Medienbeobachtung

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JosefBordat
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von JosefBordat » Montag 19. Januar 2015, 09:17

Wenn der Papst in Manila vom unendlichen Wert des Menschen spricht, von der Aufgabe, das Leben eines jeden Einzelnen zu achten und zu schützen, kurz: von der Bedeutung der Menschenwürde, dann spricht er sich a) gegen Verhütung aus und macht sich damit b) mitschuldig am Bevölkerungswachstum auf den Philippinen, das c) zur Armut im Inselstaat beiträgt. Soweit die heutige Dosis an Suggestion durch die Hauptausgabe der "Tagesschau". - https://jobo72.wordpress.com/215/1/18 ... swachstum/

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overkott
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Montag 19. Januar 2015, 09:53

Wahrheit wird in Medien der Politik untergeordnet.

Das zeigt sich bei einer simplen Wahrheit wie dem Sonntag als dem ersten Tag der Woche. Die Argumente liegen alle klar auf dem Tisch. Aber Medien - weil es scheinbar so nebensächlich ist - verstoßen systematisch dagegen. Warum?

Das hat mit Neoformalismus und Politik zu tun, mit Freiheit von Wahrheit, mit Beliebigkeit, mit Utilitarismus, mit Ideologie ( = Wahr ist, was meinem Gegner schadet. )

Auch in der Kirche führen wir gerne das Wort Wahrheit im Mund. Aber wie schnell wird Wahrheit aufgeweicht, unterspült und genauso instrumentalisiert wie in Medien?

Wo das Gotteswort nicht mehr zieht, zieht auch die Berufung auf die Menschenwürde nicht viel kräftiger. Denn es setzt ein Interesse an Wahrheit voraus, die über der politischen Auseinandersetzung steht.

Es ist wahr, dass Bevölkerungswachstum auf die wirtschaftliche Entwicklung positiven und negativen Einfluss haben kann. Einerseits ist Bevölkerungswachstum die Voraussetzung für Wirtschaftswachstum ( Denn wo kein Markt ist, kann man auch nichts verkaufen. ), andererseits wächst die Wirtschaft auch dort nicht, wo eine wachsende Bevölkerung weder investiert, noch produziert, sondern nur konsumiert. Die These " Bevölkerungswachstum = Armut " ist jedoch eine ideologische Verkürzung. Schon jetzt spüren wir in den westlichen Industrieländern die Auswirkungen der Verhütung auf das Wirtschaftswachstum: Der Außenhandel muss kompensieren, was der Binnenmarkt nicht mehr hergibt. Und offenbar zwingt uns mangelndes Wachstum bereits zur Umstrukturierung der Alterssicherung.

Das hat mit der Kirche, die Entwicklungsprozesse eher begleitet, als prägt, in der Tat nur peripher zu tun.

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overkott
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Dienstag 20. Januar 2015, 10:45

Gehen der Tagesschau die Themen aus? Die Topnachricht beginnt inzwischen mit den Worten: Über... wird viel berichtet. Danach folgt eine lange Liste monothematischer Betrachtungen. Irgendwann taucht auch mal der Zausel mit dem ungesunden Gesicht aus Frankreich auf. Ein bisschen Papst, ein bisschen Wirtschaft, ein bisschen Amazon. Unsere tägliche Wochenzeitung gib uns heute. Aber, bitte, Herr: Lass neue Themen regnen.

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overkott
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Freitag 23. Januar 2015, 10:59

ZDF im Blutrausch? "USA: Hälfte der IS-Anführer getötet - Die USA sehen Fortschritte im Kampf gegen den IS. Die Hälfte der Anführer und 6.000 Kämpfer seien getötet worden." Sollten Medien death tolls nennen? Sich zum Sprachrohr von Propaganda machen lassen? Religionshetze fördern gegen den Islam und gegen das Christentum gleich mit?

Als Katholiken lehnen wir Hetze, Terror und Krieg ab. Wir bedauern, dass die Weltöffentlichkeit vor dem ersten Irakkrieg belogen wurde und die Lüge bisher keine Lösung in die Region gebracht hat.

Wir beten am nächsten Sonntag für Frieden und Versöhnung an allen Tagen der Woche.

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Juergen
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Juergen » Sonntag 25. Januar 2015, 16:10

Wenn öffentlich-rechtlich über religiöse Gefühle gesprochen wird…

Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Juergen » Montag 26. Januar 2015, 14:05

Aktuell bei SpOn:
http://www.spiegel.de/panorama/chronik- ... 12711.html

Chronik: Der Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche


März 2010: Der ehemalige Direktor der Odenwaldschule, Gerold Becker, gesteht in einem Brief den Missbrauch von Schülern. Ihm wurde vorgeworfen, mehr als 80 Jungen im Alter von 12 bis 15 Jahren geschändet zu haben. Becker stirbt im Juli 2010.
(Hervorhebung/Rot von mir)

:patsch:
Gruß Jürgen

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Montag 26. Januar 2015, 14:31

Juergen hat geschrieben:Wenn öffentlich-rechtlich über religiöse Gefühle gesprochen wird…

Viele Religionswissenschaftler oder Philosophen und nicht wenige Geistliche haben den sprachlichen Zusammenhang aus den Augen verloren und verstehen daher Religion nicht als Regel, sondern als Superstition. Die Bibel oder den Koran als Gesetz zu verstehen, ist in diesem lateinischen Sprachsinn religiös, der Genuss von Götzenopferfleisch superstitiös. Soweit das Wort Religion, das natürlich auch auf andere Regelsysteme von Glaubensgemeinschaften oder Systemen des säkularen Rechts übertragen werden kann, als Regel verstanden wird, ist das religiöse Gefühl das Gefühl für gut ( heilig ) und böse ( frevlerisch ), superstitiös wäre das Gefühl der körperlichen Vereinigung mit Gott durch Verzehr dessen Fleisches in Umkehr des Opfergedankens, dass nicht der Mensch Gott, sondern Gott dem Menschen opfert.

Gott ist also das Wort des Anfangs, das Prinzip und der Höchstwert. Unterschiedliche Religionen und juristischen Systeme können im Prinzip kompatibel sein, wenn sie Gott höchsten Wert beimessen. Die Unterschiede ergeben sich dann in der vielfältigen Verästelung der Regelsysteme bis hin zur individuellen Religiosität in der Gewissensentscheidung. Je konkreter der Fall bis hin zum Einzelfall wird, desto höher das Konfliktpotential.

Der Schutz von Worten findet sich nicht nur im Alten Testament, sondern auch im modernen Recht im Hinblick auf den Schutz hoheitlicher Symbole sowie im Namensrecht und Markenrecht. Die größte Gefahr von Kritik geht von der pauschalen Totalablehnung etwa durch Beleidigung einer Person oder Gruppe aus, geringer ist das Konfliktpotential bei Kritik an Details.

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JosefBordat
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von JosefBordat » Donnerstag 29. Januar 2015, 12:07

Es wird langsam eng. Ich bin draußen in Deutschland. Ich frage mich allerdings, ob ich in diesem Deutschland überhaupt noch länger drin sein will. - https://jobo72.wordpress.com/215/1/29 ... t-weniger/

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Donnerstag 29. Januar 2015, 13:55

Ich lese gerade die Geschichte vom Tod der Dornenvögel-Autorin. Ich habe mal eine Folge im Fernsehen gesehen. Die Realität sieht allerdings manchmal schlimmer aus. Das Vorgehen gegen Pädophile auch in der Kirche ist daher wichtig für die Reinigung von Sünde und Schuld. Ein geregeltes Sexualleben in Ehe oder Zölibat ist deshalb zukunftsfähig.

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Siard » Donnerstag 29. Januar 2015, 15:52

overkott hat geschrieben:Ein geregeltes Sexualleben in Ehe oder Zölibat ist deshalb zukunftsfähig.
Wie bitte, soll Letzteres aussehen?
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Protasius » Donnerstag 29. Januar 2015, 16:00

Siard hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Ein geregeltes Sexualleben in Ehe oder Zölibat ist deshalb zukunftsfähig.
Wie bitte, soll Letzteres aussehen?
Das dürfte hauptsächlich in Sublimation bestehen. Ein zölibatär lebender Mensch hat ja nicht von jetzt auf gleich keine sexuellen Begierden mehr, sondern die Energien, die dahinter stehen, werden umgeleitet. WIMRE stammt die Idee nicht von Freud, der das ganze im Rahmen der Psychoanalyse formuliert und zu einem feststehenden Begriff ausgebaut hat, man findet diese Gedanken schon bei Thomas von Aquin (Stelle müßte ich jetzt suchen, aber er hat irgendwo geschrieben, daß man diese Kräfte nicht unterdrücken kann, sondern umleiten muß, wie man es bei einem Dampfkessel auch macht [nein, der Dampfkessel steht nicht bei Thomas, aber mir fällt gerade seine illustrierende Metapher nicht ein]).
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Siard
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Siard » Donnerstag 29. Januar 2015, 16:10

Ein geregeltes Sexualleben ist im heutigen Sprachgebrauch jedenfalls alles andere als Sublimation ( – die Thematik ist mir vertraut).
Mich interessiert hier, was Ovi darunter versteht.
In der Schwerpunktsetzung halte ich den Satz für bedenklich.
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von HeGe » Mittwoch 4. März 2015, 13:36

kath.net hat geschrieben:Alles radikale Christen?

Zu einem Beitrag des NDR über den Kongress christlicher Führungskräfte. Von Helmut Matthies [...]
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von umusungu » Mittwoch 25. März 2015, 20:38

Am 26. März kommt ein Film in die Kinos, der sich mit dem Missbrauchs-Thema beschäftigt:

http://www.kino.de/kinofilm/verfehlung/151422

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Siard » Donnerstag 26. März 2015, 12:09

umusungu hat geschrieben:Am 26. März kommt ein Film in die Kinos, der sich mit dem Missbrauchs-Thema beschäftigt:
Klingt nicht schlecht, manches ist mir nur zu bekannt. Allerdings finde ich sie angedeutete Verknüpfung von progressiv = gut und interessiert, und konservativ = desinteressiert und blind für die Tat, mehr als zweifelhaft und halte sie für ein Stereotyp.
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Juergen » Donnerstag 26. März 2015, 13:21

Gruß Jürgen

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Juergen » Sonntag 29. März 2015, 18:49

Radio-Kommentar zu einem Skandalartikel in Christ&Welt
-> http://katholon.de/?p=8462
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von JosefBordat » Dienstag 14. April 2015, 14:11

Die Presse titelt „Bolivien: Wo Behinderung als ‘Strafe Gottes’ gilt“. Dass damit nicht der Gott der Bibel gemeint sein kann, kommt in dem Artikel nur zwischen den Zeilen heraus. - https://jobo72.wordpress.com/215/4/14 ... -gottes-2/

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Dienstag 14. April 2015, 14:47

Missbrauch ist auch präkolumbianisch, oder?

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von JosefBordat » Mittwoch 15. April 2015, 13:30

Man darf im Facebook fast alles. Fast: https://jobo72.wordpress.com/215/4/15/anstos/

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Maurus » Mittwoch 15. April 2015, 14:47

JosefBordat hat geschrieben:Man darf im Facebook fast alles. Fast: https://jobo72.wordpress.com/215/4/15/anstos/

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Die übliche amerikanische Prüderie. Jemandem live den Kopf wegballern geht. Aber eine nackte Brust? Oh weh...

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von JosefBordat » Mittwoch 15. April 2015, 15:37

Warum uns ein Flugzeugabsturz mit 15 Toten aus Europa emotional wochenlang beschäftigt, der Untergang eines Flüchtlingsbootes mit 15 Toten aber nur wenige Stunden. Wenn überhaupt. - https://jobo72.wordpress.com/215/4/15 ... r-anderen/

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overkott
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Freitag 17. April 2015, 10:39


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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Dienstag 21. April 2015, 11:13

Für die Öffentlich-Rechtlichen ist das Internet eine Herausforderung. Seit dem Aufkommen der Privaten ist ihr Sendemonopol geknackt. Und in technischer Hinsicht ist durch das Internet Senden richtig demokratisch geworden: Jeder darf sich in den öffentlichen Diskurs einschalten.

Das stellt die Existenzberechtigung der Öffentlich-Rechtlichen in Frage. Denn die öffentlich-rechtliche Organisationsform war an das Sendemonopol gebunden: Wo nur wenig Sendekapazität zur Verfügung steht, sollte nicht einer allein, weder der Staat, noch ein Medienmogul, den Medienmarkt beherrschen. Wenn aber viele Sender nebeneinander bestehen, stellt sich die Frage, warum einer unter ihnen mit Zwangsgebühren finanziert wird, während die anderen - wie zum Beispiel Netflix - Kunden aquirieren müssen.

Deshalb reagieren manche Redaktionen wie Gegner der Druckerpresse, Bilderstürmer oder aufständische Weber gereizt auf Neuerungen. tagesschau.de hetzt mit einen Beitrag von RB zum Beispiel gegen Dronen.

Die neueste Entwicklung im Bereich der Videodronen ist das 3D-Gimbal: eine Halterung, die für ein äußerst stabiles Bild selbst bei wackeligem Flug sorgt. Damit lässt sich an der Drone auch die Kamera fernsteuern und ermöglicht Selfies als Luftaufnahme. Die Steigerung des Selfies ist das laufende Selfie, bei dem die Drone automatisch dem Piloten hinterher läuft.

"Völlig wertneutral" - gemäß öffentlich-rechtlich journalistischem Anspruch der Trennung von Nachricht und Kommentar - berichtet tagesschau.de über die neueste Entwicklung mit dem einleitenden Satz: "Es geht Ihnen tierisch auf die Nerven".

Noch nerven Dronen niemand. Kaum einer kennt sie nämlich. Sie sind frisch auf dem Markt und zum Teil leise wie ein Bienenschwarm. Und sie sind äußerst flexibel. Als fliegende Videokamera packt man sie aus dem Rucksack, lässt sie 3 Meter pro Sekunde steigen, macht einen Schwenk, holt sie 2 Meter pro Sekunde herunter und steckt sie wieder in den Sack. Fertig. Einen Augenblick später ist man schon wieder am nächsten Drehort:

https://www.youtube.com/watch?v=zOfFcm9k_p

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Dienstag 21. April 2015, 12:44

Natürlich sind Dronen nicht weniger gefährlich als ein Fahrrad, wenn man die Gebrauchsanleitung sowie die bestehenden Verkehrsregeln nicht beachtet.

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Dienstag 21. April 2015, 14:31

Ist der Kreuzgang Smartfon affin? Das jedenfalls könnte für die Treffer bei Google künftig relevant werden. Google will nämlich Smartfon freundliche Seiten favorisieren.

3D-Fans nehmen diese Nachricht zur Kenntnis. Sie schauen 3D-Inhalte meist über PC, auch über Tablet, seltener derzeit über das TV.

Smart-TV benötigt schnelles Internet mit ordentlicher Bandbreite. Auf dem TV-Bildschirm wirkt 3D allerdings auch am besten, egal ob nativ oder umgewandelt.

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Dienstag 21. April 2015, 20:08

tagesschau.de möchte über das Internet in Indien berichten. Die Anmoderation richtet sich gegen Facebook. Die pseudo-kritische PR-Attacke wird personalisiert auf deren Chef. Dem wird Abzocke vorgehalten. Denn Facebook gibt es in Indien kostenlos - wenn man einen bestimmten Provider nutzt. Der möchte aber für andere Angebote Geld. Dafür kann der Facebook-Chef nichts, aber er nimmt es in Kauf, wie so viele Nutzer des kostenlosen Facebook-Angebotes auch. Jetzt möchte man doch wissen, wo der Facebook-Chef eigentlich abgezockt haben soll. Aber schon wabert das Thema weiter: Es gibt noch andere Provider in Indien. Die nehmen auch Geld. Nicht für alles, aber auch diese Abzocker wollen Geld verdienen. Das finden in Indien nicht alle gut. Die Regierung offenbar schon. Der Dreh zum Facebook-Chef will dem Korrespondenten nicht mehr gelingen. Weil: Der Facebook-Chef will weitermachen. Die anderen Provider auch. Ein langweiliger Aufsatz über einen Sack Reis aus Indien, der einfach nicht umfallen will.

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Dienstag 21. April 2015, 21:45

„Das Erste“ wartet am Freitag, 24. April, mal wieder mit einer manipulativen Volkserziehungsmaßnahme in Form eines Spielfilms auf:

http://www.daserste.de/unterhaltung/fil ... n-1.html
:würg: :vogel: :patsch:
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von overkott » Mittwoch 22. April 2015, 16:06

Auch bei seriösen Themen schneidet tagesschau.de vergleichsweise schlecht ab. Beispiel: Verteidigungspolitik. Der Aufmacher beginnt mit einem indirekten Zitat. Es folgt eine Plattitüde über Vorgesetzte: greifen ( angeblich immer ) durch. Dann wissen die Texter ( angeblich ), was die Ministerin weiß. Es folgt ein Gerücht.

Kann heute.de als ebenfalls bisher zwangsfinanzierter Konkurrent das besser? Um eins vorwegzunehmen: Insgesamt klingt die Geschichte aus Mainz nachrichtlicher. Aber: Sie fängt mit einer allgemeinen Feststellung über unzureichende Treffer an. Ob das jetzt für das umstrittene Gerät gilt, darf sich der Leser selbst zusammenreimen. Das Zeugnis jedenfalls ist offenbar "verheerend", wertet heute.de. Dann folgt in indirekter Rede eine Art Schlagzeile.

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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von HeGe » Freitag 24. April 2015, 14:45

Matthias Matussek hat am Rande der liturgischen Tagung ein Interview mit Kardinal Burke geführt:

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... idens.html
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Siard » Sonntag 26. April 2015, 19:59

Mönch im BR:
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Re: Medienbeobachtung

Beitrag von Hubertus » Sonntag 26. April 2015, 20:43

:patsch: Ach, der links. Ich hab' zuerst auf den rechts geschaut und mir gedacht: "gar nicht so weit hergeholt, wenn man manche Klöster kennt ..." :blinker:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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