Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Fragen, Antworten, Nachrichten.

Moderator: Protasius

Benutzeravatar
Protasius
Moderator
Beiträge: 5629
Registriert: Sonnabend 19. Juni 2010, 19:13

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Protasius » Freitag 18. Mai 2018, 22:43

MW gab es auch im Osten Statuen, wenn auch sehr viel weniger davon erhalten sind (Ikonoklasten, später bilderfeindliche Moslems im byzantinischen Reich).
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Benutzeravatar
Lycobates
Beiträge: 1348
Registriert: Mittwoch 12. Juni 2013, 23:12

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Lycobates » Freitag 18. Mai 2018, 22:56

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Freitag 18. Mai 2018, 21:00
Man kann sicher sagen, dass in der lateinischen Kirche sich der Aristotelismus durchsetzte und in der Orthodoxie nicht, jedenfalls in der Zeit, in der die Statuen in die westlichen Kirchen Einzug hielten.
Waren denn Bessarion, Demetrios Kydones und Gennadios Scholarios Ikonoklasten?
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
*
Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
*
... una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus

Bonitas

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Bonitas » Sonnabend 19. Mai 2018, 11:06

Liebe Forumsmitglieder,

Herzlichen Dank für die Antworten!
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Freitag 18. Mai 2018, 21:00
Man kann sicher sagen, dass in der lateinischen Kirche sich der Aristotelismus durchsetzte und in der Orthodoxie nicht, jedenfalls in der Zeit, in der die Statuen in die westlichen Kirchen Einzug hielten.
Ich habe einen Lexikoneintrag über Aristotelismus nachgeschlagen. Dennoch konnte ich nicht ableiten was das mit Statuen im Westen zu tun haben könnte. Vielleicht kann das hier etwas näher ausgeführt werden.
Protasius hat geschrieben:MW gab es auch im Osten Statuen, wenn auch sehr viel weniger davon erhalten sind (Ikonoklasten, später bilderfeindliche Moslems im byzantinischen Reich).
Das verstehe ich nicht. Warum sollten Ikonoklasten nur Statuen, aber nicht Ikonen entfernen? Und wenn sowohl Statuen als auch Ikonen entfernt wurden, warum wurden dann nur Ikonen wiedereingeführt?

Benutzeravatar
Sascha B.
Beiträge: 1894
Registriert: Mittwoch 21. April 2010, 20:25
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Sascha B. » Sonnabend 19. Mai 2018, 11:15

Ecce Homo hat geschrieben:
Freitag 18. Mai 2018, 13:00
Sascha B. hat geschrieben:
Mittwoch 16. Mai 2018, 19:17
Den Link fand ich auch. Wobei die Leute, weche dort hingehen, seit mindestens 10 Jahren in Rente wären. Ich werde einfach mal denkath. Stadtpfarrer fragen, sein Pfarrhaus ist genau nebenan, seh den daher alle paar Tage mal laufen.
Bitte, schreib dann danach hier mal, was darunter bei euch verstanden wird... :)
Es handelte sich dabei um einen EInzelsegen mit Handauflegung. Die Namenswahl war laut Kaplan reiner Zufall.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

Benutzeravatar
Sascha B.
Beiträge: 1894
Registriert: Mittwoch 21. April 2010, 20:25
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Sascha B. » Freitag 8. Juni 2018, 10:21

Dekret
Heiliges Offizium
unseres Heiligen Vaters
Pius XII.
über die Haltung der Gläubigen gegenüber der kommunistischen Partei
"Dieser Obersten Heiligen Kongregation sind folgende Fragen vorgelegt worden:

1. ob es erlaubt sei, sich in die kommunistischen Parteien einzuschreiben oder diese zu fördern;

2. ob es erlaubt sei, Bücher, Zeitschriften, Zeitungen oder Flugblätter herauszugeben, zu verbreiten oder zu lesen, die die kommunistische Theorie oder Praxis stützen, oder in solchen zu schreiben;

3. ob Gläubige, die mit Wissen und Willen die in Nr. 1 und 2 angeführten Handlungen begehen, zu den Sakramenten zugelassen werden können;

4. ob Gläubige, die die materialistische und antichristliche Lehre der Kommunisten bekennen, und insbesondere diejenigen, die diese auch verteidigen und propagieren, ipso facto als Abtrünnige vom katholischen Glauben der in spezieller Weise dem Heiligen Stuhl vorbehaltenen Exkommunikation verfallen.

Ihre Eminenzen, die Hochwürdigsten, mit dem Schutz des Glaubens und der Sitte betrauten Väter haben im Anschluß an die Stellungnahme der Hochwürdigsten Konsultoren in der Vollversammlung am 28. Juni 1949 beschlossen, dass zu antworten sei:

Zu 1. Nein: denn der Kommunismus ist materialistisch und antichristlich; die kommunistischen Führer zeigen sich zudem, auch wenn sie zuweilen mit Worten behaupten, sie bekämpften die Religion nicht, doch de facto in Lehre und Handeln als Feinde Gottes, der wahren Religion und der Kirche Christi;

Zu 2. Nein: da sie durch das Kanonische Recht verboten sind (can. 1399);

Zu 3. Nein, nach den üblichen Grundsätzen der Sakramentsverweigerung gegenüber denen, die nicht in der rechten Verfassung sind;

Zu 4. Ja."

Am folgenden Donnerstag, dem 30. desselben Monats und Jahres, hat S. H. Papst Pius XII. in der üblichen, S. Exezellenz dem Hochwürdigsten Herrn Assessor des Heiligen Offiziums gewährten Audienz diese Entschließung der Hochwürdigsten Väter gebilligt und angeordnet, dass sie in den Acta Apostolicae Sedis veröffentlicht werde.
Rom, 1. Juli 1949.

Ist das ganze so noch gültig? War ja lange vor V2.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

Benutzeravatar
Siard
Beiträge: 4753
Registriert: Dienstag 25. August 2009, 22:31
Wohnort: Die Allzeit Getreue

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Siard » Freitag 8. Juni 2018, 18:04

Durch die normative Kraft des Faktischen dürfte es als erledigt zu betrachten sein.
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

CIC_Fan
Beiträge: 7620
Registriert: Donnerstag 24. April 2014, 14:08

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von CIC_Fan » Sonnabend 9. Juni 2018, 11:51

wie z.b. die Verurteilung der "hl" Sr Faustina

Bonitas

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Bonitas » Sonntag 10. Juni 2018, 14:13

Hallo CIC_Fan!
CIC_Fan hat geschrieben:
Sonnabend 9. Juni 2018, 11:51
wie z.b. die Verurteilung der "hl" Sr Faustina
Welche Verurteilung?

Benutzeravatar
Siard
Beiträge: 4753
Registriert: Dienstag 25. August 2009, 22:31
Wohnort: Die Allzeit Getreue

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Siard » Sonntag 10. Juni 2018, 14:31

Sie stand auf dem Index. Bestimmte Aussagen wurden explizit als häretisch eingestuft.
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

Bonitas

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Bonitas » Sonntag 10. Juni 2018, 14:33

Siard hat geschrieben:
Sonntag 10. Juni 2018, 14:31
Sie stand auf dem Index. Bestimmte Aussagen wurden explizit als häretisch eingestuft.
Danke, das wusste ich nicht. :)

Benutzeravatar
Siard
Beiträge: 4753
Registriert: Dienstag 25. August 2009, 22:31
Wohnort: Die Allzeit Getreue

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Siard » Sonntag 10. Juni 2018, 14:40

Gerne.

Das sie heiliggesprochen wurde, läßt für die überfällige Kanonisierung Martin Luthers hoffen. :blinker:
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

CIC_Fan
Beiträge: 7620
Registriert: Donnerstag 24. April 2014, 14:08

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 10. Juni 2018, 14:43

verurteilt 1958 und 1959
hier bitte eine kurze Zusammenfassung
Am 19. November 1958 wurde festgestellt, dass die Übernatürlichkeit der Visionen nicht festgestellt werden könne, dass das Fest der göttlichen Barmherzigkeit, das die Jesus-Erscheinung Faustyna für den Oktavtag nach dem Ostersonntag auftrug, nicht eingeführt werden dürfe und dass das Andachtsbild und die spezifischen Andachtsformen zur göttlichen Barmherzigkeit, wie Sr. Faustyna sie vermittelt hatte, nicht verbreitet werden dürfen.

Am 6. März 1959 wurde diese Entscheidung in verschärfter Form wiederholt: Die besagte Andachtsweise sei verboten und die Bischöfe sollten darüber wachen, dass sie nicht trotzdem und gegen diese Entscheidung weitergeführt werde. Immerhin hatte sie sich in Polen mit Erlaubnis der Bischöfe bereits weithin ausgebreitet.

Eine Begründung für diese Ablehnung wurde nicht beigegeben.

Benutzeravatar
Siard
Beiträge: 4753
Registriert: Dienstag 25. August 2009, 22:31
Wohnort: Die Allzeit Getreue

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Siard » Sonntag 10. Juni 2018, 15:34

Einen guten Artikel darüber findest Du hier.
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

Benutzeravatar
Lupus
Beiträge: 2385
Registriert: Sonnabend 13. September 2008, 13:48
Wohnort: Oberschwaben

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Lupus » Sonntag 10. Juni 2018, 20:12

Danke für diesen Link!
Ich habe mich der Mühe unterzogen die 55 Seiten umfassenden Ausführungen zu lesen.
Sie bestärken mich in meiner seit der Lektüre jenes "Tagebuchs" bestehenden Skepsis.
+L.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

Benutzeravatar
Sascha B.
Beiträge: 1894
Registriert: Mittwoch 21. April 2010, 20:25
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Sascha B. » Sonntag 10. Juni 2018, 20:55

Ganz abgesehen davon sieht mir der Faustyna-"Jesus" etwas zu polnisch aus. Ich habe so meine Zweifel dass die Juden, welche vor 2000 Jahren in Israel lebten Slawen waren. :pfeif:

Generell stehe ich diesen ganzen Privat"offenbarungen" sehr skeptisch gegenüber.

1. Die Offenbarung schloß mit dem Tod des letzten Apostels ab. Es kann also nichts neues, heilsrelevantes, mehr kommen.
2. Daraus folgt, dass es Zeitverschwendung ist, sich damit zu beschäftigen. Es bringt nichts und im schlimmsten fall schadet es, denn...
3. ...können sich auch der Teufel und die Dämonen unter falscher Identität zeigen und uns in die Irre führen oder mit falschem Stolz erfüllen (Ich bin so heilig, mir erscheint der Herr oder sonst was).
4. Kann man eine psychsche Störung oder bewussten Betrug nicht gänzlich ausschließen. Sr. Faustyna z.B. ist lange Tod, wer will da noch eine Diagnose wagen?

Da bleibe ich lieber bei der Lehre der Väter, bete meine Gebete und das muss reichen. Lieber kein Risiko eingehen und Wunder-/Spektakelsucht ist sowieso bedenklich.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

Coturnix
Beiträge: 142
Registriert: Sonntag 3. August 2014, 23:12

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Coturnix » Dienstag 12. Juni 2018, 10:50

Wie steht die katholische Morallehre eigentlich zum Thema Selbstjustiz?
Natürlich ist die staatliche Obrigkeit grundsätzlich zu achten (Röm 13) und ihre Gerichtsurteile sind auch in der Regel anzuerkennen.
Aber ein Beispiel: Eine Frau wird vergewaltigt und kennt den Täter. Sie zeigt ihn zunächst nicht an weil sie eingeschüchtert ist. Als sie ihn dann später doch anzeigt spricht die staatliche Obrigkeit sprichtden Täter mangels Beweise frei.
Lädt die Frau nun Schuld auf sich, wenn sie den Täter selber richtet oder ist dies als Mord anzusehen (Bzw. als Todsünde zu klassifizieren)? Prinzipiell gilt ja: Wenn sie ihn auf irgendeine Weise während der Tat hätte töten können, wäre dies ja wohl erlaubt (Tötung aus Notwehr). Darf sie ihn aber auch nach der Tat töten oder ist dies in jedem Fall verboten, weil keine unmittelbare Gefahr mehr zu bestehen scheint?

Benutzeravatar
Siard
Beiträge: 4753
Registriert: Dienstag 25. August 2009, 22:31
Wohnort: Die Allzeit Getreue

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Siard » Dienstag 12. Juni 2018, 13:27

Eine Erweiterung um den Fall eines Freispruchs aus politischen Gründen fände ich sinnvoll und aktuell.
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 13433
Registriert: Sonnabend 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Raphael » Dienstag 12. Juni 2018, 13:50

Coturnix hat geschrieben:
Dienstag 12. Juni 2018, 10:50
Wie steht die katholische Morallehre eigentlich zum Thema Selbstjustiz?
Natürlich ist die staatliche Obrigkeit grundsätzlich zu achten (Röm 13) und ihre Gerichtsurteile sind auch in der Regel anzuerkennen.
Aber ein Beispiel: Eine Frau wird vergewaltigt und kennt den Täter. Sie zeigt ihn zunächst nicht an weil sie eingeschüchtert ist. Als sie ihn dann später doch anzeigt spricht die staatliche Obrigkeit sprichtden Täter mangels Beweise frei.
Lädt die Frau nun Schuld auf sich, wenn sie den Täter selber richtet oder ist dies als Mord anzusehen (Bzw. als Todsünde zu klassifizieren)? Prinzipiell gilt ja: Wenn sie ihn auf irgendeine Weise während der Tat hätte töten können, wäre dies ja wohl erlaubt (Tötung aus Notwehr). Darf sie ihn aber auch nach der Tat töten oder ist dies in jedem Fall verboten, weil keine unmittelbare Gefahr mehr zu bestehen scheint?
In dem von Dir geschilderten Fall, wäre die während der eigenen Verteidigung erfolgte Tötung des ungerechten Angreifers gerechtfertigt und die Frau hätte daher keine Schuld auf sich geladen.

Wenn sie jedoch nach Abschluß eines ordentlichen Gerichtsverfahrens Rache übt, entfällt der Rechtfertigungsgrund und die Tat wird unmoralisch. Die im Vorfeld geschilderten Umstände können dann nur noch die subjektive Schuld mindern, aber nicht mehr ganz beseitigen.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

Benutzeravatar
Siard
Beiträge: 4753
Registriert: Dienstag 25. August 2009, 22:31
Wohnort: Die Allzeit Getreue

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Siard » Dienstag 12. Juni 2018, 14:23

Raphael hat geschrieben:
Dienstag 12. Juni 2018, 13:50
Wenn sie jedoch nach Abschluß eines ordentlichen Gerichtsverfahrens Rache übt, entfällt der Rechtfertigungsgrund und die Tat wird unmoralisch.
Wäre sie dies nicht schon nach Ende der unmittelbaren Gefahr?
Wie ist es, wenn das Urteil (offensichtlich) aus unmoralischen Gründen zustande kommt?
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 13433
Registriert: Sonnabend 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Raphael » Dienstag 12. Juni 2018, 14:32

Siard hat geschrieben:
Dienstag 12. Juni 2018, 14:23
Raphael hat geschrieben:
Dienstag 12. Juni 2018, 13:50
Wenn sie jedoch nach Abschluß eines ordentlichen Gerichtsverfahrens Rache übt, entfällt der Rechtfertigungsgrund und die Tat wird unmoralisch.
Wäre sie dies nicht schon nach Ende der unmittelbaren Gefahr?
Streng genommen schon, aber das war ja nicht gefragt worden. :anton:

Wobei es IMHO ausgesprochen schwierig ist, eine exakte zeitliche Grenze zu ziehen. :hmm:

Man stelle sich vor, der Unhold fällt im Wald über eine Frau her. Und unmittelbar nach geschehener Tat, der Täter liegt von seinen "Anstrengungen" noch ganz erschöpft am Boden, kann sich die geschändete Frau einen herumliegenden Ast greifen und zieht Selbigen dem Unhold über den Schädel, welcher daraufhin einen letalen Bruch erfährt. Noch Notwehr oder schon unbillige Rache? :pirat:
Siard hat geschrieben:
Dienstag 12. Juni 2018, 14:23
Wie ist es, wenn das Urteil (offensichtlich) aus unmoralischen Gründen zustande kommt?
Auch dann gilt: MEIN ist die Rache spricht der HERR!

Selbstjustiz ist abzulehnen und die Notwehrsituation ist offenbar nicht mehr gegeben. :hmm:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

Benutzeravatar
HeGe
Moderator
Beiträge: 13280
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56
Wohnort: Erzbistum Köln

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von HeGe » Dienstag 12. Juni 2018, 14:40

Raphael hat geschrieben:
Dienstag 12. Juni 2018, 14:32
Man stelle sich vor, der Unhold fällt im Wald über eine Frau her. Und unmittelbar nach geschehener Tat, der Täter liegt von seinen "Anstrengungen" noch ganz erschöpft am Boden, kann sich die geschändete Frau einen herumliegenden Ast greifen und zieht Selbigen dem Unhold über den Schädel, welcher daraufhin einen letalen Bruch erfährt. Noch Notwehr oder schon unbillige Rache? :pirat:
Bei einer Beurteilung nach deutschem Strafrecht würde hier Notwehr gegen die Vergewaltigung wohl ausscheiden, da der Angriff nicht mehr gegenwärtig ist. Der Angriff könnte dennoch gerechtfertigt sein, wenn die Frau den Tod des Vergewaltigers nicht aus Rache beabsichtigte, sondern bspw. von ihrem Festnahmerecht nach § 127 StPO Gebrauch machen wollte oder der Täter konkrete Anstalten machte, weitere Angriffe zur Verdeckung der vorherigen Straftat zu unternehmen.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

Benutzeravatar
Siard
Beiträge: 4753
Registriert: Dienstag 25. August 2009, 22:31
Wohnort: Die Allzeit Getreue

Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Siard » Dienstag 12. Juni 2018, 15:23

HeGe hat geschrieben:
Dienstag 12. Juni 2018, 14:40
Bei einer Beurteilung nach deutschem Strafrecht würde hier Notwehr gegen die Vergewaltigung wohl ausscheiden, da der Angriff nicht mehr gegenwärtig ist.
Nach einem Urteil sogar ganz sicher! :)

Sich nicht zu rächen …
fällt das unter Nächsten- oder Feindesliebe? Wobei das ja neuerdings das selbe zu sein scheint.
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema