Augustinus, Bonaventura, Nikolaus
Verfasst: Dienstag 20. Mai 2014, 17:24
Als katholischer Neoplatoniker schätze ich die neoplatonische Tradition bis heute. Sie ordnet die hebräische Theologie in hellenistische Philosophie ein und erweist sie damit als vernünftig. Damit einhergeht ein sprachliches und mathematisches Interesse. Die Grenzen der Vernunft werden erreicht beim unzulässigen Verschmelzen von Widersprüchen zu einer Scheineinheit.
Nikolaus stieß beim Denken des unendlichen Kreises an diese Grenzen. Zunächst einmal hätte er feststellen müssen, dass ein Kreis der Endlichkeit angehört und per Definition ein unendlicher Kreis kein Kreis mehr ist. Logisch wäre gewesen festzustellen, dass sich in der Unendlichkeit alle Kreise befinden, wie gering die Krümmung ihrer Kreisbögen auch immer sein mag. Aber die Krümmung ist niemals grade.
Sprachphilosophische Überlegungen finden sich bereits im Vorwort zur griechischen Übersetzung von Jesus Sirach. Über die Kulturgrenzen hinweg erscheint Gott im Bild des Vaters, Schöpfers, Herrschers. Dem entspricht im Griechischen das Bild des Göttervaters Zeus. Das damit der Name theos in Verbindung steht, dürfte nicht aus der Luft gegriffen sein. Allerdings wird im Deutschen theos häufig nicht von theo abgeleitet, sondern von thea. Der Unterschied besteht darin, dass theo die Grundbedeutung von stellen, setzen, legen hat ( siehe die entsprechenden Komposita ), während thea als Grundbedeutung schauen ( vgl. Theater ) hat. Theo und thea hängen vermutlich zusammen wie aktiv und passiv, vergleichbar dem Lateinischen lex und legere, Festlegung und lesen. Für Gott finden sich im Griechischen weiterhin Worte wie logos und nomos, die Grund, Ursache, Herkunft, Vernunft, Gesetz beschreiben. Seit jeher ist Gott also als geistiges Prinzip der Welt und des Zusammenlebens verehrt worden.
Natürlich ist es schade, wenn sich der Papst hinstellt und erzählt, Gott habe nichts mit Ideen ( von idio = gleich, selbe ) ( vgl. Jes 41,4; Hebr 13,8 ) zu tun, und damit hinter die Vernunft der Bibel zurückfällt. Natürlich ist es auch schade, wenn Europapolitiker von den Zusammenhängen auch keine Ahnung haben, ihre Ahnungslosigkeit aber "ganz neutral" in Verhaltensnormen gießen möchten.
Nikolaus stieß beim Denken des unendlichen Kreises an diese Grenzen. Zunächst einmal hätte er feststellen müssen, dass ein Kreis der Endlichkeit angehört und per Definition ein unendlicher Kreis kein Kreis mehr ist. Logisch wäre gewesen festzustellen, dass sich in der Unendlichkeit alle Kreise befinden, wie gering die Krümmung ihrer Kreisbögen auch immer sein mag. Aber die Krümmung ist niemals grade.
Sprachphilosophische Überlegungen finden sich bereits im Vorwort zur griechischen Übersetzung von Jesus Sirach. Über die Kulturgrenzen hinweg erscheint Gott im Bild des Vaters, Schöpfers, Herrschers. Dem entspricht im Griechischen das Bild des Göttervaters Zeus. Das damit der Name theos in Verbindung steht, dürfte nicht aus der Luft gegriffen sein. Allerdings wird im Deutschen theos häufig nicht von theo abgeleitet, sondern von thea. Der Unterschied besteht darin, dass theo die Grundbedeutung von stellen, setzen, legen hat ( siehe die entsprechenden Komposita ), während thea als Grundbedeutung schauen ( vgl. Theater ) hat. Theo und thea hängen vermutlich zusammen wie aktiv und passiv, vergleichbar dem Lateinischen lex und legere, Festlegung und lesen. Für Gott finden sich im Griechischen weiterhin Worte wie logos und nomos, die Grund, Ursache, Herkunft, Vernunft, Gesetz beschreiben. Seit jeher ist Gott also als geistiges Prinzip der Welt und des Zusammenlebens verehrt worden.
Natürlich ist es schade, wenn sich der Papst hinstellt und erzählt, Gott habe nichts mit Ideen ( von idio = gleich, selbe ) ( vgl. Jes 41,4; Hebr 13,8 ) zu tun, und damit hinter die Vernunft der Bibel zurückfällt. Natürlich ist es auch schade, wenn Europapolitiker von den Zusammenhängen auch keine Ahnung haben, ihre Ahnungslosigkeit aber "ganz neutral" in Verhaltensnormen gießen möchten.