Tierschutz - gottgefällig?

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lutherbeck
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Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von lutherbeck » Freitag 13. September 2013, 20:43

Tierschutz in der uns bekannten Form existiert erst seit kurzer Zeit - kann man Tierliebe dennoch als "aus Glauben notwendig" ansehen?
Der württembergische, vom Pietismus geprägte Pfarrer Christian Adam Dann (1758–1837) begründete seinen Einsatz für die gequälten Tiere hingegen damit, dass sie die Mitgeschöpfe der Menschen seien und als solche ebenso von Gott geliebt. Ein Mensch, der Tiere quäle, könne Gott und seine Mitmenschen nicht lieben. Er bezog sich dabei unter anderem auf Spr 12,1 LUT: „Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs, aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig“. Sein Freund, der Liederdichter und Pfarrer Albert Knapp, gründete wenige Monate nach Danns Tod den ersten Tierschutzverein Deutschlands.
aus http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=& ... iISzqs9JJA

Was haltet ihr davon?
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

taddeo
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von taddeo » Freitag 13. September 2013, 22:54

Achtung vor der Würde des Tieres als Mitgeschöpf ist aber was anderes als der moderne "Tierschutz", der nicht aus religiösen Motiven geschieht, sondern als Ersatzreligion mit einem völlig verschobenen ethisch-moralischen Grundgerüst.

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von lutherbeck » Sonnabend 14. September 2013, 12:29

taddeo hat geschrieben:Achtung vor der Würde des Tieres als Mitgeschöpf ist aber was anderes als der moderne "Tierschutz", der nicht aus religiösen Motiven geschieht, sondern als Ersatzreligion mit einem völlig verschobenen ethisch-moralischen Grundgerüst.
Na gut - aber die Motivation "Mitgeschöpf" kommt noch seltener vor als die moderne Fassung; wie hält es eigentlich die Kirche mit dieser Frage?
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lutherbeck
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von lutherbeck » Mittwoch 18. September 2013, 19:45

Hmm - bisher keine Antworten zum Thema; sind die Tiere den Gläubigen etwa egal?

:traurigtaps:
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lutherbeck
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von lutherbeck » Freitag 20. September 2013, 15:54

lutherbeck hat geschrieben:Hmm - bisher keine Antworten zum Thema; sind die Tiere den Gläubigen etwa egal?

:traurigtaps:
Kein Herz für Tiere?

:hae?:
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von holzi » Freitag 20. September 2013, 17:53

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Hab grad nicht Zeit. Muss mit meinem Hund spielen!
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
Adolph Kolping

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von Pilgerer » Sonnabend 21. September 2013, 12:45

Tierschutz hat zwei Bereiche: erstens Haltung der Tiere in der Landwirtschaft, zweitens der Artenschutz.
Bei ersterem geht es darum, ob die Haltung der Tiere ihrer Natur gerecht wird. Gott hat jedes Tier mit bestimmten Bedürfnissen und Eigenschaften ausgestattet, auch mit Würde. Die Frage stellt sich, unter welchen Umständen die Tierhaltung tiergerecht ist. Wie sieht Gott die moderne Massentierhaltung, in der das Tier vom Geschöpf zur Ware wird?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von lutherbeck » Sonnabend 21. September 2013, 13:53

Genau das ist die Frage! :|
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 21. September 2013, 16:27

Pilgerer hat geschrieben: Die Frage stellt sich, unter welchen Umständen die Tierhaltung tiergerecht ist.
Das Land Baden-Würtemberg hat mindestens zwei sogenannte "Versuchsstationen". Einmal für Schweine, einmal für Rinder. Es nennt sich zwar Versuchsstation, aber es werden nicht die Versuche an den Tieren gemacht, an die man da normalerweise bei Tierversuchen zuerst denkt.
Es geht darum, wie die Tiere am Besten artgerecht gehalten werden können, welche Umgebung die Beste ist, wie sie am besten miteinander auskommen....
War an beiden Orten schon, und da wird so einiges getan

Allerdings zur Wahrung der Schöpfung: Kein Schwein und kein Rind erreicht heutzutage noch ein Alter, indem es erwachsen ist. Schon vorher wird es oft als "Gebärmaschine" hergenommen, es gibt sogar immer mehr Tiere, die unfruchtbar werden. Wohl kein Zufall, oder?
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von lutherbeck » Sonntag 6. Oktober 2013, 13:08

...an Erntedank die Tiere nicht zu vergessen. Tiere hätten unabhängig von ihrem Nutzwert zudem "einen eigenen Sinn". Auch dafür gelte es zu danken. Gerade angesichts aktueller Tierschutzdebatten sollten Kirchengemeinden ihren Erntedank auf Tiere und die verantwortungsvolle Arbeit der Bauern erweitern. Die Erntedank-Symbolik sei bisher sehr auf Ackerfrüchte ausgerichtet und lasse die Tiere aus dem Blick.
aus:

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=& ... g_IzE1Fv-Q

...überfällig...

:roll:
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von lutherbeck » Mittwoch 9. Oktober 2013, 09:36

Passend zum Thema:

eine Reportage über das nackte Grauen - ich habe diese furchtbaren Bilder noch immer im Kopf! Was Menschen sich und ihren Mitgeschöpfen antun können - [Punkt]

http://www.zdf.de/37-Grad/Gift-auf-unse ... 7844.html

:heul:
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von Senensis » Mittwoch 9. Oktober 2013, 09:58

Tiere dürfen nicht vergötzt werden. Ansonsten sind sie natürlich Geschöpfe Gottes, uns als Gefährten und Helfer gegeben, und entsprechend verantwortungsvoll sollen wir mit ihnen umgehen.

Eine Ordensschwester hat mir kürzlich erzählt, wie es mit der Katze ihrer Kindheit war. Die hatte nämlich einen Marder geschlagen und dafür gab es damals die horrende Summe von 12 Mark! Da haben die Kinder gesagt, das Geld gehört der Katze. Was machen wir damit? Und damit die Katze in den Himmel kommt, haben sie noch einmal soviel oder etwas mehr draufgelegt und dafür ein "Heidenkind gekauft". So hieß das damals, d.h. es war eine Spende für die Mission, mit der ein Kind getauft werden konnte.
(Die Marderschützer unter Euch werden jetzt wahrscheinlich gegen die Katze sein. Ich wollte eigentlich nur sagen, daß Tiere nicht unbedingt von Gott ablenken müssen. Im Gegenteil. Bei unserer Katze hatte ich auch das Gefühl, daß sie von Gott gesandt war und ihren ganz eigenen Auftrag erfüllt hat. Den Tieren ist die Entscheidung für oder gegen Gott abgenommen, sie dienen Gott und folgen den Gesetzen der Schöpfung, die in sie gelegt sind.)
et nos credidimus caritati

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von lutherbeck » Mittwoch 9. Oktober 2013, 21:08

Ja, es gibt das schöne Wort dass sie "das Gesetz ihres Lebens erfüllen" - besser kann man es nicht sagen. Sie haben daher ihre eigene Würde und dürfen einfach nicht als gefühllose "Sache" behandelt werden...

Der Heilige Franz von Assisi war als großer Tierliebhaber bekannt, und viele Menschen betrachten ihn heute als den ersten Tierschützer überhaupt. Selbst dem winzigsten Wurm sah er als schützenswert an, weil er Tiere und Menschen als gleichwertige Geschöpfe Gottes achtete.

So sollte es sein!
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von lutherbeck » Freitag 11. Oktober 2013, 18:06

Viele Menschen haben in den letzten Tagen über diese entsetzliche Reportage gesprochen - und geweint!

:|
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von martin v. tours » Freitag 11. Oktober 2013, 19:20

Der Film ist schrecklich und zeigt die Wahrheit.
Leider ist es so das es immer schon Menschen gab, die Tiere gut behandelt haben und solche die Freude daran hatten sie zu misshandeln, oder einfach gefühlskalt waren.
Strenge Gesetze können nur zum Teil helfen.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Juergen
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von Juergen » Mittwoch 16. September 2015, 10:31

http://www.nzz.ch/panorama/alltagsgesch ... us-ld.1947

Raubtierfreie Manegen in den Niederlanden
Keine Wildtiere mehr im Zirkus
Die Niederlande haben das Auftreten von wilden Tieren in Zirkussen verboten.

(dpa)/els. Ab Dienstag dürfen Tiger, Löwen, oder Zebras nicht mehr in den Manegen ihre Künste zeigen. Für das Verbot hatten sich Tierschützer und die im Parlament vertretene «Partei für die Tiere» zehn Jahre lang eingesetzt.
Das viele Reisen und wenig Bewegungsraum schadeten dem Wohlbefinden der Tiere, erklärte die zuständige Staatssekretärin für Landwirtschaft, Sharon Dijksma, im niederländischen Radio. «Die Nachteile für die Tiere wiegen schwerer als Unterhaltung und Traditionen.» Viele kleine Zirkusse fürchten allerdings ihr wirschaftlichse Aus…
http://www.ksta.de/politik/wildtiere-im ... 18814.html

VERBOT IN DEN NIEDERLANDEN
In Köln gibt es keine Wildtiere im Zirkus mehr
In den Niederlanden ist die Haltung von Wildtieren im Zirkus verboten. In Deutschland ist dies nur in vereinzelten Kommunen der Fall. Köln ist weiten Teilen der Republik einen Schritt voraus. Auch Roncalli setzt Maßstäbe.

Köln: Ist das Tradition oder kann das weg? Diese Frage prägt seit längerer Zeit den Diskurs zwischen Zirkusbetreibern und Tierschützern. Kernproblem ist die Haltung von Wildtieren im Wanderzirkusgeschäft. Tierschutzverbände sind sich einig. Eine artgerechte Unterbringung dieser Tiere sei prinzipiell nicht möglich, da sie besondere Ansprüche hätten. Diese Tatsache werde leider zu häufig ignoriert. Deshalb würden die Wildtiere im Zirkusbetrieb leiden…
Gruß
Jürgen

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Marion
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von Marion » Mittwoch 16. September 2015, 16:53

Zirkus ist eh nix

Tertullian schreibt
Wenn diese Dinge in den Provinzen wegen der geringern Mittel mit weniger Sorgfalt betrieben werden, so sind doch die sämtlichen Zirkusspiele an allen Orten als dahin gehörig anzusehen, wo sie herkommen; ihr befleckter Charakter schreibt sich daher, woher sie stammen. Denn auch ein kleines Rinnsal bekommt von seiner Quelle und ein kleiner Schößling von dem Stamme die Eigenschaften seines Ursprungs. ... Um unserm Plane gemäß auch von den Örtlichkeiten zu handeln, so ist der Zirkus vorzüglich dem Sonnengott geheiligt, dessen Tempel im mittleren Räume und dessen Bild vom Giebel des Tempels erglänzt, weil man den, welchen man im Freien sieht, nicht unter einem Dache zur Verehrung glaubte ausstellen zu dürfen. Diejenigen, welche behaupten, daß das erste Zirkusspiel von der Circe, und zwar, wie sie vorgeben, zu Ehren ihres Vaters Sol veranstaltet worden sei, leiten von ihr auch den Namen Zirkus ab. Ganz natürlich hat diese Unholdin jenes Geschäft unter diesem Namen für diejenigen verrichtet, deren Priesterin sie war, der Dämonen nämlich und der bösen Engel. Wieviel Götzendienerisches erblickst du also schon in der äußern Erscheinung des Ortes! Die einzelnen Ornamente des Zirkus sind ebensoviele Tempel, Die Eier7) wählte man zu Ehren der Kastoren, weil man sich nicht schämte, zu glauben, sie seien aus einem Ei geboren ---- von wegen Jupiters, des Schwanes; die Delphine speien zu Ehren des Neptun, die Säulen tragen Göttinnen, die Sessiae sind vom Säen, die Messiae vom Ernten, die Tutulinae von der Beschützung der Früchte so genannt. Vor ihnen sind drei Altäre zu sehen für je drei Gottheiten, die sog. Großen, Mächtigen und Starken. Man hält ebendieselben für samothrakisch. Der Obelisk in seiner Länge ist, wie Hermateles versichert, zur Ehre des Sonnengottes vorn hingestellt, die darauf befindliche Inschrift enthält einen Aberglauben Ägyptens, woher der Obelisk stammt. |113 Es würde aber dieser Dämonengesellschaft etwas fehlen, wenn nicht ihre Magna Mater dabei wäre, deshalb ist auch diese dort und führt die Aufsicht über den Wassergraben. Consus hält sich, wie oben bemerkt, bei den Murcischen Merksäulen unter der Erde verborgen. Auch daraus hat man ein Idol gemacht. Murcia soll nämlich eine Liebesgöttin sein, der man an jener Stelle einen Tempel gelobt hat. Nun, mein Christ, bemerke wohl, wieviele unreine Wesen sich in den Besitz des Zirkus teilen! Eine Religion, von welcher so viele teuflische Geister Besitz genommen haben, ist dir sicher fremd.

Hinsichtlich der Örtlichkeit ist nun aber hier der Ort, recht genau zu handeln, um eine gewisse Frage abzuschneiden. "Wie steht es", fragt man, "wenn ich zu einer ändern Zeit den Zirkus betrete; bin ich dann auch noch der Gefahr der Befleckung ausgesetzt?" ---- Es gibt kein Verbot, das den Besuch eines Ortes beschränkte. Denn nicht nur die genannten Versammlungsörter der Spiele, sondern sogar die Tempel selbst kann der Diener Gottes ohne Gefährdung der Kirchenzucht betreten, auf eine dringende Ursache hin, wenn sie nur nicht auf die eigentliche Bestimmung und den Charakter des Ortes Bezug hat. Schließlich sind ja doch auch die Straßen, der Markt, die Bäder und Ställe, ja selbst unsre Häuser mit Götterbildern versehen, ja die ganze Welt ist vom Satan und seinen Engeln erfüllt. Wir fallen durch den bloßen Umstand, daß wir in der Welt sind, noch nicht von Gott ab, sondern nur dann, wenn wir uns an irgend etwas von den Verbrechen der Welt beteiligen. Folglich wenn ich das Kapitolium, wenn ich das Serapeum betrete als einer, der dort opfert oder anbetet, dann falle ich von Gott ab, ebenso wenn ich den Zirkus und das Theater in der Eigenschaft als Zuschauer betrete. ...
http://www.tertullian.org/articles/kemp ... aculis.htm
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

PascalBlaise
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von PascalBlaise » Freitag 27. November 2015, 09:48

Prinzipiell ist es natürlich richtig, Tiere artgerecht zu halten, allein schon aus Respekt vor der Schöpfung.
Auch sind Haustiere für viele Leute wichtig, wenn andere soziale Kontakte rar sind.

Auf der anderen Seite könnte jeder Euro, der für Tierschutz ausgegeben wird, für "Menschenschutz" viel sinnvoller eingesetzt werden.
Sehr viele Menschen haben jeden Tag nicht genug zum Leben, ungeborene Kinder werden jeden Tag umgebracht.
Aus christlicher Sicht ist ein Mensch unendlich viel mehr wert als jedes Tier.
Deswegen verabscheue ich Auswüchse wie Tierseniorenheime ("Gut Aiderbichl" und Konsorten). :daumen-runter:
Das ganze ist ein Irrsinn. :patsch:

Tierschutz ist nicht in sich falsch, aber wir haben einfach GANZ andere Probleme.
– et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non comprehenderunt –

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von Dieter » Freitag 27. November 2015, 12:12

Kommen Tiere in den Himmel?

funf-fragen-an-dr-rainer-hagencord-institut-fur-theologische-zoologie-munster/

https://rogatekloster.wordpress.com/21 ... e-munster/

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von PascalBlaise » Freitag 27. November 2015, 12:41

Institut für Theologische Zoologie? Gibe es auch ein Institut für Zoologische Theologie?
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von overkott » Freitag 27. November 2015, 13:06

PascalBlaise hat geschrieben:Prinzipiell ist es natürlich richtig, Tiere artgerecht zu halten, allein schon aus Respekt vor der Schöpfung.
Auch sind Haustiere für viele Leute wichtig, wenn andere soziale Kontakte rar sind.

Auf der anderen Seite könnte jeder Euro, der für Tierschutz ausgegeben wird, für "Menschenschutz" viel sinnvoller eingesetzt werden.
Sehr viele Menschen haben jeden Tag nicht genug zum Leben, ungeborene Kinder werden jeden Tag umgebracht.
Aus christlicher Sicht ist ein Mensch unendlich viel mehr wert als jedes Tier.
Deswegen verabscheue ich Auswüchse wie Tierseniorenheime ("Gut Aiderbichl" und Konsorten). :daumen-runter:
Das ganze ist ein Irrsinn. :patsch:

Tierschutz ist nicht in sich falsch, aber wir haben einfach GANZ andere Probleme.
Sind Menschenrechte und Tierschutz letztlich ein Widerspruch oder steht der Tierschutz zu sehr im Vordergrund?

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von PascalBlaise » Freitag 27. November 2015, 13:41

overkott hat geschrieben:Sind Menschenrechte und Tierschutz letztlich ein Widerspruch oder steht der Tierschutz zu sehr im Vordergrund?
Letzteres. Für den eigenen Hund ist uns nichts zu schade (er gehört ja zur Familie!) und knuffige Eisbären sind uns doch näher als viele Menschen.

In einer idealen Welt wären Menschenrechte zu jeder Zeit gewahrt und man könnte sich dem Tierschutz stärker widmen.
Als ich letztesmal nachgeschaut habe, waren wir noch nicht so weit...
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von overkott » Freitag 27. November 2015, 14:23

PascalBlaise hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Sind Menschenrechte und Tierschutz letztlich ein Widerspruch oder steht der Tierschutz zu sehr im Vordergrund?
Letzteres. Für den eigenen Hund ist uns nichts zu schade (er gehört ja zur Familie!) und knuffige Eisbären sind uns doch näher als viele Menschen.

In einer idealen Welt wären Menschenrechte zu jeder Zeit gewahrt und man könnte sich dem Tierschutz stärker widmen.
Als ich letztesmal nachgeschaut habe, waren wir noch nicht so weit...
Der Vorrang der Menschenrechte schließt auch den Schutz seiner natürlichen Lebensgrundlagen ein.

Man darf die Menschenrechte jedoch vom Tierschutz nicht abkoppeln.

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von PascalBlaise » Freitag 27. November 2015, 14:30

overkott hat geschrieben:Der Vorrang der Menschenrechte schließt auch den Schutz seiner natürlichen Lebensgrundlagen ein.
Selbstverständlich.
overkott hat geschrieben:Man darf die Menschenrechte jedoch vom Tierschutz nicht abkoppeln.
Warum nicht? Ich würde sogar sagen: Man muss die Menschenrechte vom Tierschutz klar unterscheiden.
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von Dieter » Freitag 27. November 2015, 14:53

Der Mensch als "Krone der Schöpfung" ist die fatale Aussage des Alten Testamentes. Das "Macht euch die Erde untertan" haben die Christen sehr ernst genommen. Man beachte, wie gerade in südlichen, romanischen, also katholischen, Ländern mit den Tieren umgegangen wird.

Der Protestantismus ist dagegen schon einen kleinen(!) Schritt weiter.

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von RomanesEuntDomus » Freitag 27. November 2015, 15:26

Dieter hat geschrieben:Der Mensch als "Krone der Schöpfung" ist die fatale Aussage des Alten Testamentes. Das "Macht euch die Erde untertan" haben die Christen sehr ernst genommen. Man beachte, wie gerade in südlichen, romanischen, also katholischen, Ländern mit den Tieren umgegangen wird.

Der Protestantismus ist dagegen schon einen kleinen(!) Schritt weiter.
Ja klar. Die Ideen der sogenannten Eugenik/Rassenhygienik hatten ihre Blütezeit vor allem in vorwiegend protestantischen Ländern (USA, Kanada, Schweiz, die skandinavischen Länder bis in die 1970er Jahre, Deutschland ...), während die vorwiegend katholischen Länder sich auf Tierzucht und -nutzung beschränkten und, soweit mir bekannt ist, nicht versuchten, sich passende Menschen zurechtzuzüchten.

Der Protestantismus ist einen Schritt zu weit gegangen, als er den Unterschied zwischen Menschen und Tieren verwischte, und ein Klima miterzeugte, in dem Menschen wie Tiere behandelt wurden.

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von PascalBlaise » Freitag 27. November 2015, 16:37

Das ist keine Apologetik von Massentierhaltung, Umweltverschmutzung, Tierversuchen, o.Ä.
Gott ist nicht Mensch geworden, um Tierschutz zu propagieren.
Das lässt sich auch mit bestem Willen nicht aus dem neuen oder alten Testament destillieren.
Dieter hat geschrieben:Der Protestantismus ist dagegen schon einen kleinen(!) Schritt weiter.
Schon, aber leider mal wieder in die falsche Richtung.
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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von overkott » Mittwoch 23. Dezember 2015, 12:23

PascalBlaise hat geschrieben:Institut für Theologische Zoologie? Gibe es auch ein Institut für Zoologische Theologie?
Das wäre theologisch der franziskanische Ansatz, weil eben auf der Theologie der Akzent liegt, nicht auf einer Ideologisierung von Naturwissenschaft.

Für alle, die mit dem Eselchen auf dem Weg zur Krippe sind, gibt es eine vorweihnachtliche Geschichte, die die Verantwortung des Menschen für sein Vieh über das mosaische Gesetz hinaus sehr schön zum Ausdruck bringt:

Wir lesen in Buch Numeri 22 die Geschichte vom Esel Bileams:

28 Da öffnete der Herr dem Esel den Mund und der Esel sagte zu Bileam: Was habe ich dir getan, dass du mich jetzt schon zum dritten Mal schlägst? 29 Bileam erwiderte dem Esel: Weil du mich zum Narren hältst. Hätte ich ein Schwert dabei, dann hätte ich dich schon umgebracht. 30 Der Esel antwortete Bileam: Bin ich nicht dein Esel, auf dem du seit eh und je bis heute geritten bist? War es etwa je meine Gewohnheit, mich so gegen dich zu benehmen? Da musste Bileam zugeben: Nein. 31 Nun öffnete der Herr dem Bileam die Augen und er sah den Engel des Herrn auf dem Weg stehen, mit dem gezückten Schwert in der Hand. Da verneigte sich Bileam und warf sich auf sein Gesicht nieder. 32 Der Engel des Herrn sagte zu ihm: Warum hast du deinen Esel dreimal geschlagen? Ich bin dir in den Weg getreten, weil mir der Weg, den du gehst, zu abschüssig ist.

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von HeGe » Donnerstag 27. Oktober 2016, 13:42

Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Tierschutz - gottgefällig?

Beitrag von Juergen » Sonnabend 22. September 2018, 19:49

Ende des "Hobbytötens": PETA will Angeln in Deutschland verbieten lassen


Mit folgendem Beispiel weist PETA auf die Quallen hin, die die Fische erleiden müssen:

"Stellen Sie sich vor, man bohrt einen Metallhaken durch Ihren Mund und zieht Sie – mit Ihrem ganzen Gewicht an diesem Haken hängend – in ein Element, in dem Sie keine Lust mehr bekommen."
(sic!)

Wer verliert bei Quallen nicht die Lust? :roll:
Gruß
Jürgen

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