Bahá’í unverdaulich?

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lifestylekatholik
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Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von lifestylekatholik » Montag 10. Januar 2011, 15:36

Lioba hat geschrieben:Ich halte Bahai für unverdaulich.
Was speziell hältst du für unverdaulich und weshalb? *neugierig*
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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cantus planus
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von cantus planus » Montag 10. Januar 2011, 15:44

Synkretismus in Reinform. Unstrukturiert, schwärmerisch, konturlos. Keiner Wahrheit folgend, sondern die eigenen "Wahrheit" aus vielen Meinungen konstruierend.

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Raphaela
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Raphaela » Montag 10. Januar 2011, 23:20

Mein Bruder hatte mal überlegt, ob er zu den Bahá'i "konvertiert"; ist mindestens schon 15 Jahre her. - Was ich noch in Erinnerung habe: Die scheinen nicht wählen zu dürfen und sollen sich aus jeder Politik raushalten.
Und mein Bruder meinte, es sei so etwas wie eine islamische Sekte.
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holzi
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von holzi » Dienstag 11. Januar 2011, 08:48

Raphaela hat geschrieben:Mein Bruder hatte mal überlegt, ob er zu den Bahá'i "konvertiert"; ist mindestens schon 15 Jahre her. - Was ich noch in Erinnerung habe: Die scheinen nicht wählen zu dürfen und sollen sich aus jeder Politik raushalten.
Und mein Bruder meinte, es sei so etwas wie eine islamische Sekte.
Ja, bei denen ist viel Islam mit drin, aber der Guru hat auch etwas Buddhismus und Christentum mit reinvermantscht.
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Lioba » Dienstag 11. Januar 2011, 11:09

Ich halte Bahai für klar antichristlich- eine höchst eigenwillige Mischung aus mystisch angehauchtem Islam und Humanismus. Die Idee der fortschreitenden Offenbarung kann leicht zu den Weg zu einer synkretistischen Welteinheitsreligion ebnen.
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lifestylekatholik
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von lifestylekatholik » Dienstag 11. Januar 2011, 11:12

Lioba hat geschrieben:Ich halte Bahai für klar antichristlich
Ja nun, das ist bei einer nicht-christlichen Religion eigentlich nicht wirklich verwunderlich.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Lioba » Dienstag 11. Januar 2011, 11:14

Schon klar, aber diese Mixtur ist mir eben besonders suspekt.
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von overkott » Dienstag 11. Januar 2011, 11:15

Man sollte nicht um jeden neuen Synkretismus so einen großen Bohei machen. Wer mit Christus Kohelet liest, stellt fest: Alles schon mal da gewesen.

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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Lioba » Dienstag 11. Januar 2011, 11:35

:freude: :daumen-rauf:
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von lifestylekatholik » Dienstag 11. Januar 2011, 11:41

overkott hat geschrieben:Man sollte nicht um jeden neuen Synkretismus so einen großen Bohei machen.
Ich hatte vor einigen Jahren Anlass, mich mit den Bahá’í zu beschäftigen, fand aber keinen Ansatzpunkt, der mich überzeugt oder auch nur näher interessiert hätte. Da Lioba meist ziemlich interessante und dabei abgewogene Beiträge schreibt, interessierte mich, genauer zu erfahren, warum sie das Bahá’ítum für so unsympathisch hält. Wo darin ein großes Bohei liegen soll, verstehe ich nicht so ganz.
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Lioba » Dienstag 11. Januar 2011, 12:14

Ovi hat Rechr damit, dass es letztlich nichts neues unter der Sonne gibt. Nicht neu ist, dass eine neue religiöse Bewegung entweder den Zeitgeist widerspiegelt oder sich ihm bewusst entgegenstellt. Bahai ist für mich Spiegel unseres Zeitgeistes. Manche sehen eine Gefährdung des christlichen Glaubens im radikalen Islam, andere im atheistischen Humanismus. Imo entsprechen beide nicht ausreichend unserem Zeitgeist, um sich absolut durchsetzen zu können. Eine Religion wie Bahai dagegen schon.
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von songul » Dienstag 11. Januar 2011, 17:44

Raphaela hat geschrieben:Und mein Bruder meinte, es sei so etwas wie eine islamische Sekte.
Ist es auch: sie (und auch die Vorform, der Babismus) entstammen dem Schiismus und beziehen sich auf die Prophezeihungen, die im Schiitentum über den Messias existieren. Dieser ist dann aber eher in Baha ul allah zu sehen.
Es ist ein klarer Monotheismus.
Sie haben eine Gebetsregel ähnlich dem Islam (für ehemalige Moslems auch in arabischer Sprache, die können das ja dann), einen Fastenmonat, eine eigenen Zeitrechnung und sehr klare Lebensregeln bezüglich Moral und anderem.
Die Vorstellungen von Politik und anderem in einem Land mit Bahai-Mehrheit lässt durchaus den islamischen Despotismus durchscheinen.
Der einzige Bezug zu einem Synkretismus ist lediglich da zu finden, wo man eben sagt, dass alle Hauptreligionen wahr seien aber in der Botschaft des Babs und Baha-ul-Allahs ihre Erfüllung fänden.
Alles andere lässt sich eher in einem sehr tolanten Islam erklären.
cantus planus hat geschrieben:Synkretismus in Reinform. Unstrukturiert, schwärmerisch, konturlos. Keiner Wahrheit folgend, sondern die eigenen "Wahrheit" aus vielen Meinungen konstruierend.
Eben nur auf dem ersten Blick so (s.o.), das ist auch gewollt so, denn da das aus dem Islam stammt, möchte man Interessenten nicht gleich mit allen Lehren vor den Kopf stossen.
Ich hatte vor vielen Jahren mal die Gelegenheit durch einen Bekannten, der Bahai war, einen ziemlich tiefen Eindruck in die Struktur der Hierarchie, Ausübung der Lehre und anderes, und kann deshalb die Äusserungen Liobas nur unterstützen.
Überhaupt nicht harmlos, hätten sie irgendwo das Sagen.

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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 12. Januar 2011, 16:51

lifestylekatholik hat geschrieben:
Lioba hat geschrieben:Ich halte Bahai für unverdaulich.
Was speziell hältst du für unverdaulich und weshalb? *neugierig*
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Torsten » Mittwoch 12. Januar 2011, 17:13

"Japaner schmecken am besten."

Wenn die einen Deutschen essen würden, dann hätte der ganze Stamm eine Woche lang Bauchkrämpfe, Durchfall und Erbrechen. Bei dem ganzen Dreck, den wir zu uns nehmen.

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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 12. Januar 2011, 22:27

Torsten hat geschrieben:"Japaner schmecken am besten."

Wenn die einen Deutschen essen würden, dann hätte der ganze Stamm eine Woche lang Bauchkrämpfe, Durchfall und Erbrechen. Bei dem ganzen Dreck, den wir zu uns nehmen.
Ein guter Grund mehr, sich ungesund zu ernähren!

:breitgrins:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Raphaela » Mittwoch 12. Januar 2011, 22:47

Hat den Dateianhang jemand ganz gelesen? (Ich habe ihn dafür extra vergrößert)
Da steht die Antwort zum Strang-Titel drin, nämlich, dass die Bahá'í tatsächlich unverdaulich sind.
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ifugao
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von ifugao » Mittwoch 12. Januar 2011, 23:16

Raphaela hat geschrieben:Hat den Dateianhang jemand ganz gelesen? (Ich habe ihn dafür extra vergrößert)
Da steht die Antwort zum Strang-Titel drin, nämlich, dass die Bahá'í tatsächlich unverdaulich sind.

Ihr Tempel eignet sich aber vorzüglich zum Singen. Das mache ich im übrigen seit meiner frühesten Kindheit, wenn ich mal Gelegenheit hatte so einen Tempel zu besuchen. Die Akustik ist Klasse. :breitgrins:

Ich bin albrig heute....
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
Mahatma Gandhi

Bonitas

Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Bonitas » Sonntag 10. Juni 2018, 14:31

Raphaela hat geschrieben:
Montag 10. Januar 2011, 23:20
Mein Bruder hatte mal überlegt, ob er zu den Bahá'i "konvertiert"; ist mindestens schon 15 Jahre her. - Was ich noch in Erinnerung habe: Die scheinen nicht wählen zu dürfen und sollen sich aus jeder Politik raushalten.
Und mein Bruder meinte, es sei so etwas wie eine islamische Sekte.
Das stimmt nicht. Bahá‘í dürfen wählen. Sie dürfen jedoch nicht Mitglied einer Partei sein und auch keine Parteiwerbung machen. Politisch einbringen dürfen sie sich wohl.

Der Religionswissenschafter Manfred Hutter ist der Ansicht, dass die Bahá‘í keine islamische Sekte ist, sondern eine eigenständige Universalreligion.

Wäre demnach das Christentum eine jüdische Sekte? Synkretismus gibt es auch im Christentum - man denke an die Parallelen von Madonnadarstellung oder Darstellung Isis‘. Oder besonderer Betonung „fremder Vorstellungen“ in Südamerika im Katholizismus. Ist dadurch der katholische Glaube falsch?

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offertorium
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Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von offertorium » Sonntag 10. Juni 2018, 14:40

Ist das Thema so relevant, dass man 7 Jahre später darauf antworten muss?

Sei es drum. Ich finde die Bahai als Menschen recht sympathisch. Zumindest haben sie mit der elenden Schriftverfälschungsthese der Muslime aufgeräumt und diese für unsinnig erklärt. Ansonsten fehlt ihnen das rechte Verständnis, dass Jesus Christus nicht nur ein Prophet war, diesen Irrtum haben sie von ihrer Vorläuferreligion, dem Islam, übernommen.

Bonitas

Re: Bahá’í unverdaulich?

Beitrag von Bonitas » Sonntag 10. Juni 2018, 14:41

offertorium hat geschrieben:
Sonntag 10. Juni 2018, 14:40
Ist das Thema so relevant, dass man 7 Jahre später darauf antworten muss?

Sei es drum. Ich finde die Bahai als Menschen recht sympathisch. Zumindest haben sie mit der elenden Schriftverfälschungsthese der Muslime aufgeräumt und diese für unsinnig erklärt. Ansonsten fehlt ihnen das rechte Verständnis, dass Jesus Christus nicht nur ein Prophet war, diesen Irrtum haben sie von ihrer Vorläuferreligion, dem Islam, übernommen.
Mit Ihrer Antwort haben Sie die Frage selbst beantwortet. :)

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