Sehet, daß er Arbeiter aussendet....

Fragen, Antworten, Nachrichten.
Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Sehet, daß er Arbeiter aussendet....

Beitrag von Petra » Samstag 1. Januar 2005, 22:56

Schwester Emmanuelle, die Mutter der Müllmenschen von Kairo

Bild

>>Sr. Emmanuelle begann nach ihrer Pensionierung als Lehrerin «höherer Töchter» 1971 mit ihrem Einsatz für bessere Lebensbedingungen für die Müllsammler am Rand der ägyptischen Hauptstadt

Kairo, 10.11.03 (KAP) Die «Mutter der Müllmenschen» von Kairo, Schwester Emmanuelle, vollendet am 16. November ihr 95. Lebensjahr. Sr. Emmanuelle, Angehörige des Ordens von «Notre Dame de Sion», hat 1971, nach ihrer Pensionierung als Lehrerin, in den Slums von Kairo ein neues Leben begonnen. Sie hat dort mit den «Müllmenschen» - den zumeist koptischen Abfallsammlern und -verwertern der ägyptischen Hauptstadt - gelebt und mehrere «Sozialzentren» mit Krankenhäusern und Schulen aufgebaut. Seit 1985 half sie auch im Sudan, seit 1987 im Libanon.
Sr. Emmanuelle wurde 1908 als Madeleine Cinquin - so ihr bürgerlicher Name - in Brüssel als Tochter einer belgischen Mutter und eines französischen Vaters geboren. Mit 20 Jahren trat sie in die Ordensgemeinschaft «Notre Dame de Sion» ein und studierte französische Literatur, Philosophie und Theologie in Istanbul und an der Sorbonne in Paris. Anschließend unterrichtete sie in den Schulen ihres Ordens in der Türkei, in Tunesien und Ägypten 40 Jahre Kinder vor allem begüterter Eltern.

1971 beendete sie ihre Unterrichtstätigkeit und übersiedelte in die Müllsiedlung «Ezbeth-El-Nakhl», in einen Ziegenstall, um dort das Leben der «Müllmenschen» zu teilen.<<


Quelle und weitere Biographie

PS. Gott sieht das wohl etwas anders mit dem "Ruhestand" der Pensionierung ;)
Zuletzt geändert von Petra am Freitag 18. März 2005, 20:43, insgesamt 2-mal geändert.

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Sonntag 2. Januar 2005, 21:25

Schwester Dr. Lea Ackermann, Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution

Bild

>>"Solwodi" heißt das lebensrettende Wort für Frauen in Not, "Solidarity with women in distress". Von Sr. Dr. Lea Ackermann [...] im Jahre 1985 in Mambasa/ Kenia in Leben gerufen, richtet sich diese Initiative an Frauen, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution geworden sind.
Dr. Lea Ackermann, 1937 in Völklingen/ Saar geboren, studierte Sprachen, Theologie, Pädagogik und Psychologie, war Bankkauffrau und Schuldirektorin und gehört sein 1960 dem katholischen Orden der "Weißen Schwestern" an.
Solwodi e.V. hat mittlerweile vier Kontaktstellen in Deutschland, die sich schwerpunktmäßig um die Beratung und Betreuung ausländischer Frauen kümmern, die als Arbeits- oder Heiratsmigrantinnen bzw. durch Zwangsprostitution und Menschenhandel Opfer von Gewalt und Ausbeutung geworden sind. Ziel von Solwodi ist es ferner, duch die Vermittlung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen die finanzielle Eigenständigkeit der Frauen zu fördern und so neue Lebensperspektiven zu eröffnen. Seit Öffnung der Grenzen gehören - neben Frauen aus Afrika, Asien und Lateinamerika - auch immer mehr Frauen aus Osteuropa zu den Opfern. Sr. Lea Ackermann verstärkte daher über Solwodi die Kontakte zu NGOs in Ostmitteleuropa, um diesen Frauen eine zukunftsorientierte Reintegration in ihre Heimatländer zu ermöglichen.
Mit ihrer Initiative trägt Sr. Dr. Lea Ackermann dazu bei, der Würde der Frau in unserer Gesellschaft und in einem geeinten Europa den Platz zu verschaffen, der ihr gemäß der Menschenrechte gebührt.<<

Quelle

Sr. Lea Ackermanns Verein „Solwodi“

Video: Interview mit Sr. Lea Ackermann, Teil 1

Video: Interview mit Sr. Lea Ackermann, Teil 2
Zuletzt geändert von Petra am Sonntag 20. November 2005, 20:32, insgesamt 1-mal geändert.

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Montag 3. Januar 2005, 18:44

Pfarrer Nguyen Van Ly, Religionsfreiheit in Vietnam

Bild

>>Pfarrer Ly, heute 56 Jahre alt, steht wegen seines Einsatzes für Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit seit 26 Jahren im Visier des vietnamesischen Sicherheitsdienstes. 1977 war er für ein Jahr inhaftiert, weil er den Protest seines Erzbischofs gegen die Verhaftung buddhistischer Mönche verteilt hatte. 1982 leitete er eine Pilgergruppe zu dem verbotenen Wallfahrtsort La-Vang. Dem Versuch der Regierung, ihn aus seiner Pfarrei zu verbannen, widerstand er mit dem Argument, nur sein Bischof könne ihn versetzen. Mit einem Megaphon bat er die Bevölkerung um Schutz. Unter Einsatz von ca. 200 Polizisten wurde Pfarrer Ly Ende 1983 verhaftet und anschließend zu zehn Jahren Haft und vier Jahren Hausarrest verurteilt. Nach seiner Entlassung im Jahre 1992 wurde er nach Nguyet-Bieu verbannt, mit der Auflage, dort keine pastorale Arbeit leisten zu dürfen.
In zentralvietnamesischen Nguyet-Bieu baute Pfarrer Ly ein soziales Netzwerk auf, das mittellosen und älteren Menschen hilft, und Computerkurse für junge Menschen anbietet. [...]
Am 19.10.2001 wurde Pfarrer Nguyen Van Ly in Hue zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt - wegen "Sabotage der Solidaritätspolitik" und "Nichtbefolgung der Anordnung des administrativen Hausarrestes". Ferner wurde Pfarrer Ly zu weiteren fünf Jahren Hausarrest im Anschluss an die Gefängnisstrafe verurteilt. Das Verfahren gegen ihn fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Anschuldigungen gegen ihn wurden mehrmals geändert. Die staatliche Propagandamaschinerie hatte ihn monatelang vorab verurteilt. Pfarrer Ly konnte in dem Prozeß weder einen Verteidiger für sich sprechen lassen, noch durfte er sich selbst verteidigen. Im Juli 2003 wurde die Haftstrafe um fünf Jahre reduziert.<<

Link für die Quelle http://people.freenet.de/ak-shalom/preistraeger04.html

Aus dem obigen Link:
>>Ohne gerichtliche Verfahren wurde gegen Hoang Trong Dung, einen konvertierten Katholik und Helfer von Pfarrer Ly, am 28. September eine zweijährige Haft in einem Arbeitslager angeordnet.<<

Weiterer Link zu Hoang Trong Dung: http://www.die-tagespost.de/Archiv/tite ... sp?ID=1421
Zuletzt geändert von Petra am Sonntag 20. November 2005, 20:36, insgesamt 1-mal geändert.

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Dienstag 4. Januar 2005, 00:28

Sabriye Tenberken, Blindheit als Chance

Bild


>>Die heute 30-jährige Sabriye Tenberken leidet bereits mit 2 Jahren an einer Netzhauterkrankung, die schließlich zur Blindheit führt. Von ihrer Familie unterstützt, bemüht sie sich trotzdem um ein "normales" Leben. Selbstbewusst erprobt sie neue Sportarten, ist eine hervorragende Reiterin und Kajak-Fahrerin. Früh nimmt sie die Blindheit als einen Teil ihrer selbst an, wehrt sich aber dagegen, sich davon einschränken zu lassen. Im Gegenteil: Hindernisse sind für sie dazu da, dass man sie aus dem Weg räumt. So setzt sie sich auch gegen alle Widerstände durch und studiert Tibetologie, obwohl die Lernbedingungen für Blinde (z. B. Bücher in Blindenschrift, Braille) denkbar ungünstig sind. Mit viel Energie entwickelt sie eine spezielle Braille für die tibetische Schriftsprache. 1997 macht sie sich endlich auf den Weg, um das faszinierende Land Tibet selbst kennen zu lernen.

"Blindheit ist für mich keine Behinderung, ich sehe sie sogar als Chance."

Sabriye Tenberken kommt nicht nur als Touristin in das Land ihrer Träume. Sie kommt, um den hier lebenden Blinden zu helfen. "Ich wollte den Leuten zeigen, dass sie sich nicht schämen müssen, blind zu sein." Mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit setzt sich Tenberken auf ein Pferd und reitet durch die Wildnis, "auf der Suche nach blinden Kindern." Sie überredet die Eltern, sie in ihre (in einem Waisenhaus untergebrachte) Schule zu schicken, wo sie lernen, tibetische, chinesische und englische Blindenschrift zu lesen. Sie bringt ihnen aber auch bei, alltägliche Dinge zu tun, sich auf der Straße zurechtzufinden und einkaufen zu gehen. Das Projekt floriert, und in zwei bis drei Jahren will Sabriye Tenberken die Schule den tibetischen Mitarbeitern überlassen, um zusammen mit ihrem Lebensgefährten anderswo ihre Grenzen auszutesten.<<

Quelle:
http://www.b-trifft.de/gast.phtml?id=584

Von Harald Maass (Peking):
>>Als Sabriye Tenberken 1997 mit dem Pferd durch Tibet ritt, war die Reise für die junge Deutsche ein Schock. In den Dörfern traf sie auf blinde Kinder, die von ihren Eltern in dunklen Räumen an Zeltpfosten gefesselt waren. "Manche Kinder konnten nicht einmal laufen", sagt die heute 31-Jährige. Die Familien hätten die blinden Kinder einfach versteckt.
[..]
Heute gilt die Schule als ein Erfolgsprojekt, bei dem sich deutsche wie chinesische Politiker auf ihren Reisen nach Tibet fotografieren lassen. << Der ganze (hochinteressante) Artikel siehe hier: Quelle http://www.synphon.de/artikel.html

Weiterer Link: http://www.blinden-zentrum-tibet.de/Tibet_book.htm
Zuletzt geändert von Petra am Freitag 8. September 2006, 12:00, insgesamt 1-mal geändert.

Lucia

Beitrag von Lucia » Dienstag 4. Januar 2005, 19:00

Dr. med. Ruth Pfau, Engel der Leprakranken in Pakistan

Biggi
Beiträge: 820
Registriert: Donnerstag 11. Dezember 2003, 16:46

Beitrag von Biggi » Dienstag 4. Januar 2005, 19:31

Lucia Hünermann hat geschrieben:Dr. med. Ruth Pfau, Engel der Leprakranken in Pakistan
Hmmmm..... eine Bekannte von mir hat während ihres Medizinstudiums bei Ruth Pfau ein paar Wochen Famulatur absolviert. Nach ihrer Rückkehr meinte sie, diese Frau sei für sie die Enttäuschung ihres Lebens gewesen. Von ihrer Ordenszugehörigkeit merke man rein gar nichts mehr, es gehe ihr nur noch um Humanitäres (was sicher ehrenwert ist, aber vielleicht doch ein bisschen wenig). Mit Mühe und Not hat meine Bekannte es hingekriegt, dass sie an Ostern eine hl. Messe besuchen konnte. Ruth Pfau hatte die Arbeitspläne für sich selbst und ihre Truppe zunächst so angesetzt, dass eine Messfeier (an [Punkt]) gar nicht möglich gewesen wäre. Es war ihr entfallen, dass in diese Tage der Expedition in weit abgelegene Gebiete Ostern fiel. "Kann halt passieren, wenn man zwei verschiedene Kalender nebeneinander benutzt", meinte sie als Entschuldigung.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll.
(Adolph Kolping, Patron des XX. Weltjugendtags 2005)

Lucia

Beitrag von Lucia » Dienstag 4. Januar 2005, 20:58

Ich habe sie mal bei einer Veranstaltung - Messfeier und anschließender Vortrag in der Regionalstelle - erlebt, und ich fand sie sehr beeindruckend. Das ist allerdings schon so um die 25 Jahre her ...

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Donnerstag 6. Januar 2005, 00:18

Guy Gilbert, der Rockerpriester

Foto: http://catholique-chalons-en-champagne. ... ilbert.jpg

>>Guy - am 12. September1935 in Rochefort sur Mer geboren - ist als drittes von 15 Kindern in einer Arbeiterfamilie groß geworden. „Meine Eltern haben alles, was sie hatten, uns 15 kleinen Vogerln gegeben.“ erzählt er. Diese Zärtlichkeit, diese Liebe, aber auch diese Armut haben sich bei ihm in Stärke gewandelt, davon ist der Père überzeugt. Und stark muß er wohl sein bei der Aufgabe, die er übernommen hat: Möglichst viele Kinder und Jugendliche in Paris von der Straße wegzubringen und jugendlichen Gewalttätern in einer wiederaufgebauten Ruine in der Provence - der Bergerie von Faucon - ein wenig Heimat, Hoffnung, Vertrauen und Liebe zu schenken.
Wer diesen Mann zum ersten Mal sieht und nichts über ihn weiß, kommt nie auf die Idee, einen Priester vor sich zu haben. Père Guy tritt seit Jahrzehnten in einem schwarzen Leder-RockerLook auf. Jeder Mann seines Alters - Guy Gilbert ist mittlerweile 67 - würde damit auffallen, aber erst recht, wenn dieser Mann ein Priester ist. Auch seine ungebändigte Frisur trägt nicht unbedingt dazu bei, ihn als Priester zu identifizieren.Mit 13 Jahren erklärt er seinen Eltern, er wolle Priester werden. “54 Jahre später bin ich mir bewußt, daß ich nichts anderes hätte werden können. Ich habe nie einen Zweifel gehabt. Es war ein unbesiegbarer Wunsch". Allerdings hätte er Landpfarrer werden wollen. In La Rochelle-Saintes beginnt er mit dem Priesterseminar, wird aber bald zum Algerienkrieg eingezogen. Er weigert sich Araber zu töten und wird Krankenpfleger.
Guy übersteht den Krieg, trotz Sonderkommandos, dem er zugeteilt wird, weil er gegen das Foltern ist. Nach einer Wallfahrt nach Lourdes - 500 Kilometer zu Fuß als Dank und um weitere Weisungen zu erhalten - kehrt er nach Algerien zurück. Er lernt arabisch, um dem Volk möglichst nahe zu sein, und wird 1965 dort zum Priester geweiht. Fünf Jahre ist er Kaplan in Blida. Er, der eigentlich irgendwo in Frankreich Landpfarrer werden wollte, findet sich in einer arabischen Welt wieder, die ihn zwar fasziniert, in der es aber kaum noch Katholiken gibt.
Eines Nachts - es ist zwei Uhr Früh - kehrt P. Guy von einer Veranstaltung heim und sieht einen Buben am Straßenrand sitzen. Was er denn so spät allein auf der Straße mache? “Geh doch lieber heim", sagt der Priester. “Nein, dorthin kehre ich nicht mehr zurück", antwortet der Bub. Niemand wolle ihn dort haben, er dürfe immer erst nach dem Hund aus dem Freßnapf essen.[...] “Alain hat mir alle seine Freunde, die wie er im Dreck der Straße lebten, gebracht", erzählt der Priester weiter. “Er hat mich die Armut der Welt erst richtig gelehrt. So bin ich Straßenerzieher geworden." Endlich hat er seine eigentliche Berufung gefunden.
1970 schickt ihn sein Bischof nach Frankreich zurück. In Algerien ist das Leben für einen Priester mittlerweile zu gefährlich geworden. In Paris setzt P. Guy nun dort fort, wo er in Algerien begonnen hatte: bei den Straßenkindern.
Es sind vor allem die 13- bis 16jährigen, derer er sich annimmt. Kinder, die niemand haben will, junge Prostituierte, Drogenabhängige oder Kinder, die wegen Mißhandlung von zu Hause weggelaufen sind. “15 Jahre war ich in den Straßen von Paris auf einem großen Motorrad unterwegs, das die Jugendlichen fasziniert hat. So konnte ich mit ihnen in Kontakt kommen." Einige Priester schließen sich ihm an.
Nachdem er nun die Soutane - “die ich sieben Jahre gerne getragen habe" - gegen einen Anzug mit römischen Collar, eingetauscht hat, kommt der Tag, an dem er sein Outfit total verändern wird. Anschaulich erzählt er: “Oft in der Nacht, wenn ich mit Jugendlichen unterwegs war und wir von der Polizei aufgehalten wurden, war man zu mir als Priester höflich, behandelte die Jugendlichen aber wie den letzten Dreck. Eines Tages habe ich mich im Gespräch mit den Jugendlichen darüber aufgeregt: ,Ich bin doch kein Diamant inmitten von Dreck. Ich sehe das nicht ein: Ihr macht keinen Blödsinn, wenn wir zusammen sind, und trotzdem werde ich viel besser als ihr behandelt.' ,Kein Problem', sagt einer der Jungs, ,kleide dich wie wir. Du wirst schon sehen...' So habe ich mir den Look der Rocker, wie sie damals halt angezogen waren, zugelegt. Eines Nachts werden wir von einem dicken Polizisten angehalten. Der sagt zu mir: ,Du da, du alter Zuchthäusler komm her.' Ich darauf: ,Ich habe mit dir doch nicht gemeinsam Schweine gehütet.'" (Guy tut sich übrigens nicht schwer, jemanden zu duzen. Im Laufe des Abends stelle ich fest, daß er alle unter 90 duzt.)
“Ein Wort gibt das andere: Der Polizist findet ich habe eine Diebsvisage, sei ein alter Trottel, ich sage ihm, er sehe aus wie ein Kohlkopf. Als er dann auf dem Kommissariat meine Papiere sieht, entschuldigt er sich. ,Zu spät', habe ich geantwortet: ,Mein Bruder, wenn du Menschen nur nach dem Äußeren beurteilst, wie soll das dann weitergehen?"
Solange die Kirche ihm erlaubt, mit den Jugendlichen zu leben, werde er aus Achtung und Respekt vor ihnen diese Lederjacke anbehalten - obwohl sie schon längst aus der Mode ist.
Die “Bergerie", einst eine Ruine, hat Guy Gilbert auf Drängen der Straßenjugend vor 28 Jahren gekauft. Gern kam er diesem Wunsch nach, sah er doch, daß es sehr schwer war, Jugendliche in der Großstadt aus eingefahrenen Bahnen herauszuholen - trotz des guten Kontakts zu ihnen. Raus aus Paris, war die einzig mögliche Lösung. Die Jugendlichen selbst wollten das Haus mit ihren eigenen Händen renovieren. Und so geschah es dann auch: Zehn Jahre lang wurde gearbeitet. Ein wunderschönes Haus ist daraus geworden.
Was ist das Besondere an dem Haus in Faucon? Außer den Jugendlichen und ihren Betreuern - jeder Jugendliche hat einen eigenen - leben hier die unterschiedlichsten Tiere: neben Kühen, Hendeln und Hunden gibt es Wildschweine, Känguruhs, Strauße, Büffeln, Lamas und andere exotische Tiere. “Damit sie die Liebe in den Herzen der Menschen kennenlernen, muß man bei diesen Jungen den Umweg über die Tiere nehmen", erklärt P. Guy. “Das wirft eine wesentliche Frage auf: Wie schlecht mußten diese Jugendlichen behandelt oder mißhandelt worden sein, daß sie Liebe eher im Herz eines Tieres vermuten, als in dem eines Menschen?" Ein Bub habe einmal festgestellt: “Ein Tier nimmt sich nie zurück, was es einem einmal ge-geben hat."
Durch den Kontakt mit den Tieren - jeder darf sich selbst ein Tier zum pflegen aussuchen - sollen die Jugendlichen ihre Gewaltbereitschaft ablegen lernen. Das ist Teil der Therapie. Übrigens hat P. Guy eine dreijährige Ausbildung als Pädagoge absolviert.
Guy Gilbert nimmt die allerhärtesten, jene, die niemand mehr haben will: Burschen, die Mordversuche hinter sich haben, 13jährige Vergewaltiger. Denn jeder von ihnen sei im Grunde genommen ein Wesen des Lichts, so die Überzeugung des Priesters, jeder habe seine liebenswerten Seiten, sei einzigartig, auch wenn das Gute erst wie mit einem Hammer aus ihnen herausgemeißelt werden muß.
Mit gesunder Autorität - “wenn es sein muß und Gewalt ausbricht, muß ich auch so antworten: erst die Faust, dann der Segen. Doch Gott sei Dank ist das nur sehr selten der Fall" - und geistigem Unterscheidungsvermögen, mit viel Demut und Liebe leitet P. Guy die “Bergerie" in Faucon.
Wenn Guy in Faucon ist, gibt es täglich eine Heilige Messe, meist unter freiem Himmel. Für die Jugendlichen ist sie zum - freiwilligen - Fixpunkt geworden.
Bei seinen Burschen hält sich Père Gilbert zwar mit Glaubensgesprächen zunächst zurück, bei seinen Vorträgen spricht er aber engagiert über Gott und die Kirche. Beim Weltjungendtreffen mit dem Papst in Paris neben Kardinal Schönborn: “Ihr entdeckt hier das weltweite, wunderbare Gesicht der Kirche. Die Berufungen und Charismen sind verschieden - und auch die Looks: Seht her! Da der große Erzbischof und hier der kleine Priester."
Ein wichtiges Anliegen ist ihm auch diesmal das Gebet: “Ich lebe täglich mit der Gewalt, dem Haß und der Verzweiflung. Würde ich mich nicht alle 10 Tage, für 48 Stunden zurückziehen, meine Gosch'n halten und auf Jesus Christus hören, ich wäre längst nicht mehr Priester". Und weiter: “Nehmt euch Zeit für's Gebet, nehmt euch Zeit für's Maulhalten, für die Stille! Der Mensch braucht das Gebet so notwendig wie das Atmen."
Die Stunde, die er sich jeden Morgen für Gott nimmt, sei sein Sauerstoff, den er zum leben braucht, sagt P. Guy bei jeder Gelegenheit. “Und mein ,Zaubertrank' ist ein Satz aus dem Evangelium, aufgeschrieben und immer wieder während des Tages gelesen. Und der Rosenkranz, den ich manchmal erst im Auto beende, ist die liebende Gegenwart Marias die den ganzen Tag über bei mir bleibt."
Guy Gilbert, so wie ich ihn bei Vorträgen und dem kurzen Interview erlebt habe, zeigt eine rauhe äußere Schale, die er aber immer wieder öffnet, um Zeugnis für seine Liebe zu Gott, zur Kirche und nicht zuletzt für die im Herzen verletzten Kinder und Jugendlichen zu geben.<< (Dieser Artikel ist von Alexa Gaspari (gekürzt), den ganzen Artikel siehe Quelle Link: http://www.vision2000.at/2002/vision02-02/14_02.htm - Zitationsrecht für diesen Artikel wurde von vision2000 erteilt)

Pater Gilberts „Vaterunser“ (in Französisch): http://1825herblay.free.fr/priereguygilbert.html
Weiterer Link http://www.donboscohaus.at/news/2003guy ... /index.php
Zuletzt geändert von Petra am Freitag 8. September 2006, 20:10, insgesamt 2-mal geändert.

Biggi
Beiträge: 820
Registriert: Donnerstag 11. Dezember 2003, 16:46

Beitrag von Biggi » Donnerstag 6. Januar 2005, 00:54

Petra, herzlichen Dank für diesen Thread, den ich für eine geniale Idee [Punkt]
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll.
(Adolph Kolping, Patron des XX. Weltjugendtags 2005)

John-Paul
Beiträge: 137
Registriert: Sonntag 12. September 2004, 20:10

Beitrag von John-Paul » Freitag 7. Januar 2005, 18:02

Biggi hat geschrieben:
Lucia Hünermann hat geschrieben:Dr. med. Ruth Pfau, Engel der Leprakranken in Pakistan
Hmmmm..... eine Bekannte von mir hat während ihres Medizinstudiums bei Ruth Pfau ein paar Wochen Famulatur absolviert. Nach ihrer Rückkehr meinte sie, diese Frau sei für sie die Enttäuschung ihres Lebens gewesen. Von ihrer Ordenszugehörigkeit merke man rein gar nichts mehr, es gehe ihr nur noch um Humanitäres (was sicher ehrenwert ist, aber vielleicht doch ein bisschen wenig). Mit Mühe und Not hat meine Bekannte es hingekriegt, dass sie an Ostern eine hl. Messe besuchen konnte. Ruth Pfau hatte die Arbeitspläne für sich selbst und ihre Truppe zunächst so angesetzt, dass eine Messfeier (an [Punkt]) gar nicht möglich gewesen wäre. Es war ihr entfallen, dass in diese Tage der Expedition in weit abgelegene Gebiete Ostern fiel. "Kann halt passieren, wenn man zwei verschiedene Kalender nebeneinander benutzt", meinte sie als Entschuldigung.
Mir war auch Dr. Ruth Pfau eingefallen, die ich sehr bewundere, seit ich sie vor mehr als zwanzig Jahren einmal in unserer Schule bei einem Vortrag erlebte.

Vor ein paar Monaten sah ich nachts im Fernsehen ein längeres Interview mit ihr. Daß ihre Ordenszugehörigkeit keine Rolle mehr spielt, hatte man dabei nicht den Eindruck. Im Gegenteil: Sie sprach von ihrer Berufung und der Liebe Gottes zu ihr, die sie dazu geführt habe, in den Orden einzutreten. Und sie sprach - sinngemäß - davon, daß man echtes Glück nur dadurch finden könne, daß man den Willen Gottes tut.

Ich jedenfalls fand das, auf Neudeutsch gesagt, "authentisch".

Biggi
Beiträge: 820
Registriert: Donnerstag 11. Dezember 2003, 16:46

Beitrag von Biggi » Freitag 7. Januar 2005, 18:33

John-Paul hat geschrieben:Mir war auch Dr. Ruth Pfau eingefallen, die ich sehr bewundere, seit ich sie vor mehr als zwanzig Jahren einmal in unserer Schule bei einem Vortrag erlebte.

Vor ein paar Monaten sah ich nachts im Fernsehen ein längeres Interview mit ihr. Daß ihre Ordenszugehörigkeit keine Rolle mehr spielt, hatte man dabei nicht den Eindruck. Im Gegenteil: Sie sprach von ihrer Berufung und der Liebe Gottes zu ihr, die sie dazu geführt habe, in den Orden einzutreten. Und sie sprach - sinngemäß - davon, daß man echtes Glück nur dadurch finden könne, daß man den Willen Gottes tut.

Ich jedenfalls fand das, auf Neudeutsch gesagt, "authentisch".
Das freut mich! Mein obiger Beitrag sollte auch beileibe kein abschließendes Urteil sein - wie könnte ich auch? -, sondern lediglich ein kleines Fragezeichen. Aber das Fragezeichen lasse ich gerne wieder [Punkt] - Umso besser!
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll.
(Adolph Kolping, Patron des XX. Weltjugendtags 2005)

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Freitag 7. Januar 2005, 18:59

Schwester Dr. Ruth Pfau, Engel der Leprakranken

Bild

Ruth Pfau,1929 in Leipzig geboren, floh 1949 nach Westdeutschland und begann in Mainz das Medizinstudium. 1951 wurde sie in der evangelischen Kirche getauft, 2 Jahre später konvertierte sie zur katholischen Kirche. Nach dem Staatsexamen trat sie 1957 in den Orden der Töchter vom Herzen Mariä ein. 1960 ging sie nach Karachi, Pakistan, wo sie Lepralehrgänge besuchte und ab 1965 Helferkurse leitete. In Karachi begegnete sie auch erstmals in einer Bettlerkolonie Leprakranken. Neben Lepra behandelt sie vor allem Tuberkulose und Augenkrankheiten.1980 wurde sie zur nationalen Beraterin ernannt für das Lepra- und TB-Kontrollprogramm der pakistanischen Regierung. Zehn Jahre lang baute sie in Zentral-Afghanistan einen allgemeinen Gesundheitsdienst auf. Seit 1988 ist sie Ehrenbürgerin Pakistans.

Quelle Link http://www.muenster.org/dahw/stiftung/DieStiftung.htm

Quelle Link http://www.ruth-pfau-stiftung.de/ruthpf ... +Ruth+Pfau

@Lucia, Danke für den Hinweis.
Zuletzt geändert von Petra am Samstag 8. Januar 2005, 00:36, insgesamt 1-mal geändert.

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Samstag 8. Januar 2005, 00:19

Obiora Ike, Christen und Muslime in Nigeria

Bild

>>Am 21. Oktober 2002 entging Obiora Ike, der Generalvikar der Diözese Enugu in Nigeria, nur knapp einem Mordanschlag. Die Attentäter konnten entkommen.
Das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in Nigeria ist äußerst gespannt. Nach der Einführung der Scharia in dreizehn Bundesstaaten sind zahlreiche Kirchen und Moscheen in Flammen aufgegangen. Hunderte von Menschen kamen ums Leben. Die Christen wehren sich gegen die islamische Rechtsprechung, die für die Verletzung von Gesetzen drakonische Strafen vorsieht: Dieben wird die Hand amputiert, Prostituierte oder Ehebrecher werden gesteinigt.
Trotz der aufgeheizten Positionen kämpft der Generalvikar der Diözese Enugu im Südosten Nigerias, Obiora Ike, für den Dialog der Kulturen und Religionen. Denn Gewalt erzeugt seiner Ansicht nach nur wieder Gewalt. Der Professor für Sozialethik und afrikanische Studien, der auch in Deutschland und Österreich studiert hat, setzt sich mit all seinen Kräften für friedliche Lösungen ein, für die Demokratisierung und den Erhalt des Vielvölkerstaates.
Denn er stammt selbst vom Stamm der Igbo, einem der drei großen Stämme Nigerias, und trägt dessen Ehrennamen „Obi-ora“, was so viel bedeutet wie „Mond, der für alle scheint“. Er bemüht sich, das kulturelle Erbe seines Volkes zu bewahren, gleichzeitig aber auch für humanitäre, soziale und bildungspolitische Entwicklungsmöglichkeiten zu sorgen.
„Wenn du Frieden willst, dann schaffe Gerechtigkeit“, meint der Priester und Menschenrechtler, der für seinen Einsatz für Versöhnung und Verständigung in Nigeria auch mit dem Eichstätter Friedenspreis ausgezeichnet wurde.<<

(Der Originalartikel stammt von einer nicht mehr verfügbaren phoenix.de-Seite)
Sekundärquelle: http://gabrieleweis.de/menschen-auf-neu ... ra-ike.htm

Weiterer Link http://www.die-tagespost.de/Archiv/tite ... sp?ID=3766

Weiterer Link zu einem längeren Gespräch mit KNA vom März 2004 (Acrobat Reader erforderlich. Falls Download erscheinen sollte: es sind nur 74 KB)
http://www.kolping.de/download/download ... 2h_014.pdf

@ Franziska, Danke für den Hinweis auf Obiora Ike.

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Sonntag 9. Januar 2005, 13:22

Mgr. Julius Jia Zhiguo, Bischofsalltag in China

Bild


>>Am 5.Januar 2005 (letzten Mittwoch) wurde Mgr. Julius Jia Zhiguo, der Bischof der kath. Untergrundkirche von Zhengding (Hebei, Nordchina) verhaftet, nach Informationen der Kardinal-Kung-Stiftung.
Laut einer Pressemitteilung der Stiftung haben drei Beamte des Amtes für religiöse Angelegenheiten den 69-Jährigen um 17.30 Uhr in einer Kirche in Wu Qui in Gewahrsam genommen. Es soll zur Zeit in Shijazhuang (Hebei) festgehalten werden.

2004 wurde Bischof Jia sechsmal festgenommen und wieder freigelassen. Am 5. April, je zweimal im Juni und September und einmal im Dezember.

Seit 1980 Bischof hat Julius Jia Zhiguo bisher 20 Jahre in Gefangenschaft verbracht. Er leitet eine von Hebeis dynamischsten Diözesen mit dem höchsten Anteil an Katholiken, etwa eineinhalb Millionen. Die meiste Zeit hatte er Hausarrest. Als Mitglied der illegalen kath. Kirche darf er sein Amt nicht ausüben. Um zu verhindern, dass er seinen Aufgaben nachkommt und um Zusammenkünfte der Untergrund-Christen zu verhindern, wurde er vor hohen Feiertagen (Ostern, Weihnachten, Erscheinung des Herrn) verhaftet mit der Begründung der Indoktrination. Wenn ausländische Würdenträger die Gegend besuchten, brachte man ihn weg und hielt den Ort geheim.

Die chinesische Regierung erlaubt den kath. Glauben nur innerhalb der offiziellen chinesischen katholischen Kirche. Die Seminaristen, Priester und Bischöfe dieser offiziellen Kirche müssen monatelange Lehrgänge besuchen, bei denen es um die chin. Religionspolitik geht, einschließlich Kurse über Marxismus und die Rolle der kommunistischen Partei in der Gesellschaft.<<



Quelle Link mit dem ganzen Artikel in englischer Sprache:
http://www.asianews.it/view.php?l=en&art=2280

Weitere Links (April 2004)
http://religion.orf.at/projekt02/news/0 ... _china.htm

http://www.steyler.de/content/de/aktuel ... 04-01.php4

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Montag 10. Januar 2005, 14:52

Ardeth Platte, Carol Gilbert und Jackie Hudson gegen Atomwaffen

Bild


Drei Frauen, als Entwaffnungsspezialisten verkleidet, verschafften sich am 6.10.2002 Zugang zu einem Atomwaffensilo in Greely, USA. Sie hämmerten auf das Silo ein, malten Kreuze, beteten und schnitten ein Loch in den Zaun, um das Gelände symbolisch zur öffentlichen Waffenkontrolle freizugeben. Nach 45 Minuten wurden sie verhaftet.

>>Am 7. April 2003 sprach ein US-Geschworenengericht in Denver die Friedensaktivistinnen wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit und Zerstörung von Regierungseigentum für schuldig. Die Ordensschwestern, die zuvor sieben Monate im Frauengefängnis in Georgetown eingesperrt waren, wurden auf Kaution freigesetzt und nutzten die verbleibende Zeit, um Abschied von Verwandten und Freunden zu nehmen.

Bundesstaatsanwalt Robert Brown forderte, die Aktion stelle ein schweres Verbrechen dar und müsse auch wegen des Vorstrafenregisters der drei Friedensaktivistinnen hart bestraft werden. Seit den 70er Jahren hatten die Nonnen mit Rückendeckung der eigenen Ordensgemeinschaft in Grand Rapids (Michigan) immer wieder gegen "Kriegsverbrechen" der USA protestiert und jeweils mehrere Monate in Haft verbracht.<< (vom 24.7.2003)
(Im US-Recht wird das Strafmaß in einer zweiten Verhandlung festgelegt.)

Quelle:http://www.kipa-apic.ch/meldungen/sep_s ... hp?id=1205


>> Drei römisch-katholische Nonnen im Alter zwischen 55 und 68 Jahren wurden am 25. Juli 2003 von einem Gericht in Denver (USA) zu Gefängnisstrafen zwischen 30 und 41 Monaten verurteilt.

Den drei Angeklagten wurde vom Gericht eine Frist bis zum 25. August eingeräumt, bis sie sich bei einem Bundesgefängnis melden sollten. Sie entschieden sich aber dafür ihre Strafen sofort anzutreten.<< (Pst; Quelle: Reuters, 26.07.2003)

Quelle: http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/t ... onnen.html


Heimatkonvent der drei Dominikanerinnen:
http://www.grdominicans.org/SocialJusti ... tice/SESP/
Zuletzt geändert von Petra am Montag 10. Januar 2005, 15:51, insgesamt 2-mal geändert.

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Montag 10. Januar 2005, 15:04

Grégoire Ahongbonon, der Taxifahrer und die Kettenmenschen

Bild

>>In Westafrika glaubt man, dass psychisch kranke Menschen von bösen Geistern besessen seien. Um den Dämon zu vertreiben, müsse man den Aufenthalt im Körper des Betroffenen so unerträglich wie möglich machen: Die Opfer werden - oft jahrelang - angekettet, bekommen nur wenig zu essen, werden regelmäßig geschlagen. In Westafrika gibt es Tausende von ihnen.

Grégoire Ahongbonon und seine Hilfsorganisation "St-Camille des Lellis" haben sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele dieser Kranken von ihren Ketten loszubekommen. Zu diesem Zweck hat er mehrere Therapiezentren in Bouaké (Elfenbeinküste) gegründet, wo die Opfer Schutz, Nahrung, Ruhe und medizinische Betreuung finden. In den vergangenen Jahren haben Grégoire und seine Leute etwa 2500 Angekettete befreien können.
Saint Camille betreut zur Zeit 950 Menschen. Die Kriegswirren haben die Arbeit zusätzlich erschwert.<<

Quellenlink: http://www.st-camille.de/

>> Es gibt keine internationale Organisation, die Hilfsprojekte für psychisch Kranke in Westafrika unterhält. Die psychiatrischen Abteilungen der staatlichen Spitäler sind teuer und mangelhaft. Es gibt nur diesen schmächtigen Mann in grauer Mao-Kluft, Grégoire Ahonbonon. Seit 20 Jahren kämpft er gegen die Kettenseuche. «Hunde kettet man an. Kettet man kranke Menschen an, werden sie dadurch nicht geheilt. Sie werden dadurch wie Hunde.» In einem Land, in dem der körperliche Kontakt zu Geisteskranken gemieden wird, weil Wahnsinn als ansteckend gilt, sind solche Sätze revolutionär.

Ein Zufall führte Ahongbonon zu seinem ersten Kranken: In einem lichtlosen Verhau liess ihn seine Familie verfaulen. Maden in Ohren und Nase, im Fleisch der Arme und Beine Baustellendraht. So straff und so lange fesselte der Draht den Mann, bis er sich tief in dessen Körper frass. Bauch und Beine trugen grünschwarze Flecken der Verwesung, und doch atmete dieser Mensch noch. Hilflos stand Ahongbonon davor und wusste nicht, wie den Mann vom Draht lösen. Als es ihm schliesslich gelang, starb der Mann. Seitdem befreite Ahongbonon, ein ehemaliger Taxifahrer, der zum Katholizismus konvertierte, 2500 Menschen.

Sechs Zentren betreibt Ahongbonons «Association Saint Camille-de-Lellis» rund um Bouaké. In Auffangstationen wird den Neuankömmlingen nach Jahren der Gefangenschaft der Filz vom Kopf geschoren. Mit der Säge werden ihre zentimeterlangen, brettdicken Klauen gekürzt. Es gibt einen Psychiater, der das Leiden der Kranken diagnostiziert, ihnen Psychopharmaka in abgestimmter Dosis verschreibt. Mit einem Jahresbudget von 45'000 Franken ernährt Ahongbonon in den Rehabilitationszentren 950 Menschen, selbst in Afrika ein finanzieller Hochseilakt. Langsam erfährt er etwas Unterstützung. Die Weltgesundheitsorganisation lud ihn 2001 zu einem Kongress über psychische Leiden nach Genf, im April dieses Jahres erhielt er von der Nyoner Uhrenfirma MDM einen Preis und 50'000 Franken. In der Elfenbeinküste gibt es nur wenige, die für «Verrückte» spenden, die katholische Kirche, einige betuchte Familien, deren Angehörigen Ahongbonon einmal half. Der vor einem Jahr ausgebrochene Bürgerkrieg erschwert die Arbeit zusätzlich.

Die ehemaligen Kettenmenschen im Zentrum pflanzen Yam-Wurzeln und Zuckerrohr, sieden Seife, züchten Hühner. Das wichtigste Therapierezept jedoch: Man reicht ihnen wieder die Hand. <<

Quellenlink und ganzer Artikel:
http://www.facts.ch/dyn/magazin/print/w ... 13775.html

@Franziska, danke für den Hinweis

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Dienstag 11. Januar 2005, 23:28

Dr. Gustava Everding, für ein würdevolles Sterben

Bild

>>Geboren wurde Gustava Everding am 17. April 1940 in Bottrop. Sie studierte Medizin in Bonn, Freiburg und München. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem 1999 verstorbenen Dramaturgen und Kulturmanager August Everding, bekam sie vier Söhne. Bis 1999 war sie Vorsitzende des Christophorus Hospiz Vereins. Noch heute trägt sie als Referentin die Idee vom würdevollen Sterben weiter in die Öffentlichkeit.

Sie nennt sich »Urgroßmutter« der Hospizbewegung und kämpft seit zwanzig Jahren dafür, dass Menschen friedlich und würdevoll sterben dürfen.

Licht ins Dunkel gebracht hat der Christophorus Hospiz Verein, den die heute 64-Jährige am 5. Juni 1985 in München mitgegründet hat. Das Motto dieses ersten Hospizvereins in Deutschland heißt »Leben bis zuletzt«. Das bedeutet gerade nicht: »Leben um jeden Preis« oder »Leben, so lang wie möglich«. Es bedeutet, dass Menschen ihre letzten Tage würdevoll und schmerzfrei verbringen und friedlich sterben können.
Das war für ein paar Jahrzehnte nicht mehr selbstverständlich. Die moderne Medizin machte gerade in den 70er-Jahren so große Sprünge, dass sich Everding, selbst Ärztin, manchmal fragte, »an welcher Krankheit man eigentlich noch sterben darf.« Fernseh- und Zeitungsbilder von Sterbenskranken, die mit Schläuchen verkabelt und von Geräten umzingelt waren, erschreckten, so ihre Beobachtung, viele Menschen. Immer häufiger wurde die Frage nach Selbstbestimmung, nach Patientenautonomie gestellt.
In diese gesellschaftliche Stimmung hinein gründeten Gustava Everding und ihre Mitstreiter den Christophorus Hospiz Verein - und wurden erst einmal argwöhnisch beäugt. Sterbebegleitung, ist das nicht verboten? Heute, nach fast 20 Jahren Aufklärungsarbeit, »können die meisten Menschen das Wort 'Palliativmedizin' buchstabieren« und kennen den Unterschied zwischen Sterbehilfe und Sterbebegleitung. Dass es der Hospizgedanke jetzt auch bis an die Universität geschafft hat, ist für die Vereinsgründerin »ein Traum«: Seit diesem Herbstsemester ist Palliativmedizin Prüfungsfach für Medizinstudenten in München.

Für Gustava Everding selbst hat der Tod keinen Schrecken: »Er ist das Ende des Lebens, nicht der Seele.« Mit ihrem Mann, dem Theaterintendanten August Everding, hat sie nicht oft über den Tod gesprochen. Dennoch pflegten sie einen unverkrampften Umgang mit dem Thema Sterben, auch als der Regisseur selbst an Krebs erkrankte. »Seine Einstellung war: 'Ich habe nur eine gewisse Zeit, die muss ich nutzen bis zuletzt'«, sagt Gustava Everding. Noch acht Tage bevor er starb, hielt er eine Rede im Münchner Prinzregententheater. In der Nacht nach seinem Tod wachte die Familie an seinem Bett.
Für Gustava Everding ist das der Schlüssel zu einem natürlichen Umgang mit dem Sterben: »Wir müssen den Tod wieder in unser Leben holen, dann macht er nicht mehr so viel Angst.« Die Hilfen der Medizin will sie nicht missen, wohl aber das richtige Maß finden: »Es ist paradox, jemanden über den natürlichen Zeitpunkt zum Sterben hinaus am Leben zu erhalten.«
Das Leben nicht als absoluten Wert setzen, Sterben zulassen können, wenn es so weit ist - darum geht es Gustava Everding. Die Helfer des Hospizvereins sind für sie Begleiter auf diesem Weg, »so wie die Jünger, die mit Jesus am Ölberg gebetet und gewacht haben.« Und irgendwann, so hofft sie, braucht es keine Hospize mehr: Weil die Menschen wieder gelernt haben, mit dem Tod zu leben.<< (von Susanne Petersen)

Quellenlink: http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news ... _09_01.htm

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Freitag 14. Januar 2005, 23:00

Jacques Berthier, singt dem Herrn ein neues Lied

Bild


Jacques Berthier wurde 1923 in Auxerre, Burgund, als Kind musikalischer Eltern geboren. Sein Vater war Komponist und 50 Jahre lang Organist der Kathedrale von Auxerre. Jacques Bethier studierte zuerst bei seinen Eltern und nach dem Krieg in Paris, u.a. Komposition und Orgel. Er heiratete die Tochter seines Kompositionslehrers. 1955 entstanden seine ersten Werke für die Gemeinschaft von Taizé, die damals aus erst 20 Brüdern bestand. (Davor „....bekam Jacques Berthier einen Brief aus Taizé mit der Anfrage, ob er für die Brüder arbeiten wolle. Berthier musste hierfür erst seinen Bischof um Erlaubnis fragen, denn damals war es für einen Katholiken undenkbar, für die protestantische Liturgie zu komponieren. "Zögern sie nicht, das ist sehr gut." war die Antwort und so komponierte Jacques Berhier ein Offizium für die Weihnachtsnacht und Proprien für die Feiertage des Weihnachtsfestkreises.“ )
Ab 1961 war er Organist von St.Ignace, der Jesuitenkirche in Paris, und schrieb für viele Gemeinden geistliche Lieder.
1975 wurde er von Taizé gebeten, einfache Gesänge zu komponieren, die von der ständig wachsenden Zahl Jugendlicher gesungen werden konnten, die Taizé besuchten. Gemeinsam mit Bruder Robert, Arzt und einer der ersten Mitglieder der Gemeinschaft, der das Konzept entwickelt hatte und Berthier die Texte schickte, entstand das große Repertoire der Lieder, die in der Welt als „Musik von Taizé“ berühmt werden sollten – in mehr als 20 Sprachen. Heute sind sie wahrscheinlich die am weitesten verbreiteten zeitgenössischen christlichen Gesänge.

Daneben arbeitete er weiter für Gemeinden, kirchliche Großveranstaltungen, komponierte Messen für Ordensgemeinschaften und geistliche Werke, die als Konzerte aufgeführt wurden. Am 27. Juni 1994 starb Berthier in Paris. Für seine Beerdigung hatte er gewünscht, dass keines seiner eigenen Werke in der Liturgie gesungen wird.

Quellen Links
http://www.giamusic.com/artists/Berthier-Jacques.cfm

http://www.st.stephan.at/beheimatet/taize/kompon.htm

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Freitag 14. Januar 2005, 23:09

Andrea Riccardi - der Gymnasiast, das Evangelium, Sant’Egidio


Bild


Andrea Riccardi, geboren 1950, wuchs in einer bürgerlichen, römischen Familie auf. Sein Vater war Bankdirektor. 1968 bewegte sich die europäische Jugend und suchte nach neuen Wegen, die andere z.B. bei Lenin oder Mao fanden.

>>Andrea Riccardi, der damals Schüler in einem römischen Gymnasium war, rief einige seiner Freunde, das Evangelium zu hören und zu leben. Und er tat es in Einfachheit, in einer Zeit, in der hingegen alles ideologisiert wurde. In diesen Jahren, in denen tausend Wünsche aufeinander trafen und man glaubte, dass die Revolution die Welt verändern würde, verstand Andrea Riccardi, dass es keine dauerhafte Veränderung geben würde ohne eine Veränderung der Herzen und ihre Berührung mit dem Evangelium. Und ein Evangelium, das in die Tat umgesetzt wird, bedeutete vor allem, Freunde der Armen zu sein.

Heute leben die Gemeinschaften von Sant'Egidio in 70 Ländern der Welt; zu ihnen gehören viele Heranwachsende, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen, die das Evangelium leben und verkünden, im Gebet und im Dienst an den Armen.

Die grundlegenden Züge, die die Spiritualität der Gemeinschaft Sant'Egidio charakterisieren, sind folgende:

· vor allem das Gebet, das das Leben aller Gemeinschaften in Rom und in der Welt begleitet. Es bildet den Mittelpunkt und das Fundament für die Grundausrichtung des Lebens der Gemeinschaft;

· die Verkündigung des Evangeliums, die sich an alle richtet, die nach einem Sinn im Leben suchen und fragen;

· Die Solidarität mit den Armen, gelebt als ein freiwilliger und kostenloser Dienst, im Geist des Evangeliums und einer "Kirche aller und besonders der Armen".

Und gerade die Freundschaft zu den Armen wurde auf besondere Weise von vielen Zeichen der Auferstehung begleitet. Dazu gehört die Auferstehung der Aidskranken, die die Gemeinschaft Sant'Egidio in den ärmsten Ländern behandelt; die alten Menschen, die wieder neu leben, wenn sie der Einsamkeit entfliehen; Kinder in Schwierigkeiten, die eine Familie und einen guten Weg für ihre Zukunft finden; Völker, die dank der Gemeinschaft Sant'Egidio einen Weg aus der Tragödie des Krieges finden konnten.

Ein anderer wichtiger Aspekt der Gemeinschaft ist die Arbeit für den Frieden. In Sant'Egidio sagen wir, dass der Krieg der Vater aller Armut ist. Deshalb haben wir uns in vielen Ländern erfolgreich für den Frieden eingesetzt, angefangen mit Mosambik. Die Methode von Sant'Egidio ist einfach: Es geht darum, Dialog und Vertrauen unter Feinden anzuregen, das zu suchen, was eint und das beiseite zu lassen, was trennt. Bei verschiedenen Verhandlungen haben wir dabei jedem geholfen, das Denken des anderen zu verstehen, mit der Perspektive einer wahren gegenseitigen Begegnung, die eine Familie wieder einen kann.
Der Frieden hängt mit der Gerechtigkeit und dem gemeinsamen Erbe aller Kinder Gottes zusammen. Damit der Geist des Friedens aufgebaut und gestärkt werden kann, legt Sant'Egidio viel Wert auf Dialog und Versöhnung zwischen den Christen und unter den Religionen.<< (Artikel von Marco Impagliazzo)


Quellenlink: http://www.miteinander-wie-sonst.de/doc ... iazzo.html

Homepage von Sant’Egidio:
http://www.santegidio.org/de/

Weiterer Link mit ausführlicher Biographie und die Entstehung der Gemeinschaft in franz.:
http://www.ucl.ac.be/actualites/dhc2004/priccardi.html

Sant'Egidio ist der Name eines verlassenen Klosters, das sich die Gemeinschaft als Hauptquartier auswählte.

Benutzeravatar
cathol01
Beiträge: 1562
Registriert: Mittwoch 17. Dezember 2003, 14:38
Wohnort: Archidioecesis Luxemburgensis
Kontaktdaten:

Beitrag von cathol01 » Sonntag 16. Januar 2005, 19:06

[left]http://www.sos-ds.ba/herman4.gif[/left] Hermann Gmeiner
Österreicher, Gründer der SOS-Kinderdörfer.
Weitere Infos
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

Lucia

Beitrag von Lucia » Freitag 21. Januar 2005, 20:31

Bild
"Pater Alfred Welker und die Kinder von Cali

Seit dem Jahre 1981 lebt Pater Alfred Welker nun schon bei den einst vergessenen Kindern von Cali.

Eigentlich wurde der Jesuitenpater nach Kolumbien geschickt, um eine Pfarrei zu übernehmen. Doch dies war ihm nicht genug.

Don Alfredo, wie er dort genannt wird, hat Beispielhaftes geleistet: Inmitten von wirtschaftlichem Elend und Ausbeutung, Gewalt und Korruption, Drogen und Bandenkriminalität hat sein Aufbauwerk den Menschen Mut gemacht."

Quelle
noch 'ne Quelle

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Sonntag 23. Januar 2005, 19:21

Mairead Corrigan und Betty Williams, Frieden für Nordirland

BildBild


>>Am 10. August 1976 kam es in einer Straße in Belfast in Nordirland zu einem bemerkenswerten Vorfall. Ein Mann auf der Flucht rast in seinem Auto die Straße entlang und versucht, seine Verfolger abzuschütteln. Plötzlich fällt ein Schuss und mit dem tödlich verwundeten Fahrer über dem Steuer rast das Fahrzeug in einen Zaun und überfährt eine Mutter und ihre drei Kinder. Die Mutter überlebt trotz schwerer Verletzungen, während ihre drei Kinder auf der Stelle tot sind.

In dem Viertel, in dem die drei Kinder getötet wurden, lebte eine Hausfrau: Sie hörte das Krachen, als das Auto den Zaun durchbrach, und als sie zu der Stelle eilte, nahm sie den ganzen Schrecken der Szene auf. In jenem Augenblick passierte etwas im Denken jener Frau: es war wie das Bersten eines Damms.
Was sie sah, schockierte sie zutiefst; aber darüber hinaus wurde sie überwältigt von einem leidenschaftlichen Verlangen, gegen die ganze Gewalt und den Terror zu protestieren. Sie begann von Tür zu Tür zu gehen in genau der Straße, in der sich die Tragödie ereignet hatte. Das Fass des Schreckens war jetzt übergelaufen: die Zeit war gekommen, wo gewöhnliche Männer und Frauen aufstehen mussten, um gegen die sinnlose Gewalt zu protestieren. Es gab nur ein Mittel: die Menschen selbst mussten Halt schreien. Radio und Fernsehen zeigten ein gewisses Interesse an der Kampagne der Hausfrau, und ihr wurde die Möglichkeit gegeben, in einer Übertragung einen Appell an das irische Volk zu richten, nicht vor dem Terror zu kapitulieren.

Ihr Appell fand Widerhall. Immer mehr Menschen folgten ihrem Ruf. Eine der ersten war eine Tante der drei Kinder, und diese beiden Frauen marschierten nun mutig hinaus in das Niemandsland des Krieges und verkündeten ihre einfache, zu Herzen gehende Botschaft der Versöhnung. Aus diesen bescheidenen Ursprüngen entstand, was heute weltweit bekannt ist als die Friedensbewegung Nordirlands.<<


Mairead Corrigan und Betty Williams leben heute in den USA und setzen sich weltweit für den Frieden ein.


Quellenlink: http://www.dadalos-d.org/deutsch/Vorbil ... aarvik.htm

Interview mit Williams in Engl.
http://www.dadalos.org/int/Vorbilder/vo ... erview.htm

Interview mit Betty Williams in Engl. http://www.dadalos.org/int/Vorbilder/vo ... erview.htm

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Mittwoch 2. Februar 2005, 13:35

Jean-Marie Kardinal Lustiger

Bild


>> Die jüdischen Eltern von Jean-Marie Lustiger kamen von Polen nach Paris. Im Jahre 1926 wurde ihr Sohn und der spätere Erzbischof der Stadt in Paris geboren. Während der nationalsozialistischen Besetzung Frankreichs trennte sich die Familie. Der Sohn, Aaron, wurde bei einer katholischen Familie in Orléans im Süden von Paris versteckt.

Die Mutter wurde verhaftet und zurück nach Polen deportiert. Frau Lustiger kam ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und wurde dort ermordet. Ähnlich erging es einem Großteil der väterlichen Verwandtschaft des späteren Kardinals.

Der kleine Aaron hatte von Zuhause keine religiöse Erziehung mitbekommen. Er war von der Frömmigkeit seiner katholischen Gastfamilie sehr beeindruckt. 1940 ließ er sich im Untergrund taufen. Er war 14 Jahre alt. Der heilige Ritus wurde in der bischöflichen Kapelle von Orléans vorgenommen. Niemand konnte damals wissen, daß der junge Täufling Jahre später als Bischof von Orléans in diese Kapelle zurückkehren sollte.

Kardinal Lustiger sagte, im Hinblick auf das Verhältnis zwischen der Kirche und den Juden sei wesentlich, daß man sich um die Wahrheit der Vergangenheit bemühe und die Fakten, Fehlentscheide und Fehler anerkenne. Es sei wichtig, daß zwischen der katholischen Kirche und den Juden der gegenseitige Respekt sowie Wertschätzung und Vertrauen entstünden. Der Papst habe dafür gearbeitet, daß es heute soweit gekommen sei.

Von 1940 bis 1945 wurden in Auschwitz-Birkenau ungefähr 1,1 Millionen Juden aus ganz Europa ermordet. Dazu kamen 200.000 Menschen aus verschiedenen Nationen, so 85.000 meist katholischer Polen, 20.000 Zigeuner und 15.000 Menschen aus der damaligen Sowjetunion.<<

Der Erzbischof von Paris, Jean-Marie Kardinal Lustiger, nahm als Stellvertreter des Papstes teil an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27.1.2005.

Quelle und ganzer Artikel
http://www.kreuz.net/article.472.html

Ausführliches Interview zur Shoa in einer jüd. Zeitung
http://www.uni-leipzig.de/~judaica/i-fa ... ii95_3.htm

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Donnerstag 3. Februar 2005, 11:42

Gerard und Josette Croissant – und die Gemeinschaft der Seligpreisungen

Bild


Gerard Croissant wurde am 17.2.1949 in einer evangelischen Familie in Ostfrankreich geboten. Er studiert Theologie und lernte in der Gemeinschaft „die Arche“ seine Frau Josette kennen. Dort begann er auch seinen Dienst als Prediger und beide wurden von der Charismatischen Erneuerung geprägt.
1973 beschlossen sie, gemeinsam mit dem Ehepaar Mireille und Jean-Marc Hammel, eine Kommunität zu gründen. Damals leitet Gerard Croissant eine evangelische Gemeinde in Valence. Im Gebet erhielt er die Regeln für die Gemeinschaft. 1974 wandten sie sich der Eucharistie, der Heiligen Maria und der Kirche zu; nach und nach traten die ersten Mitglieder der Katholischen Kirche bei. 1979 wurde Gerard Croissant zum ständigen Diakon geweiht.

Anfangs bestand die Gemeinschaft fast nur aus Familien. Sehr bald kamen jedoch Berufungen zum geweihten Leben und Mitglieder legten die Gelübde der drei evangelischen Räte ab. Einige Brüder begannen das Theologiestudium im Hinblick auf das Priestertum. Im Jahr 1985 wurde der erste Priester der Gemeinschaft geweiht, so umfaßt sie heute also Gläubige aller Lebensstände.

Die erste Aktivität der Gemeinschaft ist das Gebet. Alle Apostolate sollen dem kontemplativen Leben entspringen, als Antwort auf die Bedürfnisse von Kirche und Gesellschaft.
Die Eucharistie, Maria und die Kirche sind Grundpfeiler ihrer Spiritualität:
· Im Zentrum des Tages (als Quelle und Höhepunkt) steht die Eucharistiefeier; darüberhinaus hält jedes Gemeinschaftsmitglied täglich wenigstens eine Stunde eucharistische Anbetung.
· Der Jungfrau Maria geweiht, möchte sich die Gemeinschaft ganz in ihren Dienst stellen.
· In der Schule der heiligen Therese von Lisieux will sie „im Herzen der Kirche Liebe sein“ und möchte - insbesondere durch das Zeugnis der Heiligkeit - an der Erneuerung der Kirche und am Aufbau einer Zivilisation der Liebe mitwirken.

Mit den Jahren sind viele verschiedene Werke der Nächstenliebe und der Wortverkündigung entstanden, z.B.: Übernahme eines Krankenhauses in Afrika, Empfang und Begleitung von psychisch Kranken, von Sterbenden, von Frauen in Not, von Waisenkindern; Seminare und Exerzitien zur Vertiefung des Glaubens usw.

Der größte Teil der Gründungen befindet sich in Frankreich und im französischen Sprach- und Kulturraum: Belgien, Kanada, Neukaledonien, auf dem afrikanischen Kontinent in Mali, Burkina Faso, der Elfenbeinküste, Gabun, Zentralafrika, dem Kongo, der Demokratischen Republik Kongo. Darüberhinaus gibt es aber auch Niederlassungen in vielen anderen Ländern, in europäischen Ländern wie Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Bosnien-Herzegowina, dazu in Israel und dem Libanon, in Peru, Mexiko und den USA, Neuseeland, Macao, Taiwan und auf den Philippinen.


Quellen
http://www.seligpreisungen.org/kurze_vorstellung.htm

http://www.beatitudes.us/ (Klick: our community, history)

http://beatitudes.org/francais/presenta ... orique.htm

Gast

Beitrag von Gast » Donnerstag 3. Februar 2005, 18:00

Petra hat geschrieben:Jean-Marie Kardinal Lustiger
>> Die jüdischen Eltern von Jean-Marie Lustiger kamen von Polen nach Paris. Im Jahre 1926 wurde ihr Sohn und der spätere Erzbischof der Stadt in Paris geboren. Während der nationalsozialistischen Besetzung Frankreichs trennte sich die Familie. Der Sohn, Aaron, wurde bei einer katholischen Familie in Orléans im Süden von Paris versteckt.

Die Mutter wurde verhaftet und zurück nach Polen deportiert. Frau Lustiger kam ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und wurde dort ermordet. Ähnlich erging es einem Großteil der väterlichen Verwandtschaft des späteren Kardinals.

Der kleine Aaron hatte von Zuhause keine religiöse Erziehung mitbekommen. Er war von der Frömmigkeit seiner katholischen Gastfamilie sehr beeindruckt. 1940 ließ er sich im Untergrund taufen. Er war 14 Jahre alt. Der heilige Ritus wurde in der bischöflichen Kapelle von Orléans vorgenommen. Niemand konnte damals wissen, daß der junge Täufling Jahre später als Bischof von Orléans in diese Kapelle zurückkehren sollte.

Quelle und ganzer Artikel
http://www.kreuz.net/article.472.html
Die Schilderung der Ereignisse stimmt in keiner Weise mit der Schilderung durch Kardinal Lustiger selbst überein: Im Jahre 1940 war er keineswegs in Orléans "versteckt" oder "im Untergrund", er besuchte das Gymnasium, hatte viel freie Zeit und fragte - nachdem ihn während einer seiner Streifzüge durch die Stadt eine leere katholische Kirche sehr beeindruckt hatte - eine katholische Nachbarin um Informationen über den katholischen Glauben. Diese Nachbarin vermittelte ihn zwecks Religionsunterricht an den Bischof von Orleans weiter. Von der Frömmigkeit seiner katholischen Gastfamilie konnte er nicht beeindruckt sein, weil er nicht in einer katholischen Gastfamilie sondern in der Wohnung seiner Eltern lebte. Lustiger wurde, nachdem seine Eltern zugestimmt hatten, während des "drole de guerre" getauft, d.h. zu der Zeit, zu der Frankreich noch nicht von deutschen Truppen besetzt war und bevor in Frankreich Judengesetze verabschiedet wurden. Dass er von zuhause keinerlei religiöse Erziehung mitbekommen hätte, stimmt gleichfalls nicht... Dass, wie die "Quelle" kreuz.net behauptet, der "Jude Aaron in der Taufe als Jean-Marie wiedergeboren" worden sei, ist glatt erfunden. Lustiger hat ausdrücklich seinen jüdischen Namen Aron auch als Taufnamen behalten und die Namen Jean (nach seinem Taufpaten) und Marie lediglich hinzugefügt. Der Name Aron verschwand erst später aus seinen Papieren, als ein hilfsbereiter Beamter dies während der deutschen Besetzung Frankreichs für dringend geboten hielt.

Alles nachzulesen in "Gotteswahl"...
(bei der Übernahme von Artikeln aus "kreuz.net" hätte ich meine Bedenken).
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 3. Februar 2005, 19:53, insgesamt 1-mal geändert.

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Donnerstag 3. Februar 2005, 19:34

Sieger Köder – Schwabe, Pfarrer, Maler

Bild

1925 geb. in Wasseralfingen
1943-1945 Arbeitsdienst, Wehrmacht, Gefangenschaft
1946-1947 Staatliche höhere Fach-schule für Edelmetalle in Schw. Gmünd:
Ziselieren und Silberschmieden
1947-1951 Kunstakademie Stuttgart: Zeichnen, Werkklasse,
Malen, Kunstgeschichte
1951-1952 Universität Tübingen: Anglistik
1954-1965 Kunsterzieher am Schubart-Gymnasium Aalen

1965-1970 Universität Tübingen und München: Katholische Theologie
1971 Priesterseminar Rottenburg und Priesterweihe
1971-1975 Vikar in St. Maria Suso, Ulm
1975-1995 Pfarrer in Rosenberg und Hohenberg
seit 1995 im Ruhestand, wohnhaft in Ellwangen


>>In der schon sprichwörtlichen Sieger-Köder-Bibel (mittlerweile in der 8. Auflage erschienen), in zahllosen Schulbüchern, Bibeldeutungen, Meditationstexten, auf dem Hungertuch 1996 von „Misereor“ und in Pfarrbriefen sind seine farbenfrohen und aussagekräftigen Bilder zu sehen. An seinen Wirkungsstätten in Ostwürttemberg hat er seine Spuren hinterlassen: Altäre, Bildfenster, Plastiken. Große Werke finden sich auch in Paris, bei Rom, im österreichischen Graz, im norddeutschen Vreden, in St. Heinrich in Kiel, in St. Johannes in Piflas/Landshut und auf dem Jesuitenfriedhof in Pullach. Mit 40 Jahren – wenn die Schwaben bekanntlich gescheit werden – hängte der Oberstudienrat seinen Beruf an den Nagel und studierte katholische Theologie in Tübingen und München. 1971 wurde er zum Priester geweiht. In der Ecke seines Ateliers steht eine Karton mit vielen Kuverts. Es sind Aufträge, die er angenommen hat, und die der „Malerpfarrer“ (so möchte er tituliert werden) hoffentlich noch alle verwirklichen kann.<< (Artikel von Hermann Sorg)

Quellenlink mit dem ganzen Artikel: http://www.gemeinde-rosenberg.de/neu/hi ... koeder.htm

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Sonntag 6. Februar 2005, 12:42

Msgr. Wens Padilla – Bischof in der Mongolei

Bild

Am 29. August 2004 wurde Wens Padilla zum ersten katholischen Bischof der Mongolei geweiht.

Elf Jahre zuvor war der philippinische Pater mit Pater Robert Gooseens und Frater Gilbert Sales in das Land gekommen, dessen Regierung nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaft beim Vatikan um Unterstützung gebeten hatte. Die Mongolei ist 1,5 Mill. qkm groß (circa dreimal Frankreich) und es gab keine Kirchen, Gemeinden oder sonstige Einrichtungen. Alles wurde aus dem Nichts aufgebaut. Zuerst musste die Sprache gelernt werden und es gab viele wirtschaftliche und gesellschaftliche Hindernisse. Anfangs nahmen an den Messen, die in Privatwohnungen zelebriert wurden, nur Ausländer teil. Inzwischen gibt es 3 Pfarrgemeinden, über 40 Missionare, 8 Ordensinstitute (u.a. Schwestern der Nächstenliebe) und ca. 200 Katholiken. Unter den ausländischen Ordensleuten sind philippinische, koreanische und afrikanische Schwestern und Brüder. Im August 2004 wurde auch die erste Kathedrale der Mongolei geweiht (Hl. Peter und Paul in Ulan-Bator).

>>Anfang der 90-er Jahre wurden viele Fabriken geschlossen, die Gehälter wurden niedriger und viele Familien sind heute arm. Eine Folge davon ist das Drama der Straßenkinder: tausende Kinder leben von dem was sie im Abfall finden oder sie geraten in kriminelle Kreise. Vor dieser Realität dürfen die Missionare natürlich nicht die Augen verschließen und sie versuchen mit ganzer Kraft in Zusammenarbeit mit den katholischen Gemeinden und allen, die sich ihnen anschließen, den Armen, Vagabunden, Alkoholikern und Straßenkindern zu helfen.<<

Quellen:
Interview mit Kardinal Crescenzio Sepe, Hauptzelebrant der Bischofsweihe.
http://www.fides.org/deu/news/2003/0309/05_523.html

Predigt des Kardinals zur Weihe der Kathedrale:
http://www.vatican.va/roman_curia/congr ... pe_ge.html

Bericht der Reise einer kath. Gemeinde (1999)
http://www.tag-des-herrn.de/1999/tdha9935c.htm

http://www.zenit.org/german/archiv/0107/ZG010701.htm

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Sonntag 6. Februar 2005, 17:53

Schwester Cornelia Bührle – Rechte für Illegale

Bild

>>Als Sechsjährige sah Schwester Cornelia Bührle rscj in der Zeitung Fotos, die misshandelte Schwarze in den USA zeigten. Ihr Vater war Journalist und erklärte ihr damals die Situation benachteiligter Menschen. Dieses Erlebnis prägte das Leben der heutigen Ordensfrau. "Das Wichtigste sind für mich Menschen. Da kann man nur politisch sein." Dass die Politik die Grundlage der Gesellschaft bildet, erkannte sie schon früh. Dennoch wurde sie keine Politikerin. "Ich habe mit einer Politik-Karriere geliebäugelt, aber dennoch Abstand davon genommen. Man ist immer nur ein exekutives Organ. Man kann nie frei und in eigener Verantwortung handeln, sondern ist immer Zwängen ausgeliefert." Heute lebt und arbeitet die 50-Jährige als Schwester des Sacré-Coeur-Ordens in Brüssel. Nachdem sie zehn Jahre als Flüchtlingsbeauftragte in Berlin gearbeitet hatte, rief sie der Jesuitenorden für seinen Flüchtlingsdienst in die europäische Hauptstadt. Dort analysiert sie "vorbereitende Dokumente der EU-Kommission für Gesetzesvorlagen". Mit ihrer Entscheidung Ordensschwester zu werden, waren ihre Eltern am Anfang nicht glücklich.<<


Quelle und ganzer Artikel http://www.b-trifft.de/gast.phtml?id=880

Hompage: Katholisches Forum: Leben in der Illegalität:
http://www.forum-illegalitaet.de/

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Sonntag 6. Februar 2005, 23:16

Frère Roger Schutz und der kleine Frühling der Kirche

Bild


>> Frère Roger wurde am 12. Mai 1915 als Roger Louis Schutz-Marsauche in Provence im Schweizer Kanton Waadt geboren. Sein Vater war Schweizer, seine Mutter Französin. Er studierte in Lausanne und Straßburg reformierte Theologie. Damals hatte er sich schon seit mehreren Jahren mit der Absicht getragen, eine Gemeinschaft ins Leben zu rufen, die konkret Versöhnung lebt. Er wollte sein Vorhaben an einem Ort verwirklichen, wo Krieg und Elend herrschen.

1942 - mitten im Zweiten Weltkrieg - ließ sich Schutz im burgundischen Dorf Taizé nieder, wenige Kilometer von der Demarkationslinie entfernt, die Frankreich damals teilte. Er versteckte gefährdete Flüchtlinge, vor allem Juden. Allmählich schlossen sich ihm Brüder an und gründeten die Gemeinschaft, die sich der Aussöhnung der Kirchen, der europäischen Verständigung und einem einfachen Leben verschrieb. 1949 legten erstmals sieben Männer Ordensgelübde ab, versprachen Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Das Jahr 1949 gilt deshalb als Gründungsjahr der Communauté.

Die ersten Brüder waren evangelischen Bekenntnisses. Doch bald stießen auch katholische Brüder zur Gemeinschaft. 1962 wurde eine moderne "Kirche der Versöhnung" eingeweiht, die bis heute der Mittelpunkt von Taizé ist.

Taizé zieht die Jugendlichen wie ein Magnet an. Sie kommen aus sämtlichen ost- und westeuropäischen Ländern und den anderen Erdteilen. Hunderttausende Jugendliche beschäftigten sich im Laufe der Jahre in Taize mit dem grundliegenden Thema: Inneres Leben und Solidarität mit den Menschen. Ausgehend von den Quellen des christlichen Glaubens suchen sie nach einem Sinn für ihr Leben und bereiten sich vor, in ihrem Lebensbereich verantwortliche Aufgaben zu übernehmen.

Seit 1966 wohnen Schwestern von St. André, einer vor 750 Jahren gegründeten internationalen katholischen Gemeinschaft, im Nachbardorf und übernehmen einen Teil der Aufgaben bei den Jugendtreffen.

Frère Roger war immer wieder auch geschätzter Gesprächspartner der Päpste seit Pius XII. Papst Johannes Paul II., der Frere Roger bereits aus seiner Zeit als Erzbischof von Krakau kannte, empfing ihn mehrfach in Privataudienz. Johannes XXIII. hatte ihn als ökumenischen Beobachter zum Zweiten Vatikanischen Konzil eingeladen.

Es gehört zu den Zielen der Taizé-Treffen, dass sich Jugendliche darauf vorbereiten, in ihrem Lebensbereich Frieden zu schaffen und Versöhnung zu stiften, der Spirale der Resignation zu widerstehen und Quellen des Vertrauens zu erschließen. Für diesen Einsatz erhielt Frère Roger unter anderm 1988 den UNESCO-Preis für die Erziehung zum Frieden.<<

Quelle und ganzer Artikel:
http://www.dioezese-linz.at/redaktion1/ ... le_ID=5168

Rede von Papst Johannes Paul II während seines Aufenthaltes in Taizé:
http://www.taize.fr/de_article241.html

Homepage von Taizé:
http://www.taize.fr/de

Troppe für Erich: Bild

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Montag 7. Februar 2005, 23:28

Jorginho und der Sportler-Bibelkreis

Bild

>> Jorginho - oder auch Jorge de Amorim Campos, wie er mit bürgerlichem Namen heißt - wurde am 17. August 1964 in Rio de Janeiro geboren. In ärmlichen Verhältnissen ist er mit sechs Geschwistern aufgewachsen. 1974 starben sein Vater und seine zwanzigjährige Schwester.

"Es war ein hartes Jahr, vor allem für meine Mutter. Fußballspielen habe ich in den Straßen von Rio gelernt, wie viele Brasilianer. Dort entdeckte mich ein Funktionär vom FC Amerika Rio. In diesem Verein begann meine Karriere. Bis 1984 spielte ich bei diesem Verein, bis 1989 bei Flamengo Rio, bis 1992 bei Bayer 04 Leverkusen und ab Juli 1992 beim FC Bayern München mit Vertrag bis 1995.

1983: Brasilien Junioren Weltmeister.
1988 Olympiazweiter in Seoul, Weltauswahlspieler
1992 FIFA-Fairplay-Preis
1994 Weltmeister

"Das Wichtigste in meinem Leben hat zunächst nichts mit dem Fußball zu tun. Mein Leben gründet sich absolut auf den gelebten Glauben an Jesus Christus.
Das war allerdings nicht immer so. Als Junge hatte ich Probleme mit Alkohol und Sex. Durch meinen Bruder, der Pastor ist, habe ich zum christlichen Glauben gefunden. So auch meine Frau Christina. Unser Wunsch ist, dass unsere Kinder Larissa, Vanessa und Daniel ebenfalls ein Leben führen, wie es Gott gefällt. Daher lesen wir oft in der Bibel, weil wir darin viele Fragen unseres Christsein beantwortet bekommen.

In der Saison 91/92 habe ich, als ich noch bei Bayer Leverkusen spielte, einen Sportler -Bibelkreis eingerichtet, so wie wir das auch in Brasilien in Vereins -und Nationalmannschaft getan haben. An alle Mannschaftskapitäne in der Fußball- Bundesliga und Interessierte wurden Bibeln verteilt. Viele sind durch diese Aktion, die ich zusammen mit meinem Freund Jo Heß gestartet habe, ermutigt worden und zum aktiven Glauben gekommen. Auch in unserem Bibelkreis in Leverkusen kamen Profis zum Glauben an Jesus Christus. Es ist für mich als Christ wichtig, meinen Glauben mitzuteilen. Wir singen, lesen in der Schrift und beten darum, dass wir Gottes Wort für unser Leben verstehen und umsetzen können."<<

Quelle und ganzer Artikel
http://www.jesus-online.de/article.php?article=247

Interview mit Jorginho
http://www.erba.de/kan/ge-Jorginho.htm

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Dienstag 8. Februar 2005, 22:59

Erzbischof Michael Courtney – Apostolischer Nuntius in Burundi

Bild

Michael Aidan Courtney wurde 1945 in Negah, Irland, geboren. Er war das jüngste der sieben Kinder von Dr. Louis und Elizabeth Courtney. Ein Jahr lang studierte er Wirtschaft und Jura, danach ging er nach Rom ins Priesterseminar und wurde 1968 geweiht. Er arbeitet bis 1976 in irischen Pfarreien und setzte daraufhin in Rom seine Studien fort.

Seit 1980 war er im diplomatischen Dienst des Papstes; zu seinen Stationen gehörten Ägypten, Südafrika, Kuba, Indien, der Senegal und ab 1995 der Europarat in Straßburg.
Im November 2000 erhielt er die Weihe zum Erzbischof und Apostolischen Nuntius in Burundi. (Burundi liegt neben Ruanda in Ostafrika und ist etwa so groß wie Belgien. Ca. 70% der 5 Mill. Bewohner sind katholisch, über 20% hängen Naturreligionen an.)

Am 29. Dezember 2004 wurde Erzbischof Courtney in Minago ermordet. Er befand sich auf der Rückkehr von einem Besuch in der Hauptstadt, als sein Auto unter Beschuss genommen wurde, wobei er tödlich getroffen und seine Mitfahrer verletzt wurden. Er erlag den Folgen seiner Verletzungen wenig später im Krankenhaus von Bujumbura, der Hauptstand des Landes.

>>Pater Gabriel von der burundischen Bischofskonferenz sagte: „Es ist schwer zu begreifen, dass Menschen, die im Dienst der anderen stehen und nur geistliche oder humanitäre Ziele haben, Opfer eines solchen Verbrechens werden können. Es ist noch nicht klar, ob die Mörder ganz genau wussten, wen sie da vor sich hatten. Das wird vielleicht eine genauere Untersuchung erbringen. Erzbischof Courtney war ein vorbildlicher Bischof, der sich wirklich für den Frieden eingesetzt hat.“
Die meisten Missionare und Kirchenleute in dem ostafrikanischen Land, aber auch der burundische Präsident glauben, dass der Nuntius zielgerichtet umgebracht wurde. Saverianer-Pater Claudio Marano: „Von fünf abgefeuerten Kugeln haben drei direkt ihn getroffen; sein Auto hat normalerweise immer eine Standarte, also mussten sie eigentlich wissen, wer drinsaß."

Courtney hat in den letzten Jahren immer wieder mit Rebellen verhandelt. Kämpfe in Burundi haben in den letzten zehn Jahren schon Tausende von Todesopfern gefordert. Ein im letzten Jahr erzieltes Friedensabkommen scheint nicht zu halten.<<

Links der Quellen
http://homepage.eircom.net/~clonfert/news.htm
http://www.vaticanradio.org/tedesco/ted ... .12.03.htm
http://www.fides.org/deu/martirologio/martiri_2003.html

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Mittwoch 9. Februar 2005, 21:43

Karmelitinnen in Tromsö – der nördlichste Karmel der Welt

Bild


Als Papst Johannes Paul II. 1989 Island besuchte, brachte er polnische Karmelitinnen mit. Die Schwestern dieses Ordens teilen ihren Tag in acht Stunden Gebet, Betrachtung und Meditation, acht Stunden Arbeit und acht Stunden Schlaf. 2 Jahre später kamen auf Bitte Bischof Goebels von Tromsö Schwestern nach Norwegen.

Auf ihrer Homepage erzählen sie:

>>Es war am 08.09.1990, als wir zwölf Schwestern, davon zwei Novizinnen und eine Postulantin, von Island nach Tromsö kamen. Angekommen ohne Geld und sonstige Mittel, zogen wir zuerst in ein Wohnhaus, das der Bischof uns zur Verfügung gestellt hatte. Hier sollten wir wohnen bleiben, bis das neue Kloster gebaut war. Dieses erste Haus war zwar ein großes Wohnhaus, aber für einen ganzen Karmelkonvent doch auf längere Sicht zu klein. Darum fingen wir bald an, Geld für einen Neubau zu sammeln.
Um eine erste Grundfinanzierung zu sichern, begannen wir mit verschiedenen Handarbeiten, deren Erlös ausschließlich für den Neubau bestimmt waren. Außerdem baten wir verschiedene Organisationen um finanzielle Unterstützung und Hilfe.
1994 hatten wir genug Geld, um mit dem Rohbau zu beginnen. Obwohl im Sommer 1995 erst ein Teil des Klosters fertig war, zogen wir am 05. August ein. Trotz aller noch vorhandenen Mängel fühlten wir uns von Anfang an wohl. Endlich - nach fünf Jahren, in denen wir leben mußten wie Sardinen in der Dose - hatten wir genug Platz. Am 23.08.98 war es dann soweit. Obwohl noch einige Kleinigkeiten im Kloster zu machen waren, wurde die Einweihung gefeiert.
In der ganzen Zeit, die wir in Tromsö leben, hatten wir einige Interessentinnen und Kandidatinnen, die unsere Form des Lebens kennenlernen wollten. Einige der Frauen sind geblieben, andere wieder gegangen. Mittlerweile leben in unserem Konvent 14 Schwestern, 13 von ihnen mit ewiger Profeß, 1 Novizin.
Wir beten täglich die Liturgie, ein Hauptbestandteil des karmelitanischen Lebens. Außerdem pflegen wir Kontakt mit unseren Besuchern und Gästen und haben ein offenes Ohr für deren Probleme und Gebetsanliegen.
Zur Zeit versuchen wir, durch verschiedene Arbeiten und Projekte unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Wir verkaufen selbstgemalte Ikonen und stellen Meßgewänder her. Auch Kerzen werden bemalt und verkauft, sowie von uns gestaltete Karten.
Unser letztes Projekt war die Aufnahme von zwei CD´s, die sich gut verkaufen.<<

Die erste CD der Schwestern stand während der Weihnachtszeit in der Verkaufshitparade ganz oben.
Die Stadt Tromsö ist auf einer Insel gebaut, zwei lange Brücken verbinden sie mit dem Festland. Sie liegt 400 km nördlich des Polarkreises.

Quelle und ganzer Artikel auf ihrer Homepage: http://karmel.katolsk.no/de/index.htm

(Dort auch die CDs mit Bestelladresse und Hörprobe)

Noch'n Link http://www.bistumsblatt.paulinus.de/arc ... ickpkt.htm

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema