Erzbischof Stephan Burger

Fragen, Antworten, Nachrichten.
PigRace
Beiträge: 566
Registriert: Mittwoch 19. September 2012, 15:21

Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von PigRace »

HeGe hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Es gibt überhaupt keine Differenzen!
Zu dem Artikel, der im Vorfeld zu Bischofsweihe entschied waren vor ein paar Tagen mehrere Leserbriefe in der BZ erschienen, unter anderem auch von emer. Weihbischof Rainer Klug, der unter anderem auch schrieb, dass das gesamte Domkapitel sich über den neuen Bischof freut, und alle hinter ihm stehen. - Auch der letzte Erzbischof!
Freut mich zu hören. Also mal wieder ein Lügenartikel der deutschen "Qualitäts"-Presse. Mich interessiert das auch deswegen, weil ich selbst hier im Kölner Bistum besorgte Brand-Emails "fortschrittlich denkender" Katholiken im Klerikerstand erhalten habe, die unter Hinweis auf diesen Artikel wieder über die böse, mittelalterliche Kirche hetzten. Insofern hat der Artikel immerhin sein vermutlich beabsichtigtes Ziel erreicht und Dreck zum Werfen in der Gegend verteilt.
Hi Raphaela,

Auch von mir ein Dankeschön für diese Information. Was meint denn ein Journalist wie Gerhard Kiefer, der diesen ärgerlichen Artikel "Verkommt die Bischofswahl zur Farce?" geschrieben hat, wenn ihn ein solcher Leserbrief wie vom WB Klug erreicht? Ist da irgendein ein Einsehen festzustellen? Oder geht so etwas "rechts rein / links raus"?

Viel Erfolg Dir beim Aufrechthalten der katholischen Farben in der Redaktion der BZ! :)

PigRace

BrunoBerlin
Beiträge: 68
Registriert: Samstag 13. Dezember 2003, 20:46

Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von BrunoBerlin »

Das Brustkreuz wird nicht überreicht, sondern schon vorher getragen? Welchen Stellenwert hat es bzw. Welche Bedeutung bei Bischöfen?

Kilianus
Beiträge: 2797
Registriert: Freitag 27. Juni 2008, 20:38

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von Kilianus »

Ich kann die Frage nicht umfassend beantworten, aber ein kleiner Hinweis hilft vielleicht schon weiter: Bis zur Liturgiereform wurde das Brustkreuz ausschließlich unter der Kasel getragen. Historisch betrachtet, ist es also keine im eigentlichen Sinn liturgische Insignie und konnte damit ebenso problemlos schon vor der Weihe angelegt werden wie der bischöfliche Talar.

(Übrigens habe ich in Deutschland bislang keinen Erzbischof außer dem Freiburger gesehen, der das Brustkreuz auch dann über der Kasel trägt, wenn er mit Pallium aufläuft. Aber vielleicht ist es mir auch einfach nicht aufgefallen. Jedenfalls ist es bedauerlich, daß Erzbischof Stephan diesen Unfug nicht beendet hat.)

gc-148
Beiträge: 903
Registriert: Montag 24. März 2014, 22:10

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von gc-148 »

Google hilft - und bildet:

Erzbischof in Paderborn: http://www.nw-news.de/owl/?em_cnt=5940365
Zuletzt geändert von HeGe am Donnerstag 3. Juli 2014, 11:04, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Formatsprengenden Link ersetzt.

maliems
Beiträge: 2739
Registriert: Dienstag 24. Juli 2007, 22:36

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von maliems »

Kilianus hat geschrieben:Ich kann die Frage nicht umfassend beantworten, aber ein kleiner Hinweis hilft vielleicht schon weiter: Bis zur Liturgiereform wurde das Brustkreuz ausschließlich unter der Kasel getragen. Historisch betrachtet, ist es also keine im eigentlichen Sinn liturgische Insignie und konnte damit ebenso problemlos schon vor der Weihe angelegt werden wie der bischöfliche Talar.

(Übrigens habe ich in Deutschland bislang keinen Erzbischof außer dem Freiburger gesehen, der das Brustkreuz auch dann über der Kasel trägt, wenn er mit Pallium aufläuft. Aber vielleicht ist es mir auch einfach nicht aufgefallen. Jedenfalls ist es bedauerlich, daß Erzbischof Stephan diesen Unfug nicht beendet hat.)
Ich sehe das genauso u habe deshalb auch (OT) keine großen Probleme damit, wenn ijemand dem Papst vorwirft, bei einem Treffen mit ´Nichtchristen das Brustkreuz zu verstecken. Genial ist es nicht, aber es ist auch kein Glaubensabfall

Benutzeravatar
leander12
Beiträge: 314
Registriert: Sonntag 30. Dezember 2012, 10:20

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von leander12 »

Kilianus hat geschrieben: (Übrigens habe ich in Deutschland bislang keinen Erzbischof außer dem Freiburger gesehen, der das Brustkreuz auch dann über der Kasel trägt, wenn er mit Pallium aufläuft. Aber vielleicht ist es mir auch einfach nicht aufgefallen. Jedenfalls ist es bedauerlich, daß Erzbischof Stephan diesen Unfug nicht beendet hat.)

Auch Erzbischof Robert hat sein Brustkreuz so über dem Pallium getragen.
Die Herren in Köln (em.) und Bamberg tragen es darunter, was ich irgendwo auch sinnlos finde. Das Brustkreuz ist auch in der Öffentlichkeit wesendlich bekannter als das Pallium und eine wichtige Insignie, die man meiner Meinung nach nicht verstecken braucht (weder unter der Kasel, noch unter einem Pallium).

Spannend ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Eichstätter Bischof Hanke das Kreuz über dem Fanon trägt (und von der Art her ist es das Selbe, wie ein Pallium):

Bild


Als Unfug würde ich das nicht bezeichnen, in Freiburg ist es nunmal so üblich. Ich sehe darin in keinster Weise einen liturgischen Verstoß oder gar ein Fehler unseres neuen Erzbischofs :)

Benutzeravatar
HeGe
Moderator
Beiträge: 15004
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56
Wohnort: Erzbistum Köln

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von HeGe »

leander12 hat geschrieben: Spannend ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Eichstätter Bischof Hanke das Kreuz über dem Fanon trägt (und von der Art her ist es das Selbe, wie ein Pallium):
Das ist kein Fanon (der ist dem Papst vorbehalten), sondern ein Rationale.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

michaelis
Beiträge: 1305
Registriert: Montag 25. April 2005, 20:47
Wohnort: Erzbistum Köln

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von michaelis »

Kilianus hat geschrieben:Ich kann die Frage nicht umfassend beantworten, aber ein kleiner Hinweis hilft vielleicht schon weiter: Bis zur Liturgiereform wurde das Brustkreuz ausschließlich unter der Kasel getragen. Historisch betrachtet, ist es also keine im eigentlichen Sinn liturgische Insignie und konnte damit ebenso problemlos schon vor der Weihe angelegt werden wie der bischöfliche Talar.

(Übrigens habe ich in Deutschland bislang keinen Erzbischof außer dem Freiburger gesehen, der das Brustkreuz auch dann über der Kasel trägt, wenn er mit Pallium aufläuft. Aber vielleicht ist es mir auch einfach nicht aufgefallen. Jedenfalls ist es bedauerlich, daß Erzbischof Stephan diesen Unfug nicht beendet hat.)
Wer das Pektorale im deutschen Sprachraum über der Kasel trägt, handelt zunächst einmal gehorsam.

Denn im Gegensatz zum Caeremoniale episcoporum beschreibt das deutsche Zeremoniale für die Bischöfe diese Trageweise als den Normalfall.
Zeremoniale für die Bischöfe hat geschrieben:61. Das Brustkreuz wird über der Kasel und über der Mozzetta, aber unter dem Pluviale getragen. Der Brauch, das Brustkreuz unter der Kasel und der Dalmatik zu tragen, kann jedoch beibehalten werden.(59)
59: Vgl. Notitiae 33 (1997) 280.
Insofern ist diese Trageweise also deutsches Eigenrecht, genauso wie z.B. im englischen Sprachraum und im ambrosianischen Ritus.

Raphaela
Beiträge: 5262
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von Raphaela »

Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

Benutzeravatar
Kai
Beiträge: 939
Registriert: Montag 14. November 2005, 13:39

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von Kai »

Kackfragen in dem Interview.

(Hatte gerade angefangen, einen elaborierteren Beitrag zu verfassen, aber hab es abgebrochen. Ist es nicht wert.)
"We have feminized the Church so much that it is not attractive to men."
(Eric Sammons)

Benutzeravatar
Gallus
Beiträge: 3424
Registriert: Montag 27. Dezember 2010, 11:13
Wohnort: Erzbistum Köln

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von Gallus »

Kai hat geschrieben:Kackfragen in dem Interview.

(Hatte gerade angefangen, einen elaborierteren Beitrag zu verfassen, aber hab es abgebrochen. Ist es nicht wert.)
Kackantworten aber teilweise auch. Wachsweich, ausweichend, relativierend. Etwa, wenn er meint, die Kirche könne sich momentan die Homoehe nicht vorstellen. Was soll der Quatsch?

Klar, der Fisch stinkt vom Kopf her:
Da bin ich selber gespannt – wie schon angedeutet. Die Synode ist ein Beratungsgremium. Entscheidend ist, wie Papst Franziskus sich positioniert. Sein Wort gibt letztlich den Ausschlag.
Wenn man jederzeit damit rechnen muß, daß der erratische Chef wieder unerwartet etwas aus dem zerfransten Ärmel schüttelt, dann will man natürlich am Ende nicht auf der falschen Seite der Geschichte stehen, als letzter Dogmatiker, der vom Geist der Barmherzigkeit weggeweht wird...

Benutzeravatar
martin v. tours
Beiträge: 3082
Registriert: Sonntag 2. November 2008, 21:30

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von martin v. tours »

Ja, dieses Interview zeigt in seinen Antworten (das die Fragen immer die selben sind ist klar) die ganze Tragödie der Kirche (zumindest im deutschsprachigen Raum).
Ich will auch nicht über diesen Bischof schimpfen, denn diesen gequirlten Senf hätte so ziemlich jeder Bischof absondern können.
Ihr könnt ja gedanklich mal im Interview irgendeinen x-beliebigen Bischofsnamen einsetzen - passt auch.

Natürlich habe ich bis zu einem gewissen Grad dafür auch Verständnis. man stelle sich vor, der Bischof hätte in seinen Antworten klare, nicht schwammige Formulierungen verwendet.
Er würde in der Luft zerrissen. Notfalls würde man noch irgendwas mit Kinderpornografie oder eine zu teure Badewanne finden, aber er würde seines Lebens nicht mehr froh.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

Vir Probatus
Beiträge: 4034
Registriert: Freitag 28. Januar 2011, 19:45
Wohnort: EB PB

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von Vir Probatus »

Oh, ein Hoffnungsträger der Konservativen wird von diesen nach so kurzer Zeit aufgegeben ?
Warum muss ich bei so etwas nur immer an Palmsonntag denken?
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

Benutzeravatar
ar26
Beiträge: 3120
Registriert: Sonntag 19. November 2006, 10:46
Wohnort: Kurfürstentum Sachsen

Re: Erzbischof Stephan Burger

Beitrag von ar26 »

@ vir probatus
Als "Konservativer" komme ich nicht umhin, zu erwidern. Meine Hoffnungsträger sind Christus und die Hl. Jungfrau. Zwar habe ich diese in meinem Leben schon zu oft aufgegeben, sie mich glücklicherweise aber nicht. Ich denke mal, beim Erzbischof von Freiburg ist es genauso. Gesegnete Himmelfahrt!
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema