Halloween

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Janet1983
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Halloween

Beitrag von Janet1983 » Donnerstag 4. Oktober 2007, 16:56

Hier die Frage des Monats... mal ganz Ernst...
Sollten Christen Halloween feiern?
Ich meine es kommt so rübergeschwappt aus den USA.
Ich befinde mich inmitten von Amerikanern und hier kann man Unmengen von Dingen für Halloween kaufen, daher sehe ich das ziemlich viel. Unser Supermarkt um die Ecke hat ne riesige Auswahl ans Süßigkeiten extra im Eingangsbereich.
Die Frage ist aber, sollten Christen dieses Fest überhaupt ernst nehmen? Ich gehe davon aus, dass wir in Zukunft noch mehr davon hören werden, als wir ohnehin schon tun. Wie ist eure Ansicht?

"Als Halloween wird die Feier des Vorabends vom Allerheiligenfest in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November bezeichnet, die vor allem in Irland und Nordamerika gefeiert wird. Am gleichen Termin wurde zuvor bereits das alte keltische Fest Samhain gefeiert. Daher glauben einige, dass Halloween auf irisches oder gar keltisches Brauchtum zurückgeht. Diese Herleitung ist jedoch umstritten. Das Wort „Halloween“ jedenfalls geht auf das Wort „All Hallows’ Eve“ (Vorabend von Allerheiligen) zurück. Heutzutage steht es in Konkurrenz zum Reformationstag (am selben Tag) und verdrängt, durch die vermehrte Kommerzialisierung und die Nähe der Termine, das traditionellere Martinssingen und Martinisingen am 10. und 11. November." (Wikipedia)

Der Grund fuer die Verbreitung in den USA ist laut Wikipedia die Einwanderung katholischer Iren, da das Fest mit Allerheiligen verbunden war, aber ist es nicht eigentlich ein heidnisches Fest? Oder doch nicht?

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overkott
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Re: Halloween

Beitrag von overkott » Donnerstag 4. Oktober 2007, 17:39

Janet1983 hat geschrieben:Hier die Frage des Monats... mal ganz Ernst...
Sollten Christen Halloween feiern?
Mal ganz im Spaß, sollten Christen Karneval feiern? Ich sehe Halloween als Vorverlegung des Beginns der Karnevalsession am 11.11.. Man sollte da bloß keine Ideologie draus machen.

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Pit
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Re: Halloween

Beitrag von Pit » Donnerstag 4. Oktober 2007, 17:46

Vorausverlegung von Karneval?
Nunja, so kann man das auch sehen.
Da Halloween de facto ursprünglich mit Allerheiligen und nachweislich nicht (!) mit Samhain zusammenhängt, was oft geglaubt wird, sehe ich kein Problem darin, als Christ, auch als katholischer, Halloween zu feiern.
Ob wir hierzulande ein Fest übernehmen müssen/sollten, daß seine Wurzeln im iro-schottischen Bereich hat, ist eine andere Frage.
Und was Karneval betrifft:
Warum sollten Christen keinen Fastelovend feiern?

Gruß, Pit
overkott hat geschrieben:
Janet1983 hat geschrieben:Hier die Frage des Monats... mal ganz Ernst...
Sollten Christen Halloween feiern?
Mal ganz im Spaß, sollten Christen Karneval feiern? Ich sehe Halloween als Vorverlegung des Beginns der Karnevalsession am 11.11.. Man sollte da bloß keine Ideologie draus machen.
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overkott
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Re: Halloween

Beitrag von overkott » Donnerstag 4. Oktober 2007, 17:57

Pit hat geschrieben:Vorausverlegung von Karneval?
Nunja, so kann man das auch sehen.
Da Halloween de facto ursprünglich mit Allerheiligen und nachweislich nicht (!) mit Samhain zusammenhängt, was oft geglaubt wird, sehe ich kein Problem darin, als Christ, auch als katholischer, Halloween zu feiern.
Ob wir hierzulande ein Fest übernehmen müssen/sollten, daß seine Wurzeln im iro-schottischen Bereich hat, ist eine andere Frage.
Und was Karneval betrifft:
Warum sollten Christen keinen Fastelovend feiern?

Gruß, Pit
overkott hat geschrieben:
Janet1983 hat geschrieben:Hier die Frage des Monats... mal ganz Ernst...
Sollten Christen Halloween feiern?
Mal ganz im Spaß, sollten Christen Karneval feiern? Ich sehe Halloween als Vorverlegung des Beginns der Karnevalsession am 11.11.. Man sollte da bloß keine Ideologie draus machen.
Halloween hat mit Allerheiligen wahrscheinlich weniger zu tun als der Weihnachtsbaum mit Weihnachten.

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Pit
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Beitrag von Pit » Donnerstag 4. Oktober 2007, 18:27

Ironie der Geschichte:
Ursprünglich hat(te) Halloween schon mit Allerheiligen, dem Totengedenken etc. zu tun.
Der berühmte Kürbis (also der ausgehöhlte mit Kerze) war eigentlich eine Rübe, die aufgestellt wurde, um die Geister der Verstorbenen fernzuhalten.
Merke: Auch die christlichen Iren waren in früheren Zeiten abergläubischer.
Diese Rübe brachten sie (was den Brauch betrifft) mit in die USA und verwendeten Mangels Rüben den Kürbis.
Übrigens:
Wenn - und den Gedanken finde ich sehr interessant - Halloween auf ein keltisches Fest zurückgehen würde, warum hat es sich nie in der keltischen Bretagne verbreitet?
Oder auch im keltischen Britannien, dem heutigen England?

Gruß, Pit
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monsieur moi
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Beitrag von monsieur moi » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:14

Ja, warum sollten Christen denn nicht Halloween feiern dürfen. Wir feiern doch (zumindestens die allermeisten von uns) feiern auch Silvester. Klar, Silvester geht man auch in die Jahresschlussmesse und der Name kommt vom ehemaligen Papst, Silvester. Aber: Der brauch mit dem Feuerwerk ist ein heidnischer (die Heiden haben geglaubt, mit lauten Geräuschen die bösen Geister vom neuen Jahr fernzuhalten). Das ist für Christen natürlich eigentlich nur Schwachsinn, zumindestens der "tiefere Sinn" dieses Festes. Ich hab einfach nur Spaß am Böllern.
Und genau das lässt sich auch auf Halloween übertragen. Die Christen haben daran eben einfach nur Spaß, das hat nichts mit Religion oder Gotteslästerung zu tun (auch wenn es vielleicht einen Beigeschmack hat). Und so lange, wie dabei keiner sich versündigt, ist doch bei bloßem Spaß nichts dabei, oder?

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Pit
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Beitrag von Pit » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:17

Stimmt, aber es gibt - kein Witz - "bibeltreue" Christen, die aus dem Grund z.B. Ostern und Weihnachten ablehnen.

Gruß, Pit
monsieur moi hat geschrieben: ...
Aber: Der brauch mit dem Feuerwerk ist ein heidnischer (die Heiden haben geglaubt, mit lauten Geräuschen die bösen Geister vom neuen Jahr fernzuhalten). Das ist für Christen natürlich eigentlich nur Schwachsinn, zumindestens der "tiefere Sinn" dieses Festes. Ich hab einfach nur Spaß am Böllern.
...
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monsieur moi
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Beitrag von monsieur moi » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:24

Also, wer Ostern oder Weihnachten ablehnt und sich dann als "bibeltreuer Christ bezeichnet, der verwundert mich aber auch wirklich.
Ich meine, sicher sollten wir uns vor Augen halten, dass Ostern und Weihnachten eben keine Kommerztage sind, und uns nach Möglichkeit auf den christlichen Background besinnen, einen Ausgleich finden, zwischen christlicher Besinnung und Geschenke"rausch". Aber diese Feste rundheraus abzulehnen ist falsch, denn sie sind ein Teil des Christentums.

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overkott
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Beitrag von overkott » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:27

Pit hat geschrieben:Ironie der Geschichte:
Ursprünglich hat(te) Halloween schon mit Allerheiligen, dem Totengedenken etc. zu tun.
Wahrscheinlich andersherum: beim Inkulturieren des Christentums knüpften christliche Feste wie Allerheiligen an heidnische Bräuche an, die sich bis heute überlebt haben.

sofaklecks
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Kein Vorbild

Beitrag von sofaklecks » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:27

Ich bin der Auffassung von Monsieur.

Warum soll man am Vorabend von Allerheiligen nicht feiern. Sinnvoll feiern.

Das Blöde ist doch, dass die meisten das verlernt haben. Aber das soll die, die es noch können, nicht vom Feiern abhalten.

sofaklecks

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monsieur moi
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Beitrag von monsieur moi » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:32

Wahrscheinlich andersherum: beim Inkulturieren des Christentums knüpften christliche Feste wie Allerheiligen an heidnische Bräuche an, die sich bis heute überlebt haben.
Ja. Sicher. Die Feste sind an gleiche oder nahe gelegenen Tagen. Aber darauf kommt es ja nicht an, sondern auf den Glauben, den wir, als Christen, aus den Festen schöpfen.
Warum soll man am Vorabend von Allerheiligen nicht feiern. Sinnvoll feiern.
Der Vorabend von Allerheiligen ist der Reformationstag.... - "sinnvoll" feiern :D

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overkott
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Beitrag von overkott » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:38

Natürlich kann man auch Allerseelen sinnvoll begehen, gerade um der Menschen im Fegefeuer zu gedenken.

Eine Möglichkeit etwa besteht im Besuch einer Abendmesse.

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monsieur moi
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Beitrag von monsieur moi » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:41

Oder man besucht um die Zeit die verstorbenen Verwandten, betet am Grab, stellt ne Kerze auf. Es lässt sich alles sinnvoll gestalten, wenn man den Sinn der jeweiligen Anlässe kennt.

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Richtig

Beitrag von sofaklecks » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:45

Richtig:

Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn,
wenn Buße, dann Buße.

sofaklecks

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overkott
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Beitrag von overkott » Donnerstag 4. Oktober 2007, 20:04

Deshalb ja auch:

Allerheiligen und Allerseelen

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Robert Ketelhohn
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P. Franz Xaver Weiser SJ über Allerheiligen und Halloween

Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 4. Oktober 2007, 21:11

P. Franz Xaver Weiser SJ hat geschrieben:CHAPTER 26: ALL SAINTS AND ALL SOULS


FEAST OF ALL SAINTS


ALL MARTYRS--The Church of Antioch kept a commemoration of all holy
martyrs on the first Sunday after Pentecost. Saint John Chrysostom, who
served as preacher at Antioch before he became patriarch of
Constantinople, delivered annual sermons on the occasion of this
festival. They were entitled "Praise of All the Holy Martyrs of the
Entire World."[1] In the course of the succeeding centuries the feast
spread through the whole Eastern Church and, by the seventh century,
was everywhere kept as a public holyday.

In the West the Feast of All Holy Martyrs was introduced when Pope
Boniface IV (615) was given the ancient Roman temple of the Pantheon by
Emperor Phocas (610) and dedicated it as a church to the Blessed Virgin
Mary and all the martyrs. The date of this dedication was May 13, and
on this date the feast was then annually held in Rome.[2] Two hundred
years later Pope Gregory IV (844) transferred the celebration to
November 1. The reason for this transfer is quite interesting,
especially since some scholars have claimed that the Church assigned
All Saints to November 1 in order to substitute a feast of Christian
significance for the pagan Germanic celebrations of the demon cult at
that time of the year.[3] Actually, the reason for the transfer was that
the many pilgrims who came to Rome for the Feast of the Pantheon could
be fed more easily after the harvest than in the spring.[4]


ALL SAINTS--Meanwhile, the practice had spread of including in this
memorial not only all martyrs, but the other saints as well. Pope
Gregory III (741) had already stated this when he dedicated a chapel in
St. Peter's in honor of Christ, Mary, and "all the apostles, martyrs,
confessors, and all the just and perfect servants of God whose bodies
rest throughout the whole world."[5]

Upon the request of Pope Gregory IV, Emperor Louis the Pious (840)
introduced the Feast of All Saints in his territories. With the consent
of the bishops of Germany and France he ordered it to be kept on
November 1 in the whole Carolingian empire.[6] Finally, Pope Sixtus IV
(1484) established it as a holyday of obligation for the entire Latin
Church, giving it a liturgical vigil and octave.[7] The octave was
discontinued in 1955.

The purpose of the feast is twofold. As the prayer of the Mass states,
"the merits of all the saints are venerated in common by this one
celebration," because a very large number of martyrs and other saints
could not be accorded the honor of a special festival since the days of
the year would not suffice for all these individual celebrations. The
second purpose was given by Pope Urban IV: Any negligence, omission,
and irreverence committed in the celebration of the saints' feasts
throughout the year is to be atoned for by the faithful, and thus due
honor may still be offered to these saints.[8]


LITURGICAL PRAYER--Almighty and eternal God, who hast granted us to
venerate the merits of all Thy saints in one celebration: we beg Thee
to bestow upon us the desired abundance of Thy mercy on account of this
great number of intercessors.


COMMEMORATION OF ALL THE FAITHFUL DEPARTED


HISTORY--The need and duty of prayer for the departed souls has been
acknowledged by the Church at all times. It is recommended in the
Scriptures of the Old Testament (2 Machabees 12, 46), and found
expression not only in public and private prayers, but especially in
the offering of the Holy Sacrifice for the repose of souls. The
customary dates for public services of this kind were, and still are,
the day of death and burial, the seventh and thirtieth day after death
(Month's Mind Mass), and the anniversary. Except for the funeral Mass,
the actual observance of these dates is not made obligatory by the
Church but left to the piety of relatives and friends of the deceased.[9]

The memorial feast of all departed ones in a common celebration was
inaugurated by Abbot Saint Odilo of Cluny (1048). He issued a decree
that all monasteries of the congregation of Cluny were annually to keep
November 2 as a "day of all the departed ones" ("Omnium Defunctorum").
On November 1, after Vespers, the bell should be tolled and afterward
the Office of the Dead be recited; on the next day all priests had to
say Mass for the repose of the souls in purgatory.[10]

This observance of the Benedictines of Cluny was soon adopted by other
Benedictines, and by the Carthusians. Pope Sylvester II (1003) approved
and recommended it. It was some time, though, before the secular clergy
introduced it in the various dioceses. From the eleventh to the
fourteenth centuries it gradually spread in France, Germany, England,
and Spain, until finally, in the fourteenth century, Rome placed the
day of the commemoration of all the faithful departed in the official
books of the Western Church for November 2 (or November 3 if the second
falls on a Sunday).[11]

November 2 was chosen in order that the memory of all the "holy
spirits" both of the saints in Heaven and of the souls in purgatory
should be celebrated on two successive days, and in this way to express
the Christian belief in the "Communion of Saints." Since the Feast of
All Saints had already been celebrated on November 1 for centuries, the
memory of the departed souls in purgatory was placed on the following
day.[12]


LITURGY--In the Byzantine Rite the commemoration of all the faithful
departed is held on the Saturday before Sexagesima Sunday, and is
called the "Saturday of the Souls" ("Psychosabbaton").[13] The Armenians
celebrate it on Easter Monday, with the solemn Office of the Dead.[14]
The Mass, however, is that of the Resurrection. An interesting and
moving observance is held in the Syrian-Antiochene Rite, where they
celebrate on three separate days: on Friday before Septuagesima they
commemorate all departed priests; on Friday before Sexagesima, all the
faithful departed; and on Friday before Quinquagesima, "all those who
died in strange places, away from their parents and friends."[15]

Pope Benedict XV in 1915 allowed all priests to say three Masses on All
Souls' Day in order to give increased help to the suffering souls in
purgatory.[16] The Church has also granted to all faithful special
privileges of gaining indulgences for the holy souls on November 1 and
2. The Office of the Dead is recited by priests and religious
communities. In many places the graves in the cemeteries are blessed on
the eve or in the morning of All Souls' Day, and a solemn service is
usually held in parish churches.

The liturgical color at all services on November 2 is black. The Masses
are part of the group called "Requiem" Masses because they start with
the words "Requiem aeternam dona eis" (Eternal rest grant unto them).[17]

The sequence sung at the solemn Mass on All Souls' Day (and on other
occasions) is the famous poem "Dies Irae" (Day of Wrath) written by a
thirteenth-century Franciscan.[18] It has often been ascribed to Thomas
of Celano (1250), the friend and biographer of Saint Francis of Assisi,
though the authorship is not certain.


FOLKLORE


RELIGIOUS CUSTOMS--The custom of decorating graves and praying in
cemeteries is general in all Catholic countries, both in Europe and
America.[19] On the afternoon of All Saints' Day or in the morning of All
Souls the faithful visit each individual grave of relatives and
friends. Sometimes the congregation, led by the priest, walks in
procession to the cemetery. There they pray for all the holy souls in
front of the cemetery chapel, then the priest recites the liturgical
prayers for the dead and blesses the graves with holy water. Afterward
the families separate to offer private prayers at the graves of their
loved ones.

During the week preceding All Saints crowds of people may be seen in
the cemeteries, usually in the evening after work, decorating the
graves of their dear ones with flowers, tending the lawn, and spreading
fresh white gravel around the tombs. Candles, protected by little glass
lanterns, are placed around the graves or at the foot of the
tombstones, to be lighted on All Saints' eve and left burning through
the night. It is an impressive, unforgettable sight to look upon the
hundreds and often thousands of lights quietly burning in the darkness
and dreary solitude of a cemetery. People call them "lights of the holy
souls" ("Seelenlichter").[20]

To visit the graves of dear ones on All Souls is considered a duty of
such import that many people in Europe will travel from a great
distance to their home towns on All Saints' Day in order to perform
this obligation of love and piety.

It is an ancient custom in Catholic sections of central Europe to ring
the church bells at the approach of dusk on All Saints' Day, to remind
the people to pray for the souls in purgatory. When the pealing of
these bells is heard, families gather in one room of their home,
extinguish all other lights save the blessed candle (kept from
Candlemas Day), which is put on the table.[21]

In the rural sections of Brittany four men alternate in tolling the
church bell for an hour on All Saints' Day after dark. Four other men
go from farm to farm during the night, ringing hand bells and chanting
at each place: "Christians awake, pray to God for the souls of the
dead, and say the "Pater" and "Ave" for them." From the house comes the
reply "Amen" as the people rise for prayer.

In most countries of South America All Souls' Day is a public holiday.
In Brazil people flock by the thousands to the cemeteries all morning,
light candles and kneel at the graves in prayer. The deep silence of so
many persons in the crowded cemetery deeply impresses the stranger. In
Puerto Rico, people will walk for miles to the graves of their loved
ones. The women often carry vases of flowers and water, for they know
they can get no water at the cemetery to keep the flowers fresh. They
wear their best clothes as they trudge along in the hot sun. Whole
truckloads of people will arrive at the cemetery if the distance is too
far to walk. The priest visits each grave and says the prayers for the
dead as the mourners walk along with him. Sometimes the ceremony lasts
for hours and it is near midnight when the tired pastor visits the last
graves.

Among the native populations in the Philippines, a novena is held for
the holy souls before November 2. In places where the cemetery is close
to the town, candles are brought to be burned at the tombs and prayers
are said every night. During these nine days the people also prepare
their family tombs for the great Feast of the Souls. Tomb niches and
crosses are repainted, hedges trimmed, flowers planted, and all weeds
are removed from the graves. On the evening of All Saints' Day young
men go from door to door asking for gifts in the form of cookies,
candy, and pastry, and they sing a traditional verse in which they
represent holy souls liberated from purgatory and on their way to
Heaven.

In Poland, and in Polish churches of the United States, the faithful
bring to their parish priest on All Souls' Day paper sheets with black
borders called "Wypominki" (Naming) on which are written the names of
their beloved dead. During the evening devotions in November, and on
Sundays, the names are read from the pulpit and prayers are offered for
the repose of the souls.

The Church has not established any season or octave in connection with
All Souls. The faithful, however, have introduced an "octave" of their
own, devoting the eight days after All Souls to special prayer,
penance, and acts of charity. This custom is widespread in central
Europe. People call this particular time of the year "Soul Nights"
("Seelennachte"). Every evening the rosary is said for the holy souls
within the family while the blessed candle burns. Many go to Mass every
morning. A generous portion of the meal is given to the poor each day;
and the faithful abstain from dances and other public amusements out of
respect for the holy souls. This is a deeply religious practice filled
with a genuine spirit of Christian charity which overshadows and
elevates the unholy customs of ancient pagan lore.[22]


PRE-CHRISTIAN ELEMENTS--Our pagan forefathers kept several "cult of the
dead" rites at various times of the year. One of these periods was the
great celebration at the end of the fall and the beginning of winter
(around November 1). Together with the practices of nature and demon
lore (fires, masquerades, fertility cults) they also observed the
ritual of the dead with many traditional rites. Since All Saints and
All Souls happened to be placed within the period of such an ancient
festival, some of the pre-Christian traditions became part of our
Christian feast and associated with Christian ideas.[23]

There is, for instance, the pre-Christian practice of putting food at
the graves or in the homes at such times of the year when the spirits
of the dead were believed to roam their familiar earthly places. The
beginning of November was one of these times. By offering a meal or
some token food to the spirits, people hoped to please them and to
avert any possible harm they could do. Hence came the custom of baking
special breads in honor of the holy souls and bestowing them on the
children and the poor. This custom is widespread in Europe. "All Souls'
bread" ("Seelenbrot") is made and distributed in Germany, Belgium,
France, Austria, Spain, Italy, Hungary, and in the Slavic countries.[24]

In some sections of central Europe boys receive on All Souls' Day a
cake shaped in the form of a hare, and girls are given one in the shape
of a hen (an interesting combination of "spirit bread" and fertility
symbols). These figure cakes are baked of the same dough as the festive
cakes that the people eat on All Saints' Day and which are a favorite
dish all over central Europe. They are made of braided strands of sweet
dough and called "All Saints' cakes" ("Heiligenstriezel" in German,
"Strucel Swiateczne" in Polish, "Mindszenti Kalacska" in Hungarian).[25]

In western Europe people prepare on All Souls' Day a meal of cooked
beans or peas or lentils, called "soul food," which they afterward
serve to the poor together with meat and other dishes. In Poland the
farmers hold a solemn meal on the evening of All Souls' Day, with empty
seats and plates ready for the "souls" of departed relatives. Onto the
plates members of the family put parts of the dinner. These portions
are not touched by anyone, but afterward are given to beggars or poor
neighbors.[26] In the Alpine provinces of Austria destitute children and
beggars go from house to house, reciting a prayer or singing a hymn for
the holy souls, receiving small loaves of the "soul bread" in reward.
There, too, people put aside a part of everything that is cooked on All
Souls' Day and give meals to the poor.[27] In northern Spain and in
Madrid people distribute and eat a special pastry called "Bones of the
Holy" ("Huesos de Santo"). In Catalonia All Souls' pastry is called
"Panellets" (little breads).

In Hungary the "Day of the Dead" ("Halottak Napja") is kept with the
traditional customs common to all people in central Europe. In
addition, they invite orphan children into the family for All Saints'
and All Souls' days, serving them generous meals and giving them new
clothes and toys.

In Brittany the farmers visit the graves of their departed relatives on
"Jour des morts" (Day of the Dead), kneeling bareheaded at the mound in
long and fervent prayer. Then they sprinkle the grave with holy water,
and finally, before leaving, pour milk over the grave as a libation
"for the holy souls." In every house a generous portion of the dinner
is served before an empty seat and afterward given to the hungry.


LEGENDS--Many other customs of the ancient cult of the dead have
survived as superstitions to this day. The belief that the spirits of
the dead return for All Souls' Day is expressed in a great number of
legends and traditions. In the rural sections of Poland the charming
story is told that at midnight on All Souls' Day a great light may be
seen in the parish church; the holy souls of all departed parishioners
who are still in purgatory gather there to pray for their release
before the very altar where they used to receive the Blessed Sacrament
when still alive. Afterward the souls are said to visit the scenes of
their earthly life and labors, especially their homes. To welcome them
by an external sign the people leave doors and windows open on All
Souls' Day.[28]

In the rural sections of Austria the holy souls are said to wander
through the forests on All Souls' Day, sighing and praying for their
release, but unable to reach the living by external means that would
indicate their presence.[29] For this reason, the children are told to
pray aloud while going through the open spaces to church and cemetery,
so the poor souls will have the great consolation of seeing that their
invisible presence is known and their pitiful cries for help are
understood and answered.


LITURGICAL PRAYER--O God, Creator and Redeemer of all the faithful,
grant to the souls of Thy servants departed the remission of all their
sins, that through our devout prayers they may obtain the pardon which
they have always desired.


HALLOWEEN


DRUIDIC ELEMENT--Unlike the familiar observance of All Souls, Halloween
traditions have never been connected with Christian religious
celebrations of any kind. Although the name is taken from a great
Christian feast (Allhallows' Eve), it has nothing in common with the
Feast of All Saints, and is, instead, a tradition of pre-Christian
times that has retained its original character in form and meaning.

Halloween customs are traced back to the ancient Druids. This is
attested to by the fact that they are still observed only in those
sections of Europe where the population is wholly or partly of Celtic
stock. In ancient times, around November 1 the burning of fires marked
the beginning of winter. Such Halloween fires are kindled in many
places even now, especially in Wales and Scotland.[30]

Another, and more important, tradition is the Druidic belief that
during the night of November 1 demons, witches, and evil spirits roamed
the earth in wild and furious gambols of joy to greet the arrival of
"their season"--the long nights and early dark of the winter months.
They had their fun with the poor mortals that night, frightening,
harming them, and playing all kinds of mean tricks.[31] The only way, it
seemed, for scared humans to escape the persecution of the demons was
to offer them things they liked, especially dainty food and sweets. Or,
in order to escape the fury of these horrible creatures, a human could
disguise himself as one of them and join in their roaming. In this way
they would take him for one of their own and he would not be bothered.
That is what people did in ancient times, and it is in this very form
the custom has come down to us, practically unaltered, as our familiar
Halloween celebration: the horrible masks of demons and witches, the
disguise in strange and unusual gowns, the ghost figures, the
frightening gestures and words, the roaming through the streets at
night, the pranks played, and finally the threatening demand of a
"trick or treat." The pumpkin "ghosts" or jack-o'-lanterns with a
burning candle inside may well be a combination of the demon element
and the Halloween fire. These pumpkins are found all over central
Europe at Halloween, in France, southern Germany, Austria, Switzerland,
and the Slavic countries. So is the custom of masquerading and "trick
or treat" rhymes, at least in the rural sections where ancient
traditions are still observed.[32]


ROMAN ELEMENT--In those countries that once belonged to the Roman
Empire there is the custom of eating or giving away fruit, especially
apples, on Halloween. It spread to neighboring countries: to Ireland
and Scotland from Britain, and to the Slavic countries from Austria. It
is probably based upon a celebration of the Roman goddess Pomona, to
whom gardens and orchards were dedicated. Since the annual Feast of
Pomona was held on November 1, the relics of that observance became
part of our Halloween celebration, for instance the familiar tradition
of "ducking" for apples.[33]



ENDNOTES

1. PG, 1, 706 ff.

2. DACL, 15.1 (1950), 438.

3. Frazer, 633.

4. Beleth, "Rationale divin. offic.," 127; PL, 202, 133.

5. LP, I, 417.

6. "S. Adons Martyrol., Nov. 1"; PL, 123, 387.

7. Kellner, 326.

8. "Decr. Si Dominum"; Nilles, I, 313 (Latin text).

9. DACL, 12.1 (1935), 27 ff.

10. "Statutum S. Odilonis pro Defunctis"; PL, 142, 1038.

11. H. Leclercq, "La Fete des Mortes," DACL, 12.1 (1935), 34 ff.

12. DACL, 4.1 (1920), 427 ff.

13. Nilles, II, 90 ff.

14. Nilles, II, 561.

15. Nilles, II, 643.

16. C. A. Kneller, "Geschichtliches uber die drei Messen am
Allerseelentag," ZKTh, 42 (1918), 74 ff.

17. DACL, 12.1 (1935), 31 ff.

18. HRL, 252 f. (excellent commentary on author and poem).

19. H. Leclercq, "Fleurs pour les defuncts," DACL, 5.2 (1923), 1693 ff.

20. M. Kollofrath, "Das Seelenlicht. Eine volkskundliche Studie," in
"Kolmsche Volkszeitung," November 2, 1937; VL, 169.

21. Geramb, 181; Benet, 84.

22. Koren, 174; Geramb, 180.

23. Frazer, 632 ff.

24. Gugitz, II, 157 f.; ES, 15 ("Soul Cake").

25. Gugitz, II, 154 ff. ("Der Allerheiligenstriezel"); Koren, 175;
Geramb, 180 f.

26. Benet, 84 f.

27. Geramb, 190 f.

28. Benet, 84 f.; VL, 169 f.

29. Koren, 175 f.; ES, 15.

30. Frazer, 632 ff. ("Halloween Fires").

31. Gugitz, II, 158; Frazer, 634 f.

32. ES, 140; Chambers, II, 228 f.

33. W. Ehlers, "Pomona," PW, 21, 1876 ff.
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Beitrag von ad_hoc » Donnerstag 4. Oktober 2007, 23:35

Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn,
wenn Buße, dann Buße.
Wer Theresa von Avila liest, ist zumindest schon mal auf dem richtigen Weg. :)

Gruß, ad_hoc
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Beitrag von John Grantham » Freitag 5. Oktober 2007, 01:45

"Nachweislich" nichts mit Samhain zu tun? Das wäre mir sehr neu.
Pit hat geschrieben:Wenn - und den Gedanken finde ich sehr interessant - Halloween auf ein keltisches Fest zurückgehen würde, warum hat es sich nie in der keltischen Bretagne verbreitet?
Das ist eine fehlerhafte Fragestellung. Die Tatsache, daß es unterschiedliche kulturelle Entwicklungen unter den Kelten gab, wäre die einfachste Erklärung. Es gibt auch sprachliche Variationen unter den Kelten, also wieso keine festlichen?

Es kann ja auch sein, daß der Brauch in Bretagne ausgestorben ist.
Pit hat geschrieben:Oder auch im keltischen Britannien, dem heutigen England?
Das ist einfach zu erklären. Die Angelsachsen haben die Kelten nunmal aus dem heutigen England weitgehend vertrieben und unterdrückt. Man merke, daß die englische Sprache zwar viele Worte aus Französisch, Latein, Griechisch usw. hat -- aber äusserst wenige aus dem Keltischen. Das spricht Bände.

Man nennt Hallowe'en in Schottland sogar "Oidhche Shamhna" und in Irland "Oíche Shamhna" -- beides heißen "Samhain-Nacht" auf Gaelisch (in den jeweiligen Dialekten).

Hallowe'en (was früher Samhain war, später Teil des Allerheiligenfestes wurde, nach der Verlegung Allerheiligen auf den 1. November vom 13. Mai) hat also hauptsächlich heidnische Wurzeln. Nichts desto trotz sehe ich kein Problem dadrin, den Tag zu feiern. Schließlich haben wir auch heidnische Elemente im Ostern und Weihnachten, und das stört mich ebenfalls nicht.

Cheers,

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Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 5. Oktober 2007, 08:13

John Grantham hat geschrieben:Nichts desto trotz sehe ich kein Problem darin, den Tag zu feiern. Schließlich haben wir auch heidnische Elemente im Ostern und Weihnachten
Echt? Wir Katholen haben Ostern und Weihnachten kein heidnisches Zeugs dabei. Was treibt ihr denn da?

Was diese HolocaustHalloween-Feierei betrifft, kannte ich das als Kind nur aus der Micky Maus. Genauergesagt, von Tick, Trick und Track. Daß man das bei uns realiter eingeführt hat, mutet schon sehr merkwürdig an. Vergleichbar dem Harry-Potter-Quark. Zeichen der unbegrenzten Manipulierbarkeit der Masse.

Inhaltlich ist das abartig, was da läuft. Damit meine ich weniger den harmlosen Ringelpiez mit Mummenschanz, als welcher es sich oft darstellt, sondern die leider immer häufigeren ekelhaften und bösartigen Auswüchse. Wobei man sich nicht wundern darf, denn in nuce sind sie in dem ganzen Brauch von Anfang an grundgelegt. Die kommerziellen Verbreiter fördern das nach Kräften.
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Beitrag von Slomo » Freitag 5. Oktober 2007, 08:20

Ich denke entscheident dürfte der Grund dieses Festes sein. Wenn ich mich recht entsinne feiert man dieses Fest zur Geister Vertreibung. Nun ja da wir als Christen nicht wirklich an Geister, (natürlich dem heiligen Geist mal ausgenommen), glauben, ist es eigentlich nicht sehr schlüssig dieses Fest zu feiern.
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Beitrag von John Grantham » Freitag 5. Oktober 2007, 12:16

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
John Grantham hat geschrieben:Nichts desto trotz sehe ich kein Problem darin, den Tag zu feiern. Schließlich haben wir auch heidnische Elemente im Ostern und Weihnachten
Echt? Wir Katholen haben Ostern und Weihnachten kein heidnisches Zeugs dabei. Was treibt ihr denn da?
Ostern: Sehr wahrscheinlich Eiersuchen und Osterhase, dann in nördlichen Teilen Deutschlands das Osterfeuer/Ostermeiler.

Weihnachten: Weihnachtsgrün (später Weihnachtsbäume), das Feiern Christi Geburt im Winter, die Rauhnächte. In manchen Ländern wird Weihnachten sogar noch mit Namen aus der heidnischen Zeit tituliert (z.B. "Jul/Yule") oder andere Bräuche, die eindeutig heidnischen Ursprungs sind, z.B. in Irland und anderswo in Europa brennt man bis heute den "Yule log".

Dann kommen andere Bräuche in der deutschen Kultur dazu, etwa Polterabend bei Hochzeitsfeiern.

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Re: P. Franz Xaver Weiser SJ über Allerheiligen und Hallowee

Beitrag von overkott » Freitag 5. Oktober 2007, 13:53

Robert Ketelhohn hat geschrieben:In western Europe people prepare on All Souls' Day a meal of cooked beans or peas or lentils, called "soul food,"
Erbsen- oder Linsensuppe - das können wir Allerseelen auch mal wieder machen - in der Kantine wird es sowieso nur das Übliche geben.

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Beitrag von John Grantham » Freitag 5. Oktober 2007, 14:33

Slomo hat geschrieben:Ich denke entscheident dürfte der Grund dieses Festes sein. Wenn ich mich recht entsinne feiert man dieses Fest zur Geister Vertreibung.
Das stimmt so nicht. Anfangs war Samhaim ein Erntedankfest und möglicherweise Neujahrsfeier (denn die Kelten hatten, so die Theorie, ihr Jahresende zu der Zeit), aber auch zum Totengedenken, nicht böse Geister zu vertreiben. Das paßte einigermaßen zu Allerheiligen und Allerseelen, also man hat die Feste in Irland und Schottland kombiniert und umgedeutet.

Cheers,

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Beitrag von overkott » Freitag 5. Oktober 2007, 14:54

John Grantham hat geschrieben:
Slomo hat geschrieben:Ich denke entscheident dürfte der Grund dieses Festes sein. Wenn ich mich recht entsinne feiert man dieses Fest zur Geister Vertreibung.
Das stimmt so nicht. Anfangs war Samhaim ein Erntedankfest und möglicherweise Neujahrsfeier (denn die Kelten hatten, so die Theorie, ihr Jahresende zu der Zeit), aber auch zum Totengedenken, nicht böse Geister zu vertreiben. Das paßte einigermaßen zu Allerheiligen und Allerseelen, also man hat die Feste in Irland und Schottland kombiniert und umgedeutet.

Cheers,

John
Ich finde es gut, dass du als irisch-schottischer Kulturattachée endlich mal Licht in diesen dunklen Festimport bringst. ;-)

Denn bisher hat man sich - ohne diesen Background - nur ein bisschen fasnachtsmäßig verkleidet und sich in der Kneipe mit dem Tod beim Blick auf die Zigarettenpackung nur sehr oberflächlich auseinandergesetzt.

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Beitrag von John Grantham » Freitag 5. Oktober 2007, 15:58

overkott hat geschrieben:
John Grantham hat geschrieben:
Slomo hat geschrieben:Ich denke entscheident dürfte der Grund dieses Festes sein. Wenn ich mich recht entsinne feiert man dieses Fest zur Geister Vertreibung.
Das stimmt so nicht. Anfangs war Samhaim ein Erntedankfest und möglicherweise Neujahrsfeier (denn die Kelten hatten, so die Theorie, ihr Jahresende zu der Zeit), aber auch zum Totengedenken, nicht böse Geister zu vertreiben. Das paßte einigermaßen zu Allerheiligen und Allerseelen, also man hat die Feste in Irland und Schottland kombiniert und umgedeutet.
Ich finde es gut, dass du als irisch-schottischer Kulturattachée endlich mal Licht in diesen dunklen Festimport bringst. ;-)

Denn bisher hat man sich - ohne diesen Background - nur ein bisschen fasnachtsmäßig verkleidet und sich in der Kneipe mit dem Tod beim Blick auf die Zigarettenpackung nur sehr oberflächlich auseinandergesetzt.
Na ja, ich finde Hallowe'en schon etwas nettes. (Jepp, ich bin einer der zwei Ja-Stimmen...) Was ich aber mit "Hallowe'en" meine, ist nicht das verzuckerte hochkommerzialisierte verpackte Produkt, was man hierzulande reinzuwürgen vermag, sondern eher das ursprüngliche Fest, bewußt auf Allerheiligen hingeleitet. In so fern muß ich die Anti-Hallowe'en-Aussagen etwas entgegenwirken, denn was man hierzulande mit Hallowe'en verbindet ist nicht das, was ich aus meiner Kindheit kenne...

Schließlich gibt es andere Hallowe'en-Traditionen, die einem Deutschen sofort bekannt vorkommen, etwa Bonfires (also große Feuer wie Osterfeuer in Norddeutschland). Auch die mystisch-magische Vorstellung von einer vorübergehenden Aufwerweckung der Toten einmal im Jahr -- also die Verbindung unserer Welt mit dem Jenseits zum Jahreszeitwechsel -- hat etwas Romantisches. Auch in anderen Kulturen gibt es Ähnliches, etwa "Día de los Muertos", was aus Mexiko stammt aber auch rasch verbreitet wird, vor allem in spanischsprechenden Gebieten.

Hallowe'en muß also nicht aufgewärmte Harry-Potter-Partys sein...

Cheers,

John
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Beitrag von Pit » Freitag 5. Oktober 2007, 16:37

Danke für die Infos, John, man lernt eben nie aus, und das gilt selbstredend auch für mich.

Gruß, Pit
John Grantham hat geschrieben: ...

Hallowe'en (was früher Samhain war, später Teil des Allerheiligenfestes wurde, nach der Verlegung Allerheiligen auf den 1. November vom 13. Mai) hat also hauptsächlich heidnische Wurzeln. Nichts desto trotz sehe ich kein Problem dadrin, den Tag zu feiern. Schließlich haben wir auch heidnische Elemente im Ostern und Weihnachten, und das stört mich ebenfalls nicht.

Cheers,

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Beitrag von incarnata » Freitag 5. Oktober 2007, 17:08

Die gedankenlose Übernahme von Brauchtum fremder Völker halte ich
für geschmacklos.Führt zu wurzellosem Multikulti-Mischmasch.Brauchtum
heidnischen Ursprungs mit dem Spiel von Licht und Grauen,Feuer und wilden
Masken gibt`s imGebirge von Bayern,Österreich,Südtirol bis nach Schlesien
jede Menge:Perchtenlauf im Advent,Nikolaus wilde Begleiter(Kramperln) im
Reichenhaller Eck,die erheblich gewalttätig daher kommen können und groben
Unfug anrichten;die wilden Figuren der Rauhnächte mit klarem Bezug zu
germanischen Göttergestalten(Dammer mit dem Hammer-der alte Thor etc),
der Lauf mit wilden Masken zu Fasnacht und dem Winter-Austreiben im
allemannischen Schwaben(zB.Narrensprung in Rottweil) und Mittenwald.
Daß dies Brauchtum meist vor christlichen Festen gepflegt wird,zeigt daß das
Christentum hier heidnisches Brauchtum sozusagen gezähmt und kanalisiert hat..
Insofern könnte Halloween durchaus wie der Fasching am 11.11. etwas mit
Feiern vor dem Weihnachtsfasten zu tun haben,welches seinerseits im Westen
allerdings in Vergessenheit geraten ist.
Etwas problematisch finde ich den ganzen Mummenschanz,der gerade in den
letzten Jahren auch im traditionell bayrischen Stil sehr zugenommen hat,dennoch,denn es ist halt doch eine Art Dämonenbeschwörung;hat eben
doch viel von Aberglauben an sich und geht leicht einher mit esoterischen
Vorstellungen.
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Freitag 5. Oktober 2007, 23:18

Etwas problematisch finde ich den ganzen Mummenschanz,der gerade in den letzten Jahren.......sehr zugenommen hat,dennoch,denn es ist halt doch eine Art Dämonenbeschwörung; hat eben doch viel von Aberglauben an sich und geht leicht einher mit esoterischen Vorstellungen.
Mein Kommentar:
[Punkt][Punkt]
Ich hätte es höchstens krasser beschrieben. 8)

Gruß, ad_hoc
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 5. Oktober 2007, 23:37

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Was diese Holocaust-Feierei betrifft, kannte ich das als Kind nur aus der Micky Maus.
Verzeihung, da bin ich bin den Modewörtern aus dem angelsächsischen Raum durcheinandergeraten. Ich korrigiere das oben.
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Samstag 6. Oktober 2007, 01:03

John Grantham hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
John Grantham hat geschrieben:Nichts desto trotz sehe ich kein Problem darin, den Tag zu feiern. Schließlich haben wir auch heidnische Elemente im Ostern und Weihnachten
Echt? Wir Katholen haben Ostern und Weihnachten kein heidnisches Zeugs dabei. Was treibt ihr denn da?
Ostern: Sehr wahrscheinlich Eiersuchen und Osterhase, dann in nördlichen Teilen Deutschlands das Osterfeuer/Ostermeiler.

Weihnachten: Weihnachtsgrün (später Weihnachtsbäume), das Feiern Christi Geburt im Winter, die Rauhnächte. In manchen Ländern wird Weihnachten sogar noch mit Namen aus der heidnischen Zeit tituliert (z.B. "Jul/Yule") oder andere Bräuche, die eindeutig heidnischen Ursprungs sind, z.B. in Irland und anderswo in Europa brennt man bis heute den "Yule log".
Ostereier und -feuer sind genuin christlich. Das Osterfeuer entstammt dem altkirchlichen Lucernarium. Die Ostereier sind aus dem auch heute noch geübten Brauch entstanden, zu Ostern die Speisen, die sich während der Fastenzeit angesammelt haben, zur Kirche zu bringen und weihen oder segnen zu lassen. Das waren der Natur der Dinge nach vor allem Eier. Geschlachtet hat man während der Fastenzeit nicht – bis aufs Osterlamm –, aber den Hühnern konnte man schlecht das Eierlegen verbieten. Daß man diese Segenseier dann auch besonders schmücken wollte und sie darum bemalt hat, ist nur zu naheliegend. Ferner galt Ostern vielfach auch als Zinstag, an dem der Eierzins geleistet wurde.

Das Eiersuchen, na ja, das ist sicher ein recht junger Brauch, aber schon darum auch ohne heidnische Kontinuitäten. Ähnlich ist es mit dem Osterhasen. Den habe ich in diesem Zusammenhang schon durch manche Foren hoppeln sehen. Es handelt sich hierbei ebenso um einen sehr jungen, frühestens seit Ende des sechzehnten Jahrhundert allmählich aufgekommenen Brauch – wobei sich das Tier auch erst allmählich zum Hasen gemausert hat –, der weder besonders intelligent noch geschmackvoll ist, aber jedenfalls auch keinerlei Verbindung mehr zu irgendwelchen heidnischen Bräuchen hat.

Was nun Weihnachten betrifft, so lassen wir abergläubisches Zeug wie die Rauhennächte lieber außen vor, denn das hatte nie mit Weihnachten zu tun. Skandinavien lassen wir auch draußen, denn da kenn’ ich mich nicht aus, und katholisch sind sie da droben auch nicht. Der „Knecht Ruprecht“, ja – oder wie er da oder dort sonst noch heißt –, der mag ein gezähmtes Relikt sein, aber damit hört’s auch schon wieder auf. Der Weihnachtsbaum z. B. ist wieder eine junge Erfindung, ähnlich dem Osterhasen.

Bleibt noch das Weihnachtsdatum. Was sollte daran heidnisch sein, daß es im Winter liegt? – Aber ich weiß schon, die überwiegende Mehrheit der Gelehrten – auch der katholischen – ging und geht seit langem davon aus, daß die Einführung des Geburtsfests Jesu am 25. Dezember im vierten Jahrhundert in bewußtem Gegensatz zum am selben Tag begangenen Feier des Sol Invictus erfolgte, daß man also diesen heidnischen Tag christlich besetzen, gleichsam „taufen“ wollte. Das wäre an sich völlig legitim und jedenfalls gar nicht sensationell.

Ich will nun meinerseits keineswegs die „Antithese“ aufstellen, daß also zu diesem heidnischen Fest keinerlei Verbindung bestehe und es sich vielmehr um das tatsächliche Geburtsdatum Christi handele: Einer solchen These mangelt es an hinreichenden Belegen, wenn sie mit einer gewissen Sicherheit vorgetragen werden soll. Der zuvor skizzierten These aber auch. Für Aurelians Sol Invictus ist ein konkretes Datum, soweit ich sehe, nämlich gar nicht feststellbar. Der Gedanke ans solstitium brumale (die Wintersonnenwende) liegt nahe, aber aufgrund kalendarischer Schwierigkeiten können wir daraus auch nur auf einen Termin ungefähr zwischen 22. und 26. Dezember schließen.

Abgesehen von jenen für mich interessanten, aber eben auch noch offenen Fragen der Datierung liegt die symbolische Bedeutung der Sonnenwende natürlich auf der Hand, und dies nicht nur für heidnische Sonnengottheiten, sondern auch für Jesus Christus, auf den die Licht- und Sonnensymbolik von den Christen jedenfalls seit frühester Zeit angewandt worden ist – man denke nur an die Ausrichtung des Gebetes nach Osten, um ein Beispiel zu nennen. Selbst wenn also der tatsächliche Geburtstag Jesu auf den 25. Dezember fiele, könnte man die Symbolik der Sonnenwende nachträglich darauf angewandt haben – was im übrigen sogar im Plan Gottes gelegen haben mag.

Was endlich diesen Geburtstag betrifft, so hat tatsächlich der von Schemarjahu Talmon 1958 entschlüsselte jüdische Festkalender – weitere Untersuchungen dazu stammen insbesondere von Annie Jaubert – mit seinen Angaben über die „Tempeldienstzeiten“ der einzelnen Priesterklassen vor einigen Jahren Anlaß zu neuen Überlegungen gegeben. Hervorgetreten sind hier vor allem Antonio Ammassari und Tommaso Federici von der römischen Urbaniana. Es bleiben durchaus noch offene Fragen, und von einer exakten Datierung auf den genauen Tag kann keine Rede sein: Doch paßt die Dienstzeit des Zacharias frappierend gut zu den von Lukas geschilderten Abläufen um Verkündigung und Geburt des Täufers und Jesu, sofern man die entsprechenden Festtage der kirchlichen Tradition als reale Daten ansetzt. Mehr läßt sich noch nicht sagen, aber man sollte weiter darüber forschen.
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Beitrag von John Grantham » Samstag 6. Oktober 2007, 01:49

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
John Grantham hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
John Grantham hat geschrieben:Nichts desto trotz sehe ich kein Problem darin, den Tag zu feiern. Schließlich haben wir auch heidnische Elemente im Ostern und Weihnachten
Echt? Wir Katholen haben Ostern und Weihnachten kein heidnisches Zeugs dabei. Was treibt ihr denn da?
Ostern: Sehr wahrscheinlich Eiersuchen und Osterhase, dann in nördlichen Teilen Deutschlands das Osterfeuer/Ostermeiler.

Weihnachten: Weihnachtsgrün (später Weihnachtsbäume), das Feiern Christi Geburt im Winter, die Rauhnächte. In manchen Ländern wird Weihnachten sogar noch mit Namen aus der heidnischen Zeit tituliert (z.B. "Jul/Yule") oder andere Bräuche, die eindeutig heidnischen Ursprungs sind, z.B. in Irland und anderswo in Europa brennt man bis heute den "Yule log".
Ostereier und -feuer sind genuin christlich. Das Osterfeuer entstammt dem altkirchlichen Lucernarium.
Du verwechselst etwas. Ich rede nicht von Osterfeuer in der Osternacht, sondern von Osterfeuer wie die in Westfalen, Niedersachsen und im Harz (Ostermeiler), oder auch "Easter bonfires" in den britischen Inseln. Das geht auf eine viel ältere Tradition zurück.

Deine These mit den Ostereiern ist nur eine Theorie von vielen. Die meisten, die ich gelesen habe, weisen auf ältere -- meist keltische/druidische oder germanische -- Bräuche im Bezug auf Fruchtbarkeit oder Frühling, die (ähnlich wie bei Hallowe'en) irgendwann christlich umgestimmt wurden. Zudem haben die Griechen beispielsweise Eier rot gefärbt, lange vor dem Christentum, als Teil ihrer Frühlingsfeier; später hat man die rote Farbe auf Christi Blut umgeleitet. Die Zusammenlegung von Eiern und Hasen, beides alte Zeichen von Fruchtbarkeit, liegen auf der Hand und weisen ebenfalls auf andere Deutungen hin. Die Eostre/Ostara-Theorie kommt auch dazu, wobei die umstritten ist, aber Bede schreibt von angelsächsischen "Eostrefeiern in April". Er schrieb:

"The first month, which the Latins call January, is Giuli; February is called Sol-monath; March Hreth-monath; April, Eostur-monath; May Thrimilchi...Eostur-monath has a name which is now translated Paschal month, and which was once called after a goddess of theirs named Eostre, in whose honour feasts were celebrated in that month. Now they designate that Paschal season by her name, calling the joys of the new rite by the time-honoured name of the old observance."
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Was nun Weihnachten betrifft, so lassen wir abergläubisches Zeug wie die Rauhennächte lieber außen vor, denn das hatte nie mit Weihnachten zu tun.
Das sind Traditionen, die irgendwann mit Weihnachten in Verbindung gebracht wurden. Auch in England hat man die "Twelve Days of Christmas", lange bevor Anglikaner sich von Rom trennten.
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Skandinavien lassen wir auch draußen, denn da kenn’ ich mich nicht aus, und katholisch sind sie da droben auch nicht.
Das ist ziemlich egal, denn sie haben schon immer Weihnachten "Jul" genannt, lange bevor sie protestantisch wurden. Und in Irland -- was nunmal doch überwiegend katholisch ist -- sagt man auch gerne "Yule", und man brennt dort den Yule log.
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Der „Knecht Ruprecht“, ja – oder wie er da oder dort sonst noch heißt –, der mag ein gezähmtes Relikt sein, aber damit hört’s auch schon wieder auf. Der Weihnachtsbaum z. B. ist wieder eine junge Erfindung, ähnlich dem Osterhasen.
Der Weihnachtsbaum selbst ist neuer, aber greift eine ältere Tradition von Wintergrün auf. Daher habe ich ja "Weihnachtsgrün (später Weihnachtsbäume)" geschrieben.
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Bleibt noch das Weihnachtsdatum. Was sollte daran heidnisch sein, daß es im Winter liegt? – Aber ich weiß schon, die überwiegende Mehrheit der Gelehrten – auch der katholischen – ging und geht seit langem davon aus, daß die Einführung des Geburtsfests Jesu am 25. Dezember im vierten Jahrhundert in bewußtem Gegensatz zum am selben Tag begangenen Feier des Sol Invictus erfolgte, daß man also diesen heidnischen Tag christlich besetzen, gleichsam „taufen“ wollte. Das wäre an sich völlig legitim und jedenfalls gar nicht sensationell.
Ich habe gar nicht behauptet, daß es "sensationell" sei. Ich sage ja, viele Feiertage haben heidnische Einflüße, was für mich nicht weiter interessant ist, außer anzumerken, daß diese Einflüße da sind. Solange man das einfach zu Kenntnis nimmt und den Inhalt weiterhin christlich versteht, habe ich damit kein Problem. Im Gegenteil, ich finde es hochinteressant. In so fern kann ich Deine Versuche, jegliche nichtchristliche Einflüße abzustreiten oder wegzureden gar nicht nachvollziehen.

Es ist jedenfalls relativ klar, daß Weihnachten zur Wende plaziert wurde, sehr wahrscheinlich um -- wie Du auch erwähnst -- heidnische Sonnenwendefeste zu ersetzen oder dagegen zu konkurrieren. Anfangs gab es Stimmen, etwa Clemens von Alexandria, die behaupteten, Christus sei zwischen Ostern und Pfingsten geboren -- aber der winterliche Termin hat sich durchgesetzt.

Cheers,

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Beitrag von Robert Ketelhohn » Samstag 6. Oktober 2007, 02:24

Zu Ostereiern und -hasen und Weihnachtsbäumen ist eigentlich nicht mehr zu sagen als schon oben getan. Es reicht nicht auszugraben, daß meinetwegen schon Australopithecinen oder weiß der Geier wer ihre Eier bemalten. Es wäre schon nötig, Kontinuitäten nachzuweisen. Die gibt es aber nicht. Freilich folgt aus dem Christentum keineswegs notwendig das Osterei. Im romanischen Bereich gibt es das in der Form auch nicht, wohl aber bei Germanen und Slawen. Kulturelle und wirtschaftliche Voraussetzungen scheinen also doch vorliegen zu müssen. An irgendwas muß man ja anknüpfen, so an tatsächlich vorhandene Eier, Zinstermine und Verständnishorizonte. Aber es gibt hier keine heidnisch-abergläubischen Traditionen (welche es in andern Bereich unbestrittenerweise gibt).

Die berüchtigte „Eostre“ oder auch „Ostara“, hatte ich gehofft, habest du aus Einsicht bisher nicht erwähnt. Nun ja. Laß dir sagen: Die Dame ist ein reines Phantom. Der einzige Hinweis kommt vom angelsächsischen Kirchenhistoriker Beda Venerabilis, den du ja in englischer Übersetzung zitierst.

Allerdings ist deine Formulierung – wahrscheinlich unbeabsichtigt – recht irreführend, Beda schreibe »von angelsächsischen „Eostrefeiern im April“«. Das klingt, als kennte er derlei aus eigener Anschauung und berichte wohl gar Details davon. In Wahrheit sagt Beda nur, irgendwann einmal habe man solche Feste gefeiert. Letztlich geht es nur darum, den altenglischen Monatsnamen Eosturmonath mit der Hypothese einer heidnischen Frühlingsgöttin Eostre zu erklären.

Für diese angebliche Gottheit gibt es aber keinerlei sonstigen Beleg, und ihre festlandgermanische Cousine Ostara ist vollends ein Produkt des neuzeitlich-romantischen Germanensyndroms. „Ostern“ hängt etymologisch vielmehr mit „Osten“ zusammen (ursprünglich „Morgenrot“; vgl. im Englischen dasselbe Verhältnis von Easter und East).

Vielleicht lehnt der Begriff „Ostern“ sich auch schon an die sekundäre Bedeutung des Wortes „Osten“ an, nämlich „Aufgang“ (der Sonne): Dann könnte „Ostern“ von Anfang an unmittelbar die Auferstehung bezeichnet haben, wobei ohne Zweifel die mit Christus und seiner Auferstehung verbundene Lichtsymbolik ihre Rolle gespielt hätte. Sollte dagegen die Lichtbedeutung bei der Benennung noch im Vordergrund gestanden haben – was ich für eher unwahrscheinlich halte –, so hätte der Begriff von der ins Morgengrauen hineinreichenden Feier der Osternacht seinen Ausgang genommen. Jedenfalls aber sind das Fest und seine Bräuche – abgesehen vom dummen Hasenvieh – ganz eindeutig christlichen Ursprungs.
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