Umweltenzyklika "Laudato Si'"

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Juergen
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Juergen » Donnerstag 18. Juni 2015, 11:09

Isidor_von_Sevilla hat geschrieben:Betroffene Gläubige könnten durch das Einatmen … ganz allgemein durch den Besuch der Hl. Messe Glücksgefühle empfinden. Dies gilt es unter allen Umständen zu verhindern…
Um Glücksgefühle zu verhindern, reicht in der a.o. Form des röm. Ritus das Singen Neuem Geistlichen Liedguts…

In der o. Form des röm. Ritus, reicht zum Erreichen des gleichen Ziels das Singen irgendeines Teils des Ordinariums auf Latein.

:narr:
Gruß
Jürgen

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Juergen » Donnerstag 18. Juni 2015, 11:12

http://www.catholicism-wow.de/pivot/entry.php?id=570

10. Juni 2015 Warum „Laudato Si“ wirklich kein guter Titel für eine Enzyklika ist

Ort der Handlung:
Masterstudiengang katholische Theologie, Hauptseminar theologische Gesellschaftsethik

Personen:
Privatdozentin Dr. Heidemarie Sulzbach-Denzberg,
zwanzig Theologiestudenten

PD Sulzbach-Denzberg Haben Sie alle den vollständigen Text von Laudato Si dabei?
Studenten Jaaaa!
PD Sulzbach-Denzberg Gut. Wer kann kurz was zum Autor sagen?
Student Der heilige Franziskus!
PD Sulzbach-Denzberg Ähm, der Heilige Vater, Papst Franziskus, ja, richtig. Kommen wir zum Inhalt der Enzyklika. Was ist die Hauptaussage der Einführung?
Studentin „Sei gepriesen für Meer und Kontinente!“


Gruß
Jürgen

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Juergen
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Juergen » Donnerstag 18. Juni 2015, 12:48

Laudato Si' hat geschrieben:Strophe 22

…22. Diese Probleme sind eng mit der Wegwerfkultur verbunden, die sowohl die ausgeschlossenen Menschen betrifft als auch die Dinge, die sich rasch in Abfall verwandeln. Machen wir uns zum Beispiel bewusst, dass der größte Teil des Papiers, das produziert wird, verschwendet und nicht wiederverwertet wird
Das betrifft z.B. Enzykliklen, Verlautbarungen der DBK, kirchliche Amtsblätter…
Gruß
Jürgen

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JosefBordat
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von JosefBordat » Donnerstag 18. Juni 2015, 12:55

Soeben wurde die zweite Enzyklika von Papst Franziskus veröffentlicht: *Laudato Si*. Papst Franziskus widmet sich darin ökologischen Fragen, eingedenk der "dringenden Herausforderung, unser gemeinsames Haus zu schützen". Ein erster Eindruck: https://jobo72.wordpress.com/215/6/18/laudato-si/

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overkott
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von overkott » Donnerstag 18. Juni 2015, 13:54

Theologisch fragwürdig, bietet die Enzyklika auch für die ethischen Probleme der Welt von heute keine neuen konkreten Hilfen. Der amtierende Papst bleibt mit diesem Rundschreiben hinter brillianten theologischen Einsichten seines Vorgängers zurück.

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Isidor_von_Sevilla » Donnerstag 18. Juni 2015, 14:01

overkott hat geschrieben:Theologisch fragwürdig, ..........
Gibt es eigentlich in Deinen Augen irgendetwas, was theologisch nicht fragwürdig wäre? :detektiv:
Es gibt auch solche, die wohl die Sprache verehren, nicht aber DAS WORT anbeten!

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Juergen
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Juergen » Donnerstag 18. Juni 2015, 14:04

Isidor_von_Sevilla hat geschrieben:Gibt es eigentlich in Deinen Augen irgendetwas, was theologisch nicht fragwürdig wäre? :detektiv:
Vielleicht Bonaventura. :achselzuck:
Gruß
Jürgen

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overkott
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von overkott » Donnerstag 18. Juni 2015, 14:13

Isidor_von_Sevilla hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Theologisch fragwürdig, ..........
Gibt es eigentlich in Deinen Augen irgendetwas, was theologisch nicht fragwürdig wäre? :detektiv:
Deus Caritas Est war ein Weg weisendes Lehrschreiben, wo die Kirche in eigener Sache kompetent den Kern des Glaubens der Welt von heute erklärt hat. Das hatte mit Zärtlichkeitsgeschwafel wenig zu tun.

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Hamsti » Donnerstag 18. Juni 2015, 14:59

"Niemand - außer einigen Wichtigtuern hier - kennt das Schreiben.
Aber wir diskutieren - und zerreißen es................

herzlichen Glückwunsch!"

na woran das wohl liegen mag...

vielleicht an die tiefgeistigen Plaudereien auf Reisen im Flugzeug, die schon einmal einen Vorgeschmack geben...

aber vielleicht läßt ja die maßgebliche Beteiligung eines Hohepriesters der Klimareligion, der auch schon die BRDDR und die EUdSSR beraten hat, die Hoffnung aufkeimen, Bergoglio werde wenigstens einmal in einer offiziellen Verlautbarung erkennen lassen, welchem Geist er dient, dem Zeitgeist oder dem Hl. [Punkt]

http://www.faz.net/aktuell/wissen/klima ... 53951.html

Hamsti
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Hamsti » Donnerstag 18. Juni 2015, 15:27

"14. Ich lade dringlich zu einem neuen Dialog ein über die Art und Weise, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten. Wir brauchen ein Gespräch, das uns alle zusammenführt, denn die Herausforderung der Umweltsituation, die wir erleben, und ihre menschlichen Wurzeln interessieren und betreffen uns alle. "

blablabla, Dialüg bis zum Umfallen...

"Die weltweite ökologische Bewegung hat bereits einen langen und ereignisreichen Weg zurückgelegt und zahlreiche Bürgerverbände hervorgebracht, die der Sensibilisierung dienen."

Also weiter mit der Ökodiktatur, wo denkende Menschen kriminalisiert werden

"Leider pflegen viele Anstrengungen, konkrete Lösungen für die Umweltkrise zu suchen, vergeblich zu sein, nicht allein wegen der Ablehnung der Machthaber, sondern auch wegen der Interessenlosigkeit der anderen. Die Haltungen, welche – selbst unter den Gläubigen – die Lösungswege blockieren, reichen von der Leugnung des Problems bis zur Gleichgültigkeit, zur bequemen Resignation oder zum blinden Vertrauen auf die technischen Lösungen."

O immer schön die Parolen der Ökofaschisten nachplappern

"Wir brauchen eine neue universale Solidarität."

Ja, die internationale Solidarität in einem klassenlosen Paradies auf Erden...

Nachdem ja schon die Welteinheitsdiktatur Ablaßbriefe für CO2-Emissionen erstellt, könnte doch Bergoglio Ban Ki-moon und die anderen Hohepriester der Klimareligion zu Bischöfen weihen...

und den Dominikanerorden beauftragen den Ablaßhandel aufblühen zu lassen

Isidor_von_Sevilla
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Isidor_von_Sevilla » Donnerstag 18. Juni 2015, 15:40

Juergen hat geschrieben:
Isidor_von_Sevilla hat geschrieben:Gibt es eigentlich in Deinen Augen irgendetwas, was theologisch nicht fragwürdig wäre? :detektiv:
Vielleicht Bonaventura. :achselzuck:
Der hat bestimmt auch irgendwo Fehler gemacht und ist daher zu hinterfragen. :roll:
Es gibt auch solche, die wohl die Sprache verehren, nicht aber DAS WORT anbeten!

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overkott
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von overkott » Donnerstag 18. Juni 2015, 15:51

Isidor_von_Sevilla hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Isidor_von_Sevilla hat geschrieben:Gibt es eigentlich in Deinen Augen irgendetwas, was theologisch nicht fragwürdig wäre? :detektiv:
Vielleicht Bonaventura. :achselzuck:
Der hat bestimmt auch irgendwo Fehler gemacht und ist daher zu hinterfragen. :roll:
Das hat Bonaventura auch nicht abgestritten, da er selbst die Autorität der Kirchenlehrer hinter die Bibel zurückgestellt hat. So demütig war der Heilige!

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Isidor_von_Sevilla » Donnerstag 18. Juni 2015, 15:55

overkott hat geschrieben:Das hat Bonaventura auch nicht abgestritten, da er selbst die Autorität der Kirchenlehrer hinter die Bibel zurückgestellt hat.
Dies scheint mir in der Tat ein Fehler des Giovanni Fidanza gewesen zu sein, denn Gott spricht mehr durch Menschen als durch schwarze Flecken auf einem Stück Papier!
overkott hat geschrieben:So demütig war der Heilige!
Schade, daß man von Vorbildern so wenig lernt! :tuete:
Es gibt auch solche, die wohl die Sprache verehren, nicht aber DAS WORT anbeten!

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Hamsti » Donnerstag 18. Juni 2015, 16:32

Buena sera!

Herr Bergoglio scheint Diplom-Meterologe zu sein, na wenigstens ein wissenschaftlicher Abschluß, nachdem das mit der Promotion in Theologie in St. Georgen nicht geklappt hat.
Da kann er wenigstens fundiert Dogmen für die Klimareligion verfassen:

"Nr. 23
Es besteht eine sehr starke wissenschaftliche Übereinstimmung darüber, dass wir uns in einer besorgniserregenden Erwärmung des Klimasystems befinden. In den letzten Jahrzehnten war diese Erwärmung von dem ständigen Anstieg des Meeresspiegels begleitet,"

Gut, daß die vielen Autos und Industrieanlage im Mittelalter ausrangiert worden sind, damit der Temparaturanstieg nicht weiter voranschreiten konnte, sonst wäre nicht nur in Norddeutschland, Skandinavien, sondern auch noch in Grönland und Island Wein gewachsen...

"Nr. 24:
Die Erwärmung beeinflusst ihrerseits den Kohlenstoffkreislauf. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, der die Situation weiter verschärft und der die Verfügbarkeit unerlässlicher Ressourcen wie das Trinkwasser, die Energie und die Agrarproduktion in den heißesten Zonen beeinträchtigen und das Aussterben eines Teils der biologischen Vielfalt des Planeten verursachen wird. Durch das Schmelzen des Polareises und der Hochgebirgsflächen droht eine sehr gefährliche Freisetzung von Methangas, und die Verwesung der tiefgefrorenen organischen Stoffe könnte die Ausströmung von Kohlendioxid noch weiter erhöhen."

Ja ja die bösen Europäerinnen, die die armen armen Flüchtlinge nicht in Scharen aufnehmen.
Man kann diesen armen Menschen ja natürlich niemals zumuten, ihre eigenen Länder, reich an Bodenschätzen und oft paradiesisch Fruchtbar, mit eigener Anstrengung bessere Lebensbedingung zu schaffen, das Weltsozialamt Deutschland und die EUdSSR müssen selbst verständlich ALLE Menschen durchfüttern...
bedingungsloses Grundeinkommen

Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht, Herr Bergoglio erkämpft das Menschenrecht!

"Nr. 25
Tragisch ist die Zunahme der Migranten, die vor dem Elend flüchten, das durch die Umweltzerstörung immer schlimmer wird, und die in den internationalen Abkommen nicht als Flüchtlinge anerkannt werden; sie tragen die Last ihres Lebens in Verlassenheit und ohne jeden gesetzlichen Schutz. Leider herrscht eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber diesen Tragödien, die sich gerade jetzt in bestimmten Teilen der Welt zutragen. Der Mangel an Reaktionen angesichts dieser Dramen unserer Brüder und Schwestern ist ein Zeichen für den Verlust jenes Verantwortungsgefühls für unsere Mitmenschen, auf das sich jede zivile Gesellschaft gründet."

Ja ja die bösen Menschen sind auch am Aussterben der Dinos schuld, denn damals haben Sie dafür gesorgt, daß der CO2-Anteil in der Atmospähre den heutigen vielfach überstiegen hat...

"Nr. 26
Darum ist es dringend geboten, politische Programme zu entwickeln, um in den kommenden Jahren den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen stark verunreinigenden Gasen drastisch zu reduzieren, zum Beispiel indem man die Verbrennung von fossilem Kraftstoff ersetzt und Quellen erneuerbarer Energie entwickelt."

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Juergen » Donnerstag 18. Juni 2015, 16:32

Ich habe fertig gelesen. :unbeteiligttu:

Die Enzyklika ist ziemlich vielschichtig. Teils hat man den Eindruck, hier will sich jemand mal so richtig auskotzen. Da wird nicht an Kritik an Wirtschaftssystemen, Finanzsystemen, Forschung, technologischem Fortschritt, multinationale Unternehmen und vielem mehr gespart.
In der „Beschreibung“ des aktuellen Zustandes der Welt werden unreflektiert bestimmte Mehrheitsneinungen übernommen, Ängste geschürt und schwarzgemalt. In den Lösungsansätzen am Ende der Enzyklika wird das grüne Mantra von alternativen Energien nachgebetet.
Hin und wieder fühle ich mich auch an Dinge, wie etwa die Gaia-Hypothese erinnert, die hier in gegenteiliger Form präsentiert wird, obwohl in den Gedankengängen ein starker Holismus vorherrscht. Dabei ist der Ansatz einer „ganzheitlichen Ökologie“ sicher nicht ganz falsch.
Die Feststellung, daß es keine zwei Krisen gibt (Umwelt und Gesellschaft), sondern nur eine sozio-ökologische Krise, erscheint eher sta­tu­ta­risch als logisch begründet. Hier regiert in der Nicht-Argumentation die Macht des Faktischen. Hier scheint der „südamerikanische Standpunkt“ durch. Ja, bei der Beschreibung von Kleinbauern sieht man förmlich vor dem geistigen Augen ein paar Gauchos durch die Gegend reiten.
Manche Aussagen zu Wirtschaftlichen Verhältnissen und Wege aus der Krise klingen einigermaßen sozialistisch. Sie hätten auch von Marx (dem Karl, nicht dem Reinhard) stammen können. Manchmal entsteht der Eindruck als laute eine der Grundidee: „Früher war alles besser. Auf und zurück in die vorindustrielle Zeit“, die aber, weil sie de facto nicht durchsetzbar ist, zu einer handzahmen Technologiebremse umgemünzt wird.
In wie weit der Papst die Staatenlenker im Blick hat, auf daß sie lenkend (durch Ge- und Verbote) in Forschung, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur usw. bis hinein ins Privatleben eingreifen, bleibt unklar.
Ebenso unklar bliebt der unübersetzt gebliebene Ausdruck „leadership“, dessen Nicht-Existenz er zu bedauern scheint. Hier entsteht der Eindruck, daß der Ruf nach einer Welt-Öko-Polizei laut wird. Auf der anderen Seite setzt er aber auch auf das Subsidiaritätsprinzip, sowohl auf lokaler Ebene als auch im Blick auf einzelne Staaten, was allerdings nur der Tatsache geschuldet ist, daß es (derzeit) keine internationalen Vereinbarungen zum Umweltschutz gibt: Wenn es international nicht geht, dann soll wenigstens jeder nach seinen Möglichkeiten mitarbeiten.
Im sechsten Kapitel (Ökologische Erziehung und Spiritualität) setzt der Papst auf Umerziehungsmaßnahmen und dort auf eine „ökologische Ethik“ und einer Erziehung zur Umweltverantwortung. Dabei setzt er auf Schule, Familie, Kommunikationsmittel und Katechese. Eine rundum-sorglos Indoktrination. (Schade, daß er das nicht für katholische Glaubensinhalte fordert). Im Bereich der Spiritualität spricht er von einer „ökologischen Spiritualität“ und insgesamt „Kultur der Achtsamkeit“ (ja, Achtsamkeit, diesem Esoteerikschlagwort).
An das Ende setzt der Papst dann noch zwei Gebete: eines, daß alle beten können sollen, die an einen Schöpfergott glauben und ein spezifisch christliches. In beiden Gebeten wird – kaum verwunderlich – ziemlich viel geplappert.


Insgesamt ist das Schreiben keine striktes Schreiben in Glaubens- und Sittenfragen, was den Grad der Verbindlichkeit tangiert (vgl. HIER). Es ist eher eine politische Schrift mit Anklängen an kirchliche Soziallehre. In manchen Teilen ist es auch eher eine grüne Propagandaschrift.
Alles in allem hätte man – wie immer in den letzten Jahr(zehnten) – das Ganze auch auf max. 1/5–1/4 des wertvollen Rohstoffs Papier unterbringen können.
Gruß
Jürgen

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Juergen » Donnerstag 18. Juni 2015, 17:14

Aus der Blogoezese:
http://beiboot-petri.blogspot.de/2015/0 ... a-von.html

Sandro Magister: Die "grüne" Enzyklika von Papst Franziskus
Ehre wem Ehre gebührt, so überlassen wir es Sandro Magister auf www. chiesa/ L´Espresso das grüne päpstliche Rundschreiben für jedermann vorzustellen.
Wie man ohne Schwierigkeit sehen kann ( und wie inzwischen bestätigt wurde), war die von Magister vorveröffentlichte Fassung - im Gegensatz zu dem, was Pater Lombardi im Pressesaal sagte- die endgültge.

Hier geht´s zum Original: klicken
Verstehe ich das jetzt richtig:
Sandro Magister bekommt keinen Zutritt zum Pressesaal mehr, weil er die Enzyklika in der endgültigen Fassung veröffentlicht hat und Pater Lombardi lügt in Ausübung seines Amtes als Pressesprecher und darf dennoch dort weiter arbeiten?


Eine Zusammenfassung von Jürgen Erbacher
http://blog.zdf.de/papstgefluester/2015 ... der-papst/

Was sagt der Papst?

200 Seiten zusammenzufassen, wenn auch im kleinen vatikanischen Format, ist nicht einfach. Daher hier der Versuch eines Überblicks. Sicher werden bestimmte Aspekte fehlen. Dazu gibt es die Kapitelangaben jeweils in Klammer. Die deutsche Übersetzung der Enzyklika Laudato Si gibt es auf der Internetseite des Vatikans. Zur Einordnung des Papiers verweise ich auf den Artikel bei heute.de sowie den eigenen einordnenden Artikel hier im Papstgeflüster. Die Einordnung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gibt es ab 13:00 Uhr auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz…

Bei rorate-caeli gibt es eine „Word-Cloud“ zur Enzyklika:
Bild
Das Wort „Jesus“ findet man in der untersten Zeile, ganz klein, mit einem roten Pfeilchen markiert.
Gruß
Jürgen

Fridericus
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Fridericus » Donnerstag 18. Juni 2015, 17:51

Eine lateinische Fassung scheint es bislang wohl auch noch nicht zu geben...

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Juergen
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Juergen » Donnerstag 18. Juni 2015, 17:56

Würdigung der Enzyklika durch den großen Vorsitzenden:
http://www.dbk.de/nc/presse/details/?presseid=2833

Würdigung der neuen Enzyklika „Laudato si‘ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“
durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz,
Kardinal Reinhard Marx,
bei der Pressekonferenz am 18. Juni 2015 in München


Zur rechten Zeit sendet der Papst ein starkes Signal für die Schöpfung. Mit der im Vatikan vorgestellten Enzyklika von Papst Franziskus, „Laudato si‘“, nimmt der Papst die Kirche, sich selbst und die Weltgemeinschaft in die Pflicht, verantwortlich mit der Schöpfung umzugehen. Zentrale Themen der Enzyklika sind die derzeit stattfindende Zerstörung des Planeten und die weltweite Armut und soziale Ungerechtigkeit. Diese Enzyklika ist ein großes Werk des Papstes, das ich mir gerne zu eigen mache. Heute redet der Papst der Welt und auch der Kirche ins Gewissen, ob gelegen oder ungelegen. Seine Botschaft ist nicht bequem, sie rüttelt wach und mahnt uns, Verantwortung zu übernehmen. Es ist ein großes Anliegen des Papstes, ökologische und soziale Probleme, den Einsatz für die Umwelt und die Armen, auf keinen Fall zu trennen. Insofern greift die im Vorfeld gerne benutzte Bezeichnung einer Umwelt- oder Klimaenzyklika zu kurz. Es geht vielmehr um eine Verschränkung der Problematik Umwelt und Entwicklung.

Das ganze gibt es auch als PDF. – 8 Seiten lang – Wie war das noch gleich in der Enzyklika mit der Papierverschwendung?
Gruß
Jürgen

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Benedikt » Donnerstag 18. Juni 2015, 18:23

Wir sind in dem Gedanken aufgewachsen, dass wir ihre Eigentümer und Herrscher seien, berechtigt, sie auszuplündern.
Spricht Papst Franziskus hier von sich selbst? Was für Eltern, was für Lehrer hat er denn gehabt?
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Juergen » Donnerstag 18. Juni 2015, 18:37

Zusammenfassung bei Radio Vatikan
http://de.radiovaticana.va/news/215/6 ... ng/1152224

Laudato si’ – Eine ausführliche Zusammenfassung

Dieser Text will eine Hilfestellung zu einem ersten Verständnis der Enzyklika anbieten. Er geht die Entwicklung der Gedanken nach und identifiziert die Hauptthemen. Zu Beginn gibt es einen Gesamtüberblick. Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf die Nummern in LS…

Leseschlüssel zu Laudato Si': http://de.radiovaticana.va/news/215/6 ... si/115222
Gruß
Jürgen

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Siard » Donnerstag 18. Juni 2015, 19:01

Juergen hat geschrieben:Verstehe ich das jetzt richtig:
Sandro Magister bekommt keinen Zutritt zum Pressesaal mehr, weil er die Enzyklika in der endgültigen Fassung veröffentlicht hat und Pater Lombardi lügt in Ausübung seines Amtes als Pressesprecher und darf dennoch dort weiter arbeiten?
:( Scheint so – und es überrascht mich nicht einmal. :(
Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
Sägten weiter.

Berthold Brecht

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Juergen » Donnerstag 18. Juni 2015, 22:09

Noch 'n Video – Diesmal eins aus dem Youtube-Kanal des Vatikans
Gruß
Jürgen

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Juergen » Freitag 19. Juni 2015, 10:14

1 Punkte aus der Enzyklika, die man möglicherweise nicht hören wird, gibt es bei „The Stream" (auf englisch): https://stream.org/11-things-probably-w ... ncyclical/
Gruß
Jürgen

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von JosefBordat » Freitag 19. Juni 2015, 12:01

„Lesen!“ Freiburgs Weihbischof Uhl erteilt mir auf Nachfrage den ultimativen Rat im Zusammenhang mit Laudato Si. „Selber lesen!“ - https://jobo72.wordpress.com/215/6/19 ... audato-si/

JoBo
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Hamsti » Freitag 19. Juni 2015, 14:05

Wie auch schon das letzte Konzil, welches eine Verschwörung des Herder-Verlages und der Papierindustrie war, so geht's auch weiter...

Ab und zu läßt man auch ein bischen katholischen Glauben einfließen, der gnädigerweise auch angesprochen werden darf, aber sonst nur viele hohle Füllworte und dann auch noch die Phrasen der Klimalügner...

Und weil einmal dann Gott vorkommt muß ich natürlich papalistisch jubilieren und ALLES toll finden was Bergoglio so äußert, jetzt ja nicht nur zum Kaffeekränzchen in Flugzeugen, sondern auch noch hochoffiziell

Also blos keine konstruktive Kritik, die ist nämlich wie bei einem östereichischen Portal voll verpönt, denn selbst der Pups des Papstes ist sakrosankt

Jubel Jubel Jubel

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Niels
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Niels » Freitag 19. Juni 2015, 14:11

Bei mir rennst Du da offene Türen ein, auch wenn Deine Schreibweise mitunter problematisch ist.
Wikllkommen im Forum! :huhu:

Isidor_von_Sevilla
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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Isidor_von_Sevilla » Freitag 19. Juni 2015, 14:14

Hamsti hat geschrieben:Also blos keine konstruktive Kritik, ............
Datt watt Du hier treibst, ist jedoch keinesfalls unter konstruktiver Kritik zu subsummieren. :punk:
Es gibt auch solche, die wohl die Sprache verehren, nicht aber DAS WORT anbeten!

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von cantus planus » Freitag 19. Juni 2015, 14:35

Ich sehe in der Enzyklika nach erstem Durchlesen und dem Studium diverser Kommentare bisher nichts, was wirklich neu wäre. Mich stört der unpräzise und schwafelige Ton, der immer genau dort unklar wird, wo es wirklich um theologische Fragen ginge. Der Rest arbeitet Fakten ab, die man - ohne den gouvernantenhaften pastoralen Tonfall - woanders früher und besser gelesen hat. Insgesamt verstehe ich nicht, warum man den Inhalt auf 200 Seiten aufgeblasen hat. Das Ganze hätte man auf 30 Seiten knackiger und klarer formulieren können, dazu teilweise bessere Quellen angeben. Dass der Heilige Vater jetzt auch Verbraucherberatung spielt, ist nicht verwerflich, aber auch nicht notwendig. Eine Enzyklika fürs Altpapier oder das kurze Tischbein.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Freitag 19. Juni 2015, 19:32

Juergen hat geschrieben:Bei rorate-caeli gibt es eine „Word-Cloud“ zur Enzyklika:
Michael Charlier hat geschrieben: Ja, die Welt ist komplizierter geworden. Und im Mittelpunkt steht der Mensch. Oben Franziskus 2015, unten Franziskus 1226.

Franziskus 2015:


Franziskus 1226:
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von JosefBordat » Sonntag 21. Juni 2015, 11:12

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von Peti » Sonntag 21. Juni 2015, 17:46

JosefBordat hat geschrieben:*Laudato Si* – ein erster (https://jobo72.wordpress.com/215/6/18/laudato-si/) und ein zweiter Blick: https://jobo72.wordpress.com/215/6/19 ... audato-si/

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Re: Umweltenzyklika "Laudato Si'"

Beitrag von DarPius » Sonntag 21. Juni 2015, 23:17

165. Wir wissen, dass die Technologie, die auf der sehr umweltschädlichen Verbrennung von fossilem Kraftstoff – vor allem von Kohle, aber auch von Erdöl und, in geringerem Maße, Gas – beruht, fortschreitend und unverzüglich ersetzt werden muss. Solange es keine weit reichende Entwicklung erneuerbarer Energien gibt, die bereits im Gang sein müsste, ist es legitim, für das geringere Übel zu optieren oder auf Übergangslösungen zurückzugreifen. Dennoch werden in der internationalen Gemeinschaft keine ausreichenden Vereinbarungen über die Verantwortung derer erreicht, die die Kosten für die Energieumstellung tragen müssen. In den letzten Jahrzehnten haben die Umweltfragen eine große öffentliche Debatte hervorgerufen, die in der Zivilgesellschaft Raum geschaffen hat für einen starken Einsatz und ein großherziges Engagement. Politik und Unternehmertum reagieren langsam, weit davon entfernt, den weltweiten Herausforderungen gewachsen zu sein. In diesem Sinn kann man sagen: Während die Menschheit des post-industriellen Zeitalters vielleicht als eine der verantwortungslosesten der Geschichte in der Erinnerung bleiben wird, ist zu hoffen, dass die Menschheit vom Anfang des 21. Jahrhunderts in die Erinnerung eingehen kann, weil sie großherzig ihre schwerwiegende Verantwortung auf sich genommen hat.
Wegen Kohleförderung - Polen kurz vor Schisma... :narr:
'Et portae inferi non praevalebunt eam'

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