Alles zum Thema "Organspende"

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Juergen
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Alles zum Thema "Organspende"

Beitrag von Juergen » Donnerstag 31. März 2005, 17:32

Internisten: Wer keine Organe spendet soll auch keine bekommen

Wiesbaden (dpa) - Wer keine Organe spendet, soll nach Meinung des Vorsitzenden der Gesellschaft für Innere Medizin, Manfred Weber, im Notfall auch selbst keine bekommen. Die Haltung zur Organspende sollte regelmäßig verpflichtend bei der Verlängerung des Personalausweises abgefragt werden.... ...

--->>weiter-->>
Arbeitskreis Organspende hat geschrieben: Muss man sich ärztlich untersuchen lassen, um Organspender zu werden?
Haben Krankheiten Einfluss auf die Spendetauglichkeit?

Eine ärztliche Untersuchung ist für die Organspende nicht nötig. Erst mit Eintritt des Todes durch Ausfall der Hirndurchblutung werden die erforderlichen medizinischen Untersuchungen im aktuellen Stadium der Intensivbehandlung durchgeführt.

Bestimmte Krankheiten, wie Infektionskrankheiten oder Diabetes, können die Spendefähigkeit einschränken. Krebserkrankungen oder spezielle Nervenleiden schließen eine Organspende aus.

Auf dem Organspendeausweis kann in der Spalte „Bemerkungen“ ein Hinweis gegeben werden. Eine endgültige Klärung erfolgt jedoch erst, wenn beim Spender die Hirnfunktionen erloschen sind und der Tod festgestellt ist.
Aha,
es gibt also Krankheiten, bei denen man als Spender gar nicht in Frage kommt.

Stellt sich also die Frage, ob diese Menschen - die als Spender nicht in Frage kommen - in Zukunft ebenfalls keine Organspende erhalten dürfen.
Gruß
Jürgen

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 31. März 2005, 23:23

Es wird noch mehr kommen. Sie wollen uns nämlich am Geldbeutel greifen. Stellt euch drauf ein. Möglicherweise wird man die Krankenverischerungsleistungen kürzen, wenn du dich nicht als Organspender zur Verfügung stellst, das heißt: im Falle eines schweren Unfalls lebendigen Leibes ausschlachten läßt.

Ganz gewiß wird es bald kommen, daß die Behandlungskosten selber finanzieren muß, wer ein wissentlich behindertes Kind auf die Welt bringt, obwohl er es hätte abtreiben können. Wer seine im Wachkoma liegende Frau im Krankenhaus behandeln läßt, wird schon jetzt durch Zuzahlungen (ohne Befreiung zu bekommen!) wirtschaftlich ruiniert. Berichtete mir meine Frau eben, gestern abend gab es einen entsprechenden Euthanasie-Propagandafilm im Fernsehen. Die Schwiegermutter der Kranken geiferte, man solle diese endlich „sterben lassen“, damit ihr Sohn wieder friedlich und in Wohlstand leben könne.

Terri Schiavo ist übrigens tot. Hoffentlich hat man ihre Organe noch verwerten können. Nach zweiwöchigem Wasserentzug mit Verdurstungstod könnte die Eignung beschränkt sein. Aber vielleicht reicht es noch für Wurst und Lampenschirme.
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Juergen
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Beitrag von Juergen » Donnerstag 31. März 2005, 23:46

Ich bin persönlich auch für die Organspende.

Nach Feststellung des Todes und Abschalten aller Apparatemedizin und einer dreitägigen Totenruhe, dürfen die Ärzte gerne meine Organe entnehmen.

@Robert
Hattest Du nicht mal was sehr gutes zum Thema Hirntod geschrieben?
Gruß
Jürgen

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 1. April 2005, 00:41

Jürgen hat geschrieben:Nach Feststellung des Todes und Abschalten aller Apparatemedizin und einer dreitägigen Totenruhe, dürfen die Ärzte gerne meine Organe entnehmen.
Bloß können sie sie dann nicht mehr brauchen. Nur lebendige Organe kann man verpflanzen. (Sag’ ich bloß zur Sicherheit, weil vielleicht nicht jeder gleich die Ironie versteht.)
Jürgen hat geschrieben:Hattest Du nicht mal was sehr gutes zum Thema Hirntod geschrieben?
Hirntod der Moraltheologie
Von warmen Leichen und toten Seelen[/url]
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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz » Freitag 1. April 2005, 13:02

Ja aber trotzdem nicht die Frage geklärt. Warum keine Organspende. Nur weil der Körper mit Maschinen bis zur Organentnahme am Leben gehalten wird? Weil er warm ist? Theoretisch könnte ich dann einen kopflosen Menschen der kurzfristig von diesem Nervenknoten erhalten wird an dementsprechende Maschinen hängen und als lebendig erklären. Der Hirntod ist kein Konstrukt, wenns nur um Herzschlag und Körpertemperatur geht, dürfte es keine Reanimationen mehr bei unterkühlten geben.

LG
Fiore

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Pit
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Beitrag von Pit » Dienstag 31. Januar 2006, 22:26

Hallo Fiore,

denn wenn man den Herztod, also den Herzstillstand, als alleiniges Kriterium zur Feststellung des Todes annehmen würde, dann dürfte man niemanden, dessen Herz kurzfristig aussetzte, wieder reanimieren, da dieser Mensch ja als tod gelten müsste. Weiterhin dürfte es keinerlei Organtransplantationen geben, da bei den Hirntoten ja - mit Hilfe von Maschinen - über mehr oder weniger lange Zeit die "Funktion" des Herzens aufrechterhalten werden könnte.
Hast Du gestern Abend im ZDF "Die Entscheidung" gesehen ?

Gruß, Pit
FioreGraz hat geschrieben:Ja aber trotzdem nicht die Frage geklärt. Warum keine Organspende. Nur weil der Körper mit Maschinen bis zur Organentnahme am Leben gehalten wird? Weil er warm ist? Theoretisch könnte ich dann einen kopflosen Menschen der kurzfristig von diesem Nervenknoten erhalten wird an dementsprechende Maschinen hängen und als lebendig erklären. Der Hirntod ist kein Konstrukt, wenns nur um Herzschlag und Körpertemperatur geht, dürfte es keine Reanimationen mehr bei unterkühlten geben.

LG
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Elisabethgzb
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Beitrag von Elisabethgzb » Dienstag 31. Januar 2006, 22:35

Also, ich habe eine Organspendeausweiss, bin Mitglied der Knochenmarksspenderdatei, habe jahrelang regelmässig Blut gespendet, Blutgruppe AB!
Nun bin ich seit einigen Jahren Diabetiker Typ 2, und bin somit kein Ersatzteillager mehr, und soll deswegen diskriminiert werden?
Na heitere Aussichten,

Gruß,
Elisabeth

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Linus
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Beitrag von Linus » Dienstag 31. Januar 2006, 22:37

Ach was bin ich froh, das ich nichts Spenden darf, kein Blut, kein Knochenmark und schon gar keine Organe. :mrgreen: Alles meins :mrgreen:

Sobald man hier in Ö als behindert gilt (auch wenns nur die Gliedmaßen sind, aber innerlich alles okay wäre) darf man nicht als Spender herangezogen werrden (gilt im übrigen für Tätowierte genauso)

ists in D ähnlich?
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Pit
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Beitrag von Pit » Dienstag 31. Januar 2006, 22:49

Hallo Linus,

nun, in der Bundesrepublik ist die Rechtslage so, daß man nur als - potentieller - Organspender in Frage kommt, wenn man
- sich selber dafür entscheidet (Spenderausweis) oder
- die Angehörigen entscheiden, soweit sie das ziemlich direkt nach dem Todesfall (Schocksituation) überhaupt können.

Gut fände ich eine Regelung, daß als Spender grundsätzlich in Frage kommt, wer sich nicht ausdrücklich dagegen ([Punkt]) entscheidet.
Was die Sache mit der Tätowierung betrifft:
Warum sollte ich nicht meine Niere oder das Herz zur Verfügung stellen können, weil ich (äußerlich) eine Tätowierung habe.

Ich habe übrigens eine leichte Spastik (50 % MdE) und komme für so manche Organe trotzdem als Spender in Frage.

Und:
Ja! Ich habe einen Organspendeausweis!

Gruß, Pit
Linus hat geschrieben:Ach was bin ich froh, das ich nichts Spenden darf, kein Blut, kein Knochenmark und schon gar keine Organe. :mrgreen: Alles meins :mrgreen:

Sobald man hier in Ö als behindert gilt (auch wenns nur die Gliedmaßen sind, aber innerlich alles okay wäre) darf man nicht als Spender herangezogen werrden (gilt im übrigen für Tätowierte genauso)

ists in D ähnlich?
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Elisabethgzb
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Beitrag von Elisabethgzb » Dienstag 31. Januar 2006, 23:05

Also hebt man die Teile also besser weiter auf, um dann jedenfalls seine Bereitschaft beweisen zu können, auch wenn wegen Diabetes keiine Spendertätigkeit mehr möglich ist.
Gibts dann nächstens so ne Art von Spendenbereitschaftsstasi, oder?


Gruß,
Elisabeth

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Pit
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Beitrag von Pit » Mittwoch 1. Februar 2006, 17:04

Hallo Elisabeth,

um die Situation noch einmal deutlicher zu erklären:
Wie es irgendwann einmal sein wird, weisss ich nicht, aber zur Zeit sieht es so aus, daß man in der Bundesrepublik laut geltender Gesetzeslage nur als Organspender in Frage kommt (gesundheitliche Voraussetzungen eingeschlossen), wenn man sich selber (z.B. durch den Organspenderausweis) bereiterklärt, oder wenn (falls man sich bis zum Tod nicht bereiterklärt hat) die Angehörigen der Herausgabe eines Organes zwecks Organtransplantation zustimmen.

Eine Frage an die strikten Gegner der Organtransplantationen:
Wenn euer Kind ohne ein Spenderorgan - z.B. innerhalb der nächsten Woche - sterben würde, würdet ihr dann auch gegen eine Organtransplantation stimmen, diese also bei eurem Kind ablehnen, weil eine Organtransplantation ja eine "Ausschlachtung" des Menschen und "Kannibalismus" ist ?

Fragend, Pit
Elisabethgzb hat geschrieben:Also hebt man die Teile also besser weiter auf, um dann jedenfalls seine Bereitschaft beweisen zu können, auch wenn wegen Diabetes keiine Spendertätigkeit mehr möglich ist.
Gibts dann nächstens so ne Art von Spendenbereitschaftsstasi, oder?


Gruß,
Elisabeth
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Wer würde ein Organ "spenden" ?

Beitrag von Pit » Mittwoch 1. Februar 2006, 17:10

Hallo !

Mich interessiert es angesichts des ZDF-Themenschwerpunktes dieser Woche wer von euch ein Organ "spenden" würde und wer nicht? Und warum ?

Gruß, Pit

P.S:
Ich habe seit mehreren Jahren einen Organspenderausweis.
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Pit
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Beitrag von Pit » Mittwoch 1. Februar 2006, 17:13

Hallo !

Um die Sache noch einmal zu vertiefen:
Ich habe deshalb einen Spenderausweis, weil ich nie weiss, ob ich nicht evtl. eines Tages auf eine Spenderorgan angewiesen bin und deshalb auch meinen Beitrag leisten möchte, daß andere an dringend benötigte Organe kommen können. Und wer einmal auf einer Kinder-Dialyse-Station war, weiss in etwa, was ich meine.

Gruß, Pit
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 1. Februar 2006, 23:31

Ich habe angekreuzt: »Nein, Organspende ist Kannibalismus!«
Ich bin dabei davon ausgegangen, daß du die »Komplettorgan-
spende« meinst, also die Ausschlachtung nach einem Unfall
mit bevorstehender Todesfolge. Für anderes braucht man ja
auch keinen Ersatzteillagerausweis.

Eine Niere etwa für mein Kind würde ich durchaus spenden
(solange ich noch eine übrigbehalte).
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 1. Februar 2006, 23:42

Fiore hat geschrieben:Der Hirntod ist kein Konstrukt, wenns nur um Herzschlag und Körpertemperatur geht, dürfte es keine Reanimationen mehr bei Unterkühlten geben.
Das Kriterium ist der unumkehrbare Herz- und Atmungsstillstand.
Wenn ich den Herzstillstand durch Reanimation noch rückgängig
machen kann, ist der Patient nicht tot.
Pit hat geschrieben:wenn man den Herztod, also den Herzstillstand, als alleiniges Kriterium zur Feststellung des Todes annehmen würde, dann dürfte man niemanden, dessen Herz kurzfristig aussetzte, wieder reanimieren
Das wird durch Wiederholung nicht besser. Abgesehen davon, daß
ihr schlicht auf einer falschen Definition herumreitet, ist das Argu-
ment auch logisch völliger Stuß.

Selbst bevor man einen angeblich „Hirntoten“ ausschlachtet, ver-
sucht man ihn ja zu „reanimieren“, das heißt eigentlich: erkennbare
Gehirntätigkeiten zu evozieren. Wer sagt denn, man dürfe nicht
reanimieren? Natürlich, immer. Erst wenn eine Reanimation nicht
mehr möglich ist und alle Versuche erfolglos bleiben, dann ist einer
tot.
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 1. Februar 2006, 23:44

Pit hat geschrieben:Wenn euer Kind ohne ein Spenderorgan - z.B. innerhalb der nächsten Woche - sterben würde, würdet ihr dann auch gegen eine Organtransplantation stimmen, diese also bei eurem Kind ablehnen, weil eine Organtransplantation ja eine "Ausschlachtung" des Menschen und "Kannibalismus" ist?
Wenn es sich um ein Organ handelt, dessen Besitzer dafür sterben
muß: ja, selbstverständlich.
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Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Donnerstag 2. Februar 2006, 06:17

Selbst wenn ich einen Ausweis hätte - man würde meine Organe nicht verpflanzen (chronische Krankheit - habe gefragt). Aus dem Grund kann ich oben auch nix ankreuzen, weil nix wirklich passt. Ich würde schon, darf aber nicht... ;)

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz » Donnerstag 2. Februar 2006, 06:51

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Ich habe angekreuzt: »Nein, Organspende ist Kannibalismus!«
Ich bin dabei davon ausgegangen, daß du die »Komplettorgan-
spende« meinst, also die Ausschlachtung nach einem Unfall
mit bevorstehender Todesfolge. Für anderes braucht man ja
auch keinen Ersatzteillagerausweis.

Eine Niere etwa für mein Kind würde ich durchaus spenden
(solange ich noch eine übrigbehalte).
Also für mein Kind würde ich auch selbst zum Dialysepatient werden. Wie ist das eigentlich Robert in dem Fall? Untersagst du dann auch eine Verpflanzung einer solchen Niere die durch eine "Ausschlachtung" gewonnen wurde?

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Donnerstag 2. Februar 2006, 07:10

Spenden? Dieses Wort wird bei immer größer werdender Armut in Deutschland immer unverschämter.

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz » Donnerstag 2. Februar 2006, 07:22

Knecht Ruprecht hat geschrieben:Spenden? Dieses Wort wird bei immer größer werdender Armut in Deutschland immer unverschämter.
Das Wort Armut in der westlichen Hemisphäre zu benutzen ist unverschämt.

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Beitrag von Knecht Ruprecht » Donnerstag 2. Februar 2006, 07:48

FioreGraz hat geschrieben:
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Spenden? Dieses Wort wird bei immer größer werdender Armut in Deutschland immer unverschämter.
Das Wort Armut in der westlichen Hemisphäre zu benutzen ist unverschämt.

LG
Fiore
Sowas zu behaupten, dass es keine Armut in der westlichen Hemispähre gibt, ist unverschämt.

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Pit
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Beitrag von Pit » Donnerstag 2. Februar 2006, 16:24

Hallo Knecht,

ok, kleine Korrektur meinerseits, ich schreibe absofort nicht mehr von Organspende, sondern nur noch von der "evtl. Bereitschaft, ein Organ zwecks Organtransplantation zur Verfügung zu stellen". (Achtung: Satire)
Neine, mal im Ernst:
Mir geht es bei der Umfrage darum, wer bereit ist/wäre, im Falle des eigenen Todes einem Menschen, der z.B. ein "neues" Herz, die Leber oder ein anderes lebensnotwendiges Organ benötigt, eben dieses Organ zwecks lebensrettender Organtransplantation zur Verfügung zu stellen.

Anders ausgedrückt:
Wenn es z.B. einen Menschen gäbe, der nur überleben könnte, wenn er das Herz eines anderen Menschen transplantiert bekäme, anderenfalls aber innerhalb z.B. einer Woche sterben würde, wäret ihr dann - vorausgesetzt, ihr kämet als Person, die ein Organ zur Verfügung stellen könnte, in Frage - bereit, diesem Menschen das Herz zur Verfügung zu stellen, oder würdet ihr sagen:
Nö, ist mir scheissegal, ich nehme im Falle meines Todes alle meine Organe mit ins Grab, soll der doch sehen, wie er zurechtkommt. ??

Gruß, Pit
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Beitrag von Pit » Donnerstag 2. Februar 2006, 16:26

Hallo Beichtkind,

ich bezog meine Umfrage auf die Leute, die Organe zwecks Organtransplantation zur Verfügung stellen dürften. Aber Du hast recht, Deinen Personenkreis habe ich schlicht vergessen, zu berücksichtigen, sorry ;-(

Gruß, Pit
Beichtkind hat geschrieben:Selbst wenn ich einen Ausweis hätte - man würde meine Organe nicht verpflanzen (chronische Krankheit - habe gefragt). Aus dem Grund kann ich oben auch nix ankreuzen, weil nix wirklich passt. Ich würde schon, darf aber nicht... ;)
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Beitrag von Pit » Donnerstag 2. Februar 2006, 16:34

Hallo Robert,

wenn die Organtransplantation von Organen, die nicht doppelt vorliegen, für Dich "Kannibalismus" ist, den Du ablehnst, müsstest Du, wenn Du nur durch eine Herztransplantation überleben könntest, diese ja konsequenterweise ablehnen, und z.B. davon ausgehen, daß Eltern, deren 2-jähriges Kind einen angeborenen Herzfehler hat, eigentlich am Besten so konsequent sein sollten, daß sie - eine Herztransplantation als einzige Überlebenschance des Kindes mal vorausgesetzt- die Transplantation ablehnen müssten, um nicht zu "Kannibalen" zu werden.
Das dabei das Kind sterben würde, weil es das benötigte, lebensrettende Organ nicht bekäme, wäre dann wohl der Wille Gottes, oder ?

Gruß, Pit
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Beitrag von Eldar » Donnerstag 2. Februar 2006, 16:56

Pit hat geschrieben:Hallo Robert,

wenn die Organtransplantation von Organen, die nicht doppelt vorliegen, für Dich "Kannibalismus" ist, den Du ablehnst, müsstest Du, wenn Du nur durch eine Herztransplantation überleben könntest, diese ja konsequenterweise ablehnen, und z.B. davon ausgehen, daß Eltern, deren 2-jähriges Kind einen angeborenen Herzfehler hat, eigentlich am Besten so konsequent sein sollten, daß sie - eine Herztransplantation als einzige Überlebenschance des Kindes mal vorausgesetzt- die Transplantation ablehnen müssten, um nicht zu "Kannibalen" zu werden.
Das dabei das Kind sterben würde, weil es das benötigte, lebensrettende Organ nicht bekäme, wäre dann wohl der Wille Gottes, oder ?

Gruß, Pit
Es ist wirklich erstaunlich wie sehr du jetzt auf den Kannibalismus "herum reitest", da die einzige Antwort, mit der man bei dir mit "Nein" stimmen kann, eben dieses Wort beinhaltet.

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Beitrag von Pit » Donnerstag 2. Februar 2006, 17:20

Hallo Eldar,

entschuldige, daß ich nicht noch die Möglichkeit gebracht habe:
"Nein, weil ich mich mit solchen Themen sowieso nicht beschäftige."
Um zum Thema zurückzukommen:
Ich hatte nur vor, mal "abzutasten", wie die Meinung der User zum Thema so ist.
Aber ich merke schon, es wäre besser gewesen, ich hätte das Thema nicht angesprochen.

Nun, nichts für ungut.

Gruß, Pit
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Beitrag von Edi » Donnerstag 2. Februar 2006, 17:37

Es ist ja nicht so, dass diese Organtransplantationen die Lösung aller Probleme sind. Selbst Nieren von Geschwistern, die gut passen, werden oft nach Jahren abgestossen, von Organen nichtverwandter Menschen gar nicht zu reden. Die brauchen dann immunsuppresive Mittel und sind daher oft genug schon an Infektionen gestorben.
Die Medizin ist ohnehin vielfach auf einem gewaltigen Irrweg begriffen, bis zu dem, wo man Tote oder halb Lebende noch ausschlachtet, statt darüber nachzudenken, wie man es verhindern kann, dass es gar nicht zu solchen Organerkrankungen kommt, dass ein Organ gänzlich versagt. Aber dabei ist wohl nichts oder wenig zu verdienen, bei der Transplantation und mit dem was danach nötig ist, schon.

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Beitrag von Knecht Ruprecht » Donnerstag 2. Februar 2006, 18:04

Organspende nach dem Tod gibt`s nicht. Nach dem Tod kann ich nämlich gar nichts zu dem Thema sagen und so lange ich noch am Leben bin, möchte ich alle Organe behalten und von wegen, vorher drüber entscheiden, kaum macht man die Augen kurz zu, weil das Licht zu grell ist, wird einem der Penis abgeschnitten.

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Beitrag von Pit » Donnerstag 2. Februar 2006, 18:16

Hallo Knecht,

keine Angst, Dein Freund wird Dir sicher nicht abgeschnitten, da der garantiert nicht transplantiert wird - meiner übrigens auch nicht. ;-)
Aber andere Organe können selbstredend für eine Transplantation zur Verfügung gestellt werden. Und das natürlich nur zu Lebzeiten, da man logischerweise als Toter kaum darüber entscheiden kann, es sei denn, man ist ein Zombie - wobei; dann ist man ja garnicht tot, folgerichtig entfällt auch eine evtl. Organentnahme.

@ Edi
Du hast Recht:
1. Die Situationen, in denen eine Organtransplantation möglich und sinnvoll ist, um damit einem Kranken zu helfen, sind relativ (!?) gering, und meine Eltern (beide über 60 Jahre alt) fallen z.B. auf Grund gesundheitlicher Begebenheiten als potentielle Organ"spender" weg.
Die Angst, daß man nach dem Tod "ausgeschlachtet" wird, ist also mehr als unbegründet.

2.Was mich nur stört, ist die Haltung der Zeitgenossen, die eine potentielle Organentnahme per se ablehnen, aber sicher nichts dagegen hätten, im Notfall ein "Spender"organ eingesetzt zu bekommen.

Nebenbei:
Ja, es gibt ein Restrisiko, da man nie weiss (!), wie der Körper auf das fremde Organ reagiert. Aber ein mehr oder weniger hohes Restrisiko besteht bei jeder OP, und mann lässt sich, wenn es notwendig ist, doch trotzdem operieren.

Gruß, Pit
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 2. Februar 2006, 20:50

Pit hat geschrieben:Mir geht es bei der Umfrage darum, wer bereit ist/wäre, im Falle des eigenen Todes einem Menschen, der z.B. ein "neues" Herz, die Leber oder ein anderes lebensnotwendiges Organ benötigt, eben dieses Organ zwecks lebensrettender Organtransplantation zur Verfügung zu stellen.
Nein, Pit, die Frage ist falsch. Grundfalsch. Das ist das Problem.

Im Falle meines Todes wären meine Organe für niemanden mehr
zu gebrauchen.

Ich bin nicht bereit, mich oder jemand andern töten zu lassen, um
mir oder jemandem anderm die im Zuge der Tötung entnommenen
Organe zur Verfügung zu stellen.
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 2. Februar 2006, 20:58

Pit hat geschrieben:Hallo Robert, wenn die Organtransplantation von Organen, die nicht doppelt vorliegen, für Dich "Kannibalismus" ist, den Du ablehnst, müsstest Du, wenn Du nur durch eine Herztransplantation überleben könntest, diese ja konsequenterweise ablehnen, und z.B. davon ausgehen, daß Eltern, deren 2-jähriges Kind einen angeborenen Herzfehler hat, eigentlich am Besten so konsequent sein sollten, daß sie - eine Herztransplantation als einzige Überlebenschance des Kindes mal vorausgesetzt- die Transplantation ablehnen müssten, um nicht zu "Kannibalen" zu werden. Daß dabei das Kind sterben würde, weil es das benötigte, lebensrettende Organ nicht bekäme, wäre dann wohl der Wille Gottes, oder?
Ja.

Wie bei jedem Todesfall. Was im übrigen in keinem Fall mensch-
liche Schuld ausschließt.

In dieser Anlegenheit, nach welcher du fragst, liegt Schuld aber nie
bei dem, der sich einer „Lebensrettung“ auf Kosten und durch Tö-
tung eines andern widersetzt, sondern bei demjenigen, der um einer
solchen „Lebensrettung“ willen tötet oder töten läßt.

Die größere Schuld aber liegt bei dem, welchem es aufgetragen ist,
seine Schafe die Wahrheit zu lehren und der dennoch umhergeht
wie ein brüllender Löwe und „Lebensrettung“ durch Tötung von
Menschen predigt.
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