Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche?

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martin v. tours
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Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche?

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 23. Oktober 2016, 12:34

Das frage ich mich manchmal.
"Gefühlt" sind in jeder Messe die ich bisher besucht habe, mehr Frauen als Männer in der Kirche (alte wie neue Messe).
Ist das nur mein persönlicher Eindruck oder seht ihr das auch so?
Wenn ja, woran liegt das?
Sind Frauen klüger? Ihr könnt, je nach Geschlecht, mit :ja: oder :nein: antworten.
Haben Frauen einfach mehr Gespür für die wirklich wesentlichen Dinge im Leben?
Oder liegt es, ganz banal, an der niedrigeren Lebenserwartung der Männer das die älteren Damen beim Rosenkranz in der Überzahl sind?
Statistiken wird es dazu wohl kaum geben?
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Hubertus
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Hubertus » Sonntag 23. Oktober 2016, 12:39

martin v. tours hat geschrieben:Oder liegt es, ganz banal, an der niedrigeren Lebenserwartung der Männer da[ß] die älteren Damen beim Rosenkranz in der Überzahl sind?
Das ist meine Vermutung, da ja v.a. die älteren Frauen dominieren. Meistens sind ihre Ehemänner bereits verstorben.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

Dieter
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Dieter » Sonntag 23. Oktober 2016, 13:11

In meiner evang.-reformierten Gemeinde hält sich alles die Waage.

Männer fühlen sich in meiner Gemeinde wohl durch das Nüchterne, Sachliche, Rationale angesprochen.

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Niels
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Niels » Sonntag 23. Oktober 2016, 13:14

Erstens: Weil Frauen länger leben als Männer.
Zweitens: Weil die Mehrheit der Damen - eher als die der Herren - jeden als Liturgie angebotenen Mist mitmacht und das hinterher auch noch schön findet...
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Amanda
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Amanda » Sonntag 23. Oktober 2016, 13:24

Niels hat geschrieben:Erstens: Weil Frauen länger leben als Männer.
Zweitens: Weil die Mehrheit der Damen - eher als die der Herren - jeden als Liturgie angebotenen Mist mitmacht und das hinterher auch noch schön findet...
Eine Beobachtung, die ich teile.
Ergänzen müsste man noch: ...und sich dabei ganz ganz toll fühlt. :roll:
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
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Juergen
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Juergen » Sonntag 23. Oktober 2016, 13:36

Niels hat geschrieben:Zweitens: Weil die Mehrheit der Damen - eher als die der Herren - jeden als Liturgie angebotenen Mist mitmacht und das hinterher auch noch schön findet...
Ja,
liturgischer Ausdruckstanz und weitere Mitmachspiele sprechen tendenziell wohl eher Frauen an.

Hatte nicht der Blog roratecaeli mal darum gebeten bei der alten Messe zu zählen, ob mehr Frauen oder Männer drin sind? Ich weiß nicht, was daraus geworden ist. :hmm:

Mein Eindruck ist jedenfalls, daß in der altem Messe zumindest der Prozentuale Anteil von Männern größer ist als in der neuen Messe.
Zuletzt geändert von Juergen am Sonntag 23. Oktober 2016, 13:38, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Salmantizenser
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Salmantizenser » Sonntag 23. Oktober 2016, 13:37

Juergen hat geschrieben:Mein Eindruck ist jedenfalls, daß in der altem Messe zumindest der Prozentuale Anteil von Männern größer ist als in der neuen Messe.
Das würde ich unterschreiben.

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Juergen
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Juergen » Sonntag 23. Oktober 2016, 13:39

Gruß Jürgen

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Caviteño
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Caviteño » Sonntag 23. Oktober 2016, 13:51

Niels hat geschrieben: Zweitens: Weil die Mehrheit der Damen - eher als die der Herren - jeden als Liturgie angebotenen Mist mitmacht und das hinterher auch noch schön findet...
Auch hier auf den PH findet man bei den Gottesdiensten mehr Frauen als Männer, obwohl es den "als Liturgie angebotenen Mist" hier nicht zu geben scheint - jedenfalls habe ich ihn noch nicht gesehen. Dafür ist man hier viel konservativer, ein Kopfschleier beim Gottesdienst erregt keine Aufmerksamkeit.

Dieter
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Dieter » Sonntag 23. Oktober 2016, 14:00

Je feministischer eine Gemeinde (vor allem evangelische Gemeinden) geprägt ist, desto mehr Klamauk findet dort statt: Sozialpädagogische Spielchen, beim Abendmahl im Kreis stehen und sich wie beim Ringel rangel Rose an die Hände fassen, einen bunten Faden durch die Besucherreihen weiterreichen lassen, im Extremfall einen liturgischen Tanz aufführen müssen - nein, das ist nichts für Männer.

Die Feminisierung der EKD hat viele Männer, Familienväter aus der Kirche getrieben.

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Hubertus
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Hubertus » Sonntag 23. Oktober 2016, 14:11

Salmantizenser hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Mein Eindruck ist jedenfalls, daß in der altem Messe zumindest der Prozentuale Anteil von Männern größer ist als in der neuen Messe.
Das würde ich unterschreiben.
Ich auch. Das Durchschnittsalter ist auch deutlich geringer als im NOM.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Sonntag 23. Oktober 2016, 14:22

„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

PascalBlaise
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von PascalBlaise » Sonntag 23. Oktober 2016, 15:52

Vielleicht ist auch die Psyche ein Faktor: Frauen haben eher das Bedürfnis, sich unterstützen und trösten zu lassen. Ein Mann wird das als Schwäche sehen, als Nicht - allein - zurechtkommen. Das mag sich nach Klischee anhören, aber ich denke es ist was dran.
– et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non comprehenderunt –

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Juergen
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Juergen » Sonntag 23. Oktober 2016, 16:09

Ich denke, daß Männer sich eher vom Rationalen und streng Durchorganisiertem und Strukturiertem ansprechen lassen während Frauen eher das Überraschende, Neue und Emotionale mögen. Die derzeitige, recht wortlastige Liturgie (und noch ne Besinnung, noch eine Erklärung und dann auch noch eine Meditation und viel Stille und Jasmintee) ist eher was für Frauen (und Kinder).

Männer und Frauen passen eben (in der Liturgie) nicht zusammen. :tuete:


Früher gab es wenigstens noch eine Männer- und eine Frauenseite in der Kirche… Mit Erfindung des Rades und damit zusammenhängend dem Stuhlkreis oder ähnlich angelegten Bankkreisen in modernen Kirchen, fielen diese Seiten weg, da bekanntlich ein Kreis eine Ecken hat.
Gruß Jürgen

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martin v. tours
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 23. Oktober 2016, 19:06

Viele interessante Antworten.
Ich habe meine Heimat in der alten Messe gefunden und finde auch das diese ( gläubige) Männer mehr anspricht. Die Auswüchse die man(n) in der neuen Messe des öfteren erlebt haben mich von dieser vertrieben.
Ich möchte meine Frage aber nicht auf die Form der Messe reduzieren.
Ich vermute das es früher auch nicht anders war. (Frau ist in der Kirche, er verzieht sich Richtung Stammtisch) Aber das können die Älteren hier besser aus eigenem Erleben schildern.

Ich glaube zwar auch das viele ( beileibe nicht alle) Frauen der moderne Firlefanz anspricht. Aber, die paar Frauen die ich persönlich kenne und die bei so etwas ganz engagiert sind, sind die selben, die im persönlichen Gespräch meist
dramatische Glaubenslücken haben. Nach dem Motto: Irgendein höheres Wesen wird es schon geben. Hauptsache alle sind "aktiv" und "bringen sich ein".
Ich glaube um so tiefer auch bei Frauen der Glauben ist um so weniger lassen sie sich von dem veganfeministischen -bunte Tücher- Eiapopeia mit weinerlicher Drewermann -Attitüde beeindrucken.
Ich hoffe jetzt niemanden beleidigt zu haben. Ist nur mein persönlicher Eindruck.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Amanda
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Amanda » Sonntag 23. Oktober 2016, 19:45

martin v. tours hat geschrieben:Viele interessante Antworten.
Ich habe meine Heimat in der alten Messe gefunden und finde auch das diese ( gläubige) Männer mehr anspricht. Die Auswüchse die man(n) in der neuen Messe des öfteren erlebt haben mich von dieser vertrieben.
Ich möchte meine Frage aber nicht auf die Form der Messe reduzieren.
Ich vermute das es früher auch nicht anders war. (Frau ist in der Kirche, er verzieht sich Richtung Stammtisch) Aber das können die Älteren hier besser aus eigenem Erleben schildern.

Ich glaube zwar auch das viele ( beileibe nicht alle) Frauen der moderne Firlefanz anspricht. Aber, die paar Frauen die ich persönlich kenne und die bei so etwas ganz engagiert sind, sind die selben, die im persönlichen Gespräch meist
dramatische Glaubenslücken haben. Nach dem Motto: Irgendein höheres Wesen wird es schon geben. Hauptsache alle sind "aktiv" und "bringen sich ein".
Ich glaube um so tiefer auch bei Frauen der Glauben ist um so weniger lassen sie sich von dem veganfeministischen -bunte Tücher- Eiapopeia mit weinerlicher Drewermann -Attitüde beeindrucken.
Ich hoffe jetzt niemanden beleidigt zu haben. Ist nur mein persönlicher Eindruck.
Diesen Eindruck teile ich, aus meinem ganz persönlichen Erleben der letzten fünf bis zehn Jahre heraus.
Eine wirklich tiefe Frömmigkeit, verbunden mit fundiertem Glaubenswissen, geht äußerst selten mit Tüchertänzen durch den Altarraum einher...

Sehr drastisch habe ich das mal Anno 2003 erlebt. Unser damaliger Diakon, heute Pfarrer im Rheingau, bot einen "Glaubenskurs" an, an dem ich teilnahm. Unter den übrigen Teilnehmern war auch eine Frau mittleren Alters, deren Name und Gesicht in der Pfarrei sehr bekannt ist, da sie stets in vorderster Front mitmacht (bis heute). PGR, diverse Ausschüsse, was es eben alles so gibt. Bereits im Laufe der ersten Treffen zeigte sich, dass hinter der Aktivistenfassade nichts steckte, denn diese Dame hatte keinen blassen Schimmer vom katholischen Glauben. Sie konnte auch nicht erklären, woran sie glaubte (vermutlich weil es nichts Erklärenswertes gab), aber peinlich zu sein schien es ihr nicht unbedingt.

Damals war ich geradezu schockiert... heute würde ich dergleichen wohl unter der Kategorie "Normalzustand" verbuchen.

Und wie Martin bin auch ich letztendlich aus meiner Wohnsitzpfarrei (als Heimatpfarrei will ich sie gerade nicht bezeichnen) vertrieben worden und nehme heute fast nur noch an Messen im überlieferten Ritus teil. Meinen Beichtvater habe ich mir in einem anderen Bistum gesucht, da in Limburg kaum jemand zu finden ist, der sich dem kirchlichen Lehramt und den Traditionen verpflichtet fühlt.

Die wirklich Tiefgläubigen werden vom Mainstream in die äußere und innere Emigration gedrängt und suchen sich ihre Oasen andernorts. Eine ganz wichtige Oase ist für mich seit letztem Jahr das Kloster Maria Engelport im Hunsrück.
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mtoto
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von mtoto » Sonntag 23. Oktober 2016, 20:20

Hallo zusammen,

1. Frauen werden älter...
2. Männer gingen arbeiten und die Frauen waren eher im Ehrenamt aktiv neben der Familie bzw. mit den Kindern... "Kommunionmütter, Erntedank, Kinder basteln, Krippenspiel, St. Martin..."
3. Die Generation die noch relativ zur Messe kommt, entstammt aus dieser Klassischen Generation -> Vater schafft die Kohle ran, Mutter guckt nach den Kindern, Haushalt usw.

Und was die Ahnungslosigkeit betrifft, kann man dem Volk keinen Vorwurf machen...

Nur mal in Kürze, wie ich Glaubensvermittlung von extern erlebt habe:

Kindergarten: mäßig, war eine städtische Einrichtung. Der Kirchliche war neben der Leichenhalle, das fanden meine Eltern nicht so gut... :pfeif: :pfeif:

Grundschule: War ok

Gymnasium (Mitte 80-90er): Bibel besteht nur aus Geschichten, orientalische Erzählkunst. Weiß eh keiner, was da stimmt.. :traurigtaps:
Wir machen lieber Yoga und üben die muslimische Gebetshaltung, weil die so gesund ist... :heul:

Der Versuch Würzburger Theologie-Fernkurs (Ende 90er): Führte mich in ein Kollquium von der Regionalstelle (?)... Die Dozentin war auch für die Menschen zuständig, die als Erwachsene getauft werden wollten... Für sie als "Hauptamtliche" war die Auferstehung irgendsowas sphärisches Etwas und Jesus war zwar auferstanden, aber doch nicht leiblich... Und mich hat sie als total minderbemittelt und von vorgestern dargestellt... Ihr Credo hieß: "Meine Lebensgeschichte kommt bei Gott an." :vogel:

Also was erwartet Ihr? Zum Glück habe ich Eltern... 8)

LG mtoto

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Radulf Thoringi
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Radulf Thoringi » Sonntag 23. Oktober 2016, 20:33

Einen Frauenüberhang kann ich so nicht bestätigen. Hier (konservative lutherische Ecke) gibt es ein leichtes "Männerplus". Die Frauen müssen kochen.:koch: Liturgischer Unsinn ist nicht üblich.
"Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."
Werner Heisenberg

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Hubertus
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Hubertus » Sonntag 23. Oktober 2016, 20:45

Radulf Thoringi hat geschrieben:Einen Frauenüberhang kann ich so nicht bestätigen. Hier (konservative lutherische Ecke) gibt es ein leichtes "Männerplus". Die Frauen müssen kochen.:koch:.
Dafür gibt es bei Katholens die Frühmesse. :unbeteiligttu:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Juergen
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Juergen » Sonntag 23. Oktober 2016, 21:49

mtoto hat geschrieben:1. Frauen werden älter...
Männer werden bekanntlich nicht älter, sondern nur schöner.
mtoto hat geschrieben:2. Männer gingen arbeiten und die Frauen waren eher im Ehrenamt aktiv neben der Familie bzw. mit den Kindern... "Kommunionmütter, Erntedank, Kinder basteln, Krippenspiel, St. Martin..."
Richtig. Die Männer wurden jahrhundertelang von ihren Frauen ausgebeutet. Sie mußten schuften, während die Frauen ihre Spielchen machten.
mtoto hat geschrieben:3. Die Generation die noch relativ zur Messe kommt, entstammt aus dieser Klassischen Generation -> Vater schafft die Kohle ran, Mutter guckt nach den Kindern, Haushalt usw.
Nö. Die Generation gibt es kaum noch, bzw. sie befindet sich – staatlich gewollt – im Aussterben.
Gruß Jürgen

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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von mtoto » Sonntag 23. Oktober 2016, 22:04

Punkt 2 = :D hast ein bisschen recht... ;)

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Schwenkelpott
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Schwenkelpott » Montag 24. Oktober 2016, 00:00

martin v. tours hat geschrieben:Oder liegt es, ganz banal, an der niedrigeren Lebenserwartung der Männer das die älteren Damen beim Rosenkranz in der Überzahl sind?
In meiner "Wohnsitzpfarrei" (Amanda hat das sehr schön ausgedrückt) sind die älteren Damen beim Rosenkranz auf jeden Fall in der Überzahl - es gibt aber auch manchmal den ein oder anderen älteren Herrn. Und zwei, drei jüngere (Studierende). Bei der eucharistischen Anbetung sind es insgesamt mehr Teilnehmer und auch prozentual mehr jüngere.

Bei einem Werktagsgottesdienst sind es auch mehr (ältere) Frauen. Allerdings auch immer ein nicht unbedeutender Anteil von jüngeren (wieder die Studierenden).

Im den Eucharistiefeiern am Sonntag hält es sich einigermaßen die Waage - relativ geschlechts- und altersgemischt. Aber auch hier dürften (der Demographie geschuldet) die älteren Damen wohl die größte Einzelgruppe darstellen.

Da meine "Wohnsitzpfarrei" in einer Universitätsstadt liegt, ist sie aber keine "durchschnittliche" Pfarrei, was die Altersdurchmischung der Gottesdienstbesucher angeht, würde ich sagen. Ich bin auch ab und an mal in meiner Erstkommunionkirche - da helfe ich dann mit, den Altersdurchschnitt nach unten zu ziehen ... Abgesehen von der doch sehr großen Anzahl von Ministranten dort.

Hubertus hat geschrieben:
Salmantizenser hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Mein Eindruck ist jedenfalls, daß in der altem Messe zumindest der Prozentuale Anteil von Männern größer ist als in der neuen Messe.
Das würde ich unterschreiben.
Ich auch. Das Durchschnittsalter ist auch deutlich geringer als im NOM.
Ist auch jeweils meine Erfahrung.

Juergen hat geschrieben:Ich denke, daß Männer sich eher vom Rationalen und streng Durchorganisiertem und Strukturiertem ansprechen lassen während Frauen eher das Überraschende, Neue und Emotionale mögen.
martin v. tours hat geschrieben:[...] alten Messe [...] und finde auch das diese ( gläubige) Männer mehr anspricht. Die Auswüchse die man(n) in der neuen Messe des öfteren erlebt haben mich von dieser vertrieben.
Mit einer rubrikengetreuen forma ordinaria habe ich kein(e großen) Problem(e), die mag ich sogar. Aber diese Überraschungen, die möglich sind, mag ich gar nicht ...

martin v. tours hat geschrieben:Ich vermute das es früher auch nicht anders war. (Frau ist in der Kirche, er verzieht sich Richtung Stammtisch) Aber das können die Älteren hier besser aus eigenem Erleben schildern.
Hubertus hat geschrieben:
Radulf Thoringi hat geschrieben:[...] Die Frauen müssen kochen.:koch:.
Dafür gibt es bei Katholens die Frühmesse. :unbeteiligttu:
Meine Mutter berichtet, dass sie und ihre Schwester am liebsten in die Frühmesse gingen - und dort wären die alten Ömmekes oder die Mütter von Großfamilien gewesen, die dann danach das Sonntagsessen vorbereitet hätten. Wenn diese nicht sogar schon in der Frühfrühmesse gewesen waren.

Amanda hat geschrieben:Eine ganz wichtige Oase ist für mich seit letztem Jahr das Kloster Maria Engelport im Hunsrück.
Da möchte ich auch gerne einmal hin! Was die ordentliche Form angeht, war ich diesen Sommer jeweils in einem Benediktinerinnen- und einem Benediktinerkloster, beide mit gregorianischem Choral und Hl. Messe ohne (negative) Überraschungen. Im erste Fall gab es eher mehr Frauen unter den Gottesdienstbesuchern, aber es war recht altersgemischt; im zweiten Fall geschlechtsgemischt, aber eher wieder älter. Auf jeden Fall mit Gottesdienstbesuchern, die sich ganz bewusst für diese Zelebrationsorte entschieden haben und nicht für einen in den nahen Pfarreien. Im Vergleich zu den beiden Klöstern war der Anteil der jungen Gottesdienstbesucher bei der Alten Messe, wo ich in der Zeit auch war, jedoch weitaus größer.
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Juergen » Montag 24. Oktober 2016, 11:01

Schwenkelpott hat geschrieben:Bei einem Werktagsgottesdienst…
Insbesondere dort ist das Alter der Meßbesucher auch von der Meßzeit abhängig.
Früher waren Werktagsmessen sehr früh, so daß auch Berufstätige daran teilnehmen konnten. Heute sind sie zumeist vormittags zu einer Zeit, zu der Berufstätige keine Möglichkeit haben, an der Messe teilzunehmen. In der Folge sieht man dort nur noch Rentner und früh aufstehende Studenten.
Gruß Jürgen

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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Schwenkelpott » Montag 24. Oktober 2016, 11:04

Juergen hat geschrieben:
Schwenkelpott hat geschrieben:Bei einem Werktagsgottesdienst…
Insbesondere dort ist das Alter der Meßbesucher auch von der Meßzeit abhängig.
Früher waren Werktagsmessen sehr früh, so daß auch Berufstätige daran teilnehmen konnten. Heute sind sie zumeist vormittags zu einer Zeit, zu der Berufstätige keine Möglichkeit haben, an der Messe teilzunehmen. In der Folge sieht man dort nur noch Rentner und früh aufstehende Studenten.
Oder man hat Glück und es gibt abendliche Werktagsmessen. Da ist das "Publikum" meiner Erfahrung nach gut durchmischt.
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Juergen » Montag 24. Oktober 2016, 11:09

Schwenkelpott hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Schwenkelpott hat geschrieben:Bei einem Werktagsgottesdienst…
Insbesondere dort ist das Alter der Meßbesucher auch von der Meßzeit abhängig.
Früher waren Werktagsmessen sehr früh, so daß auch Berufstätige daran teilnehmen konnten. Heute sind sie zumeist vormittags zu einer Zeit, zu der Berufstätige keine Möglichkeit haben, an der Messe teilzunehmen. In der Folge sieht man dort nur noch Rentner und früh aufstehende Studenten.
Oder man hat Glück und es gibt abendliche Werktagsmessen. Da ist das "Publikum" meiner Erfahrung nach gut durchmischt.
Wenn man ehrlich ist, muß man inzwischen vielerorts froh sein, wenn es überhaupt noch Werktagsmessen gibt. Aber das ist ein anderes Thema.
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Re: Warum gehen mehr Frauen als Männer in die Kirche ?

Beitrag von Kantorin » Dienstag 25. Oktober 2016, 21:17

Juergen hat geschrieben:
Schwenkelpott hat geschrieben:Bei einem Werktagsgottesdienst…
Insbesondere dort ist das Alter der Meßbesucher auch von der Meßzeit abhängig.
Früher waren Werktagsmessen sehr früh, so daß auch Berufstätige daran teilnehmen konnten. Heute sind sie zumeist vormittags zu einer Zeit, zu der Berufstätige keine Möglichkeit haben, an der Messe teilzunehmen. In der Folge sieht man dort nur noch Rentner und früh aufstehende Studenten.
Bei uns sind 4 von 5 Werktagsmessen morgens um 9 Uhr, das ist auch eher rentnertauglich und es nehmen mehr Frauen als Männer teil... Allerdings ist dort auch nix von Stuhlkreisen, bunten Schals, liturgischem Tanz & Co. zu sehen. :pfeif:
Mein huldreicher Gott kommt mir entgegen. (Psalm 59)

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