbeiter. Ruhm ist ja nun Segen und Fluch. Schön wäre es, auch die Frau von nebenan zu haben oder den Nebenberufsküster von Papua-Neuguinea, aber die schaffen es meist nicht ins Internet. Außer, wenn Organisationen vorgestellt werden. Deren Erfolg besteht hauptsächlich aus den Mitarbeitern, die selten genannt werden, und noch seltener Gesichter und Geschichten bekommen. Daneben werden auch die Kontemplativen nicht so bekannt, so dass man sie hier vorstellen könnte. Aber an sie soll bitte auch gedacht werden, wenn die „Aktiveren“ erscheinen.

Aufmerksamen Lesern wird aufgefallen sein, dass bisher ein paar christliche Berühmtheiten fehlen......mit Absicht! Macht ihr mal. ;)

Lieben Gruß
Petra

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Beitrag von Petra » Sonntag 13. Februar 2005, 23:15

Brigitte Schröder und die Grünen Damen

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>>Brigitte Schröder, geb. Landsberg, wurde am 28. Juli 1917 als viertes Kind einer Bankiersfamilie in Breslau geboren. Sie absolvierte eine höhere Töchterausbildung ( :D )und suchte sich eine Stelle als Zahnarzthelferin, um dem Arbeitsdienst zu entgehen. Dr. Gerhard Schröder erklärte 1988 in einem Interview: .Als wir 1941 heiraten wollten, mußten wir für die Heirat eine Genehmigung einholen, weil meine Frau, nach den Nürnberger Gesetzen, durch zwei jüdische Großelternteile vorbelastet, dazu verpflichtet war. Wir bekamen die Genehmigung , aber nur unter der Bedingung, daß ich als Soldat nicht Vorgesetzter werden durfte...". Am 30. Mai 1941 fand die Fernhochzeit statt.<<

In Düsseldorf war Frau Schröder ab 1949 12 Jahre Stadträtin, Sachgebiet Schulfragen. Sie hatten bereits drei Kinder. Daneben arbeitete sie bei Einrichtungen und in Arbeitskreisen der evangelischen Kirche mit.1962 kam der Umzug nach Bonn, wo ihr Mann seit 1961 Bundesminister des Auswärtigen war. Dort gründete sie den Frauen- und Familiendienst des Auswärtigen Amtes.

>>Angeregt durch den ehrenamtlichen Dienst des Volunteer Service in den Vereinigten Staaten und getragen von der Vision, einen ehrenamtlichen Dienst in christlicher Nächstenliebe im Krankenhaus in Deutschland ins Leben zu rufen, gründete sie 1969 die Evangelische Krankenhaus-Hilfe.<<

Die Evangelische Krankenhaus-Hilfe ist hauptsächlich bekannt durch die „Grünen Damen“, mittlerweile durch die „Grünen Damen und Herren“. Sie besuchen in Krankenhäusern alleinstehende Patienten für Gespräche und erledigen kleinere Arbeiten oder Besorgungen. Erkennbar durch ihre hellgrünen Kittel.

>>Zu Beginn des Jahres 2001 stellt sich Brigitte Schröders Lebenswerk wie folgt dar: In 400 Krankenhäusern und in 287 Alteneinrichtungen bundesweit sind 10287 Grüne Damen und 440 Grüne Herren tätig. 1996 hat sie die Arbeit an ihre Nachfolgerin übergeben. Brigitte Schröder starb 2000.<<

Die grünen Damen und Herren gibt es heute in fast jedem größeren Krankenhaus, und Interessierte sind immer willkommen.

Quelle:
http://www.ekh-deutschland.de/schroeder.html
Noch’n Link:
http://www.ekh-deutschland.de/geschichte.html

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Beitrag von Petra » Montag 14. Februar 2005, 23:20

Rigoberta Menchu Tum - die Rechte der Ureinwohners Guatemalas

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Rigoberta Menchú (* 9. Januar 1959 in Chimel, Guatemala) wuchs in großer Armut auf und musste schon mit 5 auf den Feldern arbeiten. Als Teenager trat Rigoberta Menchú über die Katholische Kirche für soziale Reformen und für die Frauenbewegung ein. Ihre Familie machte sich wegen angeblicher Nähe zu einer Guerillabewegung unbeliebt und der Vater wurde festgenommen und gefoltert. 1979 trat Rigoberta wie ihr Vater und die Brüder der CUC (Committee of the Peasant Union) bei. 1980 starb ihr Vater in der spanischen Botschaft in Guatemala, als diese von Anhängern des Regimes in Brand gesteckt wurde. Auch ihre Mutter und ein Bruder wurden verfolgt und ermordet.
Rigoberta engagierte sich zunehmend in der CUC. Außerdem trat sie der radikalen Volksfront des 31. Januar bei. Dort lehrte sie die Bauern, der Unterdrückung durch die Militärdiktatur Widerstand zu leisten.
Später musste sie in Guatemala untertauchen und floh schließlich nach Mexiko. Von nun an trat sie auch im Ausland energisch für die Rechte der Indios und gegen die Unterdrückung in Guatemala ein. 1982 war sie Mitbegünderin der vereinigten Oppositionsparteien.
1983 kam ihre Biographie auf den Markt, mit der sie große Bekanntheit in der gesamten Welt erlangte. Inzwischen tritt sie in Guatemala für eine stärkere Vertretung der Indios in der Politik ein. 1992 erhielt sie den Friedensnobelpreis.<<

Quelle und ganzer Artikel:http://www.hochschulstellenmarkt.de/inf ... __tum.html

Weiterer Link:http://nobelprize.org/peace/laureates/1992/tum-bio.html

Ihre Nobelpreisrede : http://gos.sbc.edu/m/menchunobel.html

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Beitrag von Petra » Dienstag 15. Februar 2005, 21:48

Pater Pierre Tritz SJ – Schulbildung für philippinische Kinder

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>>Der gebürtige Lothringer trat 1933 in den Jesuitenorden ein, ging 1936 zum missionarischen Einsatz nach China und wurde 1947 in Schanghai zum Priester geweiht. Nach der kommunistischen Machtübernahme 1950 ausgewiesen wurde er auf den Philippinen Dozent und Studentenseelsorger an verschiedenen Universitäten. Er wurde bald die schlimme Schulsituation für die Kinder armer Familien gewahr. Sie mussten oft die Schule verlassen, weil die Eltern die damit verbundenen Kosten nicht bezahlen konnten. Er suchte viele Familien auf und versprach den Eltern einen Unterhaltsbeitrag, wenn sie die Kinder wieder in die Schule schickten.

1974 gründete er dafür die Stiftung ERDA (Educational Research and Development Assistance). In den 30 Jahren ihres Bestehens konnte sie 100 000 Kindern helfen, erstmals oder wieder in die Schule zu gehen. Weil Jugendlichen nur mit einer guten Berufsausbildung Arbeit und Brot finden,gründete P. Tritz 1990 eine neue Organisation, die “ERDA Technical-Vocational High School”, die Jugendlichen ganz armer Familien in Metro-Manila einen kostenlosen fünfjährigen Oberschulbesuch mit technischer Ausrichtung auf ein Dutzend Berufe ermöglicht.<<

Quelle und ganzer Artikel http://www.missionsprokur-jesuiten.de/W ... richte.pdf

Zwei französische Links: http://bernard.tritz.free.fr/main2.html
http://www.jesuites.com/actu/2004/tritz1.htm

Petra
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Beitrag von Petra » Donnerstag 17. Februar 2005, 18:26

Janne Haaland Matláry – Politikerin, Feministin, Mutter

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>>In ihrer Heimat Norwegen, einem trotz lutherischer Staatskirche weitgehend entchristlichten Land, in dem Katholiken auch heute noch einen schweren Stand haben, fand Janne Haaland Matláry als junge Frau zunächst aus intellektueller Überzeugung zum Glauben und wurde mit 25 Jahren in die katholische Kirche aufgenommen. Aber das Leben einer Sonntagschristin war ihr nicht genug. Erst in einem langen inneren Kampf begann sie zu begreifen, dass „Bekehrung“ ein Weg ist, den man mit Christus geht. Sie fühlte immer stärker: Wer sich ganz auf Ihn einlässt, gewinnt das ganze Leben. Und wer mit Christus geht und lebt, sieht auch die Welt in einer neuen Wahrheit. Je tiefer sie ihren Glauben lebte, desto wichtiger war für sie die christliche Prägung ihres ganzen Lebens, als Mutter, Ehefrau, Wissenschaftlerin und Politikerin.<<

In Norwegen 1957 geboren, aufgewachsen in einer lutherischen Familie, Studium der Philosophie und der Politikwissenschaften, 1997 bis 2000 stellvertretende Außenministerin, Professorin für internationale Politik an der Universität Oslo, Mitglied des Päpstlichen Rates für Familie, Gerechtigkeit und Frieden, Ordensdame des Malteserordens, Buchautorin, Kolumnistin, Mutter von 4 Kindern, Ehefrau. (Höchstwahrscheinlich auch Arbeitgeberin einer Haushaltshilfe und ohne privaten Internetanschluß. ;) )

Quelle: Haaland Matláry: Love-Story. So wurde ich katholisch. Sankt Ulrich Verlag, 2003. (Mit einem Vorwort von Kardinal Ratzinger)
Weitere Veröffentlichungen: Blütezeit. Feminismus im Wandel

Und noch ein paar Links:
http://www.zenit.org/german/archiv/0003 ... html#item9
http://www.newoman.org/mujeres/articulo.phtml?id=74
http://www.jesus.ch/index.php/D/article/161/11306/

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Bruno-Maria Schulz
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Danke Petra

Beitrag von Bruno-Maria Schulz » Donnerstag 17. Februar 2005, 18:45

Danke Petra

dein Beitrag kam just zum richtigen Augenblick ;-)
wo ich einer lieben Freundin erkläre, warum, wieso, weshalb katholisch :-D

Love
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Petra
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Beitrag von Petra » Freitag 18. Februar 2005, 22:43

Danke zurück, Bruno-Maria :freude:

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Beitrag von Petra » Freitag 18. Februar 2005, 22:59

YB Manguwijaya – Priester, Architekt, Schriftsteller


Foto: http://www.suaramerdeka.com/cybernews/l ... okoh44.jpg

Yusuf Bilyarta Mangunwijaya wurde am 6.5.1929 in Java (Indonesien) als Kind katholischer Eltern geboren. Er war als Jugendlicher politisch engagiert und studierte ab 1950 Theologie und Architektur (u.a. in Aachen).

>>Nach seiner Rückkehr nach Indonesien begann Romo (Vater) Manguns vielfältiges Wirken als Architekt, Dozent an der Universität, als Priester sowie als Sozialarbeiter in den Slums von Yogyakarta und Umgebung. Außerdem betätigte er sich seit den siebziger Jahren als Kolumnist, unter anderem für die Tageszeitung Kompas und veröffentlichte Romane und Essays. Seine sozialen Aktivitäten setzten sich immer besonders für die Entrechteten ein, für die vom forcierten Wirtschaftskurs der Neuen Ordnung Vergessenen oder Vertriebenen. Bekannt wurde er schlagartig mit seinem Engagement für die nur ungenügend entschädigten Bauern des Staudammprojekts Kedung Ombo, aber auch durch einen Hungerstreik zum Schutz eines Slums in Yogyakarta, in dem er selbst jahrelang lebte. In den letzten Jahren war es das herausragende Ziel Romo Manguns, den Kindern der Armen ein Chance auf Ausbildung zu ermöglichen. Er initiierte Lesekurse in Slums, gründete eine Schule und schrieb viele Artikel, in denen er für eine fortschrittlichere Bildungspolitik plädierte. Als Kolumnist war Mangunwijaya einer der offensten Kritiker der Neuen Ordnung, und viele seiner Artikel führten zu ausgedehnten Diskussionen, so zum Beispiel sein Plädoyer an Habibie für die Entlassung Ost-Timors in die Unabhängigkeit im letzten Sommer.

Als Autor ist Mangunwijaya in Deutschland weniger bekannt, obwohl er 25 Jahre lang regelmäßig Kurzgeschichten und vor allem insgesamt neun Romane veröffentlichte. Das liegt insbesondere daran, daß von Mangunwijaya nur der mit dem ASEAN-Buchpreis 1982 ausgezeichnete Roman "Die Webervögel" in deutscher Übersetzung vorliegt.<<

Quellen:
http://home.snafu.de/watchin/II_2_99/Mangun.htm
http://www.insideindonesia.org/edit68/mangun2_1b.htm
http://www.insideindonesia.org/edit59/schulte.htm
Zuletzt geändert von Petra am Sonntag 10. September 2006, 20:58, insgesamt 2-mal geändert.

Peter Panda
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Beitrag von Peter Panda » Samstag 19. Februar 2005, 11:06

Bruno Sontheim

Er ist Lehrer an der Grundschule in Waltershofen/Allgäu und seit über 15 Jahren in seiner Freizeit in den Fußgängerzonen der umliegenden Städte mit seinen Schülern unterwegs und macht Straßenmusik. Damit hat er bis jetzt ca. 50.000 € für Missionsprojekte gesammelt.

http://www.derwestallgaeuer.de/news.php?id=691
http://www.schulamt-tettnang.de/schulpr ... shofen.php
Zuletzt geändert von Peter Panda am Montag 21. Februar 2005, 07:28, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Stefan » Sonntag 20. Februar 2005, 19:08

Pater Maximilian Kolbe

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So trug sich der mittlerweile verstorbene Franciszek Gajowniczek ins Gästebuch des Hilfswerks in Freiburg ein. Sein Name ist eng mit der lebensentscheidenden Geschichte des Maximilian Kolbe verbunden:

Konzentrationslager Auschwitz, Ende Juli 1941. Aus den zum Appell angetretenen Häftlingen des Blocks 14 wählt der Lagerkommandant willkürlich 10 Häftlinge aus, die als Strafe für die Flucht eines anderen zum langsamen, qualvollen Tod verurteilt werden, unter ihnen der Familienvater Gajowniczek. Der 47-jährige polnische Franziskaner Maximilian Kolbe verlässt seine Reihe und bietet den eigenen Tod im Austausch für das Leben des Anderen. Nach zwei Wochen im fensterlosen Hungerbunker, nackt, ohne Wasser und Nahrung, wird der noch lebende Häftling 16670 am 14. August 1941 durch eine Phenolspritze getötet und im Krematorium von Auschwitz verbrannt.

Während seiner Inhaftierung wurde P. Kolbe trotz unmenschlicher Behandlung nicht müde, seine Mitgefangenen zu trösten und ihnen Liebe zu predigen. Als " Märtyrer der Versöhnung " wurde er 1982 heiliggesprochen. Miroslaw Firkowski, 1941 ebenfalls Häftling in Auschwitz:

" Diese Tat war ein Protest gegen Verachtung und Unterdrückung des Menschen. Mit seiner Tat gab Pater Maximilian Kolbe uns, den Mitgefangenen, Mut zum Überleben."

Quelle: http://www.maximilian-kolbe-werk.de/max ... _kolbe.htm

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Beitrag von Petra » Montag 21. Februar 2005, 14:15

Bischof Kenneth Untener – der etwas andere Hirte

Foto: http://abclocal.go.com/images/untener2.jpg

1937 wurde Kenneth Untener als siebtes von neun Kindern in Detroit geboren. Ein Jahr vor seiner Priesterweihe1963 brach er sich das rechte Bein beim Sport, und weil er von Geburt an einen deformierten Knöchel hatte, ambutierten ihm die Ärzte den ganzen Unterschenkel. Sein „Holzbein“, wie er es nannte, hielt ihn nicht davon ab, weiter Golf und Eishockey zu spielen.

Nach der Weihe arbeitete er erst in Detroit, studierte dann in Rom weiter und promovierte. Zurück in Detroit unterrichtete er Theologie. 1980 wurde er zum Bischof der Diözese Saginaw in Michigan geweiht. – 6 Monate später verkaufte er den Bischofsitz und begann, für Wochen oder Monate, in den Pfarreien seiner Diözese zu wohnen. „Die meisten der Jungs sind allein in einem großen Haus, sie mögen Gesellschaft und es gibt immer genug Platz. Sie zeigen mir, wo der Kühlschrank steht und dann kann’s losgehen.“

Sein Auto wurde sein Büro. Es enthielt Telefon, Taschen, Akten, Koffer, Bibel, Rasierapparat und seinen Hirtenstab (den er sich für 12 Dollar angeschafft hatte; zum einfacheren Transport wurde dieser in 3 Teilen geliefert*).

Als es einmal Proteste gab, dass Spenden für die Armen an „unwürdige“ Arme gingen, sagte Bischof Untener: „Helft ihnen trotzdem. Wenn man erst damit anfängt zu unterscheiden, welche armen Menschen Hilfe verdienen und welche nicht, dann ist man am Ende. Zumindest solange man nach dem Evangelium handeln möchte.“

*Persönlicher Kommentar: si non e vero e ben trovato

Quelle und der ausführliche Artikel von Robert McClory für den National Catholic Reporter (englisch):
http://ncronline.org/NCR_Online/archive ... 40904m.php

Interview mit Bischof Untener:
http://www.uscatholic.org/1999/09/untener.htm
Zuletzt geändert von Petra am Mittwoch 6. September 2006, 22:51, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Stefan » Dienstag 22. Februar 2005, 22:21

Pater Perne - der singende Pater

Heinz Perne SAC wurde am 8. November 1930 in Oberhausen im Ruhrgebiet geboren. Durch die Evakuierung 1943 fand er in Nentershausen im Westerwald eine neue Heimat. Nach dem Besuch der Volksschule begann er eine Malerlehre. Seit 1946 besuchte er ein Gymnasium; nach dem Abitur 1952 schloss er sich den Limburger Pallottinern an und studierte Philosophie und Theologie. Er arbeitete im Anschluss an die Priesterweihe 1958 einige Jahre als Religionslehrer, dann in der Jugend- und Erwachsenenbildung sowie als Redakteur der Zeitschrift "Das Zeichen" und Mitherausgeber der Bildtexthefte im Lahn-Verlag in Limburg. Mit seinen religiösen Chansons und Neuen geistlichen Liedern wurde Pater Perne durch seine Konzertreisen und durch Rundfunk und Fernsehen weltweit bekannt.

Quelle: www.wikipedia.de

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Beitrag von Petra » Mittwoch 23. Februar 2005, 21:36

Paul Rusesabagina – der Manager und der Völkermord

Foto: http://www.uwec.edu/newsreleases/05/oct ... bagina.jpg

Zwischen April und Juli 1994 starben mehr als eine Million Menschen während des 100 Tage dauernden Genozids an den Tutsis in Ruanda. Paul Rusesabagina gelang es über 1200 Menschen zu retten. Der Manager leitete das Hotel einer belgischen Kette und erreichte, dass die Leute, die dort wohnten und die er hinbringen ließ, von den Milizen verschont blieben.

Paul Rusesabagina wurde 1954 in Ruanda geboren, studierte Theologie in Kamerun und Hotelführung in Kenia. Er ist Hutu und hat eine Tutsi geheiratet, sie haben 4 Kinder.1993 wurde er Direktor des Diplomate Hotels in Kigali (Hauptstadt von Ruanda). Während des Genozids bekam er von der belgischen Hotelkettenleitung die Anweisung in das Hotel Mille Collines zu gehen, in dem er jahrelang als stellvertretender Direktor gearbeitet hatte. Im Juli 1994 nahmen Tutsi-Truppen die Hauptstadt Kigali ein und das Hotel konnte evakuiert werden. Paul Rusesabagina ging mit seiner Familie nach Belgien.

Hintergrund:
>> 1993 unterschrieb Präsident Habyarimana, ein Hutu, ein Friedensabkommen mit den Tutsi der Rwanda Patriotic Front. Die UN flogen Soldaten ein, um die Umsetzung zu überwachen. Am 6. April 1994 wurde der Präsident durch einen Anschlag getötet. Der Massenmord an Tutsi und gemäßigten Hutu begann. Am 21. April beschlossen die UN den Großteil der Truppen abzuziehen. Erst als im Juli die Tutsi-Truppen der Patriotic Front von Uganda aus angriffen und Kigali einnahmen, wurde das Töten beendet.<<

Quellen:

http://www.zeit.de/2005/07/Titel_2fInterview_Ruanda
http://www.ncc.edu/collegerel/news/04_05/042705.html
http://www.rwanda.net/english/whoswho/r ... bagina.htm
Ausführliches Dokument zu Ruanda mit Martyrologium:
http://www.fides.org/deu/approfondire/2 ... ruanda.doc
Zuletzt geändert von Petra am Mittwoch 6. September 2006, 22:53, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Stefan » Freitag 25. Februar 2005, 10:54

Karol Józef Wojtyła

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Karol Wojtyła wurde am 18. Mai 1920 in der Kleinstadt Wadowice als Sohn eines ehemaligen k.u.k. Offiziers geboren. Er schrieb sich 1938 zum Studium der Philosophie und Literatur in der Jagiellonischen Universität in Krakau ein. Wadowice und Krakau, zwei Orte, die bis zur deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg sehr stark durch die jüdische Kultur mit beeinflusst waren, waren prägend für sein sehr positives Verhältnis zum Judentum. Wojtyłas Interessen waren schon in jener Zeit breit gefächert; groß war sein Engagement im rhapsodischen Theater. Während der deutschen Okkupation führte er seine Studien fort, wurde aber für schwere Arbeit in einem Steinbruch sowie in einer Chemiefabrik zwangsverpflichtet. 1942 verspürte er den Ruf Gottes zum Priestertum und trat dem Untergrundseminar der Erzdiözese Krakau bei.

Am 1. November 1946 wurde er zum Priester geweiht und promovierte in den folgenden zwei Jahren auf Anweisung Kardinal Sapiehas in Rom über die Theologie und Mystik des heiligen Johannes vom Kreuz. Nach Abschluss des Doktorats war er in der Studentenkirche St. Florian tätig, wo er schon bald für seine Predigten bekannt war. Seine unkonventionelle Art machten ihn schon bald zu einem beliebten Ansprechpartner unter den katholischen Studenten. In den folgenden Jahren vertiefte er seine philosophischen und ethischen Studien und bekam 1954 einen Lehrauftrag an der Universität von Lublin. Am 28. September 1958 wurde er Weihbischof von Krakau. Wojtyła nahm aktiv am Vatikanum teil; sein Hauptaugenmerk lag dabei auf der Religionsfreiheit (Dignitatis humanae) und einer zeitgemäßen Verkündigung der kirchlichen Lehre (Gaudium et Spes). 1964 folgte er Kardinal Sapieha im Amt des Erzbischofs von Krakau. Sein Episkopat in Krakau ist vor allem durch eine "sanfte" Konfrontation mit dem kommunistischen Regime Polens geprägt. Sein Beharren auf dem Bau einer Kirche in der neu gegründeten Arbeiterstadt Nowa Huta und seine Predigten, in denen er oft die freie Ausübung der Religion für alle Polen forderte, zeigte ihn als unerschrockenen Antikommunisten.

Die Kardinalswürde erhielt er am 26. Juni 1967. Am 16. Oktober 1978 wurde er beim Konklave in der Sixtinischen Kapelle als Nachfolger des am 28. September 1978 verstorbenen Johannes Paul I. (it.: Giovanni Paolo, polnisch: Jan Paweł) zum Papst gewählt. Damit ist er der erste nichtitalienische Papst seit dem Niederländer Hadrian VI. († 1523). In den ersten Jahren seines Pontifikats standen das Beharren auf der Religionsfreiheit und eine damit verbundene Konfrontation mit den kommunistischen Regimes Osteuropas im Vordergrund. Die polnische Parteiführung konnte eine Pastoralreise in die Heimat aufgrund der Popularität des Krakauers nicht verhindern. Weitere Reisen in den Jahren 1979 und 1980 führten ihn nach Mexiko, Zentralafrika und Ostasien. Auch seine Bischofsernennungen sorgten für Aufsehen. So brachte die Ernennung des jüdischen Konvertiten Jean-Marie Lustiger zum Erzbischof von Paris die recht eingeschlafene französische Hierarchie durcheinander und läutete eine neue Epoche im seit der französischen Revolution zerstrittenen Katholizismus Frankreichs ein. Auch anderswo in Europa sorgten in der Ortskirche umstrittene Bischofsernennungen, beispielsweise diejenige von Wolfgang Haas in Chur und später in Liechtenstein, Joachim Meisner in Köln, Hans Hermann Groër in Wien, Kurt Krenn in St. Pölten für Konflikte.

Am 13. Mai 1981 verübte der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Agca auf dem Petersplatz in Rom ein Attentat auf Johannes Paul II. Dieser wurde dabei durch drei Kugeln schwer verletzt. Die Hintermänner wurden schon bald beim sowjetischen Geheimdienst KGB vermutet. Aufsehen erregte der Papst, als er den Attentäter, dem er schon auf dem Krankenbett vergeben hatte, nach der Genesung im Gefängnis besuchte. Da der Tag des Attentats auf den Tag fiel, an dem sich in Fátima die erste Marienerscheinung ereignet hatte, schrieb Johannes Paul II. seine Rettung der Gottesmutter zu und bedankte sich mit einer Wallfahrt in den portugiesischen Wallfahrtsort.

Papst Johannes Paul II. hat in seiner Amtszeit bereits 473 Heiligsprechungen vorgenommen. Die Zahl aller von seinen Vorgängern in den letzten 400 Jahren insgesamt heiliggesprochenen Personen ist nur etwa halb so hoch. Er sprach auch die italienische Kinderärztin Gianna Beretta Molla als eine von wenigen verheirateten Frauen heilig - sie gilt als Vorbild der Abtreibungsgegner.

Seit mehreren Jahren leidet Papst Johannes Paul II. an der Parkinson-Krankheit. Er ist inzwischen nach Pius IX. der am längsten regierende Papst in der Geschichte.

Am 24. März 2004 erhielt Johannes Paul II. den international bedeutenden Karlspreis der Stadt Aachen.

Johannes Paul II. ist Ehrenmitglied des FC Schalke 04 - eines in seiner Geschichte stark von polnischen beziehungsweise polnischsprachigen Einwanderern geprägten Vereins im Bistum Essen.

Quelle: www.wikipedia.de

Petra
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Beitrag von Petra » Sonntag 27. Februar 2005, 15:50

Giuseppe Puglisi – Pfarrer in Palermo

Foto: http://www.greco-catolic.ro/media/stiri ... uglisi.jpg


Am 15.9.1993 wurde Giuseppe („Pino“) Puglisi 56 Jahre alt. Der Pfarrer von San Gaetano im ärmlichen Stadtteil Brancaccio in Palermo (Sizilien) verbrachte den Tag mit Gemeindeverpflichtungen, zwei Hochzeiten, eine Konferenz, Taufgespräche und schließlich eine kleine Geburtstagsfeier mit Freunden. Als er um 20.20 Uhr vor seinem Haus aus dem Auto stieg, wurde er erschossen. Vier Jahre später wurde der Mörder, ein kleiner Mafioso, verhaftet. Er berichtete der Polizei, als Pfarrer Puglisi ihn kommen sah, sagte er: „Ich habe dich erwartet.“

Guiseppe Puglisis Vater war Schuhmacher, seine Mutter Näherin. Nach der Priesterweihe arbeitete er in Gemeinden, u.a. in einer Landgemeinde, deren Menschen in eine blutige Vendetta verstrickt waren. Er unterrichtete Religion an einem Gymnasium in Palermo. Als er 1990 Pfarrer von San Gaetano wurde, besuchten nur 115 Personen die Messen, bei einer theoretischen Gemeindegröße von 8000 Katholiken.

Jahrelang war P. Puglisi ein bekannter Gegner der Mafia. Er organisierte Gemeindegruppen, um ihren Einfluß zurückzudrängen, er unterstütze andere, die sie bekämpften, er nahm von ihnen kein Geld für kirchliche Feste an, und erlaubte keinem der „ehrenwerten Gesellschaft“ an der Spitze bei Prozessionen zu laufen.

Für P. Puglisi war das organisierte Verbrechen Gift. Er schrieb: sie verkaufen nicht nur Drogen, sind Hehler und mischen bei Wirtschaft und Politik mit, sondern sie schaffen ein geistiges Klima, das das zivile und soziale Leben in Sizilien untergräbt. Die Menschen hätten zu den politischen Strukturen der Stadt und der Region nur noch eine zynische Einstellung und Apathie griff seit Generationen um sich.

P. Puglisi kümmerte sich besonders um Kinder und Jugendliche, um ihnen zu zeigen wie das System der Versuchung und Einschüchterung funktioniert. Ein System, das er für zutiefst heidnisch und anti-christlich hielt.

1999 wurde der Seligsprechungsprozeß eingeleitet.

Quellen: (englisch)
http://www.findarticles.com/p/articles/ ... i_93492652
http://www.catholic.net/rcc/Periodicals ... watch.html

Weitere Links:
http://www.nationalcatholicreporter.org ... rd0906.htm
http://www.centropadrenostro.it/chisiam ... mo_ger.htm
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Stefan
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Beitrag von Stefan » Dienstag 1. März 2005, 17:11

Dr. Carl Klinkhammer

Bild

Dr. Carl Klinkhammer wurde am 22. Januar 1903 in Aachen geboren, wo er 1923 das Abitur ablegte. Nach dem Studium in Innsbruck und Bonn wurde er 1929 im Kölner Dom zum Priester geweiht. Als Kaplan wirkte er in Opladen und Essen-Altenessen. Am 21. April 1933 wurde er aus der Kirche heraus wegen einer früheren Predigt verhaftet. Weitere Verhaftungen folgten. Nach mehreren Stellen im Erzbistum Köln war er bei der Christkönigsgesellschaft in Meitingen bei Augsburg und im Bistum Speyer tätig.

1941 bekam er den Einberufungsbefehl, der ihn als Sanitätssoldat nach Russland führte. Nach dem Rückzug über die Ostsee geriet er in Schleswig-Holstein in englische Gefangenschaft, aus der er Anfang 1946 entlassen wurde. Kurze Zeit war er Kaplan am Bonner Münster, von 1947 bis 1991 Pfarrer der Düsseldorfer Bunkerkirche St. Sakrament. Über diese Zeit sagte er: „Ich bin nirgendwo in meinem Leben so glücklich gewesen.“ Am 8. Januar 1997 starb er in Düsseldorf.

Zunächst als „dat Kaplönchen“ nicht ganz ernst genommen, setzte sich Klinkhammer in Altenessen mit der Situation der Arbeiter auseinander und war bald als Ruhrkaplan bekannt. Schon am 1. Mai 1932 warnte er sowohl vor dem Nationalsozialismus als auch vor dem Kommunismus: „Das Christuskreuz muss an Stelle des Hakenkreuzes und der Bethlehemstern an Stelle des Sowjetsterns stehen“, formulierte er eindeutig. Auch bei Kundgebungen der katholischen Zentrumspartei, bei kirchlichen Veranstaltungen und in Zeitungsbeiträgen hielt er sich nicht zurück. Im April 1933 titulierten ihn die Nazis als „feurigen Redner“. Im selben Monat nahmen sie ihn als ersten katholischen Geistlichen in „Schutzhaft“.
Nachdem der Essener Stadtdechant der Polizei versprochen hatte, jede öffentliche Betätigung Klinkhammers zu verbieten, wurde der Kaplan freigelassen. Bei einem Urlaub in Köln wurde er Ende April 1933 wieder verhaftet. 1937 und 1938 musste er „wegen Kanzelmissbrauchs“ ins Gefängnis.
Gerichtsverfahren wegen eines umstrittenen Films
Nach dem Zweiten Weltkrieg legte sich Klinkhammer wieder mit dem Zeitgeist an. Er protestierte 1951 vehement gegen den Film „Die Sünderin“ – allerdings weniger wegen des Nackedeis Hildegard Knef als vielmehr wegen der Verherrlichung von Euthanasie und Selbstmord. In Rheinland-Pfalz wurde der Film verboten. In Nordrhein-Westfalen führte der lautstarke Protest, bei dem auch Stinkbomben geworfen wurden, zu einem Prozess gegen Klinkhammer und sechs weitere Demonstranten. Das Landgericht Düsseldorf sprach sie frei. Der Bundesgerichtshof hob den Freispruch auf und verwies den Fall zurück nach Düsseldorf, wo das Verfahren eingestellt wurde.
Bruno Kammann, der Klinkhammer bei einer Anti-„Sünderin“-Demonstration kennen gelernt hatte, verweist in seiner Biografie auf eine eher unbekannte Seite des kämpferischen Pfarrers. Klinkhammer sei ein „Ökumeniker, der, aufgerufen und begünstigt durch das Zweite Vatikanische Konzil, das Gespräch mit der evangelischen und orthodoxen Kirche energisch vorantrieb und als ,Vater der Ökumene’ einen Ehrenplatz in Düsseldorf beanspruchen darf“.

Quelle: http://www.die-tagespost.de/Archiv/tite ... sp?ID=2727
http://www.bunkerkirche.de

Petra
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Beitrag von Petra » Mittwoch 2. März 2005, 13:47

Fratel Cosimo und die Heilungen in Kalabrien

Foto: http://www.telecom.at/solaris/weg/cosimo.htm

>>Fratel Cosimo war früher ein einfacher und ungebildeter Schafhirte im äußersten Süden Italiens. Ungewohnt häufig und teils auf aufsehenerregend sind bei diesem Heiler die Heilungen, die Jesus durch ihn wirkt.

Fratel Cosimo wurde am 27.1.1950 in einem kleinen Ort namens Placanica geboren. Wie jedes andere Kind besuchte er die Grundschule. Jedoch zog er schon bald das Gebet den täglichen Vergnügungen mit seinen Kameraden vor. In seiner Freizeit hütete er die Schafe. Dies auch, als ihm am 11. Mai 1967 erstmals Maria, die Mutter Jesu erscheint und ihn bittet, sein Leben für die Bekehrung der Sünder in der Welt ihrem Sohn Jesus aufzuopfern. Auf Fürbitte der Muttergottes erklärte ihm Jesus während einer Erscheinung, dass seine Sendung begleitet werde durch Zeichen, so wie es im Markus-Evangelium geschrieben stehe.

Seitdem führt er als Franziskaner-Tertiär ein Eremitendasein, in strengem Fasten und im Gebet. Madonna dello Scoglio ist zur Pilgerstätte von Menschen geworden, die im Gebet mit Fratel Cosimo Heilung suchen. Er selbst bezeichnet sich als "nicht besonderes, ... ein einfaches Werkzeug in Gottes Hand".

Niemand beneidet jedoch Fratel Cosimo wegen seiner vielen Charismen wirklich, da er auch die Passion Christi nacherlebt und somit auch sicher große Schmerzen erdulden muss. Paralellen zu dem vor kurzem selig gesprochenen Pater Pio aus Italien drängen sich hier auf.

Zweimal wöchentlich finden Heilungsgottesdienste statt. Mittwochs und Samstags. Diese dauern für gewöhnlich mehrere Stunden. Danach melden sich alle zu Wort, denen in auffälliger Weise und sofort geholfen wurde.

Ganz wichtig ist auch hier der Glaube derjenigen, der geheilt werden möchten. Es ist somit keine mechanische Heilung, sondern es setzt der Glauben und die Macht und die Heilkraft des Wortes Jesu voraus. Ganz selten passieren jedoch auch Heilungen ohne dass der Betreffende einen besonderen Glauben mitbringt. <<

Quelle:http://www.telecom.at/solaris/weg/cosimo.htm

>>Auffallend und äußerst wichtig ist, dass die Kirche derartige Ereignisse mit einer ungeheuren Akribie und Sorgfalt untersucht. So werden z. B. bei "Erscheinungen" die verschiedensten (auch nicht-religiösen) Wissenschaftler zur Untersuchung beigezogen. Ein endgültiges Urteil fällt die Kirche aber meist erst, nachdem die "Erscheinungen" endgültig beendet sind. Und dann kann es noch Jahre dauern. Auf jeden Fall kann es sich die "offizielle" Kirche nicht leisten, in diesen Dingen ungeprüfte Informationen an Ihre Gläubigen weiterzugeben, weshalb Sie bis zu Ihrem Urteil äußerst vorsichtig ist. Zumal kommt es somit auch vor, dass eine Angelegenheit zwar echt ist, aber als solche nicht erkannt wird und somit auch nicht an die Öffentlichkeit gelangt.<<
Quelle:http://www.medizin-ethik.ch/publik/zeugnis_cosimo.htm


Das Bayern 3 Fernsehen wiederholt immer mal wieder einen Film von Gino Cadeggianini über Fratel Cosimo in der Reihe „Stationen“ (Sendeplatz der Reihe: mittwochs 19.30Uhr und sonntags 10.15Uhr)


weitere Links: http://www.christ.at/geheilt/christlicheheiler.htm

http://www.vatican.va/roman_curia/congr ... ne_ge.html
(Instruktionen über die Gebete um Heilung durch Gott)
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Petra
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Beitrag von Petra » Mittwoch 2. März 2005, 20:44

Esther de Waal – Benediktinische Spiritualität für den Alltag

Foto: http://www.ocbooks.co.nz/dewaal.jpg

>>Ich war ein Opfer meiner religiösen Erziehung, die mir sagte, was Gott wirklich von mir wollte, nämlich viele Gebete zu sprechen. Ich hatte die Idee, je umfangreicher und unbequemer diese waren, und je mehr ich dabei litt, um so gottgefälliger war es. Schließlich beschloß ich länger und umständlicher als meine jüngere Schwester zu beten. Zur Kirche gehen, religiöse Literatur lesen, während der Fastenzeit keinen Zucker essen, mein Erspartes der Mission geben, das war es, was Gott wohl erwartete.

Bei meiner religiösen Erziehung kam kein Gedanke auf, dass es Gott gefallen würde, wenn ich meiner Mutter beim Abwasch helfe. Dass für Gott Sachen überhaupt von Bedeutung sind. Kein Gedanke, dass die Erde ein wesentlicher Teil von Gottes Welt ist; kein Sinn dafür, dass die Schöpfung wichtig ist und Gott ein Teil des Normalen und Alltäglichen.

Während ich aufwuchs, war ich mir der verschiedenen Gruppen in der Kirche sehr bewusst. Mir war ganz klar, wo ich stand. Ich war evangelikale Anglikanerin. Baptisten und Presbyterianer waren furchteinflößend, Anglo-Katholiken höchst verdächtigt; Römische Katholiken indiskutabel.<<

Esther de Waal wurde als Tochter eines angelikanischen Landpfarrers an der walisischen Grenze geboren. Sie studierte in Cambridge Geschichte, heiratete und ist Mutter von 4 Söhnen. Während ihr Mann Dekan der Kathedrale von Canterbury war, lebte die Familie in einem Haus, das im Mittelalter das Haus des Priors des benediktinischen Klosters gewesen war. Sie interessierte sich dafür, um was für eine Gemeinschaft es sich dabei handelt und las die Ordensregel des Heiligen Benedikts.

>>Das Buch sprach zu mir über das, womit ich in meinem eigenen Leben zurechtkommen musste: wie hält man eine Familie zusammen, denn eine Familie und ein Gemeinschaft haben so viel gemeinsam; wie kommt man mit den alltäglichen Angelegenheiten zurecht und macht daraus einen Weg zu Gott; wie hält man die Tür gastfreundlich offen und empfängt Gäste herzlich, ohne sich selbst durch die ständigen Anforderungen der Menschen zu verausgaben. Und wie findet man in all dem Zeit und Raum für Gebet, wenn man ein normales, praktischen Alltagsleben führt.<<

Esther de Waal fand die Antworten, hält dazu Seminare und schreibt Bücher, die in der englischsprachigen Welt hohe Auflagen haben. Auf Deutsch ist bisher nur Gottsuchen im Alltag erschienen.

Quelle (englisch):
http://celticpilgrimage.org/spirituality.htm
Artikel von Esther de Waal:
http://www.osb.org/acad/dewaal1.html(Benedektinische Spiritualität heute, in englisch)
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Petra
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Beitrag von Petra » Mittwoch 2. März 2005, 20:48

Rosi Gollmann – für eine Handvoll Reis

Foto: http://www.andheri-hilfe.de/images/fotos/gollmann_k.jpg

>>Rosi Gollmann wurde am 9. Juni 1927 als jüngstes von drei Kindern geboren. Als Kind erlebte sie in ihrem bürgerlichen, christlich geprägten Elternhaus die ideologische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Ihre Jugend war geprägt vom Krieg. Da liegt wohl die tiefste Wurzel für die Entscheidung der Achtzehnjährigen, auf Ehe und Familie zu verzichten, um sich ganz sozialen Aufgaben zu widmen.

Sie studierte Theologie, und als Religionslehrerin in Bonner und Kölner Berufs- und Berufsfachschulen war für sie die christliche Religion und ihre Verkündung immer eine Sache der Tat: Neben ihrem intensiven Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern galten ihre Zeit und Kraft alten und alleinstehenden Menschen, vernachlässigten Kindern und jugendlichen Strafgefangenen ... bis zu jenem Tag im Jahre 1959, als eine von Rosi Gollmann "sozial infizierte" Schülerin ihr den Artikel aus einer deutschen Illustrierte vorlegte. Die dort beschriebene Not indischer Findelkinder in einem Waisenhaus in Andheri bei Bombay ließen ihr keine Ruhe. Sie führte mit ihren Klassen Päckchen- und Paketaktionen durch. Und ihre erste Reise dorthin im Jahre 1961 gab ihrem Leben die totale Wende (es folgten viele weitere Indienreisen; die genaue Zahl weiß sie selbst nicht): Sie machte auf Not dort und Verantwortlichkeit hier aufmerksam, sammelte Gelder und scharte Gleichgesinnte um sich. So kam es 1967 zur Gründung der Andheri-Hilfe e. V.. Hauptziel war zu Anfang die Sicherung der täglichen Handvoll Reis für die etwa 800 Kinder in diesem St. Catherine's Home zu Andheri.

Heute sind es fast 500 Projekte, die von der Andheri-Hilfe Bonn e.V. gefördert werden. Ziel ist nie die Vergabe von Almosen, sondern es geht immer um Hilfe zur Selbsthilfe durch intensive Einbindung der Betroffenen selbst: in Form von Bewusstseinsbildung, durch Motivation und Organisation auf dem Weg zur eigenen nachhaltigen Entwicklung.<<

Quelle und ganzer Artikel:http://www.andheri-hilfe.org/gollmannvita.htm
Homepage der Andheri-Hilfe:http://www.andheri-hilfe.de/
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Petra
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Beitrag von Petra » Sonntag 6. März 2005, 18:41

Franklyn Nubuasah, Bischof in Botswana

Foto: http://www.svdbotswana.com/images/nubuasah.gif

>>Als Bischofs Nubuasahs Haushälterin an AIDS erkrankte, übernahm er es, sich in seinem Haus um sie zu kümmern. Er verabreichte ihr Medikamente, fütterte sie und hielt sie, als sie so dünn geworden war, dass sie nicht länger laufen konnte.

Bischof Nubuasah kennt die verheerende Folgen des Virus, in einem Land in dem 36 % der erwachsenen Bevölkerung mit HIV infiziert sind. Die Sorge um diese Menschen ist ein großer Teil seiner täglichen Arbeit.

Das Vikariat von Francistown hat 20.000 Katholiken, einschließlich vieler Waisen, die ihre Eltern durch AIDS verloren habe. Botswana hat insgesamt 1, 7 Millionen Einwohner, darunter 68.000 AIDS-Waisen. Das Land hat zur Zeit die höchste AIDS-Rate der Welt. (Botswana liegt nördlich von Südafrika und ist etwa so groß wie Frankreich. Die Hälfte der Bevölkerung sind Christen.)

Bischof Nubuasah erzählt von einem Kirchenbesuch und den Mahlzeiten für Bedürftige. „Ich hielt an einem Tisch mit 4 Mädchen, die ihren ganzen Reis gegessen, aber das Hühnerfleisch liegen gelassen hatten. Als ich nachftragte, sagten sie, sie heben es für das Abendessen auf. Die 4 Mädchen hatten ihre Eltern durch AIDS verloren und zwei von ihnen hatten das HIV-Virus. Diese Mädchen haben keinerlei Zufluchtsmöglichkeiten, und ihre Familienangehörigen sterben weg.“ Er sagte, dass viele Waisen ohne akzeptable Erziehung durch Erwachsene aufwachsen und manchmal zu Kriminellen werden, wenn sie älter sind.<<

Franklyn Nubuasah wurde 1949 in Ghana geboren, trat dem Orden der Steyler Missionare bei und erhielt 1980 die Priesterweihe. Ein Jahr später kam er nach Botswana und musste erst die Sprache Setswana lernen. Bis 1989 arbeitete dort für die Evangelisation. Nach weiteren 9 Jahren in Ghana wurde er 1998 zum Bischof von Francistown geweiht.

Quellen: http://www.catholicnews.com/data/storie ... 406286.htm

http://www.svdbotswana.com/Auf der Startseite links bei „People“ auf „Botswana“ klicken. Neben dem Kurzportrait von Bischof Nubuasah kann man auf „Bishop about himself“ klicken, dort erzählt er über seinen Glaubensweg (englisch).
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Petra
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Beitrag von Petra » Dienstag 8. März 2005, 22:53

Schwester Dorothy Stang - Chronik eines angekündigten Mordes

Foto: http://dorothy-stang-news.newslib.com/img/logo/2940.jpg

Dorothy Stang wurde 1931 in Dayton, Ohio, als eines von neun Geschwistern geboren. Mit 17 trat sie in den Orden der Schwestern unserer Lieben Frau ein und ging 1966 nach Brasilien. Seit Anfang der Achtziger lebte sie im Norden Brasiliens und half Bauern. Der Bundesstaat Para verlieh ihr 2004 die Ehrung „Frau des Jahres“.

>>Bis zu ihrer letzten Sekunde war Dorothy Stang davon überzeugt, daß die Antwort auf Gewalt nur Gewaltlosigkeit sein kann. Ihren Mördern las sie mitten in der Amazonasnacht auf einem abgelegenen Urwaldpfad Passagen aus der Bibel vor - in der Hoffnung, die beiden Pistoleiros doch noch von ihrem mit ein paar Reals bezahlten Auftrag abzubringen. Dann zerrissen neun Revolverschüsse die Stille. Nur der erste Schuß traf das Opfer in den Kopf.

Dorothy Stang schrieb die Chronik ihres angekündigten Todes selbst. Keine Woche zuvor hatte sie bei einem Treffen mit Brasiliens Minister für Menschenrechte vor laufenden Kameras mehrfach darauf hingewiesen, daß sie und eine Reihe anderer Umwelt- und Sozialaktivisten auf der Liste von Killern stünden und möglicherweise nicht mehr lange zu leben hätten.<<

Schwester Dorothy Stang starb am 12. Februar 2005.

(Artikel von Stefanie Bolzen "Tod einer Missionarin", stark gekürzt. Siehe erster Link.)

Quelle und ganzer Artikel: http://www.welt.de/data/2005/02/19/508121.html?prx=1

Noch'n Link http://www.adveniat.de/aktuelles/aktuelles_05.htm?0101
Zuletzt geändert von Petra am Sonntag 10. September 2006, 21:16, insgesamt 2-mal geändert.

Stefan
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Beitrag von Stefan » Donnerstag 10. März 2005, 20:34

Lubomyr Husar

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Lubomyr Husar, Großerzbischof und Kardinal (2001-heute). Geboren in Lemberg am 26. Februar 1933, emigrierte mit seiner Familie 1944 und gelangte schließlich in die Vereinigten Staaten, wo er 1958 zum Priester geweiht wurde. Im Jahre 1972 ging er nach Rom und trat in den Studitenorden ein. Kardinal Slipiy konsekrierte ihn 1977 zum Bischof für die Ukrainische Kirche.

Husar lebte im Studitenkloster in Grottaferrata bei Rom, bis er 1992 in die Ukraine zurückkehrte. Am 17. Oktober 1996 wurde er zum Auxiliarbischof für Kardinal Lubachivsky ernannt. Nach Lubachivskys Tod wählte ihn die Bischofssynode zum neuen Großerzbischof. Am 28. Januar 2001 wurde er inthronisiert; am selben Tag wurde bekannt, daß Papst Johannes Paul II. ihn zum Kardinal ernannt hatte.

Am 23. Februar 2001, einen Tag nachdem er in Rom den Kardinalsring erhalten hatte, erschien in der New York Times ein Artikel über Kardinal Husar, in dem er über die Rolle der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche im Verhältnis zwischen Rom und der östlichen Orthodoxie sprach. Dies ist ein immer wiederkehrendes Thema für ihn: es folgt eine Rede, die er früher an der Lemberger Theologischen Akademie zu diesem Thema gehalten hat.


Keine Brücke, aber ein Mittler

Aus der Rede von Bischof Lubomyr Husar anläßlich der Inauguration von Vater Borys Gudziak als Rektor der Lemberger Theologischen Akademie am 14. Septemberg 2000.

Es wird oft gesagt, wir Byzantinischen Katholiken sollten eine Brücke zwischen Ost und West, zwischen der byzantinisch-slawischen und der lateinischen Kultur, zwischen der Orthodoxen und der Katholischen Kirche sein. Eine Brücke verbindet zwei Ufer, aber sie hat kein eigenes Wesen, keine eigene Existenz. In sich selbst, um genau zu sein, ist eine Brücke nur eine Brücke, aber sie ist niemals fester Grund; auf gewisse Weise ist es so, als wenn eine Brücke nichts wäre. Daher glaube ich, dass eine Bezeichnung der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche als Brücke nicht ausreichend ist.

Ich sehe unsere Kirche als Mittler. Ein Mittler hat seine eigene Identität. Ein Mittler ist jemand oder etwas; er ist auf beiden Seiten präsent. Das ist eine sehr wichtige Position. Denn der Mittler verbindet nicht nur, sondern er kann auch auf seine eigene Art des Lebens verweisen.

Wir stehen an der Grenze zweier großer christlicher Kulturen: der byzantinisch-slawischen und der lateinischen Kultur. Durch die Umstände und die historische Entwicklung haben wir an beiden Anteil: wir haben distinkte Elemente der byzantinisch-slawischen Kultur – sie ist primär und grundsätzlich für uns – , aber wir besitzen auch definitive Charakteristika der westlichen, lateinischen Kultur. Wir müssen zugeben, dass diese zwei großen Kulturen, mit denen wir verbunden sind, praktisch gar nichts voneinander wissen: weder kennt noch versteht der Westen den Osten und umgekehrt.

Vor diesem Hintergrund könnte unsere Kirche diesen beiden Kulturen helfen, einander zu verstehen, wenn sie sich dies als Ziel setzen und entsprechende Anstrengungen unternehmen würde. Ich glaube, hier liegt unsere große Stärke und auch unsere große Aufgabe.


Quelle: Religiöser Informationsdienst der Ukraine

Petra
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Beitrag von Petra » Samstag 12. März 2005, 18:12

Pater Thierry de Roucy und Heart’s Home

Foto: http://www.puntoscorazon.org.ar/FOTOS/pere_thierry.jpg

Mit 18 Jahren trat Thierry de Roucy 1975 der Gemeinschaft Diener Jesu und Mariens in Ourscamp (Frankreich) bei.1983 wurde er zum Priester geweiht und 1988 Obergeneral der Gemeinschaft. 1990 erhielt er im Gebet die Anregung „ein Werk des Mitleids und des Trostes“ zu gründen. Er setzte dies mit Pointscoeur um (engl.: Heart’s Home, übersetzt etwa “Orte des Herzen”).

Bei Heart’s Home leben Jugendliche ein bis zwei Jahre an Orten, „wo Kinder geistige, emotionale und psychologische Unterstützung, in einem Wort, der mütterlichen Unterstützung bedürfen.“

>>Pater de Roucy: Ein Heart´s Home ist ein kleines Haus, in dem eine Gemeinschaft von „Freunden der Kinder“ lebt. In jedem Haus gibt es eine kleine Kapelle mit dem Allerheiligsten Sakrament. Sogar an Orten, wo es nicht üblich ist, die jungen Katholiken mit der realen Gegenwart des Herrn zu betrauen, hat der Bischof uns immer die Erlaubnis gegeben.

Der Morgen gehört besonders der Gemeinschaft, die in dem Haus lebt – einkaufen, Essen vorbereiten, Wäsche waschen – Gebet und Studium. Am Nachmittag gehen die Jugendlichen in die Nachbarschaft, um Leute zu treffen; andere bleiben im Haus, um die zu empfangen, die in das Heart´s House kommen.
Eines der wichtigsten Prinzipien von Heart's Home ist der Satz des Heiligen Vinzenz von Paul: „Die Armen sind unsere Lehrer.“

Seit der Gründung der Vereinigung haben sich etwa 1000 junge Leute zu diesem Dienst verpflichtet. Ungefähr die Hälfte von ihnen kommt aus Frankreich, der Rest aus mehr als 20 verschiedenen Ländern Europas, aber auch aus Lateinamerika und Asien.<<

Heart’s Homes gibt es in Libanon, Senegal, Syrien, Indien, Kazachstan, Thailand, Philippinen, USA, in 8 Ländern Lateinamerikas und 3 Europas.


Quelle und das ganze Interview bei zenit.org vom 12.5.2004 - Zitationsrecht wurde von Zenit.org erteilt.

(Die englische Version bei http://www.catholic.org/featured/headline.php?ID=948
und http://www.catholic.org/featured/headline.php?ID=957)

Weitere Quelle:http://www.pointscoeur.org/presentation/

Infos in englisch:http://www.heartshomeusa.org/
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Petra
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Beitrag von Petra » Sonntag 13. März 2005, 22:32

Schwester Helen Prejean und die Todesstrafe

Foto: http://www.prisonpotpourri.com/DeathPen ... alking.jpg

>>Helen Prejean lebt und arbeitet seit ihrer Geburt in Baton Rouge, Louisiana. Sie wuchs in den 40er und 50er Jahren in einer liebevollen und behüteten Umgebung auf. Nachdem sie sich den Schwestern des Hl. Josef angeschlossen hatte, so Schwester Helen, habe sie noch viele Jahre gebraucht, um zu realisieren, dass soziale Gerechtigkeit und Engagement für die Armen Grundlagen des Evangeliums seien. 1981 begannen die St. Josefs-Schwestern unter den Ärmsten der Armen zu leben. Sie betreuten das St. Thomas Wohnprojekt in New Orleans. Schwester Helen wurde dort gefragt, ob sie nicht einem Gefangenen in Louisianas Todesabteilung – hier sind die meisten Todeskandidaten der amerikanischen Gefängnisse untergebracht – Briefe schreiben könnte.

So begann die geistige Wallfahrt, die Helen Prejean von einer bescheidenen Frau zu einer Persönlichkeit mit enormer moralischer Autorität werden ließ, die lauteste Stimme gegen die Todesstrafe in Amerika.

Schwester Helen hat ihre Erfahrungen, die sie als Betreuerin und Brieffreundin von Gefangenen der Todesabteilung machte, in ihrem Buch „Dead Man Walking“ festgehalten. Das Buch wurde 1994 für den Pulitzer Preis vorgeschlagen und stand viele Wochen lang auf der Bestseller-Liste der New York Times. Millionen haben auch den Film „Dead Man Walking“ gesehen, der auf dem Buch basiert.<<

Die Todesstrafe wird in 38 Staaten der USA angewendet.

Quelle und ein ausführliches Interview mit Sr. Helen Prejean:
http://www.kuhnert.ch/TS/prejean/prejean.htm

Weitere Links:
http://www.zenit.org/german/archiv/0106/ZG010605.htm

Schwester Helens Website:http://www.prejean.org/
Zuletzt geändert von Petra am Sonntag 10. September 2006, 21:00, insgesamt 2-mal geändert.

Petra
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Beitrag von Petra » Mittwoch 16. März 2005, 21:07

Chiara Lubich und die Fokolar-Bewegung

Fotos: http://www.fokolar-bewegung.de/staticsi ... &topmenu=2

>>Chiara Lubich, 1920 in Trient (Norditalien) geboren, ist Gründerin und derzeitige Präsidentin der Fokolar-Bewegung.

Schon ihr Elternhaus war geprägt von der Auseinandersetzung zwischen christlichem Glauben und sozialer Gerechtigkeit: Der Vater war Sozialist, ihr Bruder Gino Partisan und Journalist der kommunistischen Tageszeitung L'unità. Die Mutter vermittelte ihr die Grundwerte christlichen Glaubensgutes.1938 schließt sie ihre Ausbildung als Volksschullehrin ab und beginnt zu unterrichten. Der Ausbruch des Krieges verhindert die Erfüllung ihres Traumes: das Philosophiestudium in Venedig.

1943 wird Trient bombardiert, und die Familie Lubich muss flüchten. Chiara jedoch bleibt in der Stadt und bezieht mit einigen Freundinnen eine kleine Wohnung am Kapuzinerplatz: das erste "Fokolar"; eine Gemeinschaft von Menschen, die ihr Leben ganz in den Dienst Gottes stellen, um frei zu sein für die Mitmenschen, für ein christliches Engagement in Gesellschaft und Kirche.

Von 1949 bis 1959 treffen sich jedes Jahr in den Sommermonaten Menschen aller Altersstufen und sozialer Schichten zu gemeinsamen Ferien in den Dolomiten. Diese sogenannten "Mariapolis"; wachsen jährlich: 1959 sind es 10.000 Menschen aus verschiedenen Ländern Europas. Einige Teilnehmer kommen sogar aus anderen Kontinenten nach Fiera di Primiero im norditalienischen Vassatal. In dieser "Stadt auf Zeit" gilt die Liebe zum Nächsten als 'Grundgesetz'.

Mit den ersten Kontakten zu evangelischen Pastoren in Deutschland beginnen 1961 die ökumenischen Aktivitäten. In Zusammenarbeit und enger Verbundenheit mit einigen evangelischen Bischöfen wächst die Gemeinschaft mit Christen aus der evangelischen Kirche. Bald danach ergeben sich Kontakte zum Primas der anglikanischen Kirche, Dr. Michael Ramsey, und zum orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel, Athenagoras I, die zu einer Verbreitung in ihren Kirchen ermutigen.

Heute gehören Mitglieder aus mehr als 350 Kirchen, Freikirchen und kirchlichen Gemeinschaften zur Fokolar-Bewegung.

1964 erhält die Bewegung ihre erste päpstliche Anerkennung.<<

Chiara Lubich lebt heute bei Rom.

Quellenlink und ganzer Artikel auf der Homepage: http://www.fokolar-bewegung.de/staticsi ... &topmenu=2
Zuletzt geändert von Petra am Mittwoch 6. September 2006, 21:11, insgesamt 2-mal geändert.

Petra
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Beitrag von Petra » Samstag 19. März 2005, 14:40

Pater Darío Echeverri González, Vermittler

Foto: http://www.adveniat.de/jahresaktion/200 ... tfuehr.jpg


>>Das Foto sorgte in ganz Deutschland für Erleichterung. Es war das erste Lebenszeichen der Bremer Studentin Reinhilt Weigel, die drei Monate zuvor von der kolumbianischen Rebellenorganisation ELN entführt worden war.

Das Bilddokument, das am 23. November 2003 die Nachrichtenagenturen erreichte, zeigt Weigel zusammen mit dem Spanier Asier Echeverría in einem provisorischen Gefangenenlager in Nordkolumbien. Zwischen den sichtlich erschöpften Geiseln und den vermummten Entführern stehen zwei Männer in Zivil.

Einer von ihnen ist Padre Darío Echeverri. Obwohl er mit seinem weißen Hemd nicht so recht in das martialische Dschungelambiente zu passen scheint, war er eine der Schlüsselfiguren im Nervenkrieg um die Freilassung der Geiseln. Im Auftrag der Kirche hatte er zwischen der ELN und der kolumbianischen Regierung vermittelt. Nun war er in das Rebellengebiet gereist, um gemeinsam mit den Entführern die Übergabemodalitäten auszuhandeln. Wenige Tage später waren Weigel und Echeverría frei.

Himmelfahrtskommandos wie dieses gehören zwar nicht zum Alltag des 53-jährigen Priesters. Dennoch ist die Verantwortung über Leben und Tod Teil seines Berufs. Als Generalsekretär der Nationalen Kommission für Versöhnung versucht Padre Echeverri, seinem Heimatland nach mehr als vierzig Jahren Blutvergießen den Weg in einen zukunftsfähigen Frieden zu ebnen. Der ist nach Echeverris Überzeugung nur auf politischem Wege möglich. „Es muss gelingen, alle Kriegsparteien an den Verhandlungstisch zu bringen“, ist der Claretiner-Padre überzeugt.

Die von der Kirche angeführte Versöhnungskommission spielt hierbei eine entscheidende Vermittlerrolle. Sie versteht sich nicht als verlängerter Arm der Staatsgewalt, sondern achtet strikt auf ihre Unabhängigkeit. „Im Gegensatz zur Regierung ist die Kirche die einzige Institution, der alle am Konflikt beteiligten Parteien vertrauen“. Mit ihren Verhandlungsbemühungen ernten die Kommissionsmitglieder nicht überall Beifall. „Sobald wir mit einer Seite reden, haben wir die Gegenseite zum Feind“, gibt Echeverri zu bedenken. In vielen Friedensgesprächen, Entführungsfällen und Übergabeverhandlungen hat er persönlich vermittelt. Dass er dabei mehr als einmal sein eigenes Leben aufs Spiel setzte, nimmt Echeverri in Kauf.

Mehr als fünfzig Priester und Ordensfrauen wurden in den vergangenen zwanzig Jahren in Kolumbien ermordet.

Padre Darío Antonio Echeverri, Jahrgang 1951, wurde 1977 zum Priester geweiht. Der Claretiner-Padre studierte Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaft in Medellín, Bogotá und Rom. Seit Oktober 2001 ist Echeverri Generalsekretär der Nationalen Kommission für Versöhnung.<<

Quelle und ganzer Artikel:
http://www.adveniat.de/jahresaktion/200 ... htm?020306
Zuletzt geändert von Petra am Mittwoch 6. September 2006, 21:23, insgesamt 2-mal geändert.

Petra
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Beitrag von Petra » Mittwoch 23. März 2005, 22:15

P. Sigitas Tamkevicius – Priester und Zwangsarbeiter in Sibirien

Foto: http://www.lcn.lt/paveldas2000_relig/va ... s_vysk.jpg

>>Sigitas Tamkevicius (geb. am 7. November 1938 in Gudonys, Lazdijai-Bezirk, Litauen), Pfarrer, Dissident, Gründer und Chefredakteur von "Lietuvos Kataliku Baznycios kronika" (litauische katholische Kirchenchronik) 1972-1983. Zur Zeit Erzbischof von Kaunas.

Schon früh hatte er in seinen ersten Predigten die Sowjetmacht für die Diskriminierung der Gläubigen scharf kritisiert; er spornte die Menschen an, Widerstand zu leisten; lehrte die Jugendlichen, die litauischen Traditionen beizubehalten. Deshalb wurde er ständig verfolgt und in verschiedene Pfarrgemeinden überführt. Einige Zeit war es ihm verboten, den Pfarrerdienst zu bekleiden.

1972 hatte er die Zustimmung und den Segen von Vincentas Sladkevicius erhalten und begann, die illegale Zeitschrift "Lietuvos Kataliku Baznycios kronika" (litauische katholische Kirchenchronik) herauszugeben, er war Hauptorganisator und Redakteur. Die Publikation setzte Traditionen der seelischen Resistenz und des Widerstands fort. Der KGB hatte den Pfarrer streng beobachtet, machte Durchsuchungen, forderte, dass er in die größere Pfarrgemeinde überführt würde, damit er keine Zeit für die "nebensächlichen Arbeiten" hatte.

1978 hatte Tamkevicius zusammen mit anderen Pfarrern das katholische Komitee für die Rechte der Gläubigen gegründet. Am 6. Mai 1983 wurde er verhaftet und am 2. Dezember zu sechs Jahren strengen Lagerregimes und drei Jahren Verbannung verurteilt.<<

Quelle und ganzer Artikel: http://www.lietuva.lt/index.php?Lang=27626&ItemId=29480


>>Erzbischof Tamkevicius leistete Zwangsarbeit in den Gulags in der Krankenstation und auch in der Küche, wurde aber auch in den Sümpfen beim Kanalbau eingesetzt, dabei haben seine Beine im harten Klima Sibiriens schweren Schaden genommen. Sein Glaube wurde gefestigt durch sein Gebet und die Arbeit im Straflager. Das Neue Testament wurde ihm gelassen, und den Kanon der Messe kannte er auswendig. Um die heilige Messe feiern zu können fehlte ihm nur Wein. Doch er sagt: “Ich hatte die Erlaubnis, monatlich ein 5-kg- Paket zu erhalten; so bat ich um Rosinen. Im Seminar hatten wir gelernt, wie man daraus in extremer Notlage Wein herstellt. Mit Wasser fermentieren die Rosinen innerhalb von drei Tagen. So konnte ich in der Gefangenschaft während der ganzen Zeit die heilige Messe darbringen - natürlich geheim, und mit dem Rücken zur Tür. Wenn irgend möglich konnten Mitgefangene daran teilhaben. Kleine Gefäße hatte ich im Brillen-Etui verborgen.”
Der KGB gestattete ihm nicht, seinen Rosenkranz zu behalten. Aber ein Zellengenosse - ein Seemann - fertigte aus Brot einen Rosenkranz für ihn an. Der KGB erhielt davon Kenntnis und spottete in einer Sowjetzeitung: der Gefangene halte in einer Hand einen Rosenkranz und in der anderen den Hammer.
Der Erzbischof erklärt dazu: “Dieser Rosenkranz war im Lager für mich außerordentlich wichtig. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, wer zum Untergang der Sowjet-Union beigetragen hat; aber ein großer Dank gilt der Gottesmutter. Nie habe ich Zeit gehabt, so innig zu beten, wie im Straflager. Nach der Zwangsarbeit des Tages gab es freie Zeit - und so konnte ich täglich drei Stunden beten - auch den Rosenkranz.”
Im geistlichen Rückblick auf seine Gefangenschaft meinte Erzbischof Tamkevicius: “Ich denke es war die Demut und die Demütigung - das war das Größte - und das Gefühl, dass ich aus mir selbst überhaupt nichts tun konnte. Das Wort Jesu: ‘Was sorgt ihr euch? Betrachtet die Lilien des Feldes’ - wurde wirklich wahr für mich in meinem Herzen. Das Zellenfenster mit vier Stangen und das Gitter in der Tür machte mir klar, dass ich total abhängig war von äußerer Gewalt.<<

Quelle und ganzer Artikel:http://www.kbwn.de/html/weltkirche.html
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Beitrag von Petra » Sonntag 27. März 2005, 20:42

Peter Staley, Ministrant

Foto: http://newsimg.bbc.co.uk/media/images/4 ... ley203.jpg

Peter Stapley ist Ministrant – seit mehr als 80 Jahren. Dafür ist der 89-Jährige vom Papst ausgezeichnet worden. Der pensionierte Silberschmied aus Gloucester (England) erhielt eine Urkunde und einen apostolischen Segen.


«Man muss dabei jede Menge niederknien, aber das kann ich immer noch ohne Probleme – es hält mich fit», so der Junggeselle. Er hatte 1923 im Alter von sieben Jahren in der römisch-katholischen Kirche von St. Peter als Ministrant begonnen und dort seitdem täglich gedient.<<

Quellen:
http://www.blick.ch/news/ausland/news3320

http://www.vaticanradio.org/tedesco/ted ... .01.05.htm

http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/engl ... 196723.stm
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Beitrag von Petra » Dienstag 29. März 2005, 23:30

Sr. Hedwig Wahle, Pionierin des christlich-jüdischen Dialogs

Foto: http://www.christenundjuden.org/images/wahle.gif

Schwester Hedwig Wahle wurde 1931 in Wien geboren und was jüdischer Abstammung. Die Familie schickte sie 1939 nach England, wo sie bis 1950 in Schulen und Klöstern der Sionsschwestern blieb. Zurück in Wien studierte sie Mathematik und Physik, arbeitete als Lehrerin und trat 1954 bei den Sionsschwestern ein. Deren Spritualität ist auf das christlich-jüdische Gespräch ausgerichtet. Sr. Hedwig studiert noch Hebraistik und Judaistik und promovierte 1971.

Sie gründete 1967 das "Informationszentrum im Dienst der christlich-jüdischen Verständigung", das sie bis 1991 leitete. Sie erarbeitete mit anderen 1970 die Judenerklärung der Wiener Diözesansynode, in der Antisemitismus entschieden verurteilt wurde.

Ab 1975 arbeitete Sr. Hedwig an der Erstellung neuer Lehrpläne für den katholischen Religionsunterricht mit. Auch in Büchern weckte sie das Verständnis für das gemeinsame Erbe zwischen Juden- und Christentum und warb für den jüdisch-christlichen Dialog.

Am 23. August 2001 starb Schwester Hedwig nach schwerer Krankheit in London, wo sie ihre letzten Jahre verbracht hatte.
Man nennt sie die Pionierin des christlich-jüdischen Dialogs in Österreich.


Quelle: http://www.superiorenkonferenz.at/index ... &Itemid=94

Weitere Links:
http://www.christenundjuden.org/de/disp ... .php?id=93
http://www.christenundjuden.org/de/disp ... php?id=209
Zuletzt geändert von Petra am Mittwoch 6. September 2006, 20:25, insgesamt 2-mal geändert.

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