Kann ich die Eucharistie empfangen?

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peter51
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Kann ich die Eucharistie empfangen?

Beitrag von peter51 »

Möchte als Evangelischer gerne an Exerzitien der katholischen Gemeinde (zum Advent) teilnehmen. Nun habe ich gelesen, dass beim letzten der vier Abende eine Eucharistiefeier geplant ist. Kann ich daran teilnehmen? Von MIR aus sehe ich darin kein Problem, die Evangelischen sind darin ja sehr offen, aber wie sieht es die katholische Kirche? Wie soll ich mich verhalten?

Anastasis

Re: Kann ich an der Eucharistie teilnehmen?

Beitrag von Anastasis »

peter51 hat geschrieben:Möchte als Evangelischer gerne an Exerzitien der katholischen Gemeinde (zum Advent) teilnehmen. Nun habe ich gelesen, dass beim letzten der vier Abende eine Eucharistiefeier geplant ist. Kann ich daran teilnehmen? Von MIR aus sehe ich darin kein Problem, die Evangelischen sind darin ja sehr offen, aber wie sieht es die katholische Kirche? Wie soll ich mich verhalten?
An der Eucharistiefeier teilnehmen kannst Du selbstverständlich, zur Kommunion gehen aber nicht.
(Es gehen übrigens auch nicht immer alle Katholiken, die an einer Eucharistiefeier teilnehmen, zur Kommunion.)

(Und: das ist die offizielle Haltung der katholischen Kirche; nach der hast Du gefragt. Die Praxis sieht bisweilen "liberaler" oder "gastfreundlicher" aus, eventuell wirst Du gar ausdrücklich zur Teilnahme an der Kommunion eingeladen. Ich will das jetzt mal nicht werten, das werden sicher gleich andere Teilnehmer tun...)

Jedenfalls sehe ich keinen Grund, warum Du nicht an den Exerzitien teilnehmen solltest - ich wünsche Dir eine gute und geistlich fruchtbare Zeit!

Cicero
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Re: Kann ich an der Eucharistie teilnehmen?

Beitrag von Cicero »

peter51 hat geschrieben:Möchte als Evangelischer gerne an Exerzitien der katholischen Gemeinde (zum Advent) teilnehmen. Nun habe ich gelesen, dass beim letzten der vier Abende eine Eucharistiefeier geplant ist. Kann ich daran teilnehmen? Von MIR aus sehe ich darin kein Problem, die Evangelischen sind darin ja sehr offen, aber wie sieht es die katholische Kirche? Wie soll ich mich verhalten?
Hallo Peter,
selbstverständlich kannst Du an den Exerzitien teilnehmen.
Auch an der abschließenden Eucharistiefeier kannst Du teilnehmen.
Zur Kommunion gehen kannst Du in der Eucharistiefeier allerdings nicht.
Schon allein Deine Frage zeigt, daß Du das Problem nicht nur erkannt hast,
sondern auch sehr sensibel damit umgehst. Sprich doch einfach vor Beginn oder am ersten Abend mit dem Leiter der Exerzitien.

Anastasis

Beitrag von Anastasis »

(Übrigens ein interessantes Teilnehmerbild für einen evangelischen Christen!) :)

Marlene
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Re: Kann ich an der Eucharistie teilnehmen?

Beitrag von Marlene »

peter51 hat geschrieben:Von MIR aus sehe ich darin kein Problem, die Evangelischen sind darin ja sehr offen
Was würde dir denn "von DIR aus" der Empfang der Kommunion bedeuten?

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peter51
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Abendmahl - Kommunion

Beitrag von peter51 »

Das Abendmahl (Kommunion) ist für mich die Gemeinschaft mit Jesus, aber eben auch die Gemeinschaft mit den anderen Christen, die daran teilnehmen und die sich in einer Gruppe von Jesus angenommen fühlen und ihn auch annehmen wollen. Das ist für mich die Hauptsache. Der Unterschied zwischen Katholiken und Evangelischen ist für mich aus diesem Blickwinkel eher sekundär:
Bei uns empfangen wir Brot UND Wein,
der Pastor leitet das Abendmahl, lädt dazu ein, nimmt aber im Übrigen daran teil wie wir alle. Die Gemeinschaft mit Jesus Christus wird nicht erst durch den Pastor hergestellt (wenn er dabei auch hilft) und:
Brot und Wein sind SYMBOLE für den Körper und das Blut Christi, wir stellen uns aber nicht vor, dass der Wein im Augenblick der Kommunion Blut Christi IST.

Anastasis

Re: Abendmahl - Kommunion

Beitrag von Anastasis »

peter51 hat geschrieben: Brot und Wein sind SYMBOLE für den Körper und das Blut Christi, wir stellen uns aber nicht vor, dass der Wein im Augenblick der Kommunion Blut Christi IST.
Eben - da ist das Problem.

Marlene
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Re: Abendmahl - Kommunion

Beitrag von Marlene »

peter51 hat geschrieben:Das Abendmahl (Kommunion) ist für mich die Gemeinschaft mit Jesus
....
Brot und Wein sind SYMBOLE für den Körper und das Blut Christi, wir stellen uns aber nicht vor, dass der Wein im Augenblick der Kommunion Blut Christi IST.
Ich stelle mir da auch nichts vor, lieber Peter - ich glaube fest und unverbrüchlich daran, dass die Hostie der Leib Christi IST (und analog dazu der konsekrierte Wein sein Blut).

Und die Gemeinschaft mit Jesus besteht darin, dass ich IHN in der Gestalt des Brotes empfange und in mir aufnehmen kann ...

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peter51
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Beitrag von peter51 »

Für mich ist die Gemeinschaft in Christo wichtig, nicht theologische Raffinessen. Genauso wie es katholische Christen gibt, die am "Abendmahl" teilgenommen haben. Wenn sie an den Wein als Blut glauben, dann ist das ihr gutes Recht. Und unsere Gemeinschaft ist deshalb kein bißchen weniger intensiv: Wo zwei in meinem Namen ..... so heißt es doch, oder?

Ralf
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Beitrag von Ralf »

peter51 hat geschrieben:Für mich ist die Gemeinschaft in Christo wichtig, nicht theologische Raffinessen. Genauso wie es katholische Christen gibt, die am "Abendmahl" teilgenommen haben. Wenn sie an den Wein als Blut glauben, dann ist das ihr gutes Recht. Und unsere Gemeinschaft ist deshalb kein bißchen weniger intensiv: Wo zwei in meinem Namen ..... so heißt es doch, oder?
Wenn Du so denkst, dann gibt es ja noch weniger Grund für Dich hinzugehen. Schließlich ist für Dich die Gemeinschaft ist Christus eh schon durch das Zusammensein gegeben.

Und mal offen gesagt: Du bist/wärest Gast bei einer katholischen Eucharistiefeier. Du hast hier offen und ehrlich gefragt, ob es ein Problem wäre. Wir haben die die katholischen Grundsätze erklärt, für Dich sind das bloß "theologische Raffinessen", für uns geht es da im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod. Mag sein, daß Dir das egal ist - aber ist es normal, sich so überheblich über die Grundwerte des Gastgebers zu setzen?
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Peter
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Beitrag von Peter »

Ich sag’ es mal einfach so: Dann kann es mit der Gemeinschaft nicht weit her sein. Du triffst dich ja nicht nur mit der zufälligen Gottesdienstgemeinschaft an diesem Tag oder jenem Abend, sondern mit der ganzen Kirche. Da kann es manchmal – nein, IST es! – das tiefere Zeichen sein, die noch nicht erreichte Einheit zu durchleiden.

Wenn du erklärst: Das sind theologische Finessen, dann … sagst du doch auch nicht bei einer Einladung: Och, ist eigentlich egal, was sie mir zubereiten. Hauptsache ich werde satt.

Biggi
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Beitrag von Biggi »

Nun ja, ob das in dem konkreten Fall "überheblich" ist, weiß ich nicht. Vielleicht auch einfach nur unwissend... ohne jeden bösen Willen halt.

Aber in der Tat, Peter51: die Interkommunion zwischen Katholiken und Protestanten suggeriert eine Einheit im Verständnis von Eucharistie/Abendmahl, die eben nicht gegeben ist. Das ist der Grund dafür, weshalb Katholiken nicht am evangelischen Abendmahl teilnehmen sollen, auch wenn die Protestanten aufgrund ihres Abendmahl-Verständnisses damit überwiegend wenig Probleme haben dürften. Umgekehrt - bei Teilnahme von Protestanten an der Kommunion in einer hl. Messe - kommt hinzu, dass es einfach sehr, sehr schmerzlich ist, wenn jemand kommuniziert, der nicht das glaubt, was wir eben glauben: dass dieses Stückchen Brot eben wirklich Jesus Christus IST. (Übrigens ist es für mich genauso schmerzlich, wenn ich Katholiken kommunizieren sehe, bei denen ich guten Grund zu der Annahme habe, dass sie nicht an die Realpräsenz glauben.)
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll.
(Adolph Kolping, Patron des XX. Weltjugendtags 2005)

Andreas01
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Beitrag von Andreas01 »

übrigens: die Realpräsenz Jesu in der konsekrierten Hostie ist kein spätes Dogma der katholischen Kirche, sondern biblisch im wörtlichen Sinn:

Mt 26:
26 Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib.
27 Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus;
28 das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Mk 14:
22 Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.
23 Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus.
24 Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.

Luk 22:
19 Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.


Joh6:
53 Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.


evangelischer (bzw. evangelikaler) Einwand:
Jesus sagte auch: "ich bin der Weinstock"
- und wir beten keinen Weinstock an;

zugegeben:
allein aufgrund der Abendmahlsberichte könnte eine symbolische statt der wörtlichen Lesart schon vertretbar sein.


Aber ich denke, es gibt (mindestens) eine weitere Stellen, die stark für das katholische Verständnis einer Realpräsenz spricht, und nur schwerlich symbolisch gedeutet werden kann:


1 Kor 11:
29 Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.



Liebe Grüße Andreas
Zuletzt geändert von Andreas01 am Dienstag 16. November 2004, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.

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roncalli
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Beitrag von roncalli »

In Ausnahmefällen kann - das bestätigte auch Kurienkardinal Kasper - für nichtkatholische Christen die "Handregel" des Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn gelten:
Wer auf das eucharistische Hochgebet ehrlichen Herzens mit 'Amen' antworten kann, der kann auch die Kommunion ehrlichen Herzens empfangen. An der Eucharistie kann ein Getaufter teilnehmen, wenn er aus Überzeugung mit vollziehen kann, was dort nach katholischem Glauben geschieht. Es geht um die Gegenwart Christi in Gestalt von Brot und Wein, um die Gemeinschaft mit den Heiligen, dem Papst und dem Ortsbischof.
Ich vermute allerdings, dass du, peter51, diese katholische Überzeugung nicht (oder noch nicht) teilst. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind aber gerade angesichts der hl. Kommunion sehr wichtig.

Biggi
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Beitrag von Biggi »

Ich habe sehr viel Respekt vor den Konvertiten, die bereits an die Realpräsenz glauben, eine große Sehnsucht nach der Eucharistie haben, aber dennoch mit dem Empfang der Kommunion bewusst warten bis zum Tag der Konversion. Das kann ein wirklich schwerer Verzicht sein. Aber ich hatte bei all den Konvertiten, deren Weg ich aus mehr oder weniger großer Nähe verfolgen konnte - und das waren etliche - immer den Eindruck, dass er sich "lohnte".

Ich kenne allerdings auch (aktuell) einen Fall, in dem ein Ehepaar aus triftigen Gründen noch nicht konvertieren kann, aber seit langem "katholisch glaubt" und die hl. Messe besucht. Sie haben von ihrem Bischof die ausdrückliche Erlaubnis, die Kommunion zu empfangen. Da wäre eine Wartezeit von mehreren Jahren doch eine zu große Härte. - Aber auch hier handelt es sich eben nicht um ein eigenmächtiges "Nehmen" der Kommunion, sondern um ein "Sich-geben-lassen". Das ist etwas anderes.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll.
(Adolph Kolping, Patron des XX. Weltjugendtags 2005)

Marlene
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Beitrag von Marlene »

peter51 hat geschrieben:Für mich ist die Gemeinschaft in Christo wichtig, nicht theologische Raffinessen. Genauso wie es katholische Christen gibt, die am "Abendmahl" teilgenommen haben. Wenn sie an den Wein als Blut glauben, dann ist das ihr gutes Recht. Und unsere Gemeinschaft ist deshalb kein bißchen weniger intensiv: Wo zwei in meinem Namen ..... so heißt es doch, oder?
Lieber Peter,
wenn du das alles nur für theologische Raffinessen hieltest, hättest du vermutlich nicht deine Eingangsfrage gestellt ... irgendwie bist ja sensibilisiert.

Wenn du mich persönlich fragen würdest "soll ich ..." Dann müsste ich dir aufgrund deiner Aussagen "theologische Raffinessen" ... "für uns ist es Symbol" ... sagen, dass es mir ein Verrat an Christus und meinem Glauben an seine Gegenwart in der Hostie wäre, wenn ich zu dir sagte "komm mit, Jesus lädt uns alle ein"

Und es würde mir als ebensolcher Verrat erscheinen, wenn ich an einer ev. Abendmahlsfeier teilnehmen würde ...

Als gläubige Christen haben wir das selbe Ziel, das ist für mich gar keine Frage. Und natürlich ist Jesus in unserer Mitte, wenn wir in seinem Namen zusammenkommen. Aber in der Frage seines Vermächtnisses "Das ist mein Leib ... das ist mein Blut" schlagen wir verschiedene Richtungen ein.

Ich finde das akzeptabel, und ich respektiere die Haltung und den Glauben eines jeden Protestanten. Aber ich bitte auch jeden Protestanten, die katholische Haltung und den katholischen Glauben zu respektieren.

Es gibt so viele gemeinsame Wege zu Gott, die wir in echter und nicht in herbeigezwungener Gemeinschaft gehen können. Lass uns die gehen.

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peter51
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"Verrat an Jesus"?

Beitrag von peter51 »

Liebe Marlene,

ja da liegt nun wirklich ein riesengroßer, anscheinend unüberbrückbarer Unterschied in unseren Auffassungen (schade!).
Meiner Auffassung lädt Jesus ALLE Christen zum Abendmahl ein und nicht nur diejenigen einer einzigen Konfession. Ich sähe es als Verrat an Jesus und seiner Botschaft an (wenn wir denn unbedingt von "Verrat" sprechen müssen, wie du es tust), wenn ich einen Christen von der gemeinsamen Tafel ("Sehet, wie freundlich der HERR ist") ausschlösse. Ich kann als Kriterium die Taufe akzeptieren. Darüber hinaus steht es MIR gar nicht zu, über die Gäste zu entscheiden, die Jesus einlädt.

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Risen
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Beitrag von Risen »

Hallo Peter :-)
Ich hatte schon überlegt dir bei Jesu´s,de zu schreiben aber da ich nicht noch eine Schlacht heraufbeschwören wollte habe ich das mal gelassen ;-)

So bekommst du nun aber doch noch eine Antwort von mir .
Wie du ja schon weißt besteht einfach ein wichtiger unterschied in den Abendmahlstheologien . Dabei kommt es , meines erachtens nach nicht auf Rafinessen sondern auf Grundlegendes an .
Wenn dir etwas heilig ist , dann willst du es ja auch nicht abgeben an jemanden , der es nicht so ansieht . :kratz: Verständlich ?
"Versuche nie jemanden zu formen, wie du selber bist. Du solltest wissen , dass einer von deiner Sorte reicht . " Ralph Waldo Emerson

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peter51
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Beitrag von peter51 »

Also, liebe Leute, zum ersten: Lasst uns mal das Ganze ein wenig tiefer hängen: Die eine spricht von "Verrat", du sprichst jetzt von "Schlachten". Hallo, die Religionskriege sind vorbei. Wir sprechen einfach miteinander - nicht mehr und nicht weniger.

Was ist einem heilig? Ja, ich glaube, da hast du einen wesentlichen Punkt getroffen. Mit "heilig" soll das gemeint sein, was für mich unverzichtbar ist, um mit anderen eine Gemeinschaft zu bilden. Da sagen die Katholi-ken, vor allem die katholischen Theologen: Die Form der Kommunion ist selbst heilig. Für die Evangelischen ist das Wesentliche wohl nicht die Form (sie lassen ohne Probleme auch die Anhänger der Transubstantiation zum Abendmahl zu), sondern dass Jesus die einlädt, die getauft sind und die daran glauben, dass er für uns zur Vergebung unserer Sünden gestorben ist. Die Gemeinschaft selbst ist das Wesentliche.

Nun würde ich noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass vielen Katholiken, denen die theologischen Fragen (das Wort "Raffinessen" habe ich aus meinem Wortschatz gestrichen, LOL) nicht so am Herzen liegen, dafür aber die Ökumene unter den Christen, sich sehr wohl eine gemeinsame Kommunion/ Abendmahl vorstellen können, ohne das, was ihnen heilig ist, zu verraten. (Vermutlich bin ich jetzt wieder voll in ein Fettnäpfchen getreten, aber sei's drum)

Edith
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Beitrag von Edith »

Weißt, das Problem ist, dass die Eucharistie eben nicht das Gleiche ist, wie das Abendmahl.
Von daher ist das gar nicht vergleichbar.

Aber bereits da... gibts eben verschiedene Auffassungen. 8)

Marlene
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Re: "Verrat an Jesus"?

Beitrag von Marlene »

peter51 hat geschrieben:Liebe Marlene,
ja da liegt nun wirklich ein riesengroßer, anscheinend unüberbrückbarer Unterschied in unseren Auffassungen (schade!).
Meiner Auffassung lädt Jesus ALLE Christen zum Abendmahl ein und nicht nur diejenigen einer einzigen Konfession. Ich sähe es als Verrat an Jesus und seiner Botschaft an (wenn wir denn unbedingt von "Verrat" sprechen müssen, wie du es tust), wenn ich einen Christen von der gemeinsamen Tafel ("Sehet, wie freundlich der HERR ist") ausschlösse. Ich kann als Kriterium die Taufe akzeptieren. Darüber hinaus steht es MIR gar nicht zu, über die Gäste zu entscheiden, die Jesus einlädt.
Lieber Peter,
was du schilderst, wäre für mich ein gemeinsames Agape-Mahl, und dafür brauchen wir gar nicht erst Brücken bauen :)

Wir sprachen aber von der Teilnahme an der Eucharistie. Dabei geht es um ein Sakrament und dessen Teilhabe. Mal eine andere Frage zwischendurch: Würdest du denn auch in eine katholische Beichte gehen und dir die Absolution geben lassen? Oder dich katholisch trauen lassen, weil wir doch ohnehin alle Christen sind? Oder dich firmen lassen, oder die Krankensalbung spenden lassen?

Im Übrigen: Wenn du am Anfang gesagt hättest, du würdest an die leibliche Gegenwart Christi in der konsekrierten Hostie glauben und hättest Sehnsucht danach, Christus so zu empfangen - hätte ich dir anders geantwortet: Dann tu es.

(Und wäre damit noch nicht mal so ganz außerhalb der offiziellen Lehrmeinung, wie Roncallis Zitat zeigt).

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Risen
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Beitrag von Risen »

peter51 hat geschrieben:Also, liebe Leute, zum ersten: Lasst uns mal das Ganze ein wenig tiefer hängen: Die eine spricht von "Verrat", du sprichst jetzt von "Schlachten". Hallo, die Religionskriege sind vorbei. Wir sprechen einfach miteinander - nicht mehr und nicht weniger.
:kratz: Anscheinend war es doch nciht verständlich .....
Mit Schlachten meinte ich schlicht das bei Jesus.de direkt eine riesen welle gemacht wird :motz: , wenn man auch nur etwas anspricht , was dn Anschein haben könnte kath zu sein ....
zugegeben , es gab eine zeit da war ich keinen Deut besser *schäm* aber :schreiben: deswegen schreib ich ja hier ;-)

Zum anderen : Klar lassen die Protestanten jeden zum Abendmahl zu (letztens kam sogar die Diskussion auf ob man nicht auch Muslime und Hindus daran teilnehmen lassen dürfe :flop: )Doch für die Katholischen Christen ist die hoste eben kein Stückle brot das man nach belieben verschenkt , sondern etwas das so wertvoll ist das man es eben nicht achtlos weiterreicht sondern auch den anschaut der es bekommt .

Mir geht es da anders rum so , das ich am evang Abendmahl gar nicht mehr teilnehmen möchte , weil es mir zuwenig ist einfach eine symbolische Handlung zu vollziehen , denn davon hab ich nichts . So werde ich warten bis ich mich vollends zur Konversion entschlossen habe und dann die Eucharistie empfangen darf . *seufz* auch wenn das noch dauern wird .Die Eucharistie ist mir soviel wert das ich mich mit weniger nicht mehr begnügen will .

Vielleicht bin ich nun verständlicher ... hoffentlich ....
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Edi
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Beitrag von Edi »

Als ehemals Evangelischer bzw. Freikirchler und derzeit gar keiner Kirche Angehörender habe ich auch mal so gedacht wie Peter und mir wurde bei einer Pilgerfahrt zu kath. Stätten die Kommunion verweigert, da der Pfarrer wusste, dass ich nicht katholisch bin. Ich fand dass das damals gar nicht gut war, da ich meinte hier dasselbe Abendmahl zu haben wie es die Freikirchen haben.
Leider hat mich (Zeit bei der Pilgerfahrt, die immerhin 2 Wochen dauerte, wäre genug gewesen) keiner über die genaue kath. Auffassung und die Voraussetzungen zur Kommunion aufgeklärt, sodass ich mir damals dachte, welchen katholischen Heinis ich da begegnet bin.

Inzwischen weiss ich um die kath. Auffassung und respektiere sie. Ein kath. Priester hat mir im Krankenhaus auch einmal die Krankensalbung gegeben, aber die ist wohl nicht an dieselben Vorraussetzungen wie die Kommunion gebunden. Die Kommunion setzt ja die Beichte und den Stand der Gnade voraus, unahängig davon, dass das viele Katholiken auch nicht mehr beachten. Bei den Evangelischen wird das erst recht nicht und wohl noch weniger beachtet, denn sie haben die Beichte ohnehin praktisch abegschafft. Nur bei einigen Freikirchen wird man oft noch auf die schon hier genannten Worte des Paulus hingewiesen, bevor man das Abendmahl nimmt.

Laut der heiligen Schrift sieht es eher danach aus, was auch hier schon zitiert wurde, dass es sich nicht um ein Symbol handelt, sondern es Jesu Leib ist. Auch die apostolischen Väter lehren das.

Ralf
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Re: "Verrat an Jesus"?

Beitrag von Ralf »

peter51 hat geschrieben:Meiner Auffassung lädt Jesus ALLE Christen zum Abendmahl ein und nicht nur diejenigen einer einzigen Konfession. Ich sähe es als Verrat an Jesus und seiner Botschaft an (wenn wir denn unbedingt von "Verrat" sprechen müssen, wie du es tust), wenn ich einen Christen von der gemeinsamen Tafel ("Sehet, wie freundlich der HERR ist") ausschlösse. Ich kann als Kriterium die Taufe akzeptieren. Darüber hinaus steht es MIR gar nicht zu, über die Gäste zu entscheiden, die Jesus einlädt.
Deine Meinung ist zu respektieren - aber Du würdest als Gast an einer katholischen Eucharistiefeier teilnehmen, insofern gelten die Regeln des Gastgebers, um es mal platt auszudrücken. Ich verstehe auch nicht, was daran so schwierig sein soll.

Selbst wenn mir ein orthodoxer Preister die Kommunion erlauben würde, würde ich nicht hingehen, weil auch nur ein Gemeindemitglied aufgrund meiner anderen Kirchenzugehörigkeit daran Anstoß nehmen könnte - und schon wäre es mein Egoismus gewesen, der dies verursacht hätte. Das Sakrament wäre verunehrt.

Was ist daran so schwierig?
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FranzSales
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Beitrag von FranzSales »

Mir geht es da anders rum so , das ich am evang Abendmahl gar nicht mehr teilnehmen möchte , weil es mir zuwenig ist einfach eine symbolische Handlung zu vollziehen , denn davon hab ich nichts .
Das kann ich gut verstehen. Wenn man es einmal anders erlebt hat, will man es immer wieder.
;D
So werde ich warten bis ich mich vollends zur Konversion entschlossen habe und dann die Eucharistie empfangen darf . *seufz* auch wenn das noch dauern wird .Die Eucharistie ist mir soviel wert das ich mich mit weniger nicht mehr begnügen will .
Wow! 8)
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

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FranzSales
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Beitrag von FranzSales »

Als ehemals Evangelischer bzw. Freikirchler und derzeit gar keiner Kirche Angehörender
Was hindert Dich zu konvertieren? Für mich wäre es nicht erstrebenswert gewesen dauerhaft im Niemandsland zu bleiben.
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

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Edi
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Beitrag von Edi »

FranzSales hat geschrieben:
Als ehemals Evangelischer bzw. Freikirchler und derzeit gar keiner Kirche Angehörender
Was hindert Dich zu konvertieren? Für mich wäre es nicht erstrebenswert gewesen dauerhaft im Niemandsland zu bleiben.
Ist ja auch noch nicht aller Tage Abend....

Aber ob es ausreicht nur die Türe zu wechseln? Ich denke, da gehört schon mehr dazu.

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Risen
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Beitrag von Risen »

FranzSales hat geschrieben: Was hindert Dich zu konvertieren? Für mich wäre es nicht erstrebenswert gewesen dauerhaft im Niemandsland zu bleiben.
Es ist halt ein schritt den man nicht einfach so macht , bei mir wird das eben auch dauern, denn ich will den Schritt bewußt gehen , auch mit dem verstand (*g* ist wohl die evangelische Seite in mir ;-) ) zwar würde ich das alles lieber heute als morgen tun , wüßte aber viel zu wenig . Und würde weder der gemeinde noch mir gerecht dabei . es heißt ja auch , das wir die Kosten überschlagen sollen ;-)
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Edith
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Beitrag von Edith »

Risen hat geschrieben:
Es ist halt ein Schritt den man nicht einfach so macht , bei mir wird das eben auch dauern, denn ich will den Schritt bewußt gehen , auch mit dem verstand (*g* ist wohl die evangelische Seite in mir ;-) ) ...
Recht so. Mach sowas ganz, und richtig.
Und überleg Dir das in aller Ruhe. Das ist nicht evangelisch oder katholisch - das ist weise. :ja:

Hör ich Dich rein... und lass Dich nicht von der Suche abbringen.
Wie lange das dauert, ist nicht wichtig... wichtig ist, dass Du ehrlich suchst und lauscht.
Wir hier jedenfalls.... - also - ich jedenfalls - begleiten Dich virtuell.... und damit meine ich auch ganz handfeste Gebete. :ja:

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Risen
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Beitrag von Risen »

:herz: :herz: :herz: :herz: :herz: :herz: :huhu: Danke
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Cicero
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Beitrag von Cicero »

peter51 hat geschrieben:(Vermutlich bin ich jetzt wieder voll in ein Fettnäpfchen getreten, aber sei's drum)
Patschhhhh! Auweia! Mittendrin ;) ;D *eintuschrüberreich*
peter51 hat geschrieben: Nun würde ich noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass vielen Katholiken, denen die theologischen Fragen (das Wort "Raffinessen" habe ich aus meinem Wortschatz gestrichen, LOL) nicht so am Herzen liegen, dafür aber die Ökumene unter den Christen, sich sehr wohl eine gemeinsame Kommunion/ Abendmahl vorstellen können, ohne das, was ihnen heilig ist, zu verraten.
Wenn ich etwas bissig bin, betone ich immer besonders die bereits exisiterende Abendmahlsgemeinschaft. Niemand, kein Papst, kein Bischof und kein evangelischer Kirchenvorstand wird mich davon abhalten können, mit evangelischen Brüdern und Schwestern gemeinsam zu Abend zu speisen PUNKT
Aber ich bin ja heute nicht bissig, deshalb sage ich das jetzt auch nicht :holy:

In einem Punkt gebe ich Dir unumwunden recht, indem ich Dir bestätigen kann, daß viele Katholiken sich nicht vorstellen können, warum es denn nicht geht. Ich erlebe das häfig genug in meinem Umfeld. Da steh' ich dann ich armer Thor... und muß wieder den Buhmann geben, der den KKK zückt und Katholiken katholische Glaubenslehre erzählt. Warum die dann nur immer so böse dreinschauen :kratz:

Es gibt zwischen dem evangelischen Abendmahlsverständnis, das Du oben gut erklärt hast, und dem katholischen Eucharistieverständnis so eklatante Unterschiede, daß wir uns nicht einbilden sollten, es sei alles weg, wenn wir uns nur zusammensetzen und es gemeinsam tun.
Ein wesentlicher Punkt ist das Amtsverständnis. Priestertum ist für uns ein Sakrament. Nur durch den Empfang dieses Sakramentes wird der Amtsträger beauftragt, die Eucharistie zu feiern. An die sakramentale Weihe sind Bedingungen geknüpft, wie z.B. die apostolische Sukzession, in der der Spender der Weihe steht, die Einheit mit Rom, in der der Spender steht. Dies gewährleistet, daß der Amtsträger nicht isoliert im Raum steht, sondern in Einheit mit der ganzen Kirche den Auftrag Christi erfüllt.
Der Amtsträger widerrum handelt mit Vollmacht.
Um es ganz plastisch darzustellen, der Priester nimmt die Hostie und sagt: Das ist ... Er sagt nicht: Ich erinnere an... Dieses Handeln mit Vollmacht hat Konsequenzen. Die konsekrierte Hostie ist der Leib Christi und bleibt es so lange es die Gestalt von Brot hat. Der Kommunizierende vereinigt sich mit Christus, der unter der Gestalt des Brotes ganz gegenwärtig ist. Es ist gerade eben nicht ein Gedenken in Gemeinschaft. Es ist real. Deshalb sprechen wir von Realpräsenz.
Es ist nicht ein Gedächtnismahl in Gemeinschaft, sondern es ist die Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers in unserer Zeit in unserer Wirklichkeit verborgen unter den Gestalten von Brot und Wein.
Mit dieser ganzen Wirklichkeit Christi vereinige ich mich, wenn ich kommuniziere.
Und glaub jetzt ja nicht, daß ich das schon in seiner ganzen Tiefe ausgelotet hätte, was das bedeutet...
Zuletzt geändert von Cicero am Dienstag 16. November 2004, 19:46, insgesamt 1-mal geändert.

Edith
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Beitrag von Edith »

Risen hat geschrieben::herz: :herz: :herz: :herz: :herz: :herz: :huhu: Danke
nicht doch.. *rotwerd*
Bild

ej und... kauf Dir mal nen KKK und lies den in aller Ruhe durch.... kau auf ihm herum... der hilft tatsächlich sehr oft... mir jedenfalls.
Und auf Deine Fragen dazu... freu ich mich heut schon. :ja:

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