Synodaler Weg 2019

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Edi
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Edi » Donnerstag 6. Februar 2020, 22:13

Der Mainzer Kirchenrechtler Prof. Georg May hat seit vielen Jahren das Thema des rückläufigen Kirchenbesuchs und damit auch des Glaubensrückgangs und auch zur heutigen Theologie in Vorträgen und Schriften ausführlich aus vielen Aspekten heraus erörtert. Man hat ihn aber weitgehend nicht ernst genommen von Seiten der Hauptverantwortlichen und das sind nun einmal die Bischöfe. Wenn ich als Verantwortlicher sehe, dass an den theologischen Lehrstühlen Irrtümer gelehrt werden, dann muss ich das abstellen. Heute aber erleben wir, dass auch an den Schulen im Religionsunterricht irrige Dinge von Lehren gelehrt werden, die versprochen haben die kirchliche Lehre zu vertreten, einige von denen rühmen sich sogar, dass sie das Gegenteil tun.

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Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
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Sempre
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Sempre » Donnerstag 6. Februar 2020, 22:59

Edi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:13
Wenn ich als Verantwortlicher sehe, dass an den theologischen Lehrstühlen Irrtümer gelehrt werden, dann muss ich das abstellen.
Ganz genau. Wenn ein Bischof das nicht tut, zeigt er durch seine Taten bzw. Unterlassungen, daß er selbst ein Wolf ist.

Edi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:13
Heute aber erleben wir, dass auch an den Schulen im Religionsunterricht irrige Dinge von Lehren gelehrt werden, die versprochen haben die kirchliche Lehre zu vertreten, einige von denen rühmen sich sogar, dass sie das Gegenteil tun.
Nicht erst heute, und nicht nur im Religionsunterricht.


Jeder Bischof, der Wölfe wüten läßt ohne klar vor ihnen als solchen zu warnen und sie mit allen Mitteln zu bekämpfen, über sich, neben sich oder unter sich, benimmt sich selbst wie ein Wolf und ist deshalb einer. Vgl. Paul IV. Cum ex apostolatus officio.
Niemals sei gesagt es werde je zugelassen, daß ein zum Leben prädestinierter Mensch sein Leben ohne das Sakrament des Mittlers beendet. (St. Augustin, Gegen Julian, V-4)

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ar26
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von ar26 » Donnerstag 6. Februar 2020, 23:46

Sempre hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 19:51
ar26 hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 18:01
Es gibt Katholiken, die machen das, was Katholiken immer gemacht haben. Glaube, Leben, Sakramente. Die kümmern sich nicht darum, was da in Frankfurt passiert. Warum auch? Ist für ihr Dasein bedeutungslos.
Es wohl kaum bedeutungslos, ob man Wölfe als Hirten anerkennt. Selbst, wer sich rausreden kann, von nichts gewußt zu haben, hat wohl keine guten Karten. Für Katholiken gilt Informationspflicht, Bildung des Gewissens, und danach handeln. Ich glaube nicht, daß jemand, der auch nur in durchschnittlicher Weise mit Verstand und Freizeit zwecks Studium der Sachlage begabt ist, sich rausreden kann, wenn er z.B. Wölfe finanziell unterstützt, und das damit entschuldigen will, er sei nicht zuständig gewesen, solche Entscheidungen zu treffen. Darum hätten sich die anderen Wölfe kümmern müssen. Vielleicht noch wichtiger: communicatio in sacris mit Wölfen.

Von jedem echten Bischof ist zu verlangen, daß er sich mit allen Mitteln dafür einsetzt, daß Wölfe dingfest gemacht und die Schafe vor diesen gewarnt werden. Das beste Zeichen, daß die, die sich als Hirten der Kirche ausgeben, faul sind, ist die Tatsache, daß von den ganzen Krähen dort keine der anderen ein Auge aushackt.

Wenn nun dazu noch die Schafe es den Wölfen gleichtun und sagen "was geht es mich an?", dann passiert eben, was seit Jahrzehnten passiert, und es wird so weitergehen und immer schlimmer werden.
An welche Autorität soll ich mich zwecks Empfang der Sakramente wenden? Hast Du einen Tip für mich? ;D
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Bruder Donald
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 6. Februar 2020, 23:56

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 16:50
Ich finde es echt toll, dass du dich auf ein Gespräch einlässt! Genau darum geht es nämlich m.E. bei der ganzen Aktion: Um ein Gespräch zwischen den "Fronten", die in der Kirche gerade gegeneinander kämpfen.
Mich interessiert, was hinter den Denkweisen so für Geschichten und Motivationen stecken. Ich werde zwar für die "andere Seite" kein Verständnis aufbringen (das liegt aber einfach an der deren "Logik"), aber ich kann sie dann zumindest besser verstehen, was sie so eigentlich antreibt.
Ich bin durchaus gewillt und in der Lage einzugestehen, dass der ein oder andere "Progressive" ja tatsächlich nur gute Absichten hat, aber die Logik ihrer Strategien ist in meinen Augen derart schwach, dass ich dem einfach nicht zustimmen kann.
Ja, mag ja schon ein Fortschritt sein, dass man überhaupt miteinander redet, aber mal ehrlich: Was bringt es denn der Kirche? Ohne konkrete Ziele und Ergebnisse wird es nicht vorwärts gehen. Netter Dialog hin oder her.
Die Gräben sind wirklich tief, die Fronten verhärtet. Das wird keinen Frieden geben. Nicht weil man nicht will, sondern weil die Ansichten und Positionen einfach auf fundamentaler Ebene zu extrem verschieden sind.
Das ist so wie damals mit Kommunisten und Kapitalisten. Das sind zwei sich widersprechende Vorstellungen, da kann es quasi nur entweder-oder geben.
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 16:50
Und ich finde es ebenso super, dass er sich drauf einlässt.
Naja, eher widerwillig, habe ich das Gefühl. Eine echte Gesprächbereitschaft, also einen fairen Austausch von Vorstellungen, kann ich bei ihm nicht wirklich erkennen. Er hat seine feste Meinung, nur die ist richtig und Punkt. Kann natürlich viele Gründe haben, vllt ist er einfach nur gereizt ob des Themas.
Was ich aber bedenklich finde: Auf seinem Blog werden Kommentare freigeschaltet, die könnten glatt von einem militanten Atheisten stammen. Es ist geradezu lächerlich, dass man als "konservativer" Katholik hoffen MUSS, dass der liebe Herr Pater den Kommentar dann doch noch freischaltet und sich auf das Gespräch einlässt. So viel zum Thema beim Synodalen Weg, man müsste "Ängste überwinden" etc. pp. und Gesprächsbereitschaft zeigen.
Sein Verhalten zeigt mir: man ist nicht bereit, mit "Konservativen" zu reden.

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 16:50
Kannst du vielleicht ein bisschen genauer erläutern, was du nicht nachvollziehen kannst?
nun, Pater Hagenkord stellt klar, dass man beim Synodalen Weg die Lehre der Kirche nicht verändern will bzw. "die Lehre wird nicht in Frage gestellt".
Also, tut mir Leid, aber entweder haben wir ein anderes Verständnis von "Lehre" und/oder "Infragestellen", oder man will mich für blöd verkaufen.
Wenn ein Caritas-Leiter meint, die "Theologie des Leibes" würde nicht mehr so "funktionieren und wäre nicht vermittelbar", dann verstehe ich nicht, was daran keine Infragestellung sein soll und warum dann der ganze Spaß stattfindet, wenn nicht eben deswegen, um Alternativen zur "Theologie des Leibes" zu erörtern. Ich empfinde dann solche Einwände als "Beruhigungspillen", es ist respektlos.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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ar26
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von ar26 » Freitag 7. Februar 2020, 00:06

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 21:27
ar26 hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 21:15
Warum schließt Du aus, dass diese numerische und kulturelle Marginalisierung unumkehrbar ist?
Ob sie unumkehrbar ist, weiß ich nicht. Mir fällt nur auf, dass ausnahmslos alle Initiativen zur Glaubensvertiefung, Neuevangelisierung etc. langfristig (fast) nichts gebracht haben. Selbst wenn Messehallen gefüllt wurden (bei Katholikentagen, Weltjugendtagen, Mehr-Konferenz) hat dies doch den Trend des massiven Schwunds an Gläubigen nicht aufgehalten. Im Gegenteil - der Glaube wird durch diese Events nicht langfristig geweckt.
Und wenn Edi recht hätte, dass das Problem letztlich die Anpassung an die Welt ist, müssten die Gemeinden der Piusbrüder boomen. Und das tun sie - auf die Gesamtzahl der Katholiken gerechnet - nun wirklich nicht.

Ich habe auch keine Lösung.
Mir ging es um die Frage, warum wir glauben, dass es ein Normalzustand ist, dass eine große Zahl von Menschen katholisch ist. Zur Zeit der konstantinischen Wende waren vlt. 10% der Bevölkerung des röm. Reiches Kirchenmitglieder. Warum sollte das anders sein? Freilich muss man sich um Mission bemühen, aber der Umstand, dass nicht jeder zur Kirche gehört, ist doch per se kein Grund zur Hoffnungslosigkeit.

Ist es nicht vielleicht einfach etwas selbstverliebt, zu glauben, man habe Anspruch auf die Masse, auf gesellschaftliche Relevant usw.? Ist die Frage nach dem Boomen von Gemeinden nicht die falsche. Müssen wir uns nicht vielmehr fragen, wie wir unsere Seelen und jener, die uns nahe stehen, retten?
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Libertas Ecclesiae
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Freitag 7. Februar 2020, 05:54

Viele Bischöfe sind im Laufe der Kirchengeschichte häretisch geworden
Kardinal Gerhard Ludwig Müller im „LifeSiteNews“-Interview an seine Kritiker: Unsere „Linken“ in Kirche und Gesellschaft identifizieren sich durch ihre Doppelmoral und ihre glänzende Unfähigkeit, mit Argumenten auf Sacheinwände zu antworten.
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Herr v. Liliencron » Freitag 7. Februar 2020, 08:15

ar26 hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 00:06
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 21:27
ar26 hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 21:15
Warum schließt Du aus, dass diese numerische und kulturelle Marginalisierung unumkehrbar ist?
Ob sie unumkehrbar ist, weiß ich nicht. Mir fällt nur auf, dass ausnahmslos alle Initiativen zur Glaubensvertiefung, Neuevangelisierung etc. langfristig (fast) nichts gebracht haben. Selbst wenn Messehallen gefüllt wurden (bei Katholikentagen, Weltjugendtagen, Mehr-Konferenz) hat dies doch den Trend des massiven Schwunds an Gläubigen nicht aufgehalten. Im Gegenteil - der Glaube wird durch diese Events nicht langfristig geweckt.
Und wenn Edi recht hätte, dass das Problem letztlich die Anpassung an die Welt ist, müssten die Gemeinden der Piusbrüder boomen. Und das tun sie - auf die Gesamtzahl der Katholiken gerechnet - nun wirklich nicht.

Ich habe auch keine Lösung.
Mir ging es um die Frage, warum wir glauben, dass es ein Normalzustand ist, dass eine große Zahl von Menschen katholisch ist. Zur Zeit der konstantinischen Wende waren vlt. 10% der Bevölkerung des röm. Reiches Kirchenmitglieder. Warum sollte das anders sein? Freilich muss man sich um Mission bemühen, aber der Umstand, dass nicht jeder zur Kirche gehört, ist doch per se kein Grund zur Hoffnungslosigkeit.

Ist es nicht vielleicht einfach etwas selbstverliebt, zu glauben, man habe Anspruch auf die Masse, auf gesellschaftliche Relevant usw.? Ist die Frage nach dem Boomen von Gemeinden nicht die falsche. Müssen wir uns nicht vielmehr fragen, wie wir unsere Seelen und jener, die uns nahe stehen, retten?
Genau so ist es, vollkommen korrekt. Und genau dieser Erkenntnis steht das Soziale Königtum Jesu Christi einerseits und der Synodale Weg andererseits im Weg.

Ralf
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Ralf » Freitag 7. Februar 2020, 09:31

ar26 hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 00:06
Müssen wir uns nicht vielmehr fragen, wie wir unsere Seelen und jener, die uns nahe stehen, retten?
Diese Fragestellung insinuiert, daß unsere Seele ohne Christus verloren wäre. Damit bist Du schon außerhalb des hiesigen theologischen Mainstreams, auch wenn diese Ansicht vollkommen normal christlich ist (und biblisch, wie schon die erste Predigt des Petrus zeigt).
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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ar26
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von ar26 » Freitag 7. Februar 2020, 09:52

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 08:15
ar26 hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 00:06
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 21:27
ar26 hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 21:15
Warum schließt Du aus, dass diese numerische und kulturelle Marginalisierung unumkehrbar ist?
Ob sie unumkehrbar ist, weiß ich nicht. Mir fällt nur auf, dass ausnahmslos alle Initiativen zur Glaubensvertiefung, Neuevangelisierung etc. langfristig (fast) nichts gebracht haben. Selbst wenn Messehallen gefüllt wurden (bei Katholikentagen, Weltjugendtagen, Mehr-Konferenz) hat dies doch den Trend des massiven Schwunds an Gläubigen nicht aufgehalten. Im Gegenteil - der Glaube wird durch diese Events nicht langfristig geweckt.
Und wenn Edi recht hätte, dass das Problem letztlich die Anpassung an die Welt ist, müssten die Gemeinden der Piusbrüder boomen. Und das tun sie - auf die Gesamtzahl der Katholiken gerechnet - nun wirklich nicht.

Ich habe auch keine Lösung.
Mir ging es um die Frage, warum wir glauben, dass es ein Normalzustand ist, dass eine große Zahl von Menschen katholisch ist. Zur Zeit der konstantinischen Wende waren vlt. 10% der Bevölkerung des röm. Reiches Kirchenmitglieder. Warum sollte das anders sein? Freilich muss man sich um Mission bemühen, aber der Umstand, dass nicht jeder zur Kirche gehört, ist doch per se kein Grund zur Hoffnungslosigkeit.

Ist es nicht vielleicht einfach etwas selbstverliebt, zu glauben, man habe Anspruch auf die Masse, auf gesellschaftliche Relevant usw.? Ist die Frage nach dem Boomen von Gemeinden nicht die falsche. Müssen wir uns nicht vielmehr fragen, wie wir unsere Seelen und jener, die uns nahe stehen, retten?
Genau so ist es, vollkommen korrekt. Und genau dieser Erkenntnis steht das Soziale Königtum Jesu Christi einerseits und der Synodale Weg andererseits im Weg.
Gegen die Idee des sozialen Königtums Jesu Christi spricht nichts. Aber man muss doch seine Realisierungschancen richtig einschätzen. In Deutschland gibt es dafür keine.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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ar26
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von ar26 » Freitag 7. Februar 2020, 09:53

Ralf hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 09:31
ar26 hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 00:06
Müssen wir uns nicht vielmehr fragen, wie wir unsere Seelen und jener, die uns nahe stehen, retten?
Diese Fragestellung insinuiert, daß unsere Seele ohne Christus verloren wäre. Damit bist Du schon außerhalb des hiesigen theologischen Mainstreams, auch wenn diese Ansicht vollkommen normal christlich ist (und biblisch, wie schon die erste Predigt des Petrus zeigt).
Wenn diese Leute da in Frankfurt das so sehen, stehen sie tatsächlich nicht in communio mit mir.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 09:54

Benedikt hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 17:56
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 17:42
Benedikt hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 17:21
Es gibt keine Fronten. Es gibt bloß eine Bürokratie, die sich zu retten versucht. Eine leere Hülle...
Dies ist ja ein massiver Angriff!
Könntest du ihn bitte a) etwas ausführlicher darstellen und b) belegen?

Laura
Kann ich. Will ich aber nicht.

Ich will diesen Kampf nicht kämpfen. Ich bin auch unbewaffnet.
Warum äußerst Du Dich dann und beteiligst Dich damit an dem was Du Kampf nennst ?

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Herr v. Liliencron » Freitag 7. Februar 2020, 09:55

Sehe ich auch so. Nur unterscheiden die, die dafür eintreten, nicht oder nicht hinreichend zwischen Idee und Realisierungschancen.

Ralf
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Ralf » Freitag 7. Februar 2020, 09:56

CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 09:54
Warum äußerst Du Dich dann und beteiligst Dich damit an dem was Du Kampf nennst ?
Warum äußerst du Dich?
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 10:00

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 18:39
Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 18:08
Michael Charlier:
Die Räuber(synode), Erster Akt
Ich habe mir den verlinkten Artikel angeschaut ... :nein: :nein: :motz: :motz: :daumen-runter: :daumen-runter:
Er macht mich einfach nur traurig - nicht nur vom Inhalt her, vor allem vom Ton her. Ein einziger Verriss des Engagements so vieler Bischöfe und Laien beim Synodalen Weg.
So langsam habe ich das Gefühl, dass nicht eine Spaltung droht, sondern sie bereits real ist. Die Geisteshaltung des Artikels zeigt es deutlich: Reine Ablehnung, jegliche Verweigerung von Verständnis und Dialog.
Das es miteinander nicht geht sieht man doch seit dem Konzil es traut sich bis jetzt nur keiner das klar zu sagen und entsprechend zu handeln

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 10:04

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 20:16
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 20:14
Ich hingegen glaube, dass die wenigen noch treuen Katholiken, die nicht schon dort sind, durch diese Veränderungen auch noch zu Lefebvre getrieben werden, dessen Weitsicht dann wirklich erwiesen ist, aber auch keine Massen zurückgewonnen werden würden. Alle überzeugten Christen finden sich in kleinen Gruppen ohne wirkliche politische und gesellschaftliche Relevanz. Dieser Bedeutungsverlust und Einflussverlust ist Kardinal Marx' größte Sorge, und das ist in meinen Augen das, was an seinen Anbiederungsversuchen das Bedenklichste ist. Zur Verdeutlichung: Massenbewegung wird dadurch auch der Traditionalismus nicht. Aber muss man Massenbewegung sein? Ich glaube nicht.
Es gibt auch viele, sehr religiöse Menschen, die katholisch bleiben möchten und sich einfach nur nach einer moderneren, zeitgemäßeren Kirche suchen. Und auch das ist legitim.
Diese Leute sind schon mit 1 Bein draußen - und jetzt entscheidet sich, ob sie ganz gehen oder nicht.
wohin gehen den diese Menschen

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 10:06

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 20:21
Das glaube ich nicht. Oder die Betreffenden haben sowieso schon einen Begriff des Katholischen, der eben inhaltlich nicht mehr katholisch ist, eine Art Anglikanismus außerhalb Englands.
Die Kirche wird so flexibel wie die Anglikaner werden müssen wenn sie in der Gesellschaft überleben will

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lycobates » Freitag 7. Februar 2020, 10:07

ar26 hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 09:52
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 08:15
ar26 hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 00:06
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 21:27
ar26 hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 21:15
Warum schließt Du aus, dass diese numerische und kulturelle Marginalisierung unumkehrbar ist?
Ob sie unumkehrbar ist, weiß ich nicht. Mir fällt nur auf, dass ausnahmslos alle Initiativen zur Glaubensvertiefung, Neuevangelisierung etc. langfristig (fast) nichts gebracht haben. Selbst wenn Messehallen gefüllt wurden (bei Katholikentagen, Weltjugendtagen, Mehr-Konferenz) hat dies doch den Trend des massiven Schwunds an Gläubigen nicht aufgehalten. Im Gegenteil - der Glaube wird durch diese Events nicht langfristig geweckt.
Und wenn Edi recht hätte, dass das Problem letztlich die Anpassung an die Welt ist, müssten die Gemeinden der Piusbrüder boomen. Und das tun sie - auf die Gesamtzahl der Katholiken gerechnet - nun wirklich nicht.

Ich habe auch keine Lösung.
Mir ging es um die Frage, warum wir glauben, dass es ein Normalzustand ist, dass eine große Zahl von Menschen katholisch ist. Zur Zeit der konstantinischen Wende waren vlt. 10% der Bevölkerung des röm. Reiches Kirchenmitglieder. Warum sollte das anders sein? Freilich muss man sich um Mission bemühen, aber der Umstand, dass nicht jeder zur Kirche gehört, ist doch per se kein Grund zur Hoffnungslosigkeit.

Ist es nicht vielleicht einfach etwas selbstverliebt, zu glauben, man habe Anspruch auf die Masse, auf gesellschaftliche Relevant usw.? Ist die Frage nach dem Boomen von Gemeinden nicht die falsche. Müssen wir uns nicht vielmehr fragen, wie wir unsere Seelen und jener, die uns nahe stehen, retten?
Genau so ist es, vollkommen korrekt. Und genau dieser Erkenntnis steht das Soziale Königtum Jesu Christi einerseits und der Synodale Weg andererseits im Weg.
Gegen die Idee des sozialen Königtums Jesu Christi spricht nichts. Aber man muss doch seine Realisierungschancen richtig einschätzen. In Deutschland gibt es dafür keine.
Das ist richtig.
Man muß aber trotzdem am Grundsatz, der ein lehrmäßiger ist, festhalten.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lycobates » Freitag 7. Februar 2020, 10:08

CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 10:06
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 20:21
Das glaube ich nicht. Oder die Betreffenden haben sowieso schon einen Begriff des Katholischen, der eben inhaltlich nicht mehr katholisch ist, eine Art Anglikanismus außerhalb Englands.
Die Kirche wird so flexibel wie die Anglikaner werden müssen wenn sie in der Gesellschaft überleben will
Die Kirche hat schon viele Gesellschaften überlebt.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 10:09

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 21:51
Ralf hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 21:31
Angesichts der bekannten hiesigen Zustimmungsraten von Katholiken zu Glabenssätzen der Katholischen Kirche (Auferstehung, Realpräsenz etc., die Basics) - auch nie gelernt dank Würzburger Synode - ist der Zug eh abgefahren. Es wird das geerntet, was Jahrzehnte zuvor gesät wurde.
Glaubst du im Ernst, dass die Kirche in D anders aussehen würde, wenn es kein 2. Vatikanum und keine Würzburger Synode gegeben hätte und man einfach weitergemacht hätte wie in den 50ern? Bei ansonsten der gleichen Entwicklung der Gesamtgesellschaft?
Also sozusagen die aktuelle Gesellschaft mit allem, was dazugehört - und darin eine vorkonziliare Kirche.
Meinst du das so?
das wäre interessant als Computer Simulation oder Computerspiel :D

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 10:13

Sempre hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:59
Edi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:13
Wenn ich als Verantwortlicher sehe, dass an den theologischen Lehrstühlen Irrtümer gelehrt werden, dann muss ich das abstellen.
Ganz genau. Wenn ein Bischof das nicht tut, zeigt er durch seine Taten bzw. Unterlassungen, daß er selbst ein Wolf ist.

Edi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:13
Heute aber erleben wir, dass auch an den Schulen im Religionsunterricht irrige Dinge von Lehren gelehrt werden, die versprochen haben die kirchliche Lehre zu vertreten, einige von denen rühmen sich sogar, dass sie das Gegenteil tun.
Nicht erst heute, und nicht nur im Religionsunterricht.


Jeder Bischof, der Wölfe wüten läßt ohne klar vor ihnen als solchen zu warnen und sie mit allen Mitteln zu bekämpfen, über sich, neben sich oder unter sich, benimmt sich selbst wie ein Wolf und ist deshalb einer. Vgl. Paul IV. Cum ex apostolatus officio.
ach der verrückte Paranoide Paul IV umsonst hat man dieses Dokument nicht in Vergessenheit verschwinden lassen bis Tradis nach dem Konzil wieder ausgegraben hat

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 10:15

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 10:08
CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 10:06
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 20:21
Das glaube ich nicht. Oder die Betreffenden haben sowieso schon einen Begriff des Katholischen, der eben inhaltlich nicht mehr katholisch ist, eine Art Anglikanismus außerhalb Englands.
Die Kirche wird so flexibel wie die Anglikaner werden müssen wenn sie in der Gesellschaft überleben will
Die Kirche hat schon viele Gesellschaften überlebt.
das tun die Zeugen Jehovas auch, was ich meine ist wenn sie sich ihre privilegierte Situation erhalten will weltweit

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 10:16

Ralf hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 09:56
CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 09:54
Warum äußerst Du Dich dann und beteiligst Dich damit an dem was Du Kampf nennst ?
Warum äußerst du Dich?
weil ich das Thema interessant finde

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 10:18

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 05:54
Viele Bischöfe sind im Laufe der Kirchengeschichte häretisch geworden
Kardinal Gerhard Ludwig Müller im „LifeSiteNews“-Interview an seine Kritiker: Unsere „Linken“ in Kirche und Gesellschaft identifizieren sich durch ihre Doppelmoral und ihre glänzende Unfähigkeit, mit Argumenten auf Sacheinwände zu antworten.
Wo bleiben die Konsequenten der Eminenzen Burke und Müller außer große pseudo gewichte Worte keiner tut was es ist wirklich skurril

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lycobates » Freitag 7. Februar 2020, 10:20

CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 10:13
Sempre hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:59
Edi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:13
Wenn ich als Verantwortlicher sehe, dass an den theologischen Lehrstühlen Irrtümer gelehrt werden, dann muss ich das abstellen.
Ganz genau. Wenn ein Bischof das nicht tut, zeigt er durch seine Taten bzw. Unterlassungen, daß er selbst ein Wolf ist.

Edi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:13
Heute aber erleben wir, dass auch an den Schulen im Religionsunterricht irrige Dinge von Lehren gelehrt werden, die versprochen haben die kirchliche Lehre zu vertreten, einige von denen rühmen sich sogar, dass sie das Gegenteil tun.
Nicht erst heute, und nicht nur im Religionsunterricht.


Jeder Bischof, der Wölfe wüten läßt ohne klar vor ihnen als solchen zu warnen und sie mit allen Mitteln zu bekämpfen, über sich, neben sich oder unter sich, benimmt sich selbst wie ein Wolf und ist deshalb einer. Vgl. Paul IV. Cum ex apostolatus officio.
ach der verrückte Paranoide Paul IV umsonst hat man dieses Dokument nicht in Vergessenheit verschwinden lassen bis Tradis nach dem Konzil wieder ausgegraben hat
Das „Dokument“ steht als Rechtsquelle in Gasparris Fontes des CIC, dessen Fans es geben soll.
Vielleicht schaue Er vor Schabbesanfang noch einmal dort rein.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Ralf
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Ralf » Freitag 7. Februar 2020, 10:40

CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 10:15
das tun die Zeugen Jehovas auch, was ich meine ist wenn sie sich ihre privilegierte Situation erhalten will weltweit
Warum sollte sie das tun wollen? Gut, weltliche Bischöfe werden das anstreben.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von HeGe » Freitag 7. Februar 2020, 11:03

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 20:04
Ich glaube, die Sache ist relativ einfach. Wenn in Deutschland (und Frankreich und vielen westlichen Ländern) sich in der Kirche nichts bewegt, ist sie am Ende. Es gibt keine Volkskirche und die Zahl derer, die die Kirche in ihrem gegenwärtigen Zustand noch gut heißen, geht gen Null. Konkret bedeutet das, dass die Kirche in Deutschland die Wahl hat, ob sie sich verändert oder ob sie zu einer völlig unbedeutenden Splittergruppe wird. Der synodale Weg ist der letzte Versuch, das Vertrauen einer größeren Anzahl von Katholiken wieder zu gewinnen. Wenn das misslingt, bleiben ein paar Hunderttausend Leute, die anderen sind weg. Und spätestens die Kinder der Verbleibenden sind dann auch weg ...

Im Übrigen ist meine Prognose nicht so düster.
So dumm, dass man hier in Deutschland Dinge beschließt, die dann nicht durchzusetzen sind, sind die Synodalen nicht. Es wird m.E. (im progressivsten Fall) folgendes passieren: 1. Erhöhung der Frauenquoten in der kirchlichen Verwaltung und ein Votum für Diakoninnen, 2. Stärkung der Kompetenzen der Räte, 3. Ein Votum für die Anerkennug von homosexuellen Partnerschaften und 4. Ein Votum für Viri probati.
Zu 1: Frauenquote ist ein deutsches Problem, also realisierbar. Diakoninnen wird in Rom diskutiert
Zu 2: in Deutschland zu klären, kein weltkirchliches Problem
Zu 3: Hier weiß jeder, dass das weltkirchlich gesehen ein Problem ist. Daher wird es auf Toleranz in Deutschland rauslaufen - und auf eine Stillhaltetaktik weltweit
Zu 4: Viri probati werden bereits in Rom diskutiert, also auch nichts Neues.

So konfliktuell ist das Ganze mit Rom nicht.
Bewegen muss sich zunächst einmal und in erster Linie jeder Katholik persönlich. "Kehrt um und glaubt an das Evangelium". Wenn sich jeder daran abmüht, sind zweitrangige Strukturdebatten und Kirchenpolitik fast schon überflüssig.

Dass sich die in Deutschland real existierende Kirche bewegen muss, ist zudem auch für mich unstreitig. Maßstab und Richtung dieser Bewegung kann aber nur Jesus Christus sein, nicht die Stimme des Volkes.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von HeGe » Freitag 7. Februar 2020, 11:04

Ralf hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 09:56
CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 09:54
Warum äußerst Du Dich dann und beteiligst Dich damit an dem was Du Kampf nennst ?
Warum äußerst du Dich?
Er ist "Rollenspieler", hat er doch schon vor Jahren verkündet.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von holzi » Freitag 7. Februar 2020, 11:12

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 12:43

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 10:20
CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 10:13
Sempre hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:59
Edi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:13
Wenn ich als Verantwortlicher sehe, dass an den theologischen Lehrstühlen Irrtümer gelehrt werden, dann muss ich das abstellen.
Ganz genau. Wenn ein Bischof das nicht tut, zeigt er durch seine Taten bzw. Unterlassungen, daß er selbst ein Wolf ist.

Edi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 22:13
Heute aber erleben wir, dass auch an den Schulen im Religionsunterricht irrige Dinge von Lehren gelehrt werden, die versprochen haben die kirchliche Lehre zu vertreten, einige von denen rühmen sich sogar, dass sie das Gegenteil tun.
Nicht erst heute, und nicht nur im Religionsunterricht.


Jeder Bischof, der Wölfe wüten läßt ohne klar vor ihnen als solchen zu warnen und sie mit allen Mitteln zu bekämpfen, über sich, neben sich oder unter sich, benimmt sich selbst wie ein Wolf und ist deshalb einer. Vgl. Paul IV. Cum ex apostolatus officio.
ach der verrückte Paranoide Paul IV umsonst hat man dieses Dokument nicht in Vergessenheit verschwinden lassen bis Tradis nach dem Konzil wieder ausgegraben hat

Das „Dokument“ steht als Rechtsquelle in Gasparris Fontes des CIC, dessen Fans es geben soll.
Vielleicht schaue Er vor Schabbesanfang noch einmal dort rein.
ich darf auch nach Beginn des Shabbes überall reinschauen :kugel:
was ich meinte ist kein Papst hat sich ausdrücklich darauf berufen es ist wie mit Apostolicae Curae
das hat Josef Ratzinger auch noch als Quelle bei Dokumenten anführen lassen kümmern tut es in der Praxis niemand

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Bruder Donald
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 7. Februar 2020, 14:30

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 18:39
Er macht mich einfach nur traurig - nicht nur vom Inhalt her, vor allem vom Ton her. Ein einziger Verriss des Engagements so vieler Bischöfe und Laien beim Synodalen Weg.
Liebe Lauralarissa,
Durch das Gespräch bei Hagenkord ist mir folgendes aufgefallen:
Es wird oft und gerne die Diskussionskultur, -bereitschsft, betont und wie wichtig und gut es ist, dass wir miteinander reden. Nun unabhängig davon, dass ich das eh für leeres Geschwätz halte, Frage ich mich ernsthaft: was soll es bringen?
Gehr es in unserem Glauben darum, dass wir untereinander reden, den Dialog untereinander suchen und führen (grundsätzlich wichtig, gar keine Frage!) Oder gehts es eben darum, mit Gott in Dialog zu treten? Was ist für unseren Glauben Konstituiv? Und kann der SW überhaupt ernsthafte Ergebnisse liefern, wenn primär der zwischenmenscliche Dialog im Fokus steht und nicht der Dialog zwischen Menschen/Gläubigen und Gott?
Das Frage ich ganz ehrlich und nachdenklich. Vielleicht gibt es auch dir zum nachdenken.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Osthugo » Freitag 7. Februar 2020, 15:59

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 20:16
Es gibt auch viele, sehr religiöse Menschen, die katholisch bleiben möchten und sich einfach nur nach einer moderneren, zeitgemäßeren Kirche suchen. Und auch das ist legitim.
Diese Leute sind schon mit 1 Bein draußen - und jetzt entscheidet sich, ob sie ganz gehen oder nicht.
Meiner Erfahrung nach suchen sehr religiöse Menschen zu allerletzt nach einer modernen, zeitgemäßen Kirche (was soll das überhaupt sein?), sondern nach etwas, das ihrer von der Kakophonie heutiger „Heilslehren“ gemarterten, verstümmelten und vergifteten Seele Heil und Erlösung verspricht. Die Einsicht in die eigene Krankheit ist oftmals der erste Schritt, sich auf diese Suche zu machen. Da hilft der schicke pastorale Therapieansatz des „ich bin ok, du bist ok“ keinen Millimeter weiter. Die Erkenntnis, dass Gott der ganz andere ist, unendliche Liebe und grenzenloses Erbarmen, lässt mich meine eigene Sündhaftigkeit nur noch deutlicher erfahren. Sie klar zu sehen, zu bekennen und um Erbarmen zu bitten, bei der Eucharistie, in der Buße, in der Heiligenverehrung und jeder Gelegenheit, bei der eine gläubige Gemeinde sich in seinem Namen versammelt, ist der Königsweg zur Heilswerdung.
Aber heute will man das nicht mehr. Die Sünde wird windschlüpfrig weginterpretiert. Wir sind alle von Geburt an gut, haben Verzeihung und Buße nicht nötig, weil unsere Laster entwicklungs- und tiefenpsychologisch von den Göttern in Weiß bereits bereits a priori entschuldigt wurden. Wenn wir ihnen nachgeben, können wir halt nicht anders. Das Licht eigener Erkenntnisse erscheint manchem wie eine Supernova, sie strahlt heller als das göttliche Licht. Wir sind uns selbst genug und Mission ist schon deshalb Unsinn, weil die Diversität der Religionen klarerweise genauso gottgewollt ist, wie 117 Geschlechtsidentitäten oder ein Lebensweg in homosexueller Promiskuität oder als BDSM-Transendomina. Die neuen Heilwege taugen nichts. Sie führen bloß in die Finsternis hoffnungsloser Verzweiflung und in die erbarmungslose Kälte der Gottesferne.
Ich dachte übrigens mal genauso. Das Gesagte ist zum großen Teil Lebenserkenntnis eines „alten, weißen Mannes“ (wie mit diesen heute umgegangen wird, tut ein Übriges hinzu). „Moderne“ Katholiken meinen, sich heute darüber lustig machen zu können, weil nur sie wissen, dass Kirche offenbar nur Kirche ist, wenn man sie täglich neu erfindet.
Meine Seele sagt Nein dazu. Ein dröhnendes, dreifaches „Nein“.
Zuletzt geändert von HeGe am Freitag 7. Februar 2020, 18:15, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Zitat repariert.
"Heiliger Engel, Schützer meiner Seele und meines Leibes, verlaß mich Sünder nicht! Weiche nicht von mir wegen meiner Sünden! Umfasse meine schwache Hand und führe mich den Weg des Heiles!"
(Makarios der Ägypter)

CIC_Fan
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 7. Februar 2020, 16:07

Ralf hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 10:40
CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 7. Februar 2020, 10:15
das tun die Zeugen Jehovas auch, was ich meine ist wenn sie sich ihre privilegierte Situation erhalten will weltweit
Warum sollte sie das tun wollen? Gut, weltliche Bischöfe werden das anstreben.
Wenn man sich das handeln der deutschsprachigen Bischöfe anschaut drängt sich die Sichtweise auf daß ist ein extrem wichtiger Punkt

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